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Tourblog

24. April 2022

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Bachs Musik ist ein Motor für Mitgefühl. (AHS)

Heute erinnere ich an Hildegard von Bingen, an Millennial und Komponistin Alissa Firsova und an Irena Sendler, Krankenschwester aus Warschau, die jüdische Kinder rettete.

Heute waren wir in dem neuen Kinofilm Batman – er ist sehr lang (etwas zu lang), aber zu empfehlen. Ich habe extra nicht nachgeschaut, wer der Hauptdarsteller ist, und hoffte, es wäre endlich ein neues, unbekanntes Gesicht – und zuerst war ich enttäuscht, als ich ihn erkannte, aber dann – ich muss sagen – er hat es gut gemacht. Es steht da zwar „Action“ – aber ich kann euch sagen: Es ist ein Liebesfilm, mit sehr romantischen Szenen.

Dass es ein Liebesfilm ist, merkt man an der Aufmachung und sofort an der Filmmusik, die beinahe durchgehend romantisch ist, eine düster-weich-melodramatische Musik um Ave Maria mit vielen Klassik-Anteilen.

Heute habe ich dieses Jahr auch zum ersten Mal Spargel gegessen — hmmm, lecker, fränkischer Spargel. Wobei ich das Gefühl hatte, es ist vielleicht noch ein Ticken zu früh für Spargel.

Sogar der Zauberberg hat wieder auf. Ich hatte fast Lust, wieder reinzugehen. Aber dann war mir der Lärm zu groß.

Seit ich unter der Woche pausenlos beschäftigt bin, verstehe ich die Leute, die am Wochenende einfach nur abschalten wollen, egal, wie. Ob manche Menschen nur für das WE leben? Ich kann es ein Stück weit verstehen. Allerdings kann das nicht das Leben sein, nur das WE. Eigentlich ist gerade unter der Woche das Leben! Das muss es jedenfalls sein.

Da ich lange nicht mehr Auto gefahren bin, musste ich mich um meinen kleinen blauen Beetle kümmern. Die Batterie war leer, weil er seit 4 Monaten stand. Es tut mir irgendwie weh. Ich möchte mich eigentlich um alles kümmern und nichts vernachlässigen. Das ist gar nicht so leicht.

Ich bin froh, dass es Nachtzüge gibt. Was würde ich sonst tun? Früher dachte ich, Hamburg sei weit. Von wegen. Das ist ein Katzensprung. Für mich sind nun 8-10 Stunden „normal“ geworden. Wahnsinn. Wenn man etwas liebt, kommen einem 10 Stunden wenig vor, sind selbst Schlafmangel ok und man nimmt einiges auf sich, was früher undenkbar gewesen wäre. Ist das Leben nicht total verrückt? Oder bin ich es?

Foto: Stralsund

23. April 2022

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Your surrender changed my mind. (AHS)

Heute erinnere ich an Charlotte Perriand, französische Designerin, und Pia Sundhage, schwedische Fußballtrainerin, die als erste Frau Trainerin einer Männermannschaft werden soll.

Stralsund: sehr hübsche Stadt. Letztes Mal war ich hier im Regen und nun im Sonnenschein: Seen, Brunnen und Türme. Eiserner Wandarm in Heilgeist. Ich mag den Landkreis Vorpommern-Rügen, das früher mal ein Fürstentum war. Stralsund, Greifswald und Rostock sind für mich immer noch „exotische“ Namen. Auch die Mutterkirche „Mater“ Voigdehagen ist sehr schön. Ich freue mich, dass die Stiftung „KiBA“ Kirchen pflegt und erhält.

Foto: Stralsund

Greifswald ist auch eine hübsche Stadt. Ich mag den Wall und die Meeresluft. Und das Institut ist eine hübsche kleine Villa.

Empfehlen kann ich das rote „Evangelische Gottesdienstbuch“. Es ist sehr interessant.

Neu: Stralsund, Krebs:

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22. April 2022

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Ich glaube, Charakter und Seele prägen ein Gehirn. (AHS)

Heute erinnere ich an Alexandra Kollontai, russische Revolutionärin und Schriftstellerin mit großem diplomatischen Geschick.

