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Ann-Helena Schlüter

28. April 2021

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Disziplin ist die wichtigste Voraussetzung für eine persönliche Karriere. (Jutta Müller)

Man wird durch Disziplin gestählt, geformt.

Die Noten zu Zimbelstern sind nun bei mir im Shop. Wehmut kommt. Und mein zweites Orchesterwerk.

Heute erinnere ich an Gillian Flynn, Ruth Bader Ginsburg, Eren Keskin, Eva König. Gerade diese letzte finde ich am beeindruckendsten. Alleinerziehende Geschäftsfrau, auf sich gestellt, mutig. Noch heute ist es so: Vernachlässigt ein Mann wegen seinem Beruf seine Familie, sagt niemand etwas, ist das ok. Tut dies eine Frau, ist die Empörung groß.

Heute aß ich Rote Beete und Sauerkraut, weil es gesund sei, so die Frau im Bioladen. Um mich damit über Wasser zu halten, aß ich Ofenkäse dazu. Draußen Massenteststation.

Wie die Leute mit nackigem Rücken auf der Shakti- Massage-Akkupunktur-Matte liegen können laut fb-Gruppe, ist mir ein Rätsel. Jeden Tag eine Minute mehr. Es tut sehr weh. Ich bin kein Fan.

Foto: Donata Wenders (Frau vom Wim Wenders)

Bach und Trost:

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27. April 2021

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Wie man mit Komplexem umgeht, das sagt aus, wer man ist. (AHS)

Interdisziplinäres Arbeiten gehört für mich dazu, Literatur und Musik, Malerei und Musik, Wissenschaft, Forschung und Musik miteinander zu verbinden.

Wie man mit dem Komplexen umgeht, beispielsweise Bachs Musik oder Menschen, sagt aus, wer man ist. 

Weiter Privatissima zu meiner Dissertation ist gut gelaufen mit Handouts und PP (Power Point Präsentation) via Zoom. Ich habe ein komplexes Forschungsdesign, daher muss ich schriftliche und mündliche Befragung gut auseinander halten (Datenarten, Einzelmessinstrumente quan und qual). Forschung ist präzise, ästhetisch, transparent und genau, man legt alles offen, dezidiert erklärt, bildet alle Zwischenschritte ab, dröselt auf, damit es deutlich, linear und nachvollziehbar wird. Diese Expertise ist eine Welt für sich und viel Arbeit. Man muss eine Stringenz aufbauen, die State of the Art abbilden, gendern, Daten aufeinander beziehen, definieren… Nichts darf diffus bleiben. Man kann sich vorstellen, dass man sonst einen brennenden Wald nicht mit einem Wassereimer löschen kann. 

Heute las ich in einem altmodischen christlichen Buch von Paul Tournier: „Es scheint mir, dass die Frau nie glücklicher ist, als wenn sie sich einem Mann widmet.“ Ich frage mich, in welcher Welt diese Männer leben. Zu ihrer Zeit (lange her). Weiter: Die Frau hätte eine „natürliche Ergebenheit“, die von Männern ausgenutzt wird.

Nein: Eine Ergebenheit haben Kids ihren Eltern gegenüber. Aber dann werden viele erwachsen.
Einige Frauen lassen sich leider (bewusst) ausnutzen. „Die Frau“ gibt es jedoch nicht.

Meine schwarze, indische Akupressurmatte Shakti ist angekommen. Sie soll Musikerrücken helfen und ist Bio. Zudem unterstützt sie die unterdrückten indischen Frauen. Sie tut etwas weh. Ich nehme sie mal mit ins Bett. Super ist auch die Black Roll. Und ich trage mein Achtsamkeitsbändchen und lese „Simplify your Life“. Bin auf dem Relax-Trip.

Heute war ich im Selgros einkaufen, habe mir ein schwarzes Modal-Long-Kleid gekauft für Aufnahmen und Spargel, probiere das mal wieder selbst aus. Und Chocomel (Kakau).
Ich bekomme oft frisches Obst und Gemüse von einem befreundeten Landwirt.

Heute habe ich GVL ausgefüllt, die Artsys Page ist etwas anstrengend. Man braucht viel Zeit, vor allem bei vielen Titeln. WordPress mit seinen vielen Updates finde ich auch oft anstrengend.

