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Tourblog

Das Unverfügbare ist das Unerklärliche. (AHS)

Und das ist auch gut so. Bin wieder zuhause, musste noch mal zum Hautarzt. Es sieht gut aus, viel besser. Aber ich muss mich noch immer schonen, kühlen, kein Duschen, Bein hoch, damit es kein Lymphödem gibt. Denn nach Entzündungen kann sich Wasser ablagern. Wie ich das alles einhalten soll, gerade beim Orgelüben, ist mir schleierhaft. Hoffe, dass sich mein Bein von allein wieder sehr gut erholt. Ich habe einfach nicht die Zeit, “mein Bein hochzulegen”. Und wie soll ich mit hochgelegten Beinen Orgel üben? Nach Luzern am Mittwoch muss ich spätestens wieder zum Arzt. Ich hoffe und bete, dass es bis dahin schon perfekt ist. Jedoch braucht man im Leben Geduld. Geduld ist eine wichtige Tugend, die mir leider nicht in die Wiege gelegt wurde.

Heute erinnere ich an die Philosophin Susanne Langer.

Oben: Halverde, Wenthin Orgel 2022

Neu: von gestern, Halverde, Wenthin Orgel

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Neu: Buxtehude

7. Januar 2022

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Mit Terzen und Trompeten. (AHS)

Oben: Beckerath Orgel Frankfurt

Bin hier in Norddeutschland im Münsterland, NRW, in Halverde bei Hopsten. Das Epiphanias-Konzert in der wunderschön weihnachtlich geschmückten Kirche war sehr gut besucht trotz 2G, es hat Spaß gemacht, war Presse da, danach aßen wir beim Italiener in Recke. Bin im Hotel direkt neben der Kirche, Halverder Hof. Erstes richtiges Konzert 2022.
Berühmt ist hier Schwester Euthymia, Geburtsort Halverde, 1914-1955 (eigentlich heißt sie Emma, was ja viel schöner ist), die selig gesprochen wurde. Sie hat sich um Kriegsgefangene gekümmert und war eine sehr liebevolle Frau. Mir gefällt die Orgel hier, die mir Erich Stoffers empfohlen hat: Joachim Wenthin Orgel 1818 (Emden). Historische romantische Wenthin Orgel im süßen Dorf Halverde (Steinfurt), bei Ibbenbüren, Westfalen, NRW, nah zu Osnabrück, im Münsterland (Bistum Münster). Im äußersten Nordwesten Nordrhein-Westfalens. Die Stimmung im Chorton, etwa 1/2 Ton über Kammerton. Ich war ja schon mal hier.
Von Breil (Dorsten) betreut. Gehäuse: Krämer. Ich spielte Ritter, Schlüter, Vierne, Bach, Chopin. 

Neu:

Johann Jakob Froberger (1616-1667) – Toccata, Strebel Orgel, Orgel Vlog, 1730/1896, Altershausen, Franken, Halbpneumatik, Taschenlade Orgel Vlog AHS – Altershausen, historische Strebel Orgel 1730/1896 (Nürnberg), Ann-Helena Schlüter, Orgel original erhalten, Mittelfranken, Bayern: Johannes Strebel (Nürnberg), opus 57, ev. St.-Michaelis-Kirche, bei Neustadt/Aisch,
Video: Katharina Rain, danke an Michael Beier.

Absolute Raritäten dieser Orgel:

Halbpneumatik.
Mechanische Kegellade. Pedal: Pneumatische Taschenlade.
Die Charakterzüge der fränkischen Wehrkirche:
Wunderschöne evangelische, helle Kirche

Wunderschöne evangelische, helle, kleine Kirche (Urkirche aus dem 15. Jahrhundert), eine fränkische Wehrkirche, mit historischer, einmanualiger Strebel-Orgel hier in Franken bei Neustadt/Aisch. Es ist eine schöne halbpneumatische Strebel-Orgel. Manual: Mechanische Kegellade. Pedal: Pneumatische Taschenlade. Das ist sehr besonders. 1730 gab es die erste Orgel: eine Münchsteinacher Kirchenorgel. 1896 wurde die Strebel-Orgel angekauft und ist bis heute original erhalten.

Gegen Ende des 19. Jahrhunderts, im Jahre 1896, kam diese neue Orgel mit sieben Registern nach Altershausen, die heute noch im Einsatz ist. 2014 musste die Orgel repariert werden, eine Arbeit, die durch mehr als 4.000 Euro aus Spenden in einem „Orgellauf“ zusammenkamen.

1730 wurde die Orgel erworben für 20 Gulden. 1751 wurde die Sakristei angebaut. 1756 der Turm repariert. Mechanische Kegellade, Pedalkoppel, Plenumszug, Plenumstritt (beides nicht in Wechselwirkung). Calcantenzug mit Klingel (leider stillgelegt).

Auf einer schönen, bauchigen, grauen Holz-Empore steht eine kleine Orgel, unter der Decke: Ein dreiteiliger, kleiner Prospekt, neobarock, Opus 57. Ich liebe den Klang der süddeutschen Orgeln. 1986 wurde die Orgel von der Firma Thonius aus Roßtal restauriert. Freier Spieltisch vor dem Prospekt mit Blick zum Altar.

