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Organistin

4. Juli 2026: Aber ich, der Priester, gehe schweigend an den Armen vorbei. (Helmut Schoepke)

Foto: Bechstein Orgel Heubach

Heute erinnere ich an Ashley Flynn, ein Femizid, von ihrem Mann, einem clean-cut „Worship-Leiter“, ermordet. Sie, Jade Benning und der Femizid an Saria Barney sind die momentan aktuellsten Femizide in den USA, deren Gerichtsverhandlungen gerade live auf YouTube laufen, was sehr spannend ist, zu verfolgen. Der bekannteste ist wohl der an Shanann Watts. Aber es gibt unzählige unbekannte Femizide, täglich – und Männer, die davonkommen?

Gespielt habe ich also über 20 historische Orgeln in den Gebieten Knüllwald, Ludwigsau, Alheim und Hersfeld-Rotenburg an der Fulda in Hessen, zuvor im Odenwald. Eine malerische, idyllische, waldreiche Landschaft voll Fachwerkhäuser, Dorfkirchen und Wald.

Mit dabei waren Bechstein-Orgeln in Rohrbach, Gerterode und Sterkelshausen, Bechstein / Möller-Orgel in Niederellenbach, Möller-Orgel in Niedergude und Schmerbach-Orgel Niederbeisheim Knüllwald, Wegmann-Orgel in Ersrode, Nöske-Orgeln in Niederthalhausen, Rengshausen, Morschen und Heinebach, Ott-Nöske-Orgel in Nenterode, Nöske-Orgeln in ganz Rotenburg, Dauphin-Orgel in Meckbach, Möller-Nöske-Orgel in Beenhausen, Wilhelm / Döring-Orgel in Friedlos, abklären muss ich noch Mecklar. Insgesamt waren Friedrich und Heinrich Bechstein, Heinrich und Valentin Möller und Dieter Nöske hier zugange. Betreut werden die meisten Instrumente von Orgelbau Rotenburg an der Fulda; einige auch von Orgelbau Waltershausen.

Historische kleine Schmerbach Orgel 1775 ev. Kirche Niederbeisheim Knüllwald Hessen, 1 M, 9 klingende Register

Die helle hübsche, gepflegte Dorfkirche wird von einer alten Glocke auf dem Eingangsweg geschmückt. Die Decke ist blau bemalt; ein Kronleuchter baumelt von einem Stern; die helle Holzempore umläuft das Innere. Die Bänke sind ebenfalls aus hellem Holz.

Auf der Westempore steht die kleine historische Orgel im passenden Holz-Gehäuse (mit dunklen, grünschwarzen Schleierbrettern und Engeln) in einem Korb. Dies erinnert mich an Meckbach Ludwigsau, Hessen.

Es ist meine 4. Kirche im Knüllwald. Es ist meine erste Orgel von dem nordhessischen Orgelbauer Schmerbach. Die Orgel wurde von Orgelbau Bosch restauriert.

Die breiten hübschen Register-Gesichter stehen nach vorn. Die Tasten sind schwarz; das Pedal ist kurz und gerade. Viele handgeschriebene historische Notizen u.a. von Möller und von anderen Orgelbauern befinden sich hinten in der Orgel.

Zwei Register sind leider nicht umgesetzt worden. Sonst hätte die Orgel 11 Register.

Vater Schmerbach, der Begründer, baute die Orgel. 1851 baute Valentin Möller die Orgel um. Daher klingen jetzt einige Register samtiger-romantisch.

Das hübsche kleine Instrument steht auf der Westempore im idyllischen Niederbeisheim im Schwalm-Eder-Kreis.

Das Dorf liegt im waldreichen Knüllgebirge. Orgelbauer Schmerbach war in Nordhessen sehr verbreitet. Er war bekannt für seine hochliegenden Farbregister. Manchen sind diese zu schrill. Ich mag das.

Samtig-trockene Akustik. Die Orgel singt. In diesem kleinen Ort mit knapp 1000 EW in einem hübschen Talkessel in Nordhessen steht diese bezaubernde Dorfkirche.

Die Disposition ist hier vollständig zum ersten Mal im Netz:

Pedal Orgel Kirche Niederbeisheim Knüllwald

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CD 2026 Bach berühren auf jpc

3. Juli 2026: So wie manche sagen, der Jude, so sagen sie, die Frau. Gebrandmarkt. Denn viele Männer sind nicht daran interessiert, dass Frauen zusammenhalten oder unabhängig sind oder weiter kommen als sie selbst.

Foto: Orgel Kloster Ravengiersburg Hunsrückdom

Heute erinnere ich an alle Tierweibchen im Reich der Schöpfung, hoch angesehen, stark und beschützend.

Und an Ilse Aichinger, 1921, Nachkriegs-Schriftstellerin aus Wien. Der Stil dieser deutschsprachigen Nachkriegsautoren ist sehr speziell und intensiv; solche deutschen Kurzgeschichten gibt es heute gar nicht mehr; vom Stil her.

Zur Zeit schaue ich ganz gern die Serie Scarpetta, wegen Nicole, aber eigentlich ist es schon ziemlicher Schmarren.

Kleine historische Bechstein / Nöske Orgel ev. Kirche Gerterode-Ludwigsau 1 in Nord-Hessen, 1 M, 9 klingende Register

Das schöne kleine Instrument steht auf der West-Empore und wurde 2014 saniert. Zwei Glocken säumen zur Zierde den Eingang der kleinen, hellen Pfarrkirche im Kirchenkreis Hersfeld-Rotenburg. Helle Holzemporen schmücken  den Innenraum. Die Orgel berührt beinahe die niedrige Decke. Die Bänke sind rot-blau.

