Ja wow, es war viel, aber es hat sehr viel Spaß gemacht, an dieser wunderbaren Orgel in St. Katharinen zu spielen und zu wissen, es hören so viele super tolle Leute zu live unten und am Bildschirm im live-Stream. Von nah und fern und international. Ich habe mich sehr geborgen gefühlt und umbetet, danke euch allen! Es ist sogar noch online. Wahrscheinlich noch länger. Danke für all euer Feedback und Lob. Bin begeistert! Ich selbst habe es noch nicht angeschaut, bin empfindlich, mich selbst anzusehen, kennt ihr das? – wenn man so ernst und konzentriert ist.
Dieser innerliche FlOW. Das Filmteam mit Christian Frank ist sehr nett, danke auch an Jonas, der so toll geblättert hat, an den lieben Hausmeister der Kirche St. Katharinen, der mir oben im Jugendzimmer das Sofa zeigte, so dass ich vorher schlafen konnte.
Gegen 16 Uhr hatte ich so eine Erschöpfungswelle von der vielen Arbeit. Ohne das Sofa hätte ich es nicht geschafft. Es sind oft Kleinigkeiten, die einen retten. Augen zu machen können, Stille, sich kuscheln in eine Decke. Draußen hörte ich den unaufhörlichen Innenstadtverkehr von Hamburg gedämpft. Gott spüren. Etwas Cola trinken. 30 Minuten vorher eine Banane essen, so wie Hans-Ola mir gesagt hat. Exakt 30 Minuten vorher. Die Schweden wissen es! Jonas hat mir eine Banane mitgebracht. Vivian auch. Frank Löhr war auch da, Wolfgang, Jan – und natürlich Pieter via Zoom.
Zinke war gestimmt. Und dann Freude haben am Spielen. Auch wenn es anstrengend ist. Mein Stück hat mir auch Spaß gemacht.
Aber ja, Entspannung yes – aber .. nun, am Mittwoch ist schon das nächste Konzert. Ich glaube, es hat noch nie jemand 2 Konzerte in 3 Tagen dort gespielt Hat sich so ergeben. Bedeutet: Ausschlafen. Und dann gleich weiter! Denn morgen ist das Konzert schon morgen! Ich sende euch wieder den Link! Diesmal St. Johannis. Diesmal Romantik!
Danke für eure Liebe! S.D.G. Und etwas feiern ging auch. 22.2.21 und Sonne
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Heute geübt und genossen. Lange Probe mit Registrant bis 23 Uhr. Man lernt gemeinsam.
Pieter van Dijk hat Recht: Ein „Orgelnerd“ zu werden wie die, die ständig über Orgel reden, anstatt Musik zu machen, ist nicht das Ziel. Es geht um Musik, nicht um Orgel. Um Musik machen, nicht diskutieren. Er redet in seiner Freizeit nicht über Orgel, da gibt es wichtigere Dinge. Musik ist, was zählt, und mehr noch Liebe, Menschen, Gott. Ich bin zwar (momentan) ein Orgelfreak. Aber ein ganz anderer als die „Semi-Nerds“. Und Musik spüre ich mit jeder Faser meines Seins. Bei jeder schönen Stelle seufze ich auf. Die mächtige Orgel fängt meine Energie und meinen inneren Vulkan mit großen Fittichen auf.
