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Ann-Helena Schlüter

Jahreswechsel

Ein Jahr geht zu Ende. Es war ein kreatives Jahr, in dem ich viel gelernt habe. Menschen sind immer wichtiger als Visionen. Es ist nicht immer leicht, operativ auszuführen, zu managen und aktiv umzusetzen, was man als Vision in sich trägt. Der Roman ist unterwegs zu Verlagen. Es war noch mal sehr viel Arbeit, ihn zu bearbeiten. Ich bin froh und dankbar für meinen Lektoren, Professor aus Heidelberg.

Deswegen und wegen den vielen Konzerten habe ich den Abgabe-Termin meiner Magisterarbeit vom 20.1. auf den 1. März verschoben. Schreibt man so viel, ist es nicht leicht, aus dieser Welt wieder in die Realität zurückzukehren. Die Wissenschaft ist eine so andere Sparte als Lyrik und Belletristik. Für den Auftritt im Omnibus probe ich mit einer Band, und das ist wirklich spannend und noch mal eine ganz andere Welt, mit Schlagzeug, Bass, Keys, E-Gitarre und diesen tollen Jazzmusikern zu proben. An den eigenen Liedern.

16. Dezember 2010

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Bibel-TV

2 Stunden Aufnahmen am weißen Yamaha für Bibel TV, Beethoven, Chopin, Bach, Piano Improvisationen & Liturgie, schon um elf Uhr früh, ziemlich früh, danach Talk mit Heiko Bräuning, alles gut gelaufen, während ringsum Schneegestöber tobte. Das Filmteam und der Soundmann (lLivesound) aus Herrenberg, Leipzig und Pforzheim waren super nett, das Hotel, das Essen und selbst das Taxi, ein Benz mit Rückenheizung, sehr angenehm.

15. Dezember 2010

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Charisma

Bald ist Weihnachten! Morgen Fernsehgottesdienst, heute Piano-Songs und Chopin und Lyrik im Peppino, stehe heute mit Interview in der Zeitung Charisma. Habe Muskelkater von der Reitstunde, kann mich kaum bewegen. Reiten erdet mich und tut mir gut. Der Geruch der Pferde ist himmlisch. Ich mag vor allem die komplizierten Stuten, die auf der Koppel eher etwas frech sind.

Es trifft mich immer noch, wie Michael Jackson gestorben ist. Er war ein Künstler durch und durch.

12. Dezember 2010

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Extra-Chor und Konzert mit Cello

Vorgestern Konzert im Martin Luther Saal in Würzburg mit Philipp Hagemann, Cello. Die Heizung fiel kurz vorher aus. Es ist anstrengend für mich, zwischen Klassik und meinen eigenen Liedern hin und her zu pendeln, auch im Programm, da es zwei so völlig unterschiedliche Dinge sind. Gestern Abend sang ich im Theater im Extra-Chor, vor uns saß das gesamte Orchester, speziell das Schlagwerk. Es war wirklich schön, laut und bombastisch mit Wagner. Viel regionale Prominenz im Publikum.

Ravensburg

Das Konzert in Ravensburg/ Wilhelmsdorf lief wunderschön, der Saal war weihnachtlich geschmückt um den schwarzen Yamaha Flügel. Das Hotel war auf einem Berg, ich konnte die Schweizer Alpen und den Bodensee sehen, im Nebel, in der Sonne, im Schnee. Die Zieglerischen Diakonie-Werke hatten zum ersten Mal ein klassisches Konzert, erzählte mir Heiko Bräuning.

Dennoch liebten die Leute besonders meine Lieder und Piano-Improvisationen. Kurz vorher hatte ich einen Spreisel ausgerechnet in die rechte Zeigefinger-Fingerkuppe gerammt, aber wir bekamen ihn raus. Ich hätte sonst nur schmerzvoll spielen können.

