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31. Dezember 2019

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Rückblick und Jahresende 2019 Teil 2

Vielen Dank für alles, was ihr mir Gutes 2019 getan habt, merci! Es war ein unglaublich spannendes und lehrreiches Jahr, etwas crazy auch hier und da.

Ohne Meditation wird die Lectio trocken, ohne Lesung die Meditation irrig, ohne Gebet die Meditation ängstlich, ohne Mediation das Gebet unfruchtbar. (Kartäuser Mönche 1083-1136)

Kontemplation.

Wenn ich Liszts B-A-C-H auf dem Flügel spiele, hat dies so wenig gemeinsam mit dem B-A-C-H auf der Orgel von Liszt, dass es mir immer mehr wie ein ganz und gar anderes Stück vorkommt, der Liszt auf der Orgel und der Liszt am Klavier. Manchmal blitzt eine Gemeinsamkeit von einer Sekunde auf – aber es ist motorisch und klanglich ein völlig anderes Werk. Und ich dachte, ich könnte Zeit sparen… Weit gefehlt. Allein das Auswendiglernen bedeutet eine andere Herangehensweise. Insgesamt bin ich nun viel lockerer beim Einstudieren geworden. Ich gebe nur noch die Hälfte an Kraft und Tempo und verlagere meine Spielfreude auf die Konzentration und das Verstehen. Die Orgel an sich ist meine Verlangsamungs-Therapie. Langsam ist mehr. Langsam ist der Königsweg. Ich fühle und spüre mehr.

Dann denke ich an die Hexachorde (Naturale, Molle, Durum), sieben, die das ganze Universum der Musik abdecken und Dur und Moll mit allen Vorzeichen und auch die Kirchentonarten festlegen. Sogar das weit entfernte und Pelegrine werden zusammengeführt, Plus und Minus, wie zwei Magnete, wie zwei Dreiecke, die sich kreuzen.

Schön finde ich, dass es doch ein weibliches Buch in der Bibel gibt: Das Hohe Lied der Liebe. Schön, erotisch.

Insgesamt wünsche ich mir, dass klassische Musiker*innen mehr Öffentlichkeitsarbeit starten, damit junge Leute auf klassische Musik aufmerksam werden und auf den Geschmack kommen. Im Grunde ist dies auch schon Musikvermittlung. Gut, dass ich Freunde in der Jazz- und Songwelt habe, für die Werbung und Marketing normal sind. Deswegen sind sie keineswegs eingebildet, dagegen bin ich noch völlig harmlos und gesittet.

30. Dezember 2019

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Rückblick und Jahresende 2019 Teil 1

Es kommt mir manchmal beim Üben so vor, als wäre meine Wirbelsäule mit meiner Nase verbunden.

Es war spannend, mit Roland Kunz die Beethoven-Abende Saarbrücken und Kaiserslautern Musik für junge Ohren zu planen. Das Buch der BUGA Heilbronn mit den Konzerten Klavier ist ebenfalls angekommen. Freue mich auf die nächsten Bundesgartenschaus.

Mozart an der Orgel ist spannend, weil man ihn nicht nur üben, sondern auch bearbeiten muss.

Es wundert mich, dass Beethoven keine Orgelwerke schrieb. Seine Musik hat so viel Grave und Gravität.

Unter eingefleischten, herkömmlichen Organisten steht das Wort Pianistin oft für zweierlei: Einmal für Ehre, Respekt und Achtung, und einmal für: eben keine Organistin (und wird hoffentlich nie eine werden).

Anbei mein neues Interview:

Neues Interview

Heute einmal Gesundheitstipps:

  1. Lecker und gut gegen Entzündung sind Zink, Zimt, Curry, Kurkuma, Bananen, Zwiebeln, Ingwer, Brokkoliwasser, grüner Tee
  2. Lecker und gesund statt Fleisch sind Buttergemüse, Spinat, Brokkoli und Kohlrabi
  3. Wenn man Reis erneut anbrät, dann etwas Wasser dazu, schmeckt saftiger

Die Orgelbewegung Teil 3

„Das uferlose Nachahmen alter Aufführungspraktiken“, „Stilgetreuheit“ und „Klangstil-Thesen“ (Eggebrecht) sind wirklich nicht die wahre Musik. Es gibt keine wahre Orgel oder wahre Musik. Alles lebt von Verzicht, das hat Eggebrecht sehr gut dargestellt. Es ist Heuchelei und tatsächlich normativ, dass „im Namen Bachs“ oder „im Namen Luthers“ die Orgelbewegung agierte (um die „wahre Musik“ zurückzuhaben und darzustellen), denn wohl Bach als auch Martin Luther haben abgelehnt, was zum Dogma erhoben wurde und haben beide neue Wege beschritten, waren eher Rebellen. 

