Es ist schön, Unternehmerin zu sein, auch wenn es viel Arbeit ist. Viele Angestellte (auch im Musikbereich) können sich gar nicht vorstellen, wie und wie vor allem Frau in der Musikwelt und in der freien Wirtschaft als Unternehmerin leben, ja, sehr gut leben kann.
Ja, wir Menschen leben vielleicht zwischen Lebensangst und Todesangst, wir alle, wir Menschen, aber die Kunst und der Glaube haben eine gelassene Zuversicht, die sitzt tief. Mut und Risikobereitschaft gehören da natürlich dazu. Man muss mehr aus sich herausgehen.
Und wir Künstlerinnen sind ja auch Säfrauen, man muss die „Unterschicht“, die „Kleinbauern“ kennen, auch Misserfolg gehört dazu, aber das Ziel ist die riesige Ernte, auch vom wilden Weizen mit unterirdischer Bestockung, unsichtbare Verzweigung in und unter der Erde. Der Erfolg hat eine Steigerung in der Frucht: 30-60-100fach. Power!
Am Hörendsten sein in der Stille. Preisgegeben. Ich höre das Helle, die Fülle. Musik ist Lobgesang. Die Sonne singt, das Meer. Schmelz und Schichten. Musik ist Anschein und Substanz. Höre Israel.
Erhöre mich.
„Alles erfahre ich, indem ich schweige, auf dass ich höre.“
Liebe hört. Liebe hören. Weibliche Schwingungen. Wie hell muss Gottes Stimme sein, wie schwingend, voll Klang. Eine Stimme voll Freude. Höhe ist Freude! Steigerung!
Hörende Wesen: Ein winziger Fötus hört im Bauch der Mama schon nach 7 Tagen. Aber die Wissenschaft will meist nur das, was die Gesellschaft will: Männermacht. Augen. Dabei bleibt jeder Mensch drei mal so sensibilisiert für weibliche Schwingungen. Warum? Liebe hören. Gott hören: Er kann und wird nicht Teil der Männerdominanz sein. Gott sei Dank!
Ich schätze Vincent van Gogh, ich bin berührt und erschrocken über sein Leben und seine Hartnäckigkeit in der Kunst, seine Leidensbereitschaft, seine Vision. Unglaubliches Leben. Regeln fielen ihm schwer. Sehr schwer.
Wunderbar schwer. Seine Revolution. Seine Not. Nicht zu fassen. Wie konnte ein solcher Mann mit allen Tiefen und Höhen solche Werke schaffen? Ja, sein Schmerz hat seinen eigenen Stil erschaffen. Er malte seine Gefühle. Seine Krankheit. Seine Seele.
Er ist in seinem Leben ganz anders als Bach, ein Stück weit gegensätzlich, unsicher, verletzlich, sensibel, genauso unschuldig und kindlich, und hat dennoch genauso seinen eigenen Stil erschaffen, Ablehnung und Zorn und dennoch so viel Zartheit, immer auf der Suche nach Vollkommenheit. Dennoch ist mein Lieblingsmaler Monet.
Die Beflügelung der Angst, sie zu verlieren. Sound ist etwas Weibliches, Echo erst recht, etwas Schöpferisches, etwas, das aus Herz und Bauch kommt, aus Brust, Kehle und Tiefe. Die Kunst kommt aus den tiefen Regionen des Körpers, schwingt. Ist edel.
Es tut gut, Jazz zu hören. Tiefenentspannung. Kontrabass, Saxofon. Mehr nicht. Simpel. Augen schließen.
In Italien war ich nun schon so ziemlich überall (genau wie in den USA und Europa, besonders Schweiz, Österreich, Skandinavien, Deutschland, Osteuropa): In der Mitte (Toskana, Rom, Neapel in Kampanien, Cesenatico, mein Kindheitsurlaubsort, weiter runter nach Venedig und Venetien, auf der Insel Sardinien bei Korsika) und im Norden, Milano, Florenz, Bozen… Natürlich war ich auch schon in Südtirol, am Gardasee, an der Adria. Nun auch in Kalabrien, Sizilien (nur die Meerenge nach Messina, der schmutzigen Großstadt) im Süden, fast bei Afrika, „an der Spitze des Schuhs“ :). Süditalien liebe ich sehr: Berge, Meer, Serpentinen, Farben, der chaotische, wilde Verkehr.
