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Ann-Helena Schlüter

Die eine Trompete ist die andere nicht. Will sagen, nicht jede Trompete ist schön und eignet sich als Solostimme. (AHS)

Was denkt ihr, was ich gerade für Orgel transkribiere? Nun?

Chopin.

Nein, es muss danach kein Krankenwagen gerufen werden.

Und was für Chopin?
Wer es errät, bekommt meine neue CD for free.

(Dass ausgerechnet ich transkribiere, und dann noch Chopin! Ich komme mir wie Cameron vor.)

Ich liebe sehr die hanseatische Vogel-Scherer-Fritzsche-Flentrop-Orgel 1542/2013. Ich mag den künstlerischen großen Scherer-Prospekt. Für mich ist es auch eine Scheidemann-Reincken-Orgel. Ein wunderbarer Wiederaufbau mit historischen Pfeifen. Und Bach war hier, der die Zungenstimmen rühmte. Ich fühle mich mit ihm hier sehr verbunden. Und was für eine wunderbare Holzbildhauerin Christiane Sandler. Die Trio-Sonaten können hier jedoch meist nicht mit 4-Fuß oktaviert werden, was eng ist.

Was ich bei Mendelssohn liebe: Body, filigran und dennoch monumental, Rezitative bleiben im Fluss, Reprise weich, kein Wagner, aber voll Power, entspannt, auch in den Punktierungen, doch genau und klar.

Die Übergänge in der Brahmsfuge (nicht in Katharine) sind wichtig, so dass alles im Fluß bleibt, weich und gut abphrasiert, Timing. Wenn ich mir viel notiere und das Papier dünn ist, entsteht schnell ein Loch, und Papierstaub segelt herab. Besonders schön bei Brahms sind die letzten zehn Takte und Takt 42. Ich liebe es, wenn er am Ende nach dem weichen Minithema zur Umkehrung im Tenor das Pedal die Vergrößerung bringt. Ich liebe die Seufzer nach dem Ruhepunkt, espressive, unerträgliche Seufzer voll Verlangen, mit einem geheimnisvollen Pedal. Innerlich mitsingen.

Wie man den Klang des Pedals bewertet, ist wichtig: seine Lautstärke gut einzuschätzen. Das Pedal ist kein Discobass. Auch kein Düsenjet (besonders nicht bei Messiaen). Das Tüfteln bei Messiaen ist mentales Üben: Was muß ich haben, was geht nicht, auf was kann ich und muß ich verzichten, welche Klänge darf ich nicht verlieren, wo kann und muß ich den Schweller auf welche Weise ersetzen, welche Klänge möchte er überhaupt haben, welche Manuale muß ich tauschen, was muß ich dabei beachten – es macht Spaß, alles einmal ausprobiert zu haben. Man kommt dadurch der Orgel näher. Wichtig bei Banquet ist, dass der Klang des Pedals nicht in den Manualen klingen darf. Sechzehntel-Triolen innerlich fühlen.

Bald wird es ein paar sehr schöne Live-Streams meiner Konzerte geben. Ich halte euch auf dem Laufenden und poste euch die Links.

Die Musikfilme Oskar und die Groschenbande und Bis zum letzten Moment kann ich sehr empfehlen – es ist bewundernswert, was ein Studentenorchester alles so auf die Beine stellt, vor allem Frauen darin.

Der Film Score über Filmmusik ist ok, aber ein reiner Männerfilm (wie man schon von außen erkennen kann). Als ob es keine Filmmusikkomponistinnen gäbe. Es scheint eine Lobby zu sein. Die Männer wirken mit ihren gefärbten Haaren und bunten Hemden recht eitel. Es scheint sie nicht zu stören, dass sie Frauen keinen Raum geben, während hinter ihnen eine halbnackte Meerjungfrau den Raum „dekoriert“. Dabei sind diese Filmmusikkomponisten oft keine Musiker, sondern geschickt am Computer. Ihre Computer sind ihre Instrumente, was auch etwas hat. Dennoch muss man diese „Instrumente“ beherrschen und sie üben. Die armen Orchestermusiker, die solche „Werke“ spielen „dürfen“. Es scheint auch eine Rolle zu spielen, dass eine Gay-Szene nicht unerheblich groß ist. Inwiefern dies für Frauen gut oder schlecht ist, weiß ich noch nicht zu sagen. Aber es erscheint ja nicht hilfreich zu sein, wie man sehen kann. Oder wo sind die Frauen? Frauen sprechen vom Stil her oft eine andere Sprache. Warum das so irritierend ist, weiß ich nicht. Frauen lassen sich viel zu viel gefallen, zum Beispiel für Männer in Badeanzügen zu posieren, um “Miss Germany” zu werden. Wie kann man bei einem solchen System mitspielen? Gott sei Dank gibt es das heute nicht mehr.

NEW: II Pandemic Dance Nr 2 Mutation Fanfare 2021, Pandemonium, Orgel (Synclavier), Spessart

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24. Januar 2021

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Ich mag die deutsche Romantik: Das Pfund 8-Füße, ein Blumenstrauß 8-Fuß, etwas Schweller bei den Kadenzen: eine Prise Salz. (AHS)

In der Französik mag ich besonders Franck und Duruflé.

