25. Juni 2026: Professionell zu musizieren ist kein Beruf, sondern eine Lebensanschauung. Vor allem bedarf sie eines ungeheuren Opfergeistes und horrende Arbeit. (Arturo Benedetti Michelangeli)
Foto: St. Cyriakus Kirche Gramschatz
Heute erinnere ich an Susanne von Klettenburg, pietistische Schriftstellerin, 1723.
Ich glaube, Menschen, die hassen, sind vor allem die ohne Opfergeist, die nicht wissen wollen, wieviel Arbeit und Lebensanschauung in einer künstlerischen Begabung und Berufung steckt. Damit meine ich auch Kirchenmusiker. Viele von ihnen sind keine Musiker im Sinne von Künstlertum.
Anna Schlatter gilt als eine Frau der Erweckung. Aus ihrer Familie entstammten viele Theologen, Schriftsteller und Dozenten. Sie war Haus- und Geschäftsfrau, lyrisch begabt, eine Frau, die dem Pietismus angehörte, aber sich sehr für die Ökumene einsetzte. Sie verzichtete auf vieles, aber nicht auf Lyrik und Musik. Der Pietist Hermann Francke hatte die „weltliche“ oder „unnütze“ Musik (für Kinder) noch verboten. Sie lebte in der Zeit der Empfindsamkeit.
Es war damals ganz normal, starke Gefühle öffentlich auszudrücken. Gleichzeitig trafen die Wellen der Aufklärung auf die bürgerliche und geistige Elite. Es war also eine turbulente Zeit; die Frauen- und Kindersterblichkeit sehr hoch, weil sich nicht genug um Frauen und Kinder gekümmert wurde; Fieber, Kinderkrankheiten, wenig Hygiene und Unterernährung spielten eine Rolle. Anna schaffte es bis zum 52. Lebensjahr.
Anna hatte viel mit Johann Caspar Lavater zu tun, mit Georg Gessner, Johann Michael Sailer, Johann Heinrich Jung-Stilling; durch ihre Gastfreundschaft fanden sich viele an ihrem Tisch ein. Dadurch wurde sie ein wichtige Vermittlerin innerhalb der Erweckungsbewegung, denn ihre Gäste waren sowohl evangelisch, katholisch als auch aufgeklärte Christen und Geistliche.
Anna wehrte sich gegen starren, radikal-fundamentalistischen Glauben, der andere ausschloss; sie war weitherzig und gebildet. Sie verhalf vielen zu einem erweckten Glauben. Zanksucht ließ sie nicht zu. Das war nicht einfach, denn Politik, Gesellschaft, Religion, Zeitgeist und geistliche Strömungen gingen immer Hand in Hand. Der Pietismus wurde angegriffen, während Romantik, Aufklärung und Erweckung aufeinander stießen. Für Anna war nur wichtig, ob ein Mensch ein erweckter Christ ist, suchend nach dem Reich Gottes, sei sie evangelisch, pietistisch oder katholisch.
Historische mechanische Möller Nöske Orgel Beenhausen Ludwigsau 1 Nord-Hessen, 1 M, 8 kl. R
Die Möller-Orgel in der ev. Kirche im Ludwisgauer Stadtteil Beenhausen in der klassischen Saalkirche wurde 2014 von Orgelbau Rotenburg umfassend renoviert. Die Pfarrei gehört zum Kirchspiel Ludwigsau-Nord, Pfarrbezirk Beenhausen.
Die schöne helle kleine Kirche mit zartgelben hohen Emporen wirkt wie ein leckerer Käsekuchen oder wie eine Sahnetorte. Der dreiteilige kleine weiße Orgelprospekt ist rot umrandet. Ein paar gekröpfte Pfeifen gucken hinten frech über den Prospekt hinaus.
Heinrich Möller war der Vorgänger von Dieter Nöske, dieser wiederum der Vorgänger von Orgelbau Rotenburg. Der Allererste dieser Reihe aber war Orgelbau Bechstein, dessen Orgeln ich auch schon kennengelernt habe. Es ist eine lokale Orgelbau-Dynastie hier in Hessen. Die breiten süßen Registergesichter stehen nach vorn. Es ist meine dritte Heinrich-Möller-Orgel.
Die Disposition ist hier zum ersten Mal im Netz:

Anbei meine neue CD bei Naxos:
https://www.naxos.de/neuheiten/4029897020553
Neue CD 2026: BACH BERÜHREN:
https://www.ann-helena.de/orgelinformation
https://www.ann-helena.de/shop
https://magazin.klassik.com/records/teaser.cfm?RECID=41534


