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Tur Blogg

23. September 2022: Orgeln sind Klangweiden. Ohrweiden. (AHS)

Foto: eins meiner ersten Orgelabende mit Pedal

Die Mitglieder der Mehrheit schreiben sich selbst positive und Außenseitern negative Eigenschaften zu; die Definition von “Anderen” hat immer die Funktion, die Selbstbewertung und die Kohärenz der eigenen Gruppe zu verbessern. (Harald Welzer)

Ich befinde mich wie immer quer durch Deutschland, Ankunft ungewiss. 😊

Neu: Himmelstöne

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Kommentare, Bewertung, Kritik und Gruppendynamik

Solche digitalen Gruppen, Grüppchen, kriminelle Fake-Profile, Attacken, Foren kennt man.

Labile, depressive, einsame oder psychisch kranke Männer tummeln sich in diesen Gruppen, Fake-Seiten und auf diesen Profilen. Tom Anschütz, Maximilian Nicolaus, Lucas Kluck, Benjamin Otto Benjamin Frensel, zudem Fake-Profile und unmoralische Lästerer wie Rochus Schmitz etc. wirken geradezu besessen von mir. Man denke an Jürgen Strupat. An Benjamin Otto und Ansgar Kreutz, Martin Schmitz aus Föhren mit ihren Kommentaren und Likes zur Unterstützung von lügenden Mobbing-Portalen.

Diese Gruppen werden von Arbeitslosen, Rentnern, Laien und Kranken als Hobby mit viel Zeit unterstützt und von denen, die fast das Rentenalter erreicht haben, am Ende von allem sind oder anderweitig nicht viel zu verlieren haben, gelangweilt oder neidisch sind.

Leuten wie Jan Wilke, Barry Jordan, Christoph Bornheimer, Karl-Bernhardin Kropf – Männer, die offensichtlich gern lästern, attackieren und kritisieren und feige Mobbing-Portale unterstützen. 

Kirchenmusik ist erstaunlicherweise ein Ort, der lästernde, kritisierende, labile, charakterlich schwache Männer ohne Skrupel anzieht. Warum? Corona scheint das verschlimmert zu haben. Diese Männer scheinen besessen von mir. Kommentare, die diese Leute unterstützen, aber auch Kommentare, die diese Leute attackieren, schalte ich nicht mehr frei. Wenn es etwas Gravierendes gibt, werde ich es ansprechen. Ansonsten konzentriere ich mich wieder auf alles Positive. Positive Vibes ❤️🎵

Mir gefällt die “Philosophie” von Harald Welzer, besonders seine Formel des Selbstdenkens.

Neu: J. M. Molter- Herzlich tut mich verlangen, MWV XII/2a, Choral, Jehmlich Orgel Dresden

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Neu: Orgel Information Pillnitz

Jehmlich Orgel Schloss Pillnitz

22. September 2022: Es gibt laut Bibel keinen guten Menschen außer Jesus. (AHS)

Selbstgerechtigkeit steht bei “guten” Menschen hoch im Kurs. (AHS)

Heute erinnere ich an Almuth Schult, Fußballerin.

Wieder daheim. Ich las Pascal Mercier „Klavierstimmer“ und Marianne Fredriksson „Hannas Töchter“ auf Schwedisch.

Schade ist, dass es in Sachen Karriere oft nur um Wachstum und Erfolg geht: Fixierung auf Erfolg. Lernt man nicht gerade auch aus Misserfolgen?

Ich wurde gefragt: Was bedeutet, Krieg ernährt den Krieg? Ich denke, es ist wie Feuer; Feuer zündet sich gegenseitig an und wird immer heißer und größer. Diese Art der Ernährung basiert oft auf Testosteron-Sturheit, denn Krieg basiert auf männlicher Sturheit, gelinde formuliert.

Ich wünschte, ich hätte meine schwedische Urgroßmutter kennengelernt. Frida.

Werft einen Blick in meinen Shop, besonders auf meine Noten „Geh aus mein Herz und suche Freud“.

Helene Bresslau

Empfehlen kann ich das Buch „Ein Leben für Lambarene“. Von Verena Mühlstein. Sie beschreibt, dass Frauen wie Helene oft nur von hinten gezeigt werden statt von vorn als eigenständige kluge Persönlichkeiten. Helene kommt aus einem jüdischen Elternhaus. Albert war Protestant. Helenes Vater soll ein sehr liebevoller Mensch gewesen sein, großzügig, gebildet, der seine Töchter ausbilden ließ, einer der wenigen jüdischen Professoren, da die Gesellschaft schon antisemitisch war.

Helene erkrankte mit 10 schwer. Doch sie berichtete später nie davon, was bezeichnend ist für ihre Art. Die süße, goldige, wunderschöne Helene soll wohl schon von Anfang in Albert verliebt gewesen sein, schon beim ersten Treffen, als sie 19 war. Irgendwie ist das traurig und schön zugleich. Sie mußte so lange warten. Diese Zeit muss eine enorm schwierige Zeit für sie gewesen sein, gerade in dieser Gesellschaft, wartend, unsicher, sich immer zurücknehmen müssend. Allein beim Gedanken daran kommen mir die Tränen. Sie hatte Kummer und Druck, nicht als Alberts Liebchen ins Gerede zu kommen. Dass Albert sie schon längst liebte, schien ihm nicht klar zu sein, denn es dauerte ewig, bis er um ihre Hand anhielt. Helene war bereits tuberkulosekrank bzw. anfällig, dennoch folgte sie ihm nach Afrika. Sie heirateten zuvor in Günsbach.