Es kann nicht nur neobarocke Orgeln geben. Es geht um Transformation, denn auch perfekt notierte Musik ist lebendig und nicht starr und fixiert. Karl Straube selbst spielte Regers Musik. Warum sollte er sich gegen Reger gewandt haben? Ich verstehe, um was es Schweitzer, Jahnn, Gurlitt etc. ging: Um Werte und die Schönheit und Einfachheit der gottesdienstlichen Musik, um ungemischte Eigenfarben, um die Suche nach Inbegriffen und Symbolen für die Wahrheit – doch Wahrheit ist Liebe und keine Kontrolle und Fixierung. Ich glaube, die Kirche und die Kirchenmusik haben in weiten Teilen Gott nicht erkannt. Unter anderem die Orgelbewegung zeigt dies mehr als deutlich. Sie erinnert mich an die Kreuzzüge. 

29. Dezember 2019

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Ungleiche Wesen gleich zu behandeln ist nicht Gerechtigkeit, sondern Gleichmacherei.

Die Orgelbewegung Teil 2

„Der Endzweck der Musica  sei darum die Ehre Gottes, die Anreizung zur Tugend und eine zulässige Ergötzung des Gemüts.“ (Andreas Werckmeister 1686)

Natürlich geht/ging es wie bei allen musikalischen Bewegungen um Klangschönheit und in der Orgelbewegung auch um Tugend. Diese Bewegung zerstörte jedoch in dem „Wahn“, nur noch den Verfall und die Entartung der Musik des 19. Jahrhunderts zu sehen, viele wertvolle Orgeln. Und zwar Orgeln, die keineswegs Fabrikorgeln waren. Aus unerklärlichem Grund war diese Bewegung und ihre Anhänger gegen die singende und gefühlvolle Orgel. Als wäre die sogenannte Alte Musik oder gar Bachs Musik nicht singend und gefühlvoll. Bach hat doch sein Leben lang gesungen von frühester Kindheit an.

Hier ist etwas so missverstanden worden, dass ich mich frage, ob künstlerische Menschen hinter der Orgelbewegung standen oder eben das herkömmliche Patriarchat der Kontrolle und der sogenannten „Kirchenmusik“, gegen die schon Bach aufbegehrte. J.S., der stets neue Orgeln schätzte, muss sich bei der Orgelbewegung im Grabe umdrehen.

Ich kann doch die Symphonieorgel und auch die alten historischen Orgeln sehr schätzen. Warum sollte ich gegen Streicherklang oder Hochdruckregister protestieren? Solange eine Orgel ein wunderschönes Plenum hat, warme Prinzipale, Grundtönigkeit, Tiefe und brillante Flöten, darf sie doch auch Streicher und Koppeln und viele Register haben. Natürlich sind die alten Orgeln anders, aber deswegen müssen und dürfen diese nicht verkannt oder abgewehrt werden.

Es mag genug Organisten geben, die nur dicke Gegenwarts-Orgeln mögen, aber doch nur, weil sie überfordert wären, an historischen (kleinen) Orgeln ohne Kombinationen, Setzern, Lärm und Koppeln schön zu spielen. Es gibt leider zu viele Organisten, die historische, feine Orgeln gar nicht kennen. Die 18 Jahre lang nur ihre eigene (große) kennen. Oder die tatsächlich nur an Apparat und Technik denken. Jedoch auch die brillanten Saalorgeln ächzen doch nicht dahin, wenn sie man gut spielt?

Zu denken, dass in Alter Musik oder Barockmusik alles gleich und gleich gültig sei, als ob nicht schon Händel ganz und gar anders war als Bach menschlich, geistlich und musikalisch…

Kein Wunder, dass eine Art „Parisbewegung“ als Gegenbewegung entstanden ist, da die eigenen schönen (romantischen) Orgeln in Deutschland nicht erkannt und gefeiert wurden: Süddeutschland, Walcker, Ruhrgebiet… nur noch französisch, französisch…

Empfehlen kann ich heute Der Weg zum Wesentlichen von Covey über Zeitmanagement. Gerade bei vielen Talenten ist dieses Buch sehr gut, damit man sich nicht verzettelt. 

