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10. Dezember 2020

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Klang und Notenbild gehören zusammen. Konsequente Notation. (AHS)

Ich freue mich auf meine CD bei Audite 2021. Mir gefällt dieses Label sehr gut, und Ludger ist super. Ich muss wirklich sagen, dass Aufnehmen in jeglicher Hinsicht eine Leidenschaft von mir ist, auch und gerade mit der Orgel. Dann habe ich zwei verschiedene Labels für Klavier und Orgel, das finde ich gut, also hänssler Classic und Audite. Und immer an tollen Instrumenten.

Neue CD Ann-Helena 2021

Gegenwahrnehmung (AHS)

 Wer ist es der auf meinen Fischgräten tanzt

Ohne Notbremse und grollleuchtet Not

Bis Licht ins Tal funkelweise tautröpfig

Fällt funkelweise Tau tropfend Haufen

Die Stecknadel Klang und schmilzt

Und sie tanzen tot und lebend

Er tanzt

Und der Himmel ist rot


Manchmal sagen mir Leute, ich erinnere sie an die Prinzessin im Märchen König Drosselbart. 

ps: diesen Tag widme ich Karoline Herfurth und ihrem tollen Film SMS für dich. Ich glaube, dass Frauen phantastische Filmemacherinnen sind.

Gesegneten Advent! Maria durch ein Dornwald ging 

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An der wunderschönen Trost-Orgel Waltershausen, Thüringen, erscheint offiziell 2022

Die gelbe CD HOLY SPIRIT

Holy Spirit, Holy Ghost, KOMM, HEILIGER GEIST: Release

audite Künstlerseite AHS

audite Künstlerin Ann-Helena Schlüter

Vielen Dank an Theophil und Ludger und Agnes. 14 Tracks. Booklet mit 23 Seiten mit Fotos, deutsch und englisch. 

Bach CD Release VÖ 2022 HOLY SPIRIT

Audite

Bach Orgel 

  • Bach Choräle Heiliger Geist F-Dur und G-Dur BWV 651 und 652
  • Bach Passacaglia und Fuge c-Moll
  • Bach Piece d’Orgue Fantasie G-Dur
  • Bach Toccata und Fuge d-Moll BWV 565
  • Bach Trio-Sonate d-Moll
  • Scheidemann Choral Heiliger Geist
  • Reincken Fuga g-Moll
  • Eigene Werke: Shades (Schatten) und Rapture (Entrückung)

Soli Deo Gloria

Die CD ist gelb und Gelb ist meine Lieblingsfarbe. Gelb steht auch für Freude, für Gold, für mein Haar, für den Heiligen Geist. Das Kunstwerk auf der Frontseite ist von mir, Acryl auf Leinwand, und kann ebenfalls als Original oder Kunstdruck gekauft werden.

 

 

Orgel-CDs bei audite, Klavier-CDs bei hänssler Classic

Fortsetzungs-CD: B-A-C-H von Liszt, Reger, Schlüter

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Ich habe mich so gefreut, denn ich kam spät von Luzern nach Hause, und da standen die beiden großen Pakete mit den CDs. Sie ist wunderschön geworden, ein tolles Booklet mit 22 Seiten, Fotos, Dispo, Vita, Übersetzung von Wolfgang Rathert.

Wunderschön ist der Klang. Es ist meine erste große Orgel-CD; meine zweite Orgel-CD insgesamt, meine erste habe ich schon 2018 bei Classicophon gemacht. Aber diese hier ist eine Wucht. Ich liebe sie. Sie ist süffig im Klang, perfekt registriert, perfekt aufgenommen, und das Pedal klingt so genial. Brausend, dass man Gänsehaut bekommt. Und es sind auch zwei Werke von mir darauf. Am schönsten aber sind Track 8-14, die großen berühmten Bach-Werke, BWV 565 d-Moll und die Passacaglia. Natürlich hat die CD 14 Tracks wie fast alle meine CDs. Denn 14 ist die Bach-Zahl.

Ihr könnt sie bei mir bestellen, mit meiner Signatur wenn gewünscht: 20 € zuzüglich Porto.

Die CD ist gelb, und Gelb ist meine Lieblingsfarbe. Das Gelb steht für Freude, für Gold, für mein Haar, für den Heiligen Geist. Das Kunstwerk auf der Frontseite ist von mir, Acryl auf Leinwand, und kann ebenfalls als Original oder Kunstdruck gekauft werden.