Gern möchte ich noch die Gegenden Molise, Latium, Umbrien und Abruzzen mehr kennenlernen. Und im Vatikan war ich auch noch nie. Hier habe ich aber viel Schlimmes gehört: Frauenfeindlichkeit, homosexuelle „Elite“, Parties mit „Boys“ etc. Was sagt nur der Papst dazu? Es geht wohl viel um Macht und Geld. Beispielsweise kann man dort für 15.000 € eine Ehe annullieren lassen, wie mir jemand aus eigener Erfahrung berichtete. Unfassbar. In Italien gibt es wohl auch in der Orgelwelt eine starke frauenfeindliche, homosexuelle „Orgel-Elite“.
Mir hat in Pizzo in Calabria die Piedigrotta besonders gut gefallen mit ihren Steinfiguren und sanften, lokalen und geheimen Buchten mit klarem Wasser. Auch dass in den Gärten in Öfen und Grills, die wie kleine Häuschen aussehen, Pizza selbst gemacht wird, so lecker, ich habe einige Ann-Helena Calabrese selbst kreiert mit Mozzarella, Oliven, den frischen Pfefferschoten (dem roten Symbol von Kalabrien), Basilikum, italienischer, scharfer Wurst und roten Zwiebeln in allen Größen. Dazu frische selbst frittierte Zwiebelburger und Zwiebelfritten, Salat, Eierkuchen, Wein und Prosecco – in der Orgel-Factuary Salvatore Pronesti.
Ob ich dieses Jahr wieder nach Moskau komme, erneut die größte Glocke der Welt mit 2000 Tonnen am Kreml (obwohl mir die Herabgestürzte in St Marien Hamburg mehr bedeutet) sehe? Gute Presse erhalte?
Es ist für mich immer noch erstaunlich, wie wenig Kirchenmusiker sich vorstellen können, dass manche auf dem freien Markt hauptsächlich künstlerisch unterwegs sind. Und auch, wie männerdominiert die Orgel leider zu sein scheint. Ach, die Orgel ist für mich manchmal noch ein kammermusikalischer Steinway C, dabei kann sie, so sagte man mir, ein „gewalttätiges“ Instrument sein, das von vielen Männern oft „pervertiert“ wird. Nun, ich weiß, dass die Orgel Ruhe und Zartheit braucht und dennoch Leidenschaft, ich liebe sie als künstlerisches Instrument, wofür ich komponiere. Sie ist für mich eine „sie“, vielleicht nicht alle Orgeln, aber viele, während der Flügel durchaus männlich ist, aber natürlich nicht nur. Die etwas dunstigen, dösigen Klänge Viernes sind für mich sehr interessant, ich liebe neue Herausforderungen, Treibhausklänge.
In der Welt der Orgel trifft frau auch auf Herausforderung Kirche, wobei Kirche für mich etwas Schönes ist. Jedoch innen und um sie herum scheinen kreative Frauen mit diesem seltsamen künstlerischen Gen wohl etwas befremdlich. Was die künstlerische Orgel in Hochschulen angeht, so sind viele Zustände schlimm. Ich glaube, das virtuose Konzertfach (Orgel) existiert für viele gar nicht real. Zwischen Carpenter und dem altbackenen Kirchenmusiker scheint nicht viel dazwischen zu liegen. Erstaunlich ist, dass der Flügel für mich männlich und weiblich ist, und so auch die Orgel.
Leguano Interview und Video: „Eine Frage der Haltung!“
Ich freue mich über die Interviews in Leguano-News und die Filme, es hat Spaß gemacht.
Die Konzerte mit Winddrossel auf Steinmeyer in Heidelberg Heilliggeist waren auch spannend. Der freundliche Playmobil-Martin-Luther sah mir zu. Ich stieg vorher auf den Turm und habe mir die Stadt und den Neckar und das Schloss von oben angesehen, die vielen roten Dächer.
St. Martin in Nürnberg ist eine sehr schöne Kuhn-Orgel, an die oben Triangel hängen; falls die Orgel ihren Geist aufgibt, kann man auf diese zurückgreifen.