Dass er eine an Tuberkulose erkrankte jüdische Frau nach Afrika mitnahm, verurteilte die Gesellschaft. Helene bekam spät ihr Kind. Sie war ab da nicht mehr in der Lage, ihn nach Afrika zu begleiten. Albert lehnte dennoch eine Professorenstelle ab, baute Frau und Kind  ein Haus und verließ sie. Und sie ließ ihn ziehen, obwohl sie im Grunde bereits sehr krank war. Tuberkulose war damals ein Stigma. Was ich nicht verstehe. Warum? Und Albert konnte ihr nicht helfen. Als Arzt.

Albert ließ sie unglaublich viel allein, jahrelange Trennungen. Trotz ihrer Krankheit begleitet sie Albert ein zweites Mal nach Afrika, was im Grunde unverantwortlich war. Aber Gott schützt sie. Und so reist sie auch ein drittes Mal, endlich mit ihrer Tochter, nach Lambarene. In der Zeit dazwischen hält sie Vorträge und hilft der Sache ihres Mannes und reist bis nach New York. Helene hält durch. Ihr Mann wird 80 und umjubelt. Sie an seiner Seite. Er will erneut nach Lambarene aufbrechen. Und die kranke, fast 80jährige Tapfere, beinahe bereits ein Pflegefall, begleitet ihn. Irgendwann muss sie zurückfliegen, weil es ihr nicht gut geht. Er darf nicht fliegen (sie eigentlich auch nicht, wegen ihrem Herzen) und er will auch bleiben. Dass er nachkommen werde. Doch sie stirbt bereits 10 Tage nach ihrem Flug, was abzusehen war. Sie war bereits todkrank, und es ist ein Wunder, dass sie so lange durchgehalten hatte. Wegen ihm. Der stoische Albert reagiert – stoisch. Er stirbt, völlig erschöpft, 8 Jahre später in Lambarene. Und wurde neben seiner Frau begraben.

Er hätte ein reiches, akademisches Leben haben können, mit aller Anerkennung, mit allem Tamtam. Aber er hatte verzichtet. Und erwartete auch von seinen Liebsten – Verzicht.
Der Nobelpreis hätte auch an sie gehen müssen.

Jedoch: Der Preis war ihnen völlig unwichtig.

Neu: Orgel Information Dresden Prohlis

Jehmlich Orgel Dresden Prohlis

J.S. Bach – Fantasie und Fuge g-Moll BWV 542, Beckerath Orgel Hamm-Heessen

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Neu: Die wunderschöne Muschelorgel

Muschel-Orgel Schulkirche Amberg

21. September 2022: Wir suchen Glück außerhalb von uns im Urteil der Menschen, die wir doch als kriecherisch kennen voll Missgunst ohne Sinn für Gerechtigkeit. (La Bruyere)

Das Musikbusiness ist wettbewerbsorientiert, aggressiv, anspruchsvoll. Aber auch fantasievoll, inspirierend, erhebend. (AHS)

Heute erinnere ich an Vera Rubin, Astronomin.

Schloß Pillnitz

Heute bin ich mit dem Raddampfer (Maschinenanlage PD Leipzig, 1929) von Dresden zum Schloss Pillnitz gefahren. Es war sehr schön. Wir fuhren an den drei Schlössern an der grünen Elbpromenade vorbei, an den Villen, unter dem Blauen Wunder durch (eine Brücke, die dem WW II stand hielt), durch Blasewitz und Bachwitz („witz“ oder „itz“ bedeutet Dorf oder Ort) hin zu den Parkanlagen von Pillnitz.

Hier gibt es ein Orgelpositiv von 1725 von Johann Heinrich Gräbner, Cembalo und Spinett. Die Palmen und die Orangerie waren beeindruckend, auch die große Magnolia und die uralte Kamelie aus dem 18. Jahrhundert, die im Winter in ein fahrbares Glashaus kommt, extra für sie angefertigt. Sie wird gehegt und gepflegt, damit sie in Winter und Frühjahr blüht.

Schlosskapelle Pillnitz

Die drei Pillnitz Schlösser gefielen mir, der große Kuppelsaal, die katholische Kapelle mit Jehmlich Orgel 1855, die Kunstausstellungen, der englische Garten. Die malende Mathilde. Das Wetter war unbeständig, dennoch immer gerade schön genug. Gute Führung durch die Anlage.

Kunstgalerie Dresden

Dann besuchten wir mal wieder die Alten Maler wie Rubens, Cranach, Rembrandt, Rafael. Besonders gefällt mir das brieflesende Mädchen von Vermeer van Delft. Das mochte ich schon als Kind. Zu viel Alte Kunst jedoch löst bei mir ein unangenehmes Gefühl aus, da ein Museum voll überladener Bilder unheimlich wirkt auf mich, düster.

Die Semperoper hatte heute leider Pause/Ruhepause.

