Ich bin in Wohltorf bei Hamburg. Die Beckerath Orgel ist eine Wucht. Megaschöner 8 Prinzipal im HW. Tolle Akustik. Überhaupt schönes HW (unten). Klein wenig dünn das OW, da eine Flöte 8 fehlt. So eine sagenhaft schöne Hohlflöte 8. Oder Rohrflöte. Das wär‘s. Der Prinzipal 4 ist jedoch sehr schön. Nur der Sprung zwischen Gedackt 8 und P 4 ist einfach groß. Aber Trio-Sonate geht dennoch sehr gut, da der traumhaft schöne Prinzipal 8 im HW in dieser singenden Akustik verbunden mit dem P 4 im OW bestens harmonisiert. Oder besser: harmoniert. Bach passt hier her-vor-ragend.
Es wirkt wie eine Insel hier, man sucht das Meer. Frische Luft, alles grün.
Ich übe die C-Dur Trio-Sonate. Ach, der 2. Satz ist so schön, vor allem die letzte Zeile. Das d. Wisst ihr, welches ich meine? Largo. Ich habe Ohrwurm. Gute Nacht!
Ps: Meine Geräuschempfindlichkeit ist schlimmer geworden. Im ICE sind gewisse Geräusche für mich fast unerträglich. Und ich kann nicht flüchten. Im Auto ist es besser.
Johann Sebastian Bach – Aria Goldberg Variationen BWV 988 Rommel Orgel Blasii Zella Mehlis Thüringen
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Mann und Frau sind anders gleich. Anders und gleich. Nicht „gleich“. Frau in ihrem Anderssein zum Mann ist alles genauso „erlaubt“. Sie ist anders (und nicht allein anders, denn warum sollte Mann Vergleichsmaßstab sein?)
Morgen fahre ich zum Konzert nach Wohltorf bei Hamburg zur Beckerath Orgel. Ich habe mein Wort gegeben, auch wenn es recht weit weg ist. Ich habe einen Chefregistranten dabei, der gleichzeitig Chauffeur ist. Eigentlich gehöre ich eindeutig in die Zeit, in der man mit sämtlichen Hilfen und Freunden in einem Haus wohnte. Das war früher ganz normal. Schubert hatte seine Schubertianer. Ich habe meine Annhelenianer. Danke, ihr lieben Annhelenianer! Ihr seid meine „Indianer“ (Reimspiel). Oder Schlüterianer. Was wäre ich ohne euch! Manche von euch wissen besser als ich, wo ich wann sein soll. 🙂 (Übrigens, ich bin nicht indianerophob, falls das jetzt manche hineindeuten wollen.)
Wehmut und Zimbelstern sind fertig für Orchester. Harfe, Perkussion, Streicher, Bläser … Nun kommt mein großes Werk, Kristalle. Komponistin.
Wenn sich manche vielleicht wundern: Ich bin oft sehr verspielt und brauche es, viel zu lachen. Wenn es nichts zu lachen gibt, finde ich was. Dennoch kann ich auch sehr, sehr ernst sein.
Nun suche ich ein Ersatzwort für gleich. Nach einiger Zeit fand ich es. Nicht gleich, sondern anders, genauso oder besser. Das Problem mit dem Wort gleich – „Gleichschaltung“, „Gleichmacherei“, Gleichberechtigung … ist deutlich, denn das Wort „gleich“ ist in der Kirche problematisch, wenn nicht klar gesagt wird, dass und wie anders Mann und Frau sind. Leider nutzt der Mann dieses Anderssein oft für sich zum Vorteil aus. Um Frauen Dinge zu verbieten. Leiden Frauen unter dominanten, unsicheren Männern, sind Frauen oft selbst unfreundlich anderen Frauen gegenüber, vor allem den „wilden, freien“ gegenüber. Leider sind auch Pfarrersfrauen davon betroffen, die selbst noch am Muttertag oder Feiertag heimeilen müssen, um „zu kochen“. Dabei sind doch viele Ehefrauen Mütter für ihre Männer. Dann sollten wenigstens am Muttertag Männer für ihre Ehefrauen sorgen, da diese doch meist Mütter für sie sind, ein Mutterersatz, der bügelt und kocht. Und in ihrer Sanftheit glauben Frauen Männern noch, was diese über Frauen im Allgemeinen sagen. Und das ist meist nichts Gutes. Viele Männer sind oft nicht darauf spezialisiert, das Verhalten von Frauen zu deuten und zu interpretieren, vor allem nicht im Berufsleben. Sie sind ungeübt darin, Frauen zu verstehen. Umgekehrt ist das anders. Frauen haben gelernt, Männer zu deuten. Doch Frauen kann man nicht immer wie Männer deuten.