Bachfest Arnstadt wird wahrscheinlich auf Ende Juli verschoben.

Vielen vielen Dank für die, die meine Kompositionen finanziell sponsern! Ich bin überrascht und sehr erfreut.

Üben kommt mir vor wie ein Muster Fraktale, die sich immer wieder selbst erzeugen und kopieren.

Ich bin nie genervt von langen Solostimmen-Stücken, ich könnte die nacheinander weg hören.

Der Samstagmorgen-Markt am Museum MARKK Rotherbaum Hamburg ist wunderschön. Ich könnte 100 oder 200 Euro mitnehmen und hätte immer noch nicht alles, was ich wollte. Vor allem möchte ich die Farben. So ein Markt ist Kunst. Am liebsten würde ich den ganzen Obststand kaufen und bei mir aufstellen, weil er so hübsch aussieht. Die aufgeschnittenen Ananas und Kürbisse, Drachenfrucht, Karottenberge, die Säfte und Marmeladen in Glas, Fisch, Krabben, Käse, Wurst, italienische Mortadella, Frikadellen, Pasta (hier duftet es besonders), Krustis, Schnittblumen, Blumenzwiebeln. Überall sind große Menschen in langen Daunenmänteln, und sie alle haben sehr wohlerzogene Hunde mit sich, die mich freundlich umwedeln. Man wacht in Hamburg auf, und die ganze Stadt hat sich in eine Joggerstadt verwandelt.

Erst gestern habe ich bemerkt, dass ich immer einen Umweg von 30 Minuten zur St. Johannis Harvestehude gemacht habe, zu Fuß.
Die Marcussen-Mühleisen-Orgel 1882/2015 macht man mit einem Chip-Stick an. Mit eigenen Setzern. Es gibt sogar ein Fingerboard. Und man kann allemöglichen Koppeln setzen, Basskoppeln, Melodiekoppeln… Die Prospektpfeifen sind alle klingend, und das Pedal steht direkt vor mir, allerdings komplett eingetütet. Die ganze schöne Orgel ist hübsch verpackt.

Daher muss man das Pedal oben anders bewerten, da der Klang unten nun mal ganz anders ist. Ein sehr netter Kantor, der auch tolle Filmmusik schreibt.

Super ist, dass sich alle Türen von innen öffnen und schließen lassen.

Großes Lob an Bayern für alle Coronahilfen! Schnell und verlässlich! Da sieht es für Künstler in anderen Bundesländern ganz anders aus, habe ich gehört.

Mein Dirigierprofessor meinte gestern zu mir, er kenne das, ihn hätte man früher auch gemobbt, aber damals war das Internet noch nicht so schlimm wie heute, und er tröstete mich und sagte, dass man JSB, hätte es damals zu Bachs Zeit Internet gegeben, Johann Sebastian auch im Netz gemobbt hätte (siehe Scheibe und Mattheson…), und wie! Mobbing würde nicht existieren, wenn nicht die dicken Fische den kleinen Rückenwind geben würden. Ach, Johann Sebastian, wie lange wird es noch dauern, bis ich dich im Himmel endlich kennenlernen kann.

23. Januar 2021

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Ohne den Heiligen Geist keinen Heiland. (AHS)

Dirigieren war wieder wunderschön. Frank Löhr ist eine Wucht! Sehr zu empfehlen. Ein echter Musiker. Mein neues Stück ist Schuberts Unvollendete. Ich liebe es, wie Schubert (später Dvorak und Mahler) Volksmelodien verwendet, was sich sein großes Vorbild Beethoven wohl nicht getraut hätte oder nicht wollte. Schubert tut dies so kunstvoll, dass das Volkslied durch die Synkopen unendlich zärtlich wird, eine ferne Erinnerung. Außerdem wird sein Dur traurig und klagend, ein Dur hinter dem Moll, wehmütiger als Moll je sein könnte.

Unschlagbar darin war, ist und bleibt Bach. Wer ist schon zärtlicher als Bach? Auch das Spiel mit Hemiolen mag ich, für mich ist es jedes Mal eine Offenbarung, wenn ich in Bachs Musik eine neue Hemiola entdecke. Dann ist der Tag gerettet. Egal, wie es mir vorher ging.

Ich finde beispielsweise im ersten Brandburger phänomenal, dass Bachs Hemiola wie ein Virus alle Stimmen immer mehr erobert. Und Brahms und Schubert übernehmen dies Spiel mit den Hemiolen. Doch wer ist und bleibt der beste darin? Genau.

Beim Dirigieren ist es wichtig, nicht auf die Hemiola aufzuspringen, sondern ganz normal weiter zu dirigieren, Impulse und Punkte zu geben und dennoch rund zu bleiben. Und die kreative, zarte, freie linke Hand. Mit jedem Schlag ist man für Noten verantwortlich.

