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Klavier

23. September 2021

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„Süßsein“ scheint für viele Männer gleich mit Antikönnen zu sein. Süß und Können ist für viele Männer schwer zu kombinieren. (AHS)

Presse:

https://www.ntz.de/nachrichten/kultur/artikel/organistin-ann-helena-schlueter-glaenzte-bei-den-nuertinger-orgelkonzerten/

Presse zu AHS Nürtingen

Endlich kommt mit den letzten 4 Seminaren (Methode, Scientific, 2. Fach, D-Forum) das PhD-Doktoratsstudium am Mozarteum zu einem hoffe ich sehr guten Ende. Ich habe viel gelernt, aber es war auch anstrengend. Ich komme hier jetzt schon in das 9. Semester. Bald ist auch das AMPF. Im Grunde muss man so was Full Time machen: Präsentieren, Darstellen, Strukturieren, PP, Diskutieren. Empirie, Kodieren, Logik. Ich finde, es ist schon ein eigenes Gebiet des Denkens. Spannend. Jedoch Musik und Üben – das ist nicht zu toppen.

Ich werde gefragt, was ich von den „Sternchen“ halte. Da Sprache wichtig ist, halte ich es für notwendig, Männerdominanz auch in unserer Sprache im Auge zu behalten und zu hinterfragen.

Nicht so sehr empfehlen kann ich Osigermany Hessen, die Hauptwerkorgeln verkaufen, denn es gab einige Probleme, die jetzt zumindest behoben sind. Zumindest haben wir jetzt endlich eine Lösung gefunden, was die letzte Pedal-Reparatur angeht. Ich liebe Lösungen für Probleme.


NTZ Nürtingen Esslingen

15. September 2021

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Heute ist der No-Pants-Day. Endlich haben auch Exhibitionisten ihren Feiertag. (Czech/Domzalski)

Jemand sagte mir gestern, meine Homepage würde mindestens 3 Frauen zeigen. Wie ich das alles in einer Person sein kann?

Ich freue mich auf das Konzert in Rothenburg/Tauber. Es ist am 29.10. an der Steinmeyer Orgel in Heilig Geist.

Die Konzerte 28. und 29.9. sind auf 30. und 31.10. gelegt. Rudolstadt ist ebenfalls im Oktober.

„Die Verwandlung“ von Kafka ist hervorragend. Klug, ironisch, sehr witzig, verrückt, psychologisch, sarkastisch. Und vor allem originell. Das Besondere und Originelle ist der sagenhafte Humor, der natürlich bissige Kritik ist. Jedoch solch einen genialen Umgang mit Kritik habe ich selten so klug und witzig erlebt. Denn es ist ganz ernst und erschreckend und doch so lustig, dass man den Kopf schütteln muss. Gleichzeitig traurig. Es ist eine unfassbare Mischung. Kafka schreibt viel aggressiver, wilder und sarkastischer als Zweig, der wehmütig und lyrisch ist. Kafka bleibt bis zum Schluss „böse“ und beißend. „In der Strafkolonie“ – sehr gut komponiert. Beide schreiben keineswegs politisch und doch sehr politisch. Besonders in Zweigs Essays.

Apropos Kompositionen. Meine neuen Werke sind eingetroffen. In DIN A 3 vor mir liegend – wunderbar. Furore und Stringendo.

NEU: Wiegleb Orgel Ansbach:

Wegen Lazy Load werden alle neuen Fotos und Texte bei Orgel Infos jeweils erst nach ca. 24 Stunden online zu sehen sein. Dadurch läuft die Webseite schnell.

Es kann gern kommentiert werden:

Wiegleb Orgel Ansbach

Rainer Goede erzählte mir, Architekten können manchmal durchaus auch ein Problem sein beim Orgelbau. Das hätte ich nie vermutet. Die grünen Schleier innerhalb der Stiftskirche Stuttgart dienen dem Klang. Denn Orgelbau Mühleisen wollte keinen Freipfeifenprospekt. Gehäuse und Schleier helfen, Klang zu bündeln, zu sammeln, zu sortieren. Aber die Architekten suchen nicht die Organisten und Orgelbauer aus, sondern Juristen und Theologen im Amt. Da wird oft der Hausarchitekt ausgesucht. Einen hervorragenden Freipfeifenprospekt (Werke übereinander) zu bauen, der dem Klang nicht schadet, ist schwer und viel Arbeit. Um dem Klang zu helfen, gab es zumindest ein Rückpositiv und die grünen Schleier. Das Zusammenspiel von Kirche, Klang, Orgelbauer, Gewölbe, Architekt, Sachverständiger, Organist – ist enorm! Als Organistin ist man also auch Akustikerin. Es gibt viel zu wissen und zu kennen. Und dann muss man noch diplomatisch sein, denn der Bau einer Orgel oder die Rekonstruktion ziehen sich Jahre hin, man muss mit den unglaublichsten, widersprüchlichsten Leuten zu tun haben.