Die evangelische Kirche ist eine fränkische Kirchenburg, eine Wehrkirche, gemauerter Chor, abseits des Dorfes, mit Einfriedung des Kirchhofes, 1498 erstmals erwähnt (“Urkirche”). 1589 renoviert. Die Kirche bot in allen Kriegen Zuflucht. Dass eine so unschuldige, süße Kirche eine Wehrkirche war, gefällt mir besonders. Leider brannte sie wegen einem leichtsinnigen Mann 1645 und musste wieder renoviert werden. 1707 war sie fertig. Ich spielte Froberger Toccaten: Johann Jacob Froberger (1616-1667): Video:

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Halverde 2021 und 2022:

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Ich hatte immer zu viel zu lernen, um etwas ganz zu lernen. (Caroline Herschel)

Deutsche Astronomin.

Oben: Vestenbergsgreuth, Hoffmann Orgel

Mein Bein ist abgeschwollen. Gott sei Dank! Danke für eure Gebete. Gott bringt mich zum Staunen. Noch am Abend gestern habe ich geübt, als ich vom Krankenhaus zurückkam. Die Ärzte waren deswegen so vorsichtig mit mir, weil sie gewusst haben, dass ich Musikerin bin. Es tut zwar noch weh, wo reingeschnitten wurde unter dem Knie, mein Fuß sieht aus wie ein kleiner Pumuckl-Fuß und mein Knie ist noch etwas dick. Aber alles kühl und weiß, es ist kein Vergleich zu gestern (rot und heiß). Das reimt sich…

Daraus habe ich gelernt: Auf Gott vertrauen, auf das eigene Herz hören ist manchmal mehr als auf Experten hören. Auch wenn die genial sind. Experten, egal ob Ärzte, Richter, Lehrer..  leben auch „nur in ihrer eigenen Welt“. So wie ich. Die Welt aber ist groß. Und vor allem Gott ist groß.
Er hat mir geholfen.
Am Freitag nehmen sie in der Hautklinik das Pflaster und die Fäden weg. Dann sehen sie ja selbst, ob alles ok ist. Wie es wohl unter dem Pflaster aussieht? Bin neugierig und darf nicht schauen. 
Dass ich nicht baden darf, ist schlimm. Wer hätte gedacht, dass ich so verletzlich bin und auf dumme Keime reagiere?

Es fällt mir immer mehr auf: Alles ist geistlich. Es gibt in diesem Leben nichts, was nicht geistlich ist. Das Leben ist nicht nur manchmal oder „ein bisschen“ geistlich oder nur in der Kirche oder wenn wir uns grad so fühlen oder im Abendmahl – nein. Es ist nie nicht geistlich, keine Entscheidung, kein Streit, jeder Atemzug, dass wir überhaupt existieren. 

Heute viel geübt. Morgen am Donnerstag fahre ich mit Pflasterbein zum Konzert Richtung Osnabrück, da werde ich abgeholt von den Veranstaltern.

Ich lese Eugen Fink. Er schreibt zwar recht blumig, wie es damals eben üblich war, aber gut. Er schreibt über „Spiel als Weltsymbol“.  Über „Abständigkeit“, über Philosophie. Ich mag ihn. 1960 waren „Gelehrte“ näher am Staunen und an der Demut als heute. Was gibt es nicht gerade in der Musikwissenschaft heutzutage für grässliche Gestalten, für die Staunen, Gott, Kunst und Demut Fremdwörter sind.
„Alles, was überhaupt ist, ist schon in seinem Seiendsein wunderbar und rätselhaft“ (Eugen Fink). Seiendsein. Wie schön. Wer schreibt heute solche Sätze in der Geisteswissenschaft, die unfassbar atheistisch geworden ist und die einfachsten Erkenntnisse nicht mehr hat?

Zwei neue Videos:

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Neu: Orgel-Information:

Ein Bilderbuch ist die erste Galerie, die ein Kind besucht. (Kveta Pacovska)

Tschechische Kinderbuchillustratorin.

