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Ann-Helena Schlüter

Ich habe mein Feinsliebchen so lange nicht gesehen. (Der Zupfgeigenhansl, deutsche Wandervogelbewegung/Volkslieder, Hans Breuer)

Schön. Goldig, die alten deutschen Volkslieder, Leipzig 1915. Meine Wiesbaden-Gasteltern sind seit Jahrzehnten Volkslieder-und Chorfans: Hans Breuer, Musikstudent aus Heidelberg, schon mit 20 gefallen im 1. WK. Und dann Hermann Löns, der Heidedichter, 1914 gefallen. Liederdichtung „Der kleine Rosengarten“, Jena 1919, Komponist Fritz Jöde aus Hamburg. Die alte deutsche Schrift ist manchmal schwierig zu lesen.

Mein eigenes Werk kam in Wiesbaden sehr gut an. Entrückung spielte ich mit hellen Tönen und „letzter Posaune“. Kurz: Massive Zunge und Fernwerk (Brüstungsorgel) in Solo-Kombination. Da braucht man schon Ohren. Überhaupt braucht man für meine Werke Ohren. Menschen mit Tinnitus und Hörgeräten haben es da schwerer. Und alles immer selbst geblättert und registriert. Auch dann, wenn es keine Setzeranlage gibt, siehe Sauer-Orgel in Berlin.

Ich habe ja bewusst keinen Fernseher mehr. Aber zu Besuch schaue ich dann manchmal ganz gern, vor allem Nachrichten. Was ich aber gestern wieder erfuhr, kaum, dass ich mal fernsehe, ist erschreckend: Afghanistan und das entsetzliche Verhalten Frauen gegenüber. Im Grunde wird der weltweite (bei uns zivilisierte) Frauen-Haß durch massive Unterdrückung dort nur für alle sichtbar auf die Spitze getrieben.

Wie sieht die deutsche zivilisierte Frauenunterdrückung aus? Nun, die Anpassung ist der erste Punkt: Im Heute-Journal ist die Rede-Vormacht wie üblich deutlich den Männern vorbehalten. Sie deuten, berichten und analysieren für uns Frauen mit. Sie haben Anzüge an. Wenn man hier als Frau „dabei sein will“, muss man ebenfalls irgendwie „Anzug“ tragen. Und am Ende kommt immer Männersport. Da kann die Welt zusammenbrechen, im Anschluss kommt Männersport. Der völlig bedeutungslos ist.

In Berlin spielte ich auch einige Stunden in der Gedächtniskirche. Sehr geschichtsträchtig, in Charlottenburg. Tolle Karl-Schuke-Orgel, umgeben von leuchtendem Blau. Trotz großem Besucherandrang spielte ich Ritter auch tutti. Wir fuhren von St. Michael über die Jannowitz-Brücke (Spree) über die Friedrichwerdersche Kirche zum Auswärtigen Amt, zum Potsdamer Platz, zur welligen Philharmonie, dann beginnt der Bezirk Schöneberg, dann Botschaftsviertel. Dann Wittenberg Platz mit dem KaDeWe (Kaufhaus des Westens), über Tauentzien (Einkaufsstraße) zur Gedächtniskirche in Charlottenburg. Wir radelten auf dem Kurfürstendamm: Das westliche Pendant zur Unter den Linden.

Der westliche Pracht-Boulevard bis zum Halensee (See). Am Savigny- Platz aßen wir im San Marino hausgemachte Bonbonnudeln mit Kapern und Spinat und tranken Sauvignon (roter Wein).

Der Lärm in Berlin ist schon bedenklich. Viele beten, wenn sie einen Krankenwagen hören. Mich macht der Lärm leider nur fertig. Die ganze Stadt scheint am Toben zu sein. Manche Leute haben keine Ohren am Gehirn.
Als wir mit unseren Rädern am Pariser Platz ankamen, waren da eine Kundgebung und Demo nach der anderen. Dazwischen schwarze Diplomatenwägen, Polizei, schreckliche Elektroroller voll ungelenker Touris, Rad-Kutschen mit dicken Touris, für die sich abgestrampelt wird, und wenn man ein Radl ausleihen will, muss man seine kompletten Daten dalassen.

Ulrike kennt sich bestens aus und wollte mit mir einen Schleichweg fahren. Dazu fuhren wir durch eine Absperrung. Mir klopfte das Herz bis zum Hals. Überhaupt wurde ich beim Radeln durch diese Stadt von einer Adrenalinwelle nach der anderen überflutet, weil Ulrike auch über rote Ampeln fuhr. Zuvor berichtete sie mir in aller Seelenruhe, wieviele Tote sie in der Stadt schon gesehen hätte. Atemlos durch die Stadt.

Hielt ich mit ihr Schritt. Beziehungsweise Rad. Der Polizist vor Merkels Wohnung war besonders lustig. Man kann ja viel erzählen, dass Berlin nicht Bayreuth sei. Das muss man erst mal erleben, dass dem nicht so ist. Das muss erst nachvollzogen werden.  ps: Die Touristen-Restaurants kann ich nicht empfehlen.
Leider hab ich es nicht mehr geschafft, Hans-Olas Konzert zu hören.
Der westliche Pracht-Boulevard bis zum Halensee (See). Am Savigny- Platz aßen wir im San Marino hausgemachte Bonbonnudeln mit Kapern und Spinat und tranken Sauvignon (roter Wein).

Der Lärm in Berlin ist schon bedenklich. Viele beten, wenn sie einen Krankenwagen hören. Mich macht der Lärm leider nur fertig. Die ganze Stadt scheint am Toben zu sein. Manche Leute haben keine Ohren am Gehirn.
Als wir mit unseren Rädern am Pariser Platz ankamen, waren da eine Kundgebung und Demo nach der anderen.

