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Organistin

14. November 2018

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Köln, Ahrend Orgel und Schloss Gracht 

Ich genoss wieder die Ahrend-Orgel in Köln in der Fronleichnamskirche Köln mit Buxtehude und Bruhns.

Ich spielte auf dem Schloss Gracht bei Köln den Klavierabend. Im Domradio wurde ich interviewt zu meinem Roman Frei wie die Vögel. Es gibt schon die neue Briefmarke zum Roman. Im ERF-Radio wird täglich aus dem Roman gelesen.

Auf dem Jazzfest Frankfurt spiele ich bald.

Dann die Orgel-Soiree in Tübingen. 

 

1. September 2018

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Lübeck Orgeln

Totentanz-Rosen-Orgel, Dom Lübeck, Stellwagen-Orgel, Marienkirche mit ihrem Orgeldschungel Kemper-Orgel in höchster Höhe, ihrem Kronenwerk und ihren fünf Manualen – ich fühlte mich dort oben in schwindelnder Höhe nicht sehr wohl (Höhenangst) … hier stürzte in der Bombennacht die Glocke.

Dann Kuhn-Orgel (Konzert) und an der Walcker-Orgel Konzert.

In der Woche hiervor spielte ich an der Hybrid-Orgel an der Wallonischen Kirche Hanau und auch in der Friedenskirche Hanau. Von Wolfgang Wiemer bekam ich das fein verzierte Spinett (Nagel, Rarität mit zwei Manualen).

16. August 2018

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Valencia, Spanien (Blancafort-Orgel)

Hola! Wie wunderschön ist es hier in Spanien und so sehr warm: Malvarossa Beach, Pinedo Strand, Valencia, die katalanischen Orgeln, Orgeln von Alberto Blancafort, von Jean Daldosso… Die CD-Aufnahme, Orgel, für Classicophon mit Julian Andres Bewig, machte sehr viel Spaß. In der Lufthansa-Maschine, over the Rainbow, sah ich den enormen Mont Blanc.

Ich übte gern an den Orgeln der Saint Mary’s Cathedral Valencia und der Iglesia de San Nicolas. Da es so heiß war, konnte ich oft nicht schlafen und war während der Aufnahme zur CD völlig erhitzt.

Valencia

Gedanke 49: Geprägt.

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Geprägt

Musik ist ein Spiegel der Gesellschaft. Warum sollte das Künstlerische nur leicht und ohne Arbeit zugänglich sein? Ich empfinde Vergnügen darin, dem Geheimnis nachzuforschen; zu ringen, zu verstehen. Niemand sollte der Lyrik vorwerfen, nicht leicht genug zugänglich zu sein. Forschen ist eine Aufgabe für Königinnen und Könige.

Stuttgart

10. Juni 2018

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Neustadt/Aisch

Ich freue mich auf die Konzerte in Neustadt/Aisch und in der Schweiz (Aargau). Zu meinem dritten Lyrikband Keine Wolke fällt tiefer als blau op. 3 habe ich in der Nähe von Leipzig ein Hörbuch aufgenommen. Der Orgelmeisterkurs bei Naji Hakim in Frankfurt mit Clerambault und Couperin war sehr spannend. Ich liebe die französische Barockmusik. Auch die französische Romantik (Vierne).

Bald steht die Orgelfahrt der HfMDK Frankfurt nach Hamburg an.

1. Mai 2018

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Bayern

Die CD des Live-Mitschnitts der Melbourne-Konzerte aus Australien ist in einem großen Paket heute angekommen. Ich musste das Paket allerdings von der Zollstation abholen. Die Aufnahmen zur neuen Bach-CD WTK I habe ich noch gut in Erinnerung (wie ich in der Flügeldecke einschlief). Manchmal frage ich mich, wieviel Farben ein Flügel hat.

Organ World: Wiederum die Männer an der Orgeln sind oft groß und lang und eher grobschlächtig. Warum? Der Lyrik-Kurs im Burkardushaus Würzburg war ebenfalls ein Erfolg. Es war schön zu sehen, wie die jungen Leute reimten und sich auch ganz ohne Reim poetisch ausdrückten. Ich saß ab und zu am frisch gestimmten Steinway-Flügel und inspirierte mit Musik. 

Musik

Musiker sind seit jeher, zumindest seit 1600 ein fahrendes Volk. Viel anders ist es heute nicht. Doch gleichzeitig sind wir Historiker. Durch Musik und Kunst kann ich Geschichte und geschichtliche Utopien nachempfinden. Ich spüre, dass ich eine lange Geschichte plötzlich aufrolle, wenn ich Musik mache.

Es ist manchmal kaum erträglich und schmerzlich, da diese lange Geschichte meine eigene berührt. Ich spüre die Wunden des Missverstandenseins, die so vielen Musikerinnen zugefügt worden sind durch alle Jahrhunderte hindurch — und meine dazu, die mich persönlich betreffen. Musikersein ist ein Seins-Zustand.

