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Reisen

Ich saz uf eime steine und dahte bein mit beine. (v.d.Vogelweide)

Ich bin in Västernorrland angekommen, es riecht nach Meer: Die Ostsee ist hier direkt. (Ich kann immer Meer schon in 2 Stunden Entfernung wittern und riechen.) Nordschweden. Lappland ist nicht weit.
Ich fuhr mit dem Snabbtåg von Stockholm nach Sundsvall über Gävle und Söderhamn (4 h) und wurde in Sundsvall abgeholt. Die Hafenstadt Sundsvall hat 60.000 Einwohner. Bis Umeå sind es noch 2 Stunden. Auch Haparanda am Meer ist nicht mehr weit weg.
Vi har varit i hotellet Södra Berget. Vi krossade stora brun över hamnet: Die Autobahnbrücke E4. Die Aussicht ist enorm und wunderschön. Der Himmel in Schweden ist groß und leuchtend wie in den USA. Wir haben einen unglaublichen Regenbogen gesehen. Die Luft ist so sauber und voller Sauerstoff, dass ich müde wurde anfangs und mich erst eingewöhnen musste. Wir sind am nördlichsten Ende Europas. Das fühlt sich schön an, kein Transitverkehr, alles ruhig und ohne Vermischung. Eben individuelle skandinavische Lebensart. Vi har varit i Birsta City bei Ikea und in der großen modernen Mall. Dann fuhren wir nach Smitingen (der bekannteste Badeort hier und Naturreservat und Sandstrand und Felsen). Wunderschöner Strand. Es gibt dort auch blaue Nurdachhäuser. Und Härnö Gin. Dann fuhren wir nach Östanvik und Gåltjärn, mitten im Wald. Und ratet, wer hier in der Nähe wohnt? Hans-Ola.

Wie ich allerdings ein Haus mit 10 Hektar Grundstück mit Wald, Wiese, Biber-Teich und Bach neben meiner Karriere bewirtschaften soll, ist mir ein Rätsel.

Heute besuchten wir Höga Kusten (Hohe Küste) und Höga Kusten Brun, das ist die drittgrößte Hängebrücke der Welt. Die größte ist die Golden Gate Bridge, da war ich schon zweimal, 2016 und 2006, und die zweitgrößte ist in Japan. Direkt an der Brücke gibt es das schöne große Höga Kusten Hotellet (Hotel). Unter der Brücke fließt der riesige Ängerman Älven (Fjord, Ausbuchtung des Meeres), der in die Ostsee fließt. Im Grunde ist dieser Älven schon Ostsee. Das Septemberwetter ist mild und sonnig, und so auch die Ostsee, keine einzige Welle.
Wir waren in der wunderschönen kleinen Hafenstadt Härnösand, in der die Leute Boote (Segelboote und Motorboote) und Chevys und schicke große Oldtimer haben. Es ist die Zeit der Elchjagd, man darf nicht ins Dickicht. Wir waren in Eriks Hjälpen und kauften einen weißen Schaukelstuhl für mich. Wir kauften in Hemköp einen Salat an der Salatbar und aßen diesen am Hafenbecken (Brackwasser). Die Ostsee ist nicht so salzig wie die Nordsee. Dann fuhren wir mit dem schönen alten VW T4-Bus mit Spüle und Vorhängen nach Sälsten an den Steinstrand (altes Fischerdorf), sahen aber leider keine Robben. Ich bildete mir ein, in Felsen Robben zu sehen. Überall gibt es noch vereinzelt Camper. Dann fuhren wir nach Vårdkasen: ein Rundumblick auf dem Turm (Vogelperspektive). Gretaland. Windräder.

Containerhafen Frachthafen Härnosand. Kramfors. Brunne. Byn. Gissjö…

In Gåltjärn (Waldsee) auf dem Grundstück gibt es einen riesigen Biberteich (Biotop). Biberfamilien fressen Rinde, große Bäume werden geknackt. Der Biber staut Wasser und baut Dämme. Von Damm zu Damm baut er, um seinen Lebensraum zu vergrößern. Er isst Birke. Er schält den Baum komplett ab. Ich habe die zerstören Birken gesehen. Wo ich doch Birken liebe. Er fällt die Birken nach dem Sanduhrprinzip. Er entrindet Laubbäume. Killer-Tier. Er verändert die Landschaft und Wälder massiv. Schweden muss sich momentan gegen die Biber so wehren. Manche werden erschossen.
Vor dem Fenster sind Schafe und Katzen, da es auch Mäuse gibt. Und Seven, der Australier (wuscheliger Hund). Und ganz viele riesige Pilze überall, Steinpilze und Fliegenpilze, richtige Oschis. Und Igel habe ich auch gesehen. Noch keine Elche. Noch keine Füchse. Wildschweine gibt es hier nicht, zu viel Schnee.

Es gibt hier massiv viel Schnee Dezember bis März. Er taut erst im April. Hier ist noch absolut kein Klimawandel. 1, 75 m hohen Schnee gibt es hier, den höchsten Schneestand Schwedens (war im Fernsehen). Ich wäre im Schnee ertrunken. Aber jetzt ist es warm, sonnig, samtig und angenehm. Man kann es sich nicht vorstellen. Aber wie ich 10 ha wildes Land und 4 Monate meterhohen Schnee mit meiner Karriere verbinden soll, ist mir ein Rätsel. Was denkt ihr?
Da ich hier bei lieben deutschen Freunden bin, spreche ich momentan leider kein Schwedisch. Aber lese.

Abends hörten wir Back to Black (LP) von Amy Winehouse. Ich lese Agnes von Krusenstjerna (1894-1940).

