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Orgel

25. Februar 2022

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Wenn die Menschen schweigen, so werden die Steine schreien. (Jesus, Lukas 19,40)

Öffne deinen Mund für die Stummen, für das Recht der Schwachen. (Sprüche 31,7)

Foto: leguano Barfuß-Schuhe

Heute sah ich den wundervollen Film „Mr Holland‘s Opus“ auf Englisch mit dem großartigen, warmherzigen Schauspieler Richard Dreyfuss mit schönem Lächeln. Was für ein Musiklehrer! Es ist ein berührender Musikfilm, in dem es nicht um Musik geht – sondern um Träume im Leben. Gerade die erste Stunde ist zum Weinen schön. Da ist ein Lehrer, der wirklich sein Bestes gibt und trotz allem kein leichtes Leben hat. Sehnsüchte nach Großem im Leben können schier zerreißen; ein Mann, der auch woanders hätte sein können, aber der ein Lehrer blieb bis zum Schluss – und doch Großes darin bewirkte. Unheimlich beinahe. Sehnsucht nach Liebe, Karriere, nach Schönheit pur. Der Film ist natürlich musikalisch gesehen unrealistisch (und um Musik geht es nicht), aber er transportiert schon die echte große Sehnsucht nach Liebe und hat zudem wundervolle Aussagen in den ersten 60 Minuten und bis zum Schluss. Ich werde sie für euch aufschreiben, weil ich weinen musste. Dieser Mann im Film hat zudem perfekt und absolut richtig auf das schöne Mädchen reagiert. Wären doch alle Männer so. Die meisten sind es nicht und zerstören ihre Familie. Es ist also ein Film mit Top-Werten. – Die DVD kam aus der Schweiz. Ich musste sogar Zoll zahlen. Aber ich liebe nun mal CDs und DVDs und Platten und Bücher – ich bin wohl altmodisch und habe gern etwas in der Hand. Das unsichtbare und ungreifbare Internet mit Streaming etc. ist nun wirklich nicht alles. Also hier kommt der erste wunderschöne Ausspruch:

Menschen sind die Sinfonie.

Und:

And I took the record home, played it and I hated it. I really hated it. I just didn‘t get it. So I played it again. I played it again and played it again. And then, I just couldn‘t stop playing it. I kept listening to those notes. And I realized that I was falling in love – that‘s what I wanna do for the rest of my life. You know. Make music.
❤️❤️❤️❤️❤️❤️❤️❤️❤️❤️❤️❤️❤️❤️❤️

Ich denke, dies ist damit gemeint: So ist das manchmal: Man haßt etwas, weil man es nicht versteht, weil es einen trifft, überfordert. Aber wenn man anfängt, sich damit zu beschäftigen, dann fängt man an, es zu lieben, mehr als alles andere auf der Welt. Haß und Liebe liegen nah beieinander.

Neu:

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Übrigens, es war meine erste DVD seit Wochen. Mein altes MacBook ging kaputt (Festplatte) und ich hatte viele Daten nicht gespeichert. Daten-Recovery kann ich sehr empfehlen. Sie retteten mich. Jetzt verwende ich endlich bald mein neues MacBook Pro, mit dem ich mich nicht anfreunden konnte, jetzt aber schon. Mit meinen Daten. Neues Word. Endlich. Muss ich alles mal ausprobieren. Neue Webseite. Bald. Mein Chromebook aber verwende ich für meine Doktorarbeit, das ist nur für das reserviert. Ich mag es, dass man dort direkt auf dem Bildschirm scrollen kann. MacBook und Chromebook sind ungefähr von der Handhabung so unterschiedlich wie Orgel und Klavier. Da darf man nicht durcheinanderkommen.

24. Februar 2022

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Schönheit für mich ist, kraftvoll und ohne Angst vor anderen Kunst zu produzieren. (AHS)

Heute erinnere ich an Zhang Yin, chinesische und reiche Unternehmerin.