Die soziale Komponente beim Dirigieren und den positiven “Schnack” zu haben, das ist nun neu für mich. Mit dem Publikum zurecht zu kommen ist die eine Sache. Das war für Glenn Gould schon zu viel. Mit Kollegen zu tun zu haben – a whole different story. Das alles mit Machtspielen ist mir zuwider. Dieses ganze Menschliche. Aber glücklicherweise geht es auch anderen so, und dennoch sind sie Dirigenten. Man muss sich eben nur auf die Musik konzentrieren, nur auf die Sache. Ergriffen sein und ergreifen. Die offene Art von Frank hilft mir auch, die Welt anders zu sehen. Es gibt auch Männer, die sich von Frauen gemobbt fühlen. Und es tut mir immer weh, wenn ich höre, dass eine Frau Grund für solche Klagen ist.

Man ist eben immer vom anderen Geschlecht besonders schnell getroffen, verletzt, überrascht und enttäuscht. Und kann an dieser Stelle betonen, dass ich absolut fasziniert von vielen Männern bin und ihnen in vieler Hinsicht sehr viel verdanke. Nehmen wir allein Pieter und Frank hier in HH, die mich in Orgel und Dirigieren vorwärts bringen. Und vielleicht sollte man einfach auf die Menschen schauen, nicht auf Geschlechter. 

Reincken in Katharine (St. Katharinen Hamburg) unterstreiche ich weich, durch die Registrierung und den Anschlag, die Repetitionen wie Ornamente, fast mit Flatterzunge (Flöte), rhetorische Pausen.

ps: Ich liebe das eigenständige Orgelsoloregister Sesquialtera, das Bach auch sehr liebte, das recht scharf und führend eben kein Instrument imitiert (selbst die Prinzipale imitieren Streicher und Gesang), sondern mit seinen verstärkten Obertönen prinzipalisch klingt (zwei Chöre: Quinte und immer auch Terz).

Man muss den tiefsten Soloton prüfen, wegen des Repetierens des Sesquialteras. (Nicht alle repetieren.)

Ich mag es, wenn es etwas schwebt, wenn man mehrere Flöten zusammen nimmt. 

Und all das, um diesen neuen, eigenständigen Kompositionsstil zu finden, der in mir schlummert.

https://youtu.be/SiOoGOTypnA
Hamburg

22. Januar 2021

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Es kostet Kraft, ein Gesamtkunstwerk zu sein. Schreibe ich an meinem Roman, so verändere ich mich; so wie ich mich verändere, so verändert sich meine Kunst.” (AHS, 22. Januar 2010)

So ist es heute immer noch. Ich liebe es, eigenschöpferisch zu sein.

Es war heute recht windig-sonnig-kalt in Hamburg. Ich übte heute sieben Stunden in St. Katharinen (ich nenne es immer Katharine) ab acht Uhr, Menschen hörten unten zu, freuten sich und klatschen. Ich hatte Unterricht, habe diesen vor- und nachbereitet, mich eingespielt, schrieb alles auf, nahm auf. Sonne kam heraus. Auf dem Weg zurück habe ich mich verfahren. Später holte ich mir bei einem Italiener Spaghetti Bolognese, und es war fast wie eine Art Zurückholen von Normalität (Spielen und Spaghetti essen hinterher), obwohl ich es auf einer sonnigen Brücke im Stehen aß (und die Leute mich freundlich anlächelten).

Später habe ich mit Katelyn Emerson aus den USA gesprochen, eine phantastische Organistin. Es war ein sehr ermutigendes, fröhliches Gespräch. Wir sprachen u.a. über Frauen an der Orgel und unser gegenseitiges Erleben in der Orgelwelt.

Wir überlegten, dass die Orgelwelt eine andere Kultur sei als die Welt der Pianisten oder anderer Instrumente. Meine extrovertierte Art voller Ziele wäre zudem noch mal eine ganz eigene Kultur. Jeder Mensch ist eine eigene extra Kultur. Das ist gut, darüber nachzudenken.

In der Pianistenwelt denkt jeder von sich: I am the best. Und das ist ok. Muss so sein. Um sehr gut zu werden. Doch wehe, man überträgt dieses Mindset in die Orgelwelt. Dann ist man arrogant. Kulturschock.

Hater sollte man generell ignorieren, meinte sie.

Ausländer haben es oft leichter, da sie als faszinierend gelten für Deutsche. (Die Deutschen mögen Deutsche oft nicht. Egal, wo.) Umgekehrt auch, als ich in den USA war, war ich die faszinierende Europäerin. Außerdem gehen Ausländer oft wieder zurück. Warum sie also als Konkurrenz wahrnehmen?

Und überhaupt, wie geht man mit weiblicher Konkurrenz um? Viele Männer können ohnehin schon mit Frauen nicht normal umgehen, geschweige denn, wenn sie Konkurrenz sind oder sein könnten. Das ist noch eine Stufe schwieriger / höher.