Dazwischen schwarze Diplomatenwägen, Polizei, schreckliche Elektroroller voll ungelenker Touris, Rad-Kutschen mit dicken Touris, für die sich abgestrampelt wird, und wenn man ein Radl ausleihen will, muss man seine kompletten Daten dalassen. Ulrike kennt sich bestens aus und wollte mit mir einen Schleichweg fahren. Dazu fuhren wir durch eine Absperrung. Mir klopfte das Herz bis zum Hals. Überhaupt wurde ich beim Radeln durch diese Stadt von einer Adrenalinwelle nach der anderen überflutet, weil Ulrike auch über rote Ampeln fuhr. Zuvor berichtete sie mir in aller Seelenruhe, wieviele Tote sie in der Stadt schon gesehen hätte. Atemlos durch die Stadt. Hielt ich mit ihr Schritt. Beziehungsweise Rad.

Der Polizist vor Merkels Wohnung war besonders lustig. Man kann ja viel erzählen, dass Berlin nicht Bayreuth sei. Das muss man erst mal erleben, dass dem nicht so ist. Das muss erst nachvollzogen werden.  ps: Die Touristen-Restaurants kann ich nicht empfehlen.
Leider hab ich es nicht mehr geschafft, Hans-Olas Konzert zu hören.

Schukes Flaut douce ist auch spannend und selten.
Wenn Pfeifen fertig hergestellt sind, kommt ja noch kein Ton, sie krächzen höchstens. Sie müssen also erst zum Singen gebracht, vorintoniert werden: Kernspalte, Bärte, Stimmrollen, Aufschnitt. Überall liegen Geräte, Reibahlen. Und dann bin ich von Alexander Schuke direkt zu Karl Schuke gefahren: Gedächtniskirche.

Gedächtniskirche Berlin 2021

Schuke Orgelbau 

Das sind die Formen zur Herstellung von Pfeifenfüßen für 16-Fuß-Größe.


„Wusstest du, dass bald Tag der deutschen Sprache ist?“
„Nope. Cool!“

Czech. Heute erinnere ich an Pinar Atalay (Moderatorin) und Hauke Stars (Managerin, blitzschnell, eindrucksvoll).

Mein Konzert gestern in der Ringkirche Wiesbaden war sehr schön und gut besucht. Es waren auch Inhaber von Musikläden da. Es wurde aufgenommen. Ich habe eine Uraufführung gespielt, da in Hessen 2021 das Jahr der Uraufführungen ist.
Rapture. Entrückung. Letztes Jahr habe ich hier in Wiesbaden in der Marktkirche gespielt. Kurz vor der Hysterie. Im Februar 20. Da hat noch keiner im Entferntesten geahnt, was kommen wird. Jetzt können wir noch sagen: „Letztes Jahr am Jahresbeginn war noch alles in Ordnung.“ Bald nicht mehr. Reger-Stadt Wiesbaden! Tolle Orgel! Reger hat dort auch gespielt und war sicher auch in der Ringkirche. Denn Reger war 8 Jahre in Wiesbaden, und die Orgel in der Ringkirche wurde in dieser Zeit neu gebaut. Die Walcker Orgel in der Ringkirche hat nun einen neuen Spieltisch bekommen. Letztes Jahr habe ich noch den alten gespielt. Sie wird von Orgelbau Lenter betreut. Man braucht einen Chip wie in Heidelberg.
Das Besondere an historischen Walcker-Orgeln: Jedes Register hat eine eigenständige, runde Farbe. Die Prinzipale klingen wie warme Hörner. Mischt man zwei Register, entsteht eine ganz neue faszinierende Farbe. Solche Orgeln zu restaurieren und zu betreuen ist sicher nicht ganz leicht, wenn man diesen Charakter wahren will. Iveta spielt hier am Mittwoch. Das Display der Setzeranlage muss vorher jedoch noch repariert werden. Als ich gestern spielte, war das Display noch tot. Es ist etwas unangenehm, mit einer Setzeranlage ohne visuelle Kontrolle zu spielen. Eine gute Übung. Allerdings gefällt mir diese besondere E-Setzeranlage in der Ringkirche gut. Ivetas Agentin hat sich die Disposition genau durchgeben lassen. Widor V möchte Iveta hier allerdings nicht spielen.

Die Orgel steht hinter dem Altar. Man kann sich in dieser großen, runden Kirche, die mich immer an die Christuskirche Karlsruhe erinnert, so setzen, dass man seitlich die Organistin von unten gut sieht. Mich stört nur der Lärm vom Ring draußen. Der Kantor Hans Kielblock, der in Berlin und Lübeck studiert hat, ist sehr nett. Seine Frau ist Ärztin. Es ist angenehm, wenn man mit Musikern auch über andere Dinge als nur Orgel sprechen kann. Er wohnt in einem Künstlerinnen-Viertel. Ja, das hat Wiesbaden ❤️: Ein Viertel mit Straßennamen nur mit Frauennamen, von Künstlerinnen (meist lokale Schauspielerinnen). Überhaupt ist Wiesbaden mit seinen hohen verschnörkelten Altbauten rings um die Ringkirche wunderschön. Landeshauptstadt eben. Wir waren danach Pizza essen (da ich nur einmal geimpft bin, durften wir nirgends rein). So bestellte Hans Pizza, und wir aßen sie bei meinen „Gasteltern“, wo ich übernachtete, ein liebes Ehepaar aus seinem Chor. Ich aß eine große Pizza Fantasia mit Gemüse. Wir unterhielten uns dabei u.a. über Neue Musik an der Orgel. Meiner Meinung nach ein brach liegendes Gebiet, vor allem in Deutschland. Es gibt zwar viel Unterhaltung, seichtes Entertainment wie Noten von Zsolt Gardonyi oder Johannes Michel oder überhaupt fast alles bei Strube, wie ich finde, Seichtes und Leichtes für die „Masse“ mit Light-Jazz-Einschlag. Neu ist das nicht. Neue Musik oder E-Musik schon gar nicht. Es  kommt mir eher etwas schulmeisterlich gefällig und nett vor, was jeder spielen kann, der nicht bei 3 auf den Bäumen ist. Das kann man ja mal machen, aber immer nur? Ich meine, es ist schön, dass Orgel und Unterhaltung zusammen gefunden haben. Aber ich vermisse komplett neue, originale, kreative Gattungen für die Orgel. Kunst. Neue Kunst. Für die Orgel. Macht frau etwas Neues, ohhh oh. Und dann gibt es noch neben Bearbeitungen und „Vollendungen“ die ganze Nachmacherei. Das, was sich dann „Improvisation“ nennt. Da werden von Deutschen vor allem die Franzosen nachgemacht. Da gibt es dann Leute, die virtuos immer das Gleiche gleich nachmachen, was andere erfunden haben. Stundenlang. Ein Leben lang. Das kann man ja mal machen, aber immer nur? Immer dasselbe, festgefahren, unspontan und einseitig?

