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Klavier

9. August 2025: Werden die Glocken abgestellt, damit es nachts nicht glockt?

Foto: Fischer + Krämer Orgel kath. Basilika St. Clemens Rheda-Wiedenbrück


Das Konzert gestern war sehr schön gestern und gut besucht. Die Orgel spielt sich butterweich. Die englische Tuba ist mild, mischt sich fein und passt auch gut zu Bach. Oft mag ich weiche Zungen dieser Art lieber als gewisse (vertikale) aggressive Zungenbatterien, die sich kaum mischen lassen oder extrem laut sind (z.B. bei neobarocken Orgeln).

Bei der g-Moll-Fuge am Schluss hat Harald geblättert. Meine einbalsamiert wirkenden Papyrus-wirkenden Noten konnte er gut handeln.

Auch die Kombination Glockenspiel-Tuba habe ich ausgekostet. Am Schluss verbeugte ich mich unten, was in dieser Reihe noch nie passiert ist. Mittlerweile bin ich geübt darin und sause wie eine Rakete jede Orgeltreppe hinunter, egal, wie lang, wie steil oder weit weg.

Danach waren wir beim Italiener Prego bis in die Puppen und redeten über Gott, Tod, Musik und Gesellschaft. Es ist mir unbegreiflich, dass so viele Kirchenmusiker nicht nur nicht konzertieren, was etwas ist, was ich nicht nur liebe, sondern ohne nicht leben könnte – die es also weder lieben noch brauchen!

Rheda in Ostwestfalen war eigentlich hübsch, ist jedoch u.a. von Syrern, Afghanen und Türken in teils arabische Stadtteile verwandelt worden, was Essen, Shops, Religion, Friseur, Restaurants, Supermärkte, Glaube, Gewohnheiten und Menschen auf der Straße angeht. Hier treffen große Kulturunterschiede aufeinander.

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8. August 2025: Sound the Trumpet! And the Tuba!

Foto: Fischer + Krämer Orgel kath. Basilika St. Clemens Rheda-Wiedenbrück

Mir gefällt die Fischer & Krämer Orgel mit ihren 50 Registern, den zwei 32 Fuß-Registern, der englischen Tuba und dem Glockenspiel hier in Westfalen. Ich übernachte im schönen Hotel Königs am Schloss.

Die rot angehauchte große Orgel mit schönem Rückpositiv und frei stehendem Spieltisch hat ihren Einschaltknopf hinten. Power Orgel. Ich freue mich auf mein Konzert und habe etwas Lustiges ins Gästebuch geschrieben.


Pedal Fischer und Krämer Orgel Rheda

mit Crocs an der Orgel

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Das HW ist in der Mitte. Gerades Pedal.

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Konzert Plakat St. Clemens Rheda

7. August 2025

Foto: Fischer + Krämer Orgel 1984 Basilika St. Clemens Rheda-Wiedenbrück

Das evangelische Rheda-Wiedenbrück hat ca. 50000 EW und eine große katholische Basilika.

Französisch orientierte romantische Fischer + Krämer Orgel St. Clemens Basilika Rheda bei Essen, 3 M, RP, Schleifladen, Glockenspiel

Die rot angehauchte Orgel mit schönem Rückpositiv hat ihren Einschaltknopf hinten.

Die neuromanische große St.-Clemens-Basilika besitzt die barock anmutende neue Orgel. 1999 reinigte die Erbauerwerkstatt Fischer+Krämer das Instrument. 2013 wurde der alte Setzer mit 32 General- und 6 Werkskombinationen durch eine neue, große elektronische Setzeranlage ersetzt.

Einige Register wurden aus der Vorgängerorgel wiederverwendet:

Bourdon 16′ im Schwellwerk (1900) sowie weitere Register von 1961. Die englische Tuba 8′  ist im Hauptwerksgehäuse untergebracht.
Das Glockenspiel ist mit Anschlagsdynamik gestaltet.

Es ist meine dritte Fischer + Krämer Orgel.

Brillante Akustik: Starker, sprechend vokaler Nachhall.

Der klangliche Aufbau orientiert sich am Stil der französischen Symphonik.

Elektronische Setzeranlage mit Sequenzern, abschließbar, Tutti, Registercrescendo, Appels für alle Werke, Geschwindigkeitsregler für Tremulant SW

Spieltraktur mechanisch, Registertraktur und Koppeln elektrisch

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6. August 2025: … wenn ich zum Abgrund zöge, ich fände dich darin. (Thurmair, 1912)

Foto: IBUG Chemnitz

Ich bin in Rheda-Wiedenbrück angekommen.

Zu Darwin Teil III:

Man kann das sicher beobachten: Überlebensnachteile, Vererbbarkeit, Merkmale von Trägern, Fortpflanzungsüberschuss, stoffliche Grundlage von Vererbung … 

Aber daraus zu schlussfolgern, dass wir von Wilden oder Primaten abstammen, macht meiner Meinung nach keinen Sinn, auch dann nicht, wenn man an nichts glaubt. Obwohl ich z.B. viel von meinen Eltern geerbt habe, so bin ich so anders und einzigartig, dass mir klar ist, ich bin nicht in erster Linie Kind meiner Eltern.

Auch wenn dabei viel Fortpflanzungsüberschuss passiert ist (und warum auch nicht, wer sagt, dass es nur ein Ei und ein Same geben darf und das Leben auf Sparflamme gekocht wird), so war und ist es vorherbestimmt, wann welcher Mensch entsteht. Gene und Biologie erschaffen kein Leben. Im Gegenteil, Gene und DNA sind Stoffe, die wie Blut und Spucke erschaffen wurden. 

Das Leben ist so übersprudelnd, dass jeder Mensch einen anderen Gang und Hintern hat, und das wäre sogar dann noch so, wenn jedes einzelne Ei befruchtet werden und nichts absterben würde. Und dieses wahnsinnige, kreative und kämpfende Leben ist durch keine DNA oder Selektion der Welt zu erklären, denn es gibt etwas VIEL Größeres: Geist.

Und diesen Geist kann ich sehen, fühlen, atmen. Er ist das Beste, was unsere Welt zu bieten hat. Oder woraus sollte Mr. Makroevolution ein Forellenquintett von Schubert entwickelt haben? Musik zeigt am eindrücklichsten, dass Darwins Theorie nicht aufgeht. (Er muss übrigens eher unmusikalisch gewesen sein, sagt mir mein Bauchgefühl, als ich ihn las.) 

Es geht eben nicht nur um Wachsen, Fortschritt, Überleben und Entwickeln. Der Tod ist eines der spirituellsten Dinge überhaupt. Das alles spiegeln die Natur und Musik wider. Sie sind dem Gesetz des Geistes untergeordnet. Und der hat keine begrenzten Ressourcen. So etwas gibt es gar nicht. Es geht darum, auch in der totalen Fülle sterben zu können und sogar zu müssen. 

Die Natur kann man zwar teils als harten Konkurrenzkampf sehen. Aber so war es ursprünglich nicht gedacht, dass wir uns wegbeißen. Es ist eine Konsequenz. Es gibt nämlich neben dem spirituellen Tod noch einen sehr schlechten, einen echten, ewigen und schlimmen Tod, oder besser ein Totsein. 

Darwin und seine Anhänger sind fast versessen auf Überleben und Nachteile und Vorteile und übersehen total, dass wir Menschen unsere schlimmen gleichen Nachteile durch Jahrhunderte tragen und aus keiner Geschichte etwas lernen oder verstanden haben. Diese „Nachteile“ nennt man Sünde – und keine Evolution der Welt wird dieses „nachteilige Merkmal“ beheben können. Gäbe es Evolution, wäre dieses nachteilige Merkmal, das unsere Welt zerstört, längst „nach und nach verschwunden“. 

Aber Evolution hat gar keinen Einfluss auf Charakter, Kultur, Moral, Geist und auch nicht auf Leben.

Ich war erstaunt, wie kindlich, banal und normativ Darwin schrieb und wie man überhaupt auf die Ideen kommen kann bis heute, dass er die Schöpfung oder das Leben oder unsere „Abstammung“ erklären könnte. 

Ich finde seine Theorie weder logisch noch wahrscheinlich noch wissenschaftlich, eher dilettantisch. Ich verstehe, dass man die Natur erklären möchte. Aber doch nicht so.

Ich finde, Gott erklärt sehr schön unsere reale Welt und seine Schöpfung, und ich kann vor allem SEHEN, was er meint. Es gibt viel mehr Indizien, dass es genau so ist, wie er es beschreibt als so, wie Darwin es vermutet hat. 

Es wäre traurig, wenn wir so abstammen würden wie Darwin und seine Nachfolger und Forscher bis heute behaupten. Gott wäre nie so banal. Sein ganzer Charakter ist völlig anders, finde ich.