28. Dezember 2019

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Ausländerin in der Orgelwelt

Geschlechterrollen nicht wechseln, sondern sprengen!

Bedenklich und traurig finde ich, dass es keine Domorganistinnen gibt, keine Orgelprofessorinnen, kaum weibliche Dozenten und weibliche Instrumentalisten in den Kirchenmusikabteilungen (Ausnahme Sängerinnen), kaum weibliche Orgelsachverständige, dass die Zeitschrift Ors Organi in vieler Hinsicht eine reine Männerzeitschrift ist, als würde man eine Heimwerkbroschüre von OBI von 2006 lesen (selbst OBI etc. sind modern geworden und haben das Rollenklischee verlassen), dass einige Domorganisten bewusst zusammenhalten gegen Frauen, Frauen ausschließen, sich gar von talentierten Frauen bedroht fühlen. Nur die ganz lieblichen, schüchternen, angepassten Frauen finden sie nicht „gefährlich“. Wenn Frauen überhaupt mal spielen dürfen, dann sind es extra „Frauenkonzertreihen“.

Ich selbst bin Ausländerin in der Orgelwelt, komme (Gott sei Dank) aus einer anderen Welt.

In vielen Kirchen sind seit Jahrzehnten nur Maenner an den Orgeln angestellt. Vor allem in katholischen Kirchen („It’s a Guy’s Club“), jedoch auch in Frankreich oder in evangelischen Kirchen („Who has the bigger organ?“). Manche bruesten sich auf einer Tafel, auf der nur Maenner-Namen stehen. Man sagte mir, Kirchen waeren noch das totale Patriarchat, Maenner „halten hier gegen Frauen zusammen“. Und da wundern sich Kirchen, dass keiner mehr Zeit, Interesse und Geld fuer den Guy-Club oder Orgelkonzerte hat, da alles langweilig, immer das Gleiche fern von Gott ist. Manche beruehmten Organisten haben Ehefrauen, die bessere Organistinnen sind als sie selbst, aber lassen die eigenen Frauen sind ran. Was sind das fuer Ehemaenner?

Bedenklich und traurig finde ich, dass in (akademischen) Kommissionen Rangordnungen eingehalten werden, um gewissen Männern „diplomatisch“ nicht auf den Schlips zu treten. Das ist die sogenannte hidden agenda laut Modler. Egal, was offiziell vermittelt wird, die hidden agenda zählt. Für Männer sind es oft Macht-Ego-Spielchen um Statussymbole. Für viele Frauen aber geht es ums Ganze. Wichtig: Gerade die, die einen lächelnd angreifen, sind besonders gefährlich.

Frauen stecken oft aus Furcht zurück, weil sie gefallen und Konflikte vermeiden wollen. Dadurch werden hochbegabte Künstlerinnen oft in den Schatten getreten. Deswegen Modler hat Recht: Diese Spielchen von Männern mitzuspielen ist für Frauen unerlässlich, auch wenn sie nicht wollen. Auch wenn es nervig ist, da Frauen nicht an Rangordnung,  sondern an Inhalte interessiert sind.

Auch wenn ich dieses offensichtliche Machtgerangel nicht mag, kann ich nicht erwarten, mich in dieser Welt nur aufgrund von Begabung und Leistung gegen vertikale Kollegen leicht durchsetzen zu können. Man kann sich nicht heraushalten. So ist diese Welt. Und: Männer sind keine verkleideten Frauen. Als Frau ist es daher wichtig, beide Sprachen genau zu kennen und hervorragend zu sprechen: vertikal und horizontal. Und dies besonders deutlich. Zweisprachig sozusagen. Es gibt vertikale Männer, die sind taub, wenn Frauen horizontal mit ihnen sprechen. Sie reagieren nicht auf Klären, Begründungen, Gefühle, Inhalte, sondern nur auf vertikales Kommunizieren: non verbal, kurz, territorial, kühl. Dieses Vertikale ist oft noch eine Fremdsprache für mich und für viele Frauen. Doch sie muss wie jede andere Sprache trainiert werden. Denn das rein Horizontale ist auch nicht immer gut. Sie zwingt zu einer Art Teamideologie, in der Andersartige oder Herausstechende bestraft werden. Ich bin froh, dass es auch lustige, nette, höfliche, gutmütige und kluge Menschen gibt in beiden Systemen.