Manche Evangelischen behaupten, dass Frauen laut der Bibel nicht in der Kirche lehren dürften; mit einem Paket von Flyern von „Lutherische Beiträge“ von Pro Ecclesia. Im Namen von Luther sollen Frauen ausgebremst werden, wo sich doch gerade Luther für Frauen einsetzte? Man kann darüber nachdenken. Das Wort Ordination kommt nicht in der Bibel vor. Und Jesus hat vieles nicht explizit geäußert, was heute in der Kirche gang und gäbe ist, wovon einiges unbiblisch ist und Tradition genannt wird. Dass viele Männer auf die Idee kommen, Frauen aufzuhalten und ihnen auch in der Kirche mit einem Nein zu begegnen, kommt mir seltsam vor: Tun nicht gerade Männer täglich, wovon in der Bibel die Rede ist, diese nicht zu tun? Sind nicht Männer die Gewalttäter der Erde? Raub, Vergewaltigung, Missbrauch, Verbrechen, Pornos, Sucht, Mord, Aggression, Überheblichkeit, Prostitution, Drogen, Egoismus. Die Gefängnisse sind voll mit Männern. Und diese tun das Gegenteil von dem, was gut ist. Und meinen, Frauen belehren und mansplainen zu dürfen.
Die ersten Apostel waren Frauen. Sie haben den auferstandenen Jesus das erste Mal gesehen. Für das Beste suchte sich Jesus auch Frauen aus.
Frauen sind kluge, individuelle, eigenständige Wesen ganz unabhängig von Männern und nicht in deren Vergleich zu setzen, wo und wie und ob sie anders sind und was sie deswegen wann wie dürfen. Viele Frauen geben ihr Leben für ihre Männer und arbeiten und dienen sich an diesen ab.
Und was wäre die Erde, die evangelische Kirche ohne Frauen, Helferinnen, ohne Pfarrerinnen? Einpacken könnte sie ganz und gar. Denn es sind die Mütter der Kirche, die diese am Laufen halten. Wie in jeder Familie.
Neu: Meiningen: Bless the Lord, my soul. Taize Song, Organ Improvisation, Marienkirche Meiningen Orgel
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Die größte Furcht des Organisten ist die Pianistin. (Elisabeth Waas)
Es ist schon das 3. Mal, dass ich meine Noten am Veranstaltungsort vergessend zurückgelassen habe.
Bin bei einem neuen Lyrikwettbewerb ins Finale gekommen.
Was mich aber viel mehr freut: Meine neuen Orchesterwerke sind beinahe fertig. Ich habe von dem einen Teil schon die DIN A 3 – Partitur erhalten. Mich kribbelt es, wenn ich die „digitale Version“ höre. Natürlich bin ich betriebsblind und kann nicht wirklich sagen, wie es klingt, das müssen Menschen von außen sagen. Ich weiß nur, mich packt eine große Freude, es zu hören, es ist so – speziell, besonders, anders, so faszinierend, etwas crazy, berührend. Das ist eine Art Freude, die mit wenig zu vergleichen ist, die eigenen Werke zu hören mit Orchester. Was gibt es Schöneres?
Anbei das Interview mit mir von Leonardo Ciampa über Covid, mich und Orgeln, Aprilausgabe von „The American Organist“ New York.
