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Tourblog

Wir Frauen müssen nicht mehr bitten, wir fordern. (Serap Altinski)

Der berühmte schnelle Daumen: Ich schreibe am Handy alles mit links, mit dem linken Daumen, auch den Blog.

Aus den Spänen macht Schuke übrigens Pellets zum Heizen. Praktisch. Den Maschinenraum darf man nur geschützt betreten (wegen Lärm, Dreck und Spänen). Der Raum, wo die Pfeifen hergestellt werden, war für mich besonders spannend. Englisch Zinn! Pfeifen aus Legierungen mit einem falschen Mischungsverhältnis der Metalle können nach einigen Jahren in sich zusammensacken. Wegen dem Gewicht. Aber das Erstaunliche ist: Früher passierte das nicht. 300 Jahre lang nicht!

Worauf haben also Orgelbauer damals geachtet? Schuke fand das heraus zusammen mit der Uni Potsdam: Entscheidend ist eine abnehmende Materialstärke im Pfeifenkörper. Nur die computergesteuerte Zinn-Hobelmaschine von Schuke kann Pfeifenmaterial für mehrere Pfeifen auf einer Platte mit abnehmender Wandungsstärke herstellen. 

Dazu gehört menschliches Know How. Pfeifen mit der optimalen Zinn-Blei-Verteilung und Zinn-Blei-Legierung und der optimalen Materialstärke (die Pfeifen werden nach oben hin dünner) sacken nicht zusammen, haben zudem ein verbessertes Anspracheverhalten und klingen dadurch besser. Um hervorragende Pfeifen herzustellen, braucht es viel Erfahrung und Training. Das heisse, flüssige Zinn mit der richtigen Temperatur wird erst mal ausgegossen. Ich habe die Maschinen, Bottiche, Schlitten und Bänke gesehen.

Heute mieteten wir ein schönes Radl für mich, machten zusammen Mitte unsicher und entdeckten Berlins Mitte: Vom Brandenburger Tor zur Russischen Botschaft, über die Linden an der Staatsoper zur Hedwigs-Kathedrale zum Gendarmenmarkt. Der große Pracht-Boulevard, die Achse vom Brandenburger Tor (Pariser Platz), die über den Dom zum Alexanderplatz führt (Forum Fridericianum, Friedrichsforum), nennt man Unter den Linden. Die Strassenbreite ist enorm. Man kann sich dort die Kutschen von früher vorstellen. Und ich liebe den Pariser Platz und das Brandenburger Tor: Quadriga (der Kutschwagen/Streitwagen auf dem Tor). Dahinter verlief die Mauer. Die ganze alte Mitte ist im Grunde ehemalige DDR. Dort sind auch das Hotel Adlon und die neue Akademie der Künste. Heute war wegen Demos der ganze Park namens Tiergarten hinter dem Tor und die berühmte Strasse „17. Juni“ bis zur Siegessäule abgesperrt. Dann radelten wir zum Gendarmenmarkt. Dort am Französischen Dom aßen wir Kartoffelsuppe, das Konzerthaus und Hanns Eisler im Rücken. 2016 konzertierte ich im Französischen Dom. Dann radelten wir über das neue Stadtschloss zur Humboldt-Universität, machten Stippvisite bei Angela Merkel am Kupfergraben, kamen über den mächtigen Berliner Dom auf die berühmte Museumsinsel. Dort sind fünf Hauptmuseen, fünf große, Altes Museum, Nationalgalerie, Pergamonmuseum, Neues Museum und Bode… UWKE. Diese Insel ist umrahmt von zwei Armen der Spree. Spreeinsel. Der Lustgarten vor dem Dom ist wunderschön.

Dann fuhren wir durch den MonBijou-Park zum Hackeschen Markt, dann Richtung Fernsehturm über den Rosa-Luxemburg-Platz mit der politischen Volksbühne zum Alexanderplatz, dem berühmtesten Platz der Stadt. Dann Marienkirche, Nicolaiviertel (Berlins ältester Teil), Fischerinsel, Märkisches Museum (Stadtmuseum). Berlin ist kanal-und gewässerreich. Der Bärenzwinger war leider leer. No bear. Dann nahmen wir Kurs auf die Luisenstadt zur Michaelskirche. Luisenstadt geht bis zur Bezirksgrenze zu Kreuzberg und ist ein historischer Unterbezirk von Mitte. Dort liegt am Engelbecken St. Michael. Wir klapperten ganz Mitte ab. Die Dimensionen sind riesig. Wir konnten an diesem Nachmittag nur Berlins Mitte ausmessen.