26. April 2021

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Der Anfängergeist ist wichtig. Er ist der Weg zur Weisheit. Anfänger sehen viele Möglichkeiten, Experten nur wenige. (Suzuki)

Das ist wahr. Ich werde nie den zärtlichen Anfängergeist vergessen, den ich beim Orgellernen hatte, im Orgelstudium, weil ich Pianistin war, auch Pianistin bin.

Bald kommt mein neues Buch:

    Über die Sinnlichkeit, als Musikerin-Profi ein neues zweites Instrument zu lernen  

Beides, Pianistin und Organistin sein. Schlamm, Glanz und Sterne

Ich kann allen Profimusikerinnen raten und wärmstens ans Herz legen, als Erwachsene noch ein neues Instrument zusätzlich professionell zu lernen, besonders denen, die als Kind ein Instrument lernten, mit 3 oder 4 Jahren: Die sich an den Prozess des Lernens nicht mehr erinnern können, so wie ich. Es gibt kaum etwas Sinnlicheres, als ein neues Instrument noch mal bewusst als Profi zu lernen. Es ist wundervoll. Dieser neugierige, unschuldige, unvoreingenommene Anfängergeist mischte sich mit meinem professionellen Vor-Wissen und meiner Musikalität, so wie sich Eis mit heißen Himbeeren, mit heißer Schoko-Soße verbindet und diesen süßen Schock einläutet. Ich liebte als Kind das Eis in den Pausen in der Meistersingerhalle und steuerte beim ersten Glockenschlag direkt auf den Tisch zu: Vanilleeis mit heißen Himbeeren. Es waren lange Orchesterkonzerte, Abokonzerte, und ich war klein. Aber ich habe diese Konzerte, selbst im Dämmerschlaf, in unglaublich schöner Erinnerung. Es mischte sich das Orchester mit Eis und Halbschlaf und drang angenehm in mein Unterbewusstsein. Schlamm und Sterne). Als „professionelle Anfängerin“ bekommt man nun all das hautnah mit, wie man ein Instrument erlernt, wie eine Patientin ohne Narkose. Ein Aha-Erlebnis nach dem anderen. So habe ich also Klavier gelernt? Die Konfrontation mit der eigenen Musikalität. Seitdem unterrichte ich gern. Dieser Anfängergeist eröffnet völlig neue Welten. Vorsicht: Es gibt immer gelangweilte und neidische Profis und Profs, die den Anfängergeist zerstören wollen, die meinen, etwas gehe nur in einer gewissen Norm, die hindern, bestimmen, besser wissen, kontrollieren, lästern, die Potential aufhalten wollen, sich zusammenrotten. Die meinen, das Handgelenk sei immer nur so oder so zu halten, oder die nur den jungen Männern die Tür öffnen. Die an einer Hierarchie festhalten. Der Anfängergeist aber ist so viel stärker. Er ist voller Neugierde und Weisheit. Ich weiß noch, als ich drin war mit der Orgel in Frankfurt in HfMDK, da flog ich dem einen Lehrer um den Hals. Ich wusste in dieser Sekunde: Hier öffnet sich eine völlig neue Welt, Gold, Diamanten.

Geschmolzene Erinnerung.

Auf den Orgelfahrten habe ich Dinge gesehen, gewusst und gespürt, die „erfahrenen Hasen“ verborgen blieben.

Der Anfängergeist lässt Dinge in einem nachreifen, so wie ich im alten Mercedes auf der nächtlichen Heimfahrt von den Abokonzerten noch voller Musik war und alle Welt tanzen sah vom Autofenster aus.

Es ist zwar ein harter Weg, zwei, beide Instrumente professionell zu spielen, mit beidem zu konzertieren, frisch und virtuos zu halten, beides zu üben. Das Kindheitsinstrument und das Erwachseneninstrument. Aber es ist auch ein Segen.

Bald kommen auch wieder neu Songs von mir, ich wurde so oft gebeten, damit weiter zu machen. Ich mag sehr die Stimme von björk.

Mendelssohn:

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Bachvermittlung – Bach berühren. Musikvermittlung. Concert Studies Jugendliche. Ann-Helena Schlüter

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25. April 2021

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It’s a wall. Get over it!

Aber echt! Ich mag es sehr, Englisch zu sprechen.

Ist es nicht schön, dass meine Zitate immer zur Zeit und zum Tag passen, auch wenn ich sie schon lange vorher ausgesucht habe? Sie passen immer zum Tag.