Wir sind kein Produkt des gesellschaftlichen Spiegels. Charakter ist der Preis für wahren Erfolg. Frauen dürfen nicht vergessen: Männer, die sich sexistisch verhalten, können dennoch sehr charmant sein; Frauen sollen zum Flirten, für Dienstleitungen und Vergnügungen gern zur Verfügung stehen. Jedoch sehen diese Männer Frauen nicht auf der selben beruflichen „Mensch-Stufe“. Sie erwarten oft, dass Frauen beruflich scheitern. Daher: Meide die Auseinandersetzung nicht. Jedoch die höchste Kommunikation ist eine echte Win/Win-Situation für alle. Das ist das Ziel. Leider gibt es sehr viele, die ihren Gewinn nur im Verlust für den anderen sehen.

Ich frage mich manchmal, wie wohl Marilyn Monroe gewesen ist. Als Mensch.

27. Dezember 2019

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Cuxhaven Teil 2

Warum müssen Frösche beim Schlucken die Augen schließen? Weil sie keine Schluckmuskeln haben.

Tidestieg und Tidefall:

Ich finde es spannend, dass auch die Elbe Gezeitengewässer ist, weil die Flut vom Meer herein drückt. Der Tidenhub (Unterschied Wasserstand zwischen Ebbe und Flut) in Hamburg ist 3,60 m! Erst hinter dem Sperrwerk in Gesthacht ist der Gezeiten-Einfluss vorbei. Für die Elbphilharmonie elbaufwärts wurde extra ein Puffer eingebaut, um auch Sturmfluten zu berücksichtigen. In den USA und Kanada gibt es einen Tidenhub von über 13 Meter (Bay of Fundy, Kanada)! Die Ostsee misst nur einen Tidenhub von ca. 30 cm. Es sind mindestens 3 Meter an der Nordsee hier in Cuxhaven (3,40 m).

„Ham-mer nich‘. Stade drum.“

Je nachdem, mit was für Gedanken oder Geschichten ich mich beschäftige, verwandeln sich die Töne beim Üben in Vögel oder Menschen oder Engel… Das Auswendiglernen braucht am meisten Zeit.

Heute besuchten wir die Alte Liebe, den Hafen, die Fischkutter, Leuchtturm und Wasserturm (zuständig für den Wasserdruck), das Semaphor Cuxhaven (Windstärke anhand Borkum und Helgoland, heute war Windstärke 4) bei der Alten Liebe, das Schloss Ritzebüttel und den Weihnachtsmarkt um den Schlossgraben. Ich mag die roten Backsteinkirchen. Vom Hafen aus kann man nach Sylt, Neuwerk, Helgoland und zu den Seehundbänken fahren, jeweils Tagesausflüge. Wenn ich auf Sylt spiele und in Bremerhaven, versuche ich dies einzurichten.

Ich sammle übrigens gern: Briefmarken (besonders Tiere und Musiker), Münzen, Schallplatten, Badeenten (besonders Musiker), Tiere zum Aufstellen, Noten, Filme, Bücher, CDs und Instrumente.

Empfehlen kann ich heute Lynn Austins Luisas Töchter und Bücher von Elizabeth Musser. Zudem das Kartenspiel Elfer raus! und den Film Music of the heart – ein Film, den ich schon mehrmals gesehen habe. Auch ich würde sehr gern in der Carnegie Hall spielen, wo auch Rachmaninov und Tschaikowski gespielt haben.

Übrigens: Nur zwei Prozent der Weltbevölkerung sind echt blond, habe ich heute gelesen.

26. Dezember 2019

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„Wir bekommen immer das, was wir belohnen.“ (Stehen Covey)

Sind Frauen wirklich nicht dafür gemacht, die Nummer Eins sein zu wollen?

Was ich von Yoga halten soll, weiß ich noch nicht. Mir gefallen die gelenkigen Bewegungen, Pflug, Brücke, jedoch singe ich keine Mantras mit. Vielleicht denken andere, ich sei unmusikalisch oder kann nicht singen. Aber ich kann ja nicht das Vaterunser singen, während die anderen laut die Sonne anbeten. Auch wenn angeblich alles christlich sein soll, auch Sonne, Mantra und Pflug.

Was mich wundert ist, dass von manchen guten Freunden von mir die Ehefrauen aus absurden Gründen eifersüchtig sind. Dadurch ist es schwer, Freundschaften und künstlerische Gespräche mit manchen Männern zu halten, die ansonsten sehr fruchtbar waren. 

