2026 New CD: Bach berühren: Goldberg Variationen auf der Orgel, Ambiente Audio: Erste CD einer Konzert-Organistin mit dieser Klavier-Transkription auf Orgel
2025 CD BIBLISCHE BILDER, Ambiente Audio. Neue Orgelklänge: Erste CD einer Konzert-Organistin mit ausschließlich eigenen Werken
Liebst Du Musik? Dann bist Du hier richtig im Mitternachts-Blog und Tourblog 2009-2026! Begleite mich live auf meinem musikalischen Weg und hinter die Kulissen der Klassik und Kirchenmusik als Frau in einer Männerwelt.
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Viele Instrumente und Dispositionen hier zum ersten Mal im Netz.
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14. Januar 2026: = „Die edelste und treue Stadt Lissabon.“
Foto: Pedal Peter Orgel Igreja Evangélica Alemã de Lisboa, Portugal
Heute erinnere ich an Marta Pereira da Costa, die erste weibliche berühmte professionelle Fado-Solo-Gitarristin.
Sehr empfehlen kann ich die Fado-Restaurants in Lisboa. Fado ist eine portugiesische Musikrichtung, die von Sehnsucht, Schicksal, Schmerz und Saudade (Sehnsucht) handelt.
Es gibt in Lissabon sehr authentische und lokale Restaurants, kleine oder auch sehr vornehme, in denen die portugiesischen Sängerinnen mit ihren Gitarristen live ihre leidenschaftlichen und melancholischen Lieder zum oder nach dem Essen präsentieren. Ich war in einem sehr fancy Restaurant uphill, aus dem man unter 100 Euro pro Person kaum herauskam. Männliche Bedienstete flattern um einen herum und bieten Menüs an. Im verdunkelten Raum mit Kerzenlicht erscheinen dann die Gitarristen, die auf ihren Guitarra Portuguesa, 12-saitigen Zupfinstrumenten mit tropfenförmigem Körper, sanft, hell und gefühlvoll spielen. Das Essen ist sehr teuer, vermutlich, weil (zumindest hoffe ich das) ein großer Teil an die Musikerinnen geht.
Die Sängerinnen hatten einen unterschiedlichen Stil. Beide sangen tief und dunkel aus der Kehle, die eine warm, die andere eher aggressiv, aber beides hat mir sehr gefallen. Mit die schönsten Fado-Restaurants findet man im Stadtteil Alfama, dem schönsten Stadtteil, und hier besonders im alten Alfama, wo es auch das Fado-Museum gibt.
Sie singen mit geschlossenen Augen, das Kerzenlicht auf ihrem Gesicht, das Gesicht beinahe schmerzerfüllt, mit den Händen gestikulierend.
Die steilen Hügel zu diesen Restaurants hochzulaufen, nachdem es den Unfall mit der Seilbahn gab, war anstrengend, denn seither sind alle Seilbahnen stillgelegt. Man sieht nur noch die leeren Gleise. Auch der berühmte (hässliche) Stahl-Aufzug der gleichen Firma wurde stillgelegt.
Bisher war ich (2024) in Porto und eine Woche pilgern in Portugal. Ich liebe dieses kleine Land. Porto ist ca. 3 Stunden mit dem Zug von Lissabon.
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Foto: Deutsche Kirche Lissabon, Igreja Evangélica Alemã de Lisboa, Portugal
Die Hauptstadt Portugals, Lissabon, mit in ihrem Kern der Stadt über einer halben Million Einwohnerinnen, ist eine der schönsten Städte dieser Erde. Warum? Ich erzähle von meinen Erlebnissen. Zunächst nur eine kleine Liste von Vorzügen:
Die Portugiesinnen und Portugiesen sind nette, offene, gastfreundschaftliche Menschen.
Die Stadt ist nicht gefährlich, auch abends nicht.
Es gibt sehr viele sehr schöne Restaurants und Cafés mit genialem, lokalen Essen.
Unzählige Kirchen, Museen und (sakrale) historische Bauten faszinieren mit Kultur und Geschichte.