Mai findet wohl alles statt, freue mich. Ich spiele auch bald für die Hiob-Stiftung in Plaue. Zoom-Meeting Privatissima Dissertation mit PP gut gelaufen. Meine erste große PP via Zoom. Ich bin auf einem super guten Weg. „Meine Arbeit soll wasserdicht sein wie die Entwicklung eines Impfstoffs“ – nun, kein Kommentar.

Es ist schön, jetzt YouTube ohne Werbung zu haben, denn die Werbung ist… nervig.

Ich freue mich über Eure Bestellungen meiner Bücher via Paypal und all euer Interesse und Support auf social medias! Jemand schrieb mir, dass er seinen Schülern regelmässig meine „colorierten Noten“ zeigt, um ihnen klar zu machen, dass Noten keine Heiligtümer sind und sie damit arbeiten dürfen.

Anbei die schöne Trost-Orgel mit ihren Thüringer Grundstimmen und der Flöte in der RH, die jemand lustigerweise Kalashnikov-Flöte nannte.

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Heute die schöne rote Orgel mit historischem Gehäuse in Weikersheim ev. Stadtkirche gespielt. Wunderschöner Marktplatz. Seit der Trost-Orgel geht alles so einfach.

Bachvermittlung: Freiwillig und gern ins Konzert gehen, das ist das Ziel!

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Ich wurde wieder für eine Zeitung interviewt. Man schrieb mir, mein Spiel sei frisch und innovativ. Das freut mich. Hier sind die Antworten:

Was denkt ihr, was die Fragen waren?

Ich bin durch Bachs Musik zur Orgel gekommen. Besonders die Kunst der Fuge führte mich zur Orgel: S.D.G. Meine Liebe zur Orgel begann und wuchs in Leipzig. Die Orgel ist für mich ein himmlisches Klang- und Farbwunder, eine Leiter zum Lob Gottes, ein Zeitreisenkatapult ins All der Ewigkeit. Sie schafft es, längst vergangene Zeiten musikalisch lebendig und zeitlos zu machen.

 Ja, sie ist Königin, neben mir (Spaß beiseite), zusammen mit dem Flügel. Auch wenn es männliche Orgeln gibt. 

Ja, es ist richtig, dass die Kirchenmusik nicht nur sehr traditionell, sondern sogar frauenfeindlich ist. Besonders komponierende Organistinnen ziehen den Neid gewisser Männer der Szene auf sich, da es auch viele Semi-Organisten gibt. Ich freue mich, dass ich diese altmodische Denken durchbrechen kann und auch jungen Leuten und Mädchen zeigen und präsentieren kann, wie interessant und spannend die Orgel ist: virtuos und berührend. Daher auch die Bachvermittlung an Orgel und Flügel.

Ich habe einen Zyklus Pandemic Dance in Coronazeiten (bereits beginnend mit Teil 1 im März 2020) geschrieben. Ich möchte gern die hellen Stimmen der Orgel zur Geltung bringen, die, die selten, die nie verwendet werden, jedenfalls nie allein. Sie stehen für die Ausnahme-Situation. Meine Werke thematisieren die Angst, vielleicht auch die Hysterie. Aber immer mit dem Glanz des Trostes und der Beruhigung.

ps: atemlos durch die Zeit

Hunden skäller, men karavanen drar vidare.

Hunde kläffen, aber die Karawane zieht weiter.

Die Karawane bin ich.

Dass Organistinnen drei Jahre nach ihrem Orgelabschluss Zahnarzthelferin werden, wie man mir heute über eine Kollegin erzählte, ist ein Armutszeugnis für die Männer-Kirchen-Szene und deren Orgel-„Professoren“. Wer den Typus eines deutschen Organisten nicht erfüllt…

Weibliche Konkurrenz subtil leise oder gar ganz „auszuschalten“ ist noch immer ein Merkmal von deutschen Kirchen. 

Man kann sich fragen, was aus der schüchternen, zurückhaltenden Ann-Helena geworden ist… Nun, spätestens seit meinem Orgelstudium weiß ich, dass frau gern ignoriert wird.

Frauen werden oft gelobt ja, gemocht, gerühmt für „freiwilliges“ Hintenanbleiben, um Männern damit Platz machen. Die Konkurrenz ist dann zumindest schon mal um den weiblichen Teil verkleinert. Der Typus Organist ist nicht eine weibliche, kleine, impulsive Frau. Dabei ist Impulsivität eine Stärke, die oft in der Kirchenmusik fehlt.

