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Gedanken, Gedichte, Gebete

Lyrik und Dichtkunst. Lyrisches Miteinander: Gedanken, Gedichte und Poesie. Momente der Kommunikation und der Vertrautheit. Wortgemälde. Lyrische Beute. Schwedisch-deutsche Klangimpressionen.

Lyrikbände: Piano Lyrik op. 1, Flügelworte op. 2 und Keine Wolke fällt tiefer als blau op.  3 (Periplaneta Verlag Berlin / Glaré Verlag Frankfurt am Main). Romane: Frei wie die Vögel (SCM); Flügel auf Reisen (Fontis / Brunnen).

Wissenschaftliche Bücher: Bachvermittlung (kopaed)
Neu: Gesungene Sehnsucht op. 4 (Glaré Verlag Frankfurt) 2023

Anthologien mit Lyrik 2024 (u.a. Literaturpodium)

Ich höre gern Bach auch in “neuen” oder anderen Farben, in Swing-Farben: Zum Beispiel Jacques Loussier Trio, am besten auf Platte, Jazzpiano, Bass und Drums, alles analog, real und unplugged, wobei man deutlich hört, dass der Pianist klassisch ausgebildet wurde wie ich: non legato, virtuos, brillant. Besonders empfehle ich Play Bach No. 1 und No. 5 bei DECCA.

Oder Jazz Sebastien Bach, Les Swingle Singers: Ein gemischter, sehr rhythmischer und professioneller Jazzchor mit Drums, auch zart, die Bachs Fugen singen (Philips).

Sehr interessant ist auch The Well-Tempered Synthesizer mit Walter Carlos (“virtuose elektronische Performance von Bach und Barockmusik”) (CBS). All das sind schöne Spielereien, aber kein Vergleich mit dem berührenden Original. Ich empfehle auch originale Werke für Bach auf der Laute. Und interessant: Yehudi Menuhin erklärt die Instrumente des Orchesters auf Platte.

Ich habe auch eine Platte mit der “größten Kirmesorgel der Welt” – aber die ist rather furchtbar.

Meine Lieblingskünstlerinnen im klassischen Bereich sind übrigens Ingrid Haebler und natürlich Clara Haskil.

Heute erinnere ich an Edmonia Lewis, Bildhauerin, 1844. Sie schrieb, sie hätte in ihrem Leben als Künstlerin sehr unter Männer gelitten. Das ist heute leider nicht anders. Viele Männer schämen sich jedoch mittlerweile für ihre Geschlechtsgenossen. Ich habe ja auch einige Feinde, Verleumder und Stalker. Und es gibt Männer, die sind herzgebrochen, wenn sie lesen, was ich oft an Lügen und Attacken ertragen muss. Und ich bin dankbar, dass immer mehr Richter und Staatsanwälte Hate Speech als Straftat ansehen, auch das Liken von Hate Speech auf facebook und das Befreundetsein mit solchen Mobbingseiten (was viele Kirchenmusiker betrifft). Ob durch mich hier endlich mal eine Änderung geschieht und das hier “stumpfe Schwert der Justiz” (LG Trier) gegen Hater endlich vorgeht?

Frauen müssen für ihre Rechte kämpfen. (Julieta Lanteri, Ärztin und Politikerin, 1873)

Interview Melbourne, Australien:

Krell Orgel Alt St. Martin Kirche Düsseldorf (älteste Kirche Düsseldorfs)

Heute erinnere ich an Beethovens anonyme “unsterbliche Geliebte“, der er Gedichte schrieb. Wie Beethoven wohl als Lehrer war? In seinem Testament kommt er mir recht narzistisch vor. Aber das sind ja viele Männer. Künstlern verzeihe ich dies leichter, da sie gleichzeitig so hilflos, verstört und suchend sind.

Heute ist mein Geburtstag und zeitgleich Valentinstag und Aschermittwoch. ❤️

Im Atemholen sind zweierlei Gnaden.

Goethe

Auch als Musikerin ist der Mensch gebunden an ihre Persönlichkeit. Die Forderungen, die Musik, das Leben und Gott an einen stellen, dürfen nie erdrücken, denn Atmen und Sein ist so wichtig, kommt nicht beides aus der Schöpferhand?

Foto: Klais Orgel Kreuzbergkirche Bonn, Konzerte im März

Beethoven On The Street:

Das Weltganze ist das erste und das letzte Ganze. (Eugen Fink)

Ruhe ist Gewalt. Doch wir stehen in deinem Segenregen.

Vielen Dank, ihr Lieben, für 4000 Abonnenten auf youtube. ❤️

“Wer Musik nicht liebt, verdient nicht, ein Mensch genannt zu werden; wer sie nur liebt, ist ein halber Mensch; wer sie aber treibt, ist ein ganzer Mensch” (Goethe 1985, S. 274). Goethe im Jahre 1822. Die Frage ist: Welche Musik? Klassische Musik? Was ist Kunstmusik? 

Heute erinnere ich an die wunderbare Mystikerin Emilie Schneider. Ich freue mich, dass Plätze und Strassen nach ihr benannt werden und nicht nur nach Männern. Wusstet ihr, dass Frauen oft die Welt gerettet haben, Schwestern und Nonnen, caritative Frauen, und dass die ersten deutschen Krankenhäuser von solchen Frauen gegründet wurden? Es gab immer schon Frauenpower. Auch im 19. Jahrhundert.

Ich bin gerade u.a. viel zu A-Stellen eingeladen worden. Doch ich weiss und erlebe, dass Gott mir die richtige Stelle gibt. Kirche braucht Künstlerinnen und ich einen schützenden Rahmen.

Eine meiner liebsten Rezitative ist: Elias und Ahab Nr. 10 von Mendelssohn. Mendelssohn hat übrigens Moritz Hauptmann sehr unterstützt, den heute kaum noch jemand kennt. Dabei war der wie Bach Thomaskantor. Hauptmanns Chorstücke sind schön.

Heute erinnere ich an alle Komponistinnen.
Foto: Abtei Münsterschwarzach

Es ist ein Tag der In-mich-Hineinsicht. Ich bin im Dezember eingeladen worden für die Stelle der Landeskirchenmusikdirektorin, es war ein sehr schönes Bewerbungsgespräch in Dresden, aber leider konnten sich die Beteiligten doch nicht zu 100 Prozent vorstellen, dass eine künstlerische Frau wie ich eine reine Büro-Verwaltungsstelle glücklich machen würde. Dabei bin ich auch in Verwaltung sehr gut. Wir waren 4 Bewerberinnen und Bewerber. Ich vermute, dass ab Juni wieder ein Mann die Stelle bekommt? Was meint ihr? Ja, wieder ein Mann. Diese Stelle hatte noch nie ein Frau inne.


Anbei Brahms und Liszt:

Erzähle allen von dieser Macht! Sei Gottes Freudenbotin, Jerusalem. (Dorothee Sandherr-Klemp zu Jesaja 40)

Heute erinnere ich an Rizpa aus der Bibel, oft übersehen, vergessen, wie nebensächlich. Wie viele Frauen heute.

Musik ist eine Form der Liebe. Zur Zeit höre ich gern einstimmigen gregorianischen Gesang. Ich höre Saint-Saens Orgel-Sinfonie Nr. 3 c-Moll. Eine sehr leidenschaftliche, süffige Musik, eine Sinfonie mit Orgel und Klavier. Man muss mit dem Ohr des Herzens hören. Saint-Saens gefällt mir oft besser als Widor und Vierne, er scheint Cosmopolitan. Mir sind die (französischen) Show Pieces für Orgel manchmal ein klein wenig oberflächlich, in Anbetracht von und vor Chopin. Aber man soll ja nicht vergleichen 😊

Was ich erstaunlich finde: in der sogenannten “großen“ Literatur, die von Männern geschrieben ist, so zum Beispiel „Unter den Olivenbäumen“ von Maupassant, wird oft erschreckend frauenfeindlich über Frauen geschrieben, und zwar durchgehend, nicht als Nebenthema, sondern als Hauptthema, geradezu als Motiv. Es wird heutzutage viel verboten und gecancelt aufgrund von „politisch korrekt“, zB das historische Hotel Drei Mohren in Augsburg wurde umbenannt. Aber eindeutig frauenfeindliche Literatur wird nicht gecancelt. Das “politisch korrekt“ ist oft eine Heuchelei? Von wem entschieden?

Auch in der grossen „alten“ Literatur von Frauen wird das andere Geschlecht kritisiert, jedoch meist subtiler, ironisch, scharfsinnig poetisch, nicht so plump wie umgekehrt, siehe Patricia Highsmith.

Meine Vorsätze für 2024: Viel Geduld. Und von gemeinen Intrigen nicht mehr schockiert oder verblüfft zu sein. Die Würde des Menschen ist antastbar. Vor allem die Würde der Frau.

Es lächelt der Flügel, er ladet zum Spiele. (AHS)

Gesegnete 2024! Bruckner-Jahr! ❤️ Das neue Jahr hat begonnen. Dein ist das Jahr. Dein ist die Zeit. Ich habe das neue Jahr mit wundervollen Orgeln und Menschen eingeleitet.

Und mit alten Klassikern, die mich zutiefst berühren und bei denen ich das Gefühl habe, nichts an Filmen kommt denen heutzutage gleich: wie zum Beispiel MOMO. Und zwar original auf einer VHS Kassette (original verschlossen und frisch aufgemacht). Ein italienisch-deutscher Film, der so sagenhaft schön und prophetisch ist, dass ich weinen muss (es beginnt, wenn Momo zum ersten Mal aus der Höhle kommt und alle anlächelt), noch dazu mit wirklichen Werten und echt schöner Melodie und Filmmusik. Dass Momo als kleines (wunderschönes) Mädchen gegen die grauen Herren kämpft, finde ich unvergleichlich gut. Vielleicht klingt das kitschig, aber Momo kommt mir wie Jesus vor. Sie ist die Einzige, die unbestechlich und loyal zur Wahrheit ist und damit die gesamte Menschheit vor den Zeitdieben rettet. Und Kassiopeia, die Schildkröte, ist wie der Heilige Geist, der Momo aus dem Bereich der Zeit zu Gott führt in die Ewigkeit in den Himmel – langsam, zart, liebevoll und unbeachtet. Dem Kind rät und es begleitet. Dorthin, wo Gott jedem die Zeit zuteilt.

Jede gute Geschichte ist von der der Wahrheit und der Liebe inspiriert. Damit meine ich nicht Religion, ich meine damit die Liebe. Die Liebe, die wirklich existiert. Auch dass Gigi der Fremdenführer die “Wahl” gelassen wird, entweder reich und berühmt zu werden und dafür die Klappe zu halten ODER die Meinung zu sagen und damit weg vom Fenster zu sein, trifft zeitlos  auf 2023 zu mit dem Cancel Culture, obwohl der Film von 1986 ist und es damals noch keine Smartphones und vermutlich nicht mal Internet gab. Wer schafft es heute schon, unbestechlich und loyal zu sein?

Nur die Unbestechlichen und Wahrheitsliebenden werden zur Erlösung unserer armen, verlorenen Welt  beitragen. Sie werden fliegen wie Momo, nachdem sie mit der roten Stundenblume die Tür zu den eingefrorenen Stundenblumen, der Zeit aller Menschen gerade rechtzeitig wieder geöffnet hat. Und ich muss sagen, eine schöne Filmmusik: Ein Film ohne gute Filmmusik ist für mich kein wirklicher Film. Die Verlorenheit, die Momo zwischendurch fühlte, dieses Gefühl kennt wohl jeder von uns in dieser verrückten Welt.

Und “Die Vögel”, was für ein Kultfilm. Wenn dabei die VHS-Kassette leicht zittert, das schafft so eine besondere Atmosphäre. Der Erfinder Oskar Sala, der bei Hindemith u.a. studiert hat, schuf die beeindruckende “Filmmusik” bzw. Klanggewand der Vögel (siehe das von ihm entwickelte Trautonium). Der ganze Film kommt ja ohne Filmmusik aus. Was an sich ja schon eine Wucht ist. Aber wenn die Krähen und Möwen usw. dran sind, fesseln seine Sounds das Publikum. Ohne diese Sounds wäre der Film nur halb so gut. Falls er überhaupt möglich wäre.

Wenn ich so die “normalen” Menschen beobachte, dann frage ich mich, wie die Menschheit überhaupt etwas (derart) Gutes zustande bringen konnte. Aber dann erinnere ich mich: Gerade die Unbeachteten zu beachten und denen zuzuhören, die nicht singen, darum geht es.

Fotos Augsburg:

Ich höre meine Lieblings-Tschaikowski-Sinfonie, die fünfte. In e-Moll. So wunderschön. Diesmal mit den Südwestfalen. Noch ist es Weihnachten. Ich durfte wunderbare Kirchen genießen, zudem Bach, WO, Choräle, Worship, Orgel und Piano, Klassik (die Königin der Musik) und Songs und Lieder – alle Stile. Ich bin dankbar. Aber denke, wir Christen sehnen uns oft nach Glory of God. Also nach dem Ruhm Gottes, nicht nach unserem eigenem Ruhm. Aber was ist das eigentlich, der Ruhm Gottes? Ein Gefühl, wenn wir musizieren und Gott anbeten und ihn loben? Wenn wir unsere Musik in seinen Dienst stellen? Wenn wir gemeinsam musizieren? Oder hat es vielleicht gar nichts mit Musik und Gefühl zu tun? Schon gar nicht mit wohligem Alltags-Kribbeln, wenn wir in Gemeinschaft sind?