9. Dezember 2020

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Ton hat generell die Tendenz nach oben. (AHS)

Ich freue mich sehr über dieses wunderschöne Liszt-Video. Vielen Dank an Jonas, Jan, Michael und an alle Unterstützer und Musik- und michliebende. Und natürlich vielen Dank an diese unglaublich tolle Orgel mit ihrem samtenen, rauchig-brillanten, dunklen und glitzernden Klang und seinen berührenden Achtfüßen und Zungenstimmen in dieser wunderbaren Akustik. Ich bin mit ihr geschwungen bis zur letzten Ecke dieser besonderen Kirche. Was für ein Geschenk, an einer solchen Orgel ein solches Stück so toll gefilmt zu bekommen. Soli Deo Gloria! Und ich mag diese sinnlichen Bilder mit den Kerzen.

Heute hatte ich für die Mainpost mitten im Üben ein sehr schönes und fröhliches Mainpost-Interview mit Mathias Wiedemann. Zwischen den Jahren wird es erscheinen, ich halte euch auf dem Laufenden.

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8. Dezember 2020

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Stellen sich viele Frauen sich nicht selbst ein Bein, weil sie bemüht sind, nicht zu anspruchsvoll zu sein? (Ursula Nuber)

Diesen Tag meines digitalen Tagebuchs widme ich der wundervollen Laura Maaskant aus Amsterdam.

In der Klavier-Künstler-Szene, aus der ich komme, ist es stets willkommen und normal, künstlerisch zu sein, auch etwas verrückt oder sinnlich, kindlich. Es wird geschätzt und geliebt. Aber in der deutschen Kirchenmusikszene ist es oft (noch) unwillkommen, künstlerisch, individuell, verrückt oder anders zu sein. Es ist leider oft eine recht biedere Szene. Die Norm oft: Mann, mit langen, spitzen (Lack)schuhen und Beinen, distanziert und kühl an der Orgel. Orgel-CDs in Deutschland: Meist alles Männer.

Was mir zufällig beim Üben aufgefallen ist: Erschreckend ist, dass 99 Prozent aller weltweiten Mordfälle auf YouTube, aufgeklärt oder ungeklärt, von Männer verübt wurden. Und mehr noch, von Männer, die Frauen ermorden. Männer morden keine/kaum Männer, sondern Mädchen, Kinder und Frauen. Auf YouTube gibt es Hymnen, wiederum von Männern, über Mörder. Die weiblichen Opfer stehen im Gegensatz zu den Mördern nicht im Mittelpunkt. YouTube dokumentiert eine Männerwelt und deren Anbetung und Bekennen zu und von sexueller Gewalt, Bosheit, Aggression, Feigheit und Testosteron. In was für einer Welt lebe ich?

Falls ich es vergesse: Morgen widme ich den Tag Florence Foster Jenkins.

Und: Mein Liszt-Video Schwerin geht diese Woche online.

7. Dezember 2020

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Wir sollen Gottes Antlitz tragen, stolz, liebevoll, schön. (AHS) 

Etwas verspätet, das Betthupferl. Kamen schon Beschwerden.

Heute 2 Uhr früh statt Mitternacht. 

Es ist schön, dass es in Unterfranken so viele schöne Orgeln gibt, wie beispielsweise in St. Martin in Helmstadt, Georg Jann 1994, Thomas Jann Orgelbau. Oder heute mal in Schäftersheim, an der kleinen Laukhuff-Orgel Weikersheim.

 Ich höre gerade Kaunzingers CD an der Georg Jann- Orgel in Helmstadt. Für viele ist die französische, romantische Orgelmusik das non plus ultra, für andere wiederum nur die deutsche Romantik, hier speziell Reger; wieder für andere kommen nur Bach und seine Vorgänger in Frage. Ich mag alles, wobei ich Bach am meisten liebe. Er hat für mich am meisten Anbetung und Substanz. Schon immer. Danach die deutsche Romantik. Es kommt wohl darauf an, welche Sprache man spricht und mit welcher man geprägt wurde.