Denn Gott hätte es doch gar nicht nötig, uns oder überhaupt irgendwas von „niedriger Stufe“ immer weiter zu „höherer Stufe“ zu entwickeln. Man sieht doch auch deutlich, dass das gar nicht stimmt. Selektion mag es geben, auch Fortentwicklung. Aber bei ihm ist alles sofort perfekt.
Die ersten Menschen waren keine „Wilden“ und auch keine Primaten. Gott hat keine Entwicklung nötig. Er ist kein Dilettant, der Millionen Jahre braucht, um etwas hinzubekommen und dafür Evolution braucht. Das ist menschliches Denken. Dieses wird oft mit Wissenschaft benannt, ist aber oft säkulares menschliches Denken. 
Was wissen wir schon, was vor 30 Millionen Jahren war, wenn wir sogar vergessen haben, was vor einem Jahr war und meist vor 100 Jahren nicht mal existiert haben auf der Erde? Egal, wie alt wir werden – wir sind und bleiben jung im Vergleich zu Gott und dem Universum.

Kann es sein, dass es Mikroevolution gibt, aber keine Makroevolution? Doch Evolution von Arten erklärt nicht, woher wir kommen, woher unsere Welt, unsere Schöpfung, woher wir stammen. 

Tiere sind natürlich sehr wertvoll, so auch Pflanzen, und auch Hunde, Katzen und Pferde haben wie wir Herz, Augen, Haut, Zunge  – aber das bedeutet nicht, dass wir von ihnen abstammen, sonst könnten wir auch von der Ameise abstammen. Natürlich sind Tiere von „Erde“ oder der gleichen Substanz gemacht wie wir und haben daher eine DNA wie wir – aber das bedeutet nicht, dass wir von Wilden, Primaten oder Affen abstammen. 

Porzellan und Keramik haben auch eine ähnliche Substanz, und auch Edelsteine sind Steine. Aber Edelsteine stammen nicht von Steinen ab.

Dass wir Menschen anders sind als Tiere, sieht man an Millionen von Indizieren. Auch daran, dass alle Tiere grundsätzlich Angst vor uns haben und eher sofort verschwinden, wenn sie uns sehen. 

Tiere werden vor keinem Gericht am Ende stehen. Die Würde des Menschen ist geradezu spirituell greifbar, selbst bei denen, die wir nicht leiden können, und wir haben Verantwortung. Woraus hat sich Verantwortung entwickelt oder selektiert?

Im Grunde ist vor allem alles, das Leben ein Wunder.

5. August 2025: … Nackte haben praktisch keinerlei Einfluss in der Gesellschaft. (Mark Twain)

Foto: Bad Homburg Gonzenheim

Der August ist voll mit schönen Konzerten in Rheda-Wiedenbrück, Binz (Rügen), Chemnitz, Bad Wildungen, CD Aufnahme BACH BERÜHREND, Eröffnungskonzert Schlossfest Zschopau im Erzgebirge, Bad Doberan und noch viele weitere Konzerte, und genauso auch der September.

Es ist dennoch manchmal nicht so leicht, in den (Landes)kirchen ein Zeugnis zu sein. Ich verstehe, dass Jesus viel größere Probleme mit den Schriftgelehrten hatte (der „Körperschaft von Geistlichen höheren Ranges“, vllt. vgl.bar heute mit dem Domkapitel und allen, die Macht in der Kirche haben), die er als Heuchler betitelte, als mit Kriminellen wie dem Mörder neben sich am Kreuz, der noch AM SELBEN TAG mit ihm im Himmelreich war.

Was für ein gesegneter Krimineller! Und wieviele Gutmenschen, Musiker und Geistliche werden im Vergleich dazu an einem ganz anderen Ort die Ewigkeit verbringen. Gott stellt eben alles auf den Kopf, und genau das liebe ich an ihm. Das spannendste Gerichtsverfahren werden wir erleben im letzten Gericht. Da wird vielen Anwälten und Richtern, Machtmenschen und den meisten Männern Hören und Sehen vergehen.

Kirche ist kein leichter Ort zu arbeiten. Weil dort so viel Hölle ist. Aber genau dort stellt Gott einen hin.

4. August 2025

Foto: Die Riesen-Orgel Wien im Stephansdom

Natürlich kann man Wien nicht ohne die Riesen-Orgel verlassen. Manche Orgelbauer bezeichnen sie als glatt und seelenlos. Orgelbauer, die an ihr gearbeitet haben, betonen stolz die Riesigkeit der Orgel, obwohl sie natürlich aus „ganz anderen Gründen Riesen-Orgel“ heißt. Es ist nämlich nur ein Zufall, dass sie riesig geworden ist und 130 Register hat. Das war gar nicht beabsichtigt. Eigentlich sollte sie eine Zwergen-Orgel werden und ist immer noch fast zu klein. Denn nur ab 130 Register wird Vielfältigkeit garantiert.

