Die Volkmar Orgel ist insgesamt hell, obertönig und höher gestimmt. Ich frage mich, wie dieses besondere Renaissance-Barock-Instrument einmal wirklich geklungen hat, diese Orgel, wie ihr Spieltisch war, was passiert ist.
Wenn ich Prospekte sehe, stelle ich mir den Klang erst mal vor. Ich habe durch meine Reisen viele Klänge gespeichert, verinnerlicht, verdaut. Ich vergleiche nicht Instrumente, sondern Klänge. Es war sehr schön, hier zu konzertieren. Der Veranstalter war so berührt, dass er am Ende geweint hat.
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Die Treutmann Orgel! Was sind das für Klangfarben meiner neuen Lieblingsorgel, die so begeistern? Da ist die ganz zarte 16-Fuß Gambe im HW. Sie ist im unteren Bereich so wundervoll leise, dass man sie kaum hören kann – jedoch in der Kirche unten schon. Ich liebe zarte Klänge, besonders bei großen Orgeln. Der dagegen lauteste und dunkelste Klang ist natürlich der Groß-Posaunen-Baß 32′ im Pedal, der angenehm röhrt, bemüht, seine Fassung zu bewahren.
Die 8-Füße sind allesamt weich-flötig und voll und die Rohrflöten rauchen, und sogar die Waldflöte 2 klingt wie eine hohe rauchige Rohrflöte und ist die schönste Waldflöte 2, die ich je gehört habe.
Die Zungen im Pedal gefielen mir ebenfalls, besonders jedoch die Oboe im HW und die Vox Humana im OW.
Jede einzelne Klangfarbe ist eine Solostimme und klingt für sich elegant und weich. Alle weiteren 4 Orgeln an jenem Tag waren durch diese Klangeindrücke stark beeinflusst.
Ich liebe Orgeln mit Schiebekoppeln. Es gibt auch einen weiteren Schiebe-Zug. Durch sie wird das schöne Instrument noch schwergängiger und sinnlicher.
Doch das Stärkste dieser Orgel sind ihre Klangfarben, die auf den Fittichen der Akustik in den Raum fliegen.
Zusammenfassung aller 5 Orgeln:
Bredelem: Ersatzzug
Engelhardt: Liegende Traktur & Zinn
Schuke Späth mit Aux
Volkmar gestockt
Treutmann … die singende Orgel
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Ebenerdige rote mechanische Schuke Späth Orgel Marktkirche Goslar, Harz, Niedersachsen, 3 M plus Auxiliar-Werk, 58 R, Setzeranlage, Schleifladen
Schuke und Späth – eine schöne Mischung.
Das neue 14 registrige Auxiliar-Werk, eine Art 4. Manual, ist eine Wucht. Es ist ein Hilfswerk, positiv gemeint, dessen Klangfarben man zu jedem Manual hinzu „auxen“ kann. Hier gibt es auch zarte und zärtliche, zierliche Klänge. Vor der Erweiterung besaß die Orgel 37 Register. Die große, moderne Orgel mit Setzeranlage ist leichtgängig zu spielen. Die goldene Fenster-Rosette erleuchtet das rote Instrument mit goldenen Labien. Beeindruckend ist auch der Untersatz 32′ im Pedal.
Kernstück der heutige Kirche mit den modernen Fenstern ist die romanische, dreischiffige Pfeilerbasilika mit Balkendecke.
Die Orgel erinnert mich an die Späth-Orgel in Luzern und Linz. Es ist meine 11. Späth-Orgel. Besonders gefallen mir jedoch die historischen, alten, sinnlichen, romantischen Späth-Orgeln. Die modernen elektrischen Registertrakturen sind mir fast schon zu leichtgängig.
Die konzertante Orgel spielte ich nach der Treutmann-Orgel in Grauhof. Der Unterschied war mindblowing – die unfassbaren Solostimmen der einzigartigen Treutmann Orgel mit ihren rauchigen Rohrflöten im Vergleich mit der modernen Orgel waren so eindeutig bestätigt, fast schon erschreckend, dass ich verblüfft war.
15. April 2025: Herzallerliebste Registergesichter befinden sich oberhalb.
Foto: Andreas Engelhardt Orgel 1860 Goslar Jerstedt, ev. Lukaskirche, Vorharz
Eine Doppellade heißt eher, durchschobene Windlade. Will heißen: Im Barock wurden die einzelnen Teilwerke wie HW, BW oder OW jeweils auf eigene Windladen gestellt, siehe Grauhof. Aber auch in der Marktkirche in Goslar.
In der Romantik kam man auf den Gedanken, HW und Nebenwerk auf eine Lade zu stellen. So hat Bredelem nur zwei Laden, eine fürs Pedal und eine fürs Haupt- UND Nebenwerk. Die Klangdurchmischung ist grade bei kleineren Kirchenräumen wie Bredelem besser, als wenn beide Werke eigene Windladen hätten, und es spart Platz.
Darum hat es Vater Furtwängler in Bredelem und in der Schwesterorgel im Nachbardorf Upen so gemacht (1849, II, 17 + Ped, in veränderter Form erhalten). In Bredelem, die wunderschöne helle Dorfkirche, innen weiße klassizistische Saalkirche mit samtig- trockener Akustik und Kanzelaltarwand mit schmaler Ostempore.
Die vorromanische Dorfkirche in Jerstedt hat ihren Kern im 11. Jhd.
1506 bekam der einschiffige Saalbau einen neuen Chor. Im Innen sieht man einen riesigen braunen barocken Schnitzaltar (1700) und eine aussergewöhnliche Decke: 52 gemalte Engel mit Spruchbändern am hölzernen Tonnengewölbe.
Interessant sind auch die restaurierten kleinen Stifterscheiben aus Buntglas.
Wenn man die tausendjährige kleine Kirche betritt, atmet man eine besondere, schummerige, dämmrige Atmosphäre ein. Die unglaubliche Decke mit Engeln und Wolken hängt tief über dem dunklen Holz, alles ist eng und mysteriös, und gegenüber dem Kanzelaltar sieht man die seitenspielige Orgel. Man muss etwas klettern, um zu ihr zu gelangen. Oben ist es so eng, dass sich nur eine Person aufhalten kann.
Es war auch spannend, in die Orgel hineinzuklettern. Das Wappen zur wunderbaren Engel-Wolken-Kirchendecke ist in der Orgel: 1723.
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14. April 2025: Tief im Innern erschien mir unser Ebenbild… (Dante Alighieri)
Foto: Andreas Engelhardt Orgel 1860 Jerstedt Goslar, ev. Lukaskirche, Vorharz
Heute erinnere ich an Schwester Annie Barang. Ich finde es wunderbar, wenn Frauen sich gegenseitig helfen.
Nun bin ich an der wunderbaren Andreas Engelhardt Orgel 1860 ev. Lukaskirche in Goslar Jerstedt, Niedersachsen, Harz. Andreas Engelhardt aus Herzberg hat das knuffige, einmanualige Instrument 1860 gebaut. Hier findet sich erstmalig die Verwendung von Zink als Pfeifenmaterial in der hiesigen Region. Hier ist sie: Die versprochene Orgel mit ihren krachenden Registern.
Es ist meine dritte Engelhardt Orgel. Gern mag ich auch die jüngere, größere im nahen Herzberg, Harz. Es ist meine erste seitenspielige Engelhardt-Orgel. Ich liebe Orgeln mit Blick auf Altar oder zur Seite.
Ende der 1970er Jahre bezeichneten manche in Jerstedt die hübsche Orgel als „musikalischen Schrotthaufen“ . Der Kirchenvorstand erwog daher, diese wunderbare Orgel zu verschrotten und ein Selbstbau-Instrument á la Firma Streichert anzuschaffen. Da hat der damalige Landeskirchenmusikdirektor Karl Heinrich Büchsel interveniert. Und so konnte diese knuffige kleine Orgel erhalten werden.