3. September 2021

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Brei flieht entsetzt aus Kochshow: Zu viele Köche! (Czech/Domzalski)

Es ist soo schön, wieder in Schweden zu sein. Schon in Kolping und Kopenhagen merkte ich, die Luft atmet sich freier. Und endlich keine Maskenpflicht mehr. Ich musste richtig quieken vor Freude. Als ich in den Schnellzug nach Kopenhagen wechselte, wurde neben Pass auch geprüft, ob man getestet ist. Ich war es nicht. Immerhin bin ich einmal geimpft. Hierfür hatte ich aber auch keinen Nachweis dabei. Aber da es so voll war und jemand den Polizisten just in dem Moment ans Handy rief, vergaß er mich. Gott sei Dank. In Kopenhagen aß ich bei Sunset Boulevard (ist aber nicht so lecker wie Subway, und es gibt auch nicht die leckere scharfe Soße). Und stand sehnsüchtig vor Tivoli (das letzte Mal war ich vor 3 Jahren da). In Malmö holte ich mir eine Minz-Trinkschokolade im Pressbyrån.
Die schwedischen Frauen sind meist sehr groß. Ich komme mir wie eine Zwergin vor. Ich habe eine blaue Jeans an mit einem weißen Teddy aufgestickt auf dem rechten Oberschenkel. Jetzt steige ich gleich in den Nachtzug nach Stockholm.
Meist vergessen mich Leute nicht, wenn sie mich einmal gesehen haben. Selbst wenn es Jahre her ist. Aber ich vergesse oft viele Leute vom Aussehen her.

Ich freue mich, im Fotobuch zur Orgel (Deutscher Musikrat) dabei zu sein.

Ich habe mein Feinsliebchen so lange nicht gesehen. (Der Zupfgeigenhansl, deutsche Wandervogelbewegung/Volkslieder, Hans Breuer)

Schön. Goldig, die alten deutschen Volkslieder, Leipzig 1915. Meine Wiesbaden-Gasteltern sind seit Jahrzehnten Volkslieder-und Chorfans: Hans Breuer, Musikstudent aus Heidelberg, schon mit 20 gefallen im 1. WK. Und dann Hermann Löns, der Heidedichter, 1914 gefallen. Liederdichtung „Der kleine Rosengarten“, Jena 1919, Komponist Fritz Jöde aus Hamburg. Die alte deutsche Schrift ist manchmal schwierig zu lesen.

Mein eigenes Werk kam in Wiesbaden sehr gut an. Entrückung spielte ich mit hellen Tönen und „letzter Posaune“. Kurz: Massive Zunge und Fernwerk (Brüstungsorgel) in Solo-Kombination. Da braucht man schon Ohren. Überhaupt braucht man für meine Werke Ohren. Menschen mit Tinnitus und Hörgeräten haben es da schwerer. Und alles immer selbst geblättert und registriert. Auch dann, wenn es keine Setzeranlage gibt, siehe Sauer-Orgel in Berlin.

Ich habe ja bewusst keinen Fernseher mehr. Aber zu Besuch schaue ich dann manchmal ganz gern, vor allem Nachrichten. Was ich aber gestern wieder erfuhr, kaum, dass ich mal fernsehe, ist erschreckend: Afghanistan und das entsetzliche Verhalten Frauen gegenüber. Im Grunde wird der weltweite (bei uns zivilisierte) Frauen-Haß durch massive Unterdrückung dort nur für alle sichtbar auf die Spitze getrieben.

Wie sieht die deutsche zivilisierte Frauenunterdrückung aus? Nun, die Anpassung ist der erste Punkt: Im Heute-Journal ist die Rede-Vormacht wie üblich deutlich den Männern vorbehalten. Sie deuten, berichten und analysieren für uns Frauen mit. Sie haben Anzüge an. Wenn man hier als Frau „dabei sein will“, muss man ebenfalls irgendwie „Anzug“ tragen. Und am Ende kommt immer Männersport. Da kann die Welt zusammenbrechen, im Anschluss kommt Männersport. Der völlig bedeutungslos ist.

In Berlin spielte ich auch einige Stunden in der Gedächtniskirche. Sehr geschichtsträchtig, in Charlottenburg. Tolle Karl-Schuke-Orgel, umgeben von leuchtendem Blau. Trotz großem Besucherandrang spielte ich Ritter auch tutti. Wir fuhren von St. Michael über die Jannowitz-Brücke (Spree) über die Friedrichwerdersche Kirche zum Auswärtigen Amt, zum Potsdamer Platz, zur welligen Philharmonie, dann beginnt der Bezirk Schöneberg, dann Botschaftsviertel. Dann Wittenberg Platz mit dem KaDeWe (Kaufhaus des Westens), über Tauentzien (Einkaufsstraße) zur Gedächtniskirche in Charlottenburg. Wir radelten auf dem Kurfürstendamm: Das westliche Pendant zur Unter den Linden.

Der westliche Pracht-Boulevard bis zum Halensee (See). Am Savigny- Platz aßen wir im San Marino hausgemachte Bonbonnudeln mit Kapern und Spinat und tranken Sauvignon (roter Wein).

Der Lärm in Berlin ist schon bedenklich. Viele beten, wenn sie einen Krankenwagen hören. Mich macht der Lärm leider nur fertig. Die ganze Stadt scheint am Toben zu sein. Manche Leute haben keine Ohren am Gehirn.
Als wir mit unseren Rädern am Pariser Platz ankamen, waren da eine Kundgebung und Demo nach der anderen. Dazwischen schwarze Diplomatenwägen, Polizei, schreckliche Elektroroller voll ungelenker Touris, Rad-Kutschen mit dicken Touris, für die sich abgestrampelt wird, und wenn man ein Radl ausleihen will, muss man seine kompletten Daten dalassen.

Ulrike kennt sich bestens aus und wollte mit mir einen Schleichweg fahren. Dazu fuhren wir durch eine Absperrung. Mir klopfte das Herz bis zum Hals. Überhaupt wurde ich beim Radeln durch diese Stadt von einer Adrenalinwelle nach der anderen überflutet, weil Ulrike auch über rote Ampeln fuhr. Zuvor berichtete sie mir in aller Seelenruhe, wieviele Tote sie in der Stadt schon gesehen hätte. Atemlos durch die Stadt.