Mitte ist Berlins zentraler Verwaltungsbezirk und Regierungsbezirk und sehr sehr geschichtsträchtig. Bundestag, Auswärtiges Amt, Kanzleramt… Reichstag… Sehr viel Polizei überall. Das Panorama von Mitte ist spannend. Kernbezirk! Schatzkästchen! Preußische Bauten! UNESCO! Von dort kann man Berlin aufrollen in die weiteren Außenbezirke. Mein Tipp: Fahrradfahren, um ein Gefühl für die Dimension dieser Riesenstadt zu bekommen, mit jemand, der sich wirklich auskennt. Gesundbrunnen, Hansaviertel und Moabit, Wedding und Tiergarten sind auch noch Mitte, und der ist noch nicht mal der größte Bezirk Berlins! Wahnsinn! 

Serap (siehe Zitat) ist Politologin, kümmert sich vor allem dann, wenn häusliche Gewalt im Spiel ist. Heute erinnere ich an Martina Voss (Fußballtrainerin (unmöglich, wie der Frauenfußball behandelt wird) und Irene Papas (griechische Schauspielerin).

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Ritter Sonate Berlin

28. August 2021

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Ich schreibe nicht nur, um zu erzählen. Ich schreibe, um zu entdecken. (Siri Hustvedt)

Die große Wohnung am Westhafen in Berlin ist sehr künstlerisch eingerichtet. Diesen Stil habe ich noch nicht gesehen. Wir frühstückten und nachtbroteten Nutella und Pflaumenmarmelade. Ich wurde fasziniert beobachtet, wie ich mein Brot mit Nutella arg bestreiche, denn ich mache einen Schokoladenkuchen aus meinem Brot. (Die Kruste lass ich liegen, Kuchenboden auch.) Am Fenster steht ein großer alter Ibach Flügel. Es regnet. Dann wieder Sonne. Wie April. Dann wieder Schauer.

Der Austausch unter selbständigen Künstlern ist immer interessant. Viele sind erstaunt, wie ich als mobiles Büro funktioniere. Für mich ist das schon normal, mein eigenes Unternehmen zu sein. Als Künstlerin ist es ja so wunderbar bei der KSK. Es ist unfassbar, was andere Selbständige ohne die Künstlerkasse KSK in Krankenversicherungen und Gesundheitskasse etc. einzahlen. Das Zehnfache!

Ulrike arbeitet bei Stiftungen und Agenturen. (Sie fährt Rennrad in Berlin. Ich bin noch nie Rennrad gefahren.)

Dann besuchte ich die Orgelbaufirma Schuke in Werder (Havel) bei Berlin. Brandenburg. Der träge und schöne, gutmütige, breite Fluss Havel sieht aus wie ein See. Groß wie ein Meer. Riesige Ausbuchtungen ohne Strömungen. Sanft. Verschlafen, sympathisch. Dazu ein Yachthafen. Werder ist superschön. Dazu muss man den Zug 1 Richtung Magdeburg über Potsdam nehmen und ein ABC-Ticket lösen. (In Potsdam wohnen heute die Reichen, Politiker usw.)

Johannes Schuke und sein Bruder Michael sind sehr nette Geschäftsleute, Familienbetrieb, die Firma ist einfach genial und bewundernswert. Modern, groß, im Grünen. Ronja, der Hund, hat gleich mit mir geschmust. Ich ließ sie in die Küche, ohne zu wissen: Das war eigentlich verboten. Johannes lächelte nur.