Die Stadt liegt am Fluss und am Meer, sogar am Atlantik. Boote, Schiffe, Brücken, Luft, Möwen, Fisch, Meeresfrüchte…
Die verschiedenen Aussichtspunkte sind eine Augenweide.
Man hat auch Hügel und Berge, alles ist spannend und inspirierend; vor allem, mit den alten Straßenbahnen die engen Hügel hinaufzufahren.
Es gibt wunderschöne große Plätze und kleine, süße, märchenhafte Gassen.
Man findet sich schnell gut zurecht, sowohl zu Fuß als auch via Metro und Straßenbahn.
Taxis und Uber sind viel erschwinglicher als in Deutschland.
Wein, Hotels, Essen usw. sind viel günstiger als in vielen anderen Teilen Europas.
Es gibt die wunderschöne Fado-Musik.
Besonders die kleinen lokalen Restaurants sind ein echtes Erlebnis. Sie sind im Gegensatz zu den Tourist Traps, die ihre Gäste in die großen Lokale locken und mit riesigen Essensbildern werben, die nicht mit der Realität übereinstimmen, alá Mecces, unscheinbar, klein und versteckt. Sie befinden sich meist uphill, das heißt, oben, auf den Hügeln, nicht unten downtown. Sie haben niemanden, der sie ins Lokal zerrt, keine Fotos. Das haben sie auch gar nicht nötig. Manchmal gibt es nicht mal eine Klinke an der Tür, nur eine Art Draht, an dem man ziehen muss, um die Tür zu öffnen. Innen ist es klein, voller Einheimischer, laut, lustig, duftend nach Fisch. Frauen lachen. Die Wände sind voll bunter oder blauer Keramikkacheln.
In einer Ecke wird frischer Fisch gebraten. Männer in weißen Schürzen bereiten den Fisch zu. In einer anderen gibt es Fleisch. Irgendwo läuft ein Fernseher. Auf den Tischen stehen Oliven und halbe-Liter-Karaffen grüner Wein, eine Art frischer, trockener, kühler, etwas säuerlicher Weißwein, oft mit Wasser gemischt (aber mir schmeckt sogar Reiswein); oder portugiesischer Rotwein; oder Rose. Dazwischen sitzen ein paar „mutige“ Touristen, u.a. Koreaner, die mit staunenden, großen Augen umherblicken.
Der frische gegrillte Fisch wird mächtig im Ganzen gebracht, mit Gräten, Kopf, Salat, Brot und Kartoffeln. Es gibt alle Arten von Fisch. Ich aß einmal Lachs, einmal Seebarsch. Im Sommer sollen die berühmten portugiesischen Sardinen ganz frisch serviert sein. Danach gibt es Honigmelone. Man ist pappsatt und berauscht.
Natürlich bieten auch die Touristen-Fallen kein schlechtes Essen an. Ich habe dort auch gegessen, an den schönen Marktplätzen, Paella zum Beispiel, das typische spanische Reisgericht, oder cremiges Risotto. Dennoch ist es nicht dasselbe.
Mein Hotel ist auch zu empfehlen: Es liegt uphill, ist 24/7, und zum Frühstück gibt es u.a. selbstgemachte Marmelade, selbst gemachte Quiche, Croissants (gefüllt) und Saft. Nur: Der Fahrer des Hotels hat mich abgeholt vom Flughafen, der etwas außerhalb liegt, und es kostete 4 x so viel wie ein normales Taxi, aber der Fahrer konnte Englisch und hat mir während der Fahrt viel über die Stadt berichtet.
Ich bin mit Lufthansa geflogen, non stop, ca. 3 Stunden, und man gewinnt eine Stunde auf der Reise nach Lissabon.
Sehr empfehlen kann ich die „Bootsfahrt bei Sonnenuntergang“ mit einem kleinen, lokalen, offenen Segelschiff. Ich hatte Glück, dass es mild und sonnig war. Überhaupt ist es im Januar sanft und leer und nicht so überlaufen mit Touris wie im heißen Sommer.
Man fährt mit dem Boot unter der der donnernden Ponte 25 de Abril-Brücke hindurch, die früher nach einem männlichen Diktator benannt wurde, eine berühmte rote Hängebrücke wie die Golden Gate Bridge, über die ich auch schon gefahren bin – die hier Alcântara mit Almada verbindet. Hier fährt unter den Autos auch der Zug. In der Ferne sieht man die große Statue des segnenden Jesus (die Christo–Rei Statue, die Christusstatue) und die Brücke Ponte Vasco da Gama, die nach Spanien führt, die längste Brücke Europas. Entlang der Graffiti-Mauer kommt man zu berühmten Restaurants auf der anderen Seite. Nach der 25. April-Brücke beginnt dann der offene Atlantik. Zuvor ist es der sehr große Fluss Tejo, geboren in Spanien.
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12. Januar 2026: Menschen, die vergeben, sind gesegnet.
Foto: Willi Peter Orgel (Köln), Deutsche Kirche Lissabon, Igreja Evangélica Alemã de Lisboa, Portugal
Meine Orgel-Matinee gestern war sehr schön. Die Igreja Evangélica Alemã de Lisboa, Portugal steht etwas außerhalb in einer Gegend voller Institute und Villen und erinnert an eine gated community, da sie einen Sicherheitszaun besitzt, vermutlich da auch Garten und Pfarrhaus auf dem selben Gelände stehen. Der Garten ist schön und grün wie ein Park, auch im Winter.
Um zur Orgel gelangen, muss man raus und durch den Turm. Die Empore ist breit und schön. Die Zungen waren kaum verstimmt.
Es war sehr schön, hier zu konzertieren. Das Konzert war schön, direkt nach dem Gottesdienst in der weihnachtlich geschmückten Kirche. Während zuhause Schnee liegt und minus 7 Grad sind, begrüßen einen in Lissabon milde 15 Grad. Dennoch sind manche Portugiesen so warm eingepackt, dass man denken könnte, draußen wären minus sieben Grad.
Der Kirchenmusiker ist Deutscher, der hier Cembalo studiert. Amazing Lissabon ist zum Leben eine teure Stadt. Wein jedoch scheint viel günstiger als Wasser in den Restaurants. Leckerer portugiesischer Wein. Da viele daran nicht gewöhnt sind, erscheinen manche dauer-beschwipst. Ich will nicht sagen, inklusive mir.
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Foto: W. Peter Orgel Deutsche Kirche Lissabon, Igreja Evangélica Alemã de Lisboa, Portugal
Ich bin in Lissabon angekommen. Was für eine geniale Stadt!
Die gelbe Igreja Evangélica Alemã de Lisboa ist sehr hübsch.
Wundervolle perfekte Akustik; viele Mixturen und Mehrfach-Register sowohl aus Holz als auch aus speziell legiertem Orgelmetall für differenzierte, dynamische Klangfarben der Prinzipal- und Flötenregister für mitteleuropäische Orgelliteratur des Barock.
Die Frage ist, wie man mit Okkultem oder Heidnischem umgeht. Es gibt hier mehrere Optionen. Die einen erkennen es gar nicht; vor allem nicht weiße Magie; wiederum andere fürchten sich davor; manche wehren es ab. Ich finde es wichtig, es zu erkennen, vorsichtig zu sein, es zu benennen und abzuwehren. Aber: Das kann nicht alles sein. Ich fürchte es nicht mehr, und ich wehre es auch nicht mehr ab im Sinne von Angst, auch wenn wir immer mehr in einer abgefallenen Welt leben.
Denn wie sonst soll man bestimmte Menschen erreichen oder sich über deren Weltbild, deren Motive im Klaren sein, wenn man Furcht hat und nur abwehrt? Doch dies ist nur dann möglich, wenn man mit Gott einen intensiven Weg gegangen ist durch Höhen und Tiefen. Gott steht weit über Systeme, Muster und menschlichen Vorstellungen und Regeln.
