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Ann-Helena Schlüter

4. Juni 2026: .. und eine Seelsorgerin.

Foto: Link Orgel 1903 ev. Kirche Hering Otzberg Odenwald

Heute erinnere ich an Schwester Blandine Merten.

Die größte Demut, die eine Künstlerin oder ein Künstler haben kann, ist die Hingabe. Also das Leben. Das hingegebene Leben. Das Gesamtprodukt. Die Gesamtgestalt. Das Gesamtkunstwerk im Endeffekt. Als End-Essenz. Was meine ich damit? Wenn eine Rose in ihrer Erde genau das ist, was sie sein soll, dann ist das Demut. Wenn ein anderes Wesen in einer ganz anderen Erde kommt und sagt: Du musst aber so und so sein – dann ist das dumm oder arrogant. Denn das andere Wesen kommt aus einer ganz anderen Region.

Oder in Menschen ausgesprochen: Wenn jemand, der es nicht geschafft hat, von Musik oder Kunst zu leben, entweder weil er sich nicht getraut hat, nicht begabt genug war oder Geld und Sicherheit vorgezogen hat, nun davon redet, wie ein anderer, der von Kunst und Musik lebt, zu leben oder zu sein hat, dann ist das, als würde ein Pilz zu einer Rose sagen: Sei demütig. Sei demütiger!

Nur, wer selbst eine Rose ist, kann dies zu einer anderen Rose sagen. Würde aber eine Rose nie zu einer anderen sagen. Denn nur wer weiß, wie es ist, von Musik und Kunst zu leben (sich dies nicht nur von außen anzusehen, vorzustellen oder auszumalen oder mal ein Jahr auszuprobieren), kennt die Erde. Es ist die Erde der Berufung. Und eine solche Berufung ist nicht Meditieren, Nachdenken, Muße, sondern Realität, Risiko, Gottvertrauen und Hingabe. Und die größte Demut ist die Lebenshingabe. An die Berufung und die Gabe, die Gott gibt.

Wenn ein Pilz alle Jubelzeit mal ein Konzert gibt, dazu umsonst, oder sich welche anhört, dann ist das Hobby; dann kann der Pilz davon sprechen, wie er meditiert und gebetet hat und dies für Demut halten. Wenn eine Rose aber ein Konzert ist, weil dies Teil ihres Leben ist wie Atmen, dann ist das Hingabe. Dann ist der ganze Lebensweg schon Erde und Gebet.

Historische romantische Gebr. Link Orgel 1903 ev.-reform. Kirche zu Hering Otzberg Odenwald, 2 M, 8 klingende Register

In dieser schönen denkmalgeschützten, neuromanischen Dorfkirche von 1899 mit rotem Sandstein in Südhessen steht die wundervolle weiße kleine Orgel. Sie hat zartbunte Registerschilder. Schwarzschmale Registerzüge. Es ist meine 1o. Link-Orgel. Sie steht unter einem türkisgrünen Dach.

Obwohl die Orgel nur 8 klingende Register besitzt, hat sie zwei Manuale. Das ist erstaunlich, da ich in meiner Reise durch die Länder viele Orgeln kennengelernt habe mit 11 oder 12 Registern, die nur ein Manual haben, so auch hier im Odenwald in Heubach, Georgenhausen, Reinheim Spachbrücken und Fränkisch Crumbach.

Die schlichte helle Kirche besitzt darüber hinaus 4 Glocken und drei Buntglasfenster im Chorraum. Sie steht auf einem Berg, dem Otzberg mit Blick über die Rhein-Main-Ebene.

Die Orgel steht auf der Westempore mit dem Spieltisch Gesicht zum Altar – wie die Schlimbach-Orgel in Heubach im Odenwald. Der Otzberger Ortsteil Hering im Landkreis Darmstadt-Dieburg ist ein idyllischer Ort im Grünen. 2024 wurde die Kirche mit Turm saniert.

Es ist die kleinste historische Link-Orgel. Ich habe schon einige kleine Link-Orgeln gespielt, die jedoch umgebaut worden sind.

Samtig-trockene Akustik. Die Klänge sind farbenprächtig, mit Spannweite.