Ich habe viel gelernt. Obwohl Freitag Mittag, waren fleißige Mitarbeiter da. In einem Raum waren über 8 Orgeln. Hohe große Räume, alles sehr sauber. Den Vater lernte ich auch kurz kennen. Sie stellen ihre eigenen Pfeifen her. Das finde ich wichtig für eine große Orgelbaufirma. Die Pfeifen sind das Herzstück. Kernstück. Sind Klang. Jede Pfeife ist ein Musikinstrument. Das Wichtigste holt man sich nicht billig aus Portugal oder sonst woher, sondern macht man selbst! Sonst ist man kein Orgelbauer, sondern Orgelmonteur. Man kann von den Fenstern aus den Yachthafen sehen. Wir tranken Kaffee, und Johannes erzählte mir die Familiengeschichte. Extrem spannend! 1894 übernahm sein Urgroßvater Alexander Schuke die Firma von Heise/Gesell (1820). Schuke Potsdam. Die beiden Söhne Karl und Hans-Joachim führten es weiter. Erfolgreich. Orgelbewegung. Schleifladen. Dann kam der 2. Weltkrieg. Mauer! Potsdam wurde DDR! So ein Mist! Sie beschlossen zuvor, dass Karl in Berlin eine Filiale eröffnen sollte, zur Sicherheit. Dass das mit der Mauer so lange dauern würde, konnte ja keiner wissen. Beide Brüder arbeiteten jedoch beide sehr erfolgreich weiter. Jeder in seiner „Besatzungszone“. Ost und West. 1972 klaute die DDR Schuke Potsdam. Gemein! Sein Lebenswerk wurde verstaatlicht. Er erlitt kurz darauf einen Herzinfarkt. Aber sein Sohn Matthias holte (kaufte!!!) später die Firma zurück nach dem Mauerfall ❤️. Das nennt man heute „privatisieren“, wenn man sein Eigentum zurückkaufen muss. Karl aber hatte niemanden, der die Firma übernimmt, und er splittete sie auf unter Mitarbeitern. Daher besitzen nun „Fremde“ die Firma. Schuke Potsdam hätte sie sicher gern wieder zurück. Nicht so einfach. Aber beide Firmen laufen sehr gut. Schuke Berlin aber stellt keine eigenen Pfeifen mehr her. Das finde ich nicht so gut. Schuke Potsdam aber gibt 25 Jahre Garantie auf ihre Pfeifen! Symbolisch eigentlich 300 Jahre Garantie. Warum? Das berichte ich morgen. Es ist auf jeden Fall eine Firma mit Werten und Glauben.

Das Konzert war sehr schön, gut besucht,  supernettes Publikum. Facebook-Fans und Freunde waren auch da. Die schöne, schlichte Sauer-Orgel mit Schleifladen, mechanisch, mit pneumatischer Registertraktur, Handschalter, Walze, Schwellwerk und 25 kl. Registern ist sehr interessant: Oben kristallklar, unten schöner Nachhall. St. Hedwig wird noch Jahre brauchen (Sanierung). Danach gingen wir essen am Engelbecken.

Heute erinnere ich an Sibilla Aleramo (italienische Autorin) und Fanny Blankers-Koen (Leichtathletin, erst spät begonnen).

Konzert Ann-Helena in Berlin

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Yesterday
du lächelst hörbar
mit Noten
kannst du mir die Noten
zu deinem Lächeln geben? (AHS) 
 

schenk mir die Zwischentöne deiner Stimme

Ich bin in Berlin angekommen. Die ICEs waren extrem voll. Ich fuhr über Göttingen. Göttingen ist einer der wenigen schlauen Bahnhöfe mit Rampen statt Treppen. In Berlin wurde ich vom HBF abgeholt und freue mich auf meinen vollen, interessanten Tag morgen.

St. Michael Kirche, schön und rot, mit dem großen, beleuchteten Erzengel auf dem Dach (gebaut 1805 von August Soller und Team) gehört zu den größten DDR-Kirchen und wurde stark beschädigt im Krieg, ist heute halb erhalten. Der vordere Teil ist Ruine, woraus ein schöner Garten gemacht wurde. Der hintere Teil ist nun aktive, katholische Kirche. Dort ist die schöne Sauer-Orgel (1960 geweiht). Dort spiele ich morgen.

So etwas habe ich noch nie gesehen. Ist echt einzigartig und besonders. Ein Geheimtipp, mitten in Berlin-Mitte. Der Ruinenteil ist auch der ehemalige Eingang. Wenn man dort unter freiem Himmel steht, da das Dach und die ehemalige Buchholz-Orgel am 3.2.1945 weggebombt wurden, da konnte ich mir vorstellen, wie groß und majestätisch diese Kirche gewesen sein muss.