Es ist erstaunlich, dass ich Orgel gerade rechtzeitig kurz vor Covid lernte. Ohne Orgel wäre es viel trauriger und unmöglich geworden für mich, nur mit Klavier.
Dass die Musikwissenschaft oft atheistisch denkt, merke ich an Aussagen, dass Bach seine Musik und Affekte nur wie eine Dichter-Schablone eingesetzt habe, aus einem Arsenal von Modellen und Figuren. Als sei es Bach gleichgültig gewesen, welchen Schmerz er nun vertont habe. Bach, der Schablonen-Komponist?
Ich weiß nun, warum Frauen oft mehr als dreimal so gut sein müssen als männliche Kollegen. Sie müssen den Vorteil der Männer-Seilschaft (Sauna-Freundschaft), die sie nicht nutzen können, überspringen. In einer Sauna-Freundschaft geht es nicht um Leistung. Im Gegenteil.
Frauen wollen künstlerische Zusammenarbeit, nicht Sauna-Freundschaften.
Neu aus München: Die wunderschöne Wellen-Etüde:
Chopin – Ocean Etude op. 25 No. 12 C-Minor, Organ Transcription, c-Moll Ozean Etüde, Orgel München
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Hat man Hater an der Backe, lebt es sich (durchaus nicht) Kacke. (Gemeinschaftszitat WS und AHS)
Mein kleiner Beetle kam sehr gut durch den TÜV. Er bekam zudem zuvor vier neue Reifen (Continental), Wartung Klima und Bremsflüssigkeit. Es fährt sich ganz anders mit neuen Reifen.
Meine Seite wird in drei Sprachen übersetzt. Ich freue mich.
Wenn ich Albert Schweitzer höre – es ist fremd, alt, aber auch sehr ehrlich und berührend. Er war ja sehr gegen „Fabrikorgeln“. Ich kenne eigentlich kaum solche Fabrikorgeln, die er gequälte Seelen nennt. Es ist wahr, dass die Vernichtung alter Orgeln „Sünde“ ist. Die „Orgelfrage“ und Orgelästhetik… Es ist natürlich durchaus wichtig, Bach auf einer Orgel spielen zu können. Aber nicht nur. Natürlich ist es wichtig, dass eine Orgel polyphones Spiel möglich macht. Aber orchestrale Orgeln verteufele ich nicht; im Gegenteil. Aber Schweitzer liebte Dorforgeln und schöne Mixturen. Er hat Recht: Mit schönen Mixturen steht und fällt eine Orgel. Schreien diese, ist alles zu spät. Die „ideale Bachorgel“ – ich verstehe mittlerweile, was er damit meint. Immerhin hatte er ja Ausbildung bei Widor und spielte auch auf den „Dorforgeln“ die Franzosen! Mit 80 gab Schweitzer sein letztes Konzert. Ich möchte mein letztes mit 100 geben.
Heute las ich „herzoffen“ und „Gottes hauchdünnes Schweigen“.
Sehr empfehlen kann ich Alexandria Ocasio-Cortez und Barbara Broekman. Was ich von David Helfgott halten soll, weiß ich nicht recht. Mich macht das ganz wuselig. Was für ein Vater. Schrecklich. Ein Sinnbild des Patriarchats.
Was kann ich für Tipps geben bei Mobbing und Hatern? Werde ich oft gefragt. Manchmal fragen mich ganz neugierige und ängstliche „Kollegen“. Wie Moritz Unger. Es herrscht Angst vor Mobbern und Hatern der Kirchenmusikszene und deren Semi-Szene. Das sagt schon viel aus.
Nun, zunächst mal: Man darf ruhig zeigen, was man drauf hat. Da sollte man sich von Hater und Mobbern nie aufhalten lassen. Auch außergewöhnliche Kreativität darf frau und man zeigen. Und dass man anders ist. Das ist ein Kompliment.
Hater und Mobber und Neider zu haben ist ein Kompliment.
Es gibt tatsächlich und nachweislich Cyber-Stalking, auch wenn Mobber das verharmlosen und runterspielen. Es ist eine Art Verfolgung und Belästigung im Internet.