Foto: Stralsund, Heilgeistkirche, Buchholz Orgel, von Schuke (Potsdam) restauriert 

Neu: Orgel-Information:

Buchholz Orgel Heilgeistkirche zu Stralsund

Wir waren heute mit „unseren“ Klapprädern in Stralsund, eine wunderschöne Stadt. Früher war ich im Winter dort, und als Kind im Sommer. Und nun in der Sonne.  

21. April 2022

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Gott ist der größte Künstler. Er schafft die größten Wunder im Verborgenen. Er schafft Wunder in mir. Ich trage seine Wunder in mir wie Rückenmark und Nervensystem und wusste es nicht mal. So ist Gott. So ist sein Charakter. Wir tragen seine Wunder, ob wir wollen oder nicht. Selbst der böseste Mensch trägt seine Wunder. (AHS)

Heute erinnere ich an Priti Patel, britische Politikerin.

Foto: Richter-Orgel Pomßen bei Leipzig

Was man hier nicht alles lernt: Zum Beispiel Klapprad fahren, mit einem Euphonium auf dem Rücken. Zudem habe ich heute zum ersten Mal (meine dritte Stunde) einen Choral gespielt mit meinem Euphonium: Großer Gott, wir loben dich – zu zweit, er und ich. Ich war unten im Bass (vierstimmig).

Also, ein Instrument zu lernen (egal, welches) lehrt einem so viel über das Leben: Anfangs lernt man dabei Dinge, die nicht so viel Spaß machen, die aber dazu gehören: Zum Beispiel mit dem Mundstück üben. Dabei geht das dann auch schon, wenn man sich konzentriert. Und dann übt man allein im Zimmerchen und es klingt noch nicht so berauschend, man ist müde und ungeduldig und will das Ding am liebsten in die Ecke schleudern. Und dann fährt man zum Unterricht, erschöpft. Und dann plötzlich kommen die Töne, die man gesucht hat, und plötzlich versteht man, ahhhh. Und wie ein Wunder kommt über die Vorstellungskraft und über den Atem tiefe, weiche Töne heraus, die man noch gar nicht von sich kennt. Die Lippen vibrieren plötzlich von allein. Instinktiv passe ich mich ihm an und liefere die Töne, die zum Choral gehören (ohne recht zu wissen, wie, warum, wie im Traum). Ein tiefes Blechinstrument ist ein guter Ausgleich für eine Frau, die hoher Sopran ist. Er ist auf jeden Fall sehr zufrieden, dass ich so schnell lerne. Ich bin manchmal in Sorge, weil ich so ehrgeizig bin. Ich schließe meine Augen, will das Stück am liebsten 10 x hintereinander spielen, bis es fehlerfrei  ist. Teile? Nein. Na gut. Dabei ist es besser, manchmal auf andere zu hören. Es geht auch relaxed.

Danach bin ich mit dem Euphonium zum Orchester gefahren und habe meine ersten Töne gespielt. Ich weiß, dass mag seltsam klingen, das mich das so begeistert – aber man darf nicht vergessen, dass ich Solokünstlerin bin und daher aktives Orchestermusizieren so nicht kenne (für meine Schwester, die Profi-Geigerin ist, ist das natürlich etwas anderes).