Ich bin verblüfft, dass die Bälge in der Decke über der Wiegleb Orgel liegen (fallender Wind, Schwerkraft). Der mächtige 32-Fuß (offen, Holz) hinter der Orgel ist begeisternd.

Dass eine so wunderschöne Orgel im Prospekt ohne Gott und Anbetung ist, sondern idealtypisch für männlichen Absolutismus – das ist erschreckend. Nur die Musik und doch die Musik werden Gott preisen. Denn der Markgraf ist trotz seiner Monogramme längst im Totenreich. Gott aber wird nie sterben. Kann er gar nicht.

Heute habe ich mit Hans-Ola Ericsson (er ist gerade in Linköping) gesprochen, das Haus in Schweden nehme ich leider nicht , zu weit weg, und wegen Registrierung:

  • immer aufschreiben in die Noten (nicht spontan und mündlich die Orgel inhalieren), was wo will
  • auch wenn es keine Nummern gibt, sich im Kopf Nummern (er hat mir eine immer gleiche Strategie genannt) „notieren“ (=merken)
  • jedes Register EINZELN durchgehen, dann mischen, die Chöre usw., erst dann in die NOTEN SCHREIBEN (auch wenn meine „awful“ wären )- nicht spontan
  • sollte was schief gehen, gleich korrigieren (den FlOW stoppen!) – sollte aber nur 3 x im Leben passieren (was bedeutet, dass es mir nie mehr passieren darf)

Ich mag Manualschiebekoppeln und Sperrventile wie bei Ladegast. Wiegleb hat dies „edler“ gelöst.

Ps:

In den Lektürevorschlägen der Lehrpläne für Deutsch in Bayern sind immer noch viel zu wenige Autorinnen erwähnt, meistens max. 2-3, aber es überwiegt immer noch der Eindruck, dass hauptsächlich (ältere) Männer schrieben, erst recht gute Literatur/ Weltliteratur. In einer Diskussion darüber bemerkte letztens ein Mann, dass das wohl daran liegt, dass Frauen eben anders und insbesondere nicht so gut schrieben wie Männer und deshalb in Vergessenheit geraten wären und auch nicht in der Schule gelesen werden. Ich finde jedoch, dass dies genauer untersucht werden müsste und heutige Schülerinnen unbedingt auch viel mehr Texte von Autorinnen lesen sollten. Es geht mir dabei vor allem um eine Balance, kein entwederoder. Erst dann entzerren wir auch diesen doch noch immer sehr patriarchalen Blick auf Literatur, Geschichte und Kunst. Das Bild ist aber viel bunter, und die Kenntnis dieser Autorinnen würde uns alle sicher bereichern. Zudem bestimmen nach wie vor Männer, was „gut“ sei. Der einzige Lichtblick: Männer schreiben über Frauen. Es geht in der Literatur zu 90 Prozent um Frauen.


Aber auch Frauen können Weltliteratur schreiben.

Ebenfalls neu Ladegast: Es kann gern kommentiert werden:

Ladegast Orgel Weißenfels

Ladegast Orgel Marienkirche

Wiegleb Orgel Ansbach

Dortmund Konzert

6. September 2021

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Herren välsigne dig och bevare dig.

Sonntag. Hier sind leuchtend rot die Vogelbeeren und letzten Himbeeren. Ich war Gassi mit Seven. Es ist ein goldener warmer Herbst. 18 Grad. Nur abends wird es kühl. Die Katzen räkeln sich auf den selbstgemachten Terrassen. Wir waren in der kleinen schwedischen Freikirche in Härnösand. Es ist schön, schwedisch zu singen, und alles ohne Maske. An einem schwedischen alten Flügel. Die Predigt des neuen Pastors war sehr schön. Es ging darum, dass man wenig liebt, wenn einem wenig vergeben wird. Und dass man viel liebt, wenn einem viel vergeben wird. Es war diese schöne Bibelstelle, in der Jesus eine Frau ehrt vor einem Haufen widerlicher Männer. Die Männer, die dachten, es müsste ihnen gar nicht erst etwas vergeben werden. Jesus ist auch wunderbar sarkastisch. Welche Stelle ist es? Wer weiß es? Es gibt sogar mehrere zur Auswahl.

Konzert und Malkurs.

Hans-Ola schrieb mir, dass er es für keine gute Idee hält (eher für „wahnsinnig“ ), dass ich das riesige Grundstück nehme. Gåltjärn hat den höchsten Schneestand in Schweden. Ob es nicht etwas Passenderes gäbe? Sie selbst wohnen in einem seit einigen Jahren restaurierten und umgebauten Torp (Hof) mit Sauna und Atelier am See. (Hans-Ola malt ja auch, wie ich.) Ich wusste gar nicht, dass Hans-Ola so gut im Restaurieren ist. Ich bin handwerklich völlig unerfahren. (Und träumte, dass der Biber in mein Schlafzimmer kommt und meine Hände abnagt.) Ich dachte, alle Musiker sind schlecht oder unbegabt in handwerklichen Dingen. Aber das stimmt gar nicht. Ich finde es bewundernswert, wenn Leute selber bauen und restaurieren.