Zudem ist jede Schmalspur-Branche auf Dauer eng. Es braucht auch ein paar „eierlegende Wollmilchsäue.“

“Jesus paid a much to high a price for us to pick and choose who should come“. (Casting Crowns) Musiker bezahlen ebenfalls einen viel zu hohen Preis, als dass ein paar bestimmen dürfen, wer es schaffen und dazugehören darf und wer nicht. Es geht dabei nicht um Sympathie.

Heute weiter an meiner Dissertation gearbeitet. Wissenschaftliche Musikpädagogik ist sehr systematisch. Das ist anstrengend.

Ich übe Ritter. Schöne, etwas oberflächliche Musik, macht aber Spaß, passt perfekt zu gewissen Orgeln. Ich mag das Spannende von Leopardin von Follett, wenn auch wie immer etwas anzüglich geschrieben, wahrscheinlich um die Leser bei Laune zu halten. Sehr empfehlen kann ich die alten DVDs von Der Dicke.

Gestern übte ich Klavier auf der Straße in der Sonne. Ach, wie die Vögel sangen. Sie wurden immer lauter. Ich konnte voller Vogelgesang mich selbst nicht mehr hören. Vögel lieben Musik. Vögel gehören zu den musikalischsten Wesen dieser Erde. Ich könnte jedes einzelne knuddeln. Und ich gab ihnen und den Nachbarn ein spontanes Social Distance-Open-Air-Konzert.

Unsere Weltkugel ist so zerbrechlich wie die Orgel: Papierdünne Atmosphäre. Die Werke sind Kontinente.

Heute erinnere ich an Ewa Kopacz aus Polen, Savyon Liebrecht aus Israel.
Und zum ersten Mal fränkischen Spargel gegessen in diesem Jahr. Lecker! Mit Spätzle und geräuchertem Schinken.

Organ Vlog #5:

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23. April 2021

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Es ist sehr wichtig, in Bewegung zu sein, ein Ziel zu haben und das zu tun, was wirklich von Bedeutung ist. (Marija Gimbutas, Litauen)

Viele schreiben, dass Zeit die Wunden heilt, andere wiederum, dass Zeit eben im Gegenteil nicht heilt, sondern verschlimmert. Ich denke mir, wie kann man überhaupt auf die Idee kommen, dass ausgerechnet Zeit hier eine entscheidende Rolle spielt? Man muss sich an den wenden, der über der Zeit steht.  The HOLY SPIRIT.

HOLY SPIRIT ORGEL CD 2022 AUDITE VERLAG

Und werft einen Blick auf meine Seiten Bachvermittlung und Musikvermittlung

MAKING OF NEW BACH CD

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22. April 2021

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Platz eins gehört einer Frau. (Annalena Baerbock)

Heute erinnere ich an Heidi Hetzer, Unternehmerin, die Autowettbewerbe fuhr, und an Maria Blasco und Carol Greider, Forscherinnen.

Konzert Gerstheim wurde auf 2023 verlegt.

Wie man mit dem Komplexen umgeht, beispielsweise Bachs Musik, das sagt aus, wer man ist.

Zimbelstern mit Fagott, Zungen und Flöten:

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21. April 2021

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Frieden beginnt mit einem Lächeln.

(Mutter Teresa)

Ich freue mich auf mein Interview im Deutschlandfunk im Mai. Lest gern hier in meine Bachvermittlung hinein (Menüpunkt), Wortschöpfung, Pionierin. Und natürlich meine Malerei. Wie findet ihr es, dass ich die Menüpunkte Malerei nach oben setzte?

Ich spiele übrigens bei der Stiftung der „aufmüpfigen Frauen“. Ist das nicht süß? Frau Metz ist sehr lieb. Ich fahre am 7.10. hin.

Manchmal weiß ich, wenn ich rausgehe, nicht, was es Neues gibt, Sperre, Lockdown oder nicht, Geschäfte zu oder nicht, ich lasse mich überraschen. Ich bin in meiner Kunstblase. Aber ich sollte mehr Interesse am normalen Leben haben. Nachrichten oder Tipps regen mich innerlich auf, ich höre da nicht mehr hin. Doch erfahre ich von den anderen, was los ist, und es ist meist… Mir geht es besser, wenn ich in meiner Kunstblase bin. Ich lebe ohne Corona in Coronazeiten, als gäbe es das ganze Verrückte nicht. Heute kam die CD von Emilie Mayer mit den unfassbar schönen Klaviertrios, mit einem Frauentrio Vivente – so was Schönes. Ich schwelge.