Die breiten, süßen Registergesichter mit altdeutscher Schrift stehen nach vorn. Die Schriften und das Buchstabieren sind nicht einheitlich. Die Farbe der Pedalfarben-Register ist apfelgrün.

Und die Klänge der Orgel frühromantisch. Samtig-trockene Akustik. Das Manual erinnert an ein Klavier, jedoch sind die Tasten etwas ungleichmäßig. Größere Menschen stoßen mit ihren Knien an die Orgel an.

Die Disposition ist hier zum ersten Mal im Netz:

Nöske Orgel Kirche Gerterode Ludwigsau

Pedal Orgel Kirche Gerterode Ludwigsau

Kleines neobarockes Paul Ott / Nöske Orgel-Positiv ev. Kirche Nenterode Knüllwald Hessen, 1 M, 4 R: Die kleinste Orgel im Knüllwald

Das kleine feine Instrument hier in Nordhessen steht ebenerdig. Die Gemeinde Knüllwald, heimelig und grün gelegen an den beiden Flüssen Efze und Beise, liegt im Schwalm-Eder-Kreis; die Kreisstadt heißt Homberg (Efze).

Die Mittelgebirgslage und der große Waldanteil sind sehr malerisch. Nenterode ist eingebettet ins Knüllgebirge. Rotenburg an der Fulda ist ca. 30 Minuten entfernt.

Nenterode, ein Ortsteil der Gemeinde Knüllwald im nordhessischen Schwalm-Eder-Kreis, hat heute ca. 200 Einwohnerinnen. 

Die evangelische Kirche in Nenterode gehört zum Kirchspiel Knüllwald und ist Teil des Kooperationsraums Homberg-Land im Kirchenkreis Schwalm-Eder. Es ist eine süße gepflegte Fachwerkkirche.

Es gibt kein Pedal an der kleinen Orgel, die eher an eine Truhenorgel erinnert. Man könnte eins anhängen. Das Regal wurde ausgetauscht mit einer milden Gambe, im Diskant besetzt. Die kleine alte Kirche erinnert an eine Kapelle.

Das Ott-Orgelpositiv wurde 2018 von Rotenburg Orgel neu intoniert. Die Fachwerkhaus-Kirche steht am Rande mit schönem Platz und alten Glocken zur Zierde auf den Steinen. Es ist meine 10. Ott-Orgel und 5. Nöske-Orgel. Gottesdienst findet hier alle 2 Wochen statt.

Das Dorf Nenterode im nordhessischen Schwalm-Eder-Kreis bei Rotenburg an der Fulda hat ca. 200 EW. Das kleine alte Instrument hat das Manual auf der Rückseite. Die Kirche ist klein, hübsch und ohne Emporen.

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CD 2026 Bach berühren auf jpc

2. Juli 2026: Eine Gott-Expertin wird nicht aus mir. (Lotte Denkhaus)

Foto: E.F. Walcker Orgel 1866 Fränkisch Crumbach

Heute erinnere ich an Luise Rinser, 1911, Schriftstellerin.

Zimbelstern und Nachtigall….

Schöne Nöske Orgel Rotenburger Orgelbauwerkstatt Kirche Heinebach-Alheim Hessen, 2 M, 18 R, 22 Pfeifenreihen, Nachtigall, Zimbelstern, Altmännergesang 16′

Was für eine schöne blaue Kirche! Die tiefe, bemalte Holzdecke und die blauen Emporen umschlingen mich.

Die schöne mechanische Schleifladenorgel mit Vogelgezwitscher (muss mit Wasser aufgefüllt werden) und wunderbaren Zungen steht hier im nordhessischen Heinebach in der Johanneskirchengemeinde im Kirchenkreis Hersfeld-Rotenburg. Die Kirche ist denkmalgeschützt.

Die malerische alte Wehrkirche wurde vom Landgraf Carl 1730 im einfachen Barockstil neu aufgebaut und 1746 durch Elias Kauffult und Johannes Schönewolf ausgemalt:

Der wunderschön gemalte Wolkenhimmel füllt den fast quadratischen Saalbau. Die Sonne als Symbol für den Schöpfer strahlt im Zentrum.
Ein Regenbogen als Zeichen der nie endenden Güte Gottes umspannt das ganze Gotteshaus. Man fühlt sich geborgen.

Engel musizieren, und die Brüstungsfelder der Empore sind mit biblischen Texten und Blumenornamenten verziert. Eine Augenweide. Heinebach besitzt ca. 2500 EW und ist ein Ortsteil von Alheim.

Da die Kirche aus viel Holz besteht, besonders die himmelblaue Decke, ist es leider zu Schimmelbefall in der Orgel gekommen, die nun saniert wird. Man sieht auf den Holzpfeifen hinten kleine schwarze Punkte.

Das Instrument gehört zu den Lieblingsorgeln von Peter und Dieter; daher haben sie ein paar besondere und ein witziges Register eingebaut: Altmännergesang 16 Fuß. Wenn man dieses Register links zieht, öffnet sich ein Fach, und dort drin stehen: kleine Alkoholflaschen, Flachmann nennt man diese, glaube ich. Das Fach wird immer wieder neu aufgefüllt. So wie die Nachtigall mit Wasser. Nachtigall und Zimbelstern können leider nicht zusammen gezogen werden. Altmännergesang geht immer.

Samtig trockene Akustik. Die blau-goldene Orgel mit Engeln passt genau zum Stil der Kirche. Man könnte denken, das Gehäuse sei historisch, ist es aber nicht.

Sehr schön sind die Flöten und Zungen.

