Wie erfolgreich ein Geschäft auch immer zu sein scheint, es wird noch erfolgreicher sein, wenn es die weibliche Sichtweise berücksichtigt. (Olive Dennis)
Ich freue mich über die vielen Gratulationen zu meinem HH-Master. Hunderte! Danke! 🙂
Ob ich manchmal „orgelweltunwissend“ bin? Aber das ist auch besser so. Natürlich sind Kritiker keine Hater. Das kann ich differenzieren. Das ist ein großer Unterschied.
Ich freue mich, dass es wieder mit den Konzerten normal wird.
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Sorry, dass ich etwas spät dran bin mit der Fortsetzung, aber es ist gerade sehr viel mit der Promotion… Heute wieder Seminar online.
Ich spielte also eine sehr gute Prüfung, und das, obwohl ich am Tag zuvor noch einen Klavierabend hatte (schaut in meinen Termin-Kalender 2019) und ich in der Kirche auf dem Sofa übernachtete, neben der Prüfungsorgel.
Dennoch versuchten wohl gewisse Männer noch immer mit einem letzten Versuch, so meine Sicht der Dinge, mein Zeugnis zu verhindern.
Obwohl ich zu diesem Zeitpunkt bereits promovierte und meine Magisterarbeit, Masterarbeit und Diplomarbeit geschrieben hatte, bestand Ernst August Klötzke darauf, dass ich meine Bachelorarbeit schreiben solle, es sei ja nur ein erweitertes CD-Cover. Da müsse mir nichts anerkannt werden. Perfekt, dachte ich, immerhin bin ich wahrscheinlich die Einzige, die zu ihrer eigenen zu diesem Zeitpunkt real existierenden Orgel-CD (siehe in meinem Shop) ein „erweitertes Cover“ zu meinem real existierenden Cover als Bachelor-Arbeit schreiben kann. So würde ich die CD gleich mit vorlegen. Das Corpus Delicti.
Und es kam, wie es kommen musste: Ernst August Klötzke, in Kontakt mit Riemer, Wiebusch und Viegelahn, fand mein erweitertes Cover nicht gut genug. Immerhin ging es hier ja um das Brennstoffmaterial, meine CD, an der sich alles entzündet hatte (zumindest von außen). Ich hatte das Gefühl, ich hätte auch doppel-promoviert sein können, meine Bachelorarbeit wäre nie gut genug gewesen. So mussten zwei (!) weitere Gutachter prüfen, die diese meine Bachelorarbeit dann auch absegneten. Eine Note brauchte es hier nicht. Als ich dann endlich mein erstes sehr gutes Orgelzeugnis in Händen halten konnte, dachte ich, wtf, und dann gab es erst mal eine Party. 🙂 Her mit der Whisky-Flasche!
Insgesamt wurden wirklich bisher Hebel in Bewegung gesetzt, um mich zu stoppen. Scheint also irgendwie sehr wichtig zu sein. Sonst hätte man sich nicht solche Mühe gegeben, mich aufzuhalten. Also dachte ich: Jetzt erst recht. Und wie es weitergeht: Morgen.
Wenn die Welt gerettet werden kann, dann nur von den Widerspenstigen. (Gide)
Wunderschöne Hey Orgel St. Matthäus Markt Einersheim
Mein Weg mit der Orgel (5):
Nun begann ein spannendes halbes Jahr mit guten Lehrenden. Ich nahm an Meisterkursen teil bei Hans-Ola Ericsson in Stockholm und Regensburg, durch den ich sehr viel lernte, der mich versteht und ein Herz wie Butter hat. Ich bekam auch viele private Stunden von ihm via Zoom.
Ich war so eifrig, dass ich oft das Gefühl hatte, ich bin eine Frucht, die gleich aufplatzt, wie ein Granatapfel, der überall seine Kerne versprüht. Ich wurde von mindestens 10 Professoren unterrichtet, also jede Woche woanders, und überall lernte ich Neues, in diesem halben Jahr so viel wie andere in 3 Jahren. Es war für mich ein großer Gewinn; ich verstand mehr und mehr, was Orgel ist.
Auch wenn ich teilweise Konträres, Komplimentäres lernte, öffnete gerade dies die wichtigsten Erkenntnisse. Ich reiste überall begeistert, konzertierte weiter, meine erste Orgel-CD kam heraus (Bach zwischen Lübeck und Paris), und ich bekam überall die Unterschriften, die ich für mein Zeugnis brauchte. (Eigentlich hätte die CD: Bach in Spanien heißen sollen 😊)
Was mir auffiel: Bevor Wiebusch und Viegelahn nicht wussten, dass und wo ich war, waren alle diese anderen Lehrer sehr nett zu mir, interessiert, sogar begeistert. Sobald sie aber erfuhren, wo ich unterrichtet worden war… Carsten Wiebusch wollte mir Videos, Konzerte und CD verbieten und nötigte mich sogar, mich sonst nicht mehr zu unterrichten.