Und just heute erfuhren wir in der Kirche, dass es ein weißes schwedisches Haus gibt in der Nähe von Härnösand mit kleinem Grundstück am See, das viel besser zu mir passt. Morgen um 11 besichtigen wir es. (Und man müsste auch nicht das ganze Jahr über dort wohnen, sondern dann, wenn man möchte.) Hier passt auch mein weißer Schaukelstuhl hin. Und im ehemaligen Kirchsaal der weißen Villa kann man Konzertreihen halten.

Ich lese nun Stig Dagerman (1923-1954). 

1. September 2021

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Hier schimmert der Sound wie Perlmutt. Dann leuchtet Bachs Kombinatorik. Dann hat jeder Ton Richtung und Größe. Satt, dicht, elastisch. (AHS)

Neue Konzerte. Wieder daheim. Die nächsten Konzerte: Ansbach, Nürtingen, Liebenrode, Dortmund und bald auch Steingaden/Wies. Gestern war ich noch in Wächtersbach bei Fulda. Lebenslauf von Alice Schwarzer ist sehr spannend. Sehr gut geschrieben. Wahnsinns-Kindheit. Sehr politisch. Hörbuch. Sie hat sehr gute Erfahrungen mit Männern und eher schlechte mit Frauen gemacht. Sie ist schlau und schön gewesen, herzensgut und sozial, alles andere als spießig.

Mit Brüstungsorgel (Fernwerk) spielte ich Rapture.
Die Walcker Orgel in der Ringkirche Wiesbaden 1894-2016, E.F. Walcker & Cie Ludwigsburg: Die Orgel versteckt sich hinter dem Kanzelaufbau.
Alle alten Walcker-Register von 1894,  1949 neu beschriftet. Umbau, Erweiterung durch Steinmeyer: Neues Klanggewand 1955. Restaurierung 2016 durch Lenter und Hans Kielblock.
Soli Deo Gloria!
Komposition Neue Musik, zeitgenössische Musik, E-Musik, Contemporary Classic, experimentelle Musik, female composer
Rapture / Zyklus Pandemic Dance

Als Pianistin und Organistin hat man es nicht leicht. Es gibt immer noch Leute, die meinen, beides ginge nicht zusammen. Jemand sagte mir: Endlich spielt jemand mal virtuos und musikalisch und nicht „orgelgemäß“ spröde. 

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Ritter a-Moll Walcker Wiesbaden

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She‘s always a Woman

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29. August 2021

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Wir Frauen müssen nicht mehr bitten, wir fordern. (Serap Altinski)

Der berühmte schnelle Daumen: Ich schreibe am Handy alles mit links, mit dem linken Daumen, auch den Blog.

Aus den Spänen macht Schuke übrigens Pellets zum Heizen. Praktisch. Den Maschinenraum darf man nur geschützt betreten (wegen Lärm, Dreck und Spänen). Der Raum, wo die Pfeifen hergestellt werden, war für mich besonders spannend. Englisch Zinn! Pfeifen aus Legierungen mit einem falschen Mischungsverhältnis der Metalle können nach einigen Jahren in sich zusammensacken. Wegen dem Gewicht. Aber das Erstaunliche ist: Früher passierte das nicht. 300 Jahre lang nicht!

Worauf haben also Orgelbauer damals geachtet? Schuke fand das heraus zusammen mit der Uni Potsdam: Entscheidend ist eine abnehmende Materialstärke im Pfeifenkörper. Nur die computergesteuerte Zinn-Hobelmaschine von Schuke kann Pfeifenmaterial für mehrere Pfeifen auf einer Platte mit abnehmender Wandungsstärke herstellen. 

Dazu gehört menschliches Know How. Pfeifen mit der optimalen Zinn-Blei-Verteilung und Zinn-Blei-Legierung und der optimalen Materialstärke (die Pfeifen werden nach oben hin dünner) sacken nicht zusammen, haben zudem ein verbessertes Anspracheverhalten und klingen dadurch besser. Um hervorragende Pfeifen herzustellen, braucht es viel Erfahrung und Training. Das heisse, flüssige Zinn mit der richtigen Temperatur wird erst mal ausgegossen. Ich habe die Maschinen, Bottiche, Schlitten und Bänke gesehen.