Mobbing und Hetze gegen Frauen ist besonders häufig.
Nicht erschüttert sein, wenn man ohne Grund in Stärken (und Schwächen) von Fremden und/oder Nichtskönnern angegriffen und attackiert wird. Das macht Mobbing aus. Das sind typische Merkmale von Mobbing. Vor allem dann, wenn man denen nichts getan hat.
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Wenn man noch keine Neider hat, hat man es noch nicht geschafft. (Hiob Stiftung Schop)
Ich habe das Gefühl, dass ich schon mein ganzes Leben lang Neider habe. KünstlerInnen mögen zwar egoistisch wirken, aber träumend und kindlich; etwas verrückt, aber verletzlich. Empfinden neidische Nichtkünstler dagegen als egoistisch und blind; nüchtern und gefährlich. Was die Verletzlichkeit von KünstlerInnen steigert.
Bin wieder zuhause. Vermisse die Sauer-Kleuker-Oberlinger-Schuke-Orgel in Berlin.
War beim Friseur. Und erinnere mich an die hitzig-netten Diskussionen in Mariahilf München letzte Woche, welche Komponisten katholisch und evangelisch seien („und dass seit Bach die Evangelischen keine wirklich Großen mehr vorzuweisen haben“). Selten habe ich die Luft um mich herum katholischer empfunden und hoffte, dass meine Glaubensrichtung meinen Gesprächspartnern nicht bekannt war).
Was ich nett finde: Es gibt viele kleinere Stücke für Orgel, die gut und majestätisch klingen, durch die Registrierung und Akustik. Anders als am Klavier, bei dem kleinere Stücke oft belächelt werden.
Ich bin im Finale des Literaturwettbewerbs Nürnberg „Blumenorden“ (etwas seltsamer Name) und lese am 5. Juni um den Preis. Kein Stream, sondern real.
Sehr empfehlen kann ich die Bücher von K. Baum: Mit Kerzen haben sie nicht gerechnet. Das Ende der DDR.
Ein super Mensch auch! Ich habe ihn in Berlin kennengelernt. Er hat mir heute früh die Bücher in meine Tasche gesteckt, heimlich, als Geschenk.
Nicht empfehlen kann ich die Herder-CD mit Rilke-Gedichten. Warum muss hier plumpe Jazzmusik im Hintergrund laufen? Das passt gar nicht zu den Gedichten.
Sehr empfehlen kann ich den Film RBG – Ruth Bader Ginsburg. Was für eine Frau! Klein, unter Männern, und sich um ihren schwerkranken Mann kümmernd und dennoch Karriere als Richterin machend. Ich bewundere sie. Sie erzählt davon, dass viele Frauen (Männern zuliebe) ihre Klugheit unterdrücken.
Das ist wahr. Viele Männer sind sehr unsicher, wenn Frauen begabt und präsent sind. Sie versuchen, das zu zerstören. Auch Ruth hatte einen schweren Weg. Sie berichtet: „Nette Mädchen wehren sich nicht und stellen keine Forderungen. Das wird so erwartet“. Wenn frau sich wehrt, ist frau für Männer nicht mehr so nett. Dass sie sich überhaupt wehren muss!
Das Patriarchat klebt? Ich erinnere mich an die Anfeindungen gegen mich.
Einige dieser Personen wie Rochus Schmitz, Jürgen Strupat, Markus Theising und Martin Schmitz habe ich bereits im Oktober 2020 angezeigt, aber bis heute ist der Fall nicht fertig bearbeitet, nach 8 Monaten. Dass Attacken gegen Frauen im Netz von Polizei und Staatsanwaltschaft nur sehr langsam und schleppend bearbeitet werden und es bis heute nicht fertig ist, zeigt und vermittelt mir den Eindruck, wie wenig ernst solche Cyber-Attacken genommen werden.
Ich wünschte mir, Frauen wie Ruth würden in der Staatsanwaltschaft und im Gericht sitzen… Dann sähe das alles anders aus. Es wäre sofort und schnell bearbeitet worden.