Dirigieren macht auch Spaß. Inwiefern Künstlersein und Chorleitung zusammengehören, weiß ich noch nicht. Sicher ist: Auch hier muss man relaxed sein. Ich fühle die Musik dann so stark, dass ich auch hier meine Augen schließe. Das geht nicht. Ich empfehle immer: Nicht die Augen schließen. In der Realität bleiben. Die Musik soll nicht dazu da sein, die Realität auszublenden. Das hat Bach auch nicht gemacht. Im Gegenteil. Den Chor ansehen. Mit ihm schwingen. Kopf und Körper ruhig, wirklich nur über die Hände schwingen. Diese erfahrene Nüchternheit an den Tag zu legen – ich glaube, das ist hier das, worauf es ankommt. Also, ihr seht: Was macht sie da? Ja, oh, noch Kirchenmusik, hochgestuft, 5. Semester. Meine dritte Woche. Daher habe ich anderes erst mal nach hinten geschoben. Wie lange ich durchhalte? Denn mein anderes Leben geht auch weiter. Ich bin weit weg von daheim, damit ich mich konzentriere. Und ganz intensiv und praktisch lerne. Handwerk. Im Norden. Hier blüht es nicht. Es ist windig und kalt, aber schöne Meerluft. Bis jetzt ist alles sehr schön. Von einer schönen Sache zur nächsten, alles macht Spaß, es ist eine kleine Kirchenmusikhochschule, die zur Uni gehört, die sehr berühmt ist, Greifswald – sehr interessant. Von hier aus zu den Konzerten zu fahren ist eine Weltreise. Aber ich schaffe es. Schlafe im Zug. Posaunenchor ist mein Wahlmodul, daher Euphonium. Und ich liebe alles, am meisten Chorleitung, aber auch Orchester, Gesang, Liturgisches Singen, LO, Cembalo. Einfach alles. Es ist nicht wie mein bisheriges künstlerisches Studium in dem Sinn, und doch ist es sehr künstlerisch, auf eine ganz andere Art und Weise.

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Richter Orgel Pomßen (Pomssen) bei Leipzig

Orgel-Information 

18. April 2022

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Musik ist Beziehungskunst voll Interaktion. (AHS)

Gesegneten Ostermontag!

Ich spielte heuer an Ostern an der Rensch Orgel in Schützingen und an der Beckerath Orgel in Knittlingen (die, was selten ist, vom Altar aus gesehen links steht). Beide diese neobarocken Orgeln hier im Enztal sind in den 70er Jahren erbaut. Und beide Orte sind wunderschön, wie „Little Schwäbisch Italy“: Weinberge, Tulpen, Kräutergärten, blühende Felder, Serpentinen, kleine und große Fachwerkhäuser, entzückende Dörfer und Dorfkirchen mit quadratischen Uhren auf dem Turm, Eis, Kühe, Schmetterlinge, Pferde. Alles friedlich, gepflegt und still.

Der Posaunenchor spielte gut.
Es waren die wärmsten Tage des Jahres mit ca. 20 Grad hier im Süden. Alles blüht. Abends waren wir grillen, einmal im Stall, einmal auf der Terrasse: Lachs, Schafskäse, Garnelen, Fleisch, dazu Kartoffeln und Salate. Lachs, Feta und Garnelen waren in Alufolie gewickelt und mit Öl, Wein, Gewürzen und Zitrone verfeinert.
Nachmittags waren wir wieder bei den Pferden in dem idyllischen Stall bei Gondelsheim im Bezirk Karlsruhe, haben ausgemistet, gefüttert etc. Ich habe einen großen Pfauenauge gesehen. Am späten Abend waren wir im Theater Osterfeld in Pforzheim im Varieté „Blütenzauber“. Ich wusste gar nicht, was mich erwartet – aber es war absolut spitze. Der Moderator war witzig, und die Tänzerin aus Vietnam atemberaubend. Es war wie Kunst, nicht wie Zirkus. Pforzheim ist etwas kleiner als Würzburg. Wir schauten später zur Entspannung die alten Filme Immenhof (EDELBERT!!) und den neuen Film Last Night in Soho (eine Mischung aus Musical, Thriller und Horror). Und wir haben Eierlikör selbst gemacht. Ohne Thermomix oder so. Selbstgemachter Eierlikör schmeckt 1000 x besser als gekaufter. Ich mag nicht, wenn zu viel Rum und zu viel Ei im Eierlikör ist, er dadurch dickflüssig, dunkelgelb und aufdringlich schmeckt. Unser war der beste: Sahnig, süß, hell, flüssig, mit Vanille, nicht zu viel Rum, fast wie Kuchen schmeckend. Man muss ihn bis zu 20 min mixen bzw. rühren und in hübsche Gläschen füllen oder in Schokobecherchen aus Waffel, die man essen kann.