Heute war alles total anders. Ich hatte eine entzündete Wunde am linken Bein (superinfiziert = Bakterien), und mein unteres Bein (Wade, Fuß) war angeschwollen! Die Hautärztin sandte mich in die Hautklinik = Uniklinik = Krankenhaus!! Das zerstörte komplett meinen Tag. Und auch nicht. Ich habe so viel gesehen und erlebt und gelernt. Es wurde mir Blut abgenommen, um meine Entzündungswerte zu messen (Horror – aber die machten das top!) – meine Werte waren sehr gut, dennoch wollten sie mich dabehalten. Ich sollte 5 Tage mit Antibiotikum über die Vene bleiben! Ich sagte, das geht gar nicht. Also bekam ich Antibiotikum als Tabletten, oral bei weitem nicht so stark. Wird es nicht besser, muss ich kommen und bleiben. Bitte betet für mich, dass ich sehr schnell ganz gesund werde. Und sie öffneten den Entzündungsherd, eine kleine rote Fläche unter dem Knie. Das ist eine kleine OP ohne Narkose (mit Eisspray-Narkose). Es kam aber kein Eiter, nur Flüssigkeit, das ist gut. (Deswegen ließen sie mich (ungern) gehen.) Das sind nur Hautkeime. Das Bein war dadurch sofort entlastet und kühlte ab. Aber die Infektion ist dadurch nicht sofort weg. Bitte betet, dass mein Bein abschwillt. Worst Case: Blutvergiftung. Sehr gefährlich. Der Schnitt in die Entzündung wurde in der chirurgischen Notfall-Station gemacht! Da die Hautklinik kein Risiko eingehen wollte (Knie). Das ärgerte die Ärzte in der Notfallaufnahme, in der die Hölle los war. Ich passte da gar nicht hin. Aber die machten das perfekt und waren lieb zu mir. Bitte betet, dass keine Narbe zurückbleibt.
Ich habe noch nie eine Unfall-Chirurgie erlebt. Ich stand da mit offenem Mund. Was die leisten. Enorm. Was das für Menschen sind. Absolut bewundernswert. Völlig andere Welt. Ich saß nicht im Wartezimmer, sondern stand einfach innen und sah mir alles an. Es war wie im Film. Ich stellte viele Fragen. Es war so interessant.

Oben: Bittner Orgel

Neu:

Orgel Vlog AHS – Hey Orgel Burghaslach, Franken, ev. St. Ägidius

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Burghaslach

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Contrapunctus 1 KUNST DER FUGE

zu meiner CD

Entscheidungen zur Interpretation:

Moderner Flügel

– Pedaleinsatz: Ja (für Brillanz) oder grundsätzlich Nein oder Zwischenvarianten: An gewissen Stellen „erlaubt“ (Sprüngen, großen Griffen, Betonung, singuläre Momente, Hervorhebung… ).

Gerade Männereinspielungen mit großen Händen können leichter auf Pedal verzichten. Zudem spielen Akustik und Instrument eine große Rolle.

– Artikulation: Wie soll bereits das allererste Thema (Contrapunctus 1) artikuliert werden? Deutlich abgesetzt, weich abgesetzt? Oder eher portato? Denn so muß das Thema durch den gesamten Contrapunctus, im Grunde durch das ganze Werk eingehalten werden. Wie werden demzufolge die Viertelnoten, wie die Achtelnoten artikuliert? Nonlegato? Gebunden? Eher spitz? Wie die Gegenstimmen im Dialog oder Kontrast zum Thema? Wie die Themeneinsätze und Gegenmotive? Wie werden Punktierungen, Synkopen und Triolen artikuliert? Was ist leggiero, was luftig?

– Themeneinsätze

Wie und in welcher Klangschattierung werden die neuen Themeneinsätze in allen Stimmen wiedergegeben (Dynamik)? Wie werden did. einzelneren „Gestalten“ interpretiert? 

– Tempo

Welches Grundtempo wird gewählt? Dieses muss durch das Werk im Groben eingehalten werden, ohne massive Schwankungen, Accelerando, Ritardandi.

– Spielen Zahlensymbolik oder vertonte Bibelverse bei der Interpretation eine Rolle? Wird das Werk als geistliche oder absolute Musik aufgefasst? 

– Fingersätze und Klang

Die Fingersätze sind extrem wichtig, und sie entscheiden viel über den Klang und Gleichmäßigkeit: Wird Fingerwechsel bevorzugt, viel oder wenig Daumeneinsatz, für Klang der vierte Finger?

Wird sogenannter „alter Fingersatz“ verwendet?

Mit welchen Fingern wird getrillert? Wie Sechzehntelläufe besetzt?

– Triller mit oder ohne Nachschlag?

– Puls und Schwingung 

Wie schwingt das Werk in seinen Werkgrößen, was Diminutionem, Augmentationen, Vorwegnahmen, Spiegelungen, Climax, Rhetorik?

– Wie geht man insgesamt mit der stetig wachsenden Komplexität und Chromatik um? Wie wird gesteigert? Wie interpretiert man hier selbst? (Nachwehen, Abbruch, Kanon, Parallelen, Abbruch)

Für mich waren Herausforderungen immer Anstöße für Leistung. (Angela Titzrath)

Deutsche Managerin.
Oben: Hoffmann Orgel Vestenbergsgreuth, Mittelfranken

Ich freue mich auf Luzern mit Vierne, und auf das Konzert am 6.1., es findet statt. Wenn schon so viel wegen Corona ausfiel, freue ich mich, wenn etwas stattfindet.

Die zweimanualige, kleine Fa. Hoffmann-Orgel im mittelfränkischen Vestenbergsgreuth (oder einfach Greuth genannt) in der Nähe von Neustadt/Aisch, eine kleine, reiche, eigenständige Gemeinde mit eigenem Bürgermeister, ein reiches Dorf, besitzt eine sehr hübsche evangelische Kirche. Es ist die Schwestergemeinde von Schornweisach (Muttergemeinde). Hier gibt es wie in Schornweisach ca. 400 Einwohnerinnen. Der Ort ist bekannt durch den Fußball (Greuther Fürth) und die große Teefabrik, die wie eine Stadt in einem Dorf wirkt. Unter anderem ist dort Meßmer Tee. Es gab in der Gegend folgenden Beschluss: Cuius regio eius religia. Jedes Dorf musste also die entsprechende Religion annehmen, hier meist evangelisch. Aber um Scheinfeld, Breitenlohe und Geiselwind herum kommen auch katholische Dörfer hinzu. Wir haben hier im Gottesdienst gespielt.

Kleinweisach: Fränkisches Dorf bei Neustadt/Aisch, Mittelfranken. Die hübsche, original erhaltene Orgel besitzt zwei Manuale, auf der Westempore der Kirche dicht unter der Decke, freistehender Spieltisch, fünfteiliger Prospekt, reich verziert, nur ein Teil mit klingenden Pfeifen (sonst Blindpfeifen, die nicht klingen), aber um einiges größer als die Strebel Orgel in Altershausen. Gleich ist, dass die Blickrichtung vor dem Gehäuse zum Altar führt, der 2013 renoviert wurde.

Wenn man mich fragt, warum ich die Landeskirche mehr schätze als die Freikirchen: In den Freikirchen wird pausenlos über Jesus geredet und die Bibel zitiert, inflationär, aber die Leute sind oft hartherzig, heidnisch und unberührt. In der Landeskirche wird viel zu selten von Jesus geredet. Viele Menschen wissen gar nichts von Jesus. Es wird alles mögliche gepredigt. Aber wenn dann eine Bibelstelle vorgelesen sind, beinahe nur wegen der Tradition, dann trifft die Wahrheit jedesmal mein Herz, es zucken wie „geistliche Blitze“ durch die Kirche – denn alles, was Gutes in der Landeskirche geschieht, kann gar nicht durch Menschen geschehen, es geschieht durch Gott.

Oliver Duymel aus Zweibrücken war auch extrem unzuverlässig, für die Konzerte zu zahlen. Es gibt solche Leute, die einen einfach dreist anlügen und scheinbar zu geizig sind, sich an Abmachungen zu halten. Glücklicherweise hat der Pfarrer dann reagiert und ist eingesprungen. Gut, dass so etwas sehr selten ist, dass jemand das Blaue vom Himmel verspricht und dann bewusst nicht überweist. Sonst könnte ich keine Konzerte spielen.

Ich bin nicht die erste Frau, die mehrere Aufgaben hat, die arbeitet und ein Baby bekommt. (Jacinda Ardern)

Bin wieder daheim.
Oben: Neuseeländische Politikerin.
Heute erinnere ich auch an Elizabeth Warren, Politikerin, und Isabel Mundry, deutsche Komponistin.

Neu: César Franck an der Strebel Orgel

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Ein ganzes Jahr wieder durchgeschrieben. 

Alte Kalender weg. Neue aufgehängt. Ich schaue jeden Tag eine Folge von The Chosen. Mir fiel heute auf: Jesus liebt die Dummen und die Klugen. Er meidet die Dummen nicht. In seiner Nähe bleibt niemand dumm. Judas wird hervorragend dargestellt. Jesus wird als sehr unabhängig dargestellt. Das gefällt mir. 

Ich habe auch Hape Kerkerlings Buch „Ich bin dann mal weg“ gelesen. Der Gute hat geistlich nun gar nichts dazu gelernt. 

Wenn man mehr über Registrierung lernen möchte, empfehle ich jedem: Registrierungen aufzuschreiben. Per Hand. Oder per Computer. Es hilft so, wie wenn man Texte in einer fremden Sprache einfach abschreibt. Oder Noten. Das hat ja Bach ebenfalls sehr geholfen. 

1.1.2022, fränkische Orgelreise. Ich finde es wichtig, die Orgeln in ihre Geschichte mit der Kirche und dem Ort einzuflechten. Pretzdorf ist ein ruhiger, kleiner Ort in Franken bei Neustadt/Aisch. Orgelbau Bittner war in Nürnberg und Eichstätt sehr bekannt und war von 1800 bis 1990 tätig. Die kleine süße Bittner-Orgel (1 M) auf der Westempore von Ferdinand August II, unter der Decke mit kleinem, schlichten, dreiteiligen Prospekt, Schnitzwerk und freiem Spieltisch mit Gesicht zum Altar, ist oho. Sehr klingende Register, kräftig und fein, mechanische Schleifladen-Orgel, auf dem Dachboden der Doppelkeilbalg. Unverbaut, authentisch und direkt im Klang. August Ferdinand II hatte die Firma von seinem Bruder Johann Michael 1871 übernommen. Schwarzer besonderer Schiebedeckel an der Orgel (klemmt etwas), schöne Schweif-Schrift (erinnert mich sehr an die Schrift Blüthner auf den Flügeln), sehr natürlich behauene Steinbänke und alte, historische, gefährliche Treppen mit glatten, ausgedienten und engen Stufen. Die Kirche wurde Mitte des 19. Jahrhunderts renoviert: Drei gotische Fenster, Fenster vergrößert, der Bogen erweitert. 1984-1989 wurde die Kirche renoviert. Seit 1988 gibt es ein schönes Eichenholzrelief von Clemens Heinl: Kreuzigung, die Evangelisten, Martin Luther.