Passend. Heute groß im Spiegel: Feindbild Frau. Hetze im Internet gegen Frauen. Bis zu Mord. „Online Hetze, Offline Mord“. Erinnert mich an die Kirchenmusikgruppe in facebook. Dort ist das Pöbeln von Frensel, Kropf, Schmitz aus Trier, Rochus Schmitz, Wilke und Bornheimer immer noch deutlich gegen mich. Auch Matthias Müller, Christoph Spengler, Dietmar Korthals, Johannes Richter, alles Männer, die ich nicht kenne, stänkerten. Johannes Richters Spiel gefällt mir überhaupt nicht, unvirtuos, wie vom Blatt gelesen. Überhaupt spielen viele sogenannte „Orgelfreunde“ grob. Ganz zu schweigen von Spenglers Videos, in denen es aussieht, als hätte er seine Tochter geheiratet und würde in jedem Video sein Enkelkind wiegen und als wäre er dabei eben aus dem Bett gestiegen nach einer durchzechten Nacht. Wenn mir was nicht gefällt, scrolle ich weiter. Aber diese nehmen sich sehr viel Zeit, zu zanken. Warum? Freunde haben es gelesen, ausgedruckt. Ich habe Ordner von Gestänker. Offenbar wird dort nicht verkraftet, dass eine Frau beliebter ist, mehr kann oder sich genauso oft präsentiert wie sie selbst, dass ich sie blockiert habe. Meine Agenturen wurden heute angeschrieben. Was für ein Feindbild müssen diese von mir haben. Benjamin Frensel sperrt meine Fans, so dass nur noch Feinde kommentieren können und lässt jeden geteilten Beitrag über mich löschen und Kommentare einfrieren. So was gab es noch nie. Wie viel Eifer. Ansgar Kreutz sieht dabei zu. Er hat Freunde unter den Stänkerern. Karl-Bernhardin Kropf, Rochus Schmitz (Rochus = Zorn), oho, aus dem Pfeifenorgelforum, die ich angezeigt habe, rotten sich auch hier zusammen und nennen sich in der Kirchenmusikgruppe „Geschädigte“ und veröffentliche Dokumente ihrer Gegenanzeigen. Irgendwie tun sie mir leid. Auch wenn sie gefährlich sind. Sie sind aus dem Hinterzimmer.
Was ist das Leben, wenn man nicht für etwas Wichtiges kämpfen kann? (AHS)
Bald übe ich die Suite von Duruflé, Reger B-A-C-H und Reubke. Jemand sagte mir, ich werde mit Reubke Furore machen. Naja, ich bin gespannt.
Heute möchte ich an die weltweit verfolgten Christinnen erinnern, siehe Asia Noreen Bibi, Christin inmitten von Muslimen in Pakistan. Die zunehmende Christenverfolgung sagt viel über unsere Erde aus. Auch, dass die Christenverfolgung ignoriert wird und Europa ganz andere, „wichtigere“ Themen hat. Selbst in Kanada muss Asia um ihre Familie fürchten. Ihre Kinder sind traumatisiert. Es gibt noch sehr viele Eingesperrte in Pakistan. Aber unser Land und Europa tun viel zu wenig für sie; Unterdrückung von Christen interessiert deswegen nicht, weil unser Land auch an dem Gott der Bibel kaum Interesse zeigt. Wir machen mehr für andere Leute.
Verfolgte Christen sind meist still. Sie machen keinen Lärm, werden übersehen. Wer Lärm macht, wird gesehen.
Aber diese Erde wird vergehen. Und dann geht das wahre Leben erst richtig los. Yes! Freue mich darauf.
Ich mag es, dass man an der Orgel das „Passive“ auch trainiert, das Nüchterne. Der Wald bleibt gleich, ich passe mich ihman, nicht er mir. Dabei meine ich nicht das antrainiert Kühle, sondern das, was zu der jeweiligen Musik passt. Nicht bei jeder Musik muss man aktiv sein, zum Beispiel nicht bei Messiaen Banquet und Brahms as-Moll. Ich bin so dankbar für den tollsten Lehrer der Welt: Pieter van Dijk. Ich vertraue ihm. Er hat mich noch nie eingeengt, mich verbogen oder mir Dinge verboten. Er hat immer alles gegeben. Ich lerne auch von seiner Pädaogik. Er ist klug, lustig, streng, höflich, sehr engagiert, absolut verlässlich, echt und loyal. Er ist barmherzig. Ich lerne von ihm auch als Mensch. Habe momentan 3 Stunden pro Woche Unterricht bei ihm, es ist genial. Ich bin extrem fleißig und engagiert. Übe Tag und Nacht.
Die Mobber selbst schreiben ihre „Kritik“ grundsätzlich mit Fake-Namen, Fake-email-Adressen, immer hintenrum. Durch deren Hetze aber haben meine Videos teilweise innerhalb von 24 Stunden 1000 Aufrufe. Sie sind sauer über jeden Like und jeden guten Kommentar, disliken alles. Wie kann das noch normale Kritik sein? Wieviel Angst müssen die vor mir haben? Wie kann man nur so verblendet sein? Wie kann man ernsthaft etwas kritisieren, was man selbst nicht kann und nie können wird? Es wird fast niemand in dieser Gruppe Chopin an der Orgel spielen können.