25. Dezember 2019

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Cuxhaven

Weihnachten an der Nordsee mit Spazierengehen, Baggersee (Gudendorfer See und Franzenburg), Altenwalde (einem Straßendorf), Plätzchenbacken, Herrnhuter Sternen, Power Nap, Musik, Meeresluft, Wein, mit Geschenken (ich liebe Geschenke), Lesen von Romanen, Kuchen, einer plattdeutschen Mitternachtsmesse St. Nicolai in Altenbruch mit der wunderschönen historischen Orgel Klapmeyer 1730, von Ahrend restauriert, und drei mächtigen Glocken im Glockenturm, Lüdingworth, Strand (Döse und Duhnen, klingt ein bisschen wie Dick und Doof), Kurpark mit Pinguinen, Fisch und asiatischem Essen…

Duhnen hat viele Hotels, zum Beispiel das Badhotel. Besonders gut gefällt mir der Strand an der Kugelbake. Dort gibt es Dünen. Dort fließt die Elbe in das Meer. Hinter Deich, Wellenbrechern und Damm wird die Elbe plötzlich 13 Meter tief. Grosse Container fahren dort Richtung Hamburg oder Ostsee.

Und dann gibt es noch Sahlenburg mit Wald direkt am Wasser.

Ich bin sehr empfänglich für Orgeln wie die Nadel eines Kompasses. Irgendwie bin ich zufällig immer in der Nähe toller Orgeln.

Ich mag die Jahreszeiten am Meer. Die Wolken im Winter sind anders als im Sommer.

Die Nordsee mag ich besonders, weil sie tougher ist als die Ostsee, und wegen Ebbe und Flut, Gezeiten (Tiden) und Priel; das Feeling ist einfach anders an der Nordsee.

Die winzige Insel Neuwerk ist sicher auch sehr schön: Dort kommt man nur mit dem Pferdewagen hin, dem Wattwagen, über das Meer, oder mit dem Schiff oder wattandern (mit Führer). Hat einer der wenigen Anwohner auf Neuwerk Zahnschmerzen, wird er mit dem Hubschrauber nach Hamburg geflogen.

Vielleicht sollte ich eine Fischbude aufmachen und werde reich und aberreich? Kaum zu glauben, dass dies alles noch Niedersachsen ist. Einfach riesig.

Cuxhaven hat ca. 50.000 Einwohner, dazu gehören auch Holte-Spangen (ein Pferdeort) und Altenbruch, jedoch mit dem ganzen Gebiet herum, mit allen Dörfern und Orten wie Otterndorf, Stade und Buxtehude ca. 200.000 Einwohner. Ahoi, Weltenbummlerin!

Eine Frau, die in einem Mann die Angst entdeckt, ist auch bereit, ihn zu lieben.

Woran man sieht, dass es keine Evolution in dem Sinne gibt? Leider, nun, Männer sind seit Anbeginn exakt die Gleichen geblieben. Da hat sich nun nichts geändert seit biblischen Zeiten bis heute.

Ist alles im Leben ein Tanz?

Zu Mozart habe ich noch folgendes bedacht: Es kostet sehr viel Kraft und Hingabe, auf Knopfdruck und innerhalb kürzester Zeit von Kreativität zu leben, das heißt, mit Kunst und Komposition Geld zu verdienen. Mit großen Opern in seinem Fall. Ich bewundere ihn dafür. Er dirigierte seine eigenen Werke, obwohl er nie Dirigieren oder Komponieren „studiert“ hatte wie wir es heute tun. Hätte es damals eine Art GEMA gegeben, niemals wäre Mozart arm gewesen, denn seine Opern wurden überall schon zu seiner Lebenszeit aufgeführt, doch er selbst sah dabei keinen Pfennig. Genialität kann man nie verurteilen, und auch nicht die, die genial begabt sind – mit solchen Gaben muss man erst mal (über)leben können.

Es macht keinen Sinn, jemanden zu hassen, den man liebt. 

24. Dezember 2019

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Marienkapelle Kevelaer Teil 2

Blessed Christmas

Gesegnete Weihnachten 🙂

Was macht Spaß, an den großen Orgeln zu spielen? Auf die Größe einer Orgel kommt es dabei allein gar nicht an. Natürlich ist es schön, mit der großen, dramatischen, deutsch-romantischen Seifert-Orgel auch entsprechend mächtig zu spielen. Aber das ist nur ein Effekt. Man kann den zarten Streicherchor mit nur einem Knopfdruck betätigen (chooses stops blind), den Flötenchor (puffig wie dicke Kissen oder Puffärmel), den Gambenchor (Streicher, sehr laut, da Hochdruck-Gamben) und den Prinzipalchor.