Doch kaum hatten Wiebusch und Viegelahn erfahren, wo ich war, veränderten sich einige diese Lehrer im Nachhinein mir gegenüber, besonders deutlich zu sehen bei Martin Schmeding in Leipzig und Gerhard Gnann in Mainz.
Eine der größten Hilfen und ein wunderbarer Lehrer war Frank Scheffler, der mir für meine Bachelor-Prüfung blätterte, Tee mitbrachte und absolut verlässlich war. So hatte die HfMDK jedenfalls eine große Anzahl der besten Unterschriften des Landes (und darüber hinaus). Ich hatte das, was ich vorweisen musste, um ein Vielfaches überschritten.
Die Professoren schrieben mir wunderbare Dinge, unter anderem, dass es eine Ehre war, mich zu unterrichten. Aber am meisten bin ich, wie gesagt, dankbar für Frank Scheffler. Ich bekam den Prüfungstermin Februar 2019, es wurde ein externer Prüfer eingeladen aus Heidelberg: Carsten Klomp. Wiebusch und Viegelahn versuchten wohl noch alles, dass ich im Saal spielen muss, obwohl alle andern Prüflinge in einer der besseren Kirchen in Frankfurt spielen.
Auch dafür musste ich kämpfen, die gleichen Bedingungen zu erhalten wie alle anderen. An einem sonnigen Tag spielte ich meine Prüfung sehr gut nach zwei Semestern Turbo-Studium, Note 1,4. Als ich zurückkam in die Hochschule, gratulierten mir wildfremde Menschen, und die Frauenbeauftragte, die zuvor noch nie in einem solchen Konzert war, hatte Tränen in den Augen. Danke, Gott, dass du mir im Angesicht von Diskriminierung und Frauenfeindlichkeit geholfen hast!
Wunderschöne Hey Orgel St. Matthäus Markt Einersheim
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Um die Orgel sind meine Kränze des Klangs und Haars geschlungen. (AHS)
Ich verfolge nur die Fußballspiele Schweden und Deutschland, zumindest frage ich nach den Ergebnissen hier.
Meine Lieblingscreme ist zur Zeit Dr. Grandel.
Anbei die wunderschöne Steinmeyer Hey Orgel in Hüttenheim Franken: Zwei Werke aus dem WTK I: Das Wohltemperierte Klavier.
Die Johanneskirche in Hüttenheim ist eine wunderschöne Kirchburg, gepflegt, inmitten Fachwerkhäuser und Felder in der Sonne, trockene schöne Akustik; ich bekam einen wunderschönen Blumenstrauß nach dem Konzert. Ich bin immer enttäuscht, wenn es nach einem Konzert keine Blumen gibt.
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Nachdem ich merkte, dass Wiebusch mich schnitt und ich die Hochschulleitung in meiner Not um Hilfe bat, musste ich bis Oktober warten, um zu erfahren, was los ist. Es ist nicht so leicht, gegen ein System anzugehen. (Zudem fiel ich so dermaßen aus der Norm, was für manche ein Problem ist: Sicher gab es in der ganzen Hochschule niemand, der so viel studiert hatte wie ich – und zudem dennoch immer noch aussah „wie 17“, laut Manfred Gerhardt.) Obwohl ich bemüht war, mich so gut es ging an die Norm anzupassen, nervte mich die Norm auch. Was hat Kunst mit zu viel Norm zu tun? Warum muss ich beispielsweise Angst haben, mein Alter zu nennen, aufgrund von Diskriminierung? Warum wurde ich trotz meines Könnens von Menschen unterdrückt, die bei weitem nicht so viel geleistet haben wie ich? Ich hatte in meiner Hochstufung nicht nur wahnsinnig schnell zu lernen (in einem Haifischbecken), nicht nur zwei Instrumente professionell zu konzertieren, ich habe in der Zeit weiter promoviert und einen Roman, ein Auftragswerk (Frei wie die Vögel) in drei Monaten geschrieben und veröffentlicht. Wenn Wiebusch und Viegelahn mangelnden Respekt sich gegenüber beklagten, so sollten sie, wie ich finde, doch die Ersten sein, Respekt zu zeigen. Stefan Viegelahn ist auf YouTube kaum vertreten. Da ist es leicht, zu kritisieren. Es war mir persönlich klar, dass ich Wiebusch zu unbequem geworden war und er meiner Meinung nach Gründe suchte. Zudem wollte ich dringend weg von ihm, aber meine Hochstufung nicht verlieren. Es gab aber im Haus keinen anderen Professor. Ich schlug vor, meine Prüfung noch weiter vorzuziehen und selbst Professoren zu suchen, die mich unterstützten. So beschlossen wir es. Ich muss hier betonen, dass die Kanzlerin Kathrin Schwalb trotz allem nett war – und wirklich Rettung in der Not war die Frauenbeauftragte Sabine Rosenberger. So erlebte ich endlich, dass Frauen anderen Frauen in einem Männer-Haifischbecken nichts Böses wollen. Aber was ich vor allem deutlich spürte: Gott würde mir helfen. Ich wusste es, als ich das Zimmer der Kanzlerin verließ. Es ist ein enormes Gefühl, wie in Psalm 23, inmitten von Feinden gefüttert zu werden von Gott. Zu leiden und dennoch wie auf Wolken zu schweben, weil der Größte aller Künstler alles under control hat? Ich berichte morgen weiter. ps: Kennt ihr die Tier-Videos auf YouTube, in denen Tiermütter ihre Babys verteidigen? Wie süß das ist? So kam ich mir vor mit Gott. Er zog mit seiner großen Schnauze die Decke über mich und bellte jeden an, der mir böse zunahe kam. Oder wie sagte Einstein zu schön: Gott ist raffiniert.