Hinter der Kirche ist das Engelbecken, ein kleines ehemaliges Hafenbecken, heute voll Schildkröten, Fische, Schwäne und Reiher. Hier verlief mal die Mauer quer durch. Die ehemaligen DDR-Bauten sind schicke Lofts geworden drum herum. Wir aßen italienisch, ich übte, dann fuhren wir nachts zurück. Mit Öffis, U-Bahn, S-Bahn und Ringbahn, um das reale Berliner Leben zu erkunden und zu erleben. Berlin ist nämlich nicht Bayreuth!

Eine Riesenstadt, chaotisch, cool, schmutzig, wild. Ich war nun schon so oft da. Und doch ist es für mich immer wieder neu verwirrend, als wäre ich noch nie da gewesen. Wie Reger, dessen Noten man am nächsten Tag nicht wiedererkennt. Allein wüsste ich nicht, wo ich bin. Baustellen, Obdachlose, Betrunkene, Lärm, Schienenersatzverkehr. Und überall riecht es nach Gras.

Dabei war das strahlenförmige System mit der Ringbahn sicher mal gut durchdacht gewesen. Eine Würzburgerin in Berlin-Mitte. Da ist Berlin-Mitte schon 6x größer als Würzburg. Ich schlafe auch in Berlin-Mitte. Am Westhafen. Ich wohne in der Mitte der Mitte. Im Regierungsviertel. Ich bin die Regierung!

Es ist ein schöner Altbau, 126 Quadratmeter, mit weißen Doppelfenstern, Parkett und rotem Boden (nennt man hier „Ochsenblut“ – ich (barfuß): „Ist das wirklich Ochsenblut?“ Sie: „Natürlich nicht!“ „Oh, gut.“

Heute erinnere ich an Lotte Cohn (israelisch-deutsch-jüdische Architektin: Baumeisterin Israels: Binyan Ha‘Aretz (Aufbau des Landes).

Ich bin Zeitoptimistin.

Freue mich auf die kathedralhafte Raumakustik und die Klangfarben der Sauer-Orgel.

Eventbrite: Heute 17 Uhr Konzert:

Konzert Berlin AHS

 

26. August 2021

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Tonformerin. Ein Tag ohne Üben ist ein nicht so schöner Tag. (AHS)

Ich liebe das Lied She’s always a Woman von Billy Joel. Das Lied ist irgendwie ich. Also der Text. Dazu heiraten wär ok.

Bald ist Wahl. Und es gibt eigentlich nichts, was man wählen kann, finde ich.

Der Film Rubbel die Katz ist nicht schlecht.

Heute erinnere ich an Birgit Bohle (Managerin) und Ivana Trump.

Experiment:

Yesterday

For Organ

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Yesterday – The Beatles for Organ. Ladegast Orgel

25. August 2021

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Uns wurde beigebracht, wie wir denken können, nicht was. (Elizabeth Phillips)

Heute erinnere ich an Marjorie Scardino (Managerin) und Lina Haag (unfassbar großartige deutsche Widerstandskämpferin ❤️). Ich liebe Bücher. Viele Bücher. Menschen, die nicht lesen oder bewusst keine Bücher haben, sind mir eher unsympathisch.

Die Übersetzung meiner Webseite geht endlich voran. Es ist gar nicht so leicht, sehr gute Übersetzer zu finden.
Die nächsten beiden Konzerte jetzt: Berlin Internationaler Orgelsommer und Wiesbaden Ringkirche. Es passiert mir noch immer, dass andere meinen Terminkalender besser kennen als ich und ich Termine durcheinander bringe oder gar fast vergesse. Aber immer bekomme ich trotz allem alles noch hervorragend hin. Hans-Ola und ich spielen fast zeitgleich in Berlin, er in Pankow, ich in Mitte. Ich versuche, sein Konzert dann noch zu besuchen, ich habe ihn schon öfter gehört. Er wohnt jetzt in Schweden.
Nun übe ich neben Ritter auch Reger op. 59 (Hausaufgabe von Kay). Im Oktober bin ich dann in Luzern, vorher habe ich Unterricht in Stuttgart. Wenn ich an meiner Hausorgel übe, spiele ich meist mit nackten Füßen Pedal. Ich spiele ja auch nicht mit Handschuhen. Es ist zwar etwas unbequem hier und da. Aber ich möchte fühlen.

Sehr gern mag ich Gottfried Benn, Dichter und Arzt. Sehr gern mag ich auch Soßen von Ppura, Datteln, Feigen und Pflaumen. Der Geschmack bringt mich immer nach Israel.