Der Punkt, dass, sobald man über Frauenfeindlichkeit spricht, viele Männer panisch dicht machen und nicht mehr zuhören, fand ich einen wichtigen Punkt. Man muss diplomatisch um die Sache herum reden. Denn wenn sich Männer unwohl fühlen, ist es schwer, sie für Verständnis zu gewinnen.

Ich spazierte dabei durch die Innenstadt. Katelyn ist mit einem australischen Orgelbauer verheiratet. Sie meinte, ich solle unbedingt ein Buch über meine Erlebnisse in der Kirchenmusik schreiben. Sie findet das spannend. Ich nenne das Buch Kulturschock Kirchenmusik. 

Spannend war in Katharine (St. Katharinen Hamburg) den extra stehenden Cornet-Baß 2 im Pedal zusätzlich im Scheidemann-Choral zu ziehen. Wow! Das ist etwas Besonderes. Es wird dadurch ein vierstimmiges Werk, als käme zum Bass noch ein imitierender und vorimitierender Sopran in Otavparallelen hinzu. Man muss jedoch zweimal oktavieren und den Cornet-Baß 2 am Ende herausnehmen. Ich liebe die melodiösen Durchgangsviertel, das Dichte. Die Zinke war kältemäßig verstimmt, eine Coronazinke. Ich finde Registrierung so interessant. Ich könnte da stundenlang tüfteln. Ganz am Anfang hatte ich Angst vor Registrierung. So vor drei Jahren. Am schönsten ist, wenn man dann wirklich eine hat, die dann final ist und die man durchgehend und immer gut findet.

Wenn man koppelt, muss man das jeweilige Keyboard nach hinten ziehen.

Wichtig ist im Pedal, dass es trotz Artikulation dicht und flächig und singend bleibt. Da ich meine Orgelschuhe vergaß, habe ich mit Socken gespielt.

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Das Wesen der Dinge hat die Angewohnheit, sich zu verbergen. (Heraklit)

Ich wohne in einer der schönsten Gegenden Hamburgs, im Stadtteil Rotherbaum, in der Rothenbaumchaussee. Es ist eine richtige Chaussee, voller Villen und weißen Herrenhäusern. Parks. Und Hotels. Und Museen. Und Stiftungen. Und Restaurants. Alles ist zu und friedlich. Es wirkt wie ein jüdisches Viertel, früher mal. Ich kann das spüren. Edel. Vornehm. Reich. Gebildet. Mein Zimmer ist schön, mit geschwungener Decke, Kronleuchtern, wie alle Wohnungen hier. Die Hochschule, Harvestehude Kirche und Dammtor ICE, alles nah. Beste Wohngegend. Und die Hamburger laufen gern mit ihren vornehmen Hunden.

Heute habe ich an der Klaus Becker-Orgel geübt. Und an der kleinen Jann. Ich gehe jetzt schlafen, mit dem Katharineschlüssel mit mir. Es ist, als würde man eine der schönsten Orgeln der Welt unter das Kopfkissen mitnehmen oder in der Jackentasche haben.

Wundervoll! What a city. What an organ!

AMANDA GORMAN!

Ps: Ich habe übrigens einen sehr netten Steuerberater. Wenn jemand einen braucht, meinen kann ich nur empfehlen.

What would Jesus write? (from WWJD)

Morgen fahre ich über/mit Zwischenstopp in Hannover.

Für Übernachtungen in Hotels braucht man nun Bescheinigungen.

Alle Leute reden vom Lockdown. Ich aber komme zeitlich mal nicht dazu, darüber zu reden. Ich atme dran vorbei, gehe sehr spät ins Bett und schaffe dennoch bei weitem nicht alles. Ich würde alles nicht mal dann schaffen, wenn ich nicht schlafen müsste.

Manchmal dauern die Dinge einfach, es kann nicht alles schnell geschehen, schnell und perfekt.

Dazu kommen ja noch die ganz normalen Alltagsdinge, die selbst Künstlerinnen erledigen müssen. Aber selbst wenn ich die nicht hätte, würde ich nicht alles so schaffen, wie ich es gerne möchte. Die normalen Alltagsdinge grounden einen aber auch irgendwie.

Mendelssohn IV 4 in Katharine würde ich mit 32-Fuß im Pedal, dazu auch mit Schallmey 4 spielen, nicht zu vergessen Trompete, Mixtur, Scharff in den Händen, während 1 mit Sesqui und Rauschpfeife.

Gut Tast! 

Es hat ein wenig geschneit, das ist schön. Auch die Losungen heute: schön.

Heute fand ich die Tasse namens: I hate being sexy but I’m an organist so I can’t help it.

Leider sagte man mir, dies sei eine Männertasse. Seltsam. Verstehe ich nicht.

Ich nahm lieber die andere Tasse: Wo ein Kaffee ist, ist auch ein Weg. 

Genau!

Die Masken I’m the psycHOTic organist everyone warned you about und Do not disturb the organist. He is disturbed enough already seien angeblich ebenfalls nur für Männer. Es gäbe noch keine Tassen und Masken für Organistinnen.  

Na dann!