Mein Elternhaus hat mich mit Bach, Beethoven, Mozart, Brahms, Schubert und Liszt geprägt. Überhaut nicht mit französischer Musik. Da mein Elternhaus so prägend war, konnten später Lehrer an der Musikhochschule nie mehr so prägend sein. Für andere normal Studierende waren die Lehrer der Hochschule der größte Einfluss. Daher konnten manche meine Art, meinen eigenen Weg zu gehen und nicht in völliger Ehrerbietung dem Lehrer gegenüber zu versinken, nicht verstehen. Es gibt ja Studierende, die völlig abhängig von ihrem Lehrer sind und kriechen…  Aber ich hatte meine stärkste musikalische Prägung schon durch meinen Vater erlebt. Dass ich es mir „leisten“ konnte und kann, anders zu reagieren und anders zu sein, hat einige verärgert. 

Es tauchten immer Lichtblicke auf, Lehrer und Coache, die mich an meinen Vater erinnern, nicht unbedingt vom Typ her, aber von der Musikalität. Da konnte ich andocken. Ich soll ja in vielem wie die weibliche Version meines Vaters sein. Außerdem hatte ich schon immer Lust, zu komponieren und zu improvisieren. Die Suche nach neuer Musik darf nicht durch Ehrerbietung der Festlegungen, Vorlieben und Richtungen einzelner Lehrer blockiert werden. Ich habe erlebt, dass manche Lehrer meine künstlerische Ader (bewusst) unterdrücken wollten. Aber ich habe schon immer den Menschen vertraut, die meine künstlerische Ader erkannt und gefördert haben, beispielsweise Bernd Glemser, Hans-Ola Ericsson, Pieter van Dijk und viele andere, auch super Lehrbeauftragte. 

Ich mag die Melodien der französischen Romantik, und es macht auch Spaß, aber so ganz verliebt habe ich mich noch nicht. Kommt noch. Was ich liebe, ist Messiaen. Und Neue Musik. 

Ich widme diesen Tag Ilona Christen und allen tollen Frauen der Öffentlichkeit. 

ps: ich mag romantische Weihnachtsfilme. Das einzig Schade ist, dass in vielen „die Weihnachtsgeschichte“ ausgetauscht wird mit Geschichten der romantischen Magie, Zauberei, Weihnachtsmann. Ich weiß, dass die wahre Weihnachtsgeschichte die romantischste ist, die man sich vorstellen kann. Die Frage ist also: Was ist wahre Romantik? 

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Great Organs

6. Dezember 2020

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Und besonders im Angesicht der Feinde bekommt dieser Tisch aus Psalm 23 Kraft und Bedeutung, wie er ohne Feinde nicht hätte. (AHS)

Gesegneten Nikolaus und dritten Advent! Oder zweiten?

Heute, bzw. gestern habe ich an der schönen Jann Orgel in Helmstadt geübt. Eine wunderschöne, dreimanualige Orgel im französischen Stil, von Kaunzinger konzipiert und mensuriert, ebenerdig, hell, schön auch für Mendelssohn. Ich freue mich, seine Pfeifen-Hausorgel kennenzulernen.

Ich freue mich, dass es in Würzburg noch so etwas wie einen Weihnachtsmarkt gibt.

Anbei Hebrew Vision: The Prophet in the Desert 2020

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5. Dezember 2020

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Mein Leben ist fortgesetztes Ermüden. (Liszt)

Gut, dass ich so viel Energie habe.

Cyber-Kriminalität. Seitdem meine Bekanntheit wächst, erlebe ich auch Stalking, Attacken und Neid im Netz. In meinem Blog reagiere ich nur darauf.

Heute habe ich von Maximilian Rothe erfahren, dass Lucas Kluck und sein Kumpel Schmitz aus Trier meine Gesamt-Note 1,0 (Master Würzburg, Christoph Bossert) anderen gegenüber erneut als „erfunden und erpresst“ bezeichnen, auch mir gegenüber. Seitdem sie wissen, dass ich es weiß, drohen sie mir, besonders Lucas Kluck, der mir und anderen mit dem Internetforum „5vor12“ Droh-SMS schreibt. Er war ein Lagerarbeiter, der einen Betreuer hat, da er in stationärer psychiatrischer Behandlung war oder ist und von der Justiz als „unzurechnungsfähig“ gilt. Daher kann er unbehelligt weiter belästigen? Ich empfinde ihn als raffiniert, krank und gefährlich. Auch er ist ein Orgel-Laie, kann keine Noten lesen, tituliert sich mir gegenüber als „internationaler Orgel-Star“. Er ist befreundet mit Manuel Kelber-Bender und Schmitz. Lucas Kluck wurde von anderen mehrfach angezeigt, u.a. wegen Belästigung kleiner Mädchen in der Dommusik Würzburg. Wie kann er nicht bestraft worden sein?