Heute mieteten wir ein schönes Radl für mich, machten zusammen Mitte unsicher und entdeckten Berlins Mitte: Vom Brandenburger Tor zur Russischen Botschaft, über die Linden an der Staatsoper zur Hedwigs-Kathedrale zum Gendarmenmarkt. Der große Pracht-Boulevard, die Achse vom Brandenburger Tor (Pariser Platz), die über den Dom zum Alexanderplatz führt (Forum Fridericianum, Friedrichsforum), nennt man Unter den Linden. Die Strassenbreite ist enorm. Man kann sich dort die Kutschen von früher vorstellen. Und ich liebe den Pariser Platz und das Brandenburger Tor: Quadriga (der Kutschwagen/Streitwagen auf dem Tor). Dahinter verlief die Mauer. Die ganze alte Mitte ist im Grunde ehemalige DDR. Dort sind auch das Hotel Adlon und die neue Akademie der Künste. Heute war wegen Demos der ganze Park namens Tiergarten hinter dem Tor und die berühmte Strasse „17. Juni“ bis zur Siegessäule abgesperrt. Dann radelten wir zum Gendarmenmarkt. Dort am Französischen Dom aßen wir Kartoffelsuppe, das Konzerthaus und Hanns Eisler im Rücken. 2016 konzertierte ich im Französischen Dom. Dann radelten wir über das neue Stadtschloss zur Humboldt-Universität, machten Stippvisite bei Angela Merkel am Kupfergraben, kamen über den mächtigen Berliner Dom auf die berühmte Museumsinsel. Dort sind fünf Hauptmuseen, fünf große, Altes Museum, Nationalgalerie, Pergamonmuseum, Neues Museum und Bode… UWKE. Diese Insel ist umrahmt von zwei Armen der Spree. Spreeinsel. Der Lustgarten vor dem Dom ist wunderschön.

Dann fuhren wir durch den MonBijou-Park zum Hackeschen Markt, dann Richtung Fernsehturm über den Rosa-Luxemburg-Platz mit der politischen Volksbühne zum Alexanderplatz, dem berühmtesten Platz der Stadt. Dann Marienkirche, Nicolaiviertel (Berlins ältester Teil), Fischerinsel, Märkisches Museum (Stadtmuseum). Berlin ist kanal-und gewässerreich. Der Bärenzwinger war leider leer. No bear. Dann nahmen wir Kurs auf die Luisenstadt zur Michaelskirche. Luisenstadt geht bis zur Bezirksgrenze zu Kreuzberg und ist ein historischer Unterbezirk von Mitte. Dort liegt am Engelbecken St. Michael. Wir klapperten ganz Mitte ab. Die Dimensionen sind riesig. Wir konnten an diesem Nachmittag nur Berlins Mitte ausmessen.

Mitte ist Berlins zentraler Verwaltungsbezirk und Regierungsbezirk und sehr sehr geschichtsträchtig. Bundestag, Auswärtiges Amt, Kanzleramt… Reichstag… Sehr viel Polizei überall. Das Panorama von Mitte ist spannend. Kernbezirk! Schatzkästchen! Preußische Bauten! UNESCO! Von dort kann man Berlin aufrollen in die weiteren Außenbezirke. Mein Tipp: Fahrradfahren, um ein Gefühl für die Dimension dieser Riesenstadt zu bekommen, mit jemand, der sich wirklich auskennt. Gesundbrunnen, Hansaviertel und Moabit, Wedding und Tiergarten sind auch noch Mitte, und der ist noch nicht mal der größte Bezirk Berlins! Wahnsinn! 

Serap (siehe Zitat) ist Politologin, kümmert sich vor allem dann, wenn häusliche Gewalt im Spiel ist. Heute erinnere ich an Martina Voss (Fußballtrainerin (unmöglich, wie der Frauenfußball behandelt wird) und Irene Papas (griechische Schauspielerin).

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Ritter Sonate Berlin
du lächelst hörbar
mit Noten
kannst du mir die Noten
zu deinem Lächeln geben? (AHS) 
 

schenk mir die Zwischentöne deiner Stimme

Ich bin in Berlin angekommen. Die ICEs waren extrem voll. Ich fuhr über Göttingen. Göttingen ist einer der wenigen schlauen Bahnhöfe mit Rampen statt Treppen. In Berlin wurde ich vom HBF abgeholt und freue mich auf meinen vollen, interessanten Tag morgen.

St. Michael Kirche, schön und rot, mit dem großen, beleuchteten Erzengel auf dem Dach (gebaut 1805 von August Soller und Team) gehört zu den größten DDR-Kirchen und wurde stark beschädigt im Krieg, ist heute halb erhalten. Der vordere Teil ist Ruine, woraus ein schöner Garten gemacht wurde. Der hintere Teil ist nun aktive, katholische Kirche. Dort ist die schöne Sauer-Orgel (1960 geweiht). Dort spiele ich morgen.

So etwas habe ich noch nie gesehen. Ist echt einzigartig und besonders. Ein Geheimtipp, mitten in Berlin-Mitte. Der Ruinenteil ist auch der ehemalige Eingang. Wenn man dort unter freiem Himmel steht, da das Dach und die ehemalige Buchholz-Orgel am 3.2.1945 weggebombt wurden, da konnte ich mir vorstellen, wie groß und majestätisch diese Kirche gewesen sein muss.

Hinter der Kirche ist das Engelbecken, ein kleines ehemaliges Hafenbecken, heute voll Schildkröten, Fische, Schwäne und Reiher. Hier verlief mal die Mauer quer durch. Die ehemaligen DDR-Bauten sind schicke Lofts geworden drum herum. Wir aßen italienisch, ich übte, dann fuhren wir nachts zurück. Mit Öffis, U-Bahn, S-Bahn und Ringbahn, um das reale Berliner Leben zu erkunden und zu erleben. Berlin ist nämlich nicht Bayreuth!

Eine Riesenstadt, chaotisch, cool, schmutzig, wild. Ich war nun schon so oft da. Und doch ist es für mich immer wieder neu verwirrend, als wäre ich noch nie da gewesen. Wie Reger, dessen Noten man am nächsten Tag nicht wiedererkennt. Allein wüsste ich nicht, wo ich bin. Baustellen, Obdachlose, Betrunkene, Lärm, Schienenersatzverkehr. Und überall riecht es nach Gras.

Dabei war das strahlenförmige System mit der Ringbahn sicher mal gut durchdacht gewesen. Eine Würzburgerin in Berlin-Mitte. Da ist Berlin-Mitte schon 6x größer als Würzburg. Ich schlafe auch in Berlin-Mitte. Am Westhafen. Ich wohne in der Mitte der Mitte. Im Regierungsviertel. Ich bin die Regierung!

Es ist ein schöner Altbau, 126 Quadratmeter, mit weißen Doppelfenstern, Parkett und rotem Boden (nennt man hier „Ochsenblut“ – ich (barfuß): „Ist das wirklich Ochsenblut?“ Sie: „Natürlich nicht!“ „Oh, gut.“

Heute erinnere ich an Lotte Cohn (israelisch-deutsch-jüdische Architektin: Baumeisterin Israels: Binyan Ha‘Aretz (Aufbau des Landes).

Ich bin Zeitoptimistin.

Freue mich auf die kathedralhafte Raumakustik und die Klangfarben der Sauer-Orgel.

Eventbrite: Heute 17 Uhr Konzert:

Konzert Berlin AHS

 

25. August 2021

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Uns wurde beigebracht, wie wir denken können, nicht was. (Elizabeth Phillips)

Heute erinnere ich an Marjorie Scardino (Managerin) und Lina Haag (unfassbar großartige deutsche Widerstandskämpferin ❤️). Ich liebe Bücher. Viele Bücher. Menschen, die nicht lesen oder bewusst keine Bücher haben, sind mir eher unsympathisch.

Die Übersetzung meiner Webseite geht endlich voran. Es ist gar nicht so leicht, sehr gute Übersetzer zu finden.
Die nächsten beiden Konzerte jetzt: Berlin Internationaler Orgelsommer und Wiesbaden Ringkirche. Es passiert mir noch immer, dass andere meinen Terminkalender besser kennen als ich und ich Termine durcheinander bringe oder gar fast vergesse. Aber immer bekomme ich trotz allem alles noch hervorragend hin. Hans-Ola und ich spielen fast zeitgleich in Berlin, er in Pankow, ich in Mitte. Ich versuche, sein Konzert dann noch zu besuchen, ich habe ihn schon öfter gehört. Er wohnt jetzt in Schweden.
Nun übe ich neben Ritter auch Reger op. 59 (Hausaufgabe von Kay). Im Oktober bin ich dann in Luzern, vorher habe ich Unterricht in Stuttgart. Wenn ich an meiner Hausorgel übe, spiele ich meist mit nackten Füßen Pedal. Ich spiele ja auch nicht mit Handschuhen. Es ist zwar etwas unbequem hier und da. Aber ich möchte fühlen.

Sehr gern mag ich Gottfried Benn, Dichter und Arzt. Sehr gern mag ich auch Soßen von Ppura, Datteln, Feigen und Pflaumen. Der Geschmack bringt mich immer nach Israel.

Tipp des Tages:

Badewanne mit Weihnachtslieder-CD im August. Das ist echt schön.

Ich freue mich auf das Buch Hommage an Martin Perscheid, ich bin auch dabei mit einem Text. Ob es zu mir auch mal eine Hommage geben wird?