Es ist interessant, im Rahmen meiner Dissertation über den Gottesbegriff nachzudenken, inwieweit dieser in einer wissenschaftlichen Arbeit vorkommen darf: Es gibt den immanenten Gottesbegriff, bei dem Gott mit Schicksal, Universum, Kosmos, sogar mit Musik gleichgesetzt wird und dabei also offen und vage bleibt, etwas, dass wir innerlich als göttlich empfinden. Dieser Gottesbegriff wird noch akzeptiert, da sich jeder Mensch darunter etwas anderes vorstellen kann. Jedoch der transzendente Gottesbegriff, den, den ich meine, der ist durchaus problematisch in der Wissenschaft, denn hier gehe ich von einem real existierenden Gott aus, dem christlichen, dem Gott von Mose, dem ich als Kind begegnet bin, der zu mir gesprochen hat, als ich 9 Jahre alt war. Wenn ich euch ein Geheimnis verraten darf: BACH BERÜHREN ist der Titel, GOTT BERÜHREN ist gemeint. Das ist natürlich radikal, vor allem, wenn man die säkulare (atheistische) Szene der Geisteswissenschaften kennt. Dabei müsste die Geisteswissenschaft von Geist erfüllt sein.

Ein weiterer Begriff fasziniert mich sehr: ENTHUSIASMUS. Das Wort könnte als ein Synonym für mich stehen. Die von Gott Erfüllte. Eigentlich könnte dieses Wort das Gegenteil der nüchternen, geisteswissenschaftlichen Sprache markieren. Aber: Enthusiasmus gilt dort tatsächlich als Begriff und Phänomen. Und noch mehr: Es bedeutet ursprünglich aus dem Griechischen: enthousiasmós: freudige Erregung durch den Heiligen Geist, erfüllt mit Gott, ergriffen. Es ist ein durch und durch christlicher Begriff, auch wenn dies heute verloren gegangen ist und nur noch für Begeisterung steht. Aber selbst Begeisterung leitet sich korrekt ab von: Mit dem Heiligen Geist erfüllt sein, verzückt sein. Ich kenne das Gefühl von Verzückung. Ich weiß, dass nichts der Verzückung gleichkommt wie in Gottes Nähe zu sein. Die Dissertation BACH BERÜHREN bedeutet auch: Erfüllt werden mit Enthusiasmus und Begeisterung für Bachs Musik. Und dies wiederum übersetzt meint: Erfüllt sein mit Enthusiasmus für Gott, Gott kennenlernen, nicht nur Bach. So dass Post-Millennials und junge Menschen Gott kennenlernen, nicht nur Bach. Ich will untersuchen, wie sie auf Bach als christliche Musik reagieren. Dies ist letztendlich die Motivation für meine Studie. Und was ist hier die Herausforderung? Dies so zu schreiben, dass er, dass Gott umschrieben wird, er, der nicht genannt werden darf. Den zu formulieren und zu lesen, der nicht gelesen werden soll: Jahve. Dass er deutlich und doch verborgen ist. Dass er in einer geisteswissenschaftlichen Arbeit verherrlicht wird.

Eines darf man nicht vergessen: Sobald man etwas veröffentlicht, egal was, auch in der Wissenschaft, kann es diskutiert und auch kritisiert werden. Solange dies in einem klugen und geschätzten Kontext vonstatten geht, ist es noch ok, wobei auch hier berühmte Menschen „klug zerfetzt“ werden (können) von anderen Forscherinnen und Wissenschaftlern. Jedoch in einem Zeitalter, wo Dummheit laut heraus getrötet wird und viele Laien sich Urteile erlauben, nur um sich selbst herauszustellen, von frauenfeindlichen Motiven geprägt, ist es von großer Bedeutung, mit gehässiger, dummer Kritik gut umgehen zu lernen, wahrscheinlich von größerer Bedeutung als je zuvor in einem anderen Zeitalter.

„Wenn es Götter gäbe, wie hielte ich’s aus, kein Gott zu sein! Also gibt es keine Götter.“ (Nietzsche)

Auch kluge Leute können sehr falsch liegen. Das ist der Grund, warum viele einen echten Gott nicht wollen. Sie wollen lieber selbst Gott sein und würde es nie ertragen, dass jemand anderes Gott ist. Also gibt es keine Götter? Da hat Nietzsche allerdings Recht. Es gibt nur einen Gott. Und glaubt mir – ein Gott reicht absolut aus. Buchstäblich. Denn: es sind ohnehin 3 in 1. HOLY SPIRIT. GOD. JESUS. Wen ich zuerst liebte: Gott. Wen ich als zweites liebte: Jesus. Wen ich als drittes und dann lange am meisten liebte: Den Heiligen Geist. Und nun? Wieder Gott. Denn er ist Abba.

