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Klavier

26. August 2024: Nimmt man das Vaterland an den Schuhsohlen mit? (Georg Büchner)

Foto: Robert Knauf Orgel ev. Michaelskirche Blankenburg, Nordharz

Ist ein Vaterland nicht eher ein Mutterland?

Die 3 Konzerte gestern waren sehr schön. Zuerst hatte ich 2 Konzerte im Kloster Michaelstein und fuhr dann mit meinem Beetle nach Gräfenroda zum dritten Konzert. Vom Nordharz nach Thüringen ist es schon ein Stück, aber ich kannte die Weise Kellner Orgel bereits. Ich liebte alle drei Orgeln: Knauf, Wäldner und die Weise Kellner Waltershausen Orgel. Blankenburg im Harz darf man nicht mit Bad Blankenburg verwechseln (dort habe ich auch schon gespielt). Ich habe CDs verkauft und Blumen bekommen. Presse war auch da. 

Nach dem Konzert in Gräfenroda waren wir lecker essen in der Alten Lache (Thüringer Klöße, Roulade, Würzfleisch und milder Blauer Zweigelt). Dort habe ich auch übernachtet. Der grüne Thüringer Wald liegt vor dem Fenster. 

Spannend fand ich die „Musikmaschine“ (Salomon de Caus) im Kloster Michaelstein: eine mit Mühlrädern und Wasser angetriebene „Orgel“.  Und die vielen schönen alten Cembali und ein schwedisches Schrankklavier aus Stockholm. 

Für mich ist Tempo wie eine Person: habe ich einmal ein Tempo zu einem Stück im Kopf, dann ist dieses Tempo eine Persönlichkeit geworden, die ich nicht mehr ändern will und kann. Das betrifft auch meine rasanten Tempi von gewissen Bach-Fugen an historischen Orgeln 😊

Übrigens erlebe ich manchmal in Hotels, dass neben mir spät Leute laut im Gang sind und laut die Tür öffnen und mich wecken. Am nächsten Tag musste ich früh raus und mimte dann im Gang tiefe Männerstimmen, kurz eine Gruppe, die mit Türen schlägt (und bekomme danach einen Lachanfall und flüchte).

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Weise Kellner Bach Barock Orgel Kirche St. Laurentius Gräfenroda

24. August 2024: … dem Weg der Liebe folgen. (Bernhardt von Clairvaux)

Foto: Wäldner Orgel Kloster Michaelstein 2024, unten Knauf Orgel Michaelskirche

Ich bin im Kloster Michaelstein angekommen, das erste Mal, wieder einmal im schönen Harz in Sachsen-Anhalt. Das ehemalige Zisterzienserkloster gefällt mir sehr gut. Es gibt hier gleich zwei schöne Orgeln: Die Robert Knauf Orgel (Bleicherode) von 1887 in der ev. Michaelskirche und die Friedrich Wilhelm Wäldner Orgel von 1850 im Refektorium (= ehemals Speisesaal). Es ist sehr schön, hier zu spielen. Die kleine Orgel besitzt kein Licht.

Ich übernachte im Weißen Mönch auf dem Klostergelände neben dem ehemaligen Stallgebäude. Das Klosterfest ist schon seit heute Abend in vollem Gange, es gibt eine Band und Essens-Stände.

Die Disposition der Knauf-Orgel ist hier zum ersten Mal im Internet.

Die romantische Orgel wurde 1904 von Sohn Ernst erweitert. Auf dem Klostergelände gibt es auch die mechanische, stiftwalzengesteuerte Orgel der Musikmaschine, die das Klangideal der Renaissance zeigt.


Wunderschnell voran!

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23. August 2024: All Morgen ist ganz frisch und neu 

Foto: neue Konzerte 2024 

Unterwegs in den Harz und nach Thüringen zu Konzerten. 