Foto und Video: Schützingen

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12. April 2022

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Warum sollte ich Fische, Zwiebeln und Biergläser malen? Mädchen sind so viel hübscher. (Marie Larencin)

Französische Malerin. Heute erinnere ich auch an Gesa Krause, deutsche Leichtathletin mit enormem Lauftalent.

Wenn ich über Kirchenmusik nachdenke, fällt mir auf, dass die Gottesdienst-Ordnungen oder Agenden sehr streng sind, so zumindest aus meiner Sicht. Das war früher noch viel strenger als heute, wo es seit ca. 20 Jahren das Evangelische Gottesdienstbuch gibt: Hier gibt es mittlerweile Alternativen zur strengen, stabilen Ordnung, aber auch diese Alternativen sind begrenzt und festgelegt. Man könnte die Ordnungen ein Stück weit als reglementiert bezeichnen. Heute ist es immerhin theoretisch möglich, dass die Kirchenmusikerinnen eigene Lieder aussuchen und sich aktiv und kreativ beteiligen am Gottesdienstgeschehen. An manchen Orten passiert das auch. Letztendlich ist die Gottesdienstvorbereitung Kommunikation und steht und fällt mit der Zusammenarbeit mit den anderen, insbesondere mit der Pfarrerin oder dem Pfarrer. Diese Zusammenarbeit aber scheint nicht immer auf einer Augenhöhe, zumindest nicht arbeitsrechtlich, was eine Zusammenarbeit schwierig machen kann, denn der Pfarrer ist der Chef. Es ist aber nicht nur diese Zusammenarbeit, sondern auch die Agenden und Regeln an sich, die beflügeln oder ausbremsen können. Zusätzlich gibt es noch den Gemeindekirchenrat, der bestimmt. Hier befinden sich natürlich auch Laien. Man kann also noch so gut Kirchenmusik studieren, letztendlich bestimmt die jeweilige Stelle Gedeih und Verderb des Kirchenmusikers, je nachdem, auf welchen Pfarrer (ist sie musikalisch oder nicht, freundlich, flexibel und gläubig oder nicht) und auf welchen Kirchenrat frau oder man trifft. Ich habe einige Theologen kennengelernt, die von Liturgik und liturgischem Singen nicht viel halten und das auch nicht verstehen oder können.

Wenn ich auf „moderne“ Lieder schaue, zum Beispiel Simon  & Garfunkel, „American Tune“, auf dem wundervollen Choral „Oh Haupt voll Blut und Wunden“ („Passion Choral“ genannt) fußend, dann merke ich, dass solche säkularen „Choräle“ oder säkularisierten Kirchenlieder als Protestlieder oder Studentenlieder die Massen mehr erreichen als die Choräle von Bach. „I’m trying to get some rest.“ Doch der Anklang der Melodie „Oh Haupt voll Blut und Wunden“ verbindet schon mit Jesus. Die Hoffnung geht über die alte schöne Melodie, auch wenn sie umgeformt wurde, so dass der „American Dream“ die Hoffnung wird, nicht das Evangelium.

Ich finde es schön, wenn sich Text und Melodie in Kirchenlieder vereinigen. Oder wenn sich Text und Melodie gegenseitig auslegen, also unterschiedliche Texte zu einer bekannten Melodie im Gesangbuch gesungen werden, wie Choral-DJs. Das setzt natürlich viel Kenntnis von Kirchenliedern voraus. Genau damit beschäftigt sich die Hymnologie (Lehre vom Kirchenlied), mit Umtextungen, Contrafactus. Für mich ist es so: Wenn die Liturgik sich nicht zu einem Großen, Ganzen verschlingt, so wie bei Bach: Krippe und Kreuz in einer Einheit, dann hat man die Liturgik nicht verstanden, dann sind es immer nur Häppchen ohne Sinn und Verstand, Floskeln. Das Kirchenjahr macht nur im Gesamtzusammenhang Sinn, und zwar auch in dem jeweiligen Abschnitt. Sonst passieren keine Wunder, keine geistliche Erkenntnis, keine spirituelle Kunst. Bach war hervorragend darin, die Liturgik aus der Strenge zu lösen und sie doch einzuhalten. „Oh aller Welt verlangen – wie soll ich dich empfangen?“ Bach hatte vor der Strenge keine Angst, und er fühlte sich nicht von ihr ausgebremst. Wie hat er das nur geschafft? Er hat seinen eigenen Stil in dieser Strenge gefunden. Er hat in seinen Chorälen die Durchgänge perfektioniert und seinen Weg gefunden.