Ich bin jedenfalls überrascht und enttäuscht von dieser Ungerechtigkeit im Rechtssystem und glaube, dass dieses selbst noch unterschwellig frauenfeindlich ist. Ich finde, bisher hat die Polizei bei Internet-Hetze allgemein versagt.
Oder sie sind überfordert. Ich gehe sehr davon aus, dass die, die ich angezeigt habe, auch die sind, die monatelang meine Wikipedia-Seite attackierten. Mich mit Fake-E-Mails belästigten. Eigentlich gipfelt darin der Neid und der Haß: auf meine aussergewöhnliche Vita. Denn ich habe mich für deren Wikipedia-Seiten nie interessiert, falls sie überhaupt eine haben, nicht mal meine eigene beachtet oder aktualisiert.
Ich habe die Hasser ungehindert zerstören lassen, ohne einzugreifen. Wenn sie denn unbedingt wollen, zu zerstören. Interessant, wie falsch Neider und Hater mich einschätzen. Am meisten stört sie wohl, dass ich mich für sie nie interessiert habe, aber sie für mich.
Die Frauen, die im „Rechtssystem“ arbeiten, haben „das Recht der Männer“ gelernt und wissen genau, was die Männer wollen und tun.
Viele Dinge, die ich tue, tue ich im Namen von Frauen, die schweigen, und Ruth ist mein Vorbild. Oder jedenfalls ist das mein Wunsch und Bestreben. Menschen nach mir sollen wissen, wie es Frauen wie mir erging. Ruth war ja ganz anders als ich: Ruhig. Abwartend. Introvertiert.
Start-Up-Frauen sollen meist nur gut aussehen und ansonsten ruhig sein, da die meisten Start-Ups scheinbar von Männern gestartet werden. Ich aber habe den Beruf der deutschen Konzertorganistin neu erfunden, neu definiert. Das passt einigen gar nicht. Dabei habe ich gerade erst angefangen.
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Thüringen lässt ein Musikerherz höher schlagen. (AHS)
Berlin auch. Bin noch hier. Es war sehr schön, neben der Dorfkirche auch die Waldkirche in Heiligensee kennenzulernen, mitten im Wald, aber mit Saal und Flügel und einer schönen Akustik mit hübscher, kleiner Orgel, ehrlich klingend, einer Schuke auch, 2 M. Meine dritte an diesem Tag und WE. Schwere Koppel (ich mag das, vor allem als Übeorgel); manche würden sagen, sie würde etwas spröde klingen. Finde ich nicht, da jede Orgel ein Wesen ist, das sein Bestes gibt. Typisch für Schuke sind die Farben der Pfeifen, finde ich.
Dass es so viel Wald hier gibt! Direkt hinter der Waldkirche verläuft, besser verlief die Todeszone und Grenze nach Osten. Im Wald! Nur die ganz Linientreuen durften hier an der Grenze wohnen.
Was mir auffällt: Die Beleuchtung macht sehr viel aus bei einer Orgel. Dies fiel mir besonders bei der großen schönen Schuke in Frohnau heute auf, 3 M. Die rote Johanneskirche ist innen recht düster, auch oben. Wenn dann noch Hängelampen in ähnlicher Farbe wie die Pfeifen von der Decke baumeln (noch dazu etwas schief), ist das eher kontraproduktiv. Es ist wichtig, wie die Lichtquelle beschaffen ist, um eine Orgel optisch gut zur Geltung zu bringen.
Unten gibt es noch einen alten, schönen Ibach-Flügel.