Unser Gehirn ist ein Beweis für die Schöpfung Gottes. Selbst die Gehirnforscher Ornstein und Thompson schrieben, dass das Gehirn ein Wunder sei und bis heute weitgehend unerforscht, wie es arbeitet und verarbeitet. Besonders die Bildverarbeitung, aber vor allem der Transfer von Seele zu Gehirn, und wie Gefühle, Wille usw. mit dem Gehirn als Organ kommunizieren. Vom Geist ganz zu schweigen, nicht-materieller Geist mit materiellem Organ.
Zu meinen und zu glauben, dies alles sei „einfach so“ entstanden durch Urknall, Evolution oder durch eine Weiterentwicklung vom Affen, wo doch selbst die größten Forscher einhellig sagen, dass das Gehirn unerforscht ist bis heute in vielen Gebieten, grenzt eher an religiösen Atheismus als an Wissenschaft. Zu dem Code und dem Informationsnetz muss es einen intelligenten Sender geben. Es ist bis heute unerklärlich, wie wir denken und was Denken ist. Was Seele wirklich ist.
Auch dass die Wissenschaft Logik als gegeben ansieht – woher kommt denn Logik? Mit was beweisen wir denn überhaupt irgendetwas? Wer bestimmt Logik? Was ist Logik?
Wissenschaft ist oft Atheismus, und dabei ist dieser doch längst widerlegt.
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8. Januar 2026: Viele Frauen wollen eher Männern gefallen als Frauen.
Heute erinnere ich an Maggie Kuhn, 1905, Menschenrechtsaktivistin.
Ich war vor ein paar Tagen im Film Medicus II in gemütlichen Kino-Sitzen. Der Kinofilm ist gut gemacht mit guter Filmmusik, spannend und interessant; dennoch ist es traurig, dass der christliche Glaube sehr schlecht weg kommt; statt dessen werden heidnische und okkulte und keltische Praktiken glorifiziert, als wäre der christliche Glaube unfähig für Heilung. Nach allem, was in den christlichen Kirchen bis heute schief gelaufen ist, inklusive Hexenverbrennungen, kann ich das sogar ein Stück weit verstehen. Dennoch werden die Kirche und die Klöster zu sehr verteufelt, und es ist mir wichtig zu betonen, dass Gott nicht nur der größte Künstler, sondern natürlich auch der größte Heiler ist.
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5. Januar 2026: 2 Gülden Stimm- und Wartgeld. (1779)
Foto: Barockorgel Johann Stephan Schmaltz ev. Nikolauskirche Kornhochheim 2025
Sehr interessant war auch, den mittelalterlichen Wohnturm in Wandersleben per privater Führung zu bestaunen. Und die Menantes Gedenkstätte ebenda, samt Museum und Hof. Menantes hatte wie J.S. Bach seine beiden Eltern verloren, als er 10 Jahre alt war, und auch hier starb die Mutter zuerst, was eine Katastrophe für Familie und Ehemann war.
Erstaunlich ist, dass der lange in Vergessenheit geratene Menantes, der Johann Sebastians weltliche Kantaten mit Text versorgt hat, später als Dozent für galantes, weltliches Verhalten den sehr jungen Zinzendorf unterrichtete und sogar dessen erste Gedichte veröffentlichte. Ich bin ja begeistert vom Herrenhuter Zinzendorf.
Und obwohl Menantes erst viel später Christ, sogar Pietist wurde, war er mit dem sehr konservativen Pietisten August Hermann Francke gut befreundet, der sonst alles Satirische, “Weltliche” bei Autoren stark ablehnte. Und so schließt sich der Kreis.
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4. Januar 2026: „… die Orgel Kornhochheim war von Schmaltzen für 90 thlr. gefertiget worden…“
Foto: Barockorgel Johann Stephan Schmaltz ev. Nikolauskirche Kornhochheim, Thüringen 2025
Ich freue mich, hier zu konzertieren, organisiert vom Förderkreis der Menantes-Literaturgedenkstätte: Das Neujahrskonzert 2026. Der Förderkreis ist sehr umtriebig und veranstaltet viel Kunst in der Gemeinde.