Und ich übe Reger. Reger soll ja in Wiesbaden sehr gesoffen haben. Seine Musik soll ebenfalls betrunken sein. Ich kann mir das nicht recht vorstellen. Man sagte mir: Am besten spielt man Reger, wenn man selbst betrunken ist. – Wein aus der Ringkirche habe ich ja schon geschenkt bekommen.

Ich mag die schönen runden Fenster der Ringkirche.

Was wirklich seltsam ist: Im ICE ist es total voll, niemand schert sich um Impfungen. Und dann steigt man aus und muß in einem halbleeren Restaurant einen Impfausweis vorzeigen. Da kann ich schon verstehen, dass Menschen mit gesundem Menschenverstand Fragen und Zweifel haben.

Morgen berichte ich weiter von Berlin.

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August Gottfried Ritter – Sonate d-Moll op. 11 Nr. 1 ganz, Sauer Orgel Berlin Mitte St. Michael, AHS

29. August 2021

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Wir Frauen müssen nicht mehr bitten, wir fordern. (Serap Altinski)

Der berühmte schnelle Daumen: Ich schreibe am Handy alles mit links, mit dem linken Daumen, auch den Blog.

Aus den Spänen macht Schuke übrigens Pellets zum Heizen. Praktisch. Den Maschinenraum darf man nur geschützt betreten (wegen Lärm, Dreck und Spänen). Der Raum, wo die Pfeifen hergestellt werden, war für mich besonders spannend. Englisch Zinn! Pfeifen aus Legierungen mit einem falschen Mischungsverhältnis der Metalle können nach einigen Jahren in sich zusammensacken. Wegen dem Gewicht. Aber das Erstaunliche ist: Früher passierte das nicht. 300 Jahre lang nicht!

Worauf haben also Orgelbauer damals geachtet? Schuke fand das heraus zusammen mit der Uni Potsdam: Entscheidend ist eine abnehmende Materialstärke im Pfeifenkörper. Nur die computergesteuerte Zinn-Hobelmaschine von Schuke kann Pfeifenmaterial für mehrere Pfeifen auf einer Platte mit abnehmender Wandungsstärke herstellen. 

Dazu gehört menschliches Know How. Pfeifen mit der optimalen Zinn-Blei-Verteilung und Zinn-Blei-Legierung und der optimalen Materialstärke (die Pfeifen werden nach oben hin dünner) sacken nicht zusammen, haben zudem ein verbessertes Anspracheverhalten und klingen dadurch besser. Um hervorragende Pfeifen herzustellen, braucht es viel Erfahrung und Training. Das heisse, flüssige Zinn mit der richtigen Temperatur wird erst mal ausgegossen. Ich habe die Maschinen, Bottiche, Schlitten und Bänke gesehen.

Heute mieteten wir ein schönes Radl für mich, machten zusammen Mitte unsicher und entdeckten Berlins Mitte: Vom Brandenburger Tor zur Russischen Botschaft, über die Linden an der Staatsoper zur Hedwigs-Kathedrale zum Gendarmenmarkt. Der große Pracht-Boulevard, die Achse vom Brandenburger Tor (Pariser Platz), die über den Dom zum Alexanderplatz führt (Forum Fridericianum, Friedrichsforum), nennt man Unter den Linden. Die Strassenbreite ist enorm. Man kann sich dort die Kutschen von früher vorstellen. Und ich liebe den Pariser Platz und das Brandenburger Tor: Quadriga (der Kutschwagen/Streitwagen auf dem Tor). Dahinter verlief die Mauer. Die ganze alte Mitte ist im Grunde ehemalige DDR. Dort sind auch das Hotel Adlon und die neue Akademie der Künste. Heute war wegen Demos der ganze Park namens Tiergarten hinter dem Tor und die berühmte Strasse „17. Juni“ bis zur Siegessäule abgesperrt. Dann radelten wir zum Gendarmenmarkt. Dort am Französischen Dom aßen wir Kartoffelsuppe, das Konzerthaus und Hanns Eisler im Rücken. 2016 konzertierte ich im Französischen Dom. Dann radelten wir über das neue Stadtschloss zur Humboldt-Universität, machten Stippvisite bei Angela Merkel am Kupfergraben, kamen über den mächtigen Berliner Dom auf die berühmte Museumsinsel. Dort sind fünf Hauptmuseen, fünf große, Altes Museum, Nationalgalerie, Pergamonmuseum, Neues Museum und Bode… UWKE. Diese Insel ist umrahmt von zwei Armen der Spree. Spreeinsel. Der Lustgarten vor dem Dom ist wunderschön.

Dann fuhren wir durch den MonBijou-Park zum Hackeschen Markt, dann Richtung Fernsehturm über den Rosa-Luxemburg-Platz mit der politischen Volksbühne zum Alexanderplatz, dem berühmtesten Platz der Stadt. Dann Marienkirche, Nicolaiviertel (Berlins ältester Teil), Fischerinsel, Märkisches Museum (Stadtmuseum). Berlin ist kanal-und gewässerreich. Der Bärenzwinger war leider leer. No bear. Dann nahmen wir Kurs auf die Luisenstadt zur Michaelskirche. Luisenstadt geht bis zur Bezirksgrenze zu Kreuzberg und ist ein historischer Unterbezirk von Mitte. Dort liegt am Engelbecken St. Michael. Wir klapperten ganz Mitte ab. Die Dimensionen sind riesig. Wir konnten an diesem Nachmittag nur Berlins Mitte ausmessen.