Niemand kann dort so Klavier spielen, keiner wird solch schnelle Finger haben wie ich. Mag sein, dass ich „arrogant“ bin, wie sie sagen. Aber lieber arrogant sein und es können, als arrogant kritisieren und es nicht können.
Chopin jedenfalls habe ich in 20 Minuten mal eben abends aus dem Ärmel geschüttelt, nach einem langen Aufnahmetag mit ganz anderen Werken. Klar liebe ich es am Flügel mehr. Ich weiß, man hat sehr hohe Erwartungen an mich bei allem, was ich mache.
Bezüglich Kirchenmusik sehe ich es so: Es ist, als würde man „Obst und Gemüse“ studieren bzw. arbeiten. Wobei das Gemüse oft einen sehr viel höheren Anteil hat (Chöre, Organisation, Büro, People, Politik, Geldbeschaffung…). Wenn man aber Obst studiert und arbeitet, ist man fokussiert auf Obst (Orgel). Wenn man nun Obstspezialistin wird, gibt es dennoch immer noch Gemüslinge, die meinen, Obst besser zu kennen/zu können. Obst aber ist für viele Gemüslinge nur in einer bestimmten Richtung gebräuchlich: Gottesdienst. Für Obstlinge jedoch ist Obst eine ganze, eigene, weite Welt und Kunst, die nicht nur aus Safttrinken, Saftpressen, Schälen besteht, sondern aus Obstkuchen, Obstsalat, Obstdessert, Obstspaghetti, Obstkonfetti…
Wenn ein Gemüsling auf einen seltenen Obstling trifft und sagt: „Ach, das ist ja gar kein richtiger Beruf, Obstling zu sein – kannst du überhaupt schälen? Weißt du, was eine Tomate ist? Und überhaupt – willst du sagen, ich sei kein richtiger Obstling? Ich bin ein Gemüs- und Obstling! Aber du, was bist du?“ Wen wundert es, dass dann ein Obstling empört ist.
Obstlinge wollen nicht unterdrückt werden. Gemüse mag ich trotzdem. Lieber Orchester.
Bei „SangundKlanglos“ haben viele Gemüslinge so getan während Corona, als wäre ihnen die Kultur wichtig. Dabei waren es gerade die Gemüslinge, die sich für Obstlinge null interessieren und Show gemacht haben mit ihrer Kulturliebe. Es sind gerade diese Gemüslinge, die meist nur Kollegen-Gemüslinge (Dommännergemüse) einladen. Weder vor noch in Corona haben sich diese Gemüslinge für Obst, Obstlinge und Kultur interessiert, schon gar nicht für weibliche, sondern nur für ihresgleichen.
Am schönsten finde ich es, wenn Obstlinge und Gemüslinge Freunde sind und sich gegenseitig unterstützen. Das ist auch manchmal so. Das ist dann toll! Ich weiß, viele Kirchenmusiker haben es schwer, sitzen auf doofen, schlecht bezahlten Stellen, plagen sich mit Laien-Chören herum. Oder werden nicht anerkannt. Aber da kann ich nichts dafür.
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Jedesmal, wenn man Dingen auf den Grund gehen will, findet man sich einem Ungeheuer mit drei Köpfen gegenüber: Vorurteil, Aberglaube, Machtgier. (Henry Miller)
Wahrscheinlich sind es noch mehr Köpfe. Offenbar muss man ans Ende von Illusionen angelangen, um einen neuen Typus an Kunst zu bilden, um zu erkennen, wo man Utopien erlegen ist. Aber es gibt auch Alternativen zur Katastrophe: Sich das Heilige bewahren. Egal, auf welchem Niveau andere sich bewegen.
Das Abhören von Klang und den eigenen Geschmack sichern und kennen, in einem Dschungel von Geschmäckern, das ist spannend. Dabei das Profane und das „sich wie King Kong auf die Brust trommeln“ zusammen mit Allmachtsphantasien, die viele Organisten haben, außen vor zu lassen und das Heilige und Spirituelle wie Feuer oder ein Regenbogen (wie Messiaen in Le Banquet) in sich aufnehmen und vermitteln, an das Publikum – das ist das, was mich interessiert. Die (geistliche) (geistige) Kunst. Das Musikalische. Diese Verbindung zum Publikum ist real.