Wie viele Räume können sich in der vierten Dimension öffnen? Konvergieren und Divergieren, auch wenn sie Gegensätze sind, sind letztendlich das Gleiche im Bereich der Unendlichkeit, konkret nur an der Unendlichkeit interessiert.

Divergiert etwas nach Null? Nein. Konvergieren braucht erst eine Aufgabe und ist sehr abhängig von der Funktion, vom Verhältnis. Aber Divergieren ist davon freier, da Unendlichkeit keine Richtung kennt.

Der Kopf und die Seele des Menschen ist auch ein Raum, auch da gibt es Verhältnisse und Gesetzmäßigkeiten, Grenzwerte. Besitzt eine Folge, also ein Denkprozess, eine Summe und einen Grenzwert, eine Funktion, eine Abhängigkeit, so wird sie konvergent.

Es mag sein, dass Divergenz und Denken nicht wirklich kongruent sind, aber ich finde dies ein schönes Bild, sie in Verbindung zu stellen. Konvergiert eine Kurve, wird sie oder das Ergebnis immer kleiner, obwohl die Zahl ins Unendliche geht. Divergenz hat keinen Grenzwert und ist auch nicht abhängig von einem solchen Grenzwert, einen Sinn ist zu finden. Divergent zu denken hat für mich nur eine Grenze: die Wahrheit, und was oder wer ist die Grenze der Unendlichkeit?

Polen

Kreativität ist intuitives, innovatives, divergentes Denken. Denken mit Geist. Divergent bedeutet, dass man aus anderen Bereichen Erkenntnisse und Lösungen auf neue Probleme überträgt. Eigentlich kommt dieser Begriff divergent aus der Mathematik, aus der Kurvendiskussion, und bedeutet auseinanderdriftend.

Konvergent und divergent sind hier Annäherungsbegriffe in der Analysis. Eine Kurve nähert sich Null an, wird nie Null, wird unendlich klein. Oder sie driftet von Null weg, divergiert ins Unendliche. Ist dies nicht sehr symbolisch? Sie bedingen einander, sind eine Einheit, auch wenn sie Gegensätze sind. Kreativität braucht auch beides. Man müsste neue Begriffe erfinden und definieren. Was bedeutet der Begriff Kunst? Beim Divergenten wird aus Begrenzung ausgebrochen, es geht um Neues schaffen.

Dass Kreativität Denken ist, sogar Problemlösungs-Denken, mehr als traditionelles, menschliches, schulisches Denken. Die Gesetzmäßigkeit des Denkens ist die Sehnsucht, die Suche nach Wahrheit, für diese man bereit ist, anzuecken und zu leiden, daher kann man auch divergentes Suchen, Finden, Schaffen sagen.

Es geht dabei um Ästhetik, die für mich mit Denken und Wahrnehmen zu tun hat. Divergentes Denken ist in Ebenen verschachtelt und strebt nach außen, es ist ein Angriffsdenken, ein aus Systemen denkendes Denken, genauer, in Systembeziehungen denkend, ein Übertragungsdenken im positiven Sinne.

Es mag sein, dass das Wort divergent, seit 1967 von Joy Paul Guilford für Coachingszwecke und Intelligenzforschung genutzt, irreführend ist. Für mich nähert er sich gut an: Ein sich vergrößerndes, sich vermehrendes Denken.

Es stimmt, dass Menschen mit hohem divergenten Denken, also Künstlerische, oft Not haben mit Routine oder Schwierigkeiten mit Menschen, die unflexibel, ungerecht, altmodisch und pedantisch sind, klein halten, ausbremsen. Sie kreieren, konstruieren gerne, haben Mut, Neues auszuprobieren.

All diese Fähigkeiten braucht man auch in der Musik, in Wissenschaften, in der Schriftstellerei. Hohe Werte haben sie meist auch in symbolischen und semantischen Fähigkeiten, in abstrakter Symbolik. Ich bin immer noch fasziniert, dass Kreativität und Problemlösung eins sind, eng zusammengehören.

Doch viele konventionelle Leiter haben keinen Mut, Neues zu schaffen, zu kombinieren, nicht die Kreativität, das Umsetzen und Erkennen von neuen Wegen. Künstler gehören daher trotz ihrer Mängel dringend auch in Leiterschaft.

Sie sind an ganz neuen Problemlösungen dran. Konvergentes und divergentes Denken sind eine Einheit und gehören zusammen. Dadurch passen auch Kunst und Wissenschaft gut zusammen und sind nicht konträr. Sie sind Gegenstücke, aber im guten Sinn. Wie bringt man Künstlersein und Leitersein unter einen Hut? Wie Wissenschaft, Musik und Kunst?

Dazu kommt für mich noch Frausein in einer Leiter-Herrscher-Männerwelt. Es wundert mich, dass viele Gebiete oft Männerdomänen sind. Ich glaube, dass viele Frauen kreativ begabt und divergent denkend sind und sich einfach nicht trauen, sich dementsprechend einzusetzen.

Intelligenztests und Intelligenzforschung mögen umstritten sein, aber der SOI-Test hat meine Seele berührt, und Intelligenz hat viel mit Seele zu tun.