Foto: Dachsbach, Franken

Ich lese gerade Baruch Spinoza, hochinteressant, genauso Daniel N. Stern und Jean-Luc Nancy.

Neu: Hier erzähle ich das Märchen vom bösen Wolf:

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22. Februar 2022

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Wenn man nachdenkt, radikalisiert man sich ja auch. (Helke Sander)

22.2.22

Deutsche Schauspielerin. Professorin. Ich erinnere heute auch an Shonda Rhimes, Fernsehproduzentin aus den USA.

Bemerkenswert am Göttert und Isenberg Orgelführer von 1998 ist, dass durchgehend nur von Männern die Rede ist, welche auf S. 131 in folgendem Ausspruch gipfelt: „Auch Orgeln wollen den Mann, der zu ihnen passt.“ Was für ein Zeugnis! Ein hervorragendes Zitat. Am liebsten würde ich es ab jetzt täglich oben in meinem Blog zitieren.
Gab
 es 1998 gar keine Organistinnen in Deutschland? Kein Wunder, dass es so überraschend heute für Männer ist, dass es heute Frauen gibt. Mit solchen Büchern wurde es den Frauen in der Orgelwelt schwer gemacht, da es sich in die Köpfe eingebrannt hat, es müsse „der Organist“, also ein Mann an der Orgel sein. Ob dies der Grund ist, warum Frauen attackiert werden, die an der Orgel Karriere machen wollen, gar noch als Künstlerin?

Heute hörte ich von der wundervollen Frau Maria Beulah Woodworth-Etter, 1844 geboren, aus den USA (Wilder Westen), beispiellose Christin, die Schreckliches erlebt hat und dann dennoch (oder gerade weil) zu einem enormen und gesalbten Dienst kam.

Was mich wundert: Warum bringen Nachrichten noch immer Nichtigkeiten wie Fußball, Lottozahlen und Männersport? Um Männer zum Nachrichtenschauen zu bewegen? Das sagt ja einiges aus. Wo sind die entscheidenden Nachrichten, Warnungen und Wichtigkeiten, die durch Fußball und Lotto abgewürgt werden? Wo sind Themen, die für Frauen wichtig sind?

Neu:

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21. Februar 2022

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1850 – das ist nicht lange her. Das war gestern. (AHS)

Heute erinnere ich an Malala Yousafzai, pakistanische Kinder- und Menschenrechtsaktivistin, die ebenfalls einen Blog schreibt, die ihr Leben einsetzt, um Terroristen ans Licht zu bringen.

Heute ist ein Wunder passiert ❤️ Gestern eigentlich schon. Manchmal werden „Feinde“ Freunde. Das gehört mit zum Schönsten auf der Welt.

ps: Hallo Schmitz! Bist du noch arbeitslos? Jedenfalls schön, dass dein neuer Job ist, alle anzuschreiben, die in meinem Blog vorkommen. Heute suche bitte Doris Brödel und Fritz Moers.

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13. Februar 2022

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Meine Sache ist das Sehen, das Malen und Zeichnen, nicht das Reden. (Gabriele Münter, 1952)