Übrigens ist die Wolke des Himmelreichs wie ein Kreuz geformt in der Frauenkirche. Untendrunter Jesus in Gethsemane.

Ich habe von F. Reichheld „Der Loyalitätseffekt“ gelesen, denn ich mag die Bücher von Campus. Als ich über Loyalität nachdachte, fiel mir folgendes auf: Frauen gelten in der Business-Welt, in der oft Männer-Loyalität herrscht, als „illoyal“, wenn sie nicht tun, was man ihnen sagt. Für manche Konservativen sind Frauen, die Karriere machen wollen, an sich schon illoyal. Warum? Weil sie sich nicht an Männer binden, auch nicht an deren Meinung. Männer bieten Frauen eine Art „Zuhälterschutz“ an, aber nur, wenn frau tut, was man erwartet.

Neu: Video: Choral

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Neu: Orgel-Information Frankfurt am Main

Albiez Orgel Frankfurt Niederrad

In 100 Tagen Weihnachten: Es kommt ein Schiff, geladen bis an sein‘ höchsten Bord – Advent Improvisation Fantasia, Schnitger Ahrend Orgel St. Cosmae Stade

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Foto: Zeichnungen

20. September 2022: Gott: Mein Herz ist eine Uhr, die an seinem Herzen hängt wie ein Pendel. Sein Herz aber steht über Raum und Zeit. (AHS)

Das Altern soll uns Demut und Gott lehren. Mein Herz ist eine Uhr, die an seinem Herzen hängt wie ein Pendel. Sein Herz aber steht über Raum und Zeit. (AHS)

Heute erinnere ich an Nina Hugendubel, die wie ich Bücher liebt.

Foto: Klais Orgel Köln-Rondorf

Frauenkirche Dresden

Heute war ich spontan den ganzen Tag in der evangelischen Frauenkirche. Und es wurde mir nicht eine Sekunde langweilig. Sie ist die größte Kuppelkirche nördlich der Alpen. Zudem ist sie weltweit die einzige Kirche, deren Kuppel eine Sandstein-Glocke ist.

Zuerst nahm mich Matthias hoch zur Orgel. Er hatte mich schon mal hoch zur Orgel mitgenommen vor längerer Zeit, aber wir konnten nicht spielen, weil Führung war (was gefühlt den ganzen Tag ist). Diesmal hörte ich sie von oben. Oben klingt sie natürlich anders als unten. Unten ist sie viel zarter, „leiser“, wie ich bei der Abendandacht später hörte. Oben hat sie ganz schön Wumms, besonders das Pedal. Singend, tief.

Ich liebe tiefes, singendes Pedal. Das Gehäuse ist exakt nach der damaligen Silbermann Orgel  gebaut worden. Das erste und zweite Manual ist Silbermann, außer dass im zweiten noch ein romantisches Salicional dazu gekommen ist von Daniel Kern. Das dritte ist neu und romantisch, das vierte wieder Silbermann, mit herberen Zusatzklängen für norddeutsche Musik.. Eine „Universalorgel“ im besten Sinne.

Kern Orgel vs Silbermann Orgel

Klar, sie ist wundervoll. Fast 5000 Pfeifen, 68 R, 4 M. Dennoch ist es so traurig, dass die unvergleichliche Silbermann nicht mehr da ist, an der Bach saß. 1945: Die angloamerikanischen Flieger bombten 16 Stunden (!!) auf Dresden ein. Und die als unzerstörbar geltende Frauenkirche, die WW I  ertragen hatte, hielt bis zum Schluss durch ❤️ Doch dann.

Sie wurde in der Nacht vom 13. auf den 14. Februar (also in der Nacht zu meinem Geburtstag, nur 1945) attackiert und fing Feuer. Das Feuer kam durch die geborstenen Fenster. Und sie stand noch meinen ganzen Geburtstag lang. Aber am Morgen des 15.2.45 fiel sie in sich zusammen 😥 Die Glut war ringsum so heiß, 1000 Grad (!!), aufgrund der Feuersbrunst, dass der Sandstein VERGLÜHTE und die Sandsteinpfeiler die tonnenschwere Kuppel nicht mehr tragen konnten und alles einstürzte. Die Orgel war da schon längst komplett verbrannt. Der Ort, an dem Bach vor 2000 Menschen spielte. Nur das Kuppelkreuz ließ Gott zwar beschädigt und verformt, aber nicht zerstört zurück. Und dieses steht nun innen.

Die Frauenkirche stürzte. Ich habe selbst heute noch alte Dresdnerinnen und Dresdner in der Kirche erlebt, die heute noch darüber weinen. Und selbst mir kommen die Tränen, während ich dies hier schreibe.

Mahnmal und Wende

200 Jahre stand sie, dann ein Trümmerfeld. Und sie blieb dies 48 Jahre: Ein Mahnmal. Zudem war die DDR an Gott und Kirche kaum interessiert. Doch dann kam sie. Die Wende. Und der christliche Glaube schwappte auch wieder zurück nach Mitteldeutschland. Die Zeit war reif. Gott ist gnädig. Er hat innerhalb von 11 Jahren mit nur 180 Millionen alles wieder aufbauen lassen, mit 2/3 Spenden; es kostete allein 13 Millionen, die Trümmer korrekt zu enttrümmern. Ein Jahr früher als geplant war sie fertig. Kein Vergleich mit der Elbphilharmonie, die immer teurer und länger wurde.