Mein Vorbild ist dabei die Sonne. Sie ist ruhig und scheint sich dennoch zu bewegen, ein Ausbund von Energie und dennoch ein glühender Ruhepol. Sie glüht nach allen Seiten und ist doch fixiert. Ich habe die Farbe Gelb und die Sonne schon als Kind geliebt.
Es ist ein Aha-Erlebnis, Klang unten im Kirchenraum zu hören. Es kommt mir vor, als würde sich derselbe gespielte und oben gehörte Klang unten mit der Luft mischen und ein ganz neues Gebilde ergeben. Mutierter Klang. Es ist unerlässlich, unten zu hören und zu zweit zu sein. Erst auf diese Weise lernt man ORGEL kennen. Die Vielfalt. Orgel ist nicht nur: die eine, die gleiche Orgel spielen. Das ist nicht Orgel oder Organistin sein. Das ist viel zu wenig, um bei der Orgel zu landen, gar zu enden.
Sondern die vielen neuen, fremden, verschiedenen Gesichter der Orgel in ihren Facetten und Ausformen und Städten und Standpunkten und damit Orgel wirklich kennen. D.h. sich immer wieder sofort abzuwechseln im Hören und Spielen und wieder sofort hören und selber spielen und gemeinsam tausend mal rauf und runter steigen.
Überhaupt ist das Unten-Abhören elementar wichtig. Fast noch wichtiger oder genauso wichtig wie das Spielen. Meine Ohren saugten sich heute hinein in den Klang in Hamburg, in einem Flow-Erlebnis. Alles andere wurde unwichtig. Über mir wölbte sich die wunderschöne St. Johannis.
Heute hatte ich auch wieder Dirigieren. Es war phänomenal. Dirigieren ist so vielschichtig, es geht auch um beidseitges Lernen, Psychologie, allgemeine Erkenntnisse über Musik und Kunst, Lebenserfahrung, Körpergefühl, Menschenkenntnis. Und naja, die Theorie und die ganz normalen Werkstattbausteine, die Technik, das Pragmatische. Bevor es ans Spirituelle und Kreative geht. Hier möchte ich auch eine Sonne sein. Wichtig dabei ist, dass man oben weich, flexibel, rund, nicht eckig – und unten standhaft ist, nicht umgekehrt, nicht unten zu tänzerisch, was automatisch Festigkeit oben zur Folge hat. Frank ist ein unglaublich guter Lehrer und wie ein Freund.
Wahre Anekdoten mit Orgelprofessoren, Teil 4:
– Ist es bei dir auch so, dass du am Montag, am Dienstag, am Mittwoch, am Donnerstag jedesmal eine andere Registrierung möchtest, und was dir gestern gefallen hat, dir heute nicht mehr gefällt?
– Nein. Ich glaube, das ist ein typisch weibliches Problem.
Fahre nun heim von Hamburg. Ich liebe diese Hochschule!
Drinnen hat der Himmel Sitz, im Plenum zwischen Licht und Pfeilern. (Marianne Eichholz)
Sehr schön. Ich hätte geschrieben, im Plenum zwischen Licht und Pfeifen. Vor allem in Katharine in Hamburg. Obwohl die Obertasten des Pedals hoch sind, gewöhnt man sich doch gut. Ich liebe die Quintadena im RP, überhaupt das RP-Plenum. Wenn man oben sitzt, denkt man, das Pedal sei zu laut. Und wenn man unten hört, ist es genau umgekehrt, das Pedal ist zu leise. Prinzipal 8 im RP hat enormen Wumms, ebenso die Quintadena. Sehr mag ich den leisen Dulzian 16 im Pedal. Oder die Schalmey 4 (Zunge). Im OW mag ich gern die Mischung von Zungen- und Flötenchor als Solo, besonders Zinke, dazu Gemshorn 2 und Nasard 3. Das Koppeln für ein sattes HW-Plenum ist auch schön. Und die Vierfußflöten, alle sind wunderschön. Nur für mein Werk habe ich das BW verwendet. Hier sind die Register oben an der Decke, Quintadena 4, Regal und Scharff, 8, 4… Wenn man die Orgel ausschaltet, muss das Licht rot leuchten. Das kann man leicht verwechseln.
