Wetzlar war sehr schön, die große schöne Dom-Orgel mit ihren 3500 Pfeifen. Schöne Presse.
Ich freue mich, nun die neue Vleugels-Orgel in St. Peter Würzburg kennenzulernen. Wenn ich bald wieder in Köln bin, besuche ich gern mal wieder meine Baptistengemeinde dort, in die ich ging, als ich in Köln Klavier studiert habe.
Die Beckerath-Orgel mit ihrer Barker-Maschine hat mir sehr gefallen, das Konzert war sehr gut besucht, besonders die Zugabe am Steinway liebte das Publikum; es ist schön, wenn eine große Kirche wie der Dom zu Wetzlar mit guter Akustik zwei schöne Instrumente hat. Ob man Liszt B-A-C-H auf einer Beckerath spielen kann? Warum nicht? Vielleicht sehe ich das eines Tages anders. Aber noch finde ich nicht, dass man sich da zu sehr einengen lassen sollte von festgefahrenen Meinungen von Leuten, die niemals B-A-C-H spielen. Unter meinem Plakat hing zufällig ein Hinweis zu Maria 2.0. Ich mag auch die Beckerath in Würzburg (meine Übe-Orgel) und Frankfurt. Wetzlar ist eine friedliche und schöne Stadt mit vielen Cafes und Restaurants. Es gab leckeren Spargel.
Und die Presse hat schön geschrieben.
Die letzten Korrekturen zu meinem Roman Kalila und zum Lyrikband Keine Wolke fällt tiefer als blau sind fertig. Auf dem Rückweg fuhr ich über Frankfurt.
Für mich kaum zu glauben: In meinem Buch Flügel auf Reisen von 2016 habe ich mein Orgelspiel natürlich nicht erwähnt, da ich 2016 Konzert-Pianistin war ganz ohne Orgel… Das ist noch gar nicht lange her und doch wie Welten weit her. Und nun auf nach Heidelberg! Mit Frei wie die Vögel.
Es ist schön, nachts in schummrigen Dömen zu üben, gestern im Dom Wetzlar. Umringt vom ruhigem Marktplatz, Pflastersteinen und grünem Mailaub, vom Mond, regennasser Luft spielte ich Vierne. Heute ist das Konzert. Die Beckerath-Orgel in Wetzlar ist wunderschön, das Programm: Bach, Liszt, Buxtehude, Messiaen, eigene Werke. Bereits heute und gestern in den Gottesdiensten gespielt, auch am wunderschönen Steinway. Die ohnmächtige Vernunft wird von der Musik aufgefangen.
An der Orgel freue ich mich auf meinen ersten Vierne: 3. Sinfonie. Ich spiele zum ersten Mal eine Sinfonie!
Am Flügel habe ich Vierne und Widor natürlich nicht kennengelernt. Außerdem wird dort oft erst mit Bach “das Licht angeknipst”. Aber was ist mit Buxtehude, Bruhns, Muffat, Froberger, Sweelinck, Pachelbel, Frescobaldi, Couperin… ?
Gerne denke ich dabei an meine Konzerte in Korsika und Uganda und Ägypten zurück (Luxor und Petra und Kairo). Besonders Kampala und Matugga in Afrika, dort, wo ich überall Assiimwe genannt wurde.
Ich freue mich auf meine Konzerte in Heidelberg St. Bonifatius und Heilig-Geist-Kirche an den schönen Orgeln und am Flügel, dem Steinway. Sowohl die Mönch-Orgel als auch die Steinmeyer-Orgel in Heiliggeist gefallen mir gut. Aber ich liebe alle Orgeln. Vorletzte Woche besuchte ich die Schillerstadt Marbach. Künstler-Fotos mit Ralf Schuck.
Der Roman Kalila ist fertig mit 28 Kapiteln, es war eine spannende Zeit. Er wird 2020 wieder beim SCM-Verlag herauskommen. Schreiben und Orgel und Klavier ist eine schöne Trio-Sonate. Nun habe ich in einem schwedischen Buch gelesen, dass das Gehirn die Größe der zwei Hände hat, wenn man sie in Fäusten gegeneinander hält. Da meine Hände so klein sind, kann mein Gehirn nicht groß sein. Ich bin ehrlich gesagt erschüttert, wie klein es ist. Ich hoffe, es kommt nicht auf die Größe des Gehirns an. 🙂 Nun erst mal Wetzlar Dom-Konzert, bevor es nach Frankfurt und Heidelberg geht. Es kommt mir vor, als hätte ich schon in jedem Bundesland Deutschlands studiert. Musik und Autorität…
Ich freue mich auf meine Konzerte an der Ostsee, in Helbigsdorf, Wetzlar, Aschaffenburg und Sagard und Sassnitz (Rügen). Die Kindt-Orgel in Sagard letztes Jahr war wunderschön. Ich bin etwas später gerne am dänischen Wieck spaziert. Ich liebe Barockorgeln. Meine Lieblingsorgel ist diesbezüglich die Cahman-Orgel in Lövstabruk.