Die Disposition ist hier zum ersten Mal frei zugänglich im Netz:

Pedal Nöske Orgel Kirche Heinebach Alheim



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CD 2026 Bach berühren auf jpc

  1. Juli 2026: Ob der glaubt (so richtig?) – denn das zu wissen, ist wichtig denen, die den Zweifel glatt missen. (Dieter Gadischke)

Foto: Historische E.F. Walcker Orgel 1866 in Fränkisch Crumbach

Heute erinnere ich an Elisabeth Langgässer, 1899, christliche Schriftstellerin. Und endlich hat es geregnet!

Die Kurzgeschichten von Wolfdietrich Schnurre, 1920, dessen blasphemische Kurzgeschichten mir nicht gefallen: denn ich finde, man sieht diese Art „normale Frauenfeindlichkeit“ manchen Männern schon auf Fotos an.

Große mechanische Rinck / Dieter Nöske Orgel 2004 ev. Stiftskirche Rotenburg an der Fulda Hessen, 3 M, 38 R, Schleifladen

Die beeindruckende schmale Orgel aus hellem Holz in der gotischen hellen Stiftskirche St. Maria und Elisabeth in Rotenburg an der Fulda wurde 2004 von Orgelbau Rotenburg Dieter Noeske erbaut hinter dem schönen alten Gehäuse von Ernst Rinck von 1865. Der Turm wurde 1860 gebaut.

Die ehemalige Stiftskirche St. Elisabeth und Maria ist eine große evangelische Pfarrkirche mit Kreuzrippengewölbe und Gruftkapelle im schönen, malerischen Rotenburg an der Fulda im hessischen Landkreis Hersfeld-Rotenburg. Rotenburg hat ca. 14.000 EW.

Nicht weit entfernt steht die schöne evangelische Kirche St. Jakobi, ebenfalls mit einer großen Nöske-Orgel.

Der Bauinschrift am südlichen Chorturm zufolge: Anno domini millesimo trecentesimo septuagesimo incepta est structura haec – wurde 1370 mit dem Bau der Kirche begonnen.

Das nachfolgende große spätgotische Hallenlanghaus wurde bis 1501 nach einem Brand neu errichtet.

Nach Abbruch der spätgotischen Pfeiler und Langhauswölbung entstand 1822 ein klassizistischer Innenraum mit von dorischen Säulen getragenen Emporen in den Seitenschiffen.

Die Orgel wird von Orgelbau Rotenburg betreut. Die Akustik ist von einem brillanten Nachhall gefüllt. Sehr schöne singende Traversflöte 8 und Dolce 8; schöner Tremulant und singende Flöten.

Es war spannend, die Orgelbau-Firma Rotenburg an der Fulda zu besuchen und die Orgeln der Gegend zu spielen und die Kirchen anzusehen und vor meinem Konzert in Ludwigsau Ersrode die Kirchen in Ludwigsau, Knüllwald, Odenwald und Rotenburg an der Fulda zu besuchen und Süd- Nord- und Osthessen kennenzulernen. Ich spielte u.a. in Niedergude, Nenterode, Ersrode, Meckbach, Sterkelshausen, Niederthalhausen, Niederellenbach, Rotenburg, Rengshausen, Rohrbach, Friedlos und Beenhausen…

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CD 2026 Bach berühren auf jpc

29. Juni 2026: Wenn man den Tod aus seinem Leben verdrängt, ist das Leben nie vollständig; doch wenn man ihn einbezieht, bereichert man das Leben. (Etty Hillesum)

Foto: Konzert Reinheim Dreifaltigkeitskirche 2026

Heute erinnere ich an Veit Bach, Johann Ernst und Heinrich Bach. Pfarrerstochter Anna Helena Margaretha Wirth heiratete Johann Ernst Bach, der die Stelle nach J.S. in Arnstadt übernahm. Anna Helena starb direkt nach der Geburt ihrer Tochter, weil sich damals wenig um Schwangere gekümmert wurde. Was schade ist, denn diese kleine Tochter Anna Susanna war die letzte Vertreterin der Familie Bach in Arnstadt. Auch sie starb bald, vor ihrem Vater, der Mutter und Kind überlebte. Die Gesundheit von Frauen, Mädchen und Kindern war damals wenig wichtig. Das gleicht sich heute aus.

Ich finde es schön, bei einer Orgel sofort die Art Windlade, das Baujahr, die Trakturen erkennen und definieren zu können.

Romantische voll-pneumatische Köhler / Förster & Nicolaus Orgel ev. Kirche Reinheim in Hessen, Odenwald, 2 M, 19 R und 3 Transmissionen, Kegelladen, Schweller, Walze, 1240 Pfeifen

Die wunderbare Kegelladen-Orgel 1929/2023 im genialen türkisfarbenen Köhler-Barock-Prospekt von 1750 in Reinheim, Odenwald ist denkmalgeschützt. 1750 ist das Geburtsjahr von J.S. Bach. Köhler baute 24 Orgeln in einem Jahr. Heute unvorstellbar.

Der historische grün-goldene Prospekt mit Engeln ist eine Augenweide. Prachtvoll präsentiert sich die Orgel in der Dreifaltigkeitskirche. In dem Prospekt von 1750 stand bis 1928 eine von Köhler aus Frankfurt gebaute Orgel, bis die oberhessische Firma Förster & Nicolaus (F&N) für 18110 Reichsmark eine neue pneumatische Orgel in das bestehende Prospekt einbaute.

Die Disposition war hochromantisch und orientierte sich dennoch an der „Elsässer Orgelreform“ mit Soloregistern im oberen Manual. Bereits 1960 wurde diese Disposition, des zeitlichen Geschmacks geschuldet, leider tiefgreifend verändert und die schwebenden Registerfarben durch obertönige Register ersetzt, sowie Schweller und Crescendowalze ausgebaut.