Mitte ist Berlins zentraler Verwaltungsbezirk und Regierungsbezirk und sehr sehr geschichtsträchtig. Bundestag, Auswärtiges Amt, Kanzleramt… Reichstag… Sehr viel Polizei überall. Das Panorama von Mitte ist spannend. Kernbezirk! Schatzkästchen! Preußische Bauten! UNESCO! Von dort kann man Berlin aufrollen in die weiteren Außenbezirke. Mein Tipp: Fahrradfahren, um ein Gefühl für die Dimension dieser Riesenstadt zu bekommen, mit jemand, der sich wirklich auskennt. Gesundbrunnen, Hansaviertel und Moabit, Wedding und Tiergarten sind auch noch Mitte, und der ist noch nicht mal der größte Bezirk Berlins! Wahnsinn! 

Serap (siehe Zitat) ist Politologin, kümmert sich vor allem dann, wenn häusliche Gewalt im Spiel ist. Heute erinnere ich an Martina Voss (Fußballtrainerin (unmöglich, wie der Frauenfußball behandelt wird) und Irene Papas (griechische Schauspielerin).

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Ritter Sonate Berlin

28. August 2021

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Ich schreibe nicht nur, um zu erzählen. Ich schreibe, um zu entdecken. (Siri Hustvedt)

Die große Wohnung am Westhafen in Berlin ist sehr künstlerisch eingerichtet. Diesen Stil habe ich noch nicht gesehen. Wir frühstückten und nachtbroteten Nutella und Pflaumenmarmelade. Ich wurde fasziniert beobachtet, wie ich mein Brot mit Nutella arg bestreiche, denn ich mache einen Schokoladenkuchen aus meinem Brot. (Die Kruste lass ich liegen, Kuchenboden auch.) Am Fenster steht ein großer alter Ibach Flügel. Es regnet. Dann wieder Sonne. Wie April. Dann wieder Schauer.

Der Austausch unter selbständigen Künstlern ist immer interessant. Viele sind erstaunt, wie ich als mobiles Büro funktioniere. Für mich ist das schon normal, mein eigenes Unternehmen zu sein. Als Künstlerin ist es ja so wunderbar bei der KSK. Es ist unfassbar, was andere Selbständige ohne die Künstlerkasse KSK in Krankenversicherungen und Gesundheitskasse etc. einzahlen. Das Zehnfache!

Ulrike arbeitet bei Stiftungen und Agenturen. (Sie fährt Rennrad in Berlin. Ich bin noch nie Rennrad gefahren.)

Dann besuchte ich die Orgelbaufirma Schuke in Werder (Havel) bei Berlin. Brandenburg. Der träge und schöne, gutmütige, breite Fluss Havel sieht aus wie ein See. Groß wie ein Meer. Riesige Ausbuchtungen ohne Strömungen. Sanft. Verschlafen, sympathisch. Dazu ein Yachthafen. Werder ist superschön. Dazu muss man den Zug 1 Richtung Magdeburg über Potsdam nehmen und ein ABC-Ticket lösen. (In Potsdam wohnen heute die Reichen, Politiker usw.)

Johannes Schuke und sein Bruder Michael sind sehr nette Geschäftsleute, Familienbetrieb, die Firma ist einfach genial und bewundernswert. Modern, groß, im Grünen. Ronja, der Hund, hat gleich mit mir geschmust. Ich ließ sie in die Küche, ohne zu wissen: Das war eigentlich verboten. Johannes lächelte nur.

Ich habe viel gelernt. Obwohl Freitag Mittag, waren fleißige Mitarbeiter da. In einem Raum waren über 8 Orgeln. Hohe große Räume, alles sehr sauber. Den Vater lernte ich auch kurz kennen. Sie stellen ihre eigenen Pfeifen her. Das finde ich wichtig für eine große Orgelbaufirma. Die Pfeifen sind das Herzstück. Kernstück. Sind Klang. Jede Pfeife ist ein Musikinstrument. Das Wichtigste holt man sich nicht billig aus Portugal oder sonst woher, sondern macht man selbst! Sonst ist man kein Orgelbauer, sondern Orgelmonteur. Man kann von den Fenstern aus den Yachthafen sehen. Wir tranken Kaffee, und Johannes erzählte mir die Familiengeschichte. Extrem spannend! 1894 übernahm sein Urgroßvater Alexander Schuke die Firma von Heise/Gesell (1820). Schuke Potsdam. Die beiden Söhne Karl und Hans-Joachim führten es weiter. Erfolgreich. Orgelbewegung. Schleifladen. Dann kam der 2. Weltkrieg. Mauer! Potsdam wurde DDR! So ein Mist! Sie beschlossen zuvor, dass Karl in Berlin eine Filiale eröffnen sollte, zur Sicherheit. Dass das mit der Mauer so lange dauern würde, konnte ja keiner wissen. Beide Brüder arbeiteten jedoch beide sehr erfolgreich weiter. Jeder in seiner „Besatzungszone“. Ost und West. 1972 klaute die DDR Schuke Potsdam. Gemein! Sein Lebenswerk wurde verstaatlicht. Er erlitt kurz darauf einen Herzinfarkt. Aber sein Sohn Matthias holte (kaufte!!!) später die Firma zurück nach dem Mauerfall ❤️. Das nennt man heute „privatisieren“, wenn man sein Eigentum zurückkaufen muss. Karl aber hatte niemanden, der die Firma übernimmt, und er splittete sie auf unter Mitarbeitern. Daher besitzen nun „Fremde“ die Firma. Schuke Potsdam hätte sie sicher gern wieder zurück. Nicht so einfach. Aber beide Firmen laufen sehr gut. Schuke Berlin aber stellt keine eigenen Pfeifen mehr her. Das finde ich nicht so gut. Schuke Potsdam aber gibt 25 Jahre Garantie auf ihre Pfeifen! Symbolisch eigentlich 300 Jahre Garantie. Warum? Das berichte ich morgen. Es ist auf jeden Fall eine Firma mit Werten und Glauben.