Das Oberwerk (2. Manual von unten) besitzt brillante Solostimmen, die lauter sind als die entsprechenden im Hauptwerk, dem ersten (untersten) Manual. Beispielsweise ist der Prinzipal 4 im OW viel lauter als im HW (Solo-Devision). Die Flauto Dolce im OW spielt sich wie Creme und klingt herrlich und butterweich, die Flauto Harmonique zusammen mit dem Nasard 2 2/3 (OW) klingt exotisch. Sehr schön ist auch die Clarinette im OW, sie klingt wie eine wirkliche Klarinette, nicht wie ein Fake. Toll ist auch die Schalmei im OW, eine Zunge. Und die Zungenbatterie und das Chamadewerk in französischer Manier von Romanus Seifert.

Von Register-Namen darf man sich nicht verwirren lassen. Manche heißen Horn und sind Flöten, andere heißen Pfeife und sind Zungen.

Mozarts Flötenuhr auf dem Fernwerk (4. Manual) zu spielen ist eine Wucht (Traversflöte 4 eine Oktave tiefer). Die Traversflöte 4 im Fernwerk trillert wie ein Wellensittich, dazu ihr „Mate“ Quintatön 8 oder Serafon 8 oder Cor anglais 8. Die Traversflöte 4 klingt zudem sehr schön zusammen mit Celesta oder Waldflöte. Die Traversflöte 4 ist auch allein einfach outstanding.

Die Orgel-Bänke haben hier alle eine Lehne, das gefällt mir. Das Pult lässt sich weit nach vorn verschieben. Ein Rückpositiv gibt es nicht, was ich erstaunlich finde. Das Rückpositiv hat ja wie in der Oper die Solisten nach vorn geholt. Doch hier sind die Solisten auch ohne Rückpositiv sehr präsent.

Doch wie lieblich klingt Mozart auch an der Chororgel, die mal ein Hochaltar war (wie auch die Orgel in der Beichtkapelle) mit der schönen Flöte im Schwellwerk.

Auch Mozarts Orgelwalze klingt hier toll und die Fantasie f-Moll. Ich mag auch sehr, wie Jean Guillou Mozart spielt.

Das Schwellwerk (3. Manual) hat besondere Klänge, Seraphonstreicher und einen sehr schönen Flötenchor: Rohrflöte 8 und 4, Seraphonflöten (Hochdruck, zwei Münder, a lot of Power), Concertflöte 8, Flaut amabile 8, Travers 4, Nachthorn 4 (Flöte), Flautino 2.

Mit das Wichtigste für mich an einer großen Orgel ist, dass die Orgel schöne Prinzipale hat, zudem viele schöne, verschiedene Acht-und Vierfüße und einen Flötenchor im Pedal. Die Prinzipale müssen wie Sprechstimmen sein, nicht schreien. Sie müssen Konsonanten haben, p-k – aber auch nicht zu starke, nicht sch-t. Man muss hören können, wo und wie die Pfeifen ansetzen und beginnen. Der Klang darf nicht zu flach, sondern sollte delikat und warm sein, auch nicht too bright, mit einem Crescendo nach oben.

Mit solch schönen Prinzipalen kann man jedes Bachstück spielen, ja, hier würde schon ein schöner Prinzipal 8 ausreichen. Hat man solche Prinzipale nicht, muss man ausweichen, was kompliziert werden kann. Auch im Pedal braucht es einen schönen Flötenchor, also mindestens einen Flötenbass 8, mindestens einen eleganten Vierfuß (Flöte 4) und einige kernige 16- und 32-Füße (Subbaß 16, Oktavbaß 16). Und man muss gut und schnell alles koppeln können. All dies hat die erstaunliche Seifert-Orgel zu bieten. Ich bin gespannt, Kleuker-Orgeln kennenzulernen.

Interessant: Exakt gerade als ich Guillous Mozartorgelwalze auf YouTube abspielte, sagte Mozart im Spielfilm: „Ich habe sogar für eine Orgelwalze komponiert!“ I am a Pipe. Intoniert mich!