Neuried

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Ich liebe sowohl geistliche als auch weltliche Musik, Gesprächskonzerte, Jazz, Themenabende, zeitgenössische Musik, Neue Musik und Uraufführungen, Kammermusik und Kombinationen von Musik mit Literatur und Malerei. Meine künstlerischen Aussagen und Ausstrahlung sollen die Menschen berühren und begeistern. 

Neue CD 2024

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21. August 2024

Freue mich auf die neue CD bei Ambiente Audio 2024. Es sind ausschließlich meine eigenen Kompositionen auf der CD. Es ist vielleicht die erste CD mit zeitgenössischen weiblichen Kompositionen direkt von der Künstlerin und Organistin eingespielt.

Thema: Biblische Texte, Frauen und Männer mit ihren Gefühlen, Ängsten, Leid und ihrem Erleben in Klang und (neuer bzw. Neuer) Musik ausgedrückt, so dass wir diese Personen und Texte besser verstehen, erkennen und uns neu identifizieren können. Und mit Neuer Musik in Kontakt kommen, Anderes und neue, spannende Klangfarben an uns heranlassen, Experimentelles, Lyrisches, Wildes, Mutiges, Schönes, Virtuoses, Mystisches – Programmmusik sozusagen.

20. August 2024: Schau nach innen. (Marc Aurel)

Foto: Altbayerisches Dorf Schliersee 2024

Wunderschön ist die Heilig Kreuz Dorfkapelle im Altbayerischen Dorf Schliersee und die St. Georg Kapelle auf dem Weinberg Schliersee mit der süddeutschen Joseph Krembodner Orgel (19. Jahrhundert). 

Heilig Kreuz Kapelle Markus Wasmeier Freilichtmuseum Schliersee

Krembodner Orgel St. Georg Kapelle Weinberg Schliersee

St. Bernhard Kirche Spitzingsee bei Schliersee

 

19. August 2024: In der Kirchenmusik geht es leider oft mehr um Politik als um Kunst. 

Foto: Schliersee Konzert 2024

Das Konzert hier in Schliersee war sehr schön, gut besucht, die Kirche war voll (es kamen auch einige aus München) und wurde mit Pastellfarben angestrahlt, ich hatte oben ein Mikro für Gesang und Erklärungen, es wurde gefilmt. Da ich diesmal auch Songs an der Orgel gesungen habe, war das Konzert fast 90 Minuten lang – für mich vergeht so ein Konzert wie eine Minute. (Das Publikum hatte allerdings etwas unbequeme Bänke.)

Es war oben auf der Empore recht schwül und heiß und die anstrengende Fuge kam wie immer am Schluss, da war ich schon durchgeschwitzt, aber es lief sehr gut. Ich habe CDs verkauft, danach waren wir essen im Xaver Terofal.

Die Kirchen und Orgeln des schönen Oberland Orgelfestivals kenne ich fast alle und habe fast überall schon gespielt. 

Sehr empfehlen kann ich das Markus Wasmeier Freilichtmuseum (Bauernhof-Museum). Wir haben den netten Doppel-Olympia-Sieger auch kennengelernt. Alphorn wurde gespielt (warmer Klang), Brot gebacken und heiß und frisch aus dem Ofen gegessen, es gibt eine kleine Kapelle, ein Bienenhaus, ein Wirtshaus, offenes Feuer im Haus, Tiere, schöne alte Betten, Werkstätten und alles in einer idyllischen Gegend: Berge, Wald, Kapellen, See. Und es gibt die wunderschöne Heilig Kreuz Kapelle. 

Anschließend waren wir in und am Spitzingsee, aßen in der historischen Wurzhütte Pfifferlinge und besuchen St. Bernhard (keine Orgel, aber Harmonium). In der Nähe gibt es das frisch renovierte Forsthaus Valepp, wo man gut essen kann, das u.a. Manuel Neuer gehört, der hier in der Nähe am Tegernsee wohnt.