Nächste Woche spiele ich dort in Fernsehgottesdiensten Bibel-TV an einem weißen Yamaha: Stunde des Höchsten auf dem Höchsten, Bodensee. Es wird gefilmt von dem Kamerateam um Immanuel Heims.

Omnibus und Martin Luther-Kirche

Konzerte im Omnibus Würzburg, Leonberg und nächste Woche Wilhelmsdorf bei Ravensburg. Ich freue mich besonders auf die Stillen Adventstage in Leonberg. Am meisten schalte ich neben der Magisterarbeit beim Chorsingen im Theater, auf dem Reiterhof oder beim Schreiben ab.

Ausschnitt zum ERF Fernsehstudio-Interview mit Jürgen Werth.

Bin nun Mitglied bei der Gema VG Wort und der GVL, wurde auch Zeit. Bald spiele ich meine Lieder wieder mit Cello und Drums, freue mich darauf, in der Martin Luther Kirche Würzburg. Die CD mit Johannes Warth hat Spaß gemacht.

21. November 2010

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Wagner Mainfrankentheater

Es war sehr viel los in letzter Zeit. Vorgestern sang ich Wagner im Extrachor des Mainfranken-Theaters, gestern hatte ich ein Konzert mit meinen PianoSongs und dem Cellisten Christian Schumacher im Cafe Rossis in Würzburg — was für mich, die hauptsächlich an Säle und Flügel und Chopin gewöhnt bin, eine Umstellung ist.

Eigenen Lieder sind eine ganz andere Welt. Mit Cello ist es schön zu spielen, passt gut zu Piano & Voice.

Meine Magisterarbeit über Bach/Rheinberger/Reger neigt sich am 20. Januar dem Ende zu; heute spiele ich in der Martin-Luther-Kirche und habe eine kleine Bandsession nachmittags.

Ich glaube, dass in allem, was Kunst und Wissenschaft angeht, das Paradoxe, Geheimnisvolle, Unerklärliche und Ausnahmemäßige eine große Rolle spielt. Denn Wissenschaft, zumindest Geisteswissenschaft, oder zumindest Musikwissenschaft, hat paradoxerweise größtenteils wenig mit Logik zu tun und gerät schnell an Grenzen. Wie lässt es sich sonst erklären, dass der sobenannte ‚Dorftrottel‘ Anton Bruckner Symphonien schreibt, dass die Welt weint? Was für eine Logik ist es, dass das antike Musikdenken sich umkehrte zum progressiven und ein Symphoniker wie Bruckner von der so genannten absoluten Musik in die ‚Sparte‘ der Gesamtkunstanhänger und Wagnerianer rutschte? Wie lässt es sich erklären, dass ein solches, noch dazu unlogisches ästhetisches Gegensatzdenken bis heute Gültigkeit hat und sowohl Gesellschaft, Wissenschaft und Politik prägt?

Konzerte UST Manila

Konzert gestern an der UST (University of San Tomas) Manila, Chopin Ballade F-Dur, Beethoven Waldstein Sonate, Bach Goldberg Variationen, eigene Songs. Es war ein langes Konzert. Ich bekam standing ovations, der Saal war voll mit jungen Musikstudenten und Prof.s, ich habe CDs verkauft und ein wenig von mir erzählt. Es kommt mir so vor, als würde ich mich Bach und meinen Liedern wie eine goldene Spur hinterlassen, da dies so gut wie nie gespielt wird hier auf den Philippinen.

Es freut mich, dass meine Musik auch in einem so fernen Land gehört und gemocht wird. Es ist schön, deutsche Texte zu hören und durch diese Großstadt von 16 Millionen Einwohnern zu fahren. Ich musste jedem eine Unterschrift auf ihr Programm schreiben (ich schrieb meinen neuen Lieblings-Psalm dazu, Psalm 68), was mich viel Zeit gekostet hat, und Fotos machen am Flügel. Heute spiele ich in Greenhills, es kommen Business-Leute, also ein ganz anders Publikum. Die Thai-Massagen zwischendurch sind einfach wundervoll.