Lecker: Hier gibt es süße Pasta mit Birnen und Pflaumen. Und Pasta mit Gamben statt Garnelen. 🙂

23. Dezember 2019

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Gesegnete Weihnachten!

Kevelaer, Teil 1

Ich bin im wunderschoenen Wallfahrtsort Kevelaer in der Naehe von Duesseldorf und staune ueber die Marienbasilika und ihre Orgeln, ueber all die vielen Orgeln in dieser wunderschoen geschmueckten kleinen Stadt. Die beruehmte Orgelbaufirma Seifert hat hier ihren Sitz schon seit der 5. Generation. Die Orgeln der ganzen Gegend sind Seifert-Orgeln, auch die groesste Deutschlands (nach Passau, die ja aus unterschiedlichen Orgeln besteht) mit ueber 10.000 Pfeifen in der Basilika aus einem Stueck. Original 1906. 1926 erweitert. An ihr durfte ich viele Stunden ueben und im Gottesdienst spielen. Die Basilia sieht aus wie ein riesiges, exotisches Schmuckkaestchen mit Wandteppichen, Sternen und intensiven Farben,  und hoch oben ueber den geschnitzten Eingangstueren thront die grosse, praechtige Orgel mit ihrem Gehaeuse aus hellem Holz, roetlich angestrahlt, inmitten blauen Sternenwaenden. Sie ist eine viermanualige romantische Orgel mit 138 Stops (elf werden in den naechsten Jahren ergaenzt) mit wunderschoenen Vierfuessen, Floeten und blendende Zungen. Sehr gut gefaellt mir das Fernwerk, das links weit entfernt als grosse eigene Orgel mit zwanzig Stops steht, mit einer Solo-Trompete. Das Fernwerk hat auch eine unglaublich schoene Traversfloete, perfekt fuer Mozarts Floetenuhr. Jedoch ist das Fernwerk im Dialog nicht so leicht zu spielen aufgrund der Akustik. Jedoch ist die Akustik insgesamt ein wundervoller Traeger fuer die Orgel, nicht so gigantisch wie im Koelner Dom:

Die Orgel blueht hinein in die Akustik, die fuellt und nicht ueberwaeltigt. Ich spielte meine drei Mozartstuecke, und die zarten Acht-und Vierfuesse waren charmant wie Puffaermel an Kleidern, die Hohlfloete, Floete Harmonique, die Doppelgedackten, Streicher, vier Serafonfloeten, durchschlagende Zungen wie Euphonium und Englisch Horn (Fernwerk) und Fagott (Oberwerk), warm und harmonisch reich. Zungenbatterie fuer Vierne und Widor. 

Es ist eine elektrisch-pneumatische Orgel, aber sie ist durch die geniale Entdeckung und Erfindung der Membranenladen vom Gruender Ernst Seifert stets klar, schnell und brillant. Ich wusste, irgendetwas ist anders, als ich spielte, die Manuele und der Touch gefielen mir jedoch gleich. Die Orgel ist perfekt fuer Liszt, Reubke, Ritter, Brahms, Mozart, Mendelssohn, Vierne und auch Bach. Nicht so geeignet ist sie fuer Muffat, Buxtehude etc. Auch die kleine Chororgel mit zwei Manualen unten gefiel mir.

Wunderschoen fuer Mozart. Sie steht inmitten groesser Tannenbaeume, Adventskranz und Krippen. Der Kapellenplatz ist ebenso geschmueckt, in ihrer Mitte die Gnadenkapelle ohne Orgel, dafuer spielte ich Seifert-Orgel in der Kerzenkapelle, die alte Orgel in der Sakramentskapelle mit 5 Stops, die suesse Orgel in der Beichtkapelle an der Seite mit 10 Stops und die Hauptorgel und Kapellenorgel in Sankt Antonius. Die vielen Kerzen lagern Russ in der Orgel in der Kerzenkapelle ab, dadurch sind manche Floeten halb erstickt im Klang oder scheinen zu ueberblasen. Jedoch ist gerade diese Kerzenkapellen-Orgel einfach wunderschoen. 

Ueberall Pilger und Kleinkunst, Weihnachtsmarkt, Punsch, herzhafte Pfannkuchen, Esel, Rotwein, Tannenbaeume und Krippen. Die Innenstadt wirkt mit all ihrem Schmuck sehr reizend, und die Italiener haben herrliche Trueffelpasta. 