Eure Orgeline
Von Daniel Kunert, die schöne Seite: Meine heiß umneidete Vita:
Blaue Blume, die leise tönt in vergilbtem Gestein. (Georg Trakl)
Ach, den lieb ich. Die verborgene, zärtliche Trauer.
Diesmal ein Vormittags-Blog. Sehr schönes Konzert gestern, sonniges Wetter. Wunderschöne Steinmeyer 1855, klein, aber fein, von Hey restauriert. Ich hatte nackte Füße und musste zum Verbeugen um die Kirche herum, auf den Steinen. Am Flügel: Aufstehen. Verbeugen. An der Orgel: Sprint um die Kirche herum.
Fotos an der Orgel sende ich morgen. Aber auf facebook habe ich sie schon gepostet.
Ich habe an dieser Orgel auch meine Lieder gesungen. Das war neu. Danach waren wir etwas essen. Mit lieben Menschen. Auch im Garten. Manche sind 4 Stunden angereist. Franken lag friedlich inmitten sonniger Felder. Und die schöne Hey in Einersheim. Kleinod. Unvorstellbar, dass so viele alte schöne Orgel-Gehäuse unbekannt und anonym sind.
Mein Weg mit der Orgel (3):
Ich beschloss, zu prüfen, ob es Carsten Wiebusch um mein Wohl ging oder um meinen Schaden, als er meine künstlerischen Tätigkeiten an der Orgel inklusive CD zu verbieten versuchte. Er wollte zudem, dass ich meine damaligen YouTube Videos Orgel löschte. Dass dieses Verbieten nicht rechtens und respektlos war, ahnte ich – und hätte sofort Hilfe holen müssen, aber ich appellierte in mir an das letzte bisschen Vertrauen, dass ich ihm gegenüber hatte, und dachte: „Ich schaff das schon alleine mit ihm. Er ist mein erster Orgel-Prof und hat bei mir einen Stein im Brett!“ Außerdem riet mir Manfred Gerhardt zum Durchhalten.
Ein Fehler.
Ich beschloss, ich würde Wiebusch die CD-Aufnahme senden. Er könnte mir dann ja Feedback geben, wie er es fand, ob es zum Veröffentlichen gut sei oder nicht. Aufnehmen an sich könne er ja nicht verbieten. Dass er mir „seine“ Orgel zur Aufnahme nicht geben wollte, kam mir schon bedrückend vor, denn ich spielte Liszt B-A-C-H bereits sehr gut und hatte mit CD-Aufnahmen bei Hänssler Classic seit Jahren Erfahrung. Aber er wollte mich nicht fördern.
Mein erstes Youtube Orgel-Video im ersten Semester wurde von den Männern der Orgelklasse angefeindet: „Wie kannst du schon ein Video machen im ersten Semester?“ Dies:
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Die letzte Stunde vor den Sommerferien kam. Theoretisch war ich nun gerade erst am Ende des zweiten Semesters, jedoch hochgestuft ins sechste. Wiebusch sagte während der Stunde kaum einen Ton, ließ mich spielen, wirkte auf mich beleidigt, stur und abgelenkt. Meine Fragen beantwortete er nicht, sondern sagte: „Einfach machen.“ Und grinste.
Ein klärendes Gespräch mit ihm war völlig unmöglich. Das, was unter Männern so einfach geht, nämlich reden, wenn es einen Konflikt gibt, ist für eine Frau wie mich schier unmöglich. Er reckte das Kinn weit in die Höhe und wurde noch viel größer als ich. Dennoch schien er Angst vor mir zu haben. Wie sollte ich hier zu einem normalen Gespräch kommen? Ich versuchte es zweimal vergeblich.