Es ist auch sehr wichtig, zu betonen von Riegers Personal Johannes Zander auf meinem YouTube Kanal, dass sie 231 Registerwippen hat. Zweihunderteinunddreißig. Erst ab 230 Registerwippen kann nämlich wahre Größe entstehen. Damit „könnte sie (sogar) als riesig bezeichnet werden“. Könnte. Das Instrument passt zur Bescheidenheit des Stephansdoms.

Sie ist geradezu das Symbol für Macht und Männer-Spielzeug. Vielleicht wird sie auf 400 Register aufgestockt. Je mehr Register, desto besser und mehr Seele. Und natürlich können auf diesem wahnsinnig komplizierten Geschoss zu 96 Prozent nur Männer spielen. Frauen wären völlig überfordert, zu ziehen und zu drücken. Ach, was sage ich. Es ist drücken und drücken.

Nun, ist diese Orgel der Rede wert? Was meint ihr?

Stephansdom Wien

3. August 2025: Das Mondschaf rupft sich einen Halm… (Morgenstern)

Foto: St. Karl Wien

Heute erinnere ich an die jüdische Opernsängerin Hilde Zadek, 1917, die über 100 Jahre alt wurde und auf dem Zentralfriedhof in Wien begraben.

Viele Menschen verlieren zur Zeit ihren Sinn für Identität, ihre Sicherheit in Wetter und Klima und sogar die Basis unseres christlichen Abendlandes im Christentum, das aus dem Judentum erwuchs. Ich komme mir vor wie in einer Vorzeit zum (letzten) (Dritten) Weltkrieg, ähnlich der Vor-Zeit um 1925 zum Zweiten Weltkrieg, wo man alle Anzeichen schon längst erkennen konnte.

Ich freue mich auf die ibug Chemnitz, bei der ich künstlerisch Teil bin und angefragt wurde: ibug 2025 – Festival für urbane Kunst, das Festival läuft von 22. – 24.08. / 29. – 31.08. / 05. – 07.09.2025. Chemnitz mausert sich!

In der Fuldaer Zeitung ist ein Bericht aus Flieden.

Und natürlich freue ich mich auch auf Cottbus:

Plakat Konzert Cottbus

2. August 2025

Foto: anonyme Barock-Orgel 1739 kath. Karlskirche Wien 2025

Heute erinnere ich an Eleonora Jerabek, 1869, in Wien auf dem Zentralfriedhof begraben, zusammen mit ihrem Mann.

Wunderschöne Barock-Orgel St. Karl Wien Wieden, 2 M, 31 R, Schleifladen, 1716 / 1739 / 1847 / 1972 / 1989 kath. Wiener Karlskirche (Rektoratskirche)

Die große weiße barocke Denkmalschutz-Kirche St. Karl am Karlsplatz in Wien gilt als Wahrzeichen Wiens. Der Karlsplatz liegt nah am Stephansplatz.

Die faszinierende Orgelempore mit Säulenvorbau zeigt die Barockorgel mit gebrochener Oktave in M und P, Zungen und begrenztem Umfang, die 1739 von Gottfried Sonnholz, 1822 von J. Deutschmann und 1847 von Joseph Seyberth aus Wien stark verändert und von 18 auf 31 Register erweitert wurde und mit einem freistehenden Spieltisch ausgestattet.

Die Seitenflügel stammen von 1847. Fast alle anderen Veränderungen dieser Art wurden 1972 wieder zurückgestellt durch Adolf Donabaum.

Orgelbau Gerhard Hradetzky renovierte die Orgel 1989 samt Klaviaturen.

Die Orgel der Karlskirche hat mechanische Traktur, besitzt 2 Manuale (C-c3) und Pedal mit Kurzoktav (C-a) – eine Besonderheit der Orgeln aus süddeutscher Orgellandschaft der Spät-Renaissance. Sie ist für Alte Musik konzipiert.

Die Orgel hat in der großen Oktav des Pedals kein „cis“ , kein „es“ , kein „fis“ und kein „as“. Die Stimmung ist nicht gleich-temperiert, 450Hz.

Die Kirche nimmt normal 10 € Eintritt.

Das Instrument hat als Besonderheit eine im Spieltisch eingebaute Harmoniumstimme („PhysHarmonica“, 1989 rekonstruiert). Damit erinnert sie mich an zwei wunderbare historische Walcker-Orgeln in Süddeutschland.

Die Akustik ist durch die hohen Decken majestätisch brillant.