Eine wunderbare Malerin (1877-1962). Sie hat lange gelebt in dieser Zeit. Die Fotos, wie sie mit ihren Pinseln um 1900 herumläuft, finde ich berührend. Ihre Gemälde sind bunt und klagend. Sie lernte privat, da Frauen nicht studieren durften, war aus reichem Hause, lebte in Dänemark, Bayern und Berlin und war verlobt mit Kandinsky. Durch ihn war sie im Netzwerk involviert (die Künstler des Blauen Reiters), auch mit der Malerin Lulu Lazard. Warum sollen Frauen erst durch Männer involviert oder im Netzwerk sein dürfen? Ich sehe das nicht ein. Es geht doch um Talent, Können und Berufung, nicht um Kontakte zu Männern. 
Heute war ich mit Katharina in der ev. Nikolaus-Peter-Kirche in Oberhöchstädt in Mittelfranken bei Nürnberg an der Strebel-Orgel von 1905. Evangelisch-lutherische Kirche um 1300 in Dachsbach-Oberhöchstädt, ein kleines Dorf in Mittelfranken bei Neustadt/Aisch. Sehr hübsche Kirche mit sehr schönem, restaurierten Turm. Die Kirche besitzt 4 große historische Glocken um 1325: Taufglocke, Segensglocke, Totenglocke und Gebetsglocke und das Schlüsselberger Wappen von 1300. Rote Holzbänke zieren die zweiemporige Kirche, ein goldener Kronleuchter, ein langer, dunkelroter Teppich, ein wertvoller Altar mit Kreuzwappen über dem Kreuz  und ein seltenes, großes rotes Jesus-Glaskunstbild an der Seitenwand. Die Orgel oben unter der Decke ist grün-golden, 1 M, grades, enges Holzpedal mit Cis und D, das Gehäuse mit Wappen und trompetenden Engeln geschmückt. Das Taufbecken besitzt einen kunstvollen goldenen, reich verzierten Deckel. Die Kirche liegt in einem gepflegten Friedhof und wird liebevoll betreut. Ich spielte Rheinberger.

Oben: Christuskirche Karlsruhe

Neu: Orgel-Information: Die wunderschöne Orgel in St. Ludgeri in Münster, die oft nicht genug beachtet zu sein scheint, ist herrlich. 

Kreienbrink Orgel St. Ludgeri Münster

Neu: Orgel-Information: Die wunderbare Jahn-Orgel in Leipzig, um 1900, eine meiner ersten Übe-Orgeln neben den Thomaskirchen-Orgeln, als ich in der Bachstadt Leipzig meine Liebe zur Orgel entdeckte. Ich bin dankbar, dass diese kleine, tapfere, präsente, geschichtsträchtige Orgel, die die DDR und den Krieg überlebt hat, von Orgelbau Eule gerettet wurde, als die wunderbare Universitätskirche 1968 wegen dem unfassbaren Atheismus gesprengt wurde (Katastrophe). Eule hat sie nicht nur gerettet, sondern sogar erweitert:

 

Orgel-Information

12. Februar 2022

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Nur ein Privatleben führen heißt, in einem Zustand leben, in dem man der Wirklichkeit, die durch das Gesehen- und Gehörtwerden entsteht, beraubt wird und der Möglichkeit, etwas zu leisten, das beständiger ist als das Leben. (Hannah Arendt)

12.2.22
Das obere Zitat bedeutet, dass Frauen jahrhundertelang beraubt wurden. Heute heißt das Cancel Culture: Frauen, ihre Meinung und Wahrnehmung werden oft gecancelt. Nach dem Motto: Impulsiv? Falsch. Emotional? Unsachlich. Weiblich? Passt nicht. Gefühlvoll? Schlecht. Anderer Meinung? Geht nicht. Offen, direkt, nicht hintenrum? Druff: Hexenjagd. 

Ich bin begeistert von Barbara Beuys und ihrem Buch über Chinas Dichterin Li Quingzhao, die mit dem Gelehrten Zhao Mingcheng verheiratet war.

Noten AHS bei Stretta

Schön finde ich, dass ich die Galerie Nettels bei der Aa zum Stadtteil „Über Wasser“ in Münster gesehen habe, in der die von den Nazis verbotenen Predigten von Bischof Graf von Galen gedruckt und heimlich verbreitet wurden, Galerie Nettels neben der Überwasserkirche, damals auch Druckerei. Die Predigten wurden auf Schreimaschinen getippt mit Durchschlagpapier zur Vervielfältigung.