Ich wandte mich schließlich an Stefan Viegelahn. Keine Reaktion. Die beiden waren hier aus meiner Sicht keine zwei voneinander unabhängige Personen, sondern eine recht geschlossene (und zudem auch aus meiner Sicht ungute) Seil- oder Kollegschaft. Von Viegelahn war keine Hilfe zu erwarten. Im Gegenteil. Er schwieg oder wiegelte mich ab. Mir kam der Gedanke, dass das Verbieten vielleicht von ihm ausgegangen war, denn mit Wiebusch war etwas völlig anderes ausgemacht gewesen, woran er sich auch 7 Monate hielt. Viegelahn aber war der Boss der Abteilung, der Wiebusch ins Haus geholt hatte.
Um das freiwillige Wahlfach Hammerklavier versuchte ich noch am Tag der Deadline vor den Ferien zu kämpfen, da ich wunderbare Stunden bei Christensen gehabt hatte und er mich weiter fördern wollte. Aber Wiebusch hatte längst Kontakte zum Riemer-Verwaltungs-Büro geknüpft. Er weigerte sich, mir das Fach zu erlauben. Wie er ja zudem bereits angekündigt hatte, er würde mir nichts mehr unterschreiben oder mich unterrichten, wenn ich weiter konzertierte. Aber Konzertieren ist ja mein Beruf, und die Orgel mein neues Metier. (Für jedes Wahlfach braucht man die Unterschrift des Hauptfach-Lehrers.) Ich hatte dem Büro davon berichtet.
Aber mir wurde dort nicht zugehört, sondern noch ein Strick daraus gedreht, dass ich dennoch dieses Fach Hammerklavier richtig wollte und darum bat, Wiebusch zu kontaktieren. Anatol Riemer wollte gar nicht groß mit mir sprechen. Die Männer-Hierarchie in den Hochschulen ist in meinen Augen stark. (Dass Anatol Riemer eigentlich Musikwissenschaftler ist, habe ich heute erst gelesen. Wahrscheinlich ist es nicht sonderlich erfüllend, als promovierter Musikwissenschaftler in einer Verwaltung zu sitzen, die Wahlfächer zuteilt und Buchhaltung macht, was wann wie finanziert werden kann. Zudem hatten wir einen Rocky Start, von dem Wiebusch wusste: Riemer wollte mir keinen Wahlfach Gesangsunterricht zuteilen lassen, außer ich würde am Chor teilnehmen. Aber ich hatte schon zig Semester Chor gehabt – gefühlt 199 – , was ich vorlegte.)
Dass ausgerechnet in einer Musikhochschule nicht verstanden wird, dass es Künstlerinnen gibt, die tatsächlich (!) von und für ihrer Kunst leben (wozu Künstlerische Orgel studieren, wenn ich nicht konzertieren darf?) (und Konzertieren ist für mich so normal wie Atmen) kam mir spanisch vor. Apropos Spanien:
In den Ferien reiste ich nach Spanien und nahm auf. Es war wundervoll. 44 Grad, Meer, Salz, Sand, Sonnenbrand, und täglich 5 Stunden Aufnahme in schweißtriefender Hitze. Ich lernte sehr viel. Spanische Orgeln in Valencia sind toll! 7 Tage! Julian Bewig war super! Top Lehrer! Ich kam nach Hause und sandte Wiebusch begeistert den Aufnahme-Link. Grünes Licht für die CD?
Keine Reaktion. Ich bekam nie mehr eine Antwort von ihm bis heute.
Im September erfuhr ich zufällig von anderen, dass ich nicht auf der Liste des Sommerferien-Unterrichts stand.
Wie sollte es nur im Semester weitergehen? Wie weit würde er noch gehen? Alle Deadlines zum Wechsel waren längst abgelaufen. Und wie würde er meine Prüfung benoten?
Was nun? Das berichte ich morgen.
Bisheriges Fazit: Professoren sollten nicht so handeln und ihre Macht nicht ausnutzen dürfen. Es sollte Studierenden leichter gemacht werden, angehört und ernst genommen zu werden und sich zu wehren.
Musik (auch nicht das Gebiet der Profi-Musik) ist allgemein kein Feld der Eitelkeiten, Zwang, Angst, Verbote, Macht, Abhängigkeiten, Konkurrenz, Seilschaften und Neid! Musik ist nicht nur Business!
Ich liebe auch die G-Dur-Trio-Sonate. Morgen Orgel-Tag.