Der Aufbau und die Ordnung von Liturgik ist streng und knapp auf den Punkt gebracht, manchmal geradezu nüchtern. Wie ein System. Es ist sehr geordnet, was im Gottesdienst und im Kirchenjahr passiert. Es gibt Sammlungen und Lieder, die chronologisch geordnet sind, dazu Gebete, an denen man nicht rütteln kann, wie Tages- bzw. Kollektengebet usw. (wer Gott ist in dieser jeweiligen Zeit, eine dazugehörige Bitte zum Kirchenjahr und die Dreifaltigkeit zum Schluss). Ablauf, Introitus, Votum, Liturgie, Dialog. Eröffnung und Anrufung. Verkündigung und Bekenntnis. Es gibt zwar Schwerpunkte und Ausformungen, aber die Grundstruktur als Modell, Rüstzeug und Raster ist nicht rüttelbar, und das schon seit Jahrhunderten, wenn auch ein wenig von Kirche zu Kirche anders, aber festgelegt in der Agende, ein bisschen wie im Alten Testament. Ich verstehe, dass es nicht beliebig oder chaotisch sein soll, was im Gottesdienst geschieht, und dass eine Struktur auch Sicherheit bringt – aber die Philosophie hinter dem Ganzen ist sehr männlich und besitzt nicht die größten Entfaltungsmöglichkeiten. Früher gab es null Spielraum, siehe Johannes Bugenhagen, mittelalterliche Messen, preußische Agende, alte Missalen von 1503. Biblische Gesänge. Genfer Psalter. In diesem engen Raster Kunstformen zu finden, das ist gar nicht so leicht. Ich verstehe immer mehr, dass Künstler und Kirchenmusiker von Natur aus Feuer und Wasser sind. Der Kirchenmusiker sucht sich nicht umsonst einen Beruf und auch ein Studium aus, in dem er so eng an der Kandare gehalten wird. Er braucht Ordnung und Sicherheit. Er hasst Chaos und Unordnung. Ein Künstler dagegen braucht auch Unordnung und Chaos, er braucht nicht nur Sicherheit, sondern vor allem Freiheit. Dennoch lasse ich mich an die Kandare nehmen, vielleicht weil ich spüre, dass es mich dennoch anzieht: Denn es ist ja trotz seiner Strenge das Vielfältigste überhaupt. Ich glaube, man wird nirgendwo so umfänglich musikalisch ausgebildet wie im kirchenmusikalischen Studium. Allein die Orgel und ihr Spektrum an Repertoire und Geschichte bietet enorm viel Bandbreite. Vor allem, wenn man vorher Klavier studiert hat. Als Sahnehäubchen kommt dann noch Dirigieren dazu. Wobei das Sahnehäubchen eher eine Haube wird. Eine Sahnehaube. Eine dicke Sahnehaube. Allein Hymnologie und Liturgie umfassen sämtliche weitere Wissenschaften wie Theologie, Musikwissenschaft, Sprachwissenschaft usw. Und öffnet eine weitere Tür hin zur Theologie. Es ist nur wichtig, dass man nicht Floskeln frömmelt und einem Dogma dient.

Ist es nicht erstaunlich, dass früher der cantus firmus im Tenor und nicht im Sopran zu finden war? Es sollte damals wohl besser die (hohe) Männerstimme den cantus firmus führen. Aber Gott hat es so eingerichtet,  dass die hellen Frauenstimmen immer mehr gehört werden als egal welche Männerstimmen. So wurde der cantus firmus dem Sopran gegeben.

Erstaunlich finde ich auch, dass sich Bach von den Kirchentonarten so komplett gelöst hat. Ich mag dorisch und phrygisch sehr gern. Aber Bach konnte damit nicht viel anfangen?