Tipp des Tages:

Badewanne mit Weihnachtslieder-CD im August. Das ist echt schön.

Ich freue mich auf das Buch Hommage an Martin Perscheid, ich bin auch dabei mit einem Text. Ob es zu mir auch mal eine Hommage geben wird?

Köln ist eine super Stadt zum Studieren, und die Musikhochschule eine der größten und besten Europas. Und mein erster Klavierschüler: Martin. Ich wusste damals nicht, dass ich den besten Cartoonisten aller Zeiten als Klavierschüler habe. Er war sehr interessiert, Chopin und Prokofieff zu lernen. Mir zuliebe übte er sogar Bach. Und er spielte mir auch seine eigenen Stücke vor. Martin war ein sehr musikalischer und sensibler Mensch. Wir freundeten uns an. Er holte mich oft ab mit seinem schwarzen Saab Cabriolet, kaufte sich einen Steinway, bekochte mich in Wesseling, übte. Wir fuhren durch die Stadt und waren vor allem bei Ikea anzutreffen. Er verliebte sich in mich. Ich war damals noch gar nicht ready für eine Beziehung. Aber Musik und Kunst verbanden uns. Wir fuhren Motorrad. Er nahm mich auf die Buchmesse mit. Er nahm meine Musik auf und machte Fotos von mir. Er zeigte mir seine Eltern. Wir redeten über Gott und die Welt. Mit Gott konnte er nichts anfangen. Aber es machte Spaß, mit ihm zu diskutieren. Er war klug. Ich versuchte, ihn zu beeinflussen, doch mal ein paar christliche und freundliche Cartoons zu zeichnen. Er lachte mich aus und widmete mir statt dessen ein paar Cartoons, in denen er mich zum Thema machte: Wie ich als „Nonne Ann-Helena“ Pinguine bekehren wollte und seine Gedanken zu mir und der Kunst der Fuge von Bach. Ich war weniger  geschmeichelt. Aber musste auch lachen. Wenn mir Martin Spinat und Fischstäbchen und Bratkartoffeln machte, war alles wieder in Ordnung. Als Nachtisch steckte ich einfach meinen Finger in das Nutella-Glas. Martin liebte mein Klavierspiel und schrieb mir eine Liebesgeschichte mit wunderschönen Bildern. Ich war sehr berührt. Das war ein völlig anderer Stil. Ganz andere Bilder. Sehr romantisch. Da kam die ganz andere Seite Martins ans Licht. Er malte mich als wunderschöne Blume, und am Ende kamen viele Blumenkinder heraus. Viel später veröffentlichte er die Geschichte. Er sponserte mir meinen ersten Flügel, einen schönen Bechstein, der so gerade in meine Wohnung neben der Hochschule passte. Ich beobachtete ihn, wie er zeichnete, im Zigarettendunst umgeben, unter dem Lampenschirm. Wenn ich ihn ärgerte, zeichnete er Schmäh-Cartoons mir mir. Irgendwann war mein Studium zu Ende und ich ging erst nach Detmold, dann nach Würzburg. Für Martin war das schlimm. Er konnte sich im Traum nicht vorstellen, Köln und Wesseling zu verlassen. Ich ließ ein paar meiner Sachen und Kisten und vollen Umzugskartons bei ihm, die ich nicht mehr mitnehmen konnte. Wir blieben immer Freunde. Er illustrierte meine Bücher und Lyrikbände. Er war immer interessiert an meinem Leben und an meinen Veröffentlichungen. Immer wenn ich in Köln war, meldete ich mich bei ihm und lernte viel später seine Frau und Kinder kennen. Er neckte und ärgerte mich noch immer, auch, als ich auch Orgel studierte, und stritt mit mir zwar bis zum Schluss, aber es war immer von etwas Besonderem umgeben, einem Hauch von gegenseitiger Erkenntnis.

„Du hast hier ein christliches Magazin liegenlassen – kann das ins Altpapier?“

  • Martin

24. August 2021

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Wenn ein Mann etwas sagt, aber keine Frau in der Nähe ist, hat er dann trotzdem Unrecht? (Czech/Domzalski)

Die beiden sind wirklich witzig und scharf. Ich werde sie noch öfter zitieren. Dies ist auch von ihnen:
VSS (Verband sensibler Studierenden) fordert Abschaffung des Geschichtsstudiums: Niemand wird dann künftig traumatisiert durch Berichte von Krieg, Sklaverei und Frauenunterdrückung.