1250 begann die Kirche, 1250 und 1282 erste Erwähnung, 1486 wurde sie (“ewige Pfründe”) so errichtet, wie wir sie heute kennen. Kanzel und Taufstein stammen aus dem Jahr 1606. Im Schiff der Kirche befinden sich gemauerte Grüfte. Der blaue Taufstein ist wunderschön mit biblischen Schnitzereien (Das Leben Jesu).

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Dann die geniale Strebel-Orgel in Altershausen:

Oben: Bittner Orgel Pretzdorf

Neu: Orgel-Information: Alle drei sind jetzt fertig:

Bittner Orgel Pretzdorf, Franken

Strebel Orgel Altershausen, Franken

Phantastische Strebel-Orgel, meine fünfte Strebel: Wunderschöne evangelische Kirche (Urkirche aus dem 15. Jahrhundert) mit historischer, einmanualiger Strebel-Orgel hier in Franken bei Neustadt/Aisch. Es ist eine schöne halbpneumatische Strebel-Orgel. Manual: Mechanische Kegellade. Pedal: Pneumatische Taschenlade. Das ist sehr besonders. 1730 gab es die erste Orgel: eine Münchsteinacher Kirchenorgel. 1896 wurde die Strebel-Orgel angekauft.

Ich liebe den Klang der süddeutschen Orgeln. 1986 wurde die Orgel von der Firma Thonius aus Roßtal restauriert. Ein schöner Altarraum mit barocker Kreuzigungsgruppe, an der Wand Reste der ehemaligen Chorraumbemalung. Neues Holz-Lesepult. Die ganze Kirche ist eine der niedlichsten, drolligsten in Franken überhaupt. Ein sehr lieblicher, kleiner Weihnachtsbaum nur mit Strohfiguren geziert, ohne Kugeln. Sehr geschmackvoll. Daneben eine Krippe wie von Kindern gemacht, mit kleinen dicken, weichen Puppenfiguren, wie aus einem Bilderbuch, absolut adorable. Man muss lächeln. Alles wirkt wie eine Kirche aus Bullerbü.

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Ich würde lieber einen sinnvollen Tod sterben, als ein bedeutungsloses Leben zu führen. (Corazon Aquino)

Beliebte und kluge Politikerin aus den Philippinen. Heute erinnere ich auch an Louise Bourgeois, Künstlerin aus New York City, die sich in Kunst-Lobby durchsetzte. (Ich muss ja nicht erwähnen, welches Geschlecht die Lobby bis heute dominiert.)

Oben: Steinmeyer Orgel Rothenburg/Tauber

Es war ein sehr schöner erster Tag der Jahres 2022: Ein Orgel-Tag läutete das neue Jahr ein. Was für eine schöne Zahl, 2022. 1.1.2022. Katharina, Kantorin in Schornweisach, die wie ich in Nürnberg geboren ist, hat mir folgende wunderbare Orgeln hier in Franken zwischen Würzburg und Nürnberg gezeigt:

Zuerst waren wir im fränkischen Uehlfeld an der Aisch in der ev. Jakobskirche (früher Gallus-Kapelle, Mönch Gallus 1550) an der schönen romantischen, historischen Strebel-Orgel (Nürnberg), zwei Manuale. Die Kirche liegt malerisch im Ort. Uehlfeld in der Nähe von Neustadt/Aisch ist bekannt für seine vielen Störche. Und tatsächlich, wir sahen direkt an der Kirche ein wunderschönes großes Storch-Ehepaar. Ich habe das symbolisch genommen. Sie haben auf dem Dach des Nachbarhauses zur Kirche ein großes Nest gebaut. Da die Aisch auch jetzt wieder über die Ufer getreten ist, liegt die Seenlandschaft perfekt mit Fröschen für die Störche da. Die hübsche Kirche hat hellblaue Emporen und rote Bänke. Sie ist wunderschön und liebevoll geschmückt mit Weihnachtsbaum, Krippe, Kerzen, Schmuck. Alle die (unter)fränkischen evangelischen Dorfkirchen sehen aus wie Schmuckstücke. Die Orgel besitzt die Form einer Ziehharmonika, weiß-gold-blau. Ihre schönen romantischen Farben habe ich für Cesar Franck genutzt. Obwohl sie keinen Schweller und natürlich keine Setzeranlage besitzt, singt die Orgel warm und flirrend in den oberen Lagen. Die vier Spielhilfen klemmten etwas, das ist oft das Problem mit historischen “Setzern” wie p, mf, f, und ff. Sie sind oft nicht verlässlich, klemmen und sperren sich, wenn man sie schnell hintereinander verwenden möchte. Man muss also sehr vorausschauend spielen. Es ist meine vierte Strebel-Orgel. Ich liebe die fränkischen Strebel-Orgeln.