Die Disposition ist hier zum ersten Mal im Netz.
Das feine frühromantische Instrument von 1860 fügt sich perfekt in die Jerstedter St. Lukaskirche ein. Der Spieltisch findet sich links. Die uralte Dorfkirche ist eine Augenweide.
Die Akustik ist aufgrund des vielen Holzes sehr trocken, aber faszinierend. Die Kirche erinnert mich innen an die Stabkirche im nahen Hahnenklee oder an einen Schiffsbauch. Überall dunkles Holz mit Rillen. Man befindet sich in einem musikalischen Bullauge.
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Foto: Volkmar Orgel kath. Jakobikirche Goslar, Barock-Orgel St. Jakobus der Ältere Kirche Goslar, Niedersachsen, Harz, 2 M, 22 R, RP
Der herrliche Prospekt ist leider das einzige, was original erhalten wurde. Das mechanische Schleifladen-Instrument wurde 1973 von Stockmann saniert. Rekonstruiert würde ich nicht sagen. Wenn man streng ist, ist aus dieser genialen Orgel eine „neobarocke“ Stockmann Orgel aus den 70er Jahren geworden.
Damals war man mit Rekonstruktionen vermutlich noch nicht so weit? Auch der Spieltisch hat nichts mehr mit dem Original zu tun. Welche Pfeife noch historisch ist, würde mich interessieren. Was ist mit den historischen Pfeifen passiert?
Diese wertvolle Orgel muss dringend neu und wirklich rekonstruiert werden.
Es war sehr schön, hier zu konzertieren. Die tausendjährige Kirche steht mitten in der Altstadt des malerischen Goslars mit seinen schiefen Fachwerkhäusern. Das Besondere der Orgel ist, dass sie trotz großem Rückpositiv nur 2 Manuale hat, keine (wie üblich) drei. So ist das HW auf dem zweiten, was bei einer zweimanualigen Orgel verwirrend sein kann. Presse GZ war da.
Die Akustik ist außerordentlich besonders. Sie ist beweglich, brillant, durchscheinend.
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12. April 2025: Ich nehme den früher stillgelegten Ersatzzug von Bredelem… ❤️
Foto: Philipp Furtwängler Orgel von 1848 in Bredelem Langelsheim bei Goslar, Harz, Niedersachsen, ev. St. Matthäus Kirche (1847)
Ich befinde mich in beautiful Niedersachsen. Wunderschöne helle Dorfkirche, innen weiße klassizistische Saalkirche mit samtig- trockener Akustik und Kanzelaltarwand mit schmaler Ostempore.
Die Orgel wurde von Vater Philipp gebaut (verfertigt, wie er schreibt), Doppellade, Schleiflade, 17/II +Ped. Sie ist pure Handarbeit, restauriert, keinerlei Fabrik-Orgel, historisch, frühromantisch, Geheimtipp. Seine 12. Orgel. Meine 4. von ihm.
Die Orgel wurde 2003 restauriert und 2000 bis 2002 von Orgelbau Grefe/Ilsede saniert, für den technischen und intonatorischen Bereich: Orgelfachberater Carsten Jelinski/Goslar für die wissenschaftliche Begleitung.
Finanziert wurden die drei Bauabschnitte durch den von ihm begründeten Restaurierungsverein. Die Produktionskosten wurden auch vom Landwirt vor Ort übernommen, die Landeskirche Braunschweig trug einen großen Teil bei.
Vor der Restaurierung 2003 zurück in den Originalzustand erlebte die Orgel Veränderungen:
1917 Ausbau der Prospektpfeifen und Abgabe zu Kriegszwecken. 1939 Veränderung der Disposition nach Vorgaben des Orgelrevisors Drömann und 1962 Umbau durch Firma Blöß (Oker). Blöß baute hier viele weitere Orgeln. 1975 dann erneute Veränderung der Disposition durch Firma Schmidt & Thiemann auf Hannover.
