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Tourblog

20. August 2024: Schau nach innen. (Marc Aurel)

Foto: Altbayerisches Dorf Schliersee 2024

Wunderschön ist die Heilig Kreuz Dorfkapelle im Altbayerischen Dorf Schliersee und die St. Georg Kapelle auf dem Weinberg Schliersee mit der süddeutschen Joseph Krembodner Orgel (19. Jahrhundert). 

Heilig Kreuz Kapelle Markus Wasmeier Freilichtmuseum Schliersee

Krembodner Orgel St. Georg Kapelle Weinberg Schliersee

St. Bernhard Kirche Spitzingsee bei Schliersee

 

19. August 2024: In der Kirchenmusik geht es leider oft mehr um Politik als um Kunst. 

Foto: Schliersee Konzert 2024

Das Konzert hier in Schliersee war sehr schön, gut besucht, die Kirche war voll (es kamen auch einige aus München) und wurde mit Pastellfarben angestrahlt, ich hatte oben ein Mikro für Gesang und Erklärungen, es wurde gefilmt. Da ich diesmal auch Songs an der Orgel gesungen habe, war das Konzert fast 90 Minuten lang – für mich vergeht so ein Konzert wie eine Minute. (Das Publikum hatte allerdings etwas unbequeme Bänke.)

Es war oben auf der Empore recht schwül und heiß und die anstrengende Fuge kam wie immer am Schluss, da war ich schon durchgeschwitzt, aber es lief sehr gut. Ich habe CDs verkauft, danach waren wir essen im Xaver Terofal.

Die Kirchen und Orgeln des schönen Oberland Orgelfestivals kenne ich fast alle und habe fast überall schon gespielt. 

Sehr empfehlen kann ich das Markus Wasmeier Freilichtmuseum (Bauernhof-Museum). Wir haben den netten Doppel-Olympia-Sieger auch kennengelernt. Alphorn wurde gespielt (warmer Klang), Brot gebacken und heiß und frisch aus dem Ofen gegessen, es gibt eine kleine Kapelle, ein Bienenhaus, ein Wirtshaus, offenes Feuer im Haus, Tiere, schöne alte Betten, Werkstätten und alles in einer idyllischen Gegend: Berge, Wald, Kapellen, See. Und es gibt die wunderschöne Heilig Kreuz Kapelle. 

Anschließend waren wir in und am Spitzingsee, aßen in der historischen Wurzhütte Pfifferlinge und besuchen St. Bernhard (keine Orgel, aber Harmonium). In der Nähe gibt es das frisch renovierte Forsthaus Valepp, wo man gut essen kann, das u.a. Manuel Neuer gehört, der hier in der Nähe am Tegernsee wohnt.

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18. August 2024

Foto: Dirndl Schliersee 2024 (gekauft habe ich es leider nicht)

Schliersee ist ein wunderschönes Dorf – oder Markt, mit ca. 6000 EW. Letztes Mal war ich im Winter hier, der See (den man in ca. 2 Stunden per Fuß umrunden kann) war gefroren. Nun ist es Sommer, Leute baden, und ich schlafe im Hotel Terofal in einem Himmelbett – ein idyllisches, bunt bemaltes Hotel mit Maibaum und Fensterläden am Bauerntheater (Mundart) direkt in der Mitte des Ortes an der gelben Kirche, wo ich heute Abend an der schönen Mathis-Orgel Konzert spiele.

Gestern Abend waren wir auf dem Waldfest an der Seestrasse (Mini-Münchner-Wiesen). Ich finde es toll, dass auch alle jungen Menschen Tracht tragen und ihre Heimat feiern. Ich liebe die Berge und Bayern, das mittlerweile ein Urlaubsort geworden ist. Das Wasmeier Freilichtmuseum steht heute früh auf dem Programm. 

Meine Hände werden nach unten gebeamt. Wegen der GEMA kostet das Konzert keinen Eintritt. 

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15. August 2024: Man muss das Gute tun, damit es in der Welt sei. (Marie von Ebner-Eschenbach) 

Foto: Schliersee Konzert  2024

Ich freue mich auf die Konzerte in Schliersee. Da bin ich wirklich gern. 

