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Reisen

18. Oktober 2019

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Kulturschaffende sein und Künstlerin

Also Denkmalpflege betreiben und auch frei Schöpfende sein – das ist ein großer Unterschied, ein großes Vorrecht.

Ich freue mich, bald ein Konzert in Wiesbaden in der Marktkirche zu spielen, in Limburg und Fulda im Dom. Aber jetzt erst mal Orgelkonzerte und Klavierabende in Heiligenstadt, Thüringen und Leer. Ich freue mich auch, dabei zwei wichtige Orgelfimen kennenzulernen. Die Decke an einer großen Konzertsaalorgel zu entfernen, den dicken Schlauch an die Orgel anzustecken, die Atmosphäre des Saales dabei einzuatmen – das ist wunderschön.

3. Oktober 2019

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Feiertag – endlich!

Kunst ist, in den großen Reigen der Wiederherstellung einzutreten. Bewusst. (Ann-Helena Schlüter)

Für mich ist es mit Dissertation, Beethoven-Üben und Orgel genauso viel Arbeit wie an den anderen Tagen. Ich freue mich auf den Orgelkurs mit Daniel Roth und auf die Konzerte am WE, besonders auf die Schuke-Orgel in der Praetoriuskirche Wolfenbüttel.

Musikvermittlung soll aus Begeisterung heraus geschehen, aus Freude an der schöpferischen Leistung. Was sich nicht so leicht vermitteln lässt, ist eine Herausforderung.

22. September 2019

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Freude an der schöpferischen Leistung

Wenn du Kritik vermeiden willst, sage nicht, tue nichts, sei nichts. (Aristoteles)

Muss sich Kunst immer rechnen? Oder gibt es sonst einen Kollaps der Kunst? Ein Kunstkollaps? Kanaillen mögen glauben, dass es dies geben könnte. Jedoch Musik ist keine Ware. Laut Statistik und Umfragen (siehe Berthold Seliger, der vieles zusammenfasst) gehöre ich zwar zu den wenigen Musikerinnen, die Alben einspielen können und konzertieren. Ich glaube, Kunst rechnet sich oft anders als durch typischen Finanz-Kapitalismus. Musik ist Berufung und wie die Luft zum Atmen. Und natürlich auch Geld.

Warum ich das glaube? Weil Gott der größte Künstler überhaupt ist. Er ist mein Vorbild. 

Natürlich gehört dazu Mut. Jedoch: „Lasst uns alle ein wenig mutiger werden und neue Ideen durch eine zeitgemäße Kommunikation dem interessieren Publikum vermitteln“, wie selbst Sebastian Nordmann, Intendant vom Berliner Konzerthaus, schreibt.  

 

18. September 2019

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Schritt für Schritt für Fahrt

Es ist doch erstaunlich, dass es für viele Männer eine Art Rollentausch ist, wenn Frauen erfolgreich sind. Dabei können Frauen durchaus erfolgreich sein und dennoch keine Männer sein – ich bin eher sehr sensibel und in vieler Hinsicht übermütig und kindlich und neckend und gern das ganze Gegenteil von einem Mann – dennoch empfinden Männer Frauen als „nicht demütig“, „egoistisch“, „feministisch“  oder Schlimmeres, wenn Frauen erfolgreich sind… erfolgreicher als sie selbst.

Bei einigen Kirchenmusiker ist es am Schlimmsten. Ich darf dann folgendes hören:

„Das Feministische hört ganz schnell auf, wenn es um Körperkraft geht.“

Oder:

„Das Feministische hört ganz schnell auf, wenn es um Komponistinnen geht.“

Dann sage ich, dass ich immer meine eigenen Werke spiele. Dann kommt der Satz: „Das ist aber egoistisch.“

Absurd. Abstrus.

Manche dieser schreien auch bei meinen Noten auf, weil ich viel hineinschreibe (I used to). Gut, aber vielleicht provoziere ich auch hin und wieder gern. 🙂

Herzlichen Glückwunsch an meine Nichte Emilia, die heute Geburtstag hat. I love you.

3. September 2019

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New concerts

„Go with the choice that scares you the most. Because that’s the one that is going to require the most from you.“ (Caroline Myss)

Ich freue mich sehr auf die neuen Konzerte in Wilhelmshaven und beim Brandenburgischen Musikfestival.

Es war wunderschön, heute ins Gelände zu reiten, durch die (trockenen) Wälder. Oben am Schenkenturm hatte ich das Gefühl, in der Luftlinie direkt auf die Festung zuzureiten. Ich freu mich auf das Reitturnier.