Frauenkirche vs Elphi

Bei der Frauenkirche flossen die Spenden. Nobelpreisträger gaben ihr ganzes Preisgeld. Engländer schenkten Geld und Gold. Alle gaben alles. ❤️ Es berührt so sehr. Ich konnte die Kirche nicht verlassen. Ich war bei der Emporenführung dabei und oben auf der Kuppel und unten in der Unterkirche, und bei allen Andachten. Das habe ich alles schon mal gemacht, aber abends, nach einem Konzert, in dem ich war, und schon lange her. Und ich finde, tagsüber ist es etwas anderes. Vor allem habe ich mich geändert: Ich behalte alles und dokumentierte ganz anders als früher. Die Orgel hat mich verstehen lassen und mich Geschichte lieben gelehrt.

Ich liebte Geschichte in der Schule schon, weswegen andere dachten, ich sei eine Streberin. Aber das wirkliche Leben ist mehr als Schule.

2022:

Frauenkirche-Dresden

19. September 2022: Organistin sein bedeutet nicht, unsichtbar zu sein. (AHS)

Künstlerin sein bedeutet generell nicht, auf sieben Zwerge hinter sieben Bergen zu warten. Organistin sein bedeutet nicht, unsichtbar zu sein, sondern das Gegenteil: Sichtbar zu sein. (AHS)

Heute erinnere ich Mary Kingsley, Forschungsreisende.
Schön, dass sich Curie vom Geld ihres Nobelpreises ein Gramm Radium gekauft hat. Was ist mein Radium?

Dresden

Bin immer noch in Dresden. Übernachte im Gästehaus. Was eine tolle Stadt, selbst jetzt, dunkel, weil wenig angestrahlt werden darf. Jetzt erst merke ich, wie düster eine Großstadt ohne Licht ist, schon ab 21 Uhr wirkt es wie Nacht. Und dann diese riesigen Baustellen.

Aber die Frauenkirche war hell und auf ❤️. Es ist immer eine Wucht, dass die Orgel direkt vorn an der Altarseite, hoch unter der Decke thront, umrundet von Gold, Stuck und Rund, buchstäblich. Was ich allerdings vermisse, ist ein Kreuz. Der bewaffnete Sicherheitsmann wusste auch nicht, wo und warum nicht.

Es gibt ein paar kleine, krumme, sehr unauffällige Kreuze, die man suchen muß.

Und gegenüber ist (leicht geschmacklos) ein bayerisches Alpenrestaurant. In Dresden an der Frauenkirche! Und wer saß drin und aß Eis mit Schlagobers (statt Sahne)? Die schwedische Fränkin, deren Alpen die Frauenkirche war, durchs Fenster. Während Dirndl-Frauen um uns herumwuselten. Zuvor holten wir uns in der Kexerei, die bis spät auf hat, ein Pfauenauge. Normalerweise bin ich kein Kekse-Fan, aber dieser Dresdner Keks war frisch, saftig und mit Marzipan.

Dresden Prohlis

Das Konzert war gut besucht, trotz dickem Regenguss kurz vorher. Durch das Publikum war die Akustik innen sehr trocken geworden. Da musste ich neu justieren. Draußen nass, innen trocken. Ich mochte die grüne Jehmlich Orgel und den Blüthner Flügel unten. Orgel plus. Beide Instrumente bedient und am Schluss ein Gebet gesungen. Ich habe schöne Blumen bekommen. 

Happy Birthday, Emilia ❤️

Neu: Hier ist sie: Orgel Dresden

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Neu: Orgelinformation Schönefeld bei Leipzig 

Eule Orgel Gedächtniskirche Schönefeld

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Henry du Mont – Allemande

18. September 2022: Die Orgel ist ein Klanggebirge. Ich bin Sturm und Wirbelwind. (AHS)

Die Erfahrung, die man teuer bezahlt, hat erst Gewicht; die, welche uns geschenkt wird, will man nicht. (Karl von Holtei) Das sehe ich nicht so. Ich finde, auch geschenkte haben Gewicht!

Heute erinnere ich an Marion Donovan, amerikanische Erfinderin. Frauen mit Erfindergeist mag ich.

Foto: Kunst von Ann-Helena

Ich bin unterwegs zum Konzert nach Dresden und freue mich. Bin jetzt schon das 4. Mal geimpft, weil es so ein blödes Gefühl war, als ich positiv war, ich hatte Fieber und Husten.

Konzertplakate

Übrigens: Ich hatte einige meiner Zimmer voller Konzertplakate der letzten Jahre, und viele habe ich übereinander geklebt, weil sie keinen Platz mehr fanden. Das habe ich von meinem Papa, der unten in unserem Studio im Keller Wände und Türe mit seinen internationalen Plakaten vollgeklebt hatte, was ich als Kind immer schön fand. Es gibt ja auch Kantoren, die den Weg zur Orgel mit Plakaten vollkleben, was ich nett finde.
Aber bei mir hat es Ausmaße angenommen. Wenn Gäste auf Toilette gingen, sagten sie mir, sie fühlten sich von meinem Gesicht beim “Geschäft machen” beobachtet, weil mein Gesicht überall auf den Plakaten zu sehen war. Wenn ich einen Schrank oder Schubladen aufmachte, kamen mir Plakate wie Wolle entgegen.