Das Intercityhotel Hamburg ist ganz angenehm, ich war da schon zuvor.
Nun spiele ich mich an der Marcussen-Mühleisen-Orgel in Hamburg Harvestehude St. Johannis ein, eine schöne Orgel, völlig anders, spätromantisch, wunderschöner Prospekt, 150 Jahre alt, mich sehr erinnernd an die Sauer-Orgel Mönchengladbach, drei Manuale. Hohes, verziertes Schiff, tolle Akustik, und am Spieltisch ist zudem viel lustiger „Firlefanz“ möglich (u.a. mit Synthesizern). Man darf mit meinen flinken Fingern nur nicht auf die gefährlichen Setzerknöpfe zwischen den Tasten kommen. Im Eifer des Gefechts.
Hübsch ist auch die Führer-Orgel im OS. Drei Orgeln an einem Tag.
Heute las ich zufällig Karin Huffzky in der Bib. Sie schreibt 1979, dass Männer sich als „Interpreten der Moral und der Hüter der Ordnung kennen“. Oft ist aber das Gegenteil der Fall. Dass in unserer Gesellschaft eine Vergötterung des Mannes herrscht, trotz aller Verbrechen, der Mann, der sich selbst vergöttert. Das stimmt auch 2021. Und von Vorurteilen gegenüber Frauen. Nun weiß ich, dass es auch ernsthafte, kluge, lustige und nette Männer gibt, die wirklich unterstützen. Wir leben schon in einer anderen Zeit, aber oft merke ich, wie sehr Frauen sich Männern fast wie instinktiv unterordnen, als wäre es ihnen so lange eingetrichtert worden, ich denke, vor allem aus Angst. Angst vor Stress, Streit, Attacke, vor der Aggression. Sie gehen lieber den leichteren, bekannten Weg des Nickens, Aufgebens, Schweigens.
Karl-Bernhardin Kropf schreibt mir nachts noch seltsame Emails. Wann hören die Belästigungen auf?
Manche Männer lästern tagsüber, und nachts haben sie offenbar ganz andere Phantasien. Manche Männer leben ihr Verschmähtsein und vielleicht sogar ihre Begierden auf aggressive Frauenfeindlichkeit nach außen aus.
Fühlst du nicht an meinen Liedern, dass ich eins und doppelt bin? (Goethe)
Lemare, Dupré, Langlais, Karg-Elert, Eben – alles, was ich spielen möchte…
Fortsetzung Tholey im Saarland: Die älteste Abtei Deutschland. Und ein aktives und gläubiges Kloster.
Die Mayer-Orgel hat zwar eine mechanische Spieltraktur, aber eine elektrische Registertraktur – was ich daran merke, dass ich das Gefühl habe, alles geht sanft und butterweich. Ich habe Bach gespielt und Improvisationen, um alle Farben auszuprobieren, und bei Piece d’Orgue das Tutti verwendet (mit Zimbelstern) – unglaublich abgerundet auch im Tutti. Für meine Kompositionen habe ich einen passenden Namen gefunden.
Die Glaskünstlerin heißt Mahbuba Maqsoodi – was für ein künstlerischer Name!
Auch der moderne Beichtstuhl – ein Beichtzimmer – mit seinem eindrucksvollen, großen Kruzifix, und die Krippe hinten – sparkling!
Wenn man wieder hinaus geht – draußen ist es dunkel und innen bleibt das Licht an, dann leuchten all die Fenster von außen noch schöner als von innen. Es wirkt so, als wäre die Klosterkirche aus Papier, und man hat leuchtende Farben hineingeklebt. Wie eine Laterne scheint sie; die Richter- und Maqsoodi-Fenster leuchten warm und einladend in die leicht schneeige Nacht hinaus.
Bei Gerhard Richter war ich schon zuhause, es ist länger her.
Auf dem Weg nach Tholey/Theley sind wir über St. Wendel gefahren. Dort haben wir die evangelische und katholische Kirche besucht. Sowohl die schöne, zweimanualige Vier-Orgel (siehe Tübingen), die ich eine Stunde spielte, als auch die wunderbare Wendelinus-Basilika-Orgel (Klais-Pfeifen, historischer Prospekt der Vorgängerorgel Stumm) haben mir sehr gefallen. Die Basilika St. Wendel ist wunderschön, farbvoll, rot, reich verzierte Decke, überwältigender Prospekt. Ach, zu gern hätte ich die originale Stumm-Orgel dort kennengelernt. Aber leider ist nur der Prospekt übrig geblieben.