Heute bin ich 35 km geradelt und ziemlich erschöpft. Ich habe zudem versucht, mit Karl-Heinz Baum Schritt zu halten, der mit seinen 80 Jahren und seinem E-Bike davongebraust ist. Ohne Rücksicht auf Verluste raste ich hinter ihm her. Dass jemand mit 80 so witzig und cool sein kann! Die Radwege an der Havel entlang sind wunderbar. Es gibt Strände, große Bäume, tolle Villen, Gärten, Schiffe, Segelboote, Inseln. Wir fuhren durch den Tegelforst bis nach Tegelort, sahen Moby Dick (Fähre), fuhren weiter nach Tegel, tranken etwas, dann zurück nach Heiligensee. Ich zoomte alle Eindrücke rechts und links in mich hinein und sauste hinter Karl-Heinz her, der seine 200-Marke nicht verlieren wollte. Rosemarie war ein Teil der Strecke auch dabei. (Die beiden haben einen wunderschönen Garten mit Teich und Fröschen.) Besonders beeindruckte mich der Mauerweg. Wir waren dabei ein paar Mal in der „DDR“. Ich kann immer noch nicht verstehen, dass die West-Berliner nicht (viel früher) dafür gekämpft haben dafür, dass die Mauer fällt. Wie kann man eine Mauer quer durch die eigene Stadt akzeptieren? Wie akzeptieren, dass die Landsleute eingesperrt sind? Wo ist da die Liebe? Gekämpft haben letztendlich die Ost-Berliner für ihre Freiheit.
Sehr empfehlen kann ich Anders De La Motte. And that is me:
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Die kleine hübsche Schuke Orgel hier in Berlin Heiligensee gefällt mir sehr. Sie ist von 2011 und feierte mit meinem Konzert heute ihren 10jährigen Geburtstag. Karl Schuke opus 559 anno 2011. Das Konzert war für mich ein dreistündiger Marathon, da wegen Corona nur eine gewisse Anzahl an Besuchern in die Kirche durften, mit Anmeldung und Liste. Nebendran eine Teststation. Schon seltsam. Das Gesundheitsamt ist einfach 24-7 in die Räume des Gemeindezentrums „eingezogen“. Ich kann leider weder genesen sein (zuvor mit Quarantäne verbunden) noch dass „Testen“ für mich groß in Frage kommt, und Impfen? Nun, erst, wenn man mir Dinge sonst verbietet. Es ist schon tragisch, dass man ohne Test keine Museen besuchen kann. Ich lieb Museen. Da kann man wohl nicht lange ohne Impfen durchhalten. Bis jetzt ging es noch ganz gut.
Einen solchen Marathon hab ich noch nie gespielt. Es wurde auch gefilmt.
Heiligensee ist grün und eine Villengegend direkt hinter Tegel und dem Wald am Fluss Havel. Die Havel fliesst bei Spandau in die Spree und weiter in die Elbe. Die Havel war hier früher die Grenze zur DDR. Es ist Großstadt und dennoch Dorf und Ausflugsziel, eine perfekte Mischung. Berlin und doch nicht Berlin. Ich war noch nie zuvor hier in diesem Teil. Alleen und schöne Gärten, alles gepflegt. Nah an dem mir noch recht unbekannten Bundesland Brandenburg. Ich kam nachts in „Berlin tief“ an gestern, da der ICE mal wieder sehr verspätet war und ich in Bamberg festsaß. Ich nahm dann ein Taxi bis nach Heiligensee, liegt ganz im Norden. Der Taxifahrer war sehr nett, und ich mochte es, im Halbschlaf redend vorne zu sitzen und durch die berlinische Nacht zu düsen. Ich übernachte eine zweite Nacht (da die Orgelnacht bei München ausfällt wegen Corona) und wir morgen eine Radl-Tour an der Havel entlang machen wollen und die große Schuke in Frohnau besuchen. Ich fahre daheim ja nie Fahrrad mehr, weil ich noch kein Holland-Fahrrad habe und alle anderen Räder meinen Handgelenken wehtun. Aber hier ist alles geteert und eben. Da geht das mal. Corina Rochlitz ist super!
Ich habe hier ein sehr nettes Journalisten-Ehepaar getroffen. Karl-Heinz Baum hat früher für die Frankfurter Rundschau geschrieben und pendelte zwischen Ost und West hin und her. Spannend.
Die Kirche ist gelb und süß und liegt in einem hübschen Friedhof. Die Decke ist niedrig. Schuke hat das Beste herausgeholt. Das muss man sagen.