Hielt ich mit ihr Schritt. Beziehungsweise Rad. Der Polizist vor Merkels Wohnung war besonders lustig. Man kann ja viel erzählen, dass Berlin nicht Bayreuth sei. Das muss man erst mal erleben, dass dem nicht so ist. Das muss erst nachvollzogen werden.  ps: Die Touristen-Restaurants kann ich nicht empfehlen.
Leider hab ich es nicht mehr geschafft, Hans-Olas Konzert zu hören.
Der westliche Pracht-Boulevard bis zum Halensee (See). Am Savigny- Platz aßen wir im San Marino hausgemachte Bonbonnudeln mit Kapern und Spinat und tranken Sauvignon (roter Wein).

Der Lärm in Berlin ist schon bedenklich. Viele beten, wenn sie einen Krankenwagen hören. Mich macht der Lärm leider nur fertig. Die ganze Stadt scheint am Toben zu sein. Manche Leute haben keine Ohren am Gehirn.
Als wir mit unseren Rädern am Pariser Platz ankamen, waren da eine Kundgebung und Demo nach der anderen.

Dazwischen schwarze Diplomatenwägen, Polizei, schreckliche Elektroroller voll ungelenker Touris, Rad-Kutschen mit dicken Touris, für die sich abgestrampelt wird, und wenn man ein Radl ausleihen will, muss man seine kompletten Daten dalassen. Ulrike kennt sich bestens aus und wollte mit mir einen Schleichweg fahren. Dazu fuhren wir durch eine Absperrung. Mir klopfte das Herz bis zum Hals. Überhaupt wurde ich beim Radeln durch diese Stadt von einer Adrenalinwelle nach der anderen überflutet, weil Ulrike auch über rote Ampeln fuhr. Zuvor berichtete sie mir in aller Seelenruhe, wieviele Tote sie in der Stadt schon gesehen hätte. Atemlos durch die Stadt. Hielt ich mit ihr Schritt. Beziehungsweise Rad.

Der Polizist vor Merkels Wohnung war besonders lustig. Man kann ja viel erzählen, dass Berlin nicht Bayreuth sei. Das muss man erst mal erleben, dass dem nicht so ist. Das muss erst nachvollzogen werden.  ps: Die Touristen-Restaurants kann ich nicht empfehlen.
Leider hab ich es nicht mehr geschafft, Hans-Olas Konzert zu hören.

Schukes Flaut douce ist auch spannend und selten.
Wenn Pfeifen fertig hergestellt sind, kommt ja noch kein Ton, sie krächzen höchstens. Sie müssen also erst zum Singen gebracht, vorintoniert werden: Kernspalte, Bärte, Stimmrollen, Aufschnitt. Überall liegen Geräte, Reibahlen. Und dann bin ich von Alexander Schuke direkt zu Karl Schuke gefahren: Gedächtniskirche.

Gedächtniskirche Berlin 2021

Schuke Orgelbau 

Das sind die Formen zur Herstellung von Pfeifenfüßen für 16-Fuß-Größe.


„Wusstest du, dass bald Tag der deutschen Sprache ist?“
„Nope. Cool!“

Czech. Heute erinnere ich an Pinar Atalay (Moderatorin) und Hauke Stars (Managerin, blitzschnell, eindrucksvoll).

Mein Konzert gestern in der Ringkirche Wiesbaden war sehr schön und gut besucht. Es waren auch Inhaber von Musikläden da. Es wurde aufgenommen. Ich habe eine Uraufführung gespielt, da in Hessen 2021 das Jahr der Uraufführungen ist.
Rapture. Entrückung. Letztes Jahr habe ich hier in Wiesbaden in der Marktkirche gespielt. Kurz vor der Hysterie. Im Februar 20. Da hat noch keiner im Entferntesten geahnt, was kommen wird. Jetzt können wir noch sagen: „Letztes Jahr am Jahresbeginn war noch alles in Ordnung.“ Bald nicht mehr. Reger-Stadt Wiesbaden! Tolle Orgel! Reger hat dort auch gespielt und war sicher auch in der Ringkirche. Denn Reger war 8 Jahre in Wiesbaden, und die Orgel in der Ringkirche wurde in dieser Zeit neu gebaut. Die Walcker Orgel in der Ringkirche hat nun einen neuen Spieltisch bekommen. Letztes Jahr habe ich noch den alten gespielt. Sie wird von Orgelbau Lenter betreut. Man braucht einen Chip wie in Heidelberg.
Das Besondere an historischen Walcker-Orgeln: Jedes Register hat eine eigenständige, runde Farbe. Die Prinzipale klingen wie warme Hörner. Mischt man zwei Register, entsteht eine ganz neue faszinierende Farbe. Solche Orgeln zu restaurieren und zu betreuen ist sicher nicht ganz leicht, wenn man diesen Charakter wahren will. Iveta spielt hier am Mittwoch. Das Display der Setzeranlage muss vorher jedoch noch repariert werden. Als ich gestern spielte, war das Display noch tot. Es ist etwas unangenehm, mit einer Setzeranlage ohne visuelle Kontrolle zu spielen. Eine gute Übung. Allerdings gefällt mir diese besondere E-Setzeranlage in der Ringkirche gut. Ivetas Agentin hat sich die Disposition genau durchgeben lassen. Widor V möchte Iveta hier allerdings nicht spielen.