Meine Mutter ist nicht Fan von meinen „sehr modernen Orgelwerken“. Sie fragte mich allen Ernstes, ob all die Komplimente zu Zimbelstern auf YouTube von Männern stammen, die in mich verliebt seien. Anders könne sie sich das nicht erklären.  – Ich bin total begeistert von Zimbelstern. Ein vorwitziges Zimbelsternchen in einer Combo mit Fagott.

Frieden, siehe Zitat, kann erst sein, wenn Frauen nicht nur als Einsteigerinnen im Berufsleben eine Selbstverständlichkeit sind, sondern auch in Führungspositionen. Stattdessen gibt es viele Musikhochschulen, die nur Männer einstellen; viele Machos unter deutschen Akademikern, die keine Offenheit haben, Frauen den Weg zu Spitzenpositionen zu eröffnen. Heute möchte ich an Dorothee Blessing und Maria Barbal erinnern, Managerin, die andere katalanische Autorin. Frauen wird oft ein falscher Traum aufgezeigt, u.a. der Traum einer gewissen „Schönheit“, die Männern gefällt – dabei ist dies meist keine wirkliche Schönheit, sondern eine künstliche Welt, mehr noch, eine Irreführung. Schönheit kommt von innen. Das hat nichts mit Figur oder Makeup zu tun. Im Gegenteil, Schminkzeugs trocknet die Haut aus. Die Sucht vieler Frauen, Männern zu gefallen, ist traurig. Heute erinnere ich auch an Kiki Kogelnik, Künstlerin gegen das toxische Frauenbild, das aufgezwungen wurde.

Neue Noten

Klage und Wehmut, Trost-Orgel:

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19. April 2021

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Wenn ich als schwarze Frau Anerkennung finden will, muss ich besser sein als mein weißes Gegenüber. (Dee Bridgewater)

So ist es oft als Frau: Man muss besser sein als männliche Gegenüber.

Ich bin wieder zuhause; bin von Thüringen abgeholt worden; noch erschöpft. Danke für fast 1800 Follower auf YouTube und über 12.300 auf fb.

Das letzte Mal, als ich an der Trost-Orgel spielte, war kurz vor Corona. Ich mag auch das Schloss in der Puppenstadt Waltershausen. Man kann natürlich streiten über den Sound, ob Beethoven an einer Bach-Orgel passt. Ob Romantik und Wiener Klassik passt. Auch aufgrund der Nebengeräusche an historischen Orgeln, obwohl die Mikrofone unten stehen. Und weil es auch etwas verstimmt klingen kann bzw. es Windphänomene gibt. Aber ich liebe den Sound und finde es spannend, Beethoven für die Orgel zu bearbeiten, da es kaum Klassik für die Orgel gibt. Ich mag es, Dinge auszuprobieren und zu experimentieren; auf der einen Seite eine Jahrhundertreise anzutreten, auf der anderen Seite damit Neues zu wagen, auf der Suche nach kompositorisch Neuem. Und ich mag es, Ungewöhnliches zu wagen, Ruhiges, Zärtliches an großen Orgeln zu spielen; gerade als Pianistin, an einer großer Orgel, wenn man Lautes  und Virtuoses erwartet. Ist nicht Beethovens Mondschein-Sonate in vielem romantisch?

Ich mag an der Trost-Orgel die Flammen (wie an der Sonnen-Orgel), die beiden Teufel, die früher Hörner und Blutaugen hatten für den Organisten Ritz (Teufel statt Sonnen),  die zärtlichen Quintaden, die besonderen Koppeln (Knopf oben, Schieber unten, hierbei den Schieber weg von sich bis zum Anschlag schieben, dann ist die Koppel aktiv). Ich mag es, Dinge schon mal anzuregistieren.

Theo hat Recht: Man braucht an der Trost-Orgel die Figur eines Frosches, lange Arme, lange Beine, kurzer Oberkörper, um Pedal und OW gut gleichzeitig bedienen zu können. Je größer und länger man ist, umso besser. Man spürt, wenn man klein ist, alle Intervalle körperlich, vor allem die Oktaven.