Erstaunlich, wie die Reaktionen zur Woehl Orgel waren in München-Neuried, von „hässlich“ bis zu „faszinierend“. Warum haben Menschen Angst vor Dingen, die nicht der Norm entsprechen? Ich finde die Orgel extrem und ästhetisch und passend zum Runden des Tabernakels als Gegensatz. Auch Gegensätze passen. Eine Orgel mit 32 Fuß, Koppeln und Farben, die blau und kalt und dennoch gerade toll sind!
Kubisch. Es ist eben mal ein anderes Kirchenschiff.
Freue mich! Von München nach Berlin.
Ich höre Johann Christian Bach. Die Söhne. Aber JSB – oh, der ist es!
Ich mag auch Massenet.
Ich mag sehr den Klang von Barockoboe! Die Orgel im Off hat mir neue Klänge gezeigt.
Am Flügel schwitzt man. An der Orgel friert man. Ist das nicht schon Kulturschock? Wie sagte mir jemand: Die größte Furcht des Organisten ist die Pianistin.
Unterwegs nach Berlin! Morgen Konzert an der Schuke Orgel!
Gesegnete Pfingsten!
Glaubensgespräch München – Schloss Fürstenried Exerzitienhaus, Musikpädagogin Ann-Helena Schlüter:
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Existenz ist manchmal ein Akt der Rebellion. (AHS)
Heute spielte ich die hochinteressante Gerhard Schmid Orgel (1975) in Mariahilf München. Meine erste Schmid Orgel. Sie hat 4 Manuale, Rückpositiv, von unten würde man denken, ca. 45 Register – sie hat 70! Sehr eng gebaut. Aber gut. Einen akustischen 64-Fuß, spanische Trompeten, 32-Fuß-Posaune! Früher gab es gar 5 Manuale! Der Spieltisch ist neu und sollte der Erleichterung dienen. Die Pedalpfeifen sind rot bemalt. Die Orgel hat oben eine Art Klangloch. Unten gibt es auch eine Schmid-Chororgel, klein, aber mit spanischen Trompeten! Und Mariahilf, nah an der Isar, besitzt das drittgrößte Carillon Deutschlands. (Carillon ist nicht Glockenspiel, ist chromatisch aufgebaut und braucht mind. 23 Töne.)
Die Orgel an sich ist oft ein völlig anderes Wesen als ich mit Wesen aufgewachsen bin: Sie ist meist hoch oben, weit weg vom Publikum; versteckt; gibt es ein RP, ist man komplett abgeschirmt. Ist es eine große, langgezogene Kirche, ist man gefühlt noch mehr im Off. Ist es oben dunkel und kalt, gibt es keine Fenster, dann ist man nicht nur im Off, sondern sitzt auch noch im Düsteren und Kalten, in gewisser Weise im Keller, nur oben. Einsam. (Von Älte und Weihrauchduft umgeben.) Ich bin ganz anderes gewöhnt: Spotlight. Licht. Bühne. Gesehen werden. Fenster. Saal. Präsent sein. Es ist heiss. Schwitzig. Grell. Es ist nicht nur typabhängig, sondern auch instrumentenabhängig, wie und wer man ist, wer man geworden ist. Und jetzt taucht eine Bühnenfrau, eine Lichtfrau wie ich in die kalte Dunkelheit der Abgeschirmten, der Rückpositiv-Leute auf. Kein Wunder, dass sich da manche auf den Schlips getreten fühlen. Zudem: In der Kirche ist man oft „berufsdemütig“. Sich präsentieren? Geht gar nicht! Aber ich liebe es, präsent zu sein. Für mich ist das normal. Völlig normal. Es gehört sogar dazu! Aber jemand, der im Off sitzt, warum und wie sollte er sich präsentieren? Wie das gelernt haben? Er hat das Gegenteil gelernt. Wie soll er zum Verbeugen rechtzeitig die Stufen runter kommen zum Publikum? Er hat trainiert, versteckt zu sein. Es spielt ja nur „die Orgel“. „Wir hören noch mal die Orgel“. Undenkbar, dass jemals jemand sagen würde: „Wir hören noch mal den Flügel!“ DAS ist eben der Unterschied. Wenn ich das Off also betrete, dann nehme ich das Lichtdenken mit hoch. Ich kann nicht anders.