Köln ist eine super Stadt zum Studieren, und die Musikhochschule eine der größten und besten Europas. Und mein erster Klavierschüler: Martin. Ich wusste damals nicht, dass ich den besten Cartoonisten aller Zeiten als Klavierschüler habe. Er war sehr interessiert, Chopin und Prokofieff zu lernen. Mir zuliebe übte er sogar Bach. Und er spielte mir auch seine eigenen Stücke vor. Martin war ein sehr musikalischer und sensibler Mensch. Wir freundeten uns an. Er holte mich oft ab mit seinem schwarzen Saab Cabriolet, kaufte sich einen Steinway, bekochte mich in Wesseling, übte. Wir fuhren durch die Stadt und waren vor allem bei Ikea anzutreffen. Er verliebte sich in mich. Ich war damals noch gar nicht ready für eine Beziehung. Aber Musik und Kunst verbanden uns. Wir fuhren Motorrad. Er nahm mich auf die Buchmesse mit. Er nahm meine Musik auf und machte Fotos von mir. Er zeigte mir seine Eltern. Wir redeten über Gott und die Welt. Mit Gott konnte er nichts anfangen. Aber es machte Spaß, mit ihm zu diskutieren. Er war klug. Ich versuchte, ihn zu beeinflussen, doch mal ein paar christliche und freundliche Cartoons zu zeichnen. Er lachte mich aus und widmete mir statt dessen ein paar Cartoons, in denen er mich zum Thema machte: Wie ich als „Nonne Ann-Helena“ Pinguine bekehren wollte und seine Gedanken zu mir und der Kunst der Fuge von Bach. Ich war weniger  geschmeichelt. Aber musste auch lachen. Wenn mir Martin Spinat und Fischstäbchen und Bratkartoffeln machte, war alles wieder in Ordnung. Als Nachtisch steckte ich einfach meinen Finger in das Nutella-Glas. Martin liebte mein Klavierspiel und schrieb mir eine Liebesgeschichte mit wunderschönen Bildern. Ich war sehr berührt. Das war ein völlig anderer Stil. Ganz andere Bilder. Sehr romantisch. Da kam die ganz andere Seite Martins ans Licht. Er malte mich als wunderschöne Blume, und am Ende kamen viele Blumenkinder heraus. Viel später veröffentlichte er die Geschichte. Er sponserte mir meinen ersten Flügel, einen schönen Bechstein, der so gerade in meine Wohnung neben der Hochschule passte. Ich beobachtete ihn, wie er zeichnete, im Zigarettendunst umgeben, unter dem Lampenschirm. Wenn ich ihn ärgerte, zeichnete er Schmäh-Cartoons mir mir. Irgendwann war mein Studium zu Ende und ich ging erst nach Detmold, dann nach Würzburg. Für Martin war das schlimm. Er konnte sich im Traum nicht vorstellen, Köln und Wesseling zu verlassen. Ich ließ ein paar meiner Sachen und Kisten und vollen Umzugskartons bei ihm, die ich nicht mehr mitnehmen konnte. Wir blieben immer Freunde. Er illustrierte meine Bücher und Lyrikbände. Er war immer interessiert an meinem Leben und an meinen Veröffentlichungen. Immer wenn ich in Köln war, meldete ich mich bei ihm und lernte viel später seine Frau und Kinder kennen. Er neckte und ärgerte mich noch immer, auch, als ich auch Orgel studierte, und stritt mit mir zwar bis zum Schluss, aber es war immer von etwas Besonderem umgeben, einem Hauch von gegenseitiger Erkenntnis.

„Du hast hier ein christliches Magazin liegenlassen – kann das ins Altpapier?“

  • Martin

Bebend die Länge im Ton. (AHS, Orgel-Kalender benno-Verlag 2022)

Mein erster Unterricht bei Kay Johannsen war sehr gut. Er ist ein sehr guter Lehrer und ein weiser Mensch. Wir arbeiteten an der ersten Ritter-Sonate. Ich habe einmal im Monat Unterricht. Das ist perfekt, da ich jedes Mal gut vorbereitet sein muss/möchte und viel auf habe. Es ist schön, diese enorme Orgel in der Stiftskirche zu spielen. Es ist nicht nur so, dass man über Orgel lernt, sondern auch über Musik allgemein und darüber hinaus über Menschsein und Verhalten. Was mich sehr interessiert, ist Registrierung und Klang. Und auch, wie ein erfahrener Organist Orgel sieht. Sehr schön ist der Harmonikabass 16 (pp). Besonders zum leisen Streicher Aeoline oder zur leisen deutschen Vox celeste. Der Offenbass: offene Holzpfeife, etwas Besonderes. Noch von früher übrig geblieben. Hier gab es ja mal eine enorme Walcker-Orgel mit Doppel-Pedal! Ich spüre ihre Aura.
Ich mag leise Klänge. Kay meinte, Registrierung ist die Kunst des Weglassens, nicht die Kunst des Zusammenziehens. Absolut. Nicht so viel ziehen! Selbstbewusst wissen, was passt und was nicht nötig ist. In der Familie bleiben (Prinzipalreihe /// Flötenreihe). Wissen, welche Klänge charaktervoll sind und welche nicht. Welche sind eher neutral, ohne Strich, füllen „nur“ (Bourdon 8, Subbass 16…), welche sind echte Klangboomer, die sich stark entwickeln charakterlich – wie mit den Menschen, glaube ich. Und dann das Doppeln – Faustregeln gibt es so nicht, aber man kann sagen (aus Erfahrung): nicht die oberste Fußtonzahl doppeln. Das kann ungut schweben.
Ich mag die erste Ritter-Sonate, das Dramatische. Merseburg lässt grüßen.
Insgesamt gibt es noch „Orgelspezifisches“ in Technik, das bei mir noch mehr in „Fleisch und Blut“ übergehen soll, vor allem, was sich unterscheidet zum Klavier. Mehr rein in die Taste, weniger raus. Weniger „zappelig“. Fußsatz. Sequenzer mit dem Fuß. Wobei er mein Pedalspiel schon recht gut findet, für mich das schönste Kompliment. Und dann die alten Flaggen: Tempo, Rhythmus, Ruhe. Aber er ist auch sehr genau. Aber so muß es sein. Ich bin ja völlig freiwillig da. Hinterher sprachen wir auch über meinen Blog und was damit zusammen hängt. Das rechne ich ihm hoch an. Dass er sich kümmert. Dass er damit begonnen hat. Es hätte ihm ja auch egal sein können. Aber seine Ausbildung ist umfassend, wie er sagte. Und dann sagte er etwas Weises, das ich nie mehr vergessen möchte und ab jetzt einhalten möchte und werde: Ich soll nicht andere abwerten, auch wenn mich andere abwerten. Warum soll ich das gleiche tun? Er hätte auch schon Kritik und Presse bekommen, wo er sich dachte, was ist das jetzt… If you can‘t stand the heat, stay out of it. Komplett ignorieren. Gar nicht darauf antworten. Und wenn ich das bisher falsch gemacht habe – egal. Ab jetzt! Immer mit Wertschätzung schreiben. Und mich auf meinen eigenen künstlerischen Prozeß konzentrieren.
Was mich daran besonders beeindruckt hat: Es war absolut authentisch, ohne mich zu verurteilen, ohne mich zu manipulieren. Jemand, der nicht naiv ist. Jemand, der selbst schon Dinge erlebt hat. Ich würde sogar sagen, es war liebevoll. Müll hinter sich lassen. Neu anfangen. Ernst. Aber auch mit einem Lächeln. Sich auf das konzentrieren, auf was es ankommt. Manchmal muss man erst Fehler machen, um zu erkennen, was mehr als ein Rat ist – was ein unbezahlbares Geschenk ist. Freiheit! Manchmal muss man sein Bauchgefühl um 180 Grad drehen. Was sehr anstrengend ist. Im Zug schlief ich wie ein Stein. Und wie man mit Verleumdung umgeht? Frage ich das nächste Mal.
Wir sprachen auch über das Impfen. Ich habe ihn einfach gefragt, weil ich ihn vertrauenswürdig finde. Man kann ja über Politik verschiedener Meinung sein. Nichtsdestotrotz rät er mir sehr, mich impfen zu lassen, ich soll da keine Bedenken haben und morgen gleich gehen. Gerade als Künstler geht das nicht anders, wenn man reist. Und warum soll ich es nicht freiwillig tun?
Alles, was ich freiwillig tue, ist gut für mich, glaube ich. Ich hasse Zwang.