Heute erinnere ich an Mariama Jamanka (Sportlerin), Karen Parkin (Managerin) und Ruth Rendell (Schriftstellerin).

Ich freue mich auf Detroit. Es soll in Michigan viele ehemalige Deutsche geben. Aber es gibt auch sehr gefährliche Stellen in der Stadt. Ich war noch nie an gefährlichen Orten in den USA. Ich würde eigentlich gerne diese andere Seite sehen. Was ich kenne von USA sind unglaublich liebevolle Familien mit Hunden, Pools und schönen Häusern.
Wir werden sogar eine Fahrt auf dem Detroit River machen. Das letzte Mal war ich 2017 in den USA, in San Francisco an der großen Ruffatti Orgel mit Konzerten. Das war November, kurz bevor Trump an die Macht kam. Als er dann tatsächlich an der Macht war, war ich leider nie im Land gewesen. Davor 2016 mit Klavierabenden. Ich unterhalte mich gern über amerikanische Politik. Biden und Trump. Aber mit Amerikanern. Ich mag nicht, wenn Deutsche eingebildet über Trump, Bush oder sonst wen herziehen, besonders nicht solche, die noch nie in den USA waren oder nicht länger als zwei Wochen oder für einen Urlaubstrip. Die haben eigentlich keine Ahnung, zitieren nur Medien. Die Amerikaner ticken politisch völlig anders als Deutsche. Da muss man sich sensibel hineinversetzen und zuhören. (Ich werde in einem großen Truck abgeholt. Viele Leute haben Waffen und große Hunde. Das ist einfach total andere Mentalität.) Ich habe nichts gegen andere Mentalitäten. Ich bin neugierig. Als ich von meinem Studium in den USA (2 Jahre) zurück kam, war ich „amerikanisiert” und traurig über die „Amerikafeindlichkeit“ vieler meiner deutschen Freunde. Ich bin eigentlich politisch. Aber behalte lieber vieles für mich wegen Mainstream und Media. Aber jetzt geht es erst mal nach Berlin.
Und ich freue mich auf Ronneburg und Schmölln.

Ich finde, je talentierter man ist, desto wichtiger ist es, regelmäßig gecoacht zu werden – vor allem als Bühnenkünstler.

Kleine Ladegast Orgel Dom Merseburg – Orgel Date AHS (Reincken)

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Gehirnmuskelkater! (AHS)

Heute erinnere ich an Diane Arbus (Fotografin), Jacqueline Lölling (Pilotin und Polizistin) und Martina Hill (Schauspielerin). 
Also, ich muss sagen, Ritters zweite Sonate ist ❤️. Aber es gibt auch einige, die seine Musik nicht mögen und eher schwach komponiert finden, zB Hans-Ola. Ich verstehe, warum, aber ich sehe es so: Manche Kunstwerke sind im Detail unansprechend oder seltsam oder geradezu schlecht. Aber im Gesamtbild taucht erst die wahre Schönheit auf. Das ist bei Monet auch der Fall. Und wenn ich ein paar Schritte zurückgehe, ist es so wahnsinnig gut, dass ich weinen muss. Und manche Kunst ist abstrakt und im Detail schön, so wie Bach, fleischgewordenes Talent. Und manche Kunst ist eben einfach nur im sprudelnden Ganzen großartig. Es ist vielleicht eher selten, dass Kunst sowohl im Detail als auch im Ganzen hervorragend ist. Jedenfalls gibt es auch die andere Seite Kunst.

Es ist interessant, was Laukvik über Ritter, Liszt, Rheinberger, Reubke und Reger schreibt. Alle diese mögen keine scharfen Klänge. Volltönig, sanft, deutsch, grundtönig, wenig Cymbel oder scharfe Mixturen. Wenig scharf auch bei Zungen und Streichern. Was ich nicht verstehe – warum nennt Laukvik Flöten dumpf? Das sehe ich überhaupt nicht so. – S. 171. Was denkt ihr?

Ich war noch nie ein Fan von Rheinberger. Sein Leben war irgendwie normal, langweilig und gefällig. Das merkt man an seiner Musik, die sich oft zieht. Aber vielleicht ändere ich meine Meinung beim Üben. Mal sehen. d-Moll-Sonate.