19. Januar 2021

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Joh: Seb: Bach. Joh: Sebast: Bach. Director  Musices. Dein tiefster Diener Bach. (JSB)

Ich freue mich über die vielen Leserzuschriften zu meinem Artikel in der Mainpost.

Wiesbaden wurde auf August verlegt, die Konzerte im wunderschönen Österreich werden auch verlegt.

Insgesamt habe ich nun über 1000 Blogeinträge gepostet –  ja, nur die Spitze des Eisberges.

Es gibt eine öffentliche Hobby-Jazzmusik-Szene, und diese Leute sind sehr aufrichtig, erwachsen und anständig, vor allem Profis gegenüber, die von ihrer Kunst leben.

Viele Kirchenmusiker dagegen sind in meinen Augen wie öffentliche Hobbyorganisten, wie man in den Foren und Gruppen lesen kann. Das Niveau ist wie im Pausenhof in der Schule. Irgendwie wurde das Schulhof-Niveau nie verlassen; viele Kirchenmusiker verstecken sich hinter Hobbyorganisten und stänkern heimlich mit und freuen sich still, wenn jemand anderes zerfetzt wird. Der Grund, warum hauptamtliche Kirchenmusiker stänkernde Nebenamtliche oder Hobbykichenmusiker decken ist, weil sie meinen, dann am besten davor gefeit zu sein, selbst an die Reihe zu kommen und zerrissen zu werden. Mitstänkernde Mitbrüder greift man erst mal nicht an.

Ich finde es ernst zu nehmen, dass auch hauptamtliche Kirchenmusiker über Konzertorganistinnen zusammen mit einem Pulk von Hobbyorganisten lästern und mobben. Das sieht man auch auf facebook. Und auch hintenrum in einem „geschlossenen“ Forum.

Dass niemand diese Debatten ohne Kommunikationskultur stoppt, kritisiert, in Frage stellt oder verlässt! Bin ich denn wirklich die Einzige?
Hauptamtliche sollten Vorbildfunktion haben. Stattdessen treten sie gern, mit rufschädigender Absicht, mit dem Ziel der Abwertung. Aber das Internet ist keine irreale Parallelwelt. Keine Spielwiese.

Die Diskriminierung von Frauen an der Orgel ist in Deutschland sehr stark. Und wenn eine Frau dabei ist, wird gelästert. Weil sie anders ist. Es ist leicht für KiMus zu stänkern, wenn man selbst nur ein Video präsentiert, dass 12 Jahre alt ist.

Doch bei KiMus und Hobby-KiMus beliebt zu sein und Fans zu haben – das schließt sich oft aus. Da muss man sich entscheiden. Es gibt keine Organistin in Deutschland, die 12.300 Fans und so viele Likes hat wie ich. Das gibt Grund genug für Hass. Wenn man nur Kollegen gefallen will und nicht dem Publikum – da wird man oft nicht weit kommen. Mir ist das Publikum viel wichtiger.

Man sollte über dem Neid schweben wie die Queen, lächelnd, oder wie Anne-Sophie Mutter, die mit ihrem Hund lächelnd spazierengeht. Oder wie eine teflonbeschichtete Pfanne, die nichts mitbekommt. 

Jedenfalls habe ich hier erneut einen Rekord gebrochen: Es wurde noch nie über einen Menschen so viel geschrieben in diesem Läster-Forum wie über mich. Es hat jemand mitgezählt, wieviele Posts und bildschirmfüllende Threads geschrieben wurden. Diese Leute sind Ann-Helena-Fans geworden, wollen es nur nicht zugeben. Sie verbringen ihre Freizeit mit mir.

Aufgrund dieser Läster-Community der Kirche haben viele Profis und Professoren Angst: Es herrscht eine Angst-Kultur in der Orgel-Szene. Ich bin gerne bereit, diese Angst-Kultur zu durchbrechen. Man muss keine Angst vor diesen Mobber-KiMus und Hilfsorganisten haben. Im Gegenteil. Diese Dinge müssen ans Licht. Die Namen. Die Leute. Deren Motive.

Einer der Stänkerer ist ein Markus Wilke aus Erlangen. Ich bin aktuell 2020 und 2021 eine von Fördergeldern der Ernst-von-Siemens-Musikstiftung geförderte Künstlerin (HfMT Hamburg). Und da sitzt ein Angestellter, der gar kein Musiker ist und den ich nie gesehen habe, und lästert hintenrum in Foren. Dabei hat er nichts von dem erreicht, was ich mache. Ein äußerst mutiger Forums-Astronaut.

Ein weiterer: Karl-Bernhardin Kropf. Warum verlässt er eine Stelle in Graz, um zu einer problematischen Orgel nach Rostock zu ziehen? Was ist da vorgefallen? Aber genau solche Menschen hinterfragen meine Vita, eine außergewöhnliche Vita, die wahrscheinlich noch nie jemals bei anderen so da gewesen ist.

Lukas Hassler hat von einem Mobber sogar schon Morddrohungen erhalten, wie er mir erzählte, wegen Fotos mit ihm auf einer Orgel. “Er hätte die Orgel erniedrigt”.