St. Wendel ist ein malerischer Ort, sehr geschmackvoll weihnachtlich geschmückt mit einem der schönsten Weihnachtsbäume, den ich je gesehen habe.
Vor genau einem Jahr habe ich im Saarland konzertiert, nun bin ich genau ein Jahr später wieder hier und entdecke noch mehr Schönes in der anderen Himmelsrichtung.
Es gibt keine Kunst ohne Virtuosität. Sie kann sich verschieden äußern, aber da muss sie sein, wenn überhaupt von Kunst gesprochen werden soll. (Theodor Fontane)
Wieviel Kunst gibt es an der Orgel? Ich merke, manche Zuhörer sind recht scharf auf Manualwechsel auch bei Bach. Ich finde das oft eine billige Lösung. Man sollte auch die Passagen so deutlich erkennen können. Und ja, ich liebe virtuose Tempi. Es spielen ja genug langsam. Warum ich auch? Natürlich werde ich Bachs berühmte Toccata in verschiedenen Versionen interpretieren.
Denn ich finde es beinahe Stümperei, wenn man nur eine einzige Version von Interpretation eines Werkes anbieten kann. Jedes Stück hat so viele Gesichter. Was ich an der Ladegast Orgel Schwerin mag, ist, dass es selbst tatsächlich Kraft kostet, eine Taste auch nur gedrückt zu halten.
Ich freue mich, dass ich 2022 im Orgelkalender vom benno-Verlag bin, der viele Jahre bisher nur Männerzitate und Männerorganisten brachte.
Früher war ich nicht begeistert von Theodor Fontane, ich fand seine Worte zu nüchtern und kühl. Aber ich habe meine Meinung geändert. Ich mag nun seine Texte. Mit vielem hat er Recht.
Wenn ich mich in meinem Blog zu Dingen kritisch äußere, dann nicht, weil ich jammern, klagen, kritisieren, an den Pranger stellen, mich beschweren will, sondern um eine Stimme gegen Unrecht zu sein. Denn wenn ich nichts sage, wer wird etwas sagen? Genau. Niemand. So ist es meine Pflicht und Verantwortung. Viele Frauen schweigen, und viele Männer setzen sich nicht für Frauen ein, weil sie Vorteile davon haben, es nicht zu tun.
Was mir auffällt: Fast jede Lyrik und Märchensammlung und Prosa haben irgendwann das Thema, dass Ehefrauen von Ehemännern körperlich misshandelt werden: Es scheint anhand der Literatur ein „normaler“ Tatbestand zu sein, sogar in Kinderliteratur und bei Loriot. Laut Kati Winter und Weißer Ring leidet mindestens jeden dritten Tag eine Frau durch ihren Ehemann an häuslicher Gewalt. Das dies „akzeptiert“ wird, erschütternderweise auch von Frauen, ist selbst 2020 unsere Welt!
Auch alle großen Nachfolge-Stellen in der Kirchenmusik in Deutschland wurden 2020 erneut nur und ausschließlich durch Männer besetzt. Fast alle Kirchenmusikabteilungen in Deutschland sind nur mit Männerdozenten bestückt. Viele Stellen in der deutschen Kirchenmusik in Kirche und Hochschule wurden bis heute noch nie von Frauen besetzt, und es erscheint geradezu unmöglich, trotz Gesetze gegen Diskriminierung, dass Frauen hier jemals eine Chance haben auf eine Orgel-Professur oder eine Kantoren- oder Orgelstelle: Thomaskirche Leipzig, Nikolaikirche Leipzig, Musikhochschule Stuttgart, Musikhochschule Frankfurt am Main, Kirchenmusikhochschule Heidelberg… Man muss hier gegen Mauern kämpfen? Männer und ihre Lobby machen die Gesetze und Regeln, wen sie wollen und wer „gut genug“ ist. Und alle schauen zu. Unter und seit Ludger Lohmann ist das Stuttgarter Team schon zu lange nur aus Männern bestückt, eine lange Reihe Männerjury, oft aus seinen männlichen Schülern bestehend. Ich empfinde, dass die deutsche Orgelwelt, die auch Carpenter kritisiert, ein frauenfeindlicher Männer-Verein ist, der sich gegenseitig die Stellen und Tauschkonzerte zuschustert. Ich erinnere mich, dass ich bei Lohmann in Merseburg Ad nos registrierte. Lohmann erkannte mich lange nicht, weil ich so jung aussah.