Schön ist, dass die Kirche eine elektrische Tafel mit Touchscreen und auditiven Erklärungen zur Kirche besitzt. Beim Anhören gehen sogar die Lichter an. Die Kirche liegt am Odernwälder Radweg.

Die Disposition ist hier zum ersten Mal im Netz:



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3. Juni 2026: Feind oder selig?

Foto: Bechstein Orgel 1866 ev. Johanniter Kirche Ober-Mossau Odenwald

Süffige historisch romantische Bechstein Orgel 1866 ev. Johanniterkirche Ober-Mossau Odenwald, marmorierte Elfenbeintasten, 1 M, 7 klingende Register, linksseitenspielig

Es ist meine zweite Bechstein-Orgel. Die erste steht in Heubach, die einzige vollständig und original erhaltene Orgel aus dieser Werkstatt, mit Elfenbeintasten.

Auch diese grünblaue Orgel besitzt sinnliche Elfenbeintasten, ist aber nicht mehr ganz vollständig erhalten. Wer noch an der Orgel arbeitete, ist unbekannt. Über den Tasten sind die Registerzüge mit breiten Registergesichtern angebracht.

Die Kirche ist eine einschiffige gotische Chorturmkirche von 1253 mit Malerei aus dem 15. Jahrhundert; das Langhaus wurde 1501 erweitert. Die Grabplatte ist frühgotisch.

Der Turmhelm wurde erhöht und die Kirche erhielt ihre heutige flache Decke.

Die Disposition ist hier zum ersten Mal im Netz:



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2. Juni 2026: Bestechend schöner Gesang.

Foto: Jehmlich Trampeli Orgel Werdau Zwickau Sachsen Konzert 2026

In Werdau habe ich auch Blumen zum Konzert bekommen. Blumen gefallen mir nach wie vor am besten als Konzertgeschenk.

Ein Kronjuwel mit Wolkenflaum als Klang ist diese Orgel hier:

Historische romantische seitenspielige Eberhard Friedrich Walcker Orgel 1866 ev. Kirche in Fränkisch-Crumbach, Odenwald, 1 M, 11 R, mechanische Kegelladen, Elfenbeintasten

Die schöne weiße, beschauliche Kirche aus dem 12. Jahrhundert hier in Südhessen im Odenwaldkreis ist eine malerische Dorfkirche. Ihre besondere Orgel ist rechtsseitenspielig und grundtönig. Ein Kleinod.

Der hessische Teil Frankens ist jetzt im Mai eine Augenweide. Diese Kirche ist besonders alt und voll Epitaphe, sagenumwobenen Denkmäler und Gräber der alten Ritter mit ihren Frauen. Es ist im Grunde eine Grabeskirche.

Auch Junker Hans III Rodenstein besitzt hier Denkmäler aus Sandstein. Denkmäler und Grabsteine stehen auch vor der Kirche, auch das Rodensteiner Relief.

Die romantische Burgruine Rodenstein ist ganz in der Nähe, ebenso Reichelsheim mit ihrer Burg Reichenberg und der Sprenzberg.

Die vollständig original erhaltene kleine E.F. Walcker Orgel ist sehr wertvoll, da es sehr selten ist, dass (im Odenwald) eine so gut erhaltene E.F. Orgel steht. Auch sie wird von F&N betreut.

Ihr süffiger warmer Gesang in der samtig-trockenen Akustik schmeichelt meinem Ohr. Sie steht auf der Westempore und ragt spitz zur Decke.

Die Empore ist beige-blau. Man merkt jedoch, dass die Orgel ursprünglich woanders stand oder für eine andere Kirche gebaut wurde. Sie passt kaum hin: Eine goldene Spitze musste abmontiert werden. Sie liegt auf der Orgelbank.

E.F. Walcker ist einer der bedeutendsten Orgelbauer unseres Landes. Er schuf die Kegellade, die deutsche Romantik im Orgelklang, den Schweller… Er baute auch sehr große Orgeln. Leider sind sehr viele zerstört worden im Krieg, was eine Katastrophe ist.

Historische Sauer und E.F. Walcker Orgeln sind meine Lieblingsorgeln neben Ladegast. Es ist meine 25. E.F. Walcker-Orgel.