Das Konzert war sehr schön, gut besucht,  supernettes Publikum. Facebook-Fans und Freunde waren auch da. Die schöne, schlichte Sauer-Orgel mit Schleifladen, mechanisch, mit pneumatischer Registertraktur, Handschalter, Walze, Schwellwerk und 25 kl. Registern ist sehr interessant: Oben kristallklar, unten schöner Nachhall. St. Hedwig wird noch Jahre brauchen (Sanierung). Danach gingen wir essen am Engelbecken.

Heute erinnere ich an Sibilla Aleramo (italienische Autorin) und Fanny Blankers-Koen (Leichtathletin, erst spät begonnen).

Konzert Ann-Helena in Berlin

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25. August 2021

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Uns wurde beigebracht, wie wir denken können, nicht was. (Elizabeth Phillips)

Heute erinnere ich an Marjorie Scardino (Managerin) und Lina Haag (unfassbar großartige deutsche Widerstandskämpferin ❤️). Ich liebe Bücher. Viele Bücher. Menschen, die nicht lesen oder bewusst keine Bücher haben, sind mir eher unsympathisch.

Die Übersetzung meiner Webseite geht endlich voran. Es ist gar nicht so leicht, sehr gute Übersetzer zu finden.
Die nächsten beiden Konzerte jetzt: Berlin Internationaler Orgelsommer und Wiesbaden Ringkirche. Es passiert mir noch immer, dass andere meinen Terminkalender besser kennen als ich und ich Termine durcheinander bringe oder gar fast vergesse. Aber immer bekomme ich trotz allem alles noch hervorragend hin. Hans-Ola und ich spielen fast zeitgleich in Berlin, er in Pankow, ich in Mitte. Ich versuche, sein Konzert dann noch zu besuchen, ich habe ihn schon öfter gehört. Er wohnt jetzt in Schweden.
Nun übe ich neben Ritter auch Reger op. 59 (Hausaufgabe von Kay). Im Oktober bin ich dann in Luzern, vorher habe ich Unterricht in Stuttgart. Wenn ich an meiner Hausorgel übe, spiele ich meist mit nackten Füßen Pedal. Ich spiele ja auch nicht mit Handschuhen. Es ist zwar etwas unbequem hier und da. Aber ich möchte fühlen.

Sehr gern mag ich Gottfried Benn, Dichter und Arzt. Sehr gern mag ich auch Soßen von Ppura, Datteln, Feigen und Pflaumen. Der Geschmack bringt mich immer nach Israel.

Tipp des Tages:

Badewanne mit Weihnachtslieder-CD im August. Das ist echt schön.

Ich freue mich auf das Buch Hommage an Martin Perscheid, ich bin auch dabei mit einem Text. Ob es zu mir auch mal eine Hommage geben wird?

Köln ist eine super Stadt zum Studieren, und die Musikhochschule eine der größten und besten Europas. Und mein erster Klavierschüler: Martin. Ich wusste damals nicht, dass ich den besten Cartoonisten aller Zeiten als Klavierschüler habe. Er war sehr interessiert, Chopin und Prokofieff zu lernen. Mir zuliebe übte er sogar Bach. Und er spielte mir auch seine eigenen Stücke vor. Martin war ein sehr musikalischer und sensibler Mensch. Wir freundeten uns an. Er holte mich oft ab mit seinem schwarzen Saab Cabriolet, kaufte sich einen Steinway, bekochte mich in Wesseling, übte. Wir fuhren durch die Stadt und waren vor allem bei Ikea anzutreffen. Er verliebte sich in mich. Ich war damals noch gar nicht ready für eine Beziehung. Aber Musik und Kunst verbanden uns. Wir fuhren Motorrad. Er nahm mich auf die Buchmesse mit. Er nahm meine Musik auf und machte Fotos von mir. Er zeigte mir seine Eltern. Wir redeten über Gott und die Welt. Mit Gott konnte er nichts anfangen. Aber es machte Spaß, mit ihm zu diskutieren. Er war klug. Ich versuchte, ihn zu beeinflussen, doch mal ein paar christliche und freundliche Cartoons zu zeichnen. Er lachte mich aus und widmete mir statt dessen ein paar Cartoons, in denen er mich zum Thema machte: Wie ich als „Nonne Ann-Helena“ Pinguine bekehren wollte und seine Gedanken zu mir und der Kunst der Fuge von Bach. Ich war weniger  geschmeichelt. Aber musste auch lachen. Wenn mir Martin Spinat und Fischstäbchen und Bratkartoffeln machte, war alles wieder in Ordnung. Als Nachtisch steckte ich einfach meinen Finger in das Nutella-Glas. Martin liebte mein Klavierspiel und schrieb mir eine Liebesgeschichte mit wunderschönen Bildern. Ich war sehr berührt. Das war ein völlig anderer Stil. Ganz andere Bilder. Sehr romantisch. Da kam die ganz andere Seite Martins ans Licht. Er malte mich als wunderschöne Blume, und am Ende kamen viele Blumenkinder heraus. Viel später veröffentlichte er die Geschichte. Er sponserte mir meinen ersten Flügel, einen schönen Bechstein, der so gerade in meine Wohnung neben der Hochschule passte. Ich beobachtete ihn, wie er zeichnete, im Zigarettendunst umgeben, unter dem Lampenschirm. Wenn ich ihn ärgerte, zeichnete er Schmäh-Cartoons mir mir. Irgendwann war mein Studium zu Ende und ich ging erst nach Detmold, dann nach Würzburg. Für Martin war das schlimm. Er konnte sich im Traum nicht vorstellen, Köln und Wesseling zu verlassen. Ich ließ ein paar meiner Sachen und Kisten und vollen Umzugskartons bei ihm, die ich nicht mehr mitnehmen konnte. Wir blieben immer Freunde. Er illustrierte meine Bücher und Lyrikbände. Er war immer interessiert an meinem Leben und an meinen Veröffentlichungen. Immer wenn ich in Köln war, meldete ich mich bei ihm und lernte viel später seine Frau und Kinder kennen. Er neckte und ärgerte mich noch immer, auch, als ich auch Orgel studierte, und stritt mit mir zwar bis zum Schluss, aber es war immer von etwas Besonderem umgeben, einem Hauch von gegenseitiger Erkenntnis.