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Ich mag sehr Agatha Christie, immer noch, ich verschlinge und sammle sie. Gern möchte ich auch ein Theaterstück schreiben. Aber nun:
The famous One: Die wunderschöne berühmte Bach Toccata und Fuge d-Moll BWV 565: Ich konnte nicht widerstehen. Die Orgel klingt wie dunkle Schokolade, sie ist schuld. Sie hat mich verhext.
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Die Leute sagen, ich hätte eine schöne Sprechstimme. Ich sollte Hörbücher sprechen.
Heute war ein sehr schöner Tag. Ich habe an der hübschen kleinen Schuke-Orgel in Rothenburg ob der Tauber / Detwang einige Stunden gespielt. Schuke Berlin mit norddeutschem Touch mitten im Frankenland. Der Gottesdienst war ebenfalls sehr schön. Ich genieße jede Orgel und empfinde nach wie vor jede Orgel als Unikat als etwas Schönes, große, kleine, dicke, dünne. Bei jeder Orgel erkenne ich etwas Neues, erfahre ich etwas Neues. Wundervoll ist auch der Riemenschneider-Altar. Überhaupt ist die Kirche ein Schmuckstück, die ganze Umgebung.
Sehr empfehlen kann ich das Badeöl Melissebad von Spitzner. Es duftet herrlich. Auch Kneipp mag ich sehr. Ich mag es, im Advent jeden Tag neue duftende Pflegeprodukte zu verwenden. In einer Duftwolke steigt man ins Bett. Auch wenn dies ein seltsamer, regnerischer, stiller Advent ist. Tetesept mag ich nicht.
Heute habe ich eine wundervolle Platte bekommen: Walcha in Alkmaar. Genau da werde ich auch aufnehmen, so Gott will. Wann?
Ist man eine öffentliche Person, traut sich die öffentliche Person oft nicht, sich zu Dingen zu äußern, denn was man auch sagt, man könnte sich für einen Teil der Fans, Follower und Kunden unbeliebt machen, man kann immer einen Teil verlieren oder vor den Kopf stoßen. Aber wozu ist man öffentlich? Hat nicht erst dann das Gewicht, was man sagt?
Ist man keine öffentliche Person, interessiert sich keiner für das, was man sagt, man kann unbehelligt alles sagen, was man will. Es hat wenig Gewicht.
Das heißt, erst dann, wenn man eine öffentliche Person ist, hören Leute zu, kann man Dinge verändern. Wenn man dann nichts sagt, nur weil man beliebt sein oder bleiben will, und sich aus allem raushält und der Masse zustimmt, dann hat man die Position der Öffentlichkeit verspielt und geopfert aus egoistischen Gründen und wird sinnlos, unfruchtbar und stirbt innen ab. Solche abgestumpften, feigen Öffentlichkeiten begegne ich. Man spürt ihr schlechtes Gewissen. Sie wenden das Gesicht, den Blick ab. Wenn es heißt, „Person xy war bei jedem beliebt“, ist diese oft genau so eine Person ohne Meinung und Rückgrat. Waren die Großen bei jedem beliebt?
Alle haben sich früher wohl gewünscht, dann, wenn sie endlich groß und bekannt sind, aufzustehen, was zu ändern. Aber dass es dann Anfeindung und Stress kostet, und wieviel, das erlebt man eben erst dann, wenn man oben ist, dann, wenn man etwas ändern kann. Und genau dann stecken viele den Kopf in den Sand, weil sie ja nicht angegriffen werden wollen. Ich habe mir fest vorgenommen, die Position meiner Öffentlichkeit niemals zu opfern, um nur aus Beliebtheitsgründen konform mit der Masse zu gehen, sondern mich einzusetzen für das, wohinter ich mit meinem Herzen stehe, auch wenn ich mich bei gewissen Leuten unbeliebt mache. Allen meinen Vorbildern ging es nicht anders.