Foto: Geniale Walcker Orgel Hoffenheim

Neu: Orgel-Information Walcker Orgel Hoffenheim

Eine meiner Lieblingsorgeln:

Walcker Orgel Hoffenheim bei Heidelberg

Das krasse Gegenstück dazu, was ich fast am selben Tag spielte (weswegen Bossert und ich aneinander gerieten): Die Universal-Orgel in Zülpich bei Köln:

Weimbs Orgel Zülpich bei Köln

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Silbermann Orgel Glauchau

10. April 2022

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Als abstrakte Künstlerin war ich aktiv politisch. (Lee Krasner)

Malerin aus den USA. Heute erinnere ich auch an Germaine Richier, Bildhauerin aus Frankreich.

Ihr wundert euch sicher, wann mein Clavichord kommt. Sander Ruys hat es noch immer nicht geliefert, obwohl es längst bezahlt ist, er ist leider sehr unzuverlässig und unprofessionell und weiß nicht, wie es läuft, wenn man eine USt-Id-Nr hat (in Holland sind die Umsatzsteuer 21 Prozent, die ich aber nicht bezahlen muss), aber ich sage euch Bescheid, wann es endlich bei mir ist. Es kann mit an seinem Kumpel und „Berater“ Heiko Hansjosten liegen, der vielleicht selbst an dem Instrument interessiert und kein Musiker und Unternehmer ist und daher auch schlecht beraten kann bei Dingen wie innergemeinschaftlichen Geschäften zwischen Unternehmern, bei denen die Steuer bei beiden Parteien wegfällt. Ich bin immer wieder überrascht, dass manche Männer immer noch meinen, selbst 2022, es bei Geschäften besser zu wissen oder Frauen über den Tisch ziehen oder verarschen oder hinhalten oder betrügen zu können oder dabei schweigend zuzugucken. Männer-Klüngelei. Und solche Leute waren mal im Vorsitz der Deutschen Clavichord Societät DCS.

Lustig ist das Buch „Moritz Reger“ von Peter Planyavsky, habe sein Buch in Zwickau von lieben, sächsischen Kirchenmusikern empfohlen bekommen. Er analysiert Kirchenmusiker nach folgenden Kriterien:

E (neu): Erschreckend ungebildeter Kirchenmusiker (die gern über andere lästern)

D: Dürftig ausgebildeter Kirchenmusiker (was in Bayern schon mal nicht stimmt, was ich von Freundinnen weiß, huhu)

C Chaotisch ausgebildeter Kirchenmusiker (hm, so ganz falsch scheint dies nicht zu sein, haha)

B Bedenklich ausgebildeter Kirchenmusiker (ich hoffe nicht, hihi)

AI Akademisch eingebildeter Kirchenmusiker (nun ja)

A Akademisch ausgebildeter Kirchenmusiker (soso..)

Die hinteren Klammern stammen natürlich von mir. 🙂 Ich bin zwar nach C spät dran mit B, aber waren nicht sehr viele Große (nicht körperlich natürlich) spät dran? Nennt mir ein paar Namen, die euch einfallen. Was haltet ihr davon, wenn sich eine Künstlerin noch B „reinzieht“?

Julia Shaw schreibt, dass wir an den Augen eines Menschen erkennen wollen, ob jemand normal oder zuverlässig ist. Da ist etwas dran. Ärzte schauen einen auch direkt in die Augen, um zu erkennen, ob alles ok ist. Attraktive, kluge, gesunde Menschen erscheinen oft als vertrauenswürdiger.