Religiös ohne Gott ist leider – gottlos. Was will man da erwarten.

So ein Forum ist an sich eine schöne Idee. Aber der Zweck sollte ein anderer sein.
Auch eine Gruppe ist eine schöne Idee. Aber beide verkamen hier zum Männerstammtisch, an dem frauenfeindliche Kommentare gemacht werden.
Meine eigene facebook-Gruppe hat mehr Mitglieder als die Kirchenmusikgruppe. Ich habe da nur gepostet, damit es nicht immer nur Männer sind.

Sehr schön sind die Zoom-Dirigier-Meetings.

Das pdf zum Download gibt es hier: Presse Downloads

Das Leben ist die Kunst der Fügung. (AHS)

Konzertkünstlerin zu sein ist eine Berufung. Das sucht sich kein Mensch aus. Wenn mich ein Mensch fragt, warum bist du da, wo du bist, oder warum willst du da hin, wo du noch hin möchtest, dann antworte ich darauf: Das ist meine Berufung, die mir Gott gegeben hat. Ich glaube, meine Fans wissen das besser als andere. Dabei ist es doch sonnenklar.

Gott ist für mich kein ferner “lieber Herrgott”, der distanziert, kühl, ohne Meinung ist, sondern noch glühender und heißer als die Sonne, und niemand kann sich ihm in den Weg stellen, weder ich noch andere, siehe seine Psalmen in der Bibel. Und wenn ich schon eine starke Persönlichkeit bin, wer ist Gott? Er weiß genau, was er will. Und egal, was ist, ich liebe ihn.

Spielen ist doch nur ein winziger Teil davon. Ich habe mich heute mit anderen Konzertorganisten unterhalten. Es tut gut, sich gegenseitig zu ermutigen. Ich bewundere auch Cameron, der über niemanden etwas Schlechtes sagt. Hätte er nicht 1000 Gründe?

Die ganze Welt ist da draußen. Wie sagte Lukas so passend zu mir – übrigens, ein ganz wundervoller Mensch: Es ist Part of the Game, die Öffentlichkeit hat Zugriff auf dich, wenn du dich ihr stellst. Man kann Hass nur mit Erfolg begegnen.

Es gibt zwar keine oder kaum Hobbygeiger oder Hobbyklarinettisten. Aber es gibt Hobbyorganisten. Und zwar sind das “öffentliche” Hobbyorganisten. Und diese haben offenbar das weitere Hobby des Kritisierens, wobei ich mich frage, woher sie die Lust und Zeit dafür nehmen. Ich meine, es gibt doch keine öffentlichen Hobbygeiger… Daher kannte ich das so gar nicht vorher, dieses field.

Ich habe gedacht, die Öffentlichkeit ist immer wie meine Fans. Das war naiv von mir. Ob ich Erfolg habe, das ist up to God. Ich selbst gebe mein absolut Bestes. Aber Gott öffnet auch dann die Türen, wenn ich etwas falsch mache. Ihm kommt es auf den Charakter an. Das ist ihm das Wichtigere. Und deswegen mir auch.

Sehr empfehlen kann ich den Jazz-Film Whiplash. Ich bin genauso wie dieser Drummer. Blutend kriecht er noch ins Auto nach einem Unfall, um seine Drumsticks herauszuholen, um zum Konzert zu rennen. Er hat sich nicht entmutigen lassen.

Araberpferde und Ponys, ob sie zusammenpassen?

Ich habe innerhalb von 3 Monaten unter schweren Bedingungen schwere Werke gelernt.

Und ihr Lieben, ich mag nun doch eine Bearbeitung: St. Francis von Liszt/Rogg.

Aber noch lieber Originalwerke. Bei Messiaens Banquet mag ich die Blutstropfen, aus denen Wassertropfen werden oder umgekehrt, mit dem Regenbogen und dem Licht am Schluss. Das Tüfteln an der Registrierung. Wie ein Kreuzworträtsel. Na, und dann Brahms. Streichend absetzen. Die Vergrößerung im Pedal am Schluss. Eine Wucht. Die Anlehnung an seinen Bach.

Wichtig: Augen schließen für das Motorische an der Orgel: Wie ist hier das Pedal? Sind die Obertasten zu eng für stummen Fußwechsel? Sind sie niedrig oder hoch?

Viele KiMus sind ja gar nicht sonderlich interessiert an Orgel, habe ich festgestellt. Wo bei mir 150 -300 Prozent Interesse ist, ist bei vielen vielleicht max. 30 Prozent Interesse für Orgel.

  1. Semester Köln Klavier:

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17. Januar 2021

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Textgewordenes Leben: AHS.

Ich mag  von Richard Addinsell das Warschauer Konzert  – manchmal schwelge ich wieder in Klaviermusik, vor allem mit Orchester. Ach, und Liszt Klavierkonzerte… Und wie er den Klang der Klarinette liebte. Ich auch.

Sehr interessant finde ich die Komponistin Judith Weir.