Und auf das Konzert im Kloster Michaelstein 

Es ist sehr heiß und schwül in Würzburg, ich glaube, gestern war der heißeste Tag des Jahres. Es ist Feiertag hier in Bayern und ich höre live Bruckner, die letzte Vollendete. Dann habe ich ein schönes neues künstlerisches Projekt am Start, auf das ich mich sehr freue. ❤️🥰Gestern waren Handwerker bei mir in der neuen großen Wohnung. Einer wollte, dass ich ihm etwas auf dem Flügel vorspiele. Bach. Es kamen ihm die Tränen.

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Konzert Schliersee

Mathis Orgel St. Sixtus Kirche Schliersee

12. August 2024: Als Künstlerin bin ich allerwegsdahin. (AHS)

Foto: Gräfenroda 2024

Heute erinnere ich an Nina Hagen, die Christin wurde, und an Jean-Marie Lustiger, jüdischer Bischof (Paris), der schrieb: „Israel existiert, weil Gott dieses Volk zum Heil aller Menschen erwählt hat. Es ist das sichtbare Zeichen für das Kommen des Messias.“

Die getarnte Künstlerin

Man ist als Künstler oft in einer Schublade. Mal in der einen, mal in der anderen. Das kann sehr einengend sein. Daher tarne ich mich manchmal. So wie Gott sich manchmal tarnt. Oder zu tarnen scheint, damit wir ihn überhaupt wahrnehmen oder annehmen können. Wie konnte Jesus sonst unter sündigen Menschen leben?

Es stimmt, dass alle Künstler sich auf der einen Seite wünschen, ihre Gaben oder Aussagen öffentlich zu vergeben. Auf der anderen Seite sind wir immer auf der Suche nach unserer Identität. 

Als Frau ist es nicht gerade leichter. Viele Frauen tarnen sich in der Männerwelt, um entweder zu überleben oder um nicht angegriffen zu werden oder um zu gefallen. Auch ich ertappe mich manchmal dabei, mit Männern zu flirten, einfach nur, damit sie mich in Ruhe lassen oder damit sie mir nichts tun – besonders dann, wenn mir Männer suspekt, narzisstisch, gefährlich, unsicher (besonders gefährlich) oder machthungrig vorkommen. 

Das Konzert morgen habe ich abgesagt. Eines der wenigen Male, wo ich eine Grenze ziehen musste, obwohl mir so etwas sehr schwer fällt, weil es einfach zu schlecht und nicht anständig bezahlt war. 

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11. August 2024: Das ist die Regel alles Seins: Das Leben ist gar nicht so. Es ist ganz anders. (Tucholsky)

Das stimmt. 

Heute erinnere ich an den indischen Christen Sadhu Sundar Singh, der als Wandermönch unterwegs war und Jesus als Brückenkopf und charis (Gnade) gepredigt hat. Er erinnert mich an meine schwedische Urgroßmutter, die mit ihrem Mann ebenfalls Missionare waren.

Foto: Ann-Helena mit 14  – 1. Preisträgerin bei Jugend musiziert 

Ich freue mich auf die nächsten Konzerte. Leider muss das Friedenskonzert in Israel & Palästina wegen der Unruhen verschoben werden. 

Ich mag keine Flaschen mit Kindersicherung. Ich komme dann nämlich auch nicht ran.

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Nun ratet mal, wer auf diesem Bild ich bin 🤣:


9. August 2024: Wir bereiten uns nur eitel Qual, wenn wir etwas anderes sein wollen, als was Gott uns bereitet hat. (Tersteegen) 

Foto: Einzigartige Weise-Kellner Orgel in der evangelischen Kirche Gräfenroda, Thüringen (1736)

Rekonstruierte und historische Weise / Kellner Bach-Barock-Orgel in Gräfenroda, Thüringen, 2 M, 24 R, lebendiger Wind, wunderbarer Traversenbass 16

Als ich das erste Mal diese ungewöhnliche Orgel in Weiß und Blau mit roten Rosen sah, kamen mir die Tränen, weil sie so schön ist. Sie sticht besonders hervor, weil der Rest der Kirche eben nicht weiß und hell leuchtet wie im nahen Arnstadt, sondern in Holz verblieb aus Geldgründen, da alles Geld in die Orgel floss. Dadurch wirkt sie noch schöner. Die Menschen hier sind bis heute musikaffin. 

Selbst der Altar wurde letztendlich an die Kirche angepasst und in Holz geführt, was fast ein wenig schade ist, da er ursprünglich weiß und blau gestrichen war wie die Orgel. Oben prangt ein wichtiger Bibelvers über Jesus, unten ein wertvoller Schnitzaltar aus dem 15. Jahrhundert, auf dem auch die „Heilige Barbara“ abgebildet ist.