Dom zu Zwickau. St. Maria. Große majestätische Orgel mit 4 Manualen. Eine der größten Orgeln Sachsens. Über 77 Register, über 5500 Pfeifen. Großes Schwellwerk. Große Lutherkirche, Dom genannt, direkt bei den schönen alten Priesterhäusern. Die Orgel wurde erbaut 1966-1969 durch Fi. H. Eule, Restaurierung erfolgte durch A. Voigt 2001, technische Überarbeitung mit Erweiterung durch Chr. Reinold 2008-2012. Erste Orgel hier 1383. Vor der jetzigen Hauptorgel gab es eine große Jehmlich Orgel mit Hochdruckregistern 1842, die im Zweiten Weltkrieg zerstört wurde. Die heutige Orgel ist in sich wunderbar stimmig, passt optisch farblich nicht unbedingt perfekt ins Gesamtbild der Kirche. Herrliche Akustik, Kapellen, kunstvolle Figuren, kleine Chororgel, großer Domplatz und Cranach-Gemälde. Danke an Marianne und Gunther und Team. Der wunderbare Komponist J. L. Krebs hat hier gewirkt, der damals eine Silbermann Orgel wünschte, was wohl zu teuer war. Tauben-Orgel. Sehr farbig, wunderbare Zungen. Ich liebe das 4. Manual mit den leisen, feinen Klängen, das schwellbare Brustwerk. „Neobarock“, aber füllig und grundtönig. Die Tauben-Orgel. Eine der größten Orgeln Sachsens.

Ich bekomme von Mitgliedern des Pfeifenorgelforums.net, Betreiber Jürgen Strupat, kriminelle Drohbriefe per Post. Mein Blog wird Satz für Satz analysiert. Wilde Spekulationen und Verleumdungen ausgestoßen. Es wird gedroht, meine Karriere zu zerstören und Veranstalter anzuschreiben. Ich habe diese kranken und kindischen Briefe zur Polizei gebracht und alle Namen der üblichen Verdächtigen in, um und aus diesem Forum genannt, die mich immer wieder diffamieren. Es zeigt, wie krank, kriminell, neidisch und sexistisch Mitglieder des „Pfeifenorgelforums“ sind und wie tief „Kirchenmusik“ gesunken ist. Die Briefe nennen zudem stets einen Namen: Rochus Schmitz. Als würde er über diese kriminellen Stalking-Briefe Bescheid wissen und sie initiieren. Stalking.

Foto: Schuke Orgel Greifswald

Neu: Orgel-Information Greifswald

Schuke Orgel St. Jacobi Greifswald

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Rühlmann Orgel Rohr, älteste Kirche in Thüringen

9. April 2022

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Für sich selbst eine Ausnahme zu machen, ist die Regel. (Irene Dische)

Österreich-amerikanisch-jüdische Schriftstellerin, die unsere heuchlerische Gesellschaft entlarvt. Heute erinnere ich auch an Dawn Fraser, Schwimmerin Olympia aus Australien.

Julia Shaw schreibt, dass viele Menschen denken, dass unattraktive oder ungepflegte Menschen mit schlechten oder unzuverlässigen Manieren „böse“ oder „creepy“ seien; meist werden solche Männer so eingestuft.

Empfehlen kann ich das Buch „Anna Magdalena Bach“ von Eberhard Spree (2021). Es ist sehr schön aufgemacht mit dicken, duftenden Seiten und bunten Fotos. Anna Magdalena Bach wurde im schönen Zeitz getauft, wo ich auch schon war. Leider wissen wir wenig von ihrer Kindheit. Aber sie stammte ebenfalls aus einem Musikerhaushalt. JS konnte wie sie gut singen und Geige spielen. JS wurde schon früh als halsstarrig bezeichnet. Und er rauchte. Ob die heutigen Lästerkandidaten nicht auch über Bach gelästert hätten? Sie hätten ihn als kriminell beschimpft. (Und sicher auch Moses, den sie als Mörder beschimpft hätten. Denn es ist ja keiner so brav und fromm wie anonyme Feiglinge, die hintenrum agieren.) Aber Anna Magdalena mochte Bach. JS hatte seine erste Frau Maria leider verloren und besaß kleine Kinder. Die beiden zogen also nach Leipzig. Liebe war damals nicht der (erste) Grund, zu heiraten. Es konnte jedenfalls nicht leicht für Anna Magdalena gewesen, Bach zu heiraten, aufgrund der Umstände. Doch Bach war auch in gewisser Weise Geschäftsmann. Er achtete auf seine Buchführung, ließ sich nicht über den Tisch ziehen, verkaufte Musikalien und Noten, feilschte um sein Gehalt, um die Familie zu ernähren. Es geht in „Anna Magdalena“ viel um JS, anstatt um Anna – vermutlich weil wir leider noch weniger von ihr wissen. Sie hatte es jedenfalls, als Bach starb, noch schwerer als zuvor, besonders finanziell. Darauf schien JS nicht geachtet zu haben, wie es finanziell mit ihr und der Familie weitergehen würde. Denn sie lebte ja noch lange weiter.