Wenn man bei manchen Orgel-Videos den Ton abschaltet, sieht man erst, wie manche Organisten auf die Orgel einhacken, wie ohne Gefühl und mit unbeweglichem Gesichtsausdruck – dann stelle man sich dabei ein Klavier vor: wie hart das klingen würde. Unmusikalisch. Das ist die sogenannte Orgel-Technik mancher Organisten? Man muss sich nur einen Flügel unter den selben Händen vorstellen – und es ist klar, wie es „in echt“ klingen würde.
Mein Weg mit der Orgel (2)
Ich spielte Carsten Wiebusch vor, der in Frankfurt neu beginnen würde. Als ich ihn in Karlsruhe das erste Mal traf, dachte ich: Oh nein. Ein Sunnyboy. Ob das gut geht? –
Aber anfangs ging es gut. Die ersten 6 Monate. Er versprach, sich nicht in mein Konzertleben einzumischen. Ich berichtete, dass mir meine Konzerte sehr wichtig sind. Ich wusste zuvor nichts über ihn. In Frankfurt spielte ich dann einer reinen Männer-Jury vor, was ich seltsam fand.
Ich lernte während des Studiums viel, u.a. Pedal, Messiaen und Registrierung, und war die einzige Frau mit Künstlerischer Orgel. (Insgesamt schien es mir eine kleine Welt.) Ich war fleißig und wurde bald hochgestuft – etwas zu radikal. Was mir auffiel: Ich war sehr wissbegierig und wurde doch eher am langen Arm gehalten. Die zu mir kühle und abweisende Art von Stefan Viegelahn stand im deutlichen Kontrast zu meiner Leidenschaft. Keiner der beiden Männer kam auf die Idee, mir Orgelbau oder LO (Liturgisches Orgelspiel) beizubringen, obwohl mein Interesse groß war. Jedoch fand ich andere Leute, die mich hier „versorgten“. Ich reiste zu allen Orgeln, konzertierte auch in den USA, und besuchte Orgelbauer und war richtig auf dem Orgeltrip. Problematisch wurde es, als zu der Kälte in Frankfurt der Punkt dazu kam, dass mir Carsten Wiebusch dann doch Konzerte und Videos verbieten wollte, gegen die ursprüngliche Abmachung. Auslöser war das Angebot aus Spanien an mich, meine erste Orgel-CD aufzunehmen (von einem Kollegen von ihm) – was ich nicht ablehnen konnte und wollte. Anstatt sich für mich zu freuen und mich zu fördern oder „seine“ Orgel zur Verfügung zu stellen, wollte er mir alles, was mein Orgel-Künstler-Leben ausmachte, verbieten. Auch unterschreiben wollte er mir nichts mehr. Außer, ich willigte ein, meine öffentliche Orgeltätigkeit einzustellen oder sehr runterzufahren. Dem konnte ich nicht stattgeben. Es war mir klar, dass meine Videos viel mehr aufgerufen wurden als seine, und dass ich mehr konzertiere als er. Das war mein Leben. Ich hinterfragte daher seine Motive und konnte nicht erkennen, dass seine Vorgehensweise für mich gut und richtig sei. Ich kam mit dieser Machtausübung nicht klar. Mein Vertrauen war zerstört. Hätte ich Vertrauen gehabt, wäre es vielleicht anders gewesen. Aber er schien nicht erkannt zu haben, was er da verlangte von mir. Vielleicht hätte ich ihm vertrauen müssen. Aber das konnte ich nicht mehr. Vertrauen muss man verdienen.
Ich hatte noch ein Jahr bis zur Prüfung. War „extrem hochgestuft“. War in der Zwickmühle. Plötzlich gefangen wie ein Vogel im Käfig. Was sollte ich tun? Was hättet ihr getan?
Das berichte ich morgen.
Neu: Das Wohltemperierte Klavier, Erfurt
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Mit meiner Musik verwirkliche ich Schweigen. (AHS)
Ich konnte den ersten Schnitt für meine Audite-CD (Trost Orgel Waltershausen) schon hören. Super! Freue mich! Klingt schön.
Traurig ist, dass Laukhuff schließt.
Mein Weg mit der Orgel (1)
Vielleicht wird es einige inspirieren, ebenfalls ihren Weg trotz Hindernisse zu gehen. Es lohnt sich!