Oben: Das Juwel von Münster: Karl Schuke Orgel in der Marktkirche: Tropfenorgel

Update Üben: Viernes Toccata ist gerade auf den letzten 4 Seiten nicht unanstrengend. Update Diss: Für meine Dissertation lese ich gerade Resonanzen und Dissonanzen. Sehr interessant. Das Spannende für mich sind hierbei nicht allein Inhalt und Schlussfolgerungen, sondern die Form, wie argumentiert und aufgebaut wird. Man kann ja mit dem gleichen Inhalt ganz anders argumentieren. Der Aufbau der Diskussion ist ganz anders gestaltet.

Neu: Noten-Ausgaben im Vergleich im Orgel Vlog:

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Orgel Vlog

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Woehl Orgel

Woehl Orgel Sendenhorst

Orgel- Information 

Vertrauen ist die schönste Form von Mut. (Hildegard Wortmann)

Heute erinnere ich an Lucia Moholy, österreichisch-britische Fotografin, die Menschen wie Häuser fotografierte. Wusstet ihr, dass jedes Gehirn erst einmal weiblich zur Welt kommt? Das ist schön.

Das Gehirn ist wie Bachs Musik, nur als Gehirn. Würde jemand denken, Bachs Musik sei durch einen Urknall entstanden? Oder durch eine Kette zufälliger Umstände? Das ist Blasphemie, zu behaupten, das Gehirn hätte sich irgendwie selbst hergestellt, wobei jedes menschliche Werk zig mal anerkannt wird, vor allem, wenn es von einem Mann erschaffen wurde. Ist Gott nicht mehr als ein Mann? Oder sei aus einem Tiergehirn mutiert, wobei sich das menschliche Gehirn doch nachweislich so genau unterscheidet (ich liebe Tiere und weiß, dass sie eine Seele haben).

Gern mag ich die Schriften von Hermann Pfrogner, 1911 in Graz geboren. Ich vermisse solche Musikwissenschafts-Persönlichkeiten, gläubig und voller Bewunderung für die Künstler. Heute ist es so, dass eine unglaubliche Säkularisierung stattgefunden hat, wie Progner bereits 1986 angekündigt hatte.

Sein Buch Zeitwende der Musik kann ich empfehlen. Ich kann 2022 bestätigen, was er vorhersagte, während er längst tot ist. Progner schrieb: „In der Musik gehört der erste Platz den Komponisten und praktischen Musikern, dem Theoretiker kommt die zweite Stelle zu, dort ist sein Platz.“ – Heute sagen die Theoretiker dies: „In der Musik gehört der erste Platz dem Theoretiker, besonders den Männern, die einen Professoren-Titel haben, und die praktischen Musikerinnen haben gar nichts zu sagen, sind ja gar keine Wissenschaftler.“ (Namen einfügen, die ihr kennt).

Ich mag Adorno. Früher war ich genervt, weil Musikwissenschaftler pausenlos von ihm sprachen. Daher wollte ich ihn nicht lesen. Ich mag keinen Hype. Und jetzt habe ich mich ihm allein in Ruhe angenähert. Und ich muss sagen: Gut. Besser als vieles andere.

Oben: Dom Würzburg, Foto: Mark Brooks (Titel: Flirting with stones. Devotion and Questioning) Wer malt mir dies in Öl?

Der Proletarier ist ein Sklave. Aber der Sklave des Sklaven ist die Frau des Proletariers. (Louise Michel)

Sehr schlimmer und trauriger Satz. Französische Revolutionärin, geboren 1830.

Heute erinnere ich auch an die Schweizerin, Bankerin und Karrierefrau Marianne Wildi, und an Polina Daschkowa, Schriftstellerin.

Heute kamen die ersten Notenexemplare meines zweiten großen Orchesterwerkes LICHTUNG an. WOW!!! Es ist mein bisher größtes Orchesterwerk.

Meine Booster-Impfung ging heute schnell und problemlos über die Bühne… und heute der letzte Tag mit Antibiotikum (wegen meiner Wunde unter dem linken Knie, die sehr gut verheilt), meine Yankee Candle ist auch zu Ende gebrannt (und ich wollte ausprobieren, ob Feuer das dicke Glas cracken kann: Ja, kann es), und heute war der letzte Tag vom offenen Methodenseminar mit Promovenden aus Leipzig, Braunschweig, Österreich und mir.