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18. August 2024

Foto: Dirndl Schliersee 2024 (gekauft habe ich es leider nicht)

Schliersee ist ein wunderschönes Dorf – oder Markt, mit ca. 6000 EW. Letztes Mal war ich im Winter hier, der See (den man in ca. 2 Stunden per Fuß umrunden kann) war gefroren. Nun ist es Sommer, Leute baden, und ich schlafe im Hotel Terofal in einem Himmelbett – ein idyllisches, bunt bemaltes Hotel mit Maibaum und Fensterläden am Bauerntheater (Mundart) direkt in der Mitte des Ortes an der gelben Kirche, wo ich heute Abend an der schönen Mathis-Orgel Konzert spiele.

Gestern Abend waren wir auf dem Waldfest an der Seestrasse (Mini-Münchner-Wiesen). Ich finde es toll, dass auch alle jungen Menschen Tracht tragen und ihre Heimat feiern. Ich liebe die Berge und Bayern, das mittlerweile ein Urlaubsort geworden ist. Das Wasmeier Freilichtmuseum steht heute früh auf dem Programm. 

Meine Hände werden nach unten gebeamt. Wegen der GEMA kostet das Konzert keinen Eintritt. 

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15. August 2024: Man muss das Gute tun, damit es in der Welt sei. (Marie von Ebner-Eschenbach) 

Foto: Schliersee Konzert  2024

Ich freue mich auf die Konzerte in Schliersee. Da bin ich wirklich gern. 

Und auf das Konzert im Kloster Michaelstein 

Es ist sehr heiß und schwül in Würzburg, ich glaube, gestern war der heißeste Tag des Jahres. Es ist Feiertag hier in Bayern und ich höre live Bruckner, die letzte Vollendete. Dann habe ich ein schönes neues künstlerisches Projekt am Start, auf das ich mich sehr freue. ❤️🥰Gestern waren Handwerker bei mir in der neuen großen Wohnung. Einer wollte, dass ich ihm etwas auf dem Flügel vorspiele. Bach. Es kamen ihm die Tränen.

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Konzert Schliersee

Mathis Orgel St. Sixtus Kirche Schliersee

12. August 2024: Als Künstlerin bin ich allerwegsdahin. (AHS)

Foto: Gräfenroda 2024

Heute erinnere ich an Nina Hagen, die Christin wurde, und an Jean-Marie Lustiger, jüdischer Bischof (Paris), der schrieb: „Israel existiert, weil Gott dieses Volk zum Heil aller Menschen erwählt hat. Es ist das sichtbare Zeichen für das Kommen des Messias.“

Die getarnte Künstlerin

Man ist als Künstler oft in einer Schublade. Mal in der einen, mal in der anderen. Das kann sehr einengend sein. Daher tarne ich mich manchmal. So wie Gott sich manchmal tarnt. Oder zu tarnen scheint, damit wir ihn überhaupt wahrnehmen oder annehmen können. Wie konnte Jesus sonst unter sündigen Menschen leben?

Es stimmt, dass alle Künstler sich auf der einen Seite wünschen, ihre Gaben oder Aussagen öffentlich zu vergeben. Auf der anderen Seite sind wir immer auf der Suche nach unserer Identität. 

Als Frau ist es nicht gerade leichter. Viele Frauen tarnen sich in der Männerwelt, um entweder zu überleben oder um nicht angegriffen zu werden oder um zu gefallen. Auch ich ertappe mich manchmal dabei, mit Männern zu flirten, einfach nur, damit sie mich in Ruhe lassen oder damit sie mir nichts tun – besonders dann, wenn mir Männer suspekt, narzisstisch, gefährlich, unsicher (besonders gefährlich) oder machthungrig vorkommen. 

Das Konzert morgen habe ich abgesagt. Eines der wenigen Male, wo ich eine Grenze ziehen musste, obwohl mir so etwas sehr schwer fällt, weil es einfach zu schlecht und nicht anständig bezahlt war. 

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