7. April 2026: Den gewohnten Hörkosmos exquisit verlassen.
Foto: Abbey Marienfeld Barockorgel 2026: Zungen Zimbel Zungen
Mein Konzert an der Klosterorgel heute in Marienfeld in der St. Marien Kirche von 1222 war sehr gut besucht. Es gab an der Kasse eine Schlange. Die Presse war auch da, die Neue Westfälische, die Fotos von mir an der Orgel machten. Ich habe zwei eigene Kompositionen gespielt.
Ich wünschte zu wissen, wie die originale Johann Patroclus Möller Orgel von 1751 geklungen hat. Die blau-grüne große Möller Kreienbrink Orgel hier in Ostwestfalen am Rande des Münsterlands im reichen Harsewinkel besitzt eine offene Tür im “Parterre”-Prospekt hoch zum Spieltisch, eine Ostertür unten, ein leuchtendes rotes Kreuz an Ostern im Gehäuse, 2 Zimbelsterne: einen langsamen (zart stöhnenden) und einen schnellen flirrenden Zimbelstern.
Zudem 2 Tremulante, Zungen, Flöten. Kein Schweller, keine Setzeranlage ❤️ Wenn es keinen Schweller gibt, gestalte ich durch die Registrierung einen Schweller. Und es ist mir auch diesmal gut gelungen. Menschen dachten, es gäbe einen Schweller.
Die Register für das dritte Manual befinden sich über dem Kopf. Dieses dritte Manual ist sehr laut am Spieltisch; man muss als Konzertkünstlerin immer auch unten sein, sich sozusagen durchschneiden, um auch unten zu hören gleichzeitig.
Ich verbinde sehr gern Spaltklänge und gestalte ungewöhnliche Sounds und verwende alles, was an Farben da ist, jeder Klang und jedes Register wird gefeiert. Die Manualtasten sind etwas ungleichmässig, das Pedal recht eng; mit Holz-Wölbungen an den Seiten, die man für weitere Tasten halten könnte.
Die große majestätische Orgel der Klosterkirche des ehemaligen Zisterzienserklosters ist leider keine historische Orgel mehr, sondern es ist nur das historische wunderbare Gehäuse von Johann Patroclus Möller.
Es ist der größte und schönste Barockprospekt Westfalens.
Diese Orgel ist leider keine Restaurierung, sondern ein Kreienbrink-Neubau mit einigen erhaltenen alten Pfeifen. Das ist natürlich ein Schock.
Diese riesige beeindruckende ebenerdige Parterre-Orgel ist nicht restauriert worden, sondern wurde ein Schleifladen-Neubau. Dabei wären u.a. Ahrend, Wegscheider, Scheffler … sehr gute Orgelbau-Firmen für eine Rekonstruktion und Sanierung gewesen.
Kreienbrink hatte hier leider wenig Erfahrung gehabt. Doch man einigte sich 1999 in den Diskussionen leider nicht und stritt. Das lag an mehreren Faktoren.
Es gab um 1999 herum männerdominierte Symposien, um über die Zukunft der Möller-Orgel zu entscheiden. Jedoch hatte man unterschiedliche Vorstellungen, auch finanziell, und es gab wohl keine verlässliche Möller-Disposition. Es entschied dann die Partei, die aus dieser Gegend stammt, und man entschied sich für Kreienbrink, was etwas schade ist, da das barocke geniale Instrument nun eine etwas vage neobarocke unspezifische Version wurde. Dennoch immer noch wunderschön. Allein durch die brillante singende Akustik.
Nun ist ja viel Zeit vergangen. Vielleicht kann man ja nun neu ein Symposium starten, für eine Rekonstruktion?
Die spätromanische Abteikirche des alten Zisterzienserklosters ist ein wertvolles Baudenkmal in Westfalen.
Die Kirche aus dem Jahr 1222 mit den später ergänzten Seitenschiffen ist innen reich verziert.
Mein Hotel ist sehr schön. Im Gästebuch der Orgel-Künstler bin ich – wie so oft – die einzige Frau:
Neue CD 2026 BACH BERÜHREN:
https://www.ann-helena.de/orgelinformation
https://www.ann-helena.de/shop
https://magazin.klassik.com/records/teaser.cfm?RECID=41534

