29. August 2025
Foto: Stöckel Orgel 1849 ev. Kirche Dittersdorf bei Zschopau, Sachsen, Erzgebirge
Das Konzert in Zschopau war gut besucht. Ein Großteil waren die Stücke im Duo mit Flöte; ich habe also immer zwischen Solo-Spiel und Duo-Spiel hin und her gewechselt. Am schönsten war hier die Sonate von Bach BWV 1016 – besonders der dritte langsame Satz ist extrem schön.
Das Pedal ist gewöhnungsbedürftig und die Bank war mir wie so oft zu hoch.
Meine Beine und teilweise Hände wurden nach unten gebeamt. Es war ein Veranstaltungstechnik-Team da, die auch Orgel, Altar und Kirche sehr schön beleuchtet haben, in Grün und Gold.
Der schlichte Kanzelaltar von 1857, der Taufstein aus Marmor mit geschnitztem Holzdeckel von 1751 und die spätgotische Sakramentnische von 1500 sind wunderschön.
Die Orgel soll nun 2026 für mind. 108.000 € saniert, gereinigt, gestimmt werden nach 30 Jahren, vermutlich von Orgelbau Groß. Hierfür wird Geld gesammelt. Im Grunde ist das Geld schon da. Besonders die Balg-Anlage muss saniert werden und der 32-Fuß.
Nach dem Konzert waren wir beim Inder.
Ich besuchte am Nachmittag das Schloss Wildeck mit Ausstellung und Turm; das Schlossfest geht morgen los, wir waren der Auftakt. Das Konzert gehört auch zur „Kulturkirche 2025 Chemnitz“, dem Purple Path.
Außerdem spielte ich nachmittags die schöne Stöckel Orgel in Dittersdorf bei Zschopau.
Die Disposition ist hier zum ersten Mal im Netz:
Es ist meine erste Stöckel-Orgel. Sie steht hier in der ev. Kirche.
Historische frühromantische weiße Stöckel Orgel Kirche Dittersdorf Kirchspiel Zschopau bei Chemnitz, Sachsen, Erzgebirge, Region Marienberg, 2 M, 19 klingende Register, mechanisch UND pneumatisch
Es ist meine erste Stöckel-Orgel. Die Kirche mit Schieferdach und Turm ist denkmalgeschützt.
1495 wurde die 1250 errichtete Kapelle umgebaut. Dabei wird ein Glockenturm aufgesetzt, Teile des Dachstuhls von diesem Umbau sind bis heute erhalten.
Die Kirche besaß zu diesem Zeitpunkt bereits die heutige Größe mit rechteckigem Chorabschluss. 1680 wurde Dittersdorf eine Filialkirche von Weißbach.
1685 erfolgte der Bau der Privatloge. Dieser schenkte 1693 die erste Orgel und 1695 den barocken Kanzelaltar.
1730 wird der Glockenturm neu errichtet; 1844 der Innenraumes umgebaut.
Es werden zweigeschossige Emporen mit klassizistischen Stilelementen eingebaut.
1849 wird die zweite Orgel geweiht, sie ist ein Werk von Orgelbaumeister Karl Traugott Stöckel aus dem kleinen Ort. Dittersdorf bei Zschopau hat ca. 2000 EW. (Es gibt auch ein Dittersdorf in Thüringen.)
Die Disposition ist hier zum ersten Mal im Netz.
Das Besondere dieser Orgel ist, dass Orgelbau Alfred Schmeisser, welche ich aus Wittichenau und Leipzig kenne, das zuvor einmanualige Instrument mit einem zweiten Manual versehen hat 1934, einem Oberwerk, das aus Platzgründen pneumatisch wurde. So haben wir ein HW unten mechanisch und ein pneumatisches OW drüber! Einzigartig!
Die Akustik der kleinen Kirche ist samtig-trocken. Die Zungenlose besitzt ein gerades Pedal.
Es ist sehr schön, hier zu konzertieren, im Rahmen der Kulturhauptstadt Chemnitz.