Oft können sich Männer, die selbst nie studiert haben, nie in in einem (künstlerischen) Studium eine 1,0 erreicht haben, geschweige denn zweimal hintereinander und mit Hochstufung, kaum vorstellen, dass jemand das erreicht. Dann ist der Neid groß. Weil sie selbst ab und an bei einer Messe spielen und ansonsten Lagerarbeiter und Bankarbeiter oder Anwalt, Helfer oder Verkäufer sind, können sie sich eine solche Leistung nicht vorstellen. Ich werde von Strupat und seinen Anhängern immer noch beinahe täglich belästigt seit dem 26.10.2020. Sie sind unglaublich neugierig, was mein Leben angeht. Mit einer Leidenschaft verfolgen sie meinen Werdegang. Es ist für sie nicht denkbar, wie anders ich bin als die Norm. Ihre Anerkennung für mich drücken sie in Missgunst aus. Täglich lesen sie meinen Blog und rotten sich dann im Strupat-Forum zusammen. Sie haben viel Zeit. Ich nicht. Ich habe andere Ziele.

Es waren doch alle Großen und Revoluzzer außerhalb der Norm. Ich fühle mich in guter Gesellschaft und folge meinem Herzen.

Ich liebe Mendelssohn an Katharinen Hamburg (ich nenne sie „Katharine“). Im delikaten zweiten Satz kann man einen zarten 4-Fuß zur RH nehmen, die Solostimme eventuell mit Prinzipal 8 in der LH, evtl. Rückpositiv; das Pedal ist legato, die Hände frisch und weich artikuliert. Im dritten kann man eine Gambe für die LH wählen, oder Gambe mit Flöte mischen, die man auf der letzte  Seite abziehen kann, besonders, wenn man keinen Schweller hat. Eventuell kann man aber auch die Hauptstimme mit Gambe spielen und die linke Hand mit flötigen Vierfüßen oktavieren. (Leider will mein Computer statt oktavieren hier Viren schreiben. Ich wundere mich, wieso. Okta-Viren.)

Das Fortissimo im vierten Satz: Das Plenum Sechzehnfuß-Basis. Es gibt viele Organisten, die immer Achtfuß-Basis spielen. Aber an einer Orgel wie dieser, in deren schönem Gesicht der Prinzipal 16 steht, der Prinzipal 32 im Pedal, deren Oberwerk sogar einen Sechzehnfuß hat – ist ein Plenum ohne Sechzehnfuß nicht möglich. Der Prospekt zeigt keinerlei Vierfüße. Auch das große, hohe Rückpositiv ist voller Achtfüße, das HW hat vier Sechzehnfüße, dazu eine Zunge! Man kann sich also vorstellen, wie ein Fortissmo-Satz von Mendelssohn hier gespielt werden muss. Zwei Zungen im Pedal, Posaune und Trompete, Trompete im HW, 32-Füße, Mixtur… mit lebendigen 16teln, einer Artikulation, die durch die Ohren geht, nicht durch die Finger, strömend und streichend.

Interview bei 8-fuss Orgelpodcast:

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4. Dezember 2020

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Misserfolg ist nicht das Gegenteil von Erfolg, sondern ein wichtiger Teil von Erfolg.

Bei mir hat noch kein Schokoladenadventskalender bis zum Schluss ausgehalten. Alle andern schon, also die mit Bildern und Geschenken drin, die ich mag – aber Schokolade – wenn ich einen Adventskalender vor dem 1.12. erhalte, schafft er es nicht mal bis zum 1.12. Oft habe ich Adventsschokoladenkalender an einem Tag aufgegessen. Irgendwie verfehlen diese Kalender bei mir ihren Sinn.

Weihnachtsplätzchen mampfend schreibe ich heute den Mitternachtsblog.