Wunderschön sind die leisen, warmen Klänge, Dolce, aber auch die kräftige Rauschquinte. Alle Sounds sind lieblich, manchmal leicht heiser, was ihr etwas Sprechendes, Verletzliches, Zartes gibt, als wäre die Orgel ein Werk, ein Wesen mit Seele – was sie ist. What she exactly is.

Besondere rosa-weiße Registerknöpfe. Schöner Altar und Deckengemälde. Ganz gerades Holzpedal. Die Engel an der Orgel singen: Alles, was Odem hat, lobe den Herrn. Gepflegte Friedhöfe und Brunnen. Es war ein sehr schöner erster Tag der Jahres 2022.

Erster Tag des Jahres 2022: Wir fuhren dann nach Burghaslach an der Haslach nah bei Neustadt an der Aisch zur evangelischen St. Ägidius Kirche. 1903 wurde die Kirche umgestaltet. Dort ist eine schöne Wolfgang Hey-Orgel von 1982 mit zwei Manualen, ca. 28 Register, also etwas größer, ohne Schweller. Hier spielten wir Valentin Rathgeber mit zwei Altblockflöten und Orgel, es machte Spaß. Ich mag den Klang einer Altblockflöte, lieber als Querflöte. Altflöte ist irgendwie wärmer. Als Kind mochte ich Blockflöte nicht. Ich erinnere mich, dass wir einmal unsere Flötentasche in der S-Bahn vergaßen und das Drama danach – sie sind aber wieder aufgetaucht (niemand wollte sie leider). Aber jetzt mag ich den Klang von Blockflöten. Er hat so etwas Liebes, Unschuldiges. Die Luft in den unterfränkischen Dörfern ist irgendwie so ganz anders als in der Stadt. Es riecht nach Regen, Bauernhof, Blut und Weite.

In Neustadt/Aisch habe ich schon 5x Konzerte gespielt. Ich mag diese Gegend hier sehr.

Anschließend fuhren wir zu den Orgeln in Pretzdorf (Bittner Orgel), Altershausen (Strebel Orgel), Vestenbergsgreuth (Hoffmann Orgel 1963, Gottesdienst), Kleinweisach (Strebel) und noch mal Schornweisach (Wiegleb). Darüber berichte ich morgen.

Neu: Orgel-Information: Strebel Orgel Franken:

Strebel Orgel Jakobskirche Uehlfeld

Hey Orgel Burghaslach, Franken

Strebel Orgel 1907

Wir verschwenden zu viel Zeit damit, uns zu fürchten, während wir eher fürchten müssten, zu viel Zeit zu verschwenden. (Stephanie Shirley)

Willkommen, liebes Jahr 2022. Vielen Dank für allen Segen, alle Hilfe, Gebete, Geschenke und Sponsoring. Vor allem auch ganz überraschende. Merci! Gott segne euch und segne alles! Bitte betet für mich, ich kann es gebrauchen. Heinrich Schütz-Jahr 2022. Kultureller Gedächtnisort.

Das Jahr endete mit wunderschönem Sonnenuntergang, da es ein sonniger Tag war, und mit schönem Gottesdienst mit Kerzen und Schmuck und Beichte, womit das neue Jahr auch begann: Mit Wiegleb Orgel, Dankliedern, Glocken und Feuer. Feuer in einer alten Waschtrommel auf einem feuerfesten Platz im Garten. Durch die Löcher leuchtete das Feuer und bog sich wunderschön im Wind. Dazu gab es Blasmusik, Fackeln, liebe Menschen und Sekt. Zuvor leuchteten noch die Sterne über dem Friedhofs-Nachthimmel. Vereinzelt Feuerwerk. Sonst ruhig. Und Raclette ❤️ Die hübsche weiße Kirche in Schornweisach in einem gepflegten Friedhof wurde im Gottesdienst an Silvester 2021 in allen Farben angestrahlt bis zum nächsten Abend.

Stephanie Shirley (siehe Zitat) nannte sich “Steve”, um in der Männer-Branche IT schneller Fuß zu fassen. Wahrscheinlich würden Neider dies “Betrügen” nennen, genauso wie bei mir mein Kopftuch. Dabei ist völlig klar, dass es ein Armutszeugnis für die Männerwelt ist, dass Frauen zu solchen Mitteln greifen müssen. Und auf der anderen Seite ein Brillanz-Zeugnis für Frauen.

Sehr interessant ist das Buch “Unterwerfung der Frauen” von John und Harriet Mill  – das Ehepaar hat das Buch gemeinsam geschrieben, bei Reclam 2020 ganz neu erschienen. Es geht um die Geschlechterfrage. Früher wurden die Gedanken nur John zugeschrieben (wie oft in der Geschichte wird es so gewesen sein, dass wichtige Gedanken, Kunst, Ideen und Talente statt den entsprechenden Frauen allein Männern zugeschrieben wurden? Männern aus ihrem nahen Umfeld).

Meine Noten zu meinem Orchesterwerk LICHTUNG kommen 2022 heraus!

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31. Dezember 2021

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Mögen Spötter ihrer Schlangenzungen, Zweifler ihres Flattersinns sich freun. (Hölderlin)

Gesegneten Rutsch ins 2022! Shalom 2022!

