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Steinmeyer Orgel Darmstadt Kirche St. Johannes

Steinmeyer Orgel Johanneskirche Darmstadt

ev. Johanneskirche

Orgelbauer:

Georg Friedrich Steinmeyer (Oettingen, Bayern)

Baujahr:

1952 op. 1831 / 2028

Datum des Erstbesuchs:

Mai 2026 Pfingsten

Disposition und Spielhilfen

Große symphonische historische Steinmeyer Orgel ev. Johanneskirche Darmstadt, 3 M, 45 R, Denkmal-Orgel, elektropneumatische Taschenladen, Walze, Schweller, großes Rückpositiv

Das mächtige, wellenförmige Nacktpfeifen-Instrument steht auf der breiten Westempore in der hellen großen, neugotischen Kirche. Die Windanlage befindet sich im Kirchturm.

Im 61 Meter hohen Glockenturm der Johanneskirche hängt ein vierstimmiges Geläut. Es ist meine 40. Steinmeyer-Orgel. Die Akustik ist angenehm brillant und glitzernd, nicht zu stark.

Die „Universal-Orgel“ hat über 2800 Pfeifen. Da sie pneumatisch ist, kommt der Klang manchmal leicht verspätet; auch im Pedal. Die Walze gefällt mir sehr gut. Wenn man sie ohne Koppeln bedient, arbeitet sie lückenlos ohne Brüche. Der alte Spieltisch ist voller Knöpfe, Nadeln, Pistons und Spielhilfen. Ich mag diese Art Spieltische, sie sehen so kreativ chaotisch, verzaubert unübersichtlich und leicht verrückt aus. Wie der Schreibtisch eines Dschungelprofessors.

Der Spieltisch ist eckig mit Blick auf Pfeifen und Altar.

Plakat Darmstadt

I Rückpositiv C–g3


Lieblich Gedackt 8′
Prinzipal 4′
Gemshorn 4′
Waldflöte 2′
Superquinte 113
Sifflöte 1′
Cymbel 12
Krummhorn 8′
Tremulant

II Hauptwerk C–g3


Quintadena 16′ *
Prinzipal 8′
Koppelflöte 8′
Salizional 8′
Holzgedackt 8′
Oktav 4′
Rohrflöte 4′
Quinte 223
Oktav 2′
Mixtur 113
Trompete 8

III Schwellwerk C–g3


Bordun 16′
Prinzipal 8′
Grobgedackt 8′
Spitzflöte 8′
Oktav 4′
Blockflöte 4′
Schwiegel 2′
Nasat 223
Terz 135
Scharff 1′
Dulcian 16′
Franz Trompete 8′
Clairon 4′
Tremulant

Pedal C–f1


Prinzipalbaß 16′
Subbaß 16′
Bourdonbaß (Tr. III) 16′
Quintbaß 1023
Oktavbaß 8′
Gedacktbaß (Tr. III) 8′ *
Choralbaß 4′
Flötbaß (Tr. III) 4′
Rauschpfeife 223
Nachthorn 2′
Posaunenbaß 16′
Dulcian (Tr. III) 16′
Franz Trompete (Tr. III) 8′
Clairon (Tr. III)

  • Koppeln: III/II, I/II, III/I III/P, II/P, I/P
  • Spielhilfen: Zwei freie Kombinationen, Walze, Tutti, Zungenabsteller

Klang und Akustik

Mein Konzert gestern hier in Darmstadt war sehr schön. Ich habe alles autark gemacht, geblättert, registriert, manuell. Die Setzeranlage kommt 2028, da die Orgel bald von Orgelbau Fleiter saniert, erweitert und mit einem neuen Spieltisch versehen wird, evtl. auch unten mit einem mobilen. Ich freue mich, noch auf dem alten, rechts freistehenden weißen Denkmal-Cockpit-Spieltisch konzertiert zu haben.

Die nackten großen Pfeifen sind so schwer auf dem roten Sockel, dass sich dieser beinahe neigt und biegt.

Besonders gefallen mir die beiden Tremulanten, einer im SW oben und einer im Rückpositiv unten, der einem Kino-Synthesizer-Tremulant gleicht, da sehr schnell. Der im SW ist sehr langsam und zart. Jemand fragte mich nach dem Konzert, ob ich einen Synthesizer zusätzlich benutzt hätte, denn vor allem mit dem Krummhorn klingt der Tremulant wundervoll heftig.

Genial ist auch die Trompete, die ich solo zu Pfingsten in Scheidemanns „Komm, Heiliger Geist“ verwendet habe. Manche dachten, ich hätte einen realen Trompeter dabei. Der Choral klingt wunderbar nach Renaissance.

Alle Zungen waren top gestimmt von Ben und seinem Vater. Das Pedal ist intensiv bestückt. Ich ging richtig auf in der Fuge BWV 542. Mit dieser Orgel macht es Spaß, alles richtig aufzubrezeln. Allerdings schätze ich auch hier die zarten Flötenuhr-Klänge. Überall gab es singende, grazile und filigrane 4- und 8-Füße.

Die Orgel hat sowohl romantische (französische) als auch neobarocke Orgelbewegung-Facetten. Das ist schön bei Steinmeyer-Orgeln. Man weiß, was man bekommt. Sie haben einen stabilen Typus.

Die Bank stand auf Holzbrettern; was ich spät „registrierte“; beim Versuch, diese zu verschieben, stand die Bank kurzzeitig schief, während ich spielte. Ