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Was Frauen tun müssen, um zur Macht zu gelangen, ist, ihre Weiblichkeit neu zu definieren. (Katharine Graham)

Amerikanische Zeitungsverlegerin, Leitung der Washington Post.

Foto oben: Sophiakirche Jönköping. In dieser Kirche wurde meine Mom konfirmiert.

Viele Frauen haben Probleme mit dem Wort „Macht“, für sie ist dieses Wort schlecht. Und zwar auch, wenn sie selbst Macht haben oder haben sollen. Besonders (gläubige) Frauen lehnen „Macht für Frauen“ ab. Macht gilt als männliches Attribut. Denn dass es Macht auf jeden Fall gibt, lässt sich nicht leugnen, und dass manchmal jemand Macht haben muss, das sehen alle ein, und dass jede selbst gern auch mehr Macht hätte, ist vermutlich auch klar, aber verdrängt. Hat Macht ein Geschlecht? Ich denke nicht. Die Frage ist, wie der Mensch mit Macht umgeht. Es gibt in gewisser Weise gute und böse Macht, wie man aus jedem Krimi, aus jedem Märchen kennt. Und warum sollten Frauen nicht an diese gute Macht gelangen?

Übrigens, ich wurde von Hans-Joachim Hinrichsen in einem Beitrag der Mozarteum-Institutsreihe „klang-reden“ zitiert, und zwar meine Studie zu Bachs Goldberg-Variationen. Das freut mich.

Es windet sehr. Ich war mit Katha unterwegs und habe noch geübt an der Wiegleb Orgel.

Heute erinnere ich an Madeleine Vionnet, wichtige Modeschöpferin, und an Lotte Specht, die sich dafür einsetzte, dass Frauenfußball offiziell zugelassen wurde. Das war scheinbar ein langer Kampf. Manchmal frage ich mich, ob Gott dieses Rollendenken in uns gepflanzt hat. Wenn ja, wäre ich sehr enttäuscht von ihm. Ich hoffe nicht. Ich bin gespannt, wie es wird, wenn ich mit ihm spazierengehe im Himmel wie mit einem Freund, so wie Mose, der mit ihm redete. Ich werde ihn all das fragen und wahrscheinlich manchmal sehr lachen.

Christoph Bornheimer belästigt mich erneut, er bringt mich zum Lachen mit seinen originellen emails, die zu Dutzenden bei mir eintrudeln, obwohl ich ihn mehrfach aufforderte, mich in Ruhe zu lassen. Er ist sehr übergriffig, aggressiv, forsch und hält sich selbst für schlauer. Er hat diesen Oberlehrerton im Mansplaining-Stil. Ich habe für seine Attacken und Grenzüberschreitungen keine Zeit, halte ihn aber für gefährlich. Ich habe ihn jetzt blockiert. Warum soll ich mich dauernd rechtfertigen, was ich kann oder tue?

Mit irrem Interesse verfolgen Leute wie er meinen Werdegang, ohne auch nur ansatzweise das erreicht zu haben wie ich. Durch zig Lehraufträge scheint sich Bornheimer eine Professur an Land reißen zu wollen? Bei ihm wäre die Macht jedenfalls an der falschen Stelle. Er hat offenbar ein Problem mit erfolgreichen Organistinnen und wertet meine Erfolge ab. Er zieht Leute gern auf seine Seite und verhält sich dabei manipulativ und gerissen. Wenn man ihm einmal den kleinen Finger reicht und antwortet, reißt er den Arm ab und bombardiert einen mit Emails. Ein Nein akzeptiert er nicht. Er muss das letzte Wort haben. Mit meinem Blog kann ich solches Verhalten festhalten, auch wenn es gewissen Leuten natürlich überhaupt nicht passt, dass ich ihr Verhalten erwähne. Warum sollte ich Attacken nicht dokumentieren? Wenn ihr euch wundert, dann fragt mich.

2019 war ich noch ganz neu mit der Orgel, da hatte ich gerade erst ca. 1 Jahr Orgel gespielt und studiert, und war nach dem Einser-Abschluss in Frankfurt schon in Konzertexamen Orgel eingeschrieben. Das gab es noch nie. Das haben manche nicht verkraftet.

Menschen, die im Erwachsenenalter, noch dazu in so kurzer Zeit, professionell ein Instrument lernen und darin Solistin werden, das ist ohnehin eine absolute Seltenheit.

29. Januar 2022

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Es geht nicht darum, dem Leben mehr Tage zu geben, sondern den Tagen mehr Leben. (Cicely Saunders)

Britische Krankenschwester und Ärztin. Heute erinnere ich auch an Hanne Darboven, Konzeptkünstlerin, die Zahlen in  Kunstwerken darstellt.

Mit dem Üben ist es wie mit dem Düngen oder an der Börse: Nur das Tägliche, Ruhige, Regelmäßige zahlt sich aus. Nur dann ist zu sehen, wie sich Wunder einstellen. Nur dann machen sich die Früchte bemerkbar. Nur dann stellt sich Wachstum ein. Es geht erst ganz langsam voran, und dann geschieht ein Klick, ein Wachstumsschub, von heute auf morgen, plötzlich. Das ist für mich immer wieder ein Wunder. Ich glaube, das ist das, was ich beim Üben am meisten liebe. Das Wachstum. Die Wunder. Wie allmählich Blüten und Früchte wachsen, die genauso Wunder sind wie bei einer echten Pflanze. Jedesmal bin ich überrascht, wie aus Nichts Großes entsteht. Manchmal gibt es Krisen und Wellen, manchmal geht es hoch und runter. Aber das Regelmäßige macht den Gewinn am Ende. Durch das Düngen meiner Hände. Durch dieses unsichtbare Band zwischen mir und der Musik. Durch das Talent, das Gott mir geschenkt hat.

(Darf ich etwas zugeben? Etwas Multitasking beichten? Während ich übe, schaue ich uralte Tatorts auf YouTube, also nur den Ton. Nur wenn es ganz spannend wird, schiele ich kurz rüber…)

Heute erinnere ich auch an Donna Strickland, Physikerin aus Kanada. 1959 geboren. Stellt euch vor, Wikipedia hat 2018 (!) abgelehnt, einen Eintrag über sie anzunehmen, sie sei zu „unbedeutend“. Kurz danach bekam sie als dritte Frau in Physik den Nobelpreis. Ach.. und dann bekam sie einen Wikipedia-Eintrag in der Männer-Wikipedia-Welt. Gnädig. Jetzt wundert mich gar nichts mehr. Ist es ein Zufall, dass ich eine Frau bin, die als einzige Wikipedia-Seite der Orgelwelt solchem Vandalismus ausgesetzt war? (Auch darin bin ich rekordverdächtig. Aber es wird von Bier gefördert. Ich mag Bier nicht so gern. Wobei Guinness noch am besten schmeck.) Und sich Wikipedia lange überhaupt nicht darum gekümmert hat? Es darf nicht vergessen werden, dass auch Wikipedia ein Männer-Verein ist.

Meinem Bein geht es sehr gut, ich bade sogar wieder. Endlich! Mit Nicht-Baden-Dürfen kann man mich foltern.

Scriabin Etüde:

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28. Januar 2022

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Glück ist, im tosenden Sturm zu kämpfen, und nicht, die Laute bei Mondschein zu zupfen. (Ding Ling)

Chinesische Schriftstellerin. Heute erinnere ich auch an Nina Ricci, Modeschöpferin aus Italien und Paris. Ich liebe auch den tosenden Sturm. Nur zu wild darf es nicht werden.

Oben: Dom Würzburg

Neu:

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Neu: Schweden. Neues geistliches Lied.

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27. Januar 2022

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Wir Frauen sind die Mehrheit im deutschen Volk. Auf uns kommt es an. (Toni Sender)

Deutsche Politikerin. Schade, dass sie schon tot ist. Sie machte auf die ungleiche Bezahlung aufmerksam. Dabei sieht und weiß es jeder.

Heute viel geübt.

Dass Frauen noch immer nicht die gleiche Bezahlung für die gleiche Arbeit bekommen, geht, wie ich gelesen habe, auf den frauenfeindlichen Kern der deutschen Gesetze und des deutschen Staatsapparates bis 1977 zurück, in denen Frauen nicht ansatzweise die Rechte wie Männer hatten. Die Staatsanwaltschaft ist ein System. Ein von Männern eingerichtetes System. In dem jetzt Frauen mitspielen dürfen. Wenn sie im System bleiben. Dieses System ist für normale Bürgerinnen und Bürger meist nicht durchschaubar, unverständlich. Das wissen die auch. Man muss Jura studiert haben, um dieses System zu durchschauen. Schade, dass ich nicht auch Jura studiert habe. Wie früher die Musiker mussten. Es ist nämlich sonst ganz leicht, wenn die das möchten, Laien einen Formfehler unterzujubeln. Wie oft haben Parteien ohne Anwalt gegen Parteien mit Anwalt gewonnen, frage ich mich? Weiss das jemand? Es ist ein System mit Normen und Gesetzen, teilweise auch ungeschriebenen. Und es ist zudem auch oft ungerecht und willkürlich. Das System ist nicht demokratisch, erzwingt einen Anwaltszwang, dadurch sicher viele Fälle gar nicht erst zu Gehör gebracht werden können. Besonders nicht Fälle von Frauen. Ist es nicht etwas bedenklich, dass ein solches System „Recht“ spricht? Es ist oft das Recht der Stärkeren, der Reicheren, der Gewiefteren, des Gerisseneren, und meist das Recht der Männer. Das Recht der Frau ist definitiv untergeordnet. Man muss sich ja nur die Strafen für Vergewaltigung ansehen. Wenn es überhaupt zu einer Verhandlung kommt. Es gibt sicher eine hohe Dunkelziffer an Vergewaltigungen. Ich wünschte mir, wir hätten ein christliches, frauenliebendes und gerechtes, edles Rechtswesen als Gentleman, das nach der Wahrheit sucht. So ist es gar nicht.

Heute erinnere ich auch an Bogolo Kenewendo, botsuanische Politikerin.

Oben: Nächstes Konzert

Sie haben mich zur Prinzessin der Naturwissenschaften gemacht. Sie hätten mir besser ein Gehalt gegeben. (Sofja Kowalewskaja)

Russische Mathematikerin. Leider auch schon tot. Was für wunderbare Frauen.

Ich muss sagen, dass Üben UND Dissertation schon eine Überforderung sind. Ich weiß ehrlich nicht, wie ich beides unter einen Hut bekommen und dennoch leben soll. Wie soll ich 6 Stunden das und 6 Stunden das andere per Tag machen? Das sind 12 Stunden. Und wenn es nur 10 sind. Oder nur 8. Jeden Tag. Bitte betet für mich. Allein so ein Reger ist nicht mal eben so geübt.

Bald: Konzert Freckenhorst bei Münster

26. Januar 2022

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Wenn ich Musik mache, vergesse ich alle Sorgen. (AHS)

Schönheit zu erschaffen, liebe ich. Heute erinnere ich auch an Gabriela Mistral, Schriftstellerin aus Chile. Auch Gott schafft Schönheit, um uns zu nähren. Und ich erinnere an Kirsten Gillibrand, amerikanische Politikerin und Mutter und Autorin. Ich lese ihr Buch „Off the Sidelines: Raise your Voice. Change the World.“ Es kommt immer darauf an, wie man die Stimme erhebt, um die Welt zu verändern. Dabei dürfen Fehler gemacht werden. Viel schlimmer ist, zu schweigen. Der Mensch bereut am Ende nicht die Fehler, sondern, was er oder sie nicht getan hat. Jede einzelne Stimme zählt. Sich für das Recht einzusetzen.

Ich höre Ton Koopman. Ich mag die Tempi. Ich bin gerade auf dem Toccaten-Trip. Reger, Vierne, Widor. Und Bruhns und Tunder. Es riecht nach Frühling. Ich kann dieses Gefühl kaum beschreiben, ich rieche ihn sofort, wie das Meer. Ich lasse meine Wäsche neben dem Flügel trocknen, damit die Luftfeuchtigkeit steigt. Am Montag fahre ich wieder nach Stuttgart. Ich treffe dort auch einen Mäzen, der aus Holland kommt, zum ersten Mal. Wichtige Unterstützer kommen auch aus den USA, die meine künstlerischen Projekte, beispielsweise CD-Projekte in der Zukunft, lieben und die ich noch nie live gesehen habe. Wie ist es eigentlich mit Kunst und Geld, werde ich manchmal gefragt. Geht das gut zusammen? Kann eine Künstlerin wie ich gut mit Geld umgehen? Nun, manche würden dies definitiv mit Nein beantworten oder mich als verwöhnt bezeichnen :-). Aber ich würde sagen: Ich habe schon eine Gabe, dass Gott für meine Kunst viele finanzielle und große Türen öffnet. Spießig und ängstlich bin ich jedenfalls nicht. Das sind ja viel zu viele andere. Ich weiß einfach, Gott ist reich. Reichtum ist ein Mindset. Und Angst und Kunst gehen nicht zusammen. Viele werden deswegen keine Künstler, weil sie Geld mehr lieben. Dumm, denn es geht beides.

25. Januar 2022

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Jedes Mal, wenn eine Frau die Grenzen verschiebt, definiert sie die Grenzen für alle Frauen, die nach ihr kommen, neu. (Stacey Cunningham)

Oben: Walcker Schuke Orgel Saar

Amerikanische Bankerin. Ich erinnere auch an die amerikanische Jazz-Sängerin Sarah Vaughan.

Heute wieder an der Dissertation geschrieben. Ich hoffe sehr, ich werde bald fertig sein. Die Beiträge zur Konzertpädagogik, Community Music, Konzertforschung, Culture Studies und Audience Development sind alle hochinteressant. Es kommt jedoch nichts dem professionellen Spiel eines Instruments gleich. Ich bin hier dennoch von Büchern umgeben und drehe mich wie ein Brummkreisel immer tiefer in die Materie ein.

Was mir auffällt in True Crime, auch nach Julia Shaw: Es sieht so aus, dass Männer in Deutschland für Totschlag, Gewalt etc. als „entschuldbar, da natürlich oder von Natur aus aggressiver“ im deutschen Rechtssystem gut wegkommen, jedenfalls besser wegkommen als Frauen, bei denen Totschlag kaum existiert, sondern es dann gleich Mord, „berechnend, kaltblütig“, besonders schockierend dargestellt wird –  und die deswegen strenger bestraft werden … nach dem Motto, Gift ist berechnend, 18 Messerstiche nur Totschlag; bei einem Kindsmord ist die Frau eine Rabenmutter, erschlägt der Mann die Ehefrau, ist sie wahrscheinlich noch schuld. Gibt es überhaupt den Begriff Rabenvater? Wahrscheinlich nicht, da jeder dritte einer ist. Die Brutalität von männlichem Totschlag spielt kaum eine Rolle, sie bekommen dennoch oft nur 8 Jahre, besonders wenn das Opfer eine Frau ist. Totschlag gegen Männer scheint härter bestraft zu werden. Da wird es oft direkt als Mord eingestuft. Erwürgt ein Mann „im Totschlag“ seine Frau oder eine Frau, kommt er nach 5 Jahren „bei guter Führung“ wieder frei. Da fallen alle anderen Strafen härter aus, als wenn ein Mann eine Frau „im Totschlag tot macht“, siehe den Fall Klaus Geyer. Egal, wie brutal, egal, wie man vertuscht hat. Am besten kommen Männer weg, wenn es „die eigene Frau war“, die sie töten. Das ist ja nur häusliche Gewalt. Kein Problem. Es war ja nur „seine“ Frau. Oder seine Geliebte. Im Affekt. Seinen Schrank kann er ja auch zusammentreten. Wahrscheinlich ist das deutsche Rechtssystem im Vergleich zur Welt besonders frauenfeindlich, kühl und ungerecht. Deutsche Richterinnen haben kaum dazu beigetragen, dass Frauen geschützter sind, auch nicht, was Sexismus und Hate, Nachstellen, Stalken und Belästigen betrifft. Insgesamt geht das Rechtssystem ungern gegen Männer vor, außer es muss unbedingt sein. Auch ausländische Männer kommen mit den unglaublichsten Taten in Deutschland gut davon. Das deutsche Rechtssystem hat am liebsten Fälle, bei denen mindestens eine Seite deutsch, möglichst unerfahren und wehrlos ist und es daher vermeintlich wenig Arbeit für sie macht. 

24. Januar 2022

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Wenn man Kraft hat für die kleinen Dinge, dann hat man sie auch für die großen. (Etty Hillesum)

Niederländische Juristin, die von den Nazis ermordert wurde samt ihrer Familie, weil sie half. Was für eine großartige Frau!

Oben: St. Johannis Ansbach

Was ist eigentlich das Komplexe an Kunstmachen oder dem Erarbeiten großer Zyklen wie Romane, Doktorarbeiten, neuem Repertoire usw.? Es ist vor allem das im-Flow-Bleiben. Das Hochkonzentrierte. Das Durchstehen. Das ist Gnade. Denn die Welt und ihre Teufel schickt viele Ablenkungen. Es sind aber nur Luftballons, in die man stechen muss. Und sich selbst nicht im Weg stehen. Denn am Ende zählt mein Ergebnis.

Verbeugen:

An der Brüstung stehen, Gott und die Orgel ehren – und dann weg von der Brüstung, nicht da stehen bleiben, das gibt sonst den Leuten Rätsel auf, und dann wieder kommen (die Brüstung ist der Vorhang). Der Vorhang fällt. Das waren Verbeugen-Tipps von AHS.

Zu meinen Kompositionen: Das Nachahmen verlassen und im Amen enden. Im Atmen. Gezeiten und Wellen. Kunst ist Innovation, nicht Variation. Kunst ist Innovation, nicht Variation. Das Nachahmen verlassen und im Amen enden. Im  Atmen. Gezeiten und Wellen. Meine neue Musik sind Klangfarben. Ich höre Farben. Grün-Silber. Weiß. Gold. Ich male auch. Aus den Improvisationen entstehen Kompositionen. Hinterher werden sie aufgeschrieben. Aus den Orgelwerken entstehen Orchesterwerke. Sie sind frei. Sie geben Gefühl und Farben wider, dies macht ihre Form aus. März 2020 entstand der Zyklus Pandemic Dance. Ich arbeite auch gern mit Adjektiven. Aus Vokabular zu meinen Werken: flirrend bedeutet: diffus.

Ich liebe die Brothaus-Krapfen in Ansbach mit Puderzucker. Danach sehe ich aber leider aus… Alles weiß. Den überschüssigen Puderzucker kippe ich in den Cappuchino. Der Schnee hat sich in Regen und Matsch verwandelt.

Es muss gemütlich sein, Bäckerin zu sein. Ich hätte mir auch vorstellen können, einen eigenen Laden zu besitzen. Ich habe meinen Rock an, der wie ein Lampenschirm aussieht. An St. Gumbertus lief ich diesmal vorbei hin zu St. Johannis. Ich hatte meine rosa Samtschleife an und die rosa Maske auf. In Würzburg war erst mal Trubel, weil es hieß, „ein Richter hätte den Impfausweis gekippt“. Naja. Man kann sich über alles nur noch nicht mehr wundern.

Könnt ihr euch vorstellen, dass manche meinen, eine Kadenz zur Passacaglia hinzuzufügen?

Anbei die Rezension von Rainer Goede zu meinen Orgelwerken im Laurentius Verlag Frankfurt am Main: (hier und auf der anderen Orgel-Information):

Rezensionen Neue Musik

Neu: Orgel-Information

Walcker Schuke Orgel Versöhnungskirche Völklingen/Saar

23. Januar 2022

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Poesie hat eine Hauptaufgabe. Zu trösten. (AHS)

Oben: Rieger Orgel (1962) ev. St. Johannis Ansbach 

Große helle Kirche mit roten Dächern: Evang.-Luth. Stadt-Pfarrkirche St. Johannis Ansbach, 1139 erstmal erwähnt, im 15. Jahrhundert erweitert (gotische Staffelhalle), Kupferstich 1737 des Chorraums. Die Kirche wurde eine wichtige Keimzelle in der Reformation. Heute ist sie eine dreischiffige gotische Hallenkirche. Wunderschöner goldener Altar und Chorraum mit riesigen rötlichen Langfenstern. Voller Lichteinfall. Die große, schöne, mechanische, neobarocke Orgel der Orgelbaufirma Rieger aus Österreich (Schwarzach bei Dornbirn) besitzt 44 Register, 3500 Pfeifen mit großem Rückpositiv. Neben der schönen größten Barockorgel Wiegleb Frankens in St. Gumbertus nebenan soll diese große neobarocke, dreiteilige Orgel mit horizontalen „spanischen Trompeten“ die „moderne“ Orgel werden mit einer neuen Setzeranlage und Zubauten in nächster Zeit. Berühmt in der Kirche ist auch der Flötner-Altar von 1520 im nördlichen Seitenschiff. Es ist ein Renaissance-Altar von Johann Peter Flötner. Die Säulen, Säulenfresko, Epitaph und hübschen versteckten Frauenfiguren an den Säulen machen die Kirche besonders. Spanische Trompeten müssen stets wegen der Schwerkraft beobachtet werden, da sie sonst „ausbeulen“ und ausgerundet werden müssen. Danke an Rainer Goede! 

Das Besondere dieser Orgel sind die mechanischen sieben Setzer. Wenn die neue Setzeranlage eingebaut ist, werden diese leider wohl nicht mehr verwendet werden. Schön ist auch das gerade Pedal. Bei pneumatischen Orgeln kann der Spieltisch rund sein für die freien Kombinationen (die ästhetisch manchmal bedenklich sind, finde ich). Jedoch bei mechanischen Orgeln muß der Spieltisch gerade sein. Nur Ladegast verwendete sternförmige Diagonale direkt in die Türme.

Die besten Orgeln für Mendelssohn finde ich Ladegast und Späth. Manchmal denke ich, es gibt Orgeln, die klingen schön, sind aber handwerklich nicht besonders gut, sondern fragwürdig, und andere Orgeln sind handwerklich sehr gut, aber klanglich nicht berührend. Da ist die erste Variante besser. Dennoch: Man sollte sich nie auf bestimmte Klangfarben versteifen, sondern offen bleiben. 

Was mich begeistert hat: Das Reden mit Rainer Goede über meine Kompositionen. Es ist wirklich eine Hilfe, mit klugen Menschen über die eigenen Werke zu sprechen, um sich selbst und sein Tun (ihr Tun) besser zu verstehen. Um auch anderen Menschen zu helfen, zu verstehen. Mich zu verstehen. Ich schreibe morgen zu meinen Kompositionen. Ich muss erst nachdenken. Rainer Goede ist jedenfalls sehr interessiert und schreibt für die andere Orgel-Information-Seite eine Rezension, das freut mich. Ich poste dann den Link. 

Neu: Orgel-Information: Die beiden Orgeln Ansbach 

Wiegleb

Dauernd fühle ich mich durch Gott überwältigt. (Jochen Klepper)

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Es schneit! Wenn auch nur wenig und kurz, und was für ein Datum. 22222

Ich bin nicht mehr so interessiert an Gustav Mahler, denn: Er hat seine hochbegabte Frau Alma unterdrückt, die ebenfalls komponierte. Alma – was für ein schöner Name.

Oben: Dom Würzburg, Foto Mark Brooks

Dissertation auf 40.000 Wörter heute weiter zusammen gesetzt. Es war sehr interessant im Symposium in Leipzig (digital). Es ging um „divers“, „divers ist nicht gleich international“ und „white racial frame“ sowie Hashtag #musictheorysowhite. Es ist also in der Musikwissenschaft angekommen. Hm. Musik kann Sexismus transportieren und tut es auch. Die Gender-Diskussionen sind offenbar nur der politische Versuch, die Machtverteilung der Erde (Stichwort (alte) weiße Männer) allgemein anders zu lösen. Ich glaube, das wird nur im Himmel wirklich gelingen? Da werden so viele weiße Männer rausfliegen, dass der Teufel nur noch staunen wird, wen er da alles zur Gesellschaft bekommt. Das sind die, die schon jetzt auf der Erde gern in seiner Gesellschaft waren. Von außen sehen die sicher gar nicht so teuflisch aus, vor allem nicht, wenn sie anderen weißen Männern in den Arsch kriechen. Wobei, ich finde, dabei sehen sie besonders teuflisch aus. Eine dieser Männer-Klüngeleien sind Gustavo La-Cruz und Andreas Haerter, die zu geizig waren, mir die Ausfallgage zu zahlen. Ein typisches Merkmal für Männer-Klüngelei ist die Undurchsichtigkeit, mit der Männer bewusst gegen Frauen vorgehen und was sie vermutlich als „Loyalität nach innen“ anwenden: Keine Erklärung, keine Begründung, keine Kommunikation. Aber umso mehr Gerede hintenrum. Wenn Männer zusammen halten, besteht immer Verdunkelungsgefahr: Frauen sollen rätseln und interpretieren, während die Männer „schon lange informiert sind“ und „Bescheid wissen“. Ich warne vor solchen Männern, die sich auch in der Kirche tummeln. 

Was ist Gender eigentlich? Man darf nicht vergessen, dass in allen Bereichen der Homosexualität/Transgender etc. hauptsächlich Männer sind. Es ist keine Frauenwelt. Man kann sagen, es ist die Welt der Männer, die sich unterdrückt fühlen. Dass Frauen schon lange unterdrückt wurden, ist überhaupt nicht Teil von Transgender und oft auch nicht Teil von Gender. Das Thema der Unterdrückung der Frau wurde sogar meiner Meinung nach von Homosexualität- und Transgenderthemen absorbiert und verdrängt, um letztendlich wieder auf das Thema Männer und deren Problemen zu fokussieren. Gender kommt Frauen nicht unbedingt zugute. Frauen werden in Gender in einen Topf mit Homosexualität, Transgender und all den Unterformen geworfen, wobei die Unterdrückung der Frau ein völlig anderes Thema ist. Das Thema Gender wurde von Männern erneut missbraucht, um vom eigentlich Problem abzulenken. 

Perfide: Häusliche Gewalt muss erst angezeigt werden. Muss ein Banküberfall erst angezeigt werden? Steuerhinterziehung? Müssen Mord, Raub angezeigt werden? Es geht so weit, dass Männer Frauen ungestraft quälen, Frauen aber bestraft werden, wenn sie den Typen dann endlich umlegen, überspitzt gesagt. What a World.

Viele mögen bei Worten wie Weiblichkeit und Emanzipation verwirrt sein. Was bedeutet was? Was ist Emanzipation? Sind emanzipierte Frauen weiblich? Sind Karrierefrauen alle emanzipiert? 

Ich bin weiblich und liebe es, wenn Männer mir Türen aufhalten, Geschenke machen, helfen, schützen, romantisch und höflich und altmodisch und vorsichtig sind und Rechnungen bezahlen und Gepäck tragen, ich mag es, eine Prinzessin zu sein, am liebstem 24/7, will nicht Clark Gable sein, sondern von ihm geküsst werden. Frau muss kein Mann sein oder ihren Mann stehen, um Karriere zu machen. Weibliche und kindliche Frauen wollen dennoch, was Karriere und Chancengleichheit im Beruf angeht, auf keinen Fall behindert, schlechter bezahlt oder aufgehalten werden. Frau muss doch deswegen nicht „emanzipiert“ oder „männlich“ sein. Ich bin ich und bin meist viel schneller und besser und möchte keinen Nachteil haben, nur weil ich weiblich bin.

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Neu: Orgel-Information 

Orgel-Information

Vertrauen ist die schönste Form von Mut. (Hildegard Wortmann)

Heute erinnere ich an Lucia Moholy, österreichisch-britische Fotografin, die Menschen wie Häuser fotografierte. Wusstet ihr, dass jedes Gehirn erst einmal weiblich zur Welt kommt? Das ist schön.

Das Gehirn ist wie Bachs Musik, nur als Gehirn. Würde jemand denken, Bachs Musik sei durch einen Urknall entstanden? Oder durch eine Kette zufälliger Umstände? Das ist Blasphemie, zu behaupten, das Gehirn hätte sich irgendwie selbst hergestellt, wobei jedes menschliche Werk zig mal anerkannt wird, vor allem, wenn es von einem Mann erschaffen wurde. Ist Gott nicht mehr als ein Mann? Oder sei aus einem Tiergehirn mutiert, wobei sich das menschliche Gehirn doch nachweislich so genau unterscheidet (ich liebe Tiere und weiß, dass sie eine Seele haben).

Gern mag ich die Schriften von Hermann Pfrogner, 1911 in Graz geboren. Ich vermisse solche Musikwissenschafts-Persönlichkeiten, gläubig und voller Bewunderung für die Künstler. Heute ist es so, dass eine unglaubliche Säkularisierung stattgefunden hat, wie Progner bereits 1986 angekündigt hatte.

Sein Buch Zeitwende der Musik kann ich empfehlen. Ich kann 2022 bestätigen, was er vorhersagte, während er längst tot ist. Progner schrieb: „In der Musik gehört der erste Platz den Komponisten und praktischen Musikern, dem Theoretiker kommt die zweite Stelle zu, dort ist sein Platz.“ – Heute sagen die Theoretiker dies: „In der Musik gehört der erste Platz dem Theoretiker, besonders den Männern, die einen Professoren-Titel haben, und die praktischen Musikerinnen haben gar nichts zu sagen, sind ja gar keine Wissenschaftler.“ (Namen einfügen, die ihr kennt).

Ich mag Adorno. Früher war ich genervt, weil Musikwissenschaftler pausenlos von ihm sprachen. Daher wollte ich ihn nicht lesen. Ich mag keinen Hype. Und jetzt habe ich mich ihm allein in Ruhe angenähert. Und ich muss sagen: Gut. Besser als vieles andere.

Oben: Dom Würzburg, Foto: Mark Brooks (Titel: Flirting with stones. Devotion and Questioning) Wer malt mir dies in Öl?