Das alte, wertvolle Lerchen- und Fichtenholz der Kirche knarzt und duftet. Außer die Treppe nach oben zur Orgel, die neu ist. 
Als das Schleifladen-Instrument 1736 gebaut wurde, war der Organist, Pädagoge und Komponist Johann Peter Kellner federführend. Dieser und seine Schüler haben viele Werke von Bach gesammelt und dokumentiert. Allein durch Weise wurde in Thüringen und Sachsen Bach nie vergessen. Er hatte sozusagen die erste „Bach-Gesellschaft“ gegründet. 
Ob Johann Sebastian in Gräfenroda war, ist nicht schriftlich bewiesen, ich glaube aber schon. Bach hatte sicher diese schöne Orgel gesehen. 

Ausgerechnet J.S. Bach selbst hatte nie eine eigene schöne Orgel, auch in Leipzig nicht. 

Das Besondere an dieser seltenen Orgel ist unter anderem (neben dem schönen Cymbelstern und Glockenspiel) der Traversenbass 16 – ein aussergewöhnlich zeichnender Bass im Pedal, der „Ballontöne“ erzeugt – also Klänge, die tief und beinahe rauchig beginnen und hell und zart enden, fast ins Decrescendo übergehend. (Kein Vergleich zu den etwas muffeligen Subbass-Klängen an den meisten Orgeln (den man übrigens nie allein ziehen sollte)). Mit so einem zeichnenden Bass muss man nicht ständig eine Pedalkoppel ziehen, wie manche an der Orgeln machen. 

Weich-trockene Akustik. Die Orgel ist das Prunkstück der Kirche.
Der Tremulant ist zart und keineswegs aufdringlich und für beide Manuale gedacht, allerdings nicht mit Zungen zusammen, die sich sofort „verstimmen“.

Einige Register „täuschen“ ein drittes Manual vor, indem sie zwei Register in einem sind und über einen Extra-Knopf erweitert und eingerastet werden können, so zum Beispiel das Sesquialtera hin zur fülligeren Mixtur. Leider gibt es keine 4-Fuß-Flöte im HW, die ich für Mozart gesucht habe. Aber man kann nicht alles haben. Dafür gibt es die schönen 8-Füße.

Die wundervoll rekonstruierte Orgel spricht in dieser samtig-trockenen Akustik wundervoll: Sie zeichnet vokal, mal warm, mal rauchig wie mit Kohle in den Raum. Sie ist nicht schwergängig, auch nicht mit Manualkoppel.

Es ist falsch zu sagen, es seien nur 11 Prozent der Orgel original oder es sei eine Orgel von 2005. Für mich ist sie nicht nur eine rekonstruierte, sondern vor allem eine historische und sehr geschichtsträchtige Orgel. Hier waren viele Persönlichkeiten auf Kursen und zum Üben seit 1736! 

Weise Kellner Bach Barock Orgel St. Laurentius Gräfenroda

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Dies bin ich mit 14: 

6. August 2024: Es ist fast unmöglich, die Fackel der Wahrheit durch ein Gedränge zu tragen, ohne den Männern den Bart zu sengen. (Lichtenberg)

Foto: Clewing Orgel Hünhan bei Fulda 

Ich gebe zu, ich habe das Zitat von Lichtenberg noch etwas erweitert, um seine Worte noch wahrer zu machen. Bart ist ja immer-hin in.

(„Und was sich reimt, ist gut…“)

Was mich wundert ist, dass es so viele Bücher über Andacht, Demut und Meditation von männlichen Autoren gibt, die Zitate fast ausschließlich von Männern verwenden (Wüstenväter und Mönche, Priester etc.) – als ob es nicht klar ist, dass Frauen in Sachen Hingabe, Andacht, Demut und Meditation den meisten Männern überlegen sind.

Ich bin wieder daheim angekommen, nachdem wir auch an der wundervollen Clewing Orgel im kleinen Hünhan waren, und entzücke mich am Flügel. Hier braucht man eine hörende Hand für Beethoven, viele verschiedene Anschlagsarten, Klangeinteilung, Raum im Kopf gegen Automatismus, und leichtes, federndes Pedal ala Kolibri. 

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5. August 2024

Foto: Konzert Hoffenheim

Heute erinnere ich an die Dichterin und Mystikerin Mechthild von Magdeburg.