Mein Flügel – oben, unten, voller Plakate. Ich habe also Großputz gemacht und (gar nicht mal mit schwerem Herzen, eher mit Erleichterung) die Plakate alle abgemacht, gesäubert und eingetütet in Folien und Ordnern. Jetzt sieht es viel freier aus für neue Dinge. Ich dokumentiere einfach gern. Wegwerfen von schönen Dingen fällt mir schwer.

Erzählt mir, was macht ihr mit euren Konzertplakaten? Schmeißt ihr sie weg?

Teebaumöl

Seit ich in Australien war, liebe ich den Geruch von Teebaumöl. Ich habe es immer im Haus und tröpfle es in die Badewanne oder in Duftbehälter. Es erinnert mich sofort zurück an meine geniale Zeit in Australien.

Würzburg Straßenfest

Heute habe ich mal wieder das Stadtfest erlebt, es war schön mit frischem, jungen, süffigen Federweißer (ich mag nicht, wenn er zu lange gegoren hat, dann schmeckt er nicht mehr süß), warmen Zwiebelkuchen, Salat und Saft. Die Weinorte der Welt mag ich stets besonders gern, ich finde, hier ist das Volk geselliger, gemütlicher und gebildeter als in “Bier-Gegenden” (außer Köln), wo fast nur Männer anzutreffen sind. Ich hoffe, ich bin hiermit niemandem auf den Schlips getreten. Es ist halt einfach meine Meinung und Erfahrung. Ich habe auch schon auf dem Stadtfest Würzburg gespielt, es sind ja große Bühnen aufgebaut, aber es ist für mich seltsam, wenn Leute herumlaufen, während man konzertiert. Das macht etwas mit meinem künstlerischen Anspruch. Heute spielten gute rockige Coverbands. Aber eben Cover-Songs. Da sagte ein Freund (aus Zentral-Bayern) zu mir: “Naja, du coverst ja auch, wenn du Bach spielst.”

Hm. Was denkt ihr darüber? Ich habe mich noch nie als Cover-Musikerin betrachtet. Abgesehen davon, dass dieses Jahr oder Anfang 2023 mein erstes Klavierkonzert veröffentlicht wird als Noten, der Vertrag ist gekommen. Dennoch: Ist Bach interpretieren covern? Ich finde: Nein.

Neu: Klais Orgel Bonn Orgel Information

Klais Orgel St. Franziskus Bonn

Neu: Orgel-Information

Sauer Orgel Altenburg

Konzert-Orgel-Prohlis-Herbstfest

17. September 2022: Ideen umsetzen. Denn: „Der Herr ist dein sicherer Schutz“. Sprüche 3,26

Die Pflicht ist Freude. (Tagore) Heute erinnere ich an Mae Jemison, Ärztin. Ich mag gern die Kunst von Åsa Norinder, eine Freundin meiner Mutter aus Stockholm, deren Mann ebenfalls Künstler ist.

Foto: Sei uns gnädig, Herr. (AHS)

Neu: Bessenbach Orgel-Info

Hoffmann Orgel St. Wendelin Bessenbach Aschaffenburg

Neu: Orgel-Information Wien Peterskirche (eines meiner ersten Orgelkonzerte)

Sonnholz Orgel Peterskirche Wien

Orgel-Information Strasbourg

Silbermann Orgel Strasbourg

16. September 2022: Es gibt viele Kirchen in Kreuzform. Ich sehne mich nach Orgeln in Kreuzform. (AHS)

Lustige Leute begehen mehr Torheiten als Traurige, aber Traurige begehen größere. (Ewald V. Kleist)

Ich mag gern die Gemälde von Frederic Leighton, besonders Flaming June 1895. Ein Bild voller Leidenschaft.

Foto: Meisterkurs mit Daniel Roth in Frankfurt

Heute erinnere ich an Anike Peters, Klimaexpertin, und Junko Tabei, japanische Bergsteigerin, die sogenannte “Männerberge” bezwang  – wusstet ihr, dass Bergsteigen lange eine Männerdomäne war?

Ich schaue manchmal gern Mount Everest Filme und schauere gern vor mich hin. Bequem im Bettchen. Ich war schon in Nepal und sah die Himalaya Berge vom Flugzeug aus. Aber – ach, wer würde sich das antun?

Nepal

Ich könnte nicht über solche Klüfte an winzigen Sprossen entlang, mit Rucksack schiefe Leitern klettern, tonnenschwere Eisblöcke um mich, Stürme, keine Luft, und ich reagiere sehr empfindlich auf Höhe. Ich müsste mind. ein Jahr vor Ort trainieren. Ich käme sonst nur bis ins Basislager. Weiter wohl nicht. Schon das Lager 2 zu erreichen ist schwer. Zeltschlafen ist auch nicht so mein Ding. Aber wandern in den Bergen an sich liebe ich. Da bin ich auch sehr gut und schnell. Ich bin aber nicht geübt mit Pickel und Steigeisen. Das muss man trainieren. Die Kälte ist enorm. Man ist nur ca. 30 min auf dem eisigen Gipfel und muß dann sofort wieder runter, obwohl totmüde. Der Abstieg ist die größere Gefahr. Der eigentliche Gipfel ist, das Basislager zurück gesund zu erreichen. Insgesamt muss man schnell sein.