Der elegante Prospekt ist mit zwei posaunenblasenden Engeln und der Initialkartusche Landgraf Ludwigs VIII. (1739-1768) geschmückt. Die Köhler-Orgel  hatte in Manual und Pedal 17 Register.Es ist meine zweite FN-Orgel. Die erste spielte ich in Frankfurt am Main.

Ich bin also wieder in Reinheim im Odenwald angekommen, eine süße Stadt bei Darmstadt. Die voll-pneumatische, romantische Förster & Nicolaus Orgel von 1929 im wunderbaren Köhler-Prospekt von 1750 wurde 2023 rekonstruiert – von Förster & Nicolaus. Für 230.000 €! Auf den Zustand von 1929. Nachdem Förster & Nicolaus sie selbst nach dem Zeitwahn-Geschmack in den 60er Jahren neobarock zerstört hatte – die eigene Orgel!

Sie bauten damals Sifflöte und ein absurd schrilles dreifaches Scharff in die pneumatische Orgel ein und klebten und klemmten die romantischen Solofarben, die Streicher und Flöten ab. Man sieht hier also eine Orgelbaufirma, die es immer noch gibt, im Wandel der Zeit in dreimaliger Tätigkeit von Neubau über Verirrung hin zur Rekonstruktion.

Der Prospekt, spitz zulaufend, ist komplett historisch und war nie vom Holzwurm befallen. Es befinden sich große goldene Engel oben und ein LL-Wappen. Die Pfeifen im Prospekt sind klingend. 2026/2027 wird der Turm mit Dach neu gemacht und die Orgel deswegen eingetütet.

Wunderschöne rosa Kippschalter für das HW I und himmelblaue für das SW. Auf einer Windlade unten steht mit kleinen Schildchen die Originaldisposition 1929.

Die Spendengelder vom Staat kamen, weil die Orgel im restaurierten Zustand unter Denkmalschutz steht. Das hatt 2021 Patrizia Lips (CDU) veranlasst, dann kamen vom Land Hessen, Landeskirchen, Sparkasse Hessen Thüringen weitere Spenden.

Gut kann die Gemeinde 53000 € stemmen, und durch weitere Spenden sind es „nur noch“ 25000 €.

Der Schweller hat sich ausgehängt, die Orgel ist etwas windstößig (und damit etwas verstimmt) und die Pedalkoppeln sind positiv träge, aber sie ist eben denkmalgeschützt.

Bei der Abnahme durch den Sachverständigen fiel die Orgel durch. Ups! Da war was los!
Beim nächsten Termin war der Chef von F&N dabei, da wurde einiges richtig gestellt: der Zustand von 1929 ist so, wie er ist – und nicht wie er gegenwärtig sein sollte. Basta. Das hat gesessen.

Klar sind Defizite vorhanden: der ca. 7 m lange Weg zum Gebläse auf dem Dachboden beispielsweise. Da sind die beiden Säulen rechts und links. Macht zwar keine Geräusche, ist aber ein viel zu weiter Weg, den die Luft gehen muss.
Aber da gab es strenge Auflagen, damit das Instrument als Denkmal anerkannt wurde, für die Fördergelder.

Selbst der Knopf zum Einschalten musste außerhalb des Spieltischs montiert werden. Wer kommt denn auf sowas?

Warm-samtig-trockene Akustik. Die schöne Oboe funktioniert leider nicht.

In die Orgelwand schnitten sich verewigend die Organisten der Jahrhunderte ein, u.a. von 1777 und 1786. Besonders schön ist die Traversflöte 4 und die Harmonika Aetheria 8.

Die Orgel wurde 29 Jahre lang nicht gereinigt; wurde jetzt alles gemacht, nach so langer Zeit ist dies sehr teuer, 53000 €. Bei der Restaurierung durch die Fa. F&N 2021/22 stellte sich heraus, dass die Windversorgung  im Spieltisch bis 1960 unzureichend war, d.h. gerade so funktionierte. Das spürt man auch heute noch etwas.

Bei geringen Temperaturschwankungen entfalteten sich diese Mängel und führten zu Fehlfunktionen bei der pneumatischen Schalttechnik, die nach 1960 reduziert wurde. Das Förderprogramm der Bundesregierung für historische Orgeln machte es möglich, die Orgel die originale Disposition zurückzugeben und sie erst dadurch als denkmalgeschützt einzustufen.

Laut Aussage der Orgelbauer ist sie die einzige erhaltene Orgel der Firma F&N, deren Disposition sich an die Elsässer Orgelreform orientiert und mit einer enormen Fülle an Spielhilfen wieder ausgestattet ist.

Bei der Gelegenheit wurde die Orgel gereinigt (letzte Reinigung vor ca. 30 Jahren), die pneumatische Technik überarbeitet (besonders die unzureichende Luftzufuhr  am Spieltisch), Pfeifen ausgetauscht, repariert und die Stimmvorrichtung gerichtet. Das doppelfaltige Magazin wurde komplett neu beledert. Die Manualklaviatur wurde überarbeitet und verformte Tastenbeläge erneuert.

Im Fußwinkelbrett wurde der Bretterverschlag entfernt und die Crescendowalze, deren Schaltmodul 60 Jahre mit gekappten Bleirohren in der Orgel lag, wieder eingebaut. Das Schwellwerk, dessen Jalousien über 60 Jahre auf dem hinteren Gehäuse lagen, wurde ebenso wieder in Funktion gebracht.