Heute / gestern (16.1.21)  war der große Print-Artikel über mich und das Interview in der Mainpost Print Ausgabe unter Kultur, über eine ganze Seite, auch in e-Paper, sehr schön gestaltet von M. Wiedemann und Kollegen. Merci! Die Überschrift ist heftig, aber sie stimmt. Männerdomäne Orgelwelt.

Aber bald gibt es auch einen Artikel über all die netten und lieben Leute. Es gibt ja auch Gönner, Profis und Gütige. Wahrscheinlich ist vieles auch eskaliert wegen Covid, was viele unbewusst trübe und aggressiv macht, was ich verstehe.

Was ich vermisse ist, zu konzertieren und danach Spaghetti zu essen. Ich vermisse das Essengehen. Ich gehe soooo gern essen. Seufz.

Ich freue mich über die wundervollen Orgel-CDs, die ich geschickt bekomme. Höre momentan rund um die Uhr Orgelmusik. 24-7. Gerade höre ich Elgar, Howells und meinen Liebling Liszt Ad nos gespielt von Gillian Weir in der Royal Albert Hall. Eine wundervolle Organistin!

Judith Weir und Gillian Weir. Sehr virtuos und konzertant, gefällt mir. Offenbar ist in anderen Ländern das Virtuose an der Orgel kein Problem. Nur in Deutschland? Das Virtuose hat eine ganz bestimmte Farbe. Es sind nicht nur hohe Tempi, es ist Drive, die Leidenschaft, das Können. Wenn ich für manche Deutsche zu schnell an der Orgel bin, was bitte ist dann Gillian Weir? Ich bin beeindruckt und muss sagen: Hut ab! Ich bin sehr inspiriert. Ganz besondere neue Registrier-Ideen. SOON. Auch Jane soll eine Wucht gewesen sein, und sehr schön.

Ich verstehe nicht, warum viele Deutsche nicht über das Können oder die Leistung anderer genauso Hut ab! sagen können? Ohne Neid. Mit Freude. In anderen Ländern ist so viel mehr Liebe da als bei den Deutschen für die eigenen Landesmenschen. Ist Verbitterung in der Kirchenmusikszene (KiMus)? Es ist eben oft eine steife und selbstbezogene Szene. Wenn Frauen sich dort präsentieren, sind sie nicht bescheiden. Wenn Männer sich präsentieren, “positionieren sie sich nur”.

Manche sind so nett, glücklich, zufrieden und lieben es, Künstlerinnen zu fördern, sind warmherzig, respektvoll zu mir. Aber andere… Puh. Wie Krähen, die ihre Krallen in weiches Fleisch bohren. Krähen zerfetzen alles, was weich ist. Krähen sind neidische, gewissenlose Amateure oder KiMus, die ihre Defizite durch Mobben kompensieren und meinen, ein bisschen Wissen unbedingt demonstrieren zu müssen, indem sie kritisieren. Sie lassen erst ab, wenn sie auf eine Blechbüchse stoßen. Dann suchen sie ein neues Opfer.

An Orgel sind viele KiMus (Kirchenmusiker) nicht sehr interessiert.

Mir gefällt das Zitat: Raben fliegen in Scharen, aber Adler allein. Wer will ein Rabe, eine Krähe sein und wer ein Adler? ADLER, ihr Lieben.

Ich lerne daraus, wie man sich bei Mobbing verhält. Ich bekomme viele Ratschläge dazu in persönlichen Nachrichten. Ich schreibe einen Ratgeber dazu, ein Buch, wie man mit Mobbing umgeht, was ich daraus gelernt habe und was man beachten muss, was man auf keinen Fall tun soll (mit ihnen Lebenszeit verschwenden oder Genugtuung bieten; aber Mobber wollen ja provozieren, damit die Opfer Fehler machen. Um dann zu sagen: Selber schuld). Ignorieren und Schweigen, nur um kein Opfer zu werden halte ich für falsch. Man könnte sagen, ich sei hetero-phob, die meisten meiner Mobber sind hetero, soweit ich weiß; jedoch MAT: Markus Theising  l bezeichnet sich im Forum als homosexuell. Und ob der schwul oder sonst was  ist oder nicht, ist mir total egal. Ich bin eher mobber-phob. Lästerer fand ich schon in der Schule gemein und doof.

Raben fliegen in Scharen, aber Adler allein. Das Zitat ist aus dem Film Jenseits der Stille, sehr schön, ein toller Film einer tollen Frau über eine tolle Frau. Wo bleiben noch mehr solcher deutscher Filme? Wo sind sie geblieben? Wenn auch das Ende recht melodramatisch wirkt. Klarinette ist wirklich ein wunderschöner Klang.