Katastrophe ist, dass die Sherpas so wenig Geld verdienen, dafür, dass sie für zahlende Bergsteiger (pro Person 50.000-65.000 €) ihr Leben riskieren. Sie bekommen davon ca. 5000 € pro Aufstieg, dabei sind sie das A und 0. Die Sherpas verlegen Seile und schleppen den Krempel der Touris. Nepal ist erschreckend arm.

Die meisten Bergsteiger hier auf 8000 Meter Höhe sind Männer. Von ca. 1200 Menschen bisher auf dem höchsten Punkt der Erde sind 52 Frauen ❤️

Neu: Orgel-Information: eine meiner früheren Übe-Orgeln Karlstadt am Main Orgel St. Johannis:

Jehmlich Orgel St. Johannis Karlstadt am Main

Metrosexell

Ich habe heute das erste Mal gelesen: Dass unsere Zeit, Mode, unsere Katastrophen-Virus-Krieg-Klima-Endzeit Männer „metrosexuell“ macht. Ich bin froh, dass ich diese Definition rein zufällig gefunden habe für das, was mir schon länger aufgefallen ist bei Männern und was immer schlimmer zu werden scheint: weibliche Männer, zwar mit Taliban-Bart und Riesenfüßen, aber absolut nicht männlich.

Der Gang, die Bewegungen, alles wirkt homosexuell, oder fast weiblich, aber auf eine ganz seltsame, verzerrte Art. (Manchmal die Klamotten, hautenge Klamotten, gezupfte Augenbrauen, Rucksäckchen… ) Irgendwie eine Mischung aus metrosexuell, asexuell und homosexuell. Es irritiert mich, da ich Männer in meinem Inneren ganz anders definiert habe, zumindest in meinem „Wunschdenken“. Mit weiblichen Männern, die keine Frauen sind, sondern in punkto Sturheit und Egoismus genauso Testosteron wie männliche oder gutaussehende Männer – damit zurecht zu kommen, das ist eine Herausforderung…

Wenn ich einen Menschen sexuell einschätzen kann, hilft mir das, mit dieser Person zurecht zu kommen, das passiert eher instinktiv und aufgrund meines Bauchgefühls. Metrosexuellen Menschen dagegen kann ich sexuell überhaupt nicht einordnen, ich bin irritiert.

Neu: Orgel-Information Teschemacher Orgel Köln ❤️

Teschemacher Orgel Köln

15. September 2022: Ich habe Gott gedankt, dass ich’s mit Angst und großer Not so weit gebracht, denn es war eine böse Zeit. (Tobias Weller, Orgelbauer aus Dresden, 1639)

Herzzerreissend, dass ein Orgelbauer im Dreißigjährigen Krieg der Männer mit Angst eine Orgel bauen musste. Ein Instrument zur Ehre Gottes! Angst hatte er vor dem Baumeister, der die Orgel in Auftrag gegeben hat: Die Kirche. Wie unchristlich vermutlich die Kirche als Auftraggeber gewesen war. Und ist?

Wenn es Götter gäbe, wie hielte ich’s aus, kein Gott zu sein! Also gibt es keine Götter. (Nietzsche) Ach, der in der Männerwelt so vergötterte Nietzsche, mit einem der anmaßendsten und kindischsten Sätze der Erde und der falschesten, dümmsten Schlussfolgerung überhaupt, die nur jemand sagen kann, der nicht viel begriffen hat, weder über sich, noch über Gott, noch über den Sinn des Lebens. Jedes Kind ist klüger. Stellt euch vor, das hätte eine Frau gesagt. Und was für ein gravierender Unterschied zu Albert Schweitzer.

So sieht es also aus: Das ist der Grund, warum viele Atheisten Gott nicht wollen: Sie wollen selbst Gott sein und würden und wollen es nie ertragen, dass jemand anderes Gott ist.

“Also gibt es keine Götter?” – Da hat Nietzsche allerdings Recht. Es gibt nur einen Gott. Und glaubt mir – ein Gott reicht. 😊Buchstäblich. Nietzsche brauchen wir nicht als Gott. Denn Gott ist drei: es sind 3 in 1.

Und es gibt Göttinnen. Mich zum Beispiel. 😍

Wenn ich also Atheistin wäre, wie Nietzsche, dann würde ich zumindest schlauer sein als er und sagen: Wenn es Götter gäbe, wie hielte ich’s aus, kein Gott zu sein!? Aaaah ich weiß. Ich werde Göttin.

Götter aber gibt es nicht. 😇 Nur Gott. Ich bin sozusagen Bienenkönigin.

Na, Spaß beiseite.
Es regnet viel. Schön! Die Luftfeuchtigkeit genießt mein Steinway.

Ich wurde gefragt, was meine allererste Ladegast Orgel war: 2015 Mölkau Leipzig! ❤️ Damals wusste ich noch nicht so viel über Orgeln und habe instinktiv konzertiert. Ich habe lange nicht registriert, dass dies meine erste Ladegast war!