Manchmal achte ich bei meiner Hauptwerkorgel nicht auf die Registrierung, Pieter meinte einmal, es würde klingen, als wäre er beim Zahnarzt.

Und das bis nach Holland. Danke, Zoom.

Mendelssohns vierte Sonate ist in vielem schwerer als Liszt, besonders der erste und vierte Satz. Ich liebe den Pianissimo-Satz (den dritten). Den Subbass 16 nie allein ziehen, immer mit einem leisen 8-Fuß dazu, einen Violonbass zum Beispiel. Der erste Satz mit seinen brillanten Sechzehnteln in non legato… Früher, als man noch nicht verstand, dass Mendelssohn Frühromantik ist mit einer sehr starken Bindung an die Klassik und auch an Bach, hat man alles legato gespielt.

Aber der Virtuose Mendelssohn ist sehr artikuliert und klar zu spielen. Schon in den ersten Takten der Sonate muss man diese Norm der Klarheit und Virtuosität setzen. Das ist das, was es schwer macht, vor allem, weil die Manuale gekoppelt sind. Es darf nie schlaff klingen. Dazu kommen die Stimmkreuzungen, für die man (ohne Fingerwechsel) hervorragende Fingersätze braucht und Konzentration. Es ist in vieler Hinsicht Positionsspiel.

Zudem spielen die hohen Tempi eine wichtige Rolle. Mendelssohns hohe Allegro-Tempi haben ihn schnell bekannt gemacht. Aus 80 wurde 100. 100 ist also der Mittelpunkt der Welle. Zur Artikulation spielen ebenfalls die gedruckten Akzentbögen hinein, die völlig anders gestaltet sind, als es Bach jemals gemacht hätte. Hier kommt ein neuer Stil zu Wort. Dann die legato-Pedallinien, die Akkorde, die weich abzunehmen sind, und die Punktierungen, die ganz klar und rhythmisch sind (zweites Thema).

Da wir an der Orgel kein forte und piano haben (eigentlich erschreckend, dieser Gedanke), drückt Mendelssohn Dynamik ganz anders aus: In seinem kernigen, dunklen, samtweichen Sound brillieren die Sechzehntel mit Armgewicht, während er Stimmen an- und abbaut, was man mit den Händen und entsprechenden Pausen gut gestalten muss. Es erhebt sich eine Stimme – und verschwindet wieder in der Welle.

Erstaunlich ist die Personenbezogenheit von Leuten. Wenn jemand zum Beispiel eine anonymisierte Aufnahme hört, findet er diese gut. Wenn er den Namen dazu weiß, plötzlich nicht mehr. Manche sind so arme Mitläufer, dass sie meinen, einem anderen zu gefallen, wenn sie schlecht reden. Das Machogehabe ist auch in der semiprofessionellen und nichtprofessionellen Kirchenmusikszene verankert. Es sind die kleinen Schwätzer, die Nobodies, die Lagerarbeiter, die Nichtstudierten, die für die dicken Fische die Drecksarbeit der Verleumdung betreiben und am Galgen enden. Aber auch dicke Fische machen Fehler.

Anbei mein musikalischer Adventskalender für euch:

Neu: Oboenkonzert für die Orgel in Stade bei Hamburg:

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3. Dezember 2020

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Alle sind gegen mich. Sie hassen mich, klagen mich an, verabscheuen meine Musik. (Franz Liszt, 1885)

Ich lese Stegemanns Buch Franz Liszt. Dieser beklagt den Ruf des Genies. Jedoch ist Stegemann mit seinen wiederholten Aussagen, dass „Liszt ein Popstar der Klassik sei, ein Frauenschwarm“ nicht hilfreich, Liszts Ruf zu ändern. Für mich ist Liszt kein Popstar und Frauenschwarm. Er ist ein Künstler, der revolutionäre Musik geschrieben hat und Musikgeschichte. Erstaunlich ist, dass selbst er unter einer systematischen Demontage, unter Verriss und Spott von Neidern und Konkurrenten gelitten hat. Es scheint also so zu sein: Ist man genial begabt, auf der Suche nach der eigenen musikalischen Ästhetik, wird Demontage kommen. Das gehört zusammen, wenn man anders ist, dann hat man Gegner. Die wirklich entscheidenen Dinge, warum Liszt ein Genie ist, wird in Stegemanns Buch gar nicht angesprochen: Liszts Poesie, seine Programmmusik, sein Ad nos, was er schuf, was er einläutete, seine symphonischen Dichtungen. Oberflächlichkeiten über das Pariser Haifischbecken der Virtuosen, Tratsch und Klatsch, Politik und menschliche Beziehungen werden in den Vordergrund gestellt. Es ist mir nicht so wichtig, ob und wie Liszt mit Wagner Umgang hatte, wie oft er seine Tochter sah, ob er mit Schumann in Konkurrenz stand, ob er bei der Presse scheiterte. Liszt hat Zukunftsmusik geschrieben. Das macht ihn genial. Dass er dabei Protest erlebte, ist leider… normal. Dass er selbst auf der Suche nach Gott war, ein Doppelleben lebte, ein verletzter Künstler war – normal. Dennoch sollte man das Besondere seiner Werke in den Vordergrund stellen.