„Du hast hier ein christliches Magazin liegenlassen – kann das ins Altpapier?“

  • Martin

Gehirnmuskelkater! (AHS)

Heute erinnere ich an Diane Arbus (Fotografin), Jacqueline Lölling (Pilotin und Polizistin) und Martina Hill (Schauspielerin). 
Also, ich muss sagen, Ritters zweite Sonate ist ❤️. Aber es gibt auch einige, die seine Musik nicht mögen und eher schwach komponiert finden, zB Hans-Ola. Ich verstehe, warum, aber ich sehe es so: Manche Kunstwerke sind im Detail unansprechend oder seltsam oder geradezu schlecht. Aber im Gesamtbild taucht erst die wahre Schönheit auf. Das ist bei Monet auch der Fall. Und wenn ich ein paar Schritte zurückgehe, ist es so wahnsinnig gut, dass ich weinen muss. Und manche Kunst ist abstrakt und im Detail schön, so wie Bach, fleischgewordenes Talent. Und manche Kunst ist eben einfach nur im sprudelnden Ganzen großartig. Es ist vielleicht eher selten, dass Kunst sowohl im Detail als auch im Ganzen hervorragend ist. Jedenfalls gibt es auch die andere Seite Kunst.

Es ist interessant, was Laukvik über Ritter, Liszt, Rheinberger, Reubke und Reger schreibt. Alle diese mögen keine scharfen Klänge. Volltönig, sanft, deutsch, grundtönig, wenig Cymbel oder scharfe Mixturen. Wenig scharf auch bei Zungen und Streichern. Was ich nicht verstehe – warum nennt Laukvik Flöten dumpf? Das sehe ich überhaupt nicht so. – S. 171. Was denkt ihr?

Ich war noch nie ein Fan von Rheinberger. Sein Leben war irgendwie normal, langweilig und gefällig. Das merkt man an seiner Musik, die sich oft zieht. Aber vielleicht ändere ich meine Meinung beim Üben. Mal sehen. d-Moll-Sonate.

Interessant: Stephan Hermlin: Die Zeit der Einsamkeit. Ich bin angetan, wie dicht und spannend Stephenie Meyer schreibt. Richtig gut! Sie schafft es, lustig, weise, grausam, romantisch zu schreiben. Cooler Humor. Schade ist nur, dass ich immer vorher weiß, wer überlebt.

Hans-Ola ist zur gleichen Zeit in Berlin wie ich…

Kompositionen

Neu: Restaurierung und Intonation der großen Ladegast Orgel Weißenfels:

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Ladegast Orgel

Registrierung ist die Kunst des Weglassens, nicht des Zusammenziehens. (Kay Johannsen)

Heute erinnere ich an Penélope Hobhouse (Gärtnerin), Sabine Lautenschläger (Juristin), Brigitte Kronauer (Autorin).

Ich mag den schwebenden, weichen Charakter von Ritter I im 2. Satz. Und natürlich den 3. Satz.

Sehr besonders ist seine vierte Sonate.

In der Philosophie wird mit dem Begriff Vernunft hantiert. Oft direkt am Ziel vorbei. Da schreibt der irische Eriugena, dass man Gott auch „Natur“ nennen könnte. Ah ok. Und Jesus ist auch „Natur“? Eher das Gegenteil, würde ich sagen.

Welche mir gefallen, sind Alfred Jules Ayer, Adam Schaff und Jakob von Uexküll. Und die Philosophin Karen Gloy aus Heidelberg.
Morgen ist um 10 mein 1. Impftermin. BioNTech. Mein Hausarzt kennt mich ja schon lange und machte eine verschmitzte Miene. Naja.

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Mozart

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Gewandhaus

Bebend die Länge im Ton. (AHS, Orgel-Kalender benno-Verlag 2022)