Heute fiel mir auf: Durchhalten ist generell eine wichtige Parole. Nicht nur an der Börse… „Hartgesotten“ sein, nicht zittrig, buy-and-hold, gerade in der Krise, denn Rendite kommt von Risiko. Auch wenn Menschen nerven… wenn du gehst, verpasst du den nächsten schönen Ausritt, um im Bild zu sprechen.

29. August 2019

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Statistiken

Natascha Wegelin schreibt, 99 Prozent des Weltvermögens läge noch immer in den Händen von Männern, Wirtschaft und Politik seien noch immer von Männern beherrscht, die keinerlei Interesse daran haben, Frauen in Führungspositionen zu sehen. Ich merke dies auch in meiner Welt der Musik und der Literatur: Purer Sexismus, der von vielen Profs als „völlig normal“ gesehen wird und die mit „kleinen Studentinnen“ flirten und sie verniedlichen und in eine Rolle drängen, aus der sie kaum wieder herauskommen, eine Rolle der Unterwürfigkeit, aus Angst. Kleine Frauen sind hier besonders betroffen. Es ist geradezu gefährlich, dabei eher verträumt, hochsensibel, sehr begabt, ehrgeizig und/oder aus der Sicht dieser Männer „naiv“ zu sein – denn diese sorgen dafür, dass man während des Studiums und manchmal auch danach abhängig von diesen war. Weibliche Profs wirken oft abhängig und aufs Abstellgleis gestellt von den männlichen. In den Kirchen dürfen Frauen den Kinderchor leiten. Manche fühlen sich nur wohl, wenn ein Mann der Boss ist. 

27. August 2019

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Bundesgartenschau Heilbronn – BUGA

Blühendes Leben.

Wie schmeckt das Leben? Meine Antwort: Nach Sehnsucht.

Mir hat die BUGA sehr gut gefallen. Schönes Wetter, Sonne und Ruhe. Schiffsfahrt auf dem Neckar, Kirchengarten, Wassershow tagsüber und nachts mit Laser, Farben und Classical Reloaded, Bach mal anders, mit Fontänen, die sich nach allen Seiten drehen und zur Musik tanzen, viel schöner als Feuerwerk, alles blüht, duftende Rosen, sehr viele Blumen, Schönheit und Gärten, sehr liebevoll „angerichtet“ und geschmückt, Pilzgarten, Salzgarten, Bunter Garten, Experimenta, Rosengarten, Bienengarten, Fährenbrücken, Terrassen, Essbarer Garten, Kirchengarten mit frischem Kräutertee, einer „Seitz-Orgel“ (alte, ausrangierte Orgelpfeifen wurden von Pfarrer Seitz mit je einem Luftmatratzen-Blasebalg wieder „blasbar“ gemacht; sie klangen wie Didgeridoos und lockten viele Menschen und Kinder an; die Orgel stand den ganzen Tag nicht still) und Gewürzstationen und Liegestühlen und Kerzen und Filmen und Gesprächen und Andachten:

Mir fällt auf, wie wunderschön Deutschland ist, wie leidenschaftlich und grün und mit Seen und Brunnen die Menschen ihre Städte gestalten und verbessern, auch diese, die zerbombt wurden, mit Holzhochhäusern und Cafés, keiner randaliert, überall Musik und friedliches Verhalten. Grüne Hügel wurden aufgeworfen, Pavillons errichtet, ein Strand angelegt, überall Enten und Schwäne. Und dabei war überall einmal Dreck und Industrie gewesen. Heilbronn ist eine wunderschöne Stadt geworden. Und ich hatte einen sehr guten Führer durch die BUGA in Pfarrer Seitz, eine ultimative Privatführung. Man hat auf der BUGA auch viel gelernt: über Landwirtschaft, Architektur, Digitalisierung, Biologisches, Salze, Weinanbau  – alles viel spannender als Riesenradfahren oder Actionparks. Es war zwar hauptsächlich die deutsche Mittelschicht da – aber wann sieht man diese schon noch, zusammen?  

Mein Konzert auf der BUGA im Kirchengarten war sehr gut besucht. Chopin F-Dur, Beethoven Waldstein, Bach, Chopin g-Moll, Himmelslieder, Lyrik und meine Stücke und Lieder mit Text gesungen, viele CDs verkauft. 

Wie schmeckt das Leben? Nach Sehnsucht. Gott nimmt unsere Sehnsucht auf sein Herz. Auf Landesgartenschaus habe ich schon viel gespielt, Würzburg. Schwäbisch Gmünd, Lahr, Öhringen…

Himmelslieder auf der BUGA