Mein Konzert war sehr gut besucht, obwohl unbeheizt und bei Minustemperaturen. Mit Glühwein in der Hand saßen über 100 Leute im Konzert. Nur ich durfte keinen Glühwein trinken, dafür heißen Tee. Dennoch fraß sich die Kälte von unten her in meinen Körper. Trotzdem spielte ich, selbst registrierend und blätternd, bis zum Schluss.
Die Tasten sind eiskalt, aber ich werde mit warmem Tee, Gebäck und Broten versorgt und wohne in einer schönen Pension im Dorf.
Die Kirche ist die Taufkirche des Schriftstellers Christian Friedrich Hunold, genannt Menantes, der Gedichte und Romane schrieb; ein Zeitgenosse Bachs. Johann Sebastian hat Texte von Hunold verwendet für seine Kantaten.
Die Schröter-Orgel ist im Grunde eine Bach-Orgel, weil Johann Georg ebenfalls wie Menantes ein Zeitgenosse von Johann Sebastian Bach war, nur wenig älter, 1683 geboren. Beide trafen sich in Erfurt bei der Vollendung der Orgel in er Augustinerkirche. Das hervorragende Zeugnis, das ihm J.S. Bach ausstellte, half der Karriere des Orgelbauers J.G. Schröter sehr voran.
Nach dem Konzert waren wir Gans essen.
Anschließend:
Historische mechanische Schmaltz Orgel ev. St. Nikolaus Kirche Kornhochheim bei Erfurt, Ost-Thüringen, 1 M, 9 R, wunderschöner Zimbelstern
Eine unfassbar schöne thüringische alte Dorfkirche mit Flair und Charakter im Landkreis Gotha: Die weiße kleine Barockorgel hinten auf der Westempore oben ist eine der letzten spielbaren Schmaltz-Orgeln. Sie ist zudem unverändert und nicht überformt worden.
Es ist meine zweite Schmaltz-Orgel. Die erste entdeckte ich in Elleben, Thüringen, die dringend saniert werden muss.
Diese weiße Dorfkirche ist eine Chorturmkirche.
Johann Stephan Schmaltz (1715-1784), Orgelmacher in Wandersleben in der Nähe der Burg Gleichen und Arnstadt, war früher ein beliebter Orgelbauer, genauso bekannt wie Schröter und ein Zeitgenosse Bachs. Da seine Instrumente jedoch in Brand und Krieg zerstört wurden, geriet er in Vergessenheit. Er lernte bei Thielemann, dessen Orgeln ich schon gespielt habe, und ging in Weißenfels in das Gymnasium, wo ich auch schon spielte. Er arbeitete später auch mit Kellner und Gutjahr zusammen, die ich ebenfalls kenne.
Die Orgel wurde von Knauf und 1992 von Orgelbau Hey saniert, jedoch nicht verändert.
Das Besondere dieser evangelischen Chorturmkirche ist ihr Beichtstuhl vorne im Chor, die uralte historische Tür mit Wunden und Waffenspuren aus dem Dreißigjährigen Krieg, der originale Riesenschlüssel zur Tür, fast doppelt so groß wie meine Hand, die profilierten Balken und die 21 restaurierten Gemälde der biblischen Geschichten auf den beiden blauen Emporen von 1701, die Calcanten-Anlage und Teile der ursprünglichen tiefen Decke, die in der Orgel zu finden ist.
Die Register-Gesichter sind herzallerliebst, die Akustik eine ehrliche, echte Dorfakustik. Die Gemälde des Alten Testaments sind unten, die Gemälde des Neuen Testaments sind oben zu finden; sie spiegeln sich gegenseitig.
Der berühmte thüringische Glockenaccord wurde 2015 restauriert. Insgesamt wurde die Orgel für über 100.000 Euro restauriert.
Während die dazugehörige Kirche in Wandersleben eine herrschaftliche ist, ist diese Dorfkirche eher eine für die Bürgerinnen, was sie so bezaubernd macht. Noch bis heute wird sie von den Bürgern gepflegt, beispielsweise eine Stiege erneuert.