Meinen Spielzeug-Beetle habe ich verschenkt. Ich hatte ihn aus Kampala.
Gestern habe ich zum ersten Mal eine Hand-Pflege-Maske (Handschuhe) verwendet. 🙂 Eigentlich inakzeptabel viel Plastik-Müll! Never again.

Stuttgart ist doch eine schöne Stadt, besonders die Innenstadt, alles rund um die Stiftskirche. Ich kaufte auf dem Markt Gemüse und Obst und aß türkisches Cigköftem, von dem ich bis heute nicht weiß, was es ist (vegan und schmeckt nach Tomate), und kaufte Many Mornings-Socken (Kaufhaus Mitte, die haben Obst, Blumen und Gemüse und sogar Nüsse als Stofftiere!), die unterschiedlich pro Fuß sind und total süß. Ich habe welche mit Herzen und Eichhörnchen. Ähnlich wie Happy Socks. Der Bahnhof wird jedoch immer schlimmer. Ein einziger Krater, eine riesige Baustelle; wir mussten komplett außen herum.

17. August 2021

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Legato an der Orgel bedeutet, den neuen Akkord schon im Handgelenk zu spüren. (AHS, Orgelkalender 2022, benno Verlag)

Ich mag sehr den Schauspieler Philip S. Hoffmann.

Ich freue mich auf meine Konzerte an meiner 7. Sauer Orgel (Berlin) und dritte Strebel Orgel von 1904 (Harz/Nordthüringen, bei Nordhausen: Hohenstein), und dass ich dabei auch immer neue Orgeln zusätzlich der Umgebung gezeigt bekomme nach den Konzerten. Ich bin da immer Feuer und Flamme, und die Gastgeber sind meist sehr nett.

Freue mich auf meine neue Audite CD. 97.801. Die bald kommt. Es geht los. Vorfreude ❤️

Morgen Stuttgart!

Auch der Film Miss Daisy ist sehr schön, trotz Bedenklichkeiten. Und auch Abgefahren. Dort hat mir ein Witz (in dem Männer nicht so ganz gut wegkommen) ganz gut gefallen. Aber ich weiß nicht, ob mein Blog jugendfrei ist und dann auch noch einen Führerschein braucht. Ich erzähle ihn gern mal persönlich. Oder schaut euch den Film an!