Sehr empfehlen kann ich auch das Buch „Schloss Hartenfels und die Schlosskirche in Torgau“ mit bunten Fotos. Ich liebe Torgau und Sachsen. Das Buch schildert die Reformationszeit und berichtet von den Orten, wo ich war. Schloss Hartenfels mit Alter Kanzlei und Albrechtbau und Wendelstein – so schön von Lucas Cranach gemalt. Eckerker. Schöner Erker. Flaschenturm.

Foto: Dom zu Zwickau

Eule Orgel Zwickau

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1. April 2022

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Es gibt kaum oder keine weiblichen Sexualstraftäter. Dafür unzählige männliche. (AHS)

Kein Aprilscherz.

Foto: Chemnitz

In St. Andreas Chemnitz habe ich meine eigenen Stücke gespielt. Und die musikalischen Vögel draußen haben exakt den gleichen Abschluss-Ton übernommen in wildfröhlichem Gezwitscher, als ich fertig war ❤️ Und nur bei meinen Stücken.

Wenn man die Meinung anderer disst, ist dies antidemokratisch. Damit wird die Meinungsfreiheit gecancelt. Cancel Culture. Besonders die Meinung von Frauen wird zu oft ignoriert, eine typisch männliche Form des Dissens. Lässt sich eine Frau das nicht gefallen, gehen die aggressiven Attacken los. Der Gutmensch meint sich selbst, besonders Gutmänner. Künstlerinnen leben gefährlich, wenn sie sich politisch äußern und eine Meinung haben. Auch Kirche ist Politik. Und dazu gäbe es sehr viel zu sagen. Aber wehe, man oder frau tut es. Besonders, wenn es stimmt. Nun bin ich klein, weiß und blond. Stellt euch vor, ich wäre eine schwarze Frau. Was dann los wäre.
Schön, dass es Vorbilder gibt, wie Schütz, der bekennender Christ war, dennoch war er weit mehr als nur Kirchenmusiker. Von „nur Kirchenmusikern“ habe ich so einiges Seltsame erlebt… Die Kategorie „Kirchenmusiker“ und das System der Kirchenmusik sind mir noch ein Rätsel, zumal aufgrund des sturen, unflexiblen Verhaltens und der vielen kontraproduktiven Regeln. Die Kirche beutet Kirchenmusiker zudem leider noch oft aus, meiner Meinung nach, und sieht zu, wie ganze Gemeinden fusionieren oder dicht machen und die arme Kantorin 3-4 Kirchen „betreuen“ muß in einer 70-Prozent-Stelle! Sind Kirchenmusiker deswegen so bissig? Kann ich hier etwas ändern? Lohnt es sich? Ein neuer Abschnitt.

Neu: Orgeln Hamburg Michel

Steinmeyer Orgel St. Michaelis Hamburg

Neu: Mendelssohn an Eule: – ich finde es jedes Mal zum Lachen, wie ich die Noten fallen lasse. Wie die Prinzessin auf der Erbse “Weg mit …“ Ich liebe es, wenn ich und das Leben unfreiwillig komisch sind. Irgendwie passiert mir das, dass Leute schmunzeln oder lachen oder mich süß finden, obwohl oder gerade weil ich die Dinge ganz ernst meine.

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31. März 2022

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Wir müssen zu unseren Ansichten stehen und alles riskieren. (Katherine Mansfield)

Neuseeländischbritische Schriftstellerin (1888-1923).

 

Bin wieder daheim.
In Chemnitz habe ich als Konzertgeschenk einen Rotwein von Schloss Wackerbarth bekommen. Mal sehen, wann ich dazu komme, ihn zu probieren.

Neu: Rostock. Ein russischer Komponist. Walcker Orgel 

 

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Neu: Kuhn Orgel, Kurs Latry:  

mit Olivier Latry