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18. Juni 2010

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Von Bastia nach Piacenza, von Korsika nach Italien

Pianello und Piano-Meisterkurse, es ist gut hier, in Emilia Romagna, ca. 100 km von Milano entfernt, in der Naehe von Piacenza, im Rathaus des kleines Ortes mit einem riesigen, offenen Schimmelfluegel — hier findet das Konzert in Pianello Val Tidone statt. Es war ein langer, anstrengender Weg von Bastia nach Piacenza ueber Genova, und die Zuege sind unglaublich chaotisch, man kann sich kaum vorstellen, dass Deutschland und Italien auf einem Kontinent zuhause sind oder zu einer EU gehoeren.

16. Juni 2010

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Calvi Pinea

Das Konzert in Calvi auf Korsika ist gut gelaufen, die Gäste der Pinea sind nett. Ich werde morgen um 5 Uhr früh nach Bastia gefahren und von dort mit der Fähre nach Genua und weiter nach Piacenza. Ich bin gespannt, wie die italienischen Konzerte sein werden Es kann sein, dass ich erst am Samstag wieder in Calvi zurück sein werde. Es regnet, ist heiß und schwül. Ich bin dennoch einige Stunden am Strand heute eingeschlafen. Ich liebe das Geräusch der Wellen und den warmen Sommerregen.

12. Juni 2010

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Korsika, Corse

Fliege in einer paar Stunden nach Calvi, dort zu spielen, und anschließend mit der Fähre von Bastia nach Savona und von dort Richtung Mailand, nach Piacenza für Konzerte. Leider kann ich wegen all dem Ausland nicht zurückfliegen, um beim Umsonst & Draußen-Festival zu spielen. Das finde ich sehr schade. Ich wäre dort gern aufgetreten, musste aber absagen. Anschließend habe ich Konzerte und Meisterklassen in Manila, auf den Philippinen, und anschließend ein Konzert mit Duo Klavier und Violine in Mannheim. Leider ist alles so vollgepackt, dass ich mich frage, ob ich die Fußball WM genießen kann. Aber ich habe sowieso erst mal genug zu schreiben an der Magisterarbeit, 100 Seiten über Bach, eigentlich etwas sehr Schönes.

28. Mai 2010

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Karlstadt am Main

Das Konzert in Karlstadt ist sehr gut verlaufen, Presse war da, schöne Blumen, trotz Sonne sehr gut besucht, ich musste zwei Zugaben geben, eine gesungen, eine dritte war mir dann zu viel. Heute fahre ich nach Neubrandenburg und spiele heute abend, eine weite Reise. Magisterarbeit über Bachs Goldberg-Variationen fertig.

Ich halte mich mittlerweile gern in Bibliotheken auf für das wissenschaftliche Studium, obwohl mich manchmal die vielen Bücher erdrücken.

18. Mai 2010

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Stuttgart in Baden-Württemberg

Es hat großen Spaß gemacht, in Stuttgart aufzunehmen. Der brillante Flügel mit 6 Mikrofonen bestückt, einem davon türkis und zwei schwere Doppelhänger, stand in einem Winkel des großen Saales, und mit Pausen nahmen wir auf von 16 Uhr bis halb zwei morgens. Richtig dunkel wurde es leider nie, da es so viele Straßenlaternen draußen und keine Rollos gab, aber der Regen prasselte gemütlich und manchmal unheimlich auf das Dach, es blitzte, die Sträucher zitterten im Wind vor den großen Fensterscheiben, ich ließ mich von Farben inspirieren, von den Farben der roten Stühle vor der blauen Wand, von einem bunten Tuch, von Kerzen und einer kleinen Lampe, von der Dunkelheit, wenn wir alles löschten. Ein paar Mal war ich so tief versunken, dass ich alles um mich herum vergaß, mir fast schwindlig wurde, so konzentriert war ich. Es war angenehm, so zu versinken.

15. Mai 2010

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Bad Essen

Diese Himmelsterrasse der Landesgartenschau in Bad Essen ist wirklich beeindruckend. Schade, dass ich wegen Osnabrück nicht nach München konnte. Aber hier zu spielen (morgen wieder) gefällt mir auch sehr, trotz des kalten Maiwetters. Es war verschiedene Presse da, die fotografiert hatte, ein Bericht von meinem Konzert („Noten, die Flügel bekommen“) war heute schon in der Zeitung.

Nach 5 Stunden Autofahrt spielte ich in St. Stephan, es war schön, dort zu singen, Pfarrer Breitenbach sagte, meine Texte seien alle sehr von Psalm 139 inspiriert und geprägt.

12. Mai 2010

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Osnabrück

Morgen fahre ich zu Konzerten nach Osnabrück, wieder einmal stauen sich Konzerte aufeinander und ich muss wieder zurück.

Die Sprache der Musikwissenschaft macht mir immer mehr Freude.

Gestern las ich etwas sehr Schönes: Ein Eisberg ist deswegen unzerstörbar, da er zu 90 Prozent verborgen liegt. Genauso ist ein Leben unzerstörbar, wenn es zu 90 Prozent verborgen ist. Die Menschen, die auf dieser Welt den positivsten Einfluss hatten, lebten so. Ich dachte früher, es sei schade, dass man nur 10 Prozent sieht. Aber wer hört auf Worte, wenn Töne siegen? Es kommt mir vor, als sei die Seele pulsierend, in Gewebe, Muskeln und Organe hinein. Seele und Geist sitzen in Brust und Kehle, pulsieren von dort aus. Musik ist Abbild des ganzen Willens.

Mein Vater hat viele Jahre in Osnabrück unterrichtet. Es gab viel Zeit vor meiner Geburt.

07. Mai 2010

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Kunst und Predigt

Wirkliche Kunst sagt den Menschen nicht, was sie glauben sollen, sondern sie versetzt die Menschen für eine Weile in die Lage, die Dinge anders zu betrachten.

Der gläubige Künstler kann es den Menschen ermöglichen, einen Moment die Welt durch Augen der Erlösten zu sehen. (Steve Turner)

In dem Fall schafft Kunst, was eine Predigt nicht schaffen kann, doch auch die Predigt ist Kunst. Es gibt wundervolle Künstlerinnen, zum Beispiel Joni Mitchell und Joana Newsom. Ich finde, durch Kunst wird sichtbar, wie es im Himmel sein wird. Frauen und ihre Kunst spielen eine große Rolle.