Wenn ich in der Weihnachtsgeschichte lese, dass die Hirten sich fürchteten, als sie Gottes Ruhm begegneten, dann denke ich, dass wir uns schon ganz schön umstellen müssen. Ich zähle ja auch zu denen, die Glitzer, Emotion, Schönheit, Farben, Liebe, Freude, Genuss schätzen, vielleicht von allen die Verwöhnteste ist. Aber im Grunde sieht Gott unser Herz und möchte, dass wir ihn in der Realität mit unserem Leben ehren. Ihm gehorchen. In der Welt. Und das hat nun meist nichts mit Musik oder schönen Gefühlen zu tun. Im Gegenteil. Sondern mit einem mutigen Leben, in dem unser Charakter leuchtet und klingt.

Nun. Das Jahr geht nun zu Ende. Gott möge das Neue segnen.

Mein Lieblings-Weihnachtslied ist: Lobt Gott, ihr Christen alle gleich, denn hier treffen Melodie und Wort so wundervoll zusammen, aus einer Feder von Nikolaus Herman von 1560 (!), dass ich jedes Mal weinen muss, besonders in Strophe 3: “Er äußert sich all seiner Gewalt, wird niedrig und gering und nimmt an eines Knechts Gestalt, der Schöpfer aller Ding, der Schöpfer aller Ding”. – Ja, da ist die Melodie so weich und zärtlich und mild und unterstreicht damit das Unfassbare, dass wir es in Jesus mit dem Schöpfer aller Dinge zu tun haben, der bewusst als ein Nobody Baby zur Welt kam. Man kann die Welt nur verändern, wenn man gelernt hat, ein Nobody und dennoch absolut geliebt zu sein. Siehe Moses.

Und dann natürlich die Melodie Bachs Ich steh an deiner Krippen hier zum schönsten Text der Erde von Paul Gerhardt.

Orgel Siegen Haardter Kirche

Der neue Glaube. Man darf dabei nicht vergessen, dass Martin Luther katholisch war, so wie Jesus jüdisch. Alle Brückenbauer kommen aus dem Alten, kommen aus dem, was zuvor war.

Ich lese von Mörike “Mozart auf der Reise nach Prag.“ Empfehlen kann ich zu Weihnachten auch Jacqueliyn Mitchard: Christmas Present (auf englisch).

Marguerite Yourcenar ist ebenfalls ein Genie, die man kaum kennt: Gebildet durch das Leben: unstet, reisend, Krieg, Flucht, Sprachen, in vielem die erste Frau.

Pferd Ann-Helena Reiten

118. Gedanke: … sich in allem Fühlen und Denken hinzugeben… (Karl Straube)

Sehr gern hätte ich den Pädagogen und Bach-Anbeter Karl Straube persönlich kennengelernt. Ich bin wegen meinem Konzert in „seinem“ Leipzig, einer der schönsten Städte der Welt: weiß eingeschneit, grün weihnachtlich dekoriert, überall Weihnachtsmärkte mit duftendem rosa Lachs, und in der Innenstadt seltene Antiquariate, ein Genuss für die Bücherwürmin Ann.

Gefrorene Flüsse, weiße Kirchkuppeln, blau angestrahlte silberne Nacktpfeifen. Alles eine Augen- und Orgelweide. Leipzig ist eine der schönsten Städte. Blaue Orgel, weißer Schnee, grüner Baum. Ich habe hier sehr gern studiert. Hier habe ich die Orgel lieben gelernt.

Pünktlich zum 1. Advent hat es geschneit, nach einem warmen goldenen Herbst. Der Zug fährt durch eine weite, verschneite Landschaft.

Ich lese die schlichten und anmutigen Briefe von Karl Straube und trinke Rotwein aus dem Hotel, während der Bummelzug durch friedlichen Schnee fährt.

Historische Jehmlich Orgel 1910

Die Jehmlich Orgel in Philippus ist ganz anders als die Klais-Orgel 1937 in Münsterschwarzach, und das, obwohl diese ähnlich sein könnten/sollten. Sind sie aber nicht.