Gern denke ich an Bonn und Klais-Orgelwerkstatt zurück. Die Mönch-Orgel in St. Bonifatius Heidelberg ist sehr schön, auch die Orgel in der Stadthalle Heidelberg.
Ich freue mich, dass ich dieses Jahr wieder Schweden besuchen kann. Letztes Jahr war wundervoll: Gränna Hamn, Skogskyrkogarden Jönköping, da Verwandte von mir sind, Munksjön. Landvetter Airport Göteborg, Mariefred, Skjervoy, Slott genom Vasa. Pfifferlinge im Wald gesammelt und gebraten.
Ich erinnere mich so gut an Stockholm letztes Jahr, die Zeit im Hus Lövstabruk mit den vielen Flügeln und Orgeln. Besonders schön war die Düben-Orgel (Neo-Barock) in Stockholm, der Fazoli-Flügel und die Heuvel-Orgel (nach Cavaillè-Coll) in der Katharinenkirche Stockholm, die Cahman-Orgel in Lövstabruk, die Deutsche Kirche Stockholm, die Marcussen-Orgel in der Storkyrka, Musikgudtjänsten, und der Orgel-Meisterkurs mit Hans-Ola Ericsson.
Und Jönköping natürlich, St. Sofia, Vättern-See. Aber auch Fjord Ljungskile, der Strand von Restenäs, Wind, Muscheln, Steine, ähnlich mit Nordirland und doch ganz anders. Im Rathaus Würzburg wird immer mal wieder ein schwedisches Zusammentreffen gefeiert.
Musik und die Beschleunigung des historischen Wandels, Aufklärung und Musik, Bildungsimpulse… Was ist heute Musik?
Heute war ich in Bonn, Orgelfirma Klais, es duftete nach Holz. Es war sehr schön zu sehen, wie diese großen wertvollen Pfeifen hergestellt und gelötet werden, Windladen, Bälgchen, die Kernstücke einer Orgel. Es war spannend, wie Tasten aus Holz und Knochen verarbeitet, Schnitzereien, Engel und Gehäuse gezeichnet und erarbeitet werden. Eine große Werkstatt. Drei bis vier Orgeln pro Jahr werden hergestellt im Wert von ca. 1,5 Millionen Euro pro Orgel, in alle Welt (Polen, USA, Deutschland, Schweiz…). Es stimmt, dass die Orgel das einzige Instrument ist, dass bereits Energie liefert. Der Organist braucht keine Energie zu geben: Dies hat enorme Nachteile. Manche Organisten können damit nicht umgehen, was sich in maßloser Macht und Lautstärke ausdrückt. Es ist geklaute, billige Energie, was Pianisten und Trompeter etc. so nie liefern könnten und würden. Nun habe ich selbst viel Energie. Meine Energie trifft auf die Energie der Orgel. Ich hoffe, dies wird ein wunderbares Duett. Philipp Klais hat alles wunderbar erklärt und gezeigt.
Es ist nun eine Woche her, dass ich in Amsterdam war. Ich liebe diese Stadt.
Voll, dunkel und etwas aus den Fugen geraten blies die Beckerath-Orgel Frankfurt über mich hinweg; schnell fügte ich meine Fuge ein.
Gestern das Vorspiel an der Schiegnitz-Orgel in der Hochschule für Kirchenmusik HfK Heidelberg war sehr schön (Bach 542, Muffat). Ich liebe es, dass Musik etwas Animalisches hat, bei Bach besonders gezähmt, dass mich die Energie zusammen mit Trost überschäumen lässt. Aber auch Bruhns und Buxtehude haben dieses Animalische, Geniale, Wilde. Bei Bach ist eine außergewöhnliche Mischung aus animalisch und galant gegeben, jedoch beides untergeordnet unter den Anker des Generalbasses, dem Fundament, Prinzip der Polyphonie, symbolisch.
Begeistert war ich auch von der Walcker- und der Krämerorgel in der Christuskirche in Heidelberg und der Mönch-Orgel in St. Bonifatius.
Viele fragen, wie eine Künstlerin im kleinen Würzburg wohnen kann, warum ich nicht in Berlin wohne. Eine kleine Stadt wie Würzburg ist ein Rückzugsort, wenn man viel unterwegs ist; und es gibt noch andere Gründe. Ich habe außerdem viele Jahre in Großstädten gewohnt, in Nürnberg, Köln und Phoenix, ich reiste durch die ganze USA und reise viel durch und in Großstädten, all die Hauptstädte der Welt.
Wenn ich zuhause in Würzburg schlafe und das Fenster auf habe, ist es ganz ruhig, obwohl auch Innenstadt. In den Großstädten höre ich den bibbernden, quellenden Großstadtlärm durch die Fenster in der Nacht, der Lärm flimmert wie in Hitze. Ich weiß noch, wie ich mitten in Manhattan in New York gewohnt habe.Wenn Autos in der Ferne zu hören sind, klingen sie wie Disharmonien.