Mein erster Unterricht bei Kay Johannsen war sehr gut. Er ist ein sehr guter Lehrer und ein weiser Mensch. Wir arbeiteten an der ersten Ritter-Sonate. Ich habe einmal im Monat Unterricht. Das ist perfekt, da ich jedes Mal gut vorbereitet sein muss/möchte und viel auf habe. Es ist schön, diese enorme Orgel in der Stiftskirche zu spielen. Es ist nicht nur so, dass man über Orgel lernt, sondern auch über Musik allgemein und darüber hinaus über Menschsein und Verhalten. Was mich sehr interessiert, ist Registrierung und Klang. Und auch, wie ein erfahrener Organist Orgel sieht. Sehr schön ist der Harmonikabass 16 (pp). Besonders zum leisen Streicher Aeoline oder zur leisen deutschen Vox celeste. Der Offenbass: offene Holzpfeife, etwas Besonderes. Noch von früher übrig geblieben. Hier gab es ja mal eine enorme Walcker-Orgel mit Doppel-Pedal! Ich spüre ihre Aura.
Ich mag leise Klänge. Kay meinte, Registrierung ist die Kunst des Weglassens, nicht die Kunst des Zusammenziehens. Absolut. Nicht so viel ziehen! Selbstbewusst wissen, was passt und was nicht nötig ist. In der Familie bleiben (Prinzipalreihe /// Flötenreihe). Wissen, welche Klänge charaktervoll sind und welche nicht. Welche sind eher neutral, ohne Strich, füllen „nur“ (Bourdon 8, Subbass 16…), welche sind echte Klangboomer, die sich stark entwickeln charakterlich – wie mit den Menschen, glaube ich. Und dann das Doppeln – Faustregeln gibt es so nicht, aber man kann sagen (aus Erfahrung): nicht die oberste Fußtonzahl doppeln. Das kann ungut schweben.
Ich mag die erste Ritter-Sonate, das Dramatische. Merseburg lässt grüßen.
Insgesamt gibt es noch „Orgelspezifisches“ in Technik, das bei mir noch mehr in „Fleisch und Blut“ übergehen soll, vor allem, was sich unterscheidet zum Klavier. Mehr rein in die Taste, weniger raus. Weniger „zappelig“. Fußsatz. Sequenzer mit dem Fuß. Wobei er mein Pedalspiel schon recht gut findet, für mich das schönste Kompliment. Und dann die alten Flaggen: Tempo, Rhythmus, Ruhe. Aber er ist auch sehr genau. Aber so muß es sein. Ich bin ja völlig freiwillig da. Hinterher sprachen wir auch über meinen Blog und was damit zusammen hängt. Das rechne ich ihm hoch an. Dass er sich kümmert. Dass er damit begonnen hat. Es hätte ihm ja auch egal sein können. Aber seine Ausbildung ist umfassend, wie er sagte. Und dann sagte er etwas Weises, das ich nie mehr vergessen möchte und ab jetzt einhalten möchte und werde: Ich soll nicht andere abwerten, auch wenn mich andere abwerten. Warum soll ich das gleiche tun? Er hätte auch schon Kritik und Presse bekommen, wo er sich dachte, was ist das jetzt… If you can‘t stand the heat, stay out of it. Komplett ignorieren. Gar nicht darauf antworten. Und wenn ich das bisher falsch gemacht habe – egal. Ab jetzt! Immer mit Wertschätzung schreiben. Und mich auf meinen eigenen künstlerischen Prozeß konzentrieren.
Was mich daran besonders beeindruckt hat: Es war absolut authentisch, ohne mich zu verurteilen, ohne mich zu manipulieren. Jemand, der nicht naiv ist. Jemand, der selbst schon Dinge erlebt hat. Ich würde sogar sagen, es war liebevoll. Müll hinter sich lassen. Neu anfangen. Ernst. Aber auch mit einem Lächeln. Sich auf das konzentrieren, auf was es ankommt. Manchmal muss man erst Fehler machen, um zu erkennen, was mehr als ein Rat ist – was ein unbezahlbares Geschenk ist. Freiheit! Manchmal muss man sein Bauchgefühl um 180 Grad drehen. Was sehr anstrengend ist. Im Zug schlief ich wie ein Stein. Und wie man mit Verleumdung umgeht? Frage ich das nächste Mal.
Wir sprachen auch über das Impfen. Ich habe ihn einfach gefragt, weil ich ihn vertrauenswürdig finde. Man kann ja über Politik verschiedener Meinung sein. Nichtsdestotrotz rät er mir sehr, mich impfen zu lassen, ich soll da keine Bedenken haben und morgen gleich gehen. Gerade als Künstler geht das nicht anders, wenn man reist. Und warum soll ich es nicht freiwillig tun?
Alles, was ich freiwillig tue, ist gut für mich, glaube ich. Ich hasse Zwang.

Meinen Spielzeug-Beetle habe ich verschenkt. Ich hatte ihn aus Kampala.
Gestern habe ich zum ersten Mal eine Hand-Pflege-Maske (Handschuhe) verwendet. 🙂 Eigentlich inakzeptabel viel Plastik-Müll! Never again.

Stuttgart ist doch eine schöne Stadt, besonders die Innenstadt, alles rund um die Stiftskirche. Ich kaufte auf dem Markt Gemüse und Obst und aß türkisches Cigköftem, von dem ich bis heute nicht weiß, was es ist (vegan und schmeckt nach Tomate), und kaufte Many Mornings-Socken (Kaufhaus Mitte, die haben Obst, Blumen und Gemüse und sogar Nüsse als Stofftiere!), die unterschiedlich pro Fuß sind und total süß. Ich habe welche mit Herzen und Eichhörnchen. Ähnlich wie Happy Socks. Der Bahnhof wird jedoch immer schlimmer. Ein einziger Krater, eine riesige Baustelle; wir mussten komplett außen herum.

15. August 2021

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Man muss durch schlechte Erfahrungen hindurchgehen und nicht drumherum. (Liza Minnelli)

Heute erinnere ich an Carola Neher (Schauspielerin, Bühnenstar mit tragischem Ende), Wangari Maathai (Politikerin, Friedensnobelpreis) und Nicole Uphoff (Dressurreiterin, ihr Pferd hieß Rembrandt). Alles bewundernswerte Frauen.

Da die Leute wissen wollen, wie die Liebesgeschichte heißt, die Martin Perscheid für mich geschrieben und veröffentlicht hat: Floradomie, im Rake-Verlag erschienen. Natürlich mit Bildern von Martin. Ich werde dort als schöne und besondere Blume beschrieben. ❤️ Das Buch sticht deutlich aus allem heraus, was Martin je gemalt oder geschrieben hat.

Ich hätte gern wieder eine Vespa. Ich hatte schon mal eine: Orange. Groß. Großes Nummernschild (ich habe den Motorradführerschein, man glaubt es ja nicht; den hab ich damals zusammen mit dem Autoführerschein gemacht, weil ich mit 18 in einen Motorradfahrer verliebt gewesen war). Auf die Vespa sprayte ein Kumpel damals eine große Sonnenblume mit Sonnenbrille rechts auf den Kotflügel. Damit war ich meine ganze Kölner Studienzeit 5 Jahre in Köln unterwegs (teilweise lebensgefährlich, habe mich mit LKWs angelegt). Die Jungs an der Hochschule fanden mich und meine Vespa toll. Aber da sie gebraucht war, ging sie irgendwann kaputt. Zudem hat mich nachts auf einer der Brücken in Köln (mit der genialen Weltkugel) ein Wagen gerammt (mir ist nichts passiert). Ich habe mir noch nie jemals etwas gebrochen. Aber seitdem bin ich ängstlich und habe beinahe nie wieder eine Vespa oder einen Roller bestiegen (geschweige denn ein Motorrad). Wenn, dann Beifahrerin (Sozia). Jetzt hätte ich gern wieder eine. Eine gelbe! Wenn jemand eine übrig hat – Auf jeden Fall, auf der Brücke, da hatte ich Schutzengel. Ich habe die gesehen, gespürt.
Fahrlehrer  und Prüfer waren ohnehin dagegen, dass ich Motorrad fahre. Er hielt mich für zu klein und ließ mich auch erst beim zweiten Mal bestehen (ich wollte da beim ersten Mal aus Versehen als Geisterfahrerin auf die Autobahn abbiegen und wäre fast auf Abwege gekommen – der Fahrlehrer war kurz vor einem Nervenzusammenbruch). Martin Perscheid hatte einen wunderschönen alten schwarzen Saab Cabriolet. Den Sonnenblumen-Kotflügel habe ich noch lange im Zimmer aufbewahrt, bevor sich meine Mitbewohnerinnen wegen dem Benzingestank beschwert hatten. Ich wohnte direkt an der Musikhochschule und habe Köln sehr geliebt.