Ich verliebte mich in die Orgel in Leipzig. Meine ersten richtigen Stunden (nach USA) nahm ich an der Thomaskirche – wie passend :). Die ersten Wochen waren himmlisch. Ich saugte die Orgel auf. Hatte das Gefühl, Bach beobachtet mich. Mein Lehrer Stefan Kießling warnte mich sofort, dass Menschen neidisch werden. Er beschrieb die Kirchenmusikszene unschön und unterstützte mich nicht, Orgel zu studieren. Es passte ihm gar nicht, dass ich sofort überall Orgelkonzerte spielte mit der Kunst der Fuge. Mein Bestreben, Orgel zu studieren, legte ich daher erst mal auf Eis und konzertierte weiter. Einen Vorstell-Termin bei einem Professor in Berlin ließ ich sausen. Mein Leben war ohnehin schon voll. Und die Szene gefiel mir nicht, von dem, was ich gehört hatte. Ich hatte sie spontan und frei betreten. Ich konnte sie jederzeit wieder verlassen. Doch ich hatte Entscheidendes gelernt. Mein Feuer war entfacht. Die Orgel war mein Ding.
Doch die Orgel mit ihrem Pedal ließ mich nicht los.
Ich spielte mit Torsten Laux Duo, war aber von seiner Art eher abgeschreckt. Dass ich mitten in meiner Pianistenkarriere dann einen C-Schein gemacht habe, haben einige nicht verstanden. Und wer Dinge nicht versteht, kann unfreundlich werden. Ich habe den C-Schein nämlich natürlich nicht in einer jahrelangen Ausbildung gemacht, sondern nebenbei und unabhängig. Ich wusste damals nicht, dass individuelles, spontanes Verhalten in der konservativen Kirchenmusik oft nicht gern gesehen wird. Dies bekam ich durch Unfreundlichkeit zu spüren. Vielleicht sind Menschen wie Reiner Gaar an sich „nette Menschen“ (als ich dann später eingebunden war in das System der Hochschule mit der Orgel, fiel mir das auf.). Jedoch in dem Moment, außerhalb des Systems, hat er wohl nicht verstanden, dass ich wirklich Orgel lernen wollte. Vielleicht weil ich nicht der Norm entsprach und bereits eigenständige Künstlerin war, was viele Kirchenmusiker nicht sind. Ich merkte, dass ich als Pianistin nicht wirklich willkommen schien, auch noch Organistin zu werden. Dass die Orgel eine Männerwelt ist, war mir zu dem Zeitpunkt nicht bewusst. Dass ich als eher kindlich wirkende, kleine Frau das Gegenteil war von dem, was man in der Kirchenmusikszene normalerweise antrifft, hat sicher zur Skepsis beigetragen. Menschen wie Stephan Heidecker waren nett zu mir, solange ich Pianistin blieb. Aber als Organistin… das veränderte alles. Dennoch hatte ich wieder sehr viel gelernt. Es waren meine ersten Schritte. Dass man lernt, liegt an einem selber. Mit Konzerten am Klavier und an der Orgel war ich nach wie vor sehr busy. Eigentlich war mir die Orgel fast zu viel.
Ich weiß nicht, was dann der Auslöser war, dass ich Orgel studieren wollte. Ich glaube, ich wollte einfach Pedal, Reger und Trio-Sonaten lernen. Und es gab auch unglaublich nette Organisten, die mich, hochtalentiert, bei Profis sehen wollten. Ich kannte die Namen der Szene nicht und wollte auch nicht so tief hineingezogen werden in diese. Ich wollte darüber schweben wie ein Engel. Unberührt. Weit weg von zuhause. Die Deadlines waren abgelaufen. Es öffnet sich eine Tür, als es eigentlich zu spät war. Zu dem Zeitpunkt war ich noch immer unsicher, ob ich „es“ wirklich tun sollte. Mein Leben war schon so voll. Ich hatte keine Ahnung, auf was ich mich einlassen würde. Allerdings nicht! Dazu morgen.
Heute empfehle ich Safia Shah und Constanze Stelzenmüller. Ich übe gerade alle 6 Trio-Sonaten von Bach: Vollkornbrot, und liebe Andante aus Trio-Sonate e-Moll BWV 528, besonders die letzten zwei Zeilen.
Neu: Klais Erfurt: Severikirche. Wunderbare Kegellade. Elektropneumatische! Ich liebe es manchmal, entweder überdurchschnittlich schnelle oder ungewöhnlich langsame Tempi (Adagio…) zu haben, etwas am Puls vorbei im Extrem!
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Und aus Hamburg HfMT Master: Danke für eure Glückwünsche! Neben Promovieren mal eben noch zwei Master gemacht Danke für all euren Support! Super Woman! Morgen berichte ich euch, wie mein Weg mit der Orgel überhaupt verlief.
Meine Stücke sind nicht immer dafür gemacht, schön zu sein, aber Schönheit trotzdem in sich zu tragen. (AHS)
Ich freue mich auf die Konzerte beim Thüringer Orgelsommer und Bad Frankenhausen, Oberhausen, Sachsen, Bayern… Amberg fällt leider aus. Hüttenheim am Sonntag geht. Ob Altenburg klappt?