Die Orgel steht hinter dem Altar. Man kann sich in dieser großen, runden Kirche, die mich immer an die Christuskirche Karlsruhe erinnert, so setzen, dass man seitlich die Organistin von unten gut sieht. Mich stört nur der Lärm vom Ring draußen. Der Kantor Hans Kielblock, der in Berlin und Lübeck studiert hat, ist sehr nett. Seine Frau ist Ärztin. Es ist angenehm, wenn man mit Musikern auch über andere Dinge als nur Orgel sprechen kann. Er wohnt in einem Künstlerinnen-Viertel. Ja, das hat Wiesbaden ❤️: Ein Viertel mit Straßennamen nur mit Frauennamen, von Künstlerinnen (meist lokale Schauspielerinnen). Überhaupt ist Wiesbaden mit seinen hohen verschnörkelten Altbauten rings um die Ringkirche wunderschön. Landeshauptstadt eben. Wir waren danach Pizza essen (da ich nur einmal geimpft bin, durften wir nirgends rein). So bestellte Hans Pizza, und wir aßen sie bei meinen „Gasteltern“, wo ich übernachtete, ein liebes Ehepaar aus seinem Chor. Ich aß eine große Pizza Fantasia mit Gemüse. Wir unterhielten uns dabei u.a. über Neue Musik an der Orgel. Meiner Meinung nach ein brach liegendes Gebiet, vor allem in Deutschland. Es gibt zwar viel Unterhaltung, seichtes Entertainment wie Noten von Zsolt Gardonyi oder Johannes Michel oder überhaupt fast alles bei Strube, wie ich finde, Seichtes und Leichtes für die „Masse“ mit Light-Jazz-Einschlag. Neu ist das nicht. Neue Musik oder E-Musik schon gar nicht. Es  kommt mir eher etwas schulmeisterlich gefällig und nett vor, was jeder spielen kann, der nicht bei 3 auf den Bäumen ist. Das kann man ja mal machen, aber immer nur? Ich meine, es ist schön, dass Orgel und Unterhaltung zusammen gefunden haben. Aber ich vermisse komplett neue, originale, kreative Gattungen für die Orgel. Kunst. Neue Kunst. Für die Orgel. Macht frau etwas Neues, ohhh oh. Und dann gibt es noch neben Bearbeitungen und „Vollendungen“ die ganze Nachmacherei. Das, was sich dann „Improvisation“ nennt. Da werden von Deutschen vor allem die Franzosen nachgemacht. Da gibt es dann Leute, die virtuos immer das Gleiche gleich nachmachen, was andere erfunden haben. Stundenlang. Ein Leben lang. Das kann man ja mal machen, aber immer nur? Immer dasselbe, festgefahren, unspontan und einseitig?

Und ich übe Reger. Reger soll ja in Wiesbaden sehr gesoffen haben. Seine Musik soll ebenfalls betrunken sein. Ich kann mir das nicht recht vorstellen. Man sagte mir: Am besten spielt man Reger, wenn man selbst betrunken ist. – Wein aus der Ringkirche habe ich ja schon geschenkt bekommen.

Ich mag die schönen runden Fenster der Ringkirche.

Was wirklich seltsam ist: Im ICE ist es total voll, niemand schert sich um Impfungen. Und dann steigt man aus und muß in einem halbleeren Restaurant einen Impfausweis vorzeigen. Da kann ich schon verstehen, dass Menschen mit gesundem Menschenverstand Fragen und Zweifel haben.

Morgen berichte ich weiter von Berlin.

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August Gottfried Ritter – Sonate d-Moll op. 11 Nr. 1 ganz, Sauer Orgel Berlin Mitte St. Michael, AHS

28. August 2021

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Ich schreibe nicht nur, um zu erzählen. Ich schreibe, um zu entdecken. (Siri Hustvedt)

Die große Wohnung am Westhafen in Berlin ist sehr künstlerisch eingerichtet. Diesen Stil habe ich noch nicht gesehen. Wir frühstückten und nachtbroteten Nutella und Pflaumenmarmelade. Ich wurde fasziniert beobachtet, wie ich mein Brot mit Nutella arg bestreiche, denn ich mache einen Schokoladenkuchen aus meinem Brot. (Die Kruste lass ich liegen, Kuchenboden auch.) Am Fenster steht ein großer alter Ibach Flügel. Es regnet. Dann wieder Sonne. Wie April. Dann wieder Schauer.

Der Austausch unter selbständigen Künstlern ist immer interessant. Viele sind erstaunt, wie ich als mobiles Büro funktioniere. Für mich ist das schon normal, mein eigenes Unternehmen zu sein. Als Künstlerin ist es ja so wunderbar bei der KSK. Es ist unfassbar, was andere Selbständige ohne die Künstlerkasse KSK in Krankenversicherungen und Gesundheitskasse etc. einzahlen. Das Zehnfache!

Ulrike arbeitet bei Stiftungen und Agenturen. (Sie fährt Rennrad in Berlin. Ich bin noch nie Rennrad gefahren.)

Dann besuchte ich die Orgelbaufirma Schuke in Werder (Havel) bei Berlin. Brandenburg. Der träge und schöne, gutmütige, breite Fluss Havel sieht aus wie ein See. Groß wie ein Meer. Riesige Ausbuchtungen ohne Strömungen. Sanft. Verschlafen, sympathisch. Dazu ein Yachthafen. Werder ist superschön. Dazu muss man den Zug 1 Richtung Magdeburg über Potsdam nehmen und ein ABC-Ticket lösen. (In Potsdam wohnen heute die Reichen, Politiker usw.)

Johannes Schuke und sein Bruder Michael sind sehr nette Geschäftsleute, Familienbetrieb, die Firma ist einfach genial und bewundernswert. Modern, groß, im Grünen. Ronja, der Hund, hat gleich mit mir geschmust. Ich ließ sie in die Küche, ohne zu wissen: Das war eigentlich verboten. Johannes lächelte nur.