Hildebrandt (Naumburg) und Trost waren Konkurrenten in ihrem Bachorgelbau. Ich mag Trost unglaublich gern, da ich seinen Eifer schätze: Es war seine Chance, in Waltershausen die große Orgel zu bauen. Und unter schweren Bedingungen und unter Anfeindung und Streit baute er sein Lebenswerk, zog deswegen nach Waltershausen. Die Orgel könnte, gäbe es mehr Platz auf der Empore und wäre sie luftiger gebaut, doppelt so mächtig klingen. So bleibt sie sogar im tutti filigran und verschmilzt wunderbar mit dem Raum. Die Orgel ist geradezu „vollgestopft“ mit Pfeifen. Manche Register sind daher Urlaubsregister (Vacat) und schweigen. Und dennoch gibt es Schmuckpfeifen.

Wen es interessiert, und wer die Trost-Orgel auf der Hauptwerk-Orgel hat, was für Register ich verwendete (die Nummern wurden sehr viel später hinzugefügt, 1998):

Erster Teil Piece d’Orgue: 41 und 51. Grave von Piece d’Orgue: Koppel 3. M., 1,3,61-64,7,8,13,16,71,72,17,18,19,32-34,68,67,76. Dann beim ungarischen Cymbal beide Koppeln verwenden HW.

Bach Trio-Sonate 1. Satz. 2,8,9,11,12,22,61,65,73; 2. Satz: 8,41,37,68,72; 3. Satz: 8,11,12,16,22,32,61,73,74.

Beethoven: HW 11, 8, 4, 45

Passacaglia Fuge: 10,11,64,61,62,18,72,71,73,75,1,32,44,51,77,72

Anbei Video Brahms Fuge as-Moll an der Trost-Orgel: 8,45,4, Tremulant, Gedackt…

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Viel Feind, viel Ehr. (Matthias Eisenberg)

Sehr interessant war es, auf dem sauberen Holz-Dachboden gegenüber der Trost-Orgel weitere Pfeifen und die vier großen Bälge in Betrieb zu sehen (die Orgel war an), eigentlich zu weit weg von der Orgel, so gibt es gewisse Wind-Phänomene, vor allem bei romantischen Werken, gewisse „Windstößigkeit“ (was mich generell noch nie gestört hat bei historischen Orgeln. Mich stört es nur etwas, manchmal, wenn etwas verstimmt ist).

Oben im Rundgang gibt es auch eine Art Museum mit dem Radial-Pedal und alten Pedal-Pfeifen.

Ich möchte gern einmal in Altenburg die kleinere Trost-Orgel sehen. Und ich liebe es, dass die Trost-Orgel eine Bach-Orgel ist. Bach-Sound.

Wen es interessiert, und wer die Trost-Orgel auf der Hauptwerk-Orgel hat, was für Register ich verwendete (die Nummern wurden sehr viel später hinzugefügt, 1998):

Grüne Taler: HW (Mitte); braun: Pedal; rot innen: OW oben; rot außen: BW unten (manchmal laut).

Mendelssohn: 1,3,10,13,16-18,32-34,38,41,51,61,62,64, Koppel zum 3. M. Dazu muss man den Stick/Knopf erst hochdrücken und dann innen runter.  Das Koppeln ist notwendig, aber macht das Manual noch schwerer.

Beethoven: HW 11, 8, 4, 45; weitere Manuale: 52,44,41 (Motor ist 47).

Ludwig van Beethoven (1770-1827):

Trost-Orgel Waltershausen, Thüringen, Transkription: AHS, Orgel 1722 eingebaut, 300 Jahre Trost-Orgel, Stadtkirche „Zur Gotteshilfe“, genialer Orgelbauer Tobias Heinrich Gottfried Trost (1680-1759), Waldstein-Sonate 2. Satz, Adagio molto Introduzione Pastorale
Größte und bedeutendste Bach-Orgel Thüringens
Größte Barock-Orgel Thüringens, 1998 restauriert
Trost und Bach kannten sich; kleine Schwester-Orgel in Altenburg,
Zur Kirche: Thüringens frühester barocker Zentralbau mit der größten Orgel der Bachzeit!
Video: Jens Gerold und Thomas Kühr, TMR-Radio.de in Waltershausen
Danke an Theophil Heinke
Soli Deo Gloria!

Ludwig van Beethoven – Trost Orgel Waltershausen, Waldstein-Sonate, Adagio, Bearbeitung: Ann-Helena Schlüter

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