Es war ein sehr gutes Kolloquium. Mein Beitrag mit der PPP und den Grafiken war super und hat mir viel Spaß gemacht. Ich war ganz am Schluss dran, wo alle schon recht geschlaucht waren. Es war trotzdem prima.

Digital entsteht manchmal wenig persönliche Schwingung in solchen langen Meetings, finde ich. Trotzdem ist es interessant. Es ist sicher nicht immer leicht, so etwas auf die Beine zu stellen.

Was ich allgemein etwas schade finde: Die Musikpädagogik, Musikwissenschaft und Soziologie und vielleicht die Geisteswissenschaft  an sich erscheint mir oft wie eine Subwelt einer privilegierten Gruppe mit Themen, die ansonsten kaum jemand versteht, „normale Leute“ nicht interessieren und die auch teilweise weit entfernt von Gesellschaft und Praxis sind bzw. kaum angewendet werden können. Da wird Jahre und Jahrzehnte getüftelt und das gelesen und ausgewertet, was andere getüftelt haben… doch das, was herauskommt, erscheint mir oft etwas dünn im Vergleich – zumindest was Weltbeziehungen angeht. Ich mag die Art zu denken und zu tüfteln, aber ich möchte auch, dass etwas herauskommt.

In der Naturwissenschaft kommen oft Ergebnisse heraus, die die Welt verändern können, sei es in der Medizin oder in der Mathematik. Es gibt natürlich gewisse Ausnahmen … in der Philosophie, da kommen oft auch hilfreiche Ergebnisse heraus. Und sicher sind Geisteswissenschaften wichtig. Dennoch vermisse ich, dass aus diesem vielen Getüftle und Theoretischen insgesamt etwas Brauchbares oder überhaupt etwas herauskommt, was verständlich, anwendbar und entscheidend ist oder sein könnte für andere draußen, für den Rest der Welt und nicht nur für „die Wissenschaft“, sondern real für die praktische Musik, für die Kids. (Davon, dass mir gewisse Theorien durchaus auch unlogisch, widersprüchlich und unwahr erscheinen, ganz zu schweigen.)

Ein Theoretiker widerspricht dem nächsten. Steigt man ganz und gar ein in eine Welt ohne Praxisbezug und Kunst, dann wird man im schlimmsten Fall eine Person, die außerhalb der Praxis und Realität etwas zusammendenkt, was letztendlich kaum jemandem nützt und nur für weitere Tüfteleien geschrieben und von anderen Nachwuchs-Tüftlern gelesen werden muss. Vielleicht wird deswegen so viel theoretisiert und mit Konstrukten um sich geworfen, um die fehlende Kunst und Praxis zu kompensieren oder damit man zitiert wird von anderen oder von Nachwuchs-Tüftlern? Natürlich ist eine Dissertation nur der Anfang einer Tüftel-Karriere.

Aus meiner Sicht: Wörter wie „Alltagstheorie“, „Subjekte“, „normativ“ etc. sind oft typische Abwehr-Wörter der wissenschaftlichen Hochtraberei.

Weiter habe ich über unser Gehirn gelesen – sehr spannend. Glaubt jemand wirklich, „Evolution“ oder „eine Verkettung unglaublicher Zufälle“ habe uns eine so komplexe Verkabelung (Nervensystem) gegeben, dass alle Nerven, aneinandergelegt, 2 1/2 mal um die Erde reichen würden? –  (unglaublich, bei jedem von uns kleinen, hilflosen, unbedeutenden Menschen) – oder ein Urknall habe dafür gesorgt, dass unsere Gehirn-Rückenmarks-Flüssigkeit alle 6-8 Stunden vollständig ersetzt wird? – Unser Gehirn und unser Nervensystem sind Wunderwerke, Kunstwerke. Wer das nicht versteht, nicht sieht, dass dies geschaffen wurde, ist erstaunlich dämlich. Leider gehören hier auch viele Wissenschaftler dazu, die nicht einsehen wollen, dass wir kunstvoll gemacht wurden – da kann man dann doch noch so sehr Zeit verschwenden mit anderen Tüfteleien.