Es war sehr schön, hier zu spielen. Ich habe noch nie eine so kleine, noch dazu seitenspielige E.F. Orgel gespielt. Es war ein Erlebnis, wie selbst diese kleine Orgel einen Sound produziert, den man nur Gesang nennen kann.

Bestechend schöner Klang in samtiger Akustik. Wundervolle 8-Füße. Wolkenflaum der Klang, vollmundig, karamellisiert.

So habe ich nun kurz aufeinander die kleinste E.F., die kleinste Sauer, die kleinste Link und zuvor die kleinste Ladegast gespielt. Ein Traum. Alle original erhalten.



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1. Juni 2026

Foto: Jehmlich Orgel 1984 op. 1037 Werdau Zwickau Sachsen Konzert 2026, sanierter Trampeli Prospekt 1801

Mein Konzert heute war sehr schön. Ich habe meist manuell registriert, um farbig, süß, vollmundig zu colorieren – auch wenn ich dazu die Farben bzw. Registerzüge auswendig können musste, da die Register alle eng links waren.

Viele Menschen saßen oben nah der Orgel, auch Kinder.

Sehr schön ist die Helle Trompete im Pedal, Holzdulzian, Rohrnasat und Musiziergedackt. Brillant-samtige Akustik, vollmundig, karamellisiert, untergärig und weich:

Mechanische weiße VEB Orgelbau Dresden Gebrüder Jehmlich op.1037 St. Marien Kirche Werdau Zwickau Sachsen, 2 M, 29 R, Neidhardt III-Stimmung, Setzeranlage

Das Schleifladeninstrument mit der Jehmlich-Orgel im alten schönen restaurierten Trampeli-Prospekt von 1801 hier in der Marienkirche im Erzgebirgsvorland ist eine Augenweide. Es ist meine 45. Jehmlich-Orgel. Trampeli-Orgeln habe ich ebenfalls schon gespielt. Die Registerzüge sind alle eng auf der linken Seite.

Die große Kirche hat drei fast durchlaufende Emporen.

Der weiß-goldene Orgelprospekt von 1801 schmückt die Westempore der Stadtkirche St. Marien in Werdau. Die Gebrüder Johann Gottlob und Christian Wilhelm Trampeli (1742-1812 bzw. 1748-1803) in ihrer Adorfer Werkstatt errichteten dieses Schmuckstück. Wie man erkennen kann: Ihre Orgeln standen in der Tradition der sächsischen Silbermann-Schule. In ihr lebt nun ein neobarocker Neubau mit schönen Zungen. Doch die Orgel hatte insgesamt auf dem Weg hierher einige Veränderungen erlebt.

Es war sehr schön, hier zu spielen. Die ganze Kirche wurde innen vor kurzem für viel Geld saniert und strahlt in makellosem Weiß, wie die Wertvolle oben in ihrem Denkmal-Gehäuse. Wie wohl die Originale klang?

1908 gab es hier ein süffiges, pneumatisches spätromantisches Instrument aus dem Betrieb der Dresdner Hoforgelbauer Emil und Bruno Jehmlich (1854-1940 bzw. 1856-1940) im historischen Gehäuse. Das war die neue Klangwelt.

Doch dann kam 1920 die sogenannte „Deutsche Orgelbewegung“. Deren Ideologie war der Barockorgelbau, Rückkehr zum Alten. So entschied man sich auch in Werdau für eine klangliche Veränderung und Erweiterung der vorhandenen Orgel, 1940 ausgeführt von der Firma der Gebrüder Otto und Rudolf Jehmlich (1903-1980 bzw. 1908-1970).
Die technische Steuerung der Orgel wurde von Pneumatik auf die  Elektropneumatik umgestellt. Man blieb bis heute bei Jehmlich aus dem nahen Dresden:


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31. Mai 2026: Die Orgel ist meine.

Foto: Sauer Orgel 1895 op. 780 Hirschhorn am Neckar Hessen Konzert 2026

Ich freue mich auf mein Konzert heute in Werdau Zwickau in der ev. Marienkirche und bin unterwegs zu ihrer grossen Jehmlich-Orgel in Sachsen im alten schönen Trampeli-Prospekt.

Viele Kirchenmusiker wollen prompt eine andere neue Orgel haben, sobald sie irgendwo eine Stelle antreten. Da frage ich mich, warum sie die Stelle überhaupt angetreten sind, wenn ihnen die Orgel nicht gepasst hat. Dann haben sie wahrscheinlich nicht zur Orgel gepasst. Warum soll die Orgel weichen und nicht sie?

