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Tur Blogg

24. Februar 2014

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Baltikum und Moskau

Ich liebe Geschichte, Städte, Menschen, die altertümlich und jung, umgekommen und wieder aus Asche und Ruinen auferstanden sind. Sicher sind Moskau und St. Petersburg noch interessanter. St. Petersburg soll etwa sein wie Riga oder Krakau. Beide habe ich gesehen, und doch glaube ich, dass diese Vergleiche nicht stimmen; denn Vilnius und Kaunas, die ich letztes Jahr gesehen habe, sind nicht wie Rom, wie manche sagen.

Ich klettere um sieben Uhr früh auf die Sanddüne in Nida am Haff, die ca. 60 Meter hoch ist. Der Sand war vom Regen kalt und nass, und kurze Zeit später hatte ich eiskalte Füsse. Mit meinen hellroten Lederschuhen mit Absatz aus Berlin konnte ich nicht laufen, sie würden sofort zerstört werden. Also ertrug ich 40 Minuten lang die Kälte und setzte mich ab und zu in den Sand, um meine Füsse mit den Händen zu wärmen. Ich sah einen wunderschönen Sonnenaufgang, ein einsames Fischerboot auf dem Meer und überall frische Abdrücke im Sand. Vielleicht konnten mich die Fischer von ferne sehen. Ich fragte mich, ob ich einem Bären oder einem Wolf begegnen würde, denn manche der Abdrücke konnte ich nicht deuten, sie waren groß und keine menschlichen. Was würde ich machen, wenn ich hier oben einer Gefahr begegnete? Mit kalten Füssen im nassen Sand konnte ich nicht mal rennen. Dennoch saß ich da und machte zitternd Fotos mit meinem Handy und war überwältigt von der Schönheit.

Und bald Peterhof Moskau.

07. Oktober 2013

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Ulmer Münster

Gestern in Ulm, davor in Wilhelmsdorf, Ravensburg — Bodensee, Alpen … Drachenflieger, Pferde, Motorräder … 768 Stufen über drei Etagen in den Ulmer Münster trotz Höhenangst geklettert — lebensgefährlich.
Schöne Aufzeichnungen für den Fernsehgottesdienst gemacht, SDH Wilhelmsdorf.

Klang verkohlter Bitterkeit in den Himmel. 

Degaiciai

Wenn ich Straßenschilder sehe mit Städte-Namen, wie Palanga oder Siauliai oder Ryga, dann kommt es mir vor, als sähe ich Namen von Personen, die es kennenzulernen gilt.

Bei meinen Verwandten in Degaiciai, einem kleinen Dorf in der Nähe von Telsiai, wird alles durcheinandergesprochen. Mein Onkel Clas spricht Schwedisch mit Clas Aleskas, meinem kleinen Cousin, der im September acht wird, und seine Mama, Maryte, spricht naürlich litauisch mit ihm. Und die beiden Eltern sprechen Englisch miteinander. Das heisst, dass Clas Aleksej dreisprachig aufwächst. Aber nicht nur das, Clas Aleksas spricht noch eine vierte Sprache fließend: Deutsch. Diese spricht er etwas mit Akzent, aber würde ich ihn mitnehmen nach Deutschland, er würde es sofort akzentfrei sprechen lernen. Schwedisch und Deutsch sind etwas ähnlich. Er lernt es über das deutsche Fernsehen, Kika. Er spricht sehr gerne Deutsch mit mir. Es ist manchmal schwer für mich, zu sehen, dass ein so hochbegabtes Kind in einem Dorf außerhalb der Welt lebt, von Hunden, Küken und Wiesen umgeben. Selbst innerhalb von Litauen kennen die Menschen bereits Telsiai nicht mehr. Die Schule meines kleinen Cousins sieht aus wie eine vor hundert Jahren aus einem Film.

Schweden

Vollmond hier in Västergötland, Schweden, Äspered in Älvsborg län. Es ist so still, dass man nichts hört, kein Auto, nichts. Der See Tolken und die Wälder liegen in Nebel eingehüllt, Pferde grasen. Die roten Häuser stehen fest und freundlich. Die drei roten Villen, in denen Filippa, Per, Gunilla, Ingvar, Erik und ich wohnen, grüßen sich stumm. Es war heute wieder ein langer, wunderschöner Tag. Hier ist die Welt noch in Ordnung. Die Dörfer liegen friedlich, Sundholmen, Björnhult, Sjötorp, Skogslund, Ulricehamn, Dalsjöförs, Toarpsdal — die ganze Toarpsområdet … die Namen sind so schön wie die Dörfer selbst mit weiten, hügeligen Wiesen.

Jönköping, Borås

Heute den ganzen Tag in Jönköping verbracht, der Stadt meiner schwedischen Wurzeln. Heute Abend Konzert.

Bereits in Jönköping in Småland sieht alles wieder ganz anders aus. Städte scheinen so unabhängig von ihrem Land zu sein.
Heute habe ich meine ersten schwedischen Elche gesehen — wenn ich den toten von vorgestern mal weglasse.
Bären hat es hier in Äspered früher zuhauf gegeben, auch Wölfe.
Heute Schafe mit schwarzen Gesichtern, weiße Kühe, Rehe, Fliegenpilze, Blumen und Elche.

Borås ist eine sehr schöne Stadt, etwas kleiner als Würzburg. Morgen gehen wir ins Kunstmuseum Abecita in Borås, dann Knalleland, Textilmuseum, Skulpturen-Gang. Heute war ich im Bastu bei Bo und Cyrene und schlief hinterher im Herbstsonnenschein auf der Terrasse ein. Ich spreche den ganzen Tag nur Schwedisch. Das ist das Beste. Dazu Mio, min Mio. Änglagård. Tranströmer.
Wir essen Torsk, Köttbullar, Strömming, Smörgås, hård bröd, Falukorv, trinken Lingonsaft, Blåbär-Mellanfil.