Heute Doktoranden-Stammtisch, es war super, habe via Zoom mein Thema vorgestellt; es war sehr nett mit den Österreichern auf der anderen Seite. Die Salzburger sind so höflich, ehrlich und nett. Ihre Art zu loben und zu gendern ist geradezu Balsam für meine Ohren. Ich brauche manchmal Erholung vom aggressiven Deutschen. Daher zieht es mich oft ins Ausland. Auch die Deutschen, die in Österreich leben, scheinen sanfter. Und ach, ich spüre keine Frauenfeindlichkeit. Das tut sehr gut. Alles ist höflich und geradezu akademisch warmherzig. Was ich als positiv und gesittet empfinde. Soft Skills!
Ich glaube, manche Männer denken, die Welt sei ihr Revier, und Frauen dürften mitmachen bei ihrem Spiel, mehr aber nicht.
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Ich bin sicher, dass es Leute gibt, die skeptisch sind, dass eine Frau diesen Job so gut machen kann wie ein Mann. Glücklicherweise bin ich mit der Fähigkeit ausgestattet, sie völlig zu ignorieren. (Frances Arnold)
Dieses Ignorieren ist nicht so leicht. Ich frage mich auch, ob das Ignorieren überhaupt der richtige Weg ist. Ich muss das noch testen.
Gedicht Frausein
Sie summt und weiß dass Männer Stimmen oft die großen Worte
sind Und doch sie singt
und kämpfend auch
und klar in ihren Schwingen
In Erfurt tranken wir noch giftgrüne Brause: Thüringer Brause. Ich fragte den Restaurantinhaber, ob diese ungesund sei. Er bezweifelte es. Waldmeister Limo. Dazu gab es vegane Bolognese. Und Gnocchi. Was es nicht alles gibt.
Welche von den drei Erfurt-Orgeln, die ich spielte, mir am besten gefallen hat, wurde ich gefragt. Ich glaube, die Dom-Orgel, aufgrund ihrer Farben. Aber eigentlich ist es nicht zu sagen. Manche Orgeln haben einen wunderbaren Prospekt, aber sind vom Spielgefühl und Spieltisch eher ernüchternd und „enttäuschend“. Andere wirken eher unscheinbar von außen, sind aber der Himmel von Farben und Spielgefühl her. Ich mag wohl eher die letztere Variante. Am schönsten ist es, wenn beides zusammen kommt. Das reißt mich dann sehr vom Hocker. Das Pompöse einer Orgel allein ist jedoch nicht, was ich suche. Jede Orgel hat eine Seele und bewirkt in mir Zuneigung zu ihr. Sie muss nicht pompös oder groß sein. Die Schüchternen, Vergessenen mag ich besonders gern. Das Simple, Zarte. Das Ruhige. Siehe Bach. Ist es nicht erstaunlich, wie Bach „Unpompöses“ für die „pompöse“ Orgel schreibt? Kurz: Das, was bei Bach „pompös für die Orgel“ ist, Bachs Pompöses, anders als am Klavier, die „Epic Music“ Bachs – DAS liebe ich. Denn es bleibt unpompös. Ich mag es, überrascht und erstaunt zu werden. Berührt. Oft spüre ich auch die Atmosphäre rund um eine Orgel. Manchmal ist diese von hochnäsigen Typen geprägt, die dort seit Jahr und Tag sitzen. Dann muss ich das erst mal wegspielen und wegspülen innerlich und die Orgel von zu viel Aufgeblasenheit befreien. So kommt mir das vor. Wie ein Pferd, das immer nur mit Sporen geritten wird und plötzlich eine seltene weibliche Hand auf seinem Hals spürt und leise schnaubt. Ich werde nicht durch Pompösität allein beeindruckt. Charakter, Zartheit, Originalität braucht es dazu. Lebendigkeit.
Der Prospekt der Predigerkirche ist natürlich sehr schön, eine eigene Festung, mit einer Art Rückpositiv über und vor einem; man hat den ganzen Prospekt immer sichtbar über einem, dazu hell, freundlich, gewölbt. Man ist nicht im dunklen Kabuff, einsam, versteckt. Sondern leuchtend ragt alles vor einem auf.
Auch die Dreiecksspitze Klais Orgel 1935 in St. Lorenz Erfurt ist sehr schön, 3 M, Elektro-Pneumatik. Freier Spieltisch. Als ich den Kirchenmusiker fragte, welche Lade sie hat, sagte er: „Ähm, Windlade“.
Heute empfehle ich die Chemikerin Frances Arnold, Hilla Becher (Fotografin), Chloe Kim.
Karten für den 29.7. in Arnstadt kann man nun online buchen.
Mein Album Himmelslieder wird immer noch sehr gemocht und gekauft.