Eine Orgel sehr gut rekonstruieren zu lassen, schaffen allerdings die wenigstens. Das liegt u.a. an der jetzigen Mentalität zum Orgelbau. Vieles ist Business, Show, Name, Geld und Bamborium. Laut und groß. Oder kann man sich vorstellen, dass Klais wieder solche Orgeln baut wie in Olpe?



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30. Mai 2026: Sie hat pneumatische Power!

Foto: Sauer Orgel 1895 op. 780 Hirschhorn am Neckar Hessen Konzert 2026

Es war sehr schön, hier in Hirschhorn zu spielen. Mein Konzert gestern hat viel Spaß gemacht. Die Kirche war schön kühl in der heißen Sonne und die Orgel spielte sich leichtgängig und tänzerisch, meine Sehnsuchtsort Orgel FLÖTENUHREN.

Von unten sieht die Orgel klein, schlicht und grün aus. Aber oben erkennt man erst ihre Schönheit. Das typische schwarz-glänzende Sauer-Schild mit Opus-Zahl. Das hübsche Pedal. Die außergewöhnlich warmen Klänge:

Kleine historische romantische Sauer Orgel ev. Kirche Hirschhorn am Neckar, Odenwald, Hessen, 1 M, 9 R

Es ist die kleinste historisch romantische Sauer Orgel, völlig original erhalten, der Welt! Sie wird von F&N betreut.

Das malerische kleine Hirschhorn am Neckar ist seit 1802 hessisch und hat ca. 3000 EW.

Die Landschaft im Odenwald-Neckartal ist wunderschön. Die neugotische schlichte Kirche mit Turm liegt malerisch am Neckar, rot und schlank. Hinten steht eine große gesunde Eiche, eine Kaiser-Eiche. Dadurch, dass die Kirche so nah am Fluss steht, gab es schon Hochwasser-Schäden bis zur Kanzel. Die Hirschhörner müssen entweder am Wasser oder am Hang bauen.

Historische spätromantische Sauer-Orgeln gehören zu meinen Lieblingsorgeln. Ich habe schon über 25 Sauer-Orgeln gespielt. Diese ist die kleinste und süßeste Sauer-Orgel, fast original erhalten, unverbaut, 1950 etwas umgebaut, jedoch 1992 von Schuke Berlin perfekt rekonstruiert. Sie ist sehr gut erhalten,  grün, süffig im Klang, eine Augenweide. Schuke betreut sie aber nicht mehr.

Sie ist raumfüllend im Klang und hat pneumatische Power.

Die Disposition ist zum ersten Mal im Netz.

Die Klänge sind warm, auch ohne Zungen süffig, sogar die Mixtur Progharm ist mild. Hier ist der einzige Zweifuß drin. Kein Schweller, keine Koppeln, keine Spielhilfen außer Tutti. Jedoch nicht nötig. Besonders die feine Aeoline als Streicher gefällt mir. Sie ist eine Art Schwebung zur Hohlflöte und ersetzt den Schweller. Das einzige, was man vermissen könnte, wäre ein 16 Fuß im Manual.


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29. Mai 2026: Wie wenn das Vitamin der Sonne meine Haut trifft, so trifft das Gedicht meinen hungrigen Intellekt, und die Zeit bleibt kurz stehen, sei es im Zug oder daheim, und ich atme wieder und denke und fühle.

Foto: Neue Eisenbarth Orgel 2024 Drolshagen St. Clemens Kirche Basilika 2026

Ich bin unterwegs zum nächsten Konzert an die Sauer-Orgel in Hirschhorn am Neckar in beautiful Hessen. Und lese manessische Handschrift und Aphorismen von Marie von Ebner-Eschenbach. Und Emily Dickinson.