In den Kirchen leben nicht die Kirchenmäuse, sondern die Schlangen. Unbewaffnete Seelen beißen sie besonders gern.

Doch Gott segne das neue Jahr, 2022, so dass (unbewaffnete) Seelen mit seinem Geist bewaffnet sind und in Frieden leben können. 

Oben: Mühleisen Orgel Hamburg 

The Chosen bringt wunderbar rüber, wie die Bibel entstanden ist, mit klugen und weisen Rückblenden und Querverweisen zurück und vor. Es hilft, die Bibel zu kennen. Der Film macht Lust auf die Bibel. Jesus war auch in Syrien. Syrien ist heiliges Land. Wie hätte er wohl auf mich reagiert, wenn ich in seiner Zeit gelebt hätte? 3 Jahre ihm zu folgen, mit ihm zu reisen – es wäre das Schönste und Wichtigste auf der Welt gewesen. Jonathan Roumie  spielt Jesus, es ist 47 und aus den USA.

Ich lese weiter über Emilie Mayer. Ihre Werke sind noch immer kaum Bestandteil des männlich-dominierten Musikbetriebs. Warum? Woher kommt die Scheu und Furcht vor weiblichem Talent, vor weiblicher Konkurrenz? Warum suchen Männer Privilegien und Vorteile über Frauen? Fühlen sie sich nur dann wohl? Emilie wurde 1883 begraben; erst seit August 2021 (!) wurde ihr Grab als Ehrengrab in Berlin erklärt. Eine weitere Komponistin dieser Zeit: Aline Hundt, Dirigentin! 1872 in Berlin gestorben. 

Ich lese Martin Bubers “Stationen des Glaubens”. Glauben ist Vertrauen. Nicht blindes, sondern sehendes Vertrauen. Nicht passives, sondern kühnes Vertrauen. Er schreibt von Mose im Wunderfeuer. Ich möchte auch gern “Stationen des Glaubens” schreiben. Meine Stationen des Glaubens.  – Ich sammle die schönen Insel-Bücher mit ihren bunten Rücken.

Heute erinnere ich an Stephanie Hummer, 18, von einem Mann ermordet. Sandra Newton, 16, von einem Mann ermordet. Darlene Carlson, 23, von einem Mann ermordet. Ich werde 2022 die unheimliche, große Anzahl ermordeter Mädchen und Frauen (meist Sexualmorde), Femizide, weltweit durch Männer begangen, aufdecken.

Was auch immer das Fernsehen an Krimis bietet – es ist nichts gegen True Crime. Alle Krimihersteller im Fernsehen mit ihren unrealistischen Stories sollten sich mit True Crime beschäftigen.

Die Silvester-Konzerte fallen aus, aber der Gottesdienst um 18 Uhr findet statt. 

Neu: Das letzte spanische Video aus dieser Serie:

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Bach Fuga G minor
Winter. Vinterstämning. Öppen Spis – Späth Orgel, Konzertmitschnitt, Dank an Prof. Gerhard Schmidt 

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Wenn es Sie nicht geben würde, müsste man Sie erfinden. (Armin Langer)

Über mich.

Heute erinnere ich an Priyanka Chopra, indische Schauspielerin, und an Simone Young, Dirigentin aus Australien.

Oben: Basilika Saarbrücken

Heute war ich beim Frisör. 3 1/2 Stunden. So lange war ich noch nie beim Frisör. Ist ein guter Freund von jemand, den ich kenne. Nicht, dass ich eine Frisör-Phobie habe. Aber ich gehe nicht oft. Da hat er mit mir geschimpft, weil ich mich zu wenig um mein schönes, langes Haar kümmere. Er hat mich beraten. Jetzt sieht es wieder schön aus. Spitzen schneiden. Viel weg. Jetzt sind sie grad nur noch mal schulterlang. Gut, dass es schnell wächst. Kur drauf. Von einer schwedischen Marke. REF Stockholm. Duftet. (Hab ich jetzt daheim.) Schön geföhnt. Strähnchen: Erst mein 2. Mal, dass ich mich das getraut habe. Ich hatte sogar wegen den Schals und Teddypullis, die ich liebe, hinten etwas verfilzt gehabt. Also: Nicht waschen vor dem Schlafengehen. Schade. Irgendwie mag ich oft gerade das, was nicht geht. Abends baden und Haare waschen. Geht nicht. Mit nassen Haaren ins Bett. Geht nicht. Haare im Winter ohne Föhnen. Geht nicht. Chips essen. Geht nicht. Nachts aufbleiben. Geht nicht. Beim Frisör bin ich eingeschlafen, obwohl sie zu zweit an mir dran waren, er und seine Frau. Lustig, die zwei. Ich schlafe ganz still und leise und habe einfach die Augen zu. Und bin wirklich weg.