Es war sehr schön, hier zu spielen.
Während ich spielte, zog der Publikumsverkehr, der auf die Orgelempore darf, an mir vorüber bzw. machte Videos und Fotos. Faszinierend ist die Mischung aus Alt und Neu: das Design der alten Fresken und die Lichtinstallationen.

Schön war es auch, auf dem Turm die Aussicht zu genießen.

https://youtube.com/shorts/1ycKjBiQEzg?feature=share

  1. August 2025

Foto: Koenig Orgel Kapuzinerkirche Wien

Heute erinnere ich an Marco d‘Aviano, Kapuzinerpater, 1699 in Wien gestorben.

Französisch barocke, neue Koenig Orgel 2017 kath. Kapuzinerkirche „Heilige Maria von den Engeln“ Wien, 2 M, 21 R: Manufacture d’Orgues Kœnig 

Es ist meine erste Koenig-Orgel und ein mechanisches Schleifladen-Instrument im hellen Gehäuse und löst die vorherige Rieger-Orgel ab. Sie klingt in einer Werckmeister III (1691) – Stimmung, leicht modifiziert. Ein solch klares, neu-französisches Instrument „im alten Stil“ ist absolut spannend! Französisch-romantisch angehauchte Instrumente gibt es ja viele, aber eine Französisch-Barocke eher selten.

Wie die romantische Rieger-Orgel im neoklassizistischen Gehäuse von 1893 Opus 2844 klang, weiß ich leider nicht, aber auf jeden Fall völlig anders laut Disposition.

Die Unterschiedlichkeit von Orgeln fasziniert mich. Die Koenig-Orgel ist ja auch weltenanders – wie soll ich es sonst beschreiben? – als die Peterskirchen-Orgel. So auch die Kirchen – die eine überbordend, die andere, diese, schlicht.

Diese neue Orgel klingt weich, klar, samtig. Die Akustik der kleinen, schlichten, hellen Kirche fließt schwingend durch das Tonnengewölbe, der kleinen Vorhalle, zwei Seitenkapellen: die Kaiserkapelle (links) und die Pietàkapelle (rechts).

Es war sehr schön, hier zu spielen.

Echt empfehlen kann ich die große Kapuzinergruft, in der die Habsburger inklusive Sisi und ihr Mann, und auch weitere 150 Berühmte in ungeheuerlich teuren, prunkvollen Särgen bestattet wurden, direkt unter dieser bescheidenen Kirche und ihrem Bettelorden. Ein Muss (mit Führung) nach dem Zentralfriedhof! Total spannend und Geschichte pur!

Kaiserin Maria Theresia im größten Sarg in den Grufträumen wurde von ihrem Mann sehr geliebt. Schicksale, Tod, Macht und Wahnsinn, Glaube, Ohnmacht und Erbe – alles erfährt man hier unten in den Gruftsälen.

Die schlichte einschiffige Saalkirche des Wiener Kapuzinerklosters gefällt mir. 
Das Kapuzinerkloster mit Kirche und Gruft wurde 1618 von Kaiserin Anna gestiftet. Heute leben wieder 9 Brüder im Kloster.

31. Juli 2025: … frei nach Mörike …

Foto: Flügelgrab Zentralfriedhof Wien Tor II: Udo

Heute erinnere ich wieder an Hildegard Burjan (1883). Ihr Grab ist als Ehrengrab ebenfalls auf dem Zentralfriedhof in Wien Tor II: Erste christlich soziale weibliche Abgeordnete, steht dort, und: „In te Domine speravi, non confundar in aeternum.“ (Auf Dich, Herr, habe ich gehofft, in Ewigkeit werde ich nicht zuschanden.)

Es liegen hier viele Musiker, auch Strauß, Ligeti, Lehner, Inge Konradi, Udo Jürgens und Falco, dessen Grab von Plunder der Fans geradezu vermüllt ist, aber auch viele klassische Musikerinnen und Künstlerinnen. Der Friedhof ist so groß wie eine eigene Stadt.

Viele Grabsteine sind so kreativ und künstlerisch, bunt oder romantisch, dass man staunt.

Sehr empfehlen kann ich auch Schloss Schönbrunn, in dem ich schon war, mit dem großen Tiergarten mit Pandas, Gepards und Eisbären, die kein Eis haben, dem süßen grünen Winkelschwanzskink (dessen Käfig viel zu klein ist), den großen Arapaimas – und dem exotischen Palmenhaus.

Und ich muss an noch jemand erinnern: an die wundervolle Laura Dahlmeier.

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