Es war ein sehr schöner Tag in München. Das Konzert um 20 Uhr an der dreimanualigen, schönen Peter van den Heuvel Orgel hat Spaß gemacht. Eine Orgel mit warmem Klang. Ohne scharfe Spitzen. Eine farblich orange-gelbe, wenn ich den Klang in Farbe wiedergeben müsste. Ich habe Mendelssohn, Brahms, Chopin und Schlüter gespielt. Als Zugabe Bach. Die katholische Kirche St. Franziskus ist groß und außen weiss, ein Hauch von Überakustik, aber nicht störend. Die rot geschmückte Orgel mit Walze liegt warm und weich in der Akustik. Jedes Werk mit anderem Winddruck. Tasten wie am Klavier. Der Schweller anders herum. Ich habe wie gewünscht meine beiden Pandemic Dance‘ gespielt. Am Schluss. Danach war minutenlang Schweigen. Das habe ich auch noch nie erlebt. Keiner bewegte sich. Alle saßen da, tief versunken. Auch der Pfarrer. Dann habe ich einfach noch Bach gespielt. In das Schweigen hinein. Ohne dass es auf dem Programm stand. Das war gut. Passte. Ich habe gespürt: Die Leute wollen noch mehr. Alle sind ausgehungert nach Musik. 45 Minuten ist zu wenig. Mehr!
Es waren auch einige Facebook-Fans da.
Der Priester oder Pfarrer war sehr sensibel in seiner Art gewesen. Elisabeth und ihr Mann Toni sind spitze, das Kirchenmusikerehepaar hier. Hinterher aßen wir alle leckere Pizza im Besprechungszimmer des Pfarrers, Johannes Hagl war auch dabei. Zum Ausgehen war es zu kalt.
Pandemic Dance I hat den meisten am besten gefallen. „Sehr farbig.“ Meine eigenen Stücke relaxen mich. Ich suche die Farben der Orgel.
Heute Vormittag zeigte mir Johannes Hagl die moderne Kirche St. Nikolaus in Neuried München. Ein hochmoderner Meditationsraum ist die Kirche. Fliehende Wände, entleert, nackt, zwei Lichtschachte, ein Tabernakel aus einer riesigen silbernen Traube, ein edler, beinahe kahler Altar, ein besonders gestaltetes schlichtes Kreuz an der Seite. Überakustik. Transzendenz. Und hinten, an der einzig geraden Wand die silberne Woehl-Orgel, zwei Manuale, offen gelegte Pfeifen, ebenfalls nackt. Sie passt vom Konzept her absolut in diesen Raum. Von Andreas Meck gestaltet. Sie ist der Tonschacht. Wenn ich ihren Klang in Farbe wiedergeben müsste: Bläulich. Ich fand sie WUNDERVOLL. Eine Orgel zum Experimentieren. Ganz intensive Farben. Walze. Völlig anderes Spielgefühl, keine Ähnlichkeit mit Klavier. Sie kommuniziert hervorragend mit der Überakustik. Ich habe mich gleich verliebt.
Unten rechts befindet sich das einzige Bild: Maria mit Jesus. Von einer Frau gemalt.
Nun bin ich im Gästehaus der Pfarrei Mariahilf gegenüber der großen roten Kirche Mariahilf. Der Dom auf der anderen Seite der Isar. Morgen lerne ich diese Orgel hier kennen, eine viermanualige Orgel aus Kaufbeuren.
Auf der gleichen Etage schlafen Pfarrer und Kirchenmusiker. Hoffentlich kommt nicht wieder ein Securitymann, der nachts in mein Zimmer möchte.
Und eine dritte Orgel lernte ich heute kennen: Die entzückende kleine Jann-Orgel in der Kapelle im Schloß Fürstenried. Ein Manual, mit Regal. Schwarze Tasten.