Nur kurz… da nicht viel Zeit: St. Paul’s London, Themse in immer wieder anderem Licht, Tower Bridge, Trafalgarsquare, Westfield-Stratford, in einem indischen Laden eine bunte Punjabi gekauft, Tower Hamlets Borough, der beste Borough ever. London ist sehr schön.
1. Preis Literaturwettbewerb Vallendar, Österreich
Freue mich über den 1. Preis, Klagenfurt, Faaker See, dann Starnberger See, Lyrik-Hörbuch. Konzerte gespielt in Wuppertal, Ludwigsburg, Vallendar und Marktheidenfeld.
Gelesen im Literaturhaus Darmstadt. Bald Konzert in der Festhalle Wilnsdorf. Fotos am Trettstein Gemünden.
Freiheit ist weder Chaos noch Zufall. Bekenntnis und Plan gehören zur Freiheit. Beschreibungen sind in der Musik wie auch in der Literatur eine Form von Bekenntnis, eine noch anfängliche, sei es die Beschreibung des Meeres oder des Universums, und führen zu größeren, tieferen. Beschreibende Musik wie Debussys, Ravels, Strawinskys sind keine bekenntnislose Musik.
Auch die Geburtsstunde der ‘seriellen oder vororganisierten’ Musik, zum Beispiel Stockhausen, ist nicht Anti-Bekenntnis. Musik von Messiaen geht weit über Reihenmusik hinaus, weit über die Organisationen von Skalen. Atonalität, fixierte musikalische Punkte und Konzepte und absolute Musik tropfen und tränen vor Bekenntnis. Konzepte allein sind keine Kunst.
Selbst Stockhausen bewegte sich aus seiner fatalistischen, dogmatischen Gruppe der elektronisch und seriell determinierten Musik, in der nicht anders komponiert werden durfte und die viele begabte Menschen vertrieben hatte (heute nicht viel anders), fort und heraus.
Gedichte von Eichendorff, Rückert, Keller, Celan, Fried, Augustinus, Rilke und vor allem Georg Trakl — zärtliche, dunkle Literatur, die etwas Ruhiges, Zynisches, Suchendes hat — genauso Thomas Bernhard, oder Musik Hindemiths.
Bachs Musik aber spricht rund und frei von Trost, von Liebe, als könnte ich mitschreiben, jeden Tag etwas anders, tröstend, doch immer im Niedergehen die große Kraft, im Beugen die größte Spannung und Ermutigung. Seine Musik ist eine Einladung zur Ewigkeit, zum Loslassen, Vertrauen, Glauben.
Der Quintenzirkel ist für mich eine Art Gottesbeweis. An Gott zu glauben ist nicht intellektuell anspruchslos. Die Wissenschaft ist nicht der Feind oder Gegner des Glaubens und der Literatur.
Genauso wenig wie Musikwissenschaft Gegner der Musik ist, auch wenn es oft so scheint. Bach war ein großer Dichter und Denker; viele andere, die unser Land beeinflusst haben. Sie arbeiteten oft auch mit verborgener Symbolik. Symbolik addiert sich in meinen Gedanken wie verselbständigte Kunst, um auf den rechten Zeitpunkt zu warten.
Seinen Kelch des Lebens muss man erst ein wenig kennen, das heißt, sich selbst ein wenig kennen, bevor man ihn halten, erheben und trinken kann.
Toskana
Leonard Bernstein behauptet, dass ein Komponist immer dasselbe Stück schreibt, immer mehr sich annähert seinem wirklichen, einzigen Anliegen. Das bedeutet für mich, dass Kunst dann stattfindet, wenn der Komponist in diesem Anliegen und die Interpretin, wie sie die Musik des Komponisten versteht, in eine musikalische Verbindung, in eine ‘Ehe der Gaben’ zusammen fließen, die das Notenpapier verwandelt in Leben.
Es war wieder ein aufregendes Jahr. Mozart Klavierkonzerte im Gewandhaus zu Leipzig, Piano-Salon Dresden, Barocksaal Rostock, Dom Berlin, Recitals Klosterkirche Oberndorf, Orgelkonzert zum Deutschen Orgeltag, Lesung in Pinzette versus Kneifzange Leipzig, Rysum, Metzingen, Nettersheim, Dozentin Konservatorium Magdeburg, Videos mit Zugabe-TV und Markus Reinheckel, Allianzkonferenz, Spring-Festival, Konzerte für die Adenauer-Stiftung, Holocaust-Remembrance Bad Blankenburg, Soundcheck von TV Touring, Konzert Alte Wache Lauenburg, Bethlehemskirche Hannover, Bad Karlshafen Rathaussaal, Notenspur-Konzerte Leipzig, Mauerfall-Konzerte, Recitals in Schloss Gohlis Leipzig, Schlosskonzerte Hurlach, Landesakademie Hessen, Lesung mit Volly Tanner… Fotos für Yunolia, Donata und Wim Wenders… Meine Schwester heiratete…
Ich bin in meiner Energiewerkstatt, ich laufe dort mit grüner Schürze und Kohle im Gesicht herum. Kaum habe ich 40 Prozent Energie auf Leinwand gebracht, wächst sie schon wieder nach. Ich bin erleichtert, wenn ich energieleichter werde. Mit Kohle zu zeichnen ist eine schnelle, zarte und kraftvolle Angelegenheit. Ich mache die Augen zu, zeichne ganz leicht mit der Kohle auf Papier oder sogar rauer Leinwand, schaue wieder hin, sehe etwas, und das, was ich sehe, male ich. Es kommen erstaunliche Dinge dabei heraus. Ich zeichne mit den Augen und der Imagination.
In dem Film Klang des Herzens heißt es, dass Musik überall um einen herum ist. Ja, wenn ich viele Stunden am Tag übe und den Rest des Tages spüre.
Auch im Malen: Acrylfarbe mit Salz, Sand und Seidenfarbe auf Leinwand zu mischen. Ich genieße eine Fülle von Pinseln. Manchmal kippe ich pure Farbe auf die Leiwand. Improvisieren am Flügel oder auf der Orgel ist, wie Leinwand mit Farbe zu tränken, Salz und Kaffee darauf zu streuen und mit einem dicken Pinsel dazwischen zu tanzen.
Bald ist der Klavierabend im Schönblick. Ich lese dort auch aus meinem neuen Roman Flügel auf Reisen (Fontis-Verlag Basel).
Die Konzerte in der FeG Uelzen, das Spazieren in der Lüneburger Heide mit ihren vielen Schafen und daraufhin das Konzert in Amden (Schweiz) mit Hansjörg Kägi waren sehr schön. Amden und Arvenbüel sind immer sehr beschaulich und angenehm. Ich mag die Schweizer und Ovomaltine, und dass die warme Milch in einem Netz abgegossen wird. Wir waren auch in den Bergen wandern. Letztes Mal war alles voll Schnee. Da bin ich mit meinen braungebrannten Beinen von Australien und den UGGS in meterhohem Schweizer Schnee gelaufen und staunte wieder einmal über die Vielfalt der Welt.
Es war schön, im Telemann-Konservatorium zu spielen, zuvor Schülerkonzert. Meine Preisträgerinnen haben sehr gut gespielt. Der ‘russische Clan’ an der Musikschule war ebenfalls da.