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28. Mai 2026: Schau herm, wie langaus meine Arme reichen. (Droste-Hülshoff)

Foto: Klais Orgel Olpe katholisch St. Martin Kirche 2026

Heute erinnere ich an die wunderbare Fotografin und Reporterin Gisele Freund, 1908, Gisela Freund, die alles für ihre Berufung gab. Die Interviews und ihre Stimme sind spannend. Die einzige Frau in einer massiven Männer-Branche, in einer noch schwierigeren Generation in manchen Dingen als heute (in anderen nicht). Männer können in ihrer Berufung alles weitere zusätzlich haben. Frauen müssen oft alles für ihre Berufung geben. Und sie haben meist doppelt so viel Arbeit.

Und ich habe dagegen viele Kleist-Briefe gelesen und bin erstaunt, wie kindisch und narzisstisch diese klingen. – Am liebsten lese ich Gedichte. Momentan von Droste, Nicolas Born und Bertold Brecht. Brecht ist sehr gut in Wort und Ausdruck, so dass ich Gänsehaus bekomme und tief beeindruckt bin. Jedoch ist seine ganze Art recht gottlos. Manchmal denke ich, dass die große Kunst vielleicht nur gottlos funktioniert? Denn viele Christen machen keine gute Kunst – wenn man die „christliche“ Musik- und Literaturwelt betrachtet, denkt frau, oh nein, wie arm, wie wenig begabt, wie oberflächlich, wie dürftig.

Dann allerdings denke ich an Johann Sebastian Bach und bin ermutigt und erleichtert. Doch wie kann es sein, dass diese dunkle, gottlose Kunst oft solch eine große, begabte ist? Vielleicht liegt es daran, dass diese Menschen suchen und intensiv suchen, hungern danach, sich auszudrücken, sich selbst zu finden, während ein Mensch, der Gott gefunden ist, alles stehen und liegen lässt und völlig befriedigt ist in dem, was sie oder er gefunden hat in Gott? Denn Kunst, Musik, Selbstfindung und Karriere werden völlig zweitrangig, wenn man dem größten Künstler real begegnet ist.

Ich kenne irgendwie beides. Und Bach vielleicht auch?

Warum Gedichte? Sie lassen so viel Spielraum, selbst zu erkennen, zu fühlen, zu sehen, zu wissen. Sie sind ein Korsett, und ich, beim Lesen, erwecke sie zum Leben, mit meinem eigenen Leben und Wissen.

Wie wenn das Vitamin der Sonne meine Haut trifft, so trifft das Gedicht meinen hungrigen Intellekt, und die Zeit bleibt kurz stehen, sei es im Zug oder daheim, und ich atme wieder und denke und fühle.

Das war schon als Kind so.

Neue Eisenbarth Orgel neu St. Clemens Kirche Basilika Drolshagen Sauerland, NRW, neues Kirchenschiff, 3 M, Setzeranlage, RP, 32 R

Es ist meine 8. Eisenbarth Orgel. Nebenan im schönen alten Kirchenschiff steht die romantisch-klassische Eisenbarth / Johann Heinrich Kleine Orgel von 2018 im historischen Kleine-Gehäuse 1787 opus 387 auf der Nonnenempore, die sogenannte Basilika-Orgel.

Anhand dieser neuen Kirche und der beiden neuen Orgeln ist das reiche Bistum Paderborn zu bemerken. Alles ist sehr gepflegt und geschmackvoll.

Die neue Eisenbarth Orgel mit elektrischen Schleifladen  in der südlichen Erweiterung ist edel, elegant, schlicht, in Silber und Blau, in Himmel getaucht. Leider ging Orgelbau Eisenbarth über diesem Auftrag bankrott. Daher ist das wertvolle Instrument leider noch nicht bis ins letzte Detail fertig (2026). Es fehlt noch einiges, auch weil Fa. Laukhuff Orgelteile ebenfalls insolvent ging.

Es sind also zwei Orgel-Neubauten, zwei Basilika-Orgeln.

Der Orgel-Neubau nebenan im alten Schiff der romanischen weißen Basilika steht im historischen oliv-grünen Barock-Gehäuse von 1787 von Gebrüder Kleine und besitzt Schleifladen. Das alte Gehäuse ist eine Augenweide. Die schlichte uralte Kirche auch. Das blühende grüne südliche Sauerland beim Biggesee ist ein Traum.