Nach 17 Monaten Arbeitszeit, im Sommer 2022 wurde die Orgel wieder feierlich eingeweiht und überrascht seither mit einem vollen, angenehmen, lichten und variationsreichen Klang. Inzwischen wurden namhafte Orgelvirtuosen und Virtuosinnen auf dieses Instrument aufmerksam und spielen Konzerte zur Freude aller.

Zu gern würde ich wissen, wie die barocke Köhler-Orgel von damals geklungen hat. Sie war seitenspielig und besaß ein Manual. 1929 kam dann der Neubau von FN im alten, wunderbaren Prospekt.

Die Dispositionen zu den Vorgänger-Orgeln sind hier zum ersten Mal im Netz:



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28. Juni 2026: Bist du weit fortgegangen? Ist es die Schuld der plötzlich so klug Gewordenen? Ist es die eigene, da wir deuten und bohren? Jede Krücke erinnert uns an dich, jedes Paar Augen mit Schmerz. (Elisabeth Lill)

Heute erinnere ich an die wunderschöne Jade Benning und ihre kleine ungeborene Tochter; beide wurden Opfer eines Femizids. Ihrem Mörder wurde bequem bond gewährt.

Mein Konzert heute in Reinheim bei Frankfurt war sehr schön und trotz der Hitze gut besucht, obwohl es in der ev. Dreifaltigkeits-Kirche heiß war und auf der Empore 32 Grad hatte. Selbst die dicksten Mauern einer ansonsten kühlen Kirche können dem männergemachten Klimawandel nicht stand halten – was erschreckend ist. Ich habe es ausgehalten, weil wir zufällig einen Ventilator im Auto hatten. Der flog uns zwar runter und arbeitete dann ohne Schutz, aber er hat dennoch sehr geholfen. Ich spielte die Uraufführung von Bernd Genz‘ Variationen zum schwedischen Volkslied Ute vår hage – und die Goldberg-Variationen zu Bachs Aria; an der schönen pneumatischen historischen Kegelladen-Orgel von 1750/ 1929/2023. Das Konzert wurde per Beamer nach unten gebeamt und aufgenommen. Es ist mein zweites Konzert hier. Mein erstes Konzert waren die Flötenuhren 2025.

Romantische voll-pneumatische Köhler / Förster & Nicolaus Orgel ev. Kirche Reinheim in Hessen, Odenwald, 2 M, 19 R und 3 Transmissionen, Kegelladen, Schweller, Walze, 1240 Pfeifen:

Die Ventilatoren sind rund um Würzburg komplett ausverkauft. Irre. Und es ist so heiß. Ich habe eine Art „Gieß-Störung“: Immer, wenn ich Pflanzen durstig sehe, habe ich das dringende Bedürfnis, sie zu gießen.

Und bin nostalgisch. Momentan bin ich im Jahr 2007 und liebe es, iPod zu hören – im Teufel iTeufel iPod Dock mit der Musik, die ich damals drauf gezogen habe auf meinen grünen 8GB iPod. Vieles davon ist Jazz, Klassik, Gospel, Worship aus den USA.

Meine schöne schwarze Baßflöte von Kunath ist angekommen, die hübsche Sigo-F-Bass, bequem, leicht und angenehm.

Historische Orgel ev. Kirche Mecklar-Ludwigsau 2 in Nordhessen, 1 M, 9 klingende Register

Die schöne Orgel im historischen Gehäuse mit goldenen Lorbeerblättern geht mit dem Gebläseschalter an (Calcant). Sie ist hinten offen und besitzt frühromantische Klänge.

Die evangelische helle Denkmal– Kirche in Mecklar, eine Radwegkirche im Ortsteil der Gemeinde Ludwigsau im Landkreis Hersfeld-Rotenburg in Nordhessen, ist eine Augenweide.

Die Kirchengemeinde Mecklar ist mit der Kirchengemeinde Meckbach zum Kirchspiel verbunden innerhalb von Ludwigsau 1 und 2. Sie gehören zum Kirchenkreis Hersfeld-Rotenburg im Sprengel Hanau-Hersfeld der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck. 

Die Saalkirche mit Mansardendach und Tonnengewölbe wurde neu nach dem Vorgängerbau gebaut. Das Kirchenschiff mit einem quadratischen Schiefer-Dachreiter und der Turmuhr ist von weitem zu sehen. Die Glocke ist von 1465.

Die Kanzel steht hinter dem Altar. Aus der alten Vorgängerkirche stammt ein Sakramentshaus im Chor vom Ende des 15. Jahrhunderts und ein Relief auf der Vorderseite des Altars.

Die Disposition ist hier zum ersten Mal im Netz:


Prospekt Orgel Mecklar Ludwigsau Hessen



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29. Juni 2026: Lass dein Licht in meinem Herzen scheinen, damit dein Glanz die Nächsten mit beglückt. (Fritz Schmidt-König)

Heute erinnere ich an Juliane Kunigunde von Anhalt-Zerbst, Ehefrau des Landgrafen.

Ich bin unterwegs zum nächsten Konzert in Reinheim. Doch diese 4. Bechstein-Orgel stelle ich euch heute trotzdem vor:

Beautiful Bechstein Nöske Orgel 1890 / 1986 Kirche Sterkelshausen Alheim Hessen, 1 M, 7 klingende Register

Die hübsche rot-goldene Orgel steht auf der Westempore. Die evangelische Kirche in Sterkelshausen in Nordhessen, einem Ortsteil von Alheim, wurde 1774 erbaut und ist Teil der Johanneskirchgemeinde Alheim. Samtig-trockene Akustik.

Der im Ortskern auf 271 Metern Höhe gelegene Bau ist als „Offene Kirche“ bekannt.

Hübsch sind die drei Glocken (Glaube, Liebe, Hoffnung), die den Eingang säumen. 

Die Kirchengemeinde gehört zur Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck.