Auch das Zitat von meinem Dirigier-Prof, dass man “am Ende die Leiter wegwerfen muss” – genau, so ist das in der Kunst. Erst arbeitet man mit einer Leiter, baut sie auf, nutzt, verwendet und trainiert sie, und dann – am Schluss, dann wirft man sie weg: Dann macht man im Konzert genau das Gegenteil von dem, was einem gesagt wurde, das “Falsche”, also nicht das, was man die ganze Zeit als richtige Regel gelernt hat. Dann ist man in der Freiheit angekommen. Und hier entscheidet sich Kunst von einer (sehr guten) Performance. Hier beginnt das Licht von Genialität zu leuchten. Denn immer nur das machen, was einem gesagt wird, immer nur alles richtig machen wollen, ohne Risiko, das wird nie zur eigenen Kunst führen. Oder überhaupt zu Kunst. Kunst ist Regeln brechen.

Es stimmt, wie einige mir gemailt haben, dass das Verhalten der Hater in Ansgar Kreutz facebook-Kirchenmusikgruppe den Artikel in der Mainpost ganz von selbst zu 100% bestätigt haben. Wenigstens wurden ein paar Hater und Faker dort mal stumm geschaltet. (Manche Männerkollegen sind oft alte Kumpel und halten zusammen. Auch die angeblich neutralen und unabhängigen Männer des Pfeifenorgelforums sprechen sich einfach ab.

Jedesmal, wenn man Dingen auf den Grund gehen will, findet man sich einem Ungeheuer mit drei Köpfen gegenüber: Vorurteil, Aberglaube, Machtgier. (Henry Miller)

Wahrscheinlich sind es noch mehr Köpfe. Offenbar muss man ans Ende von Illusionen angelangen, um einen neuen Typus an Kunst zu bilden, um zu erkennen, wo man Utopien erlegen ist. Aber es gibt auch Alternativen zur Katastrophe: Sich das Heilige bewahren. Egal, auf welchem Niveau andere sich bewegen.

Das Abhören von Klang und den eigenen Geschmack sichern und kennen, in einem Dschungel von Geschmäckern, das ist spannend. Dabei das Profane und das “sich wie King Kong auf die Brust trommeln” zusammen mit Allmachtsphantasien, die viele Organisten haben, außen vor zu lassen und das Heilige und Spirituelle wie Feuer oder ein Regenbogen (wie Messiaen in Le Banquet) in sich aufnehmen und vermitteln, an das Publikum – das ist das, was mich interessiert. Die (geistliche) (geistige) Kunst. Das Musikalische. Diese Verbindung zum Publikum ist real.

Mein Vorbild ist dabei die Sonne. Sie ist ruhig und scheint sich dennoch zu bewegen, ein Ausbund von Energie und dennoch ein glühender Ruhepol. Sie glüht nach allen Seiten und ist doch fixiert. Ich habe die Farbe Gelb und die Sonne schon als Kind geliebt.

Es ist ein Aha-Erlebnis, Klang unten im Kirchenraum zu hören. Es kommt mir vor, als würde sich derselbe gespielte und oben gehörte Klang unten mit der Luft mischen und ein ganz neues Gebilde ergeben. Mutierter Klang. Es ist unerlässlich, unten zu hören und zu zweit zu sein. Erst auf diese Weise lernt man ORGEL kennen. Die Vielfalt. Orgel ist nicht nur: die eine, die gleiche Orgel spielen. Das ist nicht Orgel oder Organistin sein. Das ist viel zu wenig, um bei der Orgel zu landen, gar zu enden.

Sondern die vielen neuen, fremden, verschiedenen Gesichter der Orgel in ihren Facetten und Ausformen und Städten und Standpunkten und damit Orgel wirklich kennen. D.h. sich immer wieder sofort abzuwechseln im Hören und Spielen und wieder sofort hören und selber spielen und gemeinsam tausend mal rauf und runter steigen.

Überhaupt ist das Unten-Abhören elementar wichtig. Fast noch wichtiger oder genauso wichtig wie das Spielen. Meine Ohren saugten sich heute hinein in den Klang in Hamburg, in einem Flow-Erlebnis. Alles andere wurde unwichtig. Über mir wölbte sich die wunderschöne St. Johannis.

Heute hatte ich auch wieder Dirigieren. Es war phänomenal. Dirigieren ist so vielschichtig, es geht auch um beidseitges Lernen, Psychologie, allgemeine Erkenntnisse über Musik und Kunst, Lebenserfahrung, Körpergefühl, Menschenkenntnis. Und naja, die Theorie und die ganz normalen Werkstattbausteine, die Technik, das Pragmatische. Bevor es ans Spirituelle und Kreative geht. Hier möchte ich auch eine Sonne sein. Wichtig dabei ist, dass man oben weich, flexibel, rund, nicht eckig –  und unten standhaft ist, nicht umgekehrt, nicht unten zu tänzerisch, was automatisch Festigkeit oben zur Folge hat. Frank ist ein unglaublich guter Lehrer und wie ein Freund.

Wahre Anekdoten mit Orgelprofessoren, Teil 4:

– Ist es bei dir auch so, dass du am Montag, am Dienstag, am Mittwoch, am Donnerstag jedesmal eine andere Registrierung möchtest, und was dir gestern gefallen hat, dir heute nicht mehr gefällt?

– Nein. Ich glaube, das ist ein typisch weibliches Problem.

Fahre nun heim von Hamburg. Ich liebe diese Hochschule!