Der Neubau in der neuen Kirche ist ebenfalls eine Augenweide. Früher stand hier in der neuen Erweiterung eine schöne große Orgel von Paderborner Orgelbau von 1981, Fa. Paderborner Orgelbau Miklis & Breimhorst. Das frühere Rückpositiv wurde in die neue Orgel integriert. Die Orgel hebt sich gegen die braune Decke ab. Hier werden Fotos aus beiden Kirchteilen gezeigt:

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27. Mai 2026

Foto: Eisenbarth (Passau) / Johann Heinrich Kleine & Söhne Orgel 2018 / 1787 op. 387 kath. Basilika Drolshagen bei Olpe Südsauerland

Heute erinnere ich an Ariatani Wolff.

Neue mechanische Eisenbarth / Kleine Orgel alt St. Clemens Kirche Drolshagen Sauerland NRW, altes kleines Kirchenschiff, 2 M, 30 R

Der Neubau Basilika-Orgel steht im historischen oliv-grünen Barock-Gehäuse von 1787 Gebr. Kleine und besitzt mechanische Schleifladen. Das alte Gehäuse auf der Nonnenempore ist eine Augenweide. Die schlichte uralte Kirche auch, eine romanische Basilika. Das blühende grüne südliche Sauerland beim Biggesee ist ein Traum.

Es ist meine 8. Eisenbarth Orgel. Nebenan im schönen neuen Kirchenschiff steht die nagelneue Eisenbarth Orgel von 2024, noch nicht ganz fertig im letzten teuren Detail. Anhand der neuen Kirche und dieser beiden neuen Orgeln ist das reiche Bistum Paderborn zu bemerken. Alles ist sehr gepflegt und geschmackvoll.

Durch wunderschöne, beinahe verborgene Türen kommt man auf die Südseite der Kirche in die überraschende neue Kirche, edel und 2021 neu renoviert, mit einer hohen braunen Holzdecke.

Hier befindet sich das neue Altarbild von Pfingsten 2021 von Thomas Jessen, vor dem ich Pfingsten 2026 staunend davor stand. Mit einer eleganten Wendeltreppe kommt man dort hoch zur großen, blau-silbernen Orgel mit RP. Die Türen sind innen blau und innen in der Basilika weiß:

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26. Mai 2026: Wo sind Büsche, Wiesen, Blumen, Insekten, Vögel?

Foto: Klais Orgel Olpe St. Martinus Kirche 2026

Es war sehr schön, hier im Südsauerland zu spielen. Nach meinem Konzert in Olpe fuhren wir zu diesem Schmuckstück in Wenden und nach Drolshagen.

Das südliche Sauerland ist eine wunderbare Gegend, besonders um den großen Biggesee herum bei Olpe und Attendorn. Das blühende südliche Sauerland ist ein Urlaubsgebiet und grenzt an das große Siegerland. Im Gegensatz zu anderen Städten in NRW wie z.B. Hagen, Köln und Mönchengladbach ist das Sauerland gepflegt, sauber und einladend.

Der Triumphbogen in Wenden St. Severinus mit Musikinstrumenten, dem sogenannten „Wendener Orchester“, und lobenden lateinischen Bibelstellen und der Schutzengel sind von 1752. Die weiße Kanzel ist von 1752. Die schmucke Dorfkirche ist eine Barockkirche. Die Vorgängerkirche stammt von 1350. Die hängende Madonna ist von 1757, die Muttergottes von 1516, die Madonna im Marienaltar von 1670 und der Hochaltar, optisch passend zur Orgel, und auch der Kreuzaltar von 1618. Die 12 Apostel und Jesus von 1670 stehen auf der Orgelempore als „Stifterfiguren“. Schön sind auch die Tafelbilder, die 4 Glocken und der Taufstein. Die Kapelle Dörnschlade gehört zur Kirche.

Die Akustik ist eher trocken. Die Klais Breil Orgel klingt stabil und gesund. Einen Schweller gibt es leider nicht.

Die jetzige Orgel hier in Wenden geht auf einen Neubau von der Familie Franz Breil (Dorsten) 1975 / 1976 zurück. Dabei stammen bis auf Mixtur und Trompete im Hauptwerk und die Terz im Schwellwerk alle Register aus der Vorgängerorgel; einige gedeckte Pfeifen im Hauptwerk stammen sogar noch von 1755 von Boos, sogar von 1718:

Aber was ich in Drolshagen sah … das erzähle ich morgen …

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