Bechstein Orgel Kirche Rohrbach Ludwigsau Hessen
ev. Kirche (1819)
Orgelbauer:
Friedrich Bechstein (Vater von Heinrich Bechstein) (Rotenburg an der Fulda)
Baujahr:
1847 / 2018
Datum des Erstbesuchs:
Juni 2026
Disposition und Spielhilfen
Historische romantische Bechstein Orgel ev. Kirche Rohrbach Ludwigsau 2 in Nord-Hessen, 1 M, 9 klingende Register, Kegelladen
Die wunderschöne kleine Orgel auf der Westempore besitzt goldene Schleierbretter und war etwas eingetütet aufgrund der Maler-Arbeiten in der Kirche und aufgrund von Ameisen in der Kirche: Ameisenbefall.
Allerdings stehen im Prospekt viele bemalte und stumme „fake“-Pfeifen aus Holz (Pfeifen-Attrappen). Vermutlich wurden die klingenden Prospektpfeifen für den Krieg geklaut, oder es war schon immer so. Innen stehen die klingenden Pfeifen aus Blei-Zink.
Die Kirche ist hell und weiß und gepflegt. Sie steht in einem grünen Park und wird (wie viele Kirchen der Gegend) von alten Glocken auf dem Weg zum Eingang gesäumt. Über der Tür steht folgendes Wort:
Erbaut zur Zeit des Kurfürsten Wilhelm des Ersten im Jahre 1819
Das Instrument besitzt einen funktionierenden Schöpfer für lebendigen Wind. Auf Brettern wurden historische Notizen aufgekritzelt.
Die klassizistische Saalkirche wurde 1819 erbaut. Es ist meine 3. Bechstein-Orgel hier in Hessen.
Auf dem Satteldach des Kirchenschiffs, das im Osten abgewalmt ist, steht im Westen ein Dachreiter mit quadratischen Grundriss und einer achteckigen Laterne.
Die hübsche Dorfkirche gehört zum Kirchspiel Ludwigsau 2 im Kirchenkreis Hersfeld-Rotenburg im Sprengel Hanau-Hersfeld der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck
Das Kegelladen-Instrument ist ein wertvolles Zeugnis des ländlichen Orgelbaus in der Region und harmoniert mit der Architektur der 1819 errichteten Kirche mit einer Empore, rot verziert.
Die Disposition ist hier zum ersten Mal im Netz.






Links
Gedacht 8 Fuß
Octav 2 Fuß
Pedal Koppelzug
Octavbaß 8 Fuß
Octav 4 Fuß
Rechts
Viola di Gambe 8 Fuß
Prinzipal 8 Fuß
Rohrflöte 4 Fuß
Subbaß 16 Fuß
Mixtur 1 Fuß 3 fach
Friedrich Bechstein aus Rotenburg an der Fulda war der Vater von Heinrich Bechstein, der dann seine Werkstatt eine Zeit in Groß-Umstadt hatte.
Ich spielte bisher in Heubach Odenwald in Südhessen und in Ober-Mossau im Odenwald in Südhessen an Heinrich Bechstein-Orgeln. Dies ist meine erste Friedrich Bechstein-Orgel, also die vom Vater, der die Dynastie gründete. Ich bin geehrt, ein Vater-Instrument dieser Dynastie zu spielen.
In Heubach ist die Sohn-Orgel von 1894 und in Ober-Mossau die Sohn-Orgel von 1866. Doch diese ist von 1847, also um einiges älter.
In Heubach war meine erste Bechstein Orgel überhaupt. Sie ist die einzige vollständig und original erhaltene Orgel aus dieser Werkstatt. Sie besitzt Elfenbeintasten und hat damals 2000 Mark zusammen mit dem Altar gekostet.
Und steht im malerischen Heubach im Odenwaldkreis in Südhessen zwischen Fackwerkhäusern. Ich habe schon viele Bechstein-Flügel gespielt. Aber Heinrich und Friedrich Bechstein haben nichts mit dem Klavierbauer Bechstein zu tun.
Die Rohrbacher Orgel wurde also von Vater Bechstein erbaut.
Dieser war auch der Vorgänger von Dieter Nöske, der 1936 in Wriezen geboren wurde und 2020 in Rotenburg an der Fulda verstarb und mit seiner Werkstatt in ganz Deutschland weit über 150 neue Orgeln geschaffen und zahlreiche historische Instrumente restauriert; Orgelbau Rotenburg wurde die Firma nach seinem Tod genannt.
Klang und Akustik

Persönliche Note

Es war sehr schön, vor meinem Konzert in Ludwigsau Ersrode die Kirchen in Ludwigsau, Knüllwald, Odenwald und Rotenburg an der Fulda zu besuchen und Süd- Nord- und Osthessen kennenzulernen.
Ich spielte u.a. in Niedergude, Nenterode, Ersrode, Meckbach, Sterkelshausen, Niederthalhausen, Niederellenbach, Rotenburg, Rengshausen, Rohrbach, Friedlos und Beenhausen…

Schreiben Sie einen Kommentar