Wissenschaft  ist nicht selten ein Ersatz für Wahrheit oder Glaube.

Heute hörte ich auch Julia Shaw. Sie berichtet, dass die meisten Mörder Männer sind, die meisten daraus wiederum aus den USA, und die meisten Ermordeten Frauen (Beziehungstaten). Das habe ich mir schon gedacht.

Sie berichtet auch von „Cute Aggression“ – das kannte ich noch nicht. Dass manche Menschen mit der Niedlichkeit von Tieren, Babys oder manchmal auch von Frauen überfordert sind und daher „aggressive“ Züge zeigen, süßen Wesen gegenüber. Bei mir merke ich es daran, wenn ich einen Mann süß finde, dass ich ihn beißen will. Und einmal fand ich als Kind einen Pinguin im Fernsehen, der gestolpert ist, so süß, dass ich ihn ganz arg drücken wollte und herumgesprungen bin. Das ist also ein bekanntes Phänomen und heißt „Cute Aggression“. Interessant. Dann ist das Gehirn mit Niedlichkeit überfordert und kompensiert den Wunsch zu helfen und fürsorglich zu sein mit „Aggression“. Ich habe auch schon erlebt, dass Männer mit meiner Süßheit überfordert waren.

13. Januar 2022

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Musik ist die Resonanzquelle Nummer 1. (Hartmut Rosa)

Oben: HSLU Luzern

Die Resonanz-Theorie vom Hartmut Rosa spielt für meine Dissertation eine wichtige Rolle.

Heute aß ich Gheymeh, ein persisches Gericht mit Linsen, ein sogenanntes Schmorgericht mit Safranreis und Knoblauch-Joghurt. Ich habe eine neue leckere Schweizer Trinkschokolade entdeckt: Cailler, lecker.

Gestern kam ich sehr spät heim. Kaum erreicht man die deutsche Grenze, exakt da gehen pünktlich die Verspätungen los.

Seltsam: Alles was nach Deutschland reinkommt, wird nicht/kaum kontrolliert. Keine Polizei. Schweiz und die anderen Länder kontrollieren.

Mein Bein ist so gut wie in Ordnung, Wunde ist zu, habe zudem eine Creme und ein Paar besondere Strümpfe bekommen, da es noch 1 cm geschwollen ist, wenn ich laufe. Es ist spannend, unser ganzer Körper besitzt einen Lymphkreislauf. Auch die Erde scheint einen Lymphkreislauf zu haben und muß Strümpfe tragen.
Am Samstag werde ich geboostert. Das ist für meine Reisen in die Schweiz und Österreich viel besser, auch wenn ich das alles bedenklich finde. Doch habe ich die Bakterien gesehen, die meine Wunde infiziert haben? Was weiß ich persönlich von Viren und Bakterien? Das überlasse ich anderen. Sollten die uns belügen, so ist das ihre Verantwortung.

Neu: Orgel-Information:

Toggenburger Bauern-Orgel

8. Januar 2022

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Das Unverfügbare ist das Unerklärliche. (AHS)

Und das ist auch gut so. Bin wieder zuhause, musste noch mal zum Hautarzt. Es sieht gut aus, viel besser. Aber ich muss mich noch immer schonen, kühlen, kein Duschen, Bein hoch, damit es kein Lymphödem gibt. Denn nach Entzündungen kann sich Wasser ablagern. Wie ich das alles einhalten soll, gerade beim Orgelüben, ist mir schleierhaft. Hoffe, dass sich mein Bein von allein wieder sehr gut erholt. Ich habe einfach nicht die Zeit, „mein Bein hochzulegen“. Und wie soll ich mit hochgelegten Beinen Orgel üben? Nach Luzern am Mittwoch muss ich spätestens wieder zum Arzt. Ich hoffe und bete, dass es bis dahin schon perfekt ist. Jedoch braucht man im Leben Geduld. Geduld ist eine wichtige Tugend, die mir leider nicht in die Wiege gelegt wurde.

Heute erinnere ich an die Philosophin Susanne Langer.

Oben: Halverde, Wenthin Orgel 2022

Neu: von gestern, Halverde, Wenthin Orgel

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Neu: Buxtehude