Das Dorf im Harz brannte einmal vollkommen ab und mit ihr fast die Vorgängerkirche, beschädigt.
Samtig trockene Akustik, wunderbare Flöten, zartes Pedal, sehr gerade, alles leichtgängig zu spielen, auch mit Koppel. Die Trompete wurde 2022 eingebaut. Der historische Ersatzzug mit historischem Rähmchen und Schild wurde 2022 restauriert (zuvor stillgelegt). Es war sehr schön, hier zu spielen. Danke, Carsten!
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Foto: Furtwängler Orgel von 1848 in Bredelem Langelsheim bei Goslar, Harz, Niedersachsen, ev. St. Matthäus Kirche (1847)
Um es gleich vorweg zu sagen: Es ist nicht die obige Furtwängler Orgel, die krachende Registerzüge hat, sondern eine andere, die ich heute auch kennengelernt habe und von der ich morgen berichten werde. Ich weiß, ich mache es spannend 🧐
Heute stelle ich die super knuffige schöne romantische Furtwängler Orgel von 1848 in Bredelem Langelsheim bei Goslar, Niedersachsen, ev. St. Matthäus Kirche, vor.
Wenn ich nicht zu müde bin, was ich bin. Und im Hotel in Goslar. Leider kann ich aufgrund meiner bekannten Stalker das Hotel nicht nennen, da sonst das Hotel belästigt wird. Aber es ist sehr hübsch in der Innenstadt voller Fachwerkhäuser.
Morgen ist mein Konzert in der Jakobikirche.
Niedersachsen besitzt also ebenfalls eine Vielzahl sehr interessanter Orgeln. Es ist meine 4. Furtwängler-Orgel: In diesem Landstrich gibt es zu meinem Erstaunen viele davon. Hier in Bredelem ist diese ein Geheimtipp, denn sie ist pure Handarbeit, restauriert, keinerlei Fabrik-Orgel, historisch, frühromantisch, 2 M, Zimbelstern hier genannt Glockenspiel (versteckt im Inneren) und – etwas Besonderes: mit „Ersatzzug“ im Pedal. Nein, keine Eisenbahn, sondern eine Art Sub-Pedalkoppel oder ein verstärkender Prinzipal 8.
Ihr Zimbelstern hat ordentlich Pfiff – Furtwängler war zuvor Uhrenmacher! Und die 8-Füße … eine süffige Wonne.
Sie ist völlig eigen und ganz anders als die ebenfalls schöne Furtwängler-Orgel im nahen Schladen, in der ich vor kurzem spielte.
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8. April 2025: Instrumente miteinander zu vergleichen, um sie ab- oder aufzuwerten, macht keinen Sinn. Das ist, als würde man Menschen miteinander vergleichen, um sie ab- oder aufzuwerten.
Natürlich machen große Orgeln viel Spaß. Ich liebe große, neue Orgeln. Ich beschränke mich jedoch nicht darauf. Warum auch. Da würde mir ja viel entgehen.
Ich wurde gefragt, warum ich Unmusikalität als Einstellung bezeichne. Ich würde Kinder nie als unmusikalisch bezeichnen. Meiner Meinung nach kommt niemand unmusikalisch auf die Welt.
Wer jedoch als Erwachsener die Einstellung vertritt, er könne ohne Ausbildung oder mit viel geringerer Ausbildung diejenigen verhöhnen, die professionell ausgebildet sind und denen er eindeutig in keiner Weise das Wasser reichen kann, nur weil er den Menschen nicht versteht, nicht kennt, nicht mag oder weil er größenwahnsinnig von sich selbst denkt oder dieser Künstler, den er verhöhnt, anders ist als seine gewohnte Umgebung oder eine Frau – das ist Unmusikalität. Man kann es auch als Dummheit bezeichnen – wobei Unmusikalität eine besondere Form der Dummheit ist.