Ich habe viel gelernt. Obwohl Freitag Mittag, waren fleißige Mitarbeiter da. In einem Raum waren über 8 Orgeln. Hohe große Räume, alles sehr sauber. Den Vater lernte ich auch kurz kennen. Sie stellen ihre eigenen Pfeifen her. Das finde ich wichtig für eine große Orgelbaufirma. Die Pfeifen sind das Herzstück. Kernstück. Sind Klang. Jede Pfeife ist ein Musikinstrument. Das Wichtigste holt man sich nicht billig aus Portugal oder sonst woher, sondern macht man selbst! Sonst ist man kein Orgelbauer, sondern Orgelmonteur. Man kann von den Fenstern aus den Yachthafen sehen. Wir tranken Kaffee, und Johannes erzählte mir die Familiengeschichte. Extrem spannend! 1894 übernahm sein Urgroßvater Alexander Schuke die Firma von Heise/Gesell (1820). Schuke Potsdam. Die beiden Söhne Karl und Hans-Joachim führten es weiter. Erfolgreich. Orgelbewegung. Schleifladen. Dann kam der 2. Weltkrieg. Mauer! Potsdam wurde DDR! So ein Mist! Sie beschlossen zuvor, dass Karl in Berlin eine Filiale eröffnen sollte, zur Sicherheit. Dass das mit der Mauer so lange dauern würde, konnte ja keiner wissen. Beide Brüder arbeiteten jedoch beide sehr erfolgreich weiter. Jeder in seiner „Besatzungszone“. Ost und West. 1972 klaute die DDR Schuke Potsdam. Gemein! Sein Lebenswerk wurde verstaatlicht. Er erlitt kurz darauf einen Herzinfarkt. Aber sein Sohn Matthias holte (kaufte!!!) später die Firma zurück nach dem Mauerfall ❤️. Das nennt man heute „privatisieren“, wenn man sein Eigentum zurückkaufen muss. Karl aber hatte niemanden, der die Firma übernimmt, und er splittete sie auf unter Mitarbeitern. Daher besitzen nun „Fremde“ die Firma. Schuke Potsdam hätte sie sicher gern wieder zurück. Nicht so einfach. Aber beide Firmen laufen sehr gut. Schuke Berlin aber stellt keine eigenen Pfeifen mehr her. Das finde ich nicht so gut. Schuke Potsdam aber gibt 25 Jahre Garantie auf ihre Pfeifen! Symbolisch eigentlich 300 Jahre Garantie. Warum? Das berichte ich morgen. Es ist auf jeden Fall eine Firma mit Werten und Glauben.

Das Konzert war sehr schön, gut besucht,  supernettes Publikum. Facebook-Fans und Freunde waren auch da. Die schöne, schlichte Sauer-Orgel mit Schleifladen, mechanisch, mit pneumatischer Registertraktur, Handschalter, Walze, Schwellwerk und 25 kl. Registern ist sehr interessant: Oben kristallklar, unten schöner Nachhall. St. Hedwig wird noch Jahre brauchen (Sanierung). Danach gingen wir essen am Engelbecken.

Heute erinnere ich an Sibilla Aleramo (italienische Autorin) und Fanny Blankers-Koen (Leichtathletin, erst spät begonnen).

Konzert Ann-Helena in Berlin

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Yesterday

26. August 2021

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Tonformerin. Ein Tag ohne Üben ist ein nicht so schöner Tag. (AHS)

Ich liebe das Lied She’s always a Woman von Billy Joel. Das Lied ist irgendwie ich. Also der Text. Dazu heiraten wär ok.

Bald ist Wahl. Und es gibt eigentlich nichts, was man wählen kann, finde ich.

Der Film Rubbel die Katz ist nicht schlecht.

Heute erinnere ich an Birgit Bohle (Managerin) und Ivana Trump.

Experiment:

Yesterday

For Organ

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Yesterday – The Beatles for Organ. Ladegast Orgel

24. August 2021

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Wenn ein Mann etwas sagt, aber keine Frau in der Nähe ist, hat er dann trotzdem Unrecht? (Czech/Domzalski)

Die beiden sind wirklich witzig und scharf. Ich werde sie noch öfter zitieren. Dies ist auch von ihnen:
VSS (Verband sensibler Studierenden) fordert Abschaffung des Geschichtsstudiums: Niemand wird dann künftig traumatisiert durch Berichte von Krieg, Sklaverei und Frauenunterdrückung.

Heute erinnere ich an Mariama Jamanka (Sportlerin), Karen Parkin (Managerin) und Ruth Rendell (Schriftstellerin).

Ich freue mich auf Detroit. Es soll in Michigan viele ehemalige Deutsche geben. Aber es gibt auch sehr gefährliche Stellen in der Stadt. Ich war noch nie an gefährlichen Orten in den USA. Ich würde eigentlich gerne diese andere Seite sehen. Was ich kenne von USA sind unglaublich liebevolle Familien mit Hunden, Pools und schönen Häusern.
Wir werden sogar eine Fahrt auf dem Detroit River machen. Das letzte Mal war ich 2017 in den USA, in San Francisco an der großen Ruffatti Orgel mit Konzerten. Das war November, kurz bevor Trump an die Macht kam. Als er dann tatsächlich an der Macht war, war ich leider nie im Land gewesen. Davor 2016 mit Klavierabenden. Ich unterhalte mich gern über amerikanische Politik. Biden und Trump. Aber mit Amerikanern. Ich mag nicht, wenn Deutsche eingebildet über Trump, Bush oder sonst wen herziehen, besonders nicht solche, die noch nie in den USA waren oder nicht länger als zwei Wochen oder für einen Urlaubstrip. Die haben eigentlich keine Ahnung, zitieren nur Medien. Die Amerikaner ticken politisch völlig anders als Deutsche. Da muss man sich sensibel hineinversetzen und zuhören. (Ich werde in einem großen Truck abgeholt. Viele Leute haben Waffen und große Hunde. Das ist einfach total andere Mentalität.) Ich habe nichts gegen andere Mentalitäten. Ich bin neugierig. Als ich von meinem Studium in den USA (2 Jahre) zurück kam, war ich „amerikanisiert” und traurig über die „Amerikafeindlichkeit“ vieler meiner deutschen Freunde. Ich bin eigentlich politisch. Aber behalte lieber vieles für mich wegen Mainstream und Media. Aber jetzt geht es erst mal nach Berlin.
Und ich freue mich auf Ronneburg und Schmölln.

Ich finde, je talentierter man ist, desto wichtiger ist es, regelmäßig gecoacht zu werden – vor allem als Bühnenkünstler.

Kleine Ladegast Orgel Dom Merseburg – Orgel Date AHS (Reincken)

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20. August 2021

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Erfolg macht begabt. Man gewinnt Mut und Selbstvertrauen. (Katja Riemann)

Heute erinnere ich an Rosetta Getty (Designerin) und Gudrun Pausewang (Schriftstellerin). Sie hat mehr als 90 Bücher veröffentlicht!

Ich freue mich auf die Wiegleb Orgel in Ansbach, mein zweites Mal an ihr.

Nürtingen, Dortmund, Osnabrück, Thüringen.

Die Impfung war nur ein kleiner Stich…

Ich habe die Butz-Ausgaben von August Gottfried Ritter, aber mein Lehrer mag lieber Peters, da Butz-Ausgaben manchmal fehlerhaft sind. Aber das Blättern geht perfekt bei Butz-Ausgaben, bei Peters auch nicht schlecht. Das ist bei Bärenreiter ja oft ein Dilemma. Ich nehme meist die Noten, wo das Blättern möglich ist.

Neu:

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Chopin

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Maria

15. August 2021

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Man muss durch schlechte Erfahrungen hindurchgehen und nicht drumherum. (Liza Minnelli)

Heute erinnere ich an Carola Neher (Schauspielerin, Bühnenstar mit tragischem Ende), Wangari Maathai (Politikerin, Friedensnobelpreis) und Nicole Uphoff (Dressurreiterin, ihr Pferd hieß Rembrandt). Alles bewundernswerte Frauen.

Da die Leute wissen wollen, wie die Liebesgeschichte heißt, die Martin Perscheid für mich geschrieben und veröffentlicht hat: Floradomie, im Rake-Verlag erschienen. Natürlich mit Bildern von Martin. Ich werde dort als schöne und besondere Blume beschrieben. ❤️ Das Buch sticht deutlich aus allem heraus, was Martin je gemalt oder geschrieben hat.

Ich hätte gern wieder eine Vespa. Ich hatte schon mal eine: Orange. Groß. Großes Nummernschild (ich habe den Motorradführerschein, man glaubt es ja nicht; den hab ich damals zusammen mit dem Autoführerschein gemacht, weil ich mit 18 in einen Motorradfahrer verliebt gewesen war). Auf die Vespa sprayte ein Kumpel damals eine große Sonnenblume mit Sonnenbrille rechts auf den Kotflügel. Damit war ich meine ganze Kölner Studienzeit 5 Jahre in Köln unterwegs (teilweise lebensgefährlich, habe mich mit LKWs angelegt). Die Jungs an der Hochschule fanden mich und meine Vespa toll. Aber da sie gebraucht war, ging sie irgendwann kaputt. Zudem hat mich nachts auf einer der Brücken in Köln (mit der genialen Weltkugel) ein Wagen gerammt (mir ist nichts passiert). Ich habe mir noch nie jemals etwas gebrochen. Aber seitdem bin ich ängstlich und habe beinahe nie wieder eine Vespa oder einen Roller bestiegen (geschweige denn ein Motorrad). Wenn, dann Beifahrerin (Sozia). Jetzt hätte ich gern wieder eine. Eine gelbe! Wenn jemand eine übrig hat – Auf jeden Fall, auf der Brücke, da hatte ich Schutzengel. Ich habe die gesehen, gespürt.
Fahrlehrer  und Prüfer waren ohnehin dagegen, dass ich Motorrad fahre. Er hielt mich für zu klein und ließ mich auch erst beim zweiten Mal bestehen (ich wollte da beim ersten Mal aus Versehen als Geisterfahrerin auf die Autobahn abbiegen und wäre fast auf Abwege gekommen – der Fahrlehrer war kurz vor einem Nervenzusammenbruch). Martin Perscheid hatte einen wunderschönen alten schwarzen Saab Cabriolet. Den Sonnenblumen-Kotflügel habe ich noch lange im Zimmer aufbewahrt, bevor sich meine Mitbewohnerinnen wegen dem Benzingestank beschwert hatten. Ich wohnte direkt an der Musikhochschule und habe Köln sehr geliebt.

ps: Die Schauspieler in „Tödliche Entscheidung“ sind großartig. Quentin Tarantino-Filme schaffe ich immer noch nicht zu sehen, sie sind zu grausam. Dabei würde ich wirklich gern mal Kill Bill sehen

Und hier das alltägliche Video:

Neues Orgel-Date: Sandtner und Tholey

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Orgel Date AHS

3. August 2021

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Wem viel gegeben ist, bei der wird man viel suchen. (Lk 12)

Habe mich für mehrere künstlerische Stipendien beworben. Bin gespannt. Das braucht immer recht viel Zeit. Meine Presse in der Thüringer Allgemeine ist schön geworden. Und mein Orgelwerk Physharmonica ist fertig aufgeschrieben

Sehr empfehlen kann ich Gabriela Grunden: Wer glaubt, fragt.
Sie schreibt darüber, dass Spiritualität oft elitär und als Leistung verstanden wird, jedoch der Glaube an Gott Leben ist, meist ganz praktisch und einfach. Wer Gott nicht im Alltag findet, findet ihn nicht. Wir glauben nicht an unseren Glauben, sondern an Gott. Scheitert Gott? Nein. Aber der Kampfplatz ist im eigenen Herzen und hat stets öffentliche Auswirkungen.

Zum Artikel in Zeitzeichen, von Reinhard Mawick im Webportal Zeitzeichen veröffentlicht, der offenbar nicht verstanden hat, um was es mir ging:

https://www.zeitzeichen.net/node/9131

Zeitzeichen Artikel

Der mir völlig unbekannte Ludwig Kaiser (vermutlich mit gewissen Leuten befreundet?) geht auf die von mit genannte Männerdominanz und den Sexismus überhaupt nicht ein, sondern schreibt nur gegen mich als Person und spottet über meine persönliche Klangvorstellung und Sicht von Musik. Genau das ist Sexismus aus meiner Sicht: Frauen nicht ernst nehmen, sie korrigieren, sie öffentlich verspotten und als unglaubwürdig darstellen, ohne dass ich mich äußern und wehren darf.

Dass ich künstlerisch viele Berufe habe, nennt er im Zusammenhang mit „selbstbezogen“ – dabei hat er künstlerisch nicht das erreicht, was ich erreicht habe. Ein virtuoses Studium ist Konzertfach Orgel Master und Bachelor – das weiß er doch sicher ganz genau, und genau das hat Kaiser sicher nicht studiert, sondern Kirchenmusik? Dazu wird der Spott-Artikel pseudosachlich mit Fußnoten zugespickt, die nichts mit dem Thema zu tun haben. Er verdreht das Thema herum in Richtung „Wirklichkeit“ – als wäre nur seine Wirklichkeit richtig und die nachweisliche Männerdominanz der Orgelszene keine Wirklichkeit. Dass Kaiser den Sexismus durch Attacke gegen mich bestätigt und ansonsten nur 3 Namen nennt und vom Thema ablenkt mit Hegel-Zitaten, ist klar. 

Offenbar erfährt Ludwig Kaiser Wirklichkeit aus seiner Sicht, stellt seine jedoch als absolut dar. Ich habe noch nie von ihm gehört. Ein meiner Meinung nach kleiner, unbekannter Kantor aus Bochum. Er hat bei weitem nicht so viele Konzerte gespielt wie ich und nicht ansatzweise so viele CDs und Bücher veröffentlicht. Dass eine Orgel zerbrechlich und gleichzeitig Kalkül und Wissen sein kann, scheint ihm fremd. Die Männer-Orgelwelt besteht aus robuster Nüchternheit. Für Ludwig Kaiser ist eine Frau, die viele künstlerische Berufsbezeichnungen hat, natürlich selbstbezogen, nach dem Motto „Da kann doch was nicht stimmen“. Komponistin hat er übrigens vergessen. Es mag sein, dass es für ihn ärgerlich oder unerheblich ist, ob ich eine Orgel zärtlich und filigran finde, für mich ist es das nicht. Seine Meinung interessiert mich da auch nicht. Er ist ja auch kein Poet. Ich schon. Dass Kaiser meine poetischen Formulierungen meiner Wahrnehmung spöttisch abtut und seinen Artikel pseudowissenschaftlich mit Fußnoten übersät, die zudem nichts mit dem Thema zu tun haben, zeigt seine Selbstbezogenheit und bestätigt meine Kritik der Männer-Dominanz: Weibliche und poetische Wahrnehmung von Orgel zählt; aber ein unbekannter Kaiser zeigt und erklärt, wo es lang geht. Ein Kantor.

Jemand, der nicht künstlerisch Klavier und Orgel studiert hat. Jemand, der bei weitem nicht so viel künstlerisch geleistet hat wie ich, der keine Gedichte veröffentlicht hat, keine Romane, keine Bilder. Der muß natürlich andere zitieren. Jemand, der keine Bücher veröffentlicht hat und kein Konzertexamen Klavier studiert hat, dem ist das Wort „virtuos“ natürlich ein Dorn im Auge. Auch wenn er drei Namen nennt. Das ändert nichts an der Männerdominanz. Dass er meine Klangwelt abtut, als würde nur seine Meinung von Klang stimmen, ist typisch für den Sexismus der Orgelwelt und bestätigt sie. Meint Kaiser, wenn er Hegel zitiert, weil er selbst nichts veröffentlicht hat, würde dies meine Kritik am Sexismus einschüchtern? Virtuos studieren ist Künstlerisches Fach Orgel. Das weiß er genau. Genau das, was Kaiser nicht studiert hat.

Ich war fast immer die einzige Frau in diesen Studiengängen. In allen Kirchenmusikabteilungen habe ich nur Männer-Jurys erlebt. Teilweise hatten die Männer zwei Professuren gleichzeitig. Keine einzige Frau hatte eine Professur oder auch mir eine Stelle. Auf den meisten Orgelkonzerten mit Gästebuch war ich die einzige Frau. Zum Thema Männerdominanz: In allen Foren und Gruppen Orgel im Netz tummeln sich in aller erster Linie Männer. Diese attackieren Konzertorganistinnen seit Oktober 2020 massiv. Wirklichkeit ist: Fast alle Orgelkonzerte, Professuren, Kantorenstellen, Domstellen werden von Männern besetzt. Viele Großkirchen wie beispielsweise Leipzig haben noch nie eine Frau an der Orgel gesehen oder eine Organistin oder Kirchenmusikerin angestellt. Kaiser lenkt vom Thema ab, indem er über meine Poesie spottet. Dieser Ludwig Kaiser ist schon raffiniert und gerissen in seinem Verhalten, durch Taktik und Spott zu kaschieren, was meiner Meinung nach sein Ziel ist: Als gäbe es keinen Sexismus in der Orgelwelt. 

Dass Reinhard Mawick meine Antwort nicht veröffentlicht, aber diesen unpassenden Beitrag von Ludwig Kaiser stehen lässt, der den Sexismus durch Attacke gegen mich bestätigt und vom Thema ablenkt, indem er über alles mögliche schrieb, nur nicht zur Überschrift und zu dem, um was es mir ging, zeigt mir, dass Zeitzeichen aus meiner Sicht keine christliche oder kirchliche Zeitung ist, sondern die Meinung von Männern favorisiert. Den von mir angeprangerten Sexismus und die Männer-Dominanz widerlegen konnten weder Kaiser noch Mawick noch Gessler.

In den beiden „Lästergruppen“ Kirchenmusik und Pfeifenorgelforum bin ich oft Gesprächsthema Nummer Eins, scheint mir. Aber es gibt oft Zank generell. Eigentlich sollten diese beiden Gruppen Ann-Helena-Gruppen heißen, da sie sich so um mich drehen. Beiträge zu mir haben oft die meisten Kommentare, sprengen jede Emotion, lösen ganze Erdbeben von Gefühlen bei anderen aus. Langweilig scheine ich nicht zu sein

Die meisten sind Männer. Es freut mich ja, dass sie meine Beiträge in Zeitungen diskutieren. Es sind zu 89 Prozent Männer, die sagen, „stimmt gar nicht, dass die Kirchenmusikszene männerlastig ist“. Sie merken gar nicht, wie ironisch das ist. Es ist ohnehin disqualifizierend, da nur Männer reagieren.
Die Kommentare zeigen oft die Niveaulosigkeit der Männer-Laien-Mitglieder dieser beiden Gruppen, die „Scheiße“ und „Fliegen“ usw. als ihre Formulierungs-Grundlage verwenden, von Frensel natürlich alles stehengelassen. Es macht denen richtig Spaß, zu lästern. Es sind meist Heiden, die ihre Komplexe und Neid durch Abwertung ausdrücken. Seitdem Benjamin Frensel sich als Administrator aufführt von Ansgar Kreutz, ist der Ton noch schlimmer geworden, finde ich, und wie mir viele bestätigten. Viele Leute sind geschockt. Frensel geht im Lästern richtig auf und schreibt ellenlange Kommentare, weil er meint, ich würde es lesen. Oh lieber Frensel, nur weil du meinen Blog liest, heißt es nicht, dass ich dein Geschwurbel lese. Ausgerechnet dieser Läster-Laie meint, mein Orgelspiel bewerten zu können. Ich finde, dass er seine Zeit dafür verwenden sollte, endlich einen Abschluss zu machen mit 35.

Daniel Kunert, mit dem ich die Zusammenarbeit beendet habe, hat zu einem neuen „Rache-Schlag“ ausgeholt und macht doch eigentlich kostenlos Werbung für mich. Da er weiss, dass Lästern Klicks bringt in diesen Gruppen, hat er etwas „Interessantes“ gepostet und mich auf seiner sonst meiner Meinung nach biederen und hässlichen Seite gelöscht. Bei den Posts in diesen Gruppen wird peinlicherweise und unprofessionell ausländische Männer-Namen mit Frauennamen verwechselt und dadurch meine Kritik der Männerdominanz bestätigt. Kunert wollte stets eine Zusammenarbeit mit mir. Mein Bauchgefühl war aber richtig. Er wittert Konkurrenz durch meine Orgel-Information. Bei all diesen Beiträgen sieht es immer so aus, als wären diese Leute unabhängig voneinander oder hätten eine unabhängige Meinung. Nein. Es ist eine Vettern-Wirtschaft und auf subjektives Empfinden und persönliches Beleidigtsein aufgebaut. Man kann das chronologisch beobachten. Auch Ludwig Kaiser wird nicht unabhängig sein. Die einzig Unabhängige bin ich.
Der ganze Männer-Mobb attackiert mutig eine einzelne Frau. Hier ein Zusammenhang:

1. Ich will mit Christoph Brückner nichts zu tun haben und finde seine „Zeichnungen“ nicht schön. Habe ihm ganz höflich und privat mitgeteilt, dass ich keine Zeit für eine „Zusammenarbeit“ habe.

2. Daraufhin stänkert er bei meinen Verlagen.

3. Daniel Kunert ist mit Brückner befreundet und hat ihn beauftragt, meine Werke zu rezensieren.

4. Ich hinterfrage privat diese Art der Beauftragung und möchte meine Orgel-Information so lassen.

5. Daraufhin postet Kunert einen hässlichen Beitrag über mich und schreibt Kirchen und Veranstalter an. Brückner postet.

Und so kann ich Cliquen und Verbrüderungen aufzählen, die sich gegenseitig decken und nichts als Rache sind. Das ist die Heiden-Männer-Kirchenmusik, dargestellt in diesen Gruppen. Sie bestätigen nur meine Kritik. War es nicht schon zu Paul Gerhardts Zeiten so?

Anbei eine Kritik zu Brückners CD, die mir jemand schickte als Kommentar:

„Kennst du vermutlich:
War bei Kunert auf der Seite, bis C.B. das hat löschen lassen:
„Christoph Brückner spielt auf seiner ersten CD, ja was denn eigentlich? Eigene Werke? Im Prinzip, ja, aber dann klingt es wie Improvisationen!

Etwas ratlos lässt diese Scheibe die Rezensentin stehen. Da erklingt zunächst ein „Wach auf, mein Herz und singe“ sehr “gestolpert”, ist das Absicht? Offenbar, denn in der Kombination mit der Nussknacker-Suite holpert es weiter vor sich hin. Was soll diese Kombination, und weitere? “Lobe den Herren” kombiniert mit Ravels Bolero, warum? Weil es grad passt? Eine inhaltlich begründete Zusammenfassung erschließt sich nicht. Choral-Medley „Aus tiefer Not“ kombiniert mit A whiter shade of pale, „Ein feste Burg“ mit van Halen, auch hier fragt man sich nach dem Sinn. Überzeugend ist anders!

Was ist das für eine CD? Selbstgemaltes Booklet, mehr Infos zum Standort des Instruments als zu den Stücken, fällt dem Interpreten nichts dazu ein? Im Jewelcase ein professionelles Foto, weltweite Vermarktung…..
Merkwürdigkeiten zusätzlich: Live Aufnahmen ohne Schnitte, dadurch alle “Fehler” – geht das bei Impros? – konserviert. Aufnahmetechnisch sehr matter Klang, keine typische Orgelaufnahme. Warum das Instrument? Eine mittelmäßige Kegelladenorgel aus den 1960ern.
Gute Idee mit einer Klezmer Suite über israelische Melodien aus dem Gesangbuch, die Umsetzung, na ja….
Hmmm…..

Vielleicht lässt es sich am besten so zusammenfassen: Eine kreative Einspielung, von der sich jeder, der mag, ein eigenes Bild machen sollte.
Sofia C.“

Würdet ihr an meiner Stelle meinen YouTube Kanal monetarisieren? Youtube fragt mich schon das 3. Mal. Apropos:

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