ps: Die Schauspieler in „Tödliche Entscheidung“ sind großartig. Quentin Tarantino-Filme schaffe ich immer noch nicht zu sehen, sie sind zu grausam. Dabei würde ich wirklich gern mal Kill Bill sehen

Und hier das alltägliche Video:

Neues Orgel-Date: Sandtner und Tholey

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Ob so oder so du entschlossen: Misstrau deinen Bundesgenossen. Vermeide das Streiten: Von zwei falschen Seiten wirst sonst du mit Jauche begossen (Eugen Roth)

Kluger Spruch. Ob Eugen Roth Ähnliches erlebt hat wie ich? Da werden im Sekundentakt die Seiten gewechselt. Aber dazu später.

Entwarnung für meine Augen: Man muss doch immer zu Spezialisten und Profis gehen, nicht zu Semis oder in ein Brillengeschäft, die eventuell eine Brille verkaufen wollen.

Mein erster Termin in der Augen-Laser-Klinik Lohr am Main (Standort Würzburg) verlief heute so: Meine Augen sind tiptop, nichts muß gelasert werden. Ich kann noch die  Buchstabenreihen lesen, die sonst fast keiner mehr erkennt. 100pro Sicht. Die haben dort Top-Geräte und super nettes Personal. Kann ich nur empfehlen.

Ich habe viel gelernt: Die Schutzhaut des Auges nennt man Hornhaut (sollte besser Schutzhaut heißen, finde ich. Klingt besser). Mein linkes Auge ist das dominante. Und man kann nicht mal mit den Geräten erkennen, dass mein linkes Auge jemals gelasert wurde. Die nette Dame ist auch ein USA-Fan wie ich. (Auch in Lohr am Main bekommt man ein Kuscheltier beim Lasern. 🙂 Die Männer drücken mehr zu als Frauen, sagte sie.)

 

Nun, sie gab mir Augentropfen (wenn man zu aktiv ist und das Blinzeln vergisst, können Augen trocken werden) und meinte, ich solle mehr schlafen, und sagte, es sei gut, wenn die Schutzhaut minimal „verkrümmt“ ist, besonders beim Nahsehen später; ich solle mehr ruhen, mehr blinzeln, mehr relaxen.

Wahrscheinlich sei ich zu aktiv und zu wenig im Bett. Stimmt. Meine Augen atmen jedes Mal hörbar erleichtert auf, wenn ich schlafen gehe. Und dann schlafe ich auch schon ein wie ein Stein. (Es gibt übrigens heutzutage sogar die Möglichkeit, mit 60 neue Linsen zu bekommen. Wahnsinn.)

Ich war erleichtert und habe mir deswegen erst mal zwei Paar neue Schuhe gekauft ( ). Größe 35. Reduziert aber, hihi.

Zurück zum oberen Zitat. Gerade wenn man wie ich in der Öffentlichkeit ist, muß man sehr aufpassen, wem man vertraut oder etwas anvertraut und auch, wen man fragt. Ich glaube, ich soll das alles lernen, bevor ich richtig richtig in der Öffentlichkeit stehe (so Gott will). Mose war auch ein Spätzünder vor dem Herrn.

Ob man dann jemals noch etwas für sich behalten darf? Definitiv nicht vertrauen kann ich ambivalenten oder labilen oder feigen Menschen.

Wenn es darauf ankommt, merkt man erst, wie ambivalent Menschen sind. Viele nutzen einen auch aus für ihre Zwecke. Nicht vertrauen kann ich Michael Klein aus Hessen und Manuel Kelber-Bender, weil diese mein Vertrauen bewusst missbraucht haben, die sich drehen um 180 Grad, deren Worte mir wie Fallstricke vorkommen.

Die Videos von Manuel Kelber-Bender auf YouTube empfinde ich als unterstes Niveau. Ich habe selten jemanden so schlecht spielen sehen. Das ist noch schlechter als Lucas Kluck, Jürgen Strupat und Johannes Richter.

Beide Schmitz können gar nicht spielen, reden aber groß. Warum mich solche Typen angreifen, die aus meiner Sicht sehr schlecht spielen?

Das Zitat oben würde ich ergänzen: Man muss schlauer sein als seine Feinde. Das wird man nicht über Nacht. Wie hat David Goliath besiegt? Oder besser: Saul?

Wobei David Schmerz wohl weniger verdrängt hat als ich. Er hat sich den Müll angehört. Wichtig ist: Mein Element ist die Musik und nicht Zankäpfel. Die verschandeln nur meinen Blog. 

Und dann gibt es mal wieder feindseliges Geschreibsel von Rochus Schmitz, der Gerüchte, Verleumdungen und Lügen schreibt. Er behauptet u.a., Martin Perscheid sei homosexuell gewesen und hätte einen Lebensgefährten gehabt. Ähnlichen Unsinn behauptet er oft in seinen anderen Kommentaren, die ich gar nicht erst freischalte. Martin Schmitz aus Föhren gehört ebenfalls zu denen, die liken. 

Ich übe Ritters 3. Sonate. Unglaublich schön! 

Jedes andere Land würde seine Musikerinnen, Frauen und Künstlerinnen schützen und wäre stolz auf jede einzelne. Deutschland nicht. Hier versuchen die Männer, Frauen zu zerstören, Krieg gegen sie zu führen, sie entweder zu vernichten oder dafür zu sorgen, dass sie sich selbst vernichtet.

Trost Orgel: 

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