Zudem wurde ich eingeladen auf eine Spritztour durch Schweinfurt. Schweinfurt hat, obwohl leider total zerbombt worden, eine sehr hübsche Altstadt und noch alte Villen, Hinterhöfe, frühere Latein-Schulen, Kirchen, ein schönes Rathaus (1397, 1555, 1570-72), Friedrich Rückert- Denkmal. Es gibt sogar eine fränkische Bachlinie (Kantor Georg Christoph Bach, gestorben 1697). Das älteste Bauwerk, ev. St. Johannis, 12. Jahrhundert, besitzt ein wunderschönes Altarbild von Adolf Kleemann. Die Kirche ist hell, barocke Kanzel von 1694, Steinmeyer Orgel, vielfach verändert und zerstört worden. Sehr schön auch die ev. St. Salvator, mit dem Wetterengel oben: Bläst die Engelsposaune in die Stadt, gibt es gutes Wetter. Bläst die Engelsposaune aus der Stadt (dreht sich also der goldene Engel), gibt es schlechtes Wetter.

Hier im schönen unterfränkischen Schweinfurt bei Würzburg: Älteste bekannte Orgel in St. Johannis von 1570, von Hermann Raphael Rottenstein aus Zwickau. 1662 wurde sie abgelöst von einer Orgel von Matthias Tretzscher aus Kulmbach mit schönem, barockem Prospekt. 1867 komplett erneut durch Steinmeyer. 1911 gab es eine zweite Steinmeyer-Orgel, mit Rokoko-Prospekt aus Rothenfels am Main, nun auf der südlichen Querhausempore. Diese Orgel wurde im Zweiten Weltkrieg schwer beschädigt. Im Turm unter und neben der Uhr sind noch immer die Bombenkugeln-Einschlagslöcher zu sehen. So gab es 1951 eine dritte Steinmeyer-Orgel, die 1992 restauriert und vergrößert wurde.

Es war alles wie ausgestorben. Wir liefen an der alten Burgmauer entlang, am unteren Wall, am Main. Besuchten den alten schönen Schrotturm. Die Leute sagen: Wir sind zuerst in Unterfranken, dann in Bayern, dann erst in Deutschland. Warum ich so „preußisch hochdeutsch“ reden würde und nicht fränkisch? Hm. Ich kann schon. Aber meine Eltern sind ja keine Franken.

Wir besuchten auch ein Antiquariat. Es riecht dort so wundervoll nach alten Büchern. Ich liebe die Insel-Taschenbücher mit den bunten Rücken.
Am Ende waren wir viele Stunden im Georg Schäfer Museum. Hier habe ich mal vor Jahren gespielt am Flügel. Der steht noch da.
Das Museum ist toll. Es war 2+ oder geboostert. Wir haben den Test gemacht. Für Kunst schon.

Wir waren in der genialen Ausstellung über frühe Fotografie, genauer über Daguerreotypie. Der Franzose Louis Daguerre, 1851 gestorben, war ein interessanter Künstler, der herausfand, wie man Fotografie festhalten, also tatsächlich fixieren konnte. Vor dem Tageslicht retten. Er war zudem ein sehr guter Maler, aus armen Verhältnissen stammend. Er starb als sehr reicher Mensch. Diese alten Fotografien sind alle Kunstwerke. Wunderbar fand ich „Streetlife in London“ von John Thomson (Fotoserie), wie er das reale Leben abfotografierte als einer der ersten, Armut.
Es gab auch zwei wunderbare Malerinnen (ich suche immer nach weiblichen Namen). In dieser Zeit durften Frauen ja gar nicht lernen und malen. Daher findet man nur weibliche Ausnahmetalente. Nicht, dass es nicht genug weibliches Talent gab. Aber sie wurden beraubt und kleingehalten. Wie willst du mithalten können, wenn du das Handwerk nicht lernen darfst? Bin ich deswegen so sehnsüchtig, alles zu lernen, weil ich die Sehnsucht all dieser verflossenen Frauen in mir spüre, die beraubt worden sind?
Wie hätte ich ohne Wissen Organistin werden können? Talent alleine reicht nicht. Diese weiblichen Ausnahmetalente sind deswegen aussergewöhnlich, weil sie die Kraft hatten, sich gegen die Beraubung zu stellen. Das ist eine Extra-Gabe, zusätzlich zur Kunst. Manchmal muss dafür ein hoher Preis gezahlt werden. Diese Ausnahmetalente in dieser Show waren die wunderbaren Malerinnen Angelika Weiß (1797-1876, Kempten) und die Schweizerin Angelika Kauffmann (1741-1807) und Gabriele Münter (1877-1962, Berlin).

Meine Sache ist das Sehen, das Malen und Zeichnen, nicht das Reden. (Gabriele Münter, 1952)

Eine wunderbare Malerin (1877-1962). Sie hat lange gelebt in dieser Zeit. Die Fotos, wie die mit ihren Malsachen um 1900 herumläuft, finde ich berührend. Ihre Gemälde sind bunt und klagend. Sie lernte privat, war aus reichem Hause, lebte in Dänemark, Bayern und Berlin und war verlobt mit Kandinsky. Dadurch war sie im Netzwerk involviert (die Künstler des Blauen Reiters), auch mit der Malerin Lulu Lazard.

Kunst der Fuge:

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Neu: Das letzte Video aus der spanischen Serie:

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Bach Fuga g-Moll