Koenig Orgel Kapuzinerkirche Wien (Kapuzinergruft)
kath. Klosterkirche (1618)
Orgelbauer:
Yves Koenig (Frankreich, Elsass) Manufacture d’Orgues Kœnig
Baujahr:
2017
Datum des Erstbesuchs:
Juli 2025
Disposition und Spielhilfen
Französisch barocke, neue Koenig Orgel Kapuzinerkirche „Heilige Maria von den Engeln“ Wien, 2 M, 21 R
Es ist meine erste Koenig-Orgel und ein mechanisches Schleifladen-Instrument im hellen Gehäuse und löst die vorherige Rieger-Orgel ab. Sie klingt in einer Werckmeister III (1691) – Stimmung, leicht modifiziert. Ein solch klares, neu-französisches Instrument „im alten Stil“ ist absolut spannend! Französisch-romantisch angehauchte Instrumente gibt es ja viele, aber eine Französisch-Barocke eher selten.
Wie die romantische Rieger-Orgel im neoklassizistischen Gehäuse von 1893 Opus 2844 klang, weiß ich leider nicht, aber auf jeden Fall völlig anders laut Disposition.
Die Unterschiedlichkeit von Orgeln fasziniert mich. Die Koenig-Orgel ist ja auch weltenanders – wie soll ich es sonst beschreiben? – als die Peterskirchen-Orgel. So auch die Kirchen – die eine überbordend, die andere, diese, schlicht.
I Grand Orgue
Montre 8′
Bourdon 8′
Prestant 4′
Flute à cheminée 4′
Quinte 22/3‘
Doublette 2’
Plein-Jeu 4f 11/3‘
Grand Cornet 8′ (ab c’)
Trompette 8′
II Positiv
Bourdon 8′
Flute 8′
Flute allemande 4′
Nazard 22/3‘
Doublette 2’
Tierce 13/5‘
Larigot 11/3‘
Cromorne 8’
Cymbale 3fach
Pedal
Subbass 16′
Flöte 8′ (Verl.)
Basson 16′
Trompette 8′

| Spielhilfen & Koppeln | II/I, I/P, II/P, Tremblant douce |
Klang und Akustik

Die neue Orgel klingt weich, klar, samtig. Die Akustik der kleinen, schlichten, hellen Kirche fließt schwingend durch das Tonnengewölbe, der kleinen Vorhalle, zwei Seitenkapellen: die Kaiserkapelle (links) und die Pietàkapelle (rechts).
Persönliche Note

Es war sehr schön, hier zu spielen.
Echt empfehlen kann ich die große Kapuzinergruft, in der die Habsburger inklusive Sisi und ihr Mann, und auch weitere 150 Berühmte in ungeheuerlichen, prunkvollen Särgen bestattet wurden, direkt unter der bescheidenen Kirche und ihrem Bettelorden. Ein Muss mit Führung nach dem Zentralfriedhof! Total spannend und Geschichte pur!
Kaiserin Maria Theresia im größten Sarg in den Grufträumen wurde von ihrem Mann sehr geliebt.
Die schlichte einschiffige Saalkirche des Wiener Kapuzinerklosters gefällt mir.
Das Kapuzinerkloster mit Kirche und Gruft wurde 1618 von Kaiserin Anna gestiftet. Heute leben wieder 9 Brüder im Kloster.




Sehr schön. Gern hätte ich dein Orgelspiel gehört…