Kunst macht Augen
In rissige Erde, das Wasser lang verwehrt,
fällt eine goldene Zunge Klang.
Tief umgeleckt von feuchtem Ton,
was brennst du, nasse Terz?

In rissige Erde, das Wasser lang verwehrt,
fällt eine goldene Zunge Klang.
Tief umgeleckt von feuchtem Ton,
was brennst du, nasse Terz?

Das erste Mal in der Leipziger Oper, Wagner: die Feen, sehr interessant, habe die letzte Karte der ausverkauften Vorstellung bekommen, letzte Woche war erst Premiere für Wagners erste Oper. Außerdem gab es ein sehr interessantes Interview zum Bachfest im Sommersaal des Bach-Archivs. Lese, schreibe, dissertiere.
Leipzig: Bach-Archiv, Uni, Bach-Chor Nikolaikirche Leipzig, muss weinen bei Bachs Chorfugen.

Manchmal komme ich mir vor wie in einer Kiste Lärm.
Und der Mond mit Adern.
Sprechen wie zarte Schüsse durch die winzige Faust am Flügel,
verströmt durch Finger in Brust und Bauch.

Skifahren in der Rhön. Wasserkuppe: windig, Schnee, schön. Geburtstagsvorabgeschenk. Am Valentinstag ist mein Geburtstag.
Ich erinnere mich gern an mein Studium in den USA, meine Graduation Master of Music Piano Performance, meine Freunde.

Ich fuhr zum Dongmen und ass im Restaurant Din Tai Fung zarte, heisse XiaoLongBaos, Dumplings im grossen Bambustopf, mit Ginger, Soya, dazu sauren Kohl, Shrimp Pot Stickers, spicy Pork Wonton, Shrimp Shiaomai. Die freundlichen taiwanesischen Damen leiteten mich liebevoll an, wie man das alles isst. Und was es ist. Dazu Jasmintee und original taiwanischer Bubbletee. Die Taiwanerinnen sind so gastfreundschaftlich und fuehrten mich froehlich ueberall herum, zeigten mir die zwei grossen Tempel Longsan und Xingtian, erklaerten mir die Gebraeuche dort, und ich fand heraus, dass sie Christinnen sind, den Nachtmarkt mit den Riesenschlangen, die goldenen Malls. Dampfende Hotpots. Sie kauften mir zum Abschied Red Turtle Bean Cake, Pork Cake, Matsi (mit Kaese gefuellten Reis mit Erndnuessen)und andere seltsame Koestlichkeiten, die einen komischen Nachgeschmack hinterlassen. Vor allem halfen sie mir, mich im U-Bahnnetz zurechtzufinden, das nicht auf englisch angezeigt wird. Es erinnerte mich sehr an Moskau.
La Traviata-Proben (Opernchor) im Mainfranken Theater Würzburg, übe Liszt B-A-C-H. Konzerte in Leipzig.


Ich spiele auf dem Klavier kein historisches Dokument im Sinn von sterbender oder toter Musik oder von sterbenden Noten; ich nähere mich etwas an, was meine Welt der Sinne sprengt und mein Gewissen, meine Reife, meine Prägung erweitert.
Musik hat eine moralische, philosophische, geistliche Komponente. Dies macht sie zeitlos. Die Form ABA gibt es in diesem Sinn nicht: kein wiederkehrendes A ist dasselbe A von vorher, kein A‘ A oder A”. Kein Chopin heute ist ein Chopin damals. Kein Chopin um 17 Uhr ist der um 19 Uhr.

auch das musikwissenschaftliches Institut noch im Mendelssohn-Haus. Das Akademische Orchester im Gewandhaus Leipzig gehört. Leipziger Lerchen (Marzipan-Gebäck), Bachkuchen und süßsaure Linsensuppe im Bachstübl gegenüber der Thomaskirche gegessen, meine Noten dort bearbeitet. Morgen unterrichte ich wieder Klavier und Orgel.

Im März/April 2014 spiele ich wieder in Australien: in Canberra, Melbourne, Sydney, an der Uni und in den Kathedralen. 6 Wochen-Tour mit der Bach-Gesellschaft Melbourne.
Heute unterrichte ich wieder.

Heute waren wir in Monarto, South Australia, ein open-range animal sanctuary, der groesste Wild Zoo der Welt, ca. 70 km von Adelaide entfernt, mit LinkSA. Ich sah zum ersten Mal in der Wildnis ein Baby-Rhino: ein 100 kg schweres White Rhino Maedchen, ein Baby Schimpanse (keine Affen!), wieder ein Maedchen, zwei Monate alte Baby Gepards (5) und ein 6 Monate altes Gepard-Jungtier. Auch Giraffen, Hyaenen, Loewen, Tassie Devils, die ebenfalls in Beuteln tragen, Zebras, Antilopen, Bisons, Strausse, aber auch Wasserboecke, Elands, Bongos. Ich fand es schoen, die Namen der Tiere auf englisch und viel ueber ihr Leben zu lernen.
Es war schoen, im warmen, geschuetzten Golf am Glenelg Beach zu baden, auch wenn dieser Beach eher ein Resort ist. Die Wellen in Tasmanien sind viel wilder und kaelter, da offenes Meer zur Antarktis. Die Sonne ist heiss, der Wind und die Naechte sind manchmal kalt.
Abends besuchte ich mein erstes australisches Cricket Spiel zwischen Adelaide und Perth im voll besetzten Adelaide Oval, es war ein schneller Spiel von ca. 3 Stunden, Perth gewann, wir trugen blaue Locken-Peruecken, und es war nicht langweilig. Wir tranken deutsches Bier, ich ass eine typisch suedaustralischen Chiko Roll. Michelle und Will gehen mehr als 12 Mal pro Jahr zu den ernsten Cricket Spielen, es ist der Lieblingssport der Australier lange vor Football, Soccer, Rugby und Frisbee. Insgesamt lieben die Australier wohl Sport mehr als Musik.

Ich bin ueber Stuttgart und Zuerich gefahren. Hier der totale Gegensatz zu Sydney: Berge und Schnee in der Sonne, wunderschoenes Kontrastprogramm, der Berg faellt mir ins Zimmer, die romantischen Voralpen umrahmen den Walensee.
Atemberaubender Blick aus meinem Zimmerfenster. Unten im Tal die Autobahn nach Chur, abends flackern die Lichter der vereinzelten Haeuser auf. Ich bin ja schon das zweite Mal hier, habe im April 2012 hier und St Gallen und anderen Orten in der Schweiz gespielt, aber noch nicht in Amden. Ich versinke im Schnee. Meine neuen australischen Uggs sind total durchnässt. Es war mir egal. Ich tanzte im Schnee. Von der australischen Sonne hinein in den weißen Tiefschnee, der in der europäischen Sonne glitzert.
Hochgehoben ueber dem Nebel. Es ist angenehm und schoen hier, beruehrende Gespraeche mit Roland und Heidi, den Leitern des Gebetshauses. Ich stapfe durch den Schnee mit meinen australischen UGGs, überspringe vereiste Flüsse, Stacheldrahtzäune, löste fast Lawinen aus, besuchte das Amdener Museum, sah die Skilifte aus der Ferne und die Skifahrer dahin fliegen. Die Busse werden hier abends per Hand gewaschen, die Kühe gefüttert.
Kaum in Deutschland, bin ich wieder unterwegs: Oettingen, Leipzig, Schweiz.