Das Dorf hat ca. 800 EW. Die Kirche gehört auch zum Pfarramt Apfelstädt.
Da die Kirche eine Holzkirche ist mit blau-golden bemalter hölzerner Decke, einer Holztonnendecke, ist die Akustik trocken-samtig. Weil ich im kalten Winter anreiste, war die Orgel recht verstimmt.
Vorne im Chor hängen Gemälde der ehemaligen Pfarrer der Kirche.
Es ist für mich ein Geschenk, die Orgel kennengelernt und gespielt zu haben. Ich konzertierte in Wandersleben zuvor.
Der Zimbelstern ist nicht zu sehen, aber eine Klangweide. Es gibt hier also kein Glockenspiel wie in Wandersleben, aber einen Zimbelstern. Er wird Glockenaccord genannt. Das Pedal ist straight und hoch.
3. Januar 2026: Ich wünsche dir, dass du Atem holen kannst. (Tina Willms)
Foto: Barockorgel J.G. Schröter Orgel St. Petri Kirche Wandersleben
Heute erinnere ich an Elisabeth Gräfin von Ysenburg-Ronneburg.
Berühmte große Altarorgel, die J.G. Schröter Orgel St. Petri Kirche Wandersleben, Landkreis Gotha, Thüringen, 23 R, 2 M
Die Orgel ist eine Altarorgel. So etwas liebe ich besonders. Sie wölbt sich weiß bis zur Decke hinter dem Altar, hinter dem Flügelaltar, dessen hölzerne Flügel sowohl außen als auch innen kostbar bemalt sind. Der reiche Prospekt besitzt 6 Putto, die musizieren.
Die ursprünglich romanische Kirche in einem gepflegten Friedhof im Menantes-Ort Wandersleben im Burgenland, Gemeinde Drei Gleichen, im Pfarramt Apfelstädt im Kirchenkreis Gotha besitzt diese wundervolle weiße Barockorgel.
Das mächtig schöne, historische Instrument hier in Mitteldeutschland wurde 1999 von Orgelbau Waltershausen restauriert. Ursprünglich kostete sie 630 Reichstaler.
Zuvor wartete und erweiterte der Wanderslebender Orgelbauer J.S. Schmaltz, von dem leider nur noch sehr wenige Orgeln erhalten geblieben sind, die Orgel. Er hat das Glockenspiel und den Violon-Bass eingebaut.
Die Orgel geht mit dem Calcanten an; das Licht ist oben extra anzuschalten. Sowohl die Registergesichter als auch die Registerschilder sind eine Augenweide.
Die Wanderslebener Orgel erfreut sich schöner Akustik. Sie ist ein Wohlgeruch, ein Wohlklang. Es ist meine erste Schröter Orgel. Es sind noch mind. 25 Orgeln von Schröter erhalten.
Die Akustik ist sprechend, vokal und samtig; die Klänge der Orgel sind leuchtend, crispy und exotisch. Das Glockenspiel auf dem Oberwerk klingt besonders trefflich.
Ich bin ja ein Fan von Zimbelsternen, Glockenspielen und Tremulanten. Der Tremulant hier ist für beide Werke.
Eine Klangweide ist das Quintatön 16, zusammen mit dem Tremulanten, die rauchige dunkle Mixtur, die crispy Sesqui, die strahlenden Vierfüße, die weichen Prinzipale.
Das Pedal ist straight, gerade, und insgesamt haben die beiden Manuale und das Pedal einen begrenzten Umfang. Die Orgelbank ist unbequem.
Die Zungen sind trotz Schnee, Wind, Vollmond, Schneeverwehungen und kalten Minus-Temperaturen nicht schlimm verstimmt. Der Posaunenbass im Pedal und die Trompete im HW sind beautiful.
Die Umgebung ist berührend schön, besonders die mittelalterlichen drei „GLEICHEN“: die angestrahlte Bergruine Gleichen, die Burgruine Mühlburg bei Mühlberg und die Burg Wachsenburg, heute mit Hotel – drei Burgen, die überhaupt nicht gleich sind.
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