Jetzt:

Ich kann sehr empfehlen den Dokumentarfilm Albert Schweitzer der Jahre 35/57: seine Stimme:

Gunsbach im Münstertal bei den Vogesen,  Weinland, sein Vater dort Pfarrer und Lehrer, und er liebte das Dorf, das kleinste Dorf im Tal mit 100 Häusern. Er war ein verträumter, ruhiger, ernster Schüler und Mensch, viele Geschwister, mit 8 las er die Bibel und hatte viele Fragen. Er liebte Tiere und Natur. Er spielte Konzerte, um sein Spital zu finanzieren. Er sammelte alles Geld und war sehr konsequent insgesamt. Während seiner vielen Jahre Medizin behielt er Musik und Konzerte bei, da er das Geld brauchte. 

Die Mutter wurde im Krieg getötet.

Schweitzer wäre auch anderweitig berühmt geworden.

Er nahm seine Frau als Hilfe.

Mit großen Reden hätte er nicht helfen können im Urwald. Er war sehr und unfassbar konsequent, zielstrebig, obsessiv. Organisiert. 

Dass ihm nichts passier ist in Afrika oder auf den Reisen! Nie! 

Er mußte ja in Lambarene die Dinge organisieren! Wasser, Essen, Anstellungen, Bauen, Reparieren, Pflanzen. „Ich verlor viel Lebenszeit mit dem Reparieren von Pumpen“. Er machte auch alle niedrigen, kleinen Arbeiten, war sich für nichts zu schade. 

Er hatte ein großes Team anzuleiten. 

Menschen mit Lepra waren jahrelang da,  er musste bauen und pflegen. „Schweren Herzens opferte ich auch Palmen für den Bau“.

Er war dennoch absolut unkonventionell, wie er da übt mit Katzen im Urwald an seinem Tropenklavier, das ich kenne, und danach im selben Raum Antilopen und Affen füttert! Nach OPs. Stellt euch da „normale Kirchenmusiker“ vor, die schon sauer sind, wenn man ihr Gesangbuch verrutscht und die es „nicht wiederfinden“, nur weil es 5 Zentimeter weiter hinter ihnen liegt als vorher! Kontrollig. Revierig. Die alles kontrollieren und revieren. (Wort erfunden, von Revier)

Ach, das Tropen- Klavier ❤️

Von Tochter und Frau kaum die Rede allerdings. Vllt. sein Privates?

Viele Weisse  waren da und halfen.

Immer wieder kehrte er nach Gunsbach zurück.

„Es muss eine Dorforgel bleiben“. ❤️Nicht wie viele „Kirchenmusiker“ heute: „ach, nur ein Dorf, nur eine Dorforgel.“ Er hätte ja auch mit dem Geld eine riesige Orgel in Gunsbach bauen lassen können, damit die Leute hin pilgern und er sich wichtig macht.

Er war ein musischer Orgelsachverständige, der nach dem Ohr geht !!!  Nach dem Gehör. So was gibt es heute kaum. Er hatte das Geld und die Autorität. 

„Diese Orgeln hat im Krieg viel gelitten“. 

Sehr schön gefilmt, das Herz und das Anliegen kommen rüber. 

LIEBE und Respekt zu dem aus der Sicht der Welt als unwichtig angesehen: Dörfer, Tiere, Schwache, Kranke, Frauen, Kinder, Landarbeiter, Natur, Arbeiterinnen und Arbeiter.

Gelehrte und Akademisches und Preis und Errungenschaften sind nie Thema.

Er hat immer an Gott festgehalten, anders als ich – aber das ist ok!

Er war ein Kopfmensch, aber voller Liebe. Ich kann verstehen, dass sich Helene in ihn verliebt hat.

Neu: Lang ersehnt: Orgel-Information Strasbourg: die Silbermann – Alberts Liebling

Silbermann Orgel Strasbourg

14. September 2022

Im Unglück finden wir meistens die Ruhe wieder, die uns durch die Furcht vor dem Unglück geraubt wurde. (Marie von Ebner-Eschenbach)

Heute erinnere ich an Caren Miosga, Fernsehmoderatorin, und an Laura Boldrini, Politikerin, Italien.

Femizide: Fakten

Ich bin erschüttert, wieviele Femizide es in Europa gibt. Es sind über 100 pro Jahr pro Land, auch in Deutschland: Männer, die ihre Frauen töten, besonders, weil sie sich trennen wollen. Wenn man diese mit Sex-Morden (Vergewaltigung, Menschenverschleppung) addiert, werden Hunderte Frauen pro Jahr pro Land von Männern ermordet, von der Dunkelziffer und von der weltweiten Situation ganz zu schweigen.

Dies ist ein sehr krasses Zeichen des immer noch stark existierenden Patriarchats. In Deutschland ist das Wort Femizid noch gar nicht etabliert bei Polizei und Justiz. Wen wundert es. Ermordung von Frauen sind in Europa die wesentlich größere Bedrohung als Terror. Terror-Morde sind um ein Vielfaches geringer: 7 zu 149 Femiziden pro Jahr!

Der tief sitzende Haß gegenüber Frauen ist enorm. Die Gewalt gegen Frauen ist um ein Zehnfaches höher als rechte oder linke Gewalt. Europa vertuscht diese Zahlen. Die Strafen sind in Deutschland lächerlich. Frauen in der Justiz haben nicht geholfen.