In vielen Kalendern, ob Orgeln, Philosophie oder anderes, ist die Dominanz der Männer vorherrschend. Frauen wurden in der Forschung über Jahrtausende ignoriert. Leider werden Frauen auch heute ganz gern bewusst ignoriert. Wenn Männer Frauen nicht ignorieren können, greifen sie zu anderen Waffen. Ignoranz aber ist immer die erste Waffe gegen Frauen. Viele Frauen lassen sich noch immer davon verunsichern. Liebe Frauen, lasst euch nicht mehr verunsichern und ignorieren. Erkennt doch die Strategie vieler Männer. Es ist immer die gleiche.
Nun, ignorieren geht bei mir nicht. Daher sind ungut-dominante Männer irritiert von mir und suchen nach neuen Methoden wie Mobbing: „Sie ist gar nicht so gut. Weisst du schon das Neueste? Sie ist…“ Frauen müssen immer noch oft männliche Deckung haben, damit andere Männer sich nicht zu frech und aggressiv an sie heranwagen.
Das Leben ist Rotlichtmilieu, besonders in Akademiker- und Kirchen-Kreisen. Männer wagen sich bei weitem nicht so respektlos an andere Männer heran wie an (aus ihrer Sicht) „ungeschützte“ Frauen. Das unterstreicht die Feigheit vieler Männer und deren Straßen-Strategie, Frauen auszubremsen. Akademische Zuhälter-Methoden, Frauen berufliche Wege zu versperren. Der Grund für die Aggression ist, dass Männer bei Kritik von Frauen ganz besonders empfindlich sind, viel empfindlicher, als wenn Männer kritisieren. Vor allem bei wahrer Kritik. Aber es gibt auch ganz ganz ganz tolle Männer. Danke!
Natürlich behaupten einige, wenn ich „ein hässlicher dicker Mann wäre“, hätte ich es gewiss nicht leichter. Aber das bezweifle ich. Ich wäre manchmal lieber ein hässlicher Mann, wenn mir das Affentheater zu viel wird. Man hat es als hässlicher Mann auf jeden Fall leichter. Wie viele hässliche Männer sind an der Spitze irgendwo? Es wimmelt doch in unserem von diesen.
Die anderen sind beleidigt und gesellen sich dem feindlichen Lager zu. Krieg ist Krieg. (Kishon)
Heute sind meine verlegten Noten meines ersten Orchesterwerkes angekommen. Es heißt SEEHÖHLE. Ich freue mich. 2021 sind meine neuen Werke für Verlage geplant.
An Weihnachten kommt ein besonderes Video. Etwas Berühmtes. Bachs d-Moll-Toccata.
Es ist schön, im Stillen und Ruhigen zu üben. Ich weiß, manche denken, es würde mir wohl alles ganz leicht fallen. Aber nein, Erfolg bedeutet Arbeit, ein Stück weit: Von nichts kommt nichts. Es ist also sehr viel Fleiß. Mein Talent gibt mir Lust und Drive dazu. Es ist vor allem so, dass bei mir das Kontinuierliche das absolut Entscheidende ist. Manchmal leide ich unter meinem Perfektionismus und genieße dann ganz plötzlich wieder den klaren Eindruck, dass Kunst an sich, so griffig und roh sie ist, auch unfertig, die anziehendste Kunst ist. Ich liebe unfertige Kunst. In ihr steckt noch alles Potential, alle Phantasie, und sie ist erlöst und losgelöst von Perfektionismus, Härte, Ehrgeiz und Überkandideltem. Sogar losgelöst von zu viel Erwachsensein.
Mir gefallen die Krimis von Raymond Chandler. Ich möchte wirklich gern einen Krimi schreiben. Empfehlen kann ich auch die lustige Geschichte Hummeldumm. Es ist natürlich völlig unrealistisch, aber witzig. Wobei ich den seltsamen Humor von Patricia Highsmith mehr mag.
Unser Nachbar verkauft spanischen Wein. Ich habe mitten am Tag eine Weinprobe bekommen. Danach übte es sich nur noch sehr schwierig, aber ich blieb emsig dran. Egal, was ist.
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