Das Konzert gestern war sehr schön, es war trotz zeitgleicher „Konkurrenz“-Veranstaltungen (u.a. Orgelkonzert im Dom Fulda) gut besucht mit über 120 Personen, Zugabe und Standing Ovations. Ich wurde sehr lieb vom tollen Klosterorganisten vorgestellt. Es waren auch Fans von mir da, die mich von Klavierabenden kennen und nach oben zur Orgel winkten. Es kamen auch die Patres, auch die ganz alten Mönche und der Superior, was eine Ehre und selten ist. Ich mochte gern die Gottesdienste mit Pater Norbert.

Die Clewing Orgel steht auf der Nordseite, was selten ist. Die Klosterkirche ist nicht geostet. Das Kegelladeninstrument ist ein Ohrenschmaus.

Nach dem Konzert waren wir mit 7 Leuten beim Italiener essen. Hünfeld ist ein wunderhübsches Städtchen.

Gottfried Ritter wurde noch nie in dieser Orgelreihe gespielt, was mich gefreut hat. Auch wurden noch nie so viele CDs verkauft nach dem Konzert, sagte man mir. Meine Komposition kam gut an.
Ich bin glücklich, dass meine Flötenuhren (teilweise Transkriptionen by me), also leise und zarte Klänge an der Orgel, sehr gemocht werden. Zum Konzert mit einer Frau an der Orgel kommt ein anderes Publikum, das sonst nie in die Kirche kommt, wie mir Veranstalter bestätigt haben.

Ich bin die zweite Nacht im Kloster, im Zimmer Hl. Rosa von Lima (1586).

Da die mechanische Kegellade damals nicht geliebt wurde wegen ihrer Schwergängigkeit (die heute wieder geschätzte mechanische Schleiflade war damals total out), und Clewing sich weigerte, Pneumatik zu bauen, wurden seine Orgeln leider stark kritisiert, was ihm viel Leid bescherte und wohl zu seinem frühen Tod führte. Wenn Clewing gewusst hätte, dass Pneumatik keine 100 Jahre durchhielt und er mit Mechanik „recht“ behielt – dann hätte er erkannt, dass er kein Versager, sondern seiner Zeit voraus war.

Ich persönliche liebe Kegellade (weicher Klang, weiche Ansprache) und mag auch Schwergängigkeit aufgrund meinen virtuosen Pianistinnen-Technik. Doch bereits 6 Jahre nach Clewings Neubau hat Alban Späth die Orgel 1909 pneumatisiert, um dem Zeitgeist zu gefallen und die Schwergängigkeit für die schlechten Organisten abzumildern. Da die Mechanik dann rausgenommen wurde, gab es viel mehr Platz, und Späth baute auch neue Pfeifen ein, also erweiterte das Instrument.

Doch die romantische Orgel musste noch viel mehr geduldig über sich ergehen lassen im Zahn der Zeit: 1954 kam Führer aus Wilhelmshaven und barockisierte die Orgel  (Zeitgeist), dann 1972 kam Kreienbrink, der Nachfolger Alban Späths sozusagen, und elektrifizierte die Orgel gar, der auch nichts erspart blieb.

Erst um 2013 wurde die Klosterorgel ungefähr auf den Zustand von 1909 zurückgeführt durch Jehmlich; die letzen 5 cm sind noch pneumatisch, Kegelladen blieben natürlich, statt 3. Manual die etwas anfällige Setzeranlage.

Die Klangeffekte Glockenspiel und Zimbelstern im Schwellwerk, der Tremulant im HW und im SW und der Kuckuck im Spieltisch gefallen mir sehr. Alles habe ich im Konzert genutzt.

Über die elektronische Koppelanlage wurden drei Oktavkoppeln ergänzt für mehr Klangfülle.
Natürlich ist es schön, eine bombastische oder moderne Setzeranlage zu haben; jedoch gibt es hier nun keine Ersatzteile mehr, Laukhuff ist insolvent, und bereits 2019 bewirkte die Setzeranlage vorübergehende Totalausfälle der Orgel. Es wurde repariert, jedoch weiß man nicht, was in der Zukunft passiert in der Funktionssicherheit.

Die Orgel braucht keine Setzeranlage, finde ich. Lieber ein 3. Manual ❤️ Denn die Orgel wurde in der Disposition in Teilbereichen ja zurückgeführt.

Clewing Späth Orgel St. Bonifatiuskloster Hünfeld bei Fulda

Clewing Orgel St. Andreas Kirche Hünhan bei Fulda

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