Die GEMA Mitgliederversammlung (via Webex) – meine erste! Und dann online. Und ich hab mich auch mutig gleich zu Wort gemeldet! Und gefragt, warum die GEMA so männerlastig ist. Nun: Sie antworten lieb und freundlich. Aber doch unangenehm berührt, etwas genervt und mit schlechtem Gewissen. Denn 15 Prozent – nur 15 Prozent – Frauen sind GEMA-Mitglieder. Schlimmer als ich dachte! Hürden und Regeln der GEMA-Männergesellschaft für Gremien etc. macht es Frauen schwer! Müssen Frauen Männer sein und werden?: Kumpels. Langweilige Themen. Ausreden. Unehrlichkeit. – – Berechtigte Kritik von Frauen macht Männer kirre und gekränkt.
Ich habe mit Kai Koepp auch über den Männlichkeitswahn in der deutschsprachigen Kompositionswelt gesprochen. Es werden männliche „Gefühle“ dargestellt.
Die Herrschaftsstrukturen in der sog. Neuen Musik sind heute nach wie vor massiv, wie er bestätigte. Dies sei sogar der Musikwissenschaft aufgefallen. Am Nullpunkt angelangt! Kommt daher der Haß gegen komponierende Frauen?
Und ganz anders:
Wide – Swedish Piano Music – Klaviermusik Schweden Skandinavisch, Ann-Helena Schlüter piano
Der Herr hat Großes mir getan. (Ämilie Juliane von Schwarzburg, 1699)
Heute spielte ich die sehr schöne Schuke-Orgel in der Predigerkirche in Erfurt. Fabelhafter Klang. Leuchtende Akustik. 3 M. Und ein sehr schöner, welliger, mächtiger Prospekt, 1648 Ludwig Compenius. Früher, 1899, war sie eine Walcker Orgel. Hätte mich auch sehr interessiert. Dann nun 1977 Neubau Schuke. Sehr anders als die Schuke im Dom Erfurt. Schuke Potsdam ist oft sehr unterschiedlich, wie Tag und Nacht. Das mag ich. Sehr kreativ und individuell. Es ist eben auch eine Compenius-Walcker-Schuke.
Ich dachte im ICE darüber nach, was „neobarocke Orgel“ eigentlich heißen soll. Nach dem Motto: „What is in a name?“ Dieser Begriff „neobarock“ ist irgendwie abstrus.
Wenn jemand nur auf die Disposition schaut, könnte man gewisse Instrumente schnell „neobarock“ nennen. Man darf nicht vergessen, daß kein Orgelbauer damals Schleifladen gebaut hat, außer allenfalls Alfred Führer und Paul Ott, die gerade angefangen hatten.
Man könnte genauso gut und weiter überlegen, ob denn Orgeln ohne original gestaltete Windanlage (also mehrere Keilbälge) überhaupt „barock“ genannt werden sollten. Man hat so Instrumente, etwa Rysum und Westerhusen, die als besonders gut restauriert und „barock“ gelten.
In einem nächsten Schritt mag man überlegen, ob nicht Barockorgeln auch mit handgeschmiedeten Nägeln daher kommen sollten, anstatt der heute bei Restaurierungen verwendeten Schrauben.
Die Frage ist also, wie weit man bei der Charakterisierung eines „neobarocken“ Instruments gehen möchte, ob man also Schweller und Walzen genau wie moderne Windanlagen und Schrauben einbezieht.
Die damalige (1938) orgelbewegte Umorientierung bezog sich offenbar vor allem auf die Disposition und die Intonation. Es hätte aber vor allem der historisch orientierte Pfeifenbau im Mittelpunkt der Betrachtung stehen sollen, dann die Intonation, dann erst die Disposition. Das war aber nie der Fall.
O tempora, o mores.
Für mich sind Orgeln mit Schweller und Walze nicht „neobarock“. Siehe Weigle Orgel Markuskirche Mannheim. Mit „neobarock“ werden allgemein sicherlich die Disposition und Intonation einer Orgel gemeint sein, also wenige Grundstimmen, vergleichsweise viele Aliquoten, niedrige Aufschnitte, niedriger Winddruck. Vielleicht sieht eine jeweilige Orgel auch irgendwie „neobarock“ aus, indem sie z. B. dem „Werkprinzip“ folgt, also baulich getrennte Werke zeigt. („Neobarocke“ Produkte waren übrigens ab den ca. frühen 70er Jahren negativ konnotiert.) Für mich ist die elektro-pneumatische Kegelladen Orgel-Weigle in Mannheim keine neobarocke Orgel. Für mich kann eine Orgel mit Walze und Schweller etc. nicht neobarock sein. Falls dieser Begriff nicht gänzlich verwirrend und sinnlos ist.