Mir fällt auf: Man wird oft zu beiden Seiten hin manipuliert: Impfgegner wollen einen einheimsen, und aber auch Impfbefürworter. Alles recht radikal. In der Mitte und Normales scheint es gar nicht mehr zu geben: Dass man noch abwartet, prüft oder nachdenkt. Vor allem, weil es vllt. nicht wirklich nützt oder etwas verändert, aber durchaus Nebenwirkungen und Langzeitfolgen haben kann. Kinder zu impfen finde ich sehr bedenklich. Ich möchte diese gesamte Entwicklung gern noch prüfend abwarten. Mein (warnendes) Bauchgefühl war bisher eigentlich meist sehr gut. Zudem weiß ich aus der deutschen Geschichte: Der Deutsche folgt. Das merkt man immer wieder stark im Alltag. Ich bin da anders. Schwedisches Wikingerblut. Und natürlich weiß ich, dass man mich indirekt jederzeit zwingen könnte und ich machtlos dagegen wäre (Reisen etc.). Es ist ja längst Politik geworden. Naja, ich bin gespannt, wie es alles noch wird.

Vor allem, weil ich bald 2022 in die USA zu Konzerten fliege. Nach Michigan. Mein erstes Mal in Michigan. Wer war schon dort? Ist es schön? Wie ist Lansing? Ich habe noch nie davon gehört. Aber Detroit ist bekannt. Ich spiele nah bei Detroit und fliege über Amsterdam nach Detroit. Bin gespannt. Nord-USA. Morgen wird mein Flug gebucht. Kann man überhaupt ungeimpft fliegen? Ich empfinde diese Impfung momentan als Körperverletzung, während andere sich drum reißen und sie unter Gefühlen als Fest und Erlebnis oder gar als normal oder einzig richtige Entscheidung feiern. Wir werden sehen. Ich hoffe, dass ich das alles seelisch gut verkrafte. Denn irgendwie erscheint es mir seltsam.

Free Downloads

Neu: Hugo Mayer Orgel Basilika Saarbrücken, 5. Manual: Klangbeispiele:

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15. August 2021

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Man muss durch schlechte Erfahrungen hindurchgehen und nicht drumherum. (Liza Minnelli)

Heute erinnere ich an Carola Neher (Schauspielerin, Bühnenstar mit tragischem Ende), Wangari Maathai (Politikerin, Friedensnobelpreis) und Nicole Uphoff (Dressurreiterin, ihr Pferd hieß Rembrandt). Alles bewundernswerte Frauen.

Da die Leute wissen wollen, wie die Liebesgeschichte heißt, die Martin Perscheid für mich geschrieben und veröffentlicht hat: Floradomie, im Rake-Verlag erschienen. Natürlich mit Bildern von Martin. Ich werde dort als schöne und besondere Blume beschrieben. ❤️ Das Buch sticht deutlich aus allem heraus, was Martin je gemalt oder geschrieben hat.

Ich hätte gern wieder eine Vespa. Ich hatte schon mal eine: Orange. Groß. Großes Nummernschild (ich habe den Motorradführerschein, man glaubt es ja nicht; den hab ich damals zusammen mit dem Autoführerschein gemacht, weil ich mit 18 in einen Motorradfahrer verliebt gewesen war). Auf die Vespa sprayte ein Kumpel damals eine große Sonnenblume mit Sonnenbrille rechts auf den Kotflügel. Damit war ich meine ganze Kölner Studienzeit 5 Jahre in Köln unterwegs (teilweise lebensgefährlich, habe mich mit LKWs angelegt). Die Jungs an der Hochschule fanden mich und meine Vespa toll. Aber da sie gebraucht war, ging sie irgendwann kaputt. Zudem hat mich nachts auf einer der Brücken in Köln (mit der genialen Weltkugel) ein Wagen gerammt (mir ist nichts passiert). Ich habe mir noch nie jemals etwas gebrochen. Aber seitdem bin ich ängstlich und habe beinahe nie wieder eine Vespa oder einen Roller bestiegen (geschweige denn ein Motorrad). Wenn, dann Beifahrerin (Sozia). Jetzt hätte ich gern wieder eine. Eine gelbe! Wenn jemand eine übrig hat – Auf jeden Fall, auf der Brücke, da hatte ich Schutzengel. Ich habe die gesehen, gespürt.
Fahrlehrer  und Prüfer waren ohnehin dagegen, dass ich Motorrad fahre. Er hielt mich für zu klein und ließ mich auch erst beim zweiten Mal bestehen (ich wollte da beim ersten Mal aus Versehen als Geisterfahrerin auf die Autobahn abbiegen und wäre fast auf Abwege gekommen – der Fahrlehrer war kurz vor einem Nervenzusammenbruch). Martin Perscheid hatte einen wunderschönen alten schwarzen Saab Cabriolet. Den Sonnenblumen-Kotflügel habe ich noch lange im Zimmer aufbewahrt, bevor sich meine Mitbewohnerinnen wegen dem Benzingestank beschwert hatten. Ich wohnte direkt an der Musikhochschule und habe Köln sehr geliebt.

ps: Die Schauspieler in „Tödliche Entscheidung“ sind großartig. Quentin Tarantino-Filme schaffe ich immer noch nicht zu sehen, sie sind zu grausam. Dabei würde ich wirklich gern mal Kill Bill sehen

Und hier das alltägliche Video:

Neues Orgel-Date: Sandtner und Tholey

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