Erweitert: Orgel-Information Pomssen

Richter Orgel Pomßen (Pomssen) bei Leipzig

Pomßen

Kostbare, spätromanische Dorfkirche mit großem Westturm im Leipziger Land der Vereinigten Mulde: Die Wehrkirche in einem gepflegten Friedhof besitzt die älteste spielbare Orgel Sachsens und ist reich ausgestattet im Stile des Barock und der Renaissance unter der Herrschaft von Ponickau. Sie ist ein Zeichen europäischer, kulturhistorischer Kunst. Sehr schön ist das Schloss Pomssen mit dem Wappen der herrschenden Familie von Ponickau.

Engelschor, Loge, Renaissance

Die herrschaftliche, zweietagige Patronatsloge in der Wehrkirche an der Nordwand gehörte ebenfalls dieser Familie und wurde von ihr 1686 errichtet. Sie ist verziert mit Stuckarbeit und Bogenfenstern, nur vom Friedhof zu erreichen.

Die drei großen Glocken im Glockenstuhl wurden 1660 und 1685 als neues, prächtiges Geläut ebenfalls von Ponickau eingesetzt, von Johann Jakob Hoffmann aus Halle gegossen.

Das spätgotische Kruzifix steht leider hinten in der Ecke.

Wertvolle Epitaph, Sarkophag als Denkmäler, eine wunderschöne ocker-weiße Kassettendecke im Langhaus, barocker Taufengel, der älteste Teil ist die Taufkapelle mit  romanischem Taufstein.

Gegenüber der wertvollen Orgel steht der Renaissance-Altar mit der Heilsgeschichte Gottes.

Der Engelschor auf den sieben Feldern der Empore und den Flügeltüren: Die Engel spielen Harfe (Gemeine Harff), Fidel, Cello, Alt-Posaune, Bass-Pommer, Clavichord…

Älteste Orgel Sachsens

Gottfried Richter (1643 – 1717) aus Döbeln in Sachsen, Orgelbauer, Bürgermeister und Stadtrichter, baute die Orgel in Pomßen 1671, mit einem Alter von 350 Jahren Sachsens älteste spielbare Orgel. Wunderschöne Renaissance Orgel in einer weißen Dorfkirche (13. Jahrhundert), ca. 14 Jahre vor Bachs Geburt errichtet und geweiht.

Sie gehört zu den ältesten Orgeln der Region in Sachsen und Leipziger Land. Ein Manual mit 13 Registern und frühbarockem Klang. Die Orgel wurde erbaut 1671 durch G. Richter (Döbeln), restauriert 2006 durch Fi. Wegscheider, und besitzt einen wunderschönen Prospekt.

Leipziger Land

Die Kirche, von Schloss und Rittergut Pomßen geprägt, wurde nach einem Sturm 1660 leider beschädigte. Sophia von Ponickau gab den Auftrag, eine neue Orgel zu bauen, die sich bis heute erhalten hat, eine Orgel des Orgelbauers Gottfried Richter (1643 – 1717) aus Döbeln in Sachsen. Dieser hatte in Sachsen einige Orgeln gebaut. Von 1671 existiert die früheste belegte Disposition der Orgel, die ich während der Orgelakademie kennengelernt habe.

Die mitteldeutsche Orgel ist weiß mit weiß-gelbgoldenen, großen Flügeltüren mit Engeln, die musizieren (Engelskonzert), verzierte Pfeifen, vor allem die mittleren, Zimbelstern. Gelbverziert und dekoriert mit einem aufgeschlagenen Buch (Noten) ist auch der kleine, enge Spieltisch mit schwarzen Tasten.

Die Orgel steht perfekt angepasst auf der zweiten, runden Empore unter einer reich verzierten, flachen Kassettendecke (56 Kassetten). Auch die Brüstung um die Orgel ist voller Engel, die musizieren. Die gesamte Kirche ist weiß-gelb verziert und farblich ein runder Guss und eine Einheit wie eine Torte. Die Orgel und die Empore wirkt wie ein riesiges Porzellangeschirr. So schlicht die Kirche von außen wirkt, so reich verziert ist sie innen. Die Prospektpfeifen haben gedrehte Füße und vergoldete Labien, die Ober- und Unterlabien der Prospektpfeifen haben verzierte Kielbögen.

Der Taufstein der sehr alten Kirche mit dem breiten, quergestellten Turm stammt aus dem 15. Jahrhundert.

Bachkirche

Die Kirche ist für mich eine Bach-Kirche, denn: Am 6. Februar 1727 soll hier JS Bach seine Kantate “Ich lasse dich nicht, du segnest mich denn” aufgeführt haben, BWV 157. Er soll an der Orgel gesessen sein. Beweisen kann man das nicht.

Somit ist auch die Orgel eine Bach-Orgel, denn es gibt nicht viele historisch erhaltene Orte und Instrumente, an denen Bach war.

Der Glockengießer Johann Jakob Hoffmann aus Halle an der Saale baute die drei Glocken dieser Kirche.

Chris Watts – Analyse True Crime AHS. Was war passiert? Shannan Watts

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