Es war spannend, an drei Tagen hintereinander drei sehr unterschiedliche Orgeln zu spielen: Saalorgel Klais Wuerzburg, Schnitger Alkmaar, Holland und die grosse Seifert Kevelaer. Ueberall spielte ich Mozart. Schnitger faellt natuerlich sowieso aus dem Rahmen, dreihundert Jahre vor den anderen beiden. Und der Unterschied zwischen Klais und Seifert (beide Firmen sind gleich alt)? Klais ging mehr mit der Orgelbewegung, aber beide haben ihre Staerke in der romantischen Orgel. Die komplett neue elektrische Saalorgel-Klais ist natuerlich voellig anders als die viel groessere Seifertorgel in der Marienkapelle. Klais benutzt die gleichen Stops auf verschiedenen Manualen, viele Transmissionen. Seifert benutzt keine Transmissionen. Hier sind alle Pfeifen da. Ich mag beide sehr.

Alle Orgeln sind sehr gut intoniert. Andrew zeigte mir alles, er arbeitet fuer Seifert. Danke! Durch ihn habe ich viel gelernt ueber Orgelbau. Wir kletterten auch in die grosse Kapellenorgel hinein, wobei ich auf halber Strecke steckenblieb, da meine Hoehenangst mich nicht weitergehen liess. Danke, Elmar, Andrew und Patryk! 

 

22. Dezember 2019

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Alkmaar, Niederlande

Alkmaar ist eine wunderschoene Stadt, ungefaehr so gross wie Wuerzburg, etwas kleiner. Die wunderschöne, weltberuehmte Orgel in der Laurenskerk, Grote Kerk. Schnitger. Meine erste hollaendische Schnitger, vom Sohn des Schnitger in Stade. Franz Caspar Schnitger. Mir gefallen die Niederlande sehr. Ich rieche die Nordsee, hoere die Moewen, sehe die kleinen, niedlichen, sauberen Gassen, die edlen roten Haeuschen mit den Glasverandas, in denen Weihnachtsbaeume glitzern, der Kaesemarkt mit riesigen Kaeseleibern in allen Farben, gruen, schwarz, rot, Ziege, gelb, weiss… Es riecht nach Fisch, und es gibt viele Bio-Restaurants mit Salat, Suppe und Smoothies. St. Laurens ist eine grosse, gotische Kirche aus dem 15. Jahrhundert, nachts in roetliches Licht getaucht, und alle Baeume herum sind geschmueckt, dazu ein Weihachtsbaum auf dem Platz gegenueber mit Ohrringen und Kerzen. Der Weg von Amsterdam nach Alkmaar mit seinen Kanaelen und Brueckchen ist sehr schoen. Nordholland ist einfach exotisch. An der Schnitger-Orgel mit ihren drei Manualen spielte ich Mozarts Floetenuhr, die Orgelwalze von Mozart, Fantasie f-Moll, Muffat Toccata Septima. Das Pedal ist brillant, und die Orgel ist in vielem in ihren Klangfarben seit 1640 erhalten, genauso hervorragend erhalten wie die Schnitger in Stade. Man ist vom riesigen, mannshohen Rueckpositiv komplett verdeckt wie von einem Schrank. Man verliert den inneren Kontakt zum herrlichen Prospekt, aber wir Organisten sind ja auch oben zum Arbeiten, der Prospekt ist fuer das Publikum. Das Hauptwerk ist in der Mitte, das Rueckpositiv unten, das Oberwerk oben. Natuerlich macht besonders das Rueckpositiv manualiter Nebengeraeusche, man muss also sehr vorsichtig absprechen und die Ellenbogen locker haengen lassen. Ich liebe das Fagott, die Oboe, und die Gambe (Fiol di Gamba) ist hier im Gegensatz zu Sueddeutschland eine Zunge, dazu den Praestant ziehen. Durch die 24-Quinten haben wir einen 32-Fuss. Ueberall schoene Floeten. Aber besonders liebe ich die Baarpyp, eine konische Floete, erhalten von 1685. Sie zusammen mit dem Tremulant, Quintadena und Vox Humana ist eine typische niederlaendische Kombination fuer Schoenheit, sehr gut fuer Dialog und Echo, eine besondere Klang-Choreographie. Und es gibt die kuriosen Coppelings. Jedes Manual kann miteinander gekoppelt werden, anders als in Stade. Mit den verschiedenen, besonderen Vierfuessen ist die Floetenuhr entzueckend zu spielen, dicht, nicht zu aktiv, mit brillanten Doppeltrillern. Merci, Pieter!