Interessant: Stephan Hermlin: Die Zeit der Einsamkeit. Ich bin angetan, wie dicht und spannend Stephenie Meyer schreibt. Richtig gut! Sie schafft es, lustig, weise, grausam, romantisch zu schreiben. Cooler Humor. Schade ist nur, dass ich immer vorher weiß, wer überlebt.

Hans-Ola ist zur gleichen Zeit in Berlin wie ich…

Kompositionen

Neu: Restaurierung und Intonation der großen Ladegast Orgel Weißenfels:

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Ladegast Orgel

9. Oktober 2021

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Frauen und Männer passen einfach nicht zusammen. (Loriot) – Äh … wir haben jetzt doch eine Stelle gefunden. (Gemischtes ostfriesisches Forscherteam)

Czech/Domzalski!

22. August 2021

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Allein in einer fremden Stadt zu erwachen, ist das vergnüglichste Gefühl der Welt. Du bist umgeben von Abenteuern. (Freya Stark)

Das kenne ich, dieses Gefühl. Es ist ein abenteuerliches Reise-Gefühl. Heute erinnere ich an Sophie Passmann (Autorin), Gerlinde Kaltenbrunner (Bergsteigerin), Annie Jump Cannon (Astronomin). Und Stephenie Meyer. Geniale Unterhaltung, besonders The Chemist.

Heute alle vier Sonaten geübt.
Danke für eure Kommentare von gestern. Viele waren wirklich interessant.
Daher habe ich noch ein paar Punkte zu gestern ergänzt, auch aufgrund eurer Nachrichten:

Weitere Thesen (Fortsetzung) zur Kirchenmusik:

21. Kirchenmusikerinnen und Kirchenmusiker müssen deswegen gläubig sein, weil es bei Musik in der Kirche nicht nur um adäquate Aufführung und Interpretation geht, wie in der Oper oder im Theater, auch nicht um Unterhaltung, „Kultur“ oder Tradition, sondern um Gottesdienst. Auch Konzerte können Gottesdienste sein.

22. Was Gottesdienst ist, muss das erste sein, was sie kennen sollen. Hierzu ist Glauben und eine Beziehung zu Gott nötig. Denn wozu jemanden dienen, den es nicht gibt oder den man nicht kennt oder an den man nicht glaubt? Gottesdienst und Kirche sind keine Farce, keine kulturelle Spielwiese. Es ist echt, ernst zu nehmen, kein Schauspiel. Kirchenmusiker sind keine Schauspieler mit Rollen, die sonntags „christlich tun“.

23. Sie sollen Künstler und Künstlerinnen unterstützen und lieben, nicht bekämpfen oder verachten. Sie sollen selbst bemüht sein, künstlerisch tätig zu sein.

24. Kirchenmusiker sollen nicht herrisch, grob und gehässig sein.


Was mir auffällt:

Es ist auffällig, dass die meisten Frauen nicht solidarisch sind. Im Gegenteil. Diese komplette Unsolidarität trifft dann auf die Seilschaft von Männern. Nur durch diese Kombination haben es Männer geschafft, zu herrschen und Frauen zu unterdrücken.
Zudem: Frauen sind sehr gewöhnt daran, Hotel Mama oder Hotel Ehefrau für Männer zu sein. Damit wird die Männer-Herrschaft weiter unterstützt.
Und den tiefen Stimmen von Männern vertrauensvoll erliegen viele Frauen. Tiefe Stimmen sind sachlicher, ehrlicher, klüger und vertrauenswürdiger? Nein! Hier sind viele Frauen sehr schief gewickelt.
Aber es schäkert sich viel besser mit Männern? Mag sein, aber das führt nirgendwo hin!

Frauen sind untereinander eher Konkurrenz. Ehrgeizige Frauen sind Konkurrenz, sowohl für Männer als auch für Frauen. Doppelt doof.
Aber ein Mann: Könnte ja der Sohn, der Bruder, der Schwiegersohn sein. Putzig! Herzig! Es ist verrückt, wieviele Ehefrauen auf mich eifersüchtig waren ohne jeglichen Grund.
Ladegast Orgel Merseburg Dom – Orgel Date AHS: Aeoline, Sperrventile, Rückpositiv, Schweller, Rabe

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