Dummheit ist auch eine Einstellung, ein Mindset. Ich meine damit die Menschen, die ganz bewusst dumm bleiben und nichts dazu lernen wollen.
Ganz geniale Orgeln haben keine drei Manuale, zB die Trost Orgel in Altenburg. Um fehlenden Anspruch kann es also nicht gehen, sondern um Repertoire, Klang und Können. An kleinen, feinen Orgeln braucht man andere Werke, andere Technik, muss sich sehr flexibel umstellen können und auch zarte oder kleine, direkte Klänge zum Leuchten bringen. Alles läuft über das Ohr, über die Musikalität, über Virtuosität. Die pianistische Ausbildung und die norddeutsche Orgelausbildung hilft sehr an kleineren Orgeln.
Instrumente miteinander zu vergleichen, um sie ab- oder aufzuwerten, macht keinen Sinn. Das ist, als würde man Menschen miteinander vergleichen, um sie ab- oder aufzuwerten.
An großen Orgeln muss ich anders organisieren, auch was Tempi angeht, da dann der Raum meist größer ist und der Nachhall stärker. Auch dies läuft über das Ohr, genauso auch die Auswahl an Repertoire und Farben. Gibt es eine Setzeranlage und ist die große Orgel neu, ist sie meist viel einfacher und leichtgängiger zu spielen und zu bedienen als historische Instrumente. Der „Anspruch“ kann also „niedriger“ sein an großen, neuen Orgeln als an kleineren, historischen, schwergängigen ohne Setzeranlage.
Zunächst braucht man für alle Sorten von Orgeln viel Erfahrung und Repertoire. Je mehr man reist und Orgeln spielt, desto besser. Die reale Erfahrung vor Ort ist die beste Lehrmeisterin.
Da die Szene rund um die Orgel gefährdet ist mit Drücken und Ziehen, noch dazu mit Größe-Cockpit-Macht-Phantasien, erscheint sie mir als die letztendlich potentiell unmusikalischste Szene der klassischen Musik. Einer Cellistin, einem Sänger, einer Violinistin, einem Hornbläser, einer Pianistin – allen diesen geht es nie um Größe, Drücken und Ziehen. Manchen Männern in der Orgelszene aber geht es um das Beherrschen von Räumen. Manche können nichts anderes als Drücken und Ziehen.
Ein erschreckend großer Teil rings um die Orgelszene, ob nun weit weg oder nah, gibt an, wie toll es sei, „große Räume mit Klang zu fluten“ oder „an riesigen Spieltischen zu sitzen“ oder „wie geil es sei zu wissen, dass dies die größte Orgel von xy“ und mit wie viel Millionen sie saniert worden sei usw. Es ist nicht schlimm, sich zu freuen, dass eine Orgel groß, riesig, laut, einflussreich und teuer ist oder sein kann. Aber wenn das alles ist, dann ist das viel zu wenig.
Wenn Machtphantasien mit „Beherrschen von großen Orgeln“ oder mit Beherrschen von Räumen einhergeht, wenn das alles ist, kann man dies als Unmusikalität bezeichnen. Denn zum Herrschen braucht es weder Musikalität noch Technik. Ich habe Leute herumdrücken und herumziehen sehen, die keinen Lauf hinbekamen, und das in Tutti.
Langsam und unvirtuos, geradezu schwerfällig.
Am gefährlichsten aber ist die Tatsache, dass man „irgendwie“ Orgel spielen und durch Drücken, Lautstärke und Ziehen wenig Technik und Musikalität und fehlendes Üben maskieren kann. An keinem anderen Instrument „funktioniert“ das so gut. Damit ist vielen Männern mit der falschen Einstellung Tür und Tor geöffnet. Unmusikalität ist eine Einstellung, ein Mindset.
Ob der Raum Kirche hier auch eine Rolle spielt oder dass die Orgelszene mit ihren vielen Zwiebelringen männerdominiert ist, darüber werde ich demnächst schreiben.
Es darf jedenfalls nicht allein um Größe oder Macht gehen.