Spielte Orgelkonzert in St Johannes Kitzingen und Klavierabend in Bad Neuenahr. Die Presse sprach über mich als Orgeltalent. Bald ist das Konzert in Schloss Weitenburg. Die schöne Presse in Idea Spektrum freut mich.
Es war sehr schön, im Michel Hamburg zu spielen, die schöne Klais-Orgel der Elbphilharmonie kennenzulernen. Dann die riesige stolze Männergruppe Orgelsachverständige, in deren Fahrstuhl ich fast die einzige Frau war… wo sind die Frauen? Aida besucht.
Ich arbeite fleißig am Roman Frei wie die Vögel, der 2020 bei SCM herauskommt. Die Recherche über Israel ist spannend.
Das Konzert in der Stadthalle Herrenberg kam sehr gut an.
Letzte Woche spielte ich an der schönen Rieger-Orgel in Kassel mit ihren wehenden Haaren. Und an der Albiez-Orgel in Frankfurt-Niederrad geübt.
Ich habe festgestellt, dass es ein großes Kompliment für mich ist, wenn Männer mein Potential, meine Gaben und meinen Ehrgeiz gefährlich finden. Es gibt Konzertreihen, auch in Würzburg, deren männlicher Veranstalter nur die einladen (meist Männer), die ihm persönliche Vorteile bieten. Die meisten Frauen werden von Männern noch immer nicht wirklich ernst genommen. Leider passiert mir dies auch noch. Ich sage einem Mann meine Meinung, und er schmunzelt. Jedes Nichternstnehmen oder Ignoranz ist kein Schutz oder Frieden oder “nur ein bisschen Flirten”, was Frauen oft denken, sondern im Gegenteil eine Kriegserklärung und wirklich gefährlich. Wenn die Kommunikation nicht stimmt, stimmt nicht viel. Sind Frauen attraktiv, wird gelästert. Sind sie nicht attraktiv, wird gelästert. Sind sie klug, wird gelästert. Sind sie dumm, wird gelästert. Denken Männer, ihr Leben sei wichtiger oder entscheidender für die Menschheitsgeschichte?
Ich freue mich auf die Konzerte in Neustadt/Aisch und in der Schweiz (Aargau). Zu meinem dritten Lyrikband Keine Wolke fällt tiefer als blau op. 3 habe ich in der Nähe von Leipzig ein Hörbuch aufgenommen. Der Orgelmeisterkurs bei Naji Hakim in Frankfurt mit Clerambault und Couperin war sehr spannend. Ich liebe die französische Barockmusik. Auch die französische Romantik (Vierne).
Bald steht die Orgelfahrt der HfMDK Frankfurt nach Hamburg an.
Diesmal war es vielleicht spannend auf Korsika, wir konnten wegen Fallwinden nicht nach Hause fliegen, der Flug fiel aus. Erst 24 Stunden später konnten wir fliegen und kamen nachts in Köln an. Ich bin in der Zeit noch mal eine Runde Jetski gefahren. Besonders mochte ich diesmal, abgesehen vom wunderschönen Duft der Insel, der Macchia und den Konzerten wieder das Künstlerdorf Pigna, Aregno Plage, e Padule und lange ohne im Sattel und Steigbügel im Meer getrabt zu sein. Ich hatte leider Turnschuhe an, die sich schwer mit Wasser vollsogen. Ich bin froh, dass ich mich halten konnte. Und dann zurück auf dem großen Pferd nass und sattellos über Bahngleise. Danach war ich vor lauter Adrenalin nur noch zum Dösen am Strand fähig. Die Zitadelle lag im Abendlicht.
Die CD des Live-Mitschnitts der Melbourne-Konzerte aus Australien ist in einem großen Paket heute angekommen. Ich musste das Paket allerdings von der Zollstation abholen. Die Aufnahmen zur neuen Bach-CD WTK I habe ich noch gut in Erinnerung (wie ich in der Flügeldecke einschlief). Manchmal frage ich mich, wieviel Farben ein Flügel hat.
Organ World: Wiederum die Männer an der Orgeln sind oft groß und lang und eher grobschlächtig. Warum? Der Lyrik-Kurs im Burkardushaus Würzburg war ebenfalls ein Erfolg. Es war schön zu sehen, wie die jungen Leute reimten und sich auch ganz ohne Reim poetisch ausdrückten. Ich saß ab und zu am frisch gestimmten Steinway-Flügel und inspirierte mit Musik.
Musik möchte aus Angst, Enge und Verklemmtheit führen. Sie nur in Bildern zu hören: assoziativ, sie nur in der Bewegung oder in der Bewegungssuggestion zu hören, befreit noch nicht; aber wenn sie sprechen darf in die Tiefe der Seele. Im Konzert halten die Menschen Stille oder langsame Passagen oft schwer aus. Es wird dann in einer Art Gegendemonstration gehustet oder mit viel Geraschel ein Bonbon ausgepackt. Doch Musik ist durchaus auch fragil, zerbrechlich, geradezu melancholisch, spricht tief ins Herz. Manche Menschen haben Angst vor Moll.
In einer Kirche bin ich einmal gebeten worden, Lieder nur in Dur zu schreiben. Bach litt in den Kirchen unter den obersten Leitern. Sie erkannte nicht, was seine Herzen-Einstellung bezüglich der Musik in der Kirche war, die er erneuern wollte.
Sie wollten an alten Systemen festhalten. Eine Herzenseinstellung kann man nicht verbieten oder verkrümmen. Und wenn man durch Musik erneuern will, dann ist es nicht nur die Musik, die erneuert wird: durch die Musik wird vieles andere auch gleich mit erneuert.
Es ist anstrengend, mit einer noch ungeborenen Vision zu leben, an die ich nicht mehr denken will. Sie begegnet mir überall. Ich möchte mich entspannen, morgen ist das nächste Konzert. Stundenlang las ich begeistert Atemschaukel von Herta Müller. Sie schreibt mit purem, divergentem Denken in einer weichen, poetischen Art — erstaunlich, dass ich dies lese direkt nach meiner Reise nach Rumänien, als wäre es vorbereitet. Kreativität ist kein passender Ausdruck mehr, ich finde sie besser als Böll und Grass, wenn ich vergleichen muss, die mir zu provozierend im ekligen Sinne sind; denn Ästhetik ist Denken. Begriffe müssen klar sein, Kreativität ist mir ebenfalls zu schwammig, dies ist kein guter Begriff. Ich müsste neue Wörter erfinden und ihre Definitionen.
Als wir das Bonner Münster besuchten, in dem gerade die Gruft von Märtyrern geöffnet ist (das Rheinland wurde lange von Franzosen besiedelt), sah ich eine große Steinfigur mittig, eine Frau, die in Wildheit und Ruhe kniend im Kleid ein Kreuz trug.
Ich sagte: Schau, das bin ich! Als wir ringsum um die Kämpferin gingen, stand auf einer Tafel: Die Heilige Helena. Er sagte: Wow. Woher wusstest du das? Ich wusste es nicht. Ich fragte: Was macht sie da? Er sagte: Sie bittet um Kraft. Das gefiel mir.
Spielte in der Konzertkirche der alten Universität Würzburg (Schuke), am Fazioli für die Trinitatiskirche/Stahl, freue mich auf die Schuke-Orgel in Wolfenbüttel, auch auf die Klais-Orgel in der Christuskirche Karlsruhe.