Empfehlen kann ich den Film: That Sugar Film. Voll verzuckert. Es stimmt: Wir essen viel zu viel Zucker. Es ist eben nicht egal, woher Kalorien kommen, sondern der Ursprung ist sehr wichtig. Ich glaube, dass der hohe Zuckergehalt vor allem etwas mit dem Gehirn macht. Ich glaube: Menschen, die viel Zucker essen, werden viel weniger nach Gott fragen.

Oft gibt es heute Bücher oder Filme, sogar Spiegel-Bestseller, in denen es heißt, das Universum würde uns helfen, uns vorwärts zu bringen oder uns zu heilen. Man könnte auch sagen, Bäume oder die Sonne oder Sterne oder Wolken würden uns helfen. Das ist die neue Art, von Gott zu sprechen. Teile seiner Schöpfung werden hierbei als Gottheiten ausgegeben.

Das war der verzuckerte Mitternachtsblog.

Hier findet ihr meine Lyrik:

Lyrik Ann-Helena 

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2. Dezember 2020

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Die Vorstellung und Idee einer eifersüchtigen Gottheit… (Ernest Gellner)

Nun, als ob Gott eine Idee, gar ein Despot ist! Er wird darüber lächeln.

Ein Tag voll Schnee und dem Versuch von außen, Freiheit und Weihnachten zu verbieten und dass man draußen eine Pizza essen darf. Aber Weihnachten ist ohnehin etwas anderes als Glühwein in Menschentrauben.

Und wieder kommt ein Mann, Gellner, mit einem System daher, gar diesmal mit einer „systematischen Ideengeschichte“. Manchmal denke ich, solche Männer sind mit ihren Gedankengebäuden und ihrer „Philosophie“ am weitesten von Gott entfernt als alles andere im Universum. Sie haben einfach zu viel vom Baum der „Erkenntnis“ gegessen und gar nichts verstanden. Die Frucht Evas ist ihnen nicht bekommen, weil sie gierig waren. Wahrscheinlich haben sie Kopfblähungen.

Alpha-Males. Woran erkennt man sie? Man erkennt sie als Frau schon von weitem an ihrem skeptischen Blick, hinter der Stirn steht Sex, vorne oft ein auf unschuldig und charmant getrimmtes Lächeln wie eine fleischfressende Pflanze. Meist haben sie eine sehr viel jüngere Ehefrau zu Hause, die beruflich keine Konkurrenz ist. Und wehe, du bist beruflich anderer Meinung als sie. Dann werden die anderen (Alpha-) Males zusammengetrommelt. Dann gehen die Hinter-dem Rücken-Aktionen los, denn eins sind Alpha-Males gegenüber Frauen: Feige und in einer direkten Konfrontation hoffnungslos verloren. Das wissen sie auch. Daher sind die Attacken von Alpha-Males gegen undevote Frauen nicht nur sexistischer, sondern auch sexualisierter Art. Es geht um Sieg, um Überwältigen, um eine andere Art von Stoßen. Um eine Macht-Vergewaltigung sozusagen.

Dagegen gehören Willenskraft und Einsicht zusammen, wie Mozi schreibt.

ps: Ich mag die Geschichten von Kishon – kluger Humor, Gesellschaftskritik von seiner nettesten Seite. Und mit dabei ist immer seine „beste Ehefrau aller Zeiten.“ Das ist süß.

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