Es ist meine 6. Nöske-Orgel und meine 4. Bechstein.

Es gibt hier auch einen sehr gut funktionierenden Schöpfer für lebendigen Wind. Lebendiger Wind ist ein Genuss beim Spielen. Er ist das Gegenteil von lautem Krach an der Orgel, den man mit Motor und Computer und Elektrik machen kann. Er ist zart, beinahe zitternd, sanft, flüsternd, dynamisch. Die ganze Orgel und das Spielgefühl verändern sich:

Die Orgel wird zu einem lebendigen Instrument, wie es auch früher immer gewesen und gemeint war. Und jeder Schöpfer sieht anders aus. Jeder Wind ist anders.

Lustig und etwas daneben ist, dass die Registerzüge innen mit Bleistift folgende Anmerkungen gekritzelt bekommen haben … ohhh… :

  • Laut
  • Leise
  • Schrill

Ich spielte u.a. in Niedergude, Nenterode, Ersrode, Meckbach, Sterkelshausen, Niederthalhausen, Niederellenbach, Rotenburg, Rengshausen, Rohrbach und Beenhausen…

Es war sehr schön, vor meinem Konzert in Ludwigsau Ersrode die Kirchen in Ludwigsau, Knüllwald, Odenwald und Rotenburg an der Fulda zu besuchen und Süd- Nord- und Osthessen kennenzulernen.

Die Disposition ist hier zum ersten Mal im Netz:

Glocken Sterkelshausen Kirche

Register Orgel Sterkelshausen Alheim Hessen



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CD 2026 Bach berühren auf jpc

28. Juni 2026: … sind mir aus den Gemeindemitteln bar bezahlet worden. Welches ich hiermit quittierend bescheinige. (Orgelbauer J. Stephan Schmaltz)

Foto: Wilhelm / Döring Orgel ev. Preußenkirche Friedlos Ludwigsau Osthessen 2026

Heute erinnere ich an die Schriftstellerin Maria Waser. Und an den Stadtpfeifer Christoph Hoffmann aus Wandersleben.

Ach, ich liebe diese kleinen historischen verborgenen unbekannten unerforschten Dorforgeln, die Gott in der Verborgenheit und Demut preisen, authentisch und wertvoll; weich oder direkt in samtig-trockener Akustik. Ohne Machtgebaren, Krach, Computer, Pompöses. So beautiful. Sie klingen nach lebendigem Wind.

Ich spielte u.a. in Niedergude, Nenterode, Ersrode, Meckbach, Sterkelshausen, Niederthalhausen, Niederellenbach, Rotenburg, Rengshausen, Rohrbach, Friedlos und Beenhausen… Und ich bewundere die lokalen Orgelbauer von damals, Unternehmer, fleißig, bis ins hohe Alter, selbst und ständig.

Historische romantische Bechstein Orgel 1847 ev. Kirche Rohrbach Ludwigsau 2 in Nord-Hessen, 1 M, 9 klingende Register, Kegelladen

Friedrich Bechstein (Vater von Heinrich Bechstein) (Rotenburg an der Fulda)

Die wunderschöne kleine Orgel 1847 auf der Westempore besitzt goldene Schleierbretter und war etwas eingetütet aufgrund der Maler-Arbeiten in der Kirche und aufgrund von Ameisen in der Kirche (Ameisenbefall).

Allerdings stehen im Prospekt viele bemalte und stumme grau-goldene „fake“-Pfeifen aus Holz (Pfeifen-Attrappen). Vermutlich wurden die klingenden Prospektpfeifen für den Krieg geklaut, oder es war schon immer so. Innen stehen die klingenden Pfeifen aus Blei-Zink.

Die Kirche ist hell und weiß und gepflegt. Sie steht in einem grünen Park und wird (wie viele Kirchen der Gegend) von alten Glocken auf dem Weg zum Eingang gesäumt. Über der Tür steht folgendes Wort:

Erbaut zur Zeit des Kurfürsten Wilhelm des Ersten im Jahre 1819

Das Instrument besitzt einen funktionierenden Schöpfer für lebendigen Wind. Auf Brettern wurden historische Notizen aufgekritzelt.Die evangelische Kirche Rohrbach ist ein denkmalgeschütztes Kirchengebäude in einem Ortsteil von Ludwigsau im Landkreis Hersfeld-Rotenburg in Hessen.

Die klassizistische Saalkirche wurde 1819 erbaut. Es ist meine 3. Bechstein-Orgel hier in Hessen.

Auf dem Satteldach des Kirchenschiffs, das im Osten abgewalmt ist, steht im Westen ein Dachreiter mit quadratischen Grundriss und einer achteckigen Laterne. Die hübsche Dorfkirche gehört zum Kirchspiel Ludwigsau 2 im Kirchenkreis Hersfeld-Rotenburg im Sprengel Hanau-Hersfeld der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck

Das Kegelladen-Instrument ist ein wertvolles Zeugnis des ländlichen Orgelbaus in der Region und harmoniert mit der Architektur der 1819 errichteten Kirche mit einer Empore, rot verziert.

Friedrich Bechstein aus Rotenburg an der Fulda war der Vater von Heinrich Bechstein, der dann seine Werkstatt eine Zeit in Groß-Umstadt hatte.

Ich spielte bisher in Heubach Odenwald in Südhessen und in Ober-Mossau im Odenwald in Südhessen an Heinrich Bechstein-Orgeln. Dies ist meine erste Friedrich Bechstein-Orgel, also die vom Vater, der die Dynastie gründete. Ich bin geehrt, ein Vater-Instrument dieser Dynastie zu spielen.

In Heubach ist die Sohn-Orgel von 1894 und in Ober-Mossau die Sohn-Orgel von 1866. Doch diese ist von 1847, also um einiges älter.

In Heubach war meine erste Bechstein Orgel überhaupt. Sie ist die einzige vollständig und original erhaltene Orgel aus dieser Werkstatt. Sie besitzt Elfenbeintasten und hat damals 2000 Mark zusammen mit dem Altar gekostet.

Und steht im malerischen Heubach im Odenwaldkreis in Südhessen zwischen Fackwerkhäusern. Ich habe schon viele Bechstein-Flügel gespielt. Aber Heinrich und Friedrich Bechstein haben nichts mit dem Klavierbauer Bechstein zu tun.

Die Rohrbacher Orgel wurde also von Vater Bechstein erbaut. Dieser war auch der Vorgänger von Dieter Nöske, der 1936 in Wriezen geboren wurde und 2020 in Rotenburg an der Fulda verstarb und mit seiner Werkstatt in ganz Deutschland weit über 150 neue Orgeln geschaffen und zahlreiche historische Instrumente restauriert; Orgelbau Rotenburg wurde die Firma nach seinem Tod genannt.

Die Akustik ist auch hier samtig-trocken. Die Orgel wird von Orgelbau Rottenburg betreut. Dort, wo wir den Schöpfer fanden, entdeckten wir oben viele historische Notizen ins Holz geritzt, wann die Orgel betreut, gereinigt und saniert wurde über den langen Lauf der Zeit.

Die Disposition ist hier zum ersten Mal im Netz:


Fakepfeifen Rohrbach

Dies ist der Spieltisch:

Spieltisch Bechstein Orgel Rohrfach Ludwigsau




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27. Juni 2026: Das Gegenteil von Opfersein ist Berufung: Sein und Tun und Motor. (AHS)

Foto: Pedal Johann Hoffmann / Siemann Orgel kath. St. Nikolaus Kirche Arnstein Franken 2026

Heute erinnere ich an: In der Zeit der Romantik begannen die Frauen, sich zu befreien; in heimlichen Salon-Meetings strebten viele weibliche Selbstfindung an; nahmen teil im Frauenmissionsverein, suchten literarische Salons auf und andere Zirkel. Wenn sie sich für weibliche Rechte in einer Testosteron-Welt einsetzte, wurde sie bereits damals als emanzipiert beschimpft. Das war für feinfühlige Frauen sehr schlimm.

Die Videos zu folgenden Orgeln sind alle bei mir auf Youtube:

Wilhelm / Döring Orgel Kirche Friedlos Ludwigsau Osthessen, 17 klingende R, 2 M

Die sogenannte Preußische Kirche im größten Ortsteil des osthessischen Ludwigsau namens Friedlos ist eine Augenweide. Sie ist gelb und markant mit einem schwarzen Schieferdach. Auch die alte Vorgängerkirche, eine Fachwerkkirche, war eine Augenweide.

Der osthessische Landkreis Hersfeld-Rotenburg liegt im Fulda-Werra-Bergland an der Fulda. Im Westen grenzt das Knüllgebirge an; jenseits der Fulda liegt der Seulingswald.

Es ist eine malerische und wunderschöne Landschaft mit renovierten Kirchen. Es gibt in dieser Gegend auch ein Machtlos undReilos.

Ludwigsau wird geteilt in Ludwigsau 1 und 2. Beide Teile haben wunderbare Dorfkirchen, die wir besuchten.

Für die Vorgängerkirche, die leider abgerissen wurde, baute die hessische Orgelbauerfamilie Wilhelm die Orgel. Sie wurde 1978 von Döring erweitert, umgebaut und saniert. Orgelbau Waltershausen betreute die Orgel und sanierte sie 2004. Nun wird die Orgel von Orgelbau Rotenburg an der Fulda betreut.

Die Kirche ist auch innen sehr schön: mystisch dunkel, mit samtiger Akustik. Auf der Südseite steht die Orgel, auf der Südwesten-Empore, da die Kirche nicht geostet ist.


Die wunderschöne rote Holzorgel in Bauerntracht war mal eine romantische süffige Wilhelm Orgel gewesen. Leider wurde sie von Döring neobarockisiert. Trotz dieses Eingriffes ahnt man noch die Schönheit der weichen Klänge. Es ist nun eine gute, leichtgängige und stabile Orgel im alten Prospekt. Leider kennen wir nicht die ursprüngliche Disposition. Ich forsche.

Die Disposition ist hier zum ersten Mal im Netz:


Historische mechanische Möller Nöske Orgel Beenhausen Ludwigsau 1 Nord-Hessen, 1 M, 8 kl. R

Die Möller-Orgel in der ev. Kirche im Ludwisgauer Stadtteil Beenhausen in der klassischen Saalkirche wurde 2014 von Orgelbau Rotenburg umfassend renoviert. Die Pfarrei gehört zum Kirchspiel Ludwigsau-Nord, Pfarrbezirk Beenhausen.

Die schöne helle kleine Kirche mit zartgelben hohen Emporen wirkt wie ein leckerer Käsekuchen oder wie eine Sahnetorte. Der dreiteilige kleine weiße Orgelprospekt ist rot umrandet. Ein paar gekröpfte Pfeifen gucken hinten frech über den Prospekt hinaus.

Heinrich Möller war der Vorgänger von Dieter Nöske, dieser wiederum der Vorgänger von Orgelbau Rotenburg. Der Allererste dieser Reihe aber war Orgelbau Bechstein, dessen Orgeln ich auch schon kennengelernt habe. Es ist eine lokale Orgelbau-Dynastie hier in Hessen. Die breiten süßen Registergesichter stehen nach vorn. Es ist meine dritte Heinrich-Möller-Orgel.

Die Disposition ist hier zum ersten Mal im Netz:

Rote Nöske Orgel Kirche Niederthalhausen Ludwigsau 1 Hessen, 1 M, 7 R

Die hübsche rote Orgel auf den weißen Emporen hier in Nordhessen ist ein kleines, kompaktes Instrument, das hinten offen steht, so dass man Teile des Innenlebens und Holzpfeifen erkennen kann.

Die evangelische Dorfkirche im Ludwigsauer Ortsteil Niederthalhausen (Landkreis Hersfeld-Rotenburg) beherbergt eine Orgel der Orgelbauwerkstatt Nöske (Orgelbau Rotenburg). Die aus dem 13. Jahrhundert stammende Kirche ist überregional zudem für ihre beiden historischen „Zuckerhutglocken“ bekannt.

Die Niederthalhausener Orgel wurde vom Rotenburger Orgelbauer Dieter Nöske erbaut. Nöske, der 1936 in Wriezen geboren wurde und 2020 in Rotenburg an der Fulda verstarb, hat mit seiner Werkstatt in ganz Deutschland weit über 150 neue Orgeln geschaffen und zahlreiche historische Instrumente restauriert.

Die Akustik ist samtig-trocken. Die Orgel wird von Orgelbau Rotenburg an der Fulda betreut.

Die Disposition ist hier zum ersten Mal im Netz:



Anbei meine neue CD bei Naxos:

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26. Juni 2026: Vaterlands- und Mutterlandsliebe ist nicht Selbstbewunderung.

Foto: Pedal Nöske Orgel Niederthalhausen Ludwigsau Hessen 2026

Heute erinnere ich an Johanna Siebel, 1873, Schriftstellerin. Und an Sophie von Mereau, deren Ehemann Clemens von Brentano ihr verbieten wollte, weiter Romane zu schreiben: „Glauben Sie mir, Sie sind eine schlechte Künstlerin!“

Das erinnert mich an Robert Schumann mit Clara.

In der Zeit der Romantik entstellten sogenannte „romantische“ Weltanschauungen auch und gerade in der Lyrik den Glauben. Es war von Sinn und Geschmack die Rede, von goldenem Licht; auch Erweckung wurde mystisch und verklärend gesehen.

Frauen hatten es auch in dieser Zeit nicht leicht. Gedichte „durften“ sie schreiben; aber Theaterstücke, Romane oder Novellen – das galt als unschicklich, verdächtig. Es gab viele frauenfeindliche Romantiker und Literaturkritiker, die die Schreiblust und Begabung von Frauen bremsten. Sie sollten nur Briefe und Tagebuch schreiben, nichts Öffentliches.

Männer hatten schon immer Angst vor dem scharfen Blick und Wort der Frau, vor der weiblichen Schreibgewandtheit und poetischen Gabe. Selbst Reiseberichte sollten sie nicht wirklich schreiben. Sie wurden dann als unweiblich dargestellt, was für viele Frauen ja das Schlimmste ist; und dabei so unsinnig. Heute ist es nicht viel anders; es stellt sich nur anders dar; je nachdem, wie der Zeitgeist blubbert.

Geblieben ist: Frauen werden oft durch das Mittel der Beschämung gestoppt: Unweiblich, schlecht, peinlich, klein, emanzipiert, feministisch, naiv, ungeschickt etc. Zudem das (christliche) Rollenmuster und der enge Rahmen, indem selbständige, mündige Identität und geistiges Wachstum, Gotteserfahrung und Lehrbefugnis von Frauen nicht vorgesehen ist und war. Frauen helfen und halfen sich nicht gegenseitig.

Der in der Männerwelt bis heute allseits geschätzte Brentano war besonders schlimm: Er unterdrückte und manipulierte seine begabte und vor der Hochzeit erfolgreiche Frau Sophie, die er schwängerte und die kurz nach der Hochzeit beim Gebären starb; eine Frau zu stoppen, war (und ist) auf diese Weise leicht. Sofort nach dem Tod von Sophie heiratete er ein sechzehnjähriges Mädchen, ein Kind – das todunglücklich mit ihm war und schon zwei Jahre später davonlief. Gut für Auguste. Er hätte sie sicher sonst auch auf dem Gewissen.

Jedoch seine Schwester Bettina konnte Clemens nicht stoppen. Sie hat sich frei gerungen von ihm.

Und nun wieder zurück zur Orgel:


Rote Nöske Orgel Kirche Niederthalhausen Ludwigsau 1 Hessen, 1 M, 7 R

Die hübsche rote Orgel auf den weißen Emporen hier in Nordhessen ist ein kleines, kompaktes Instrument, das hinten offen steht, so dass man Teile des Innenlebens und Holzpfeifen erkennen kann.

Die evangelische Dorfkirche im Ludwigsauer Ortsteil Niederthalhausen (Landkreis Hersfeld-Rotenburg) beherbergt eine Orgel der Orgelbauwerkstatt Nöske (Orgelbau Rotenburg). Die aus dem 13. Jahrhundert stammende Kirche ist überregional zudem für ihre beiden historischen „Zuckerhutglocken“ bekannt.

Die Niederthalhausener Orgel wurde vom Rotenburger Orgelbauer Dieter Nöske erbaut. Nöske, der 1936 in Wriezen geboren wurde und 2020 in Rotenburg an der Fulda verstarb, hat mit seiner Werkstatt in ganz Deutschland weit über 150 neue Orgeln geschaffen und zahlreiche historische Instrumente restauriert.
 
Die Akustik ist samtig-trocken. Die Orgel wird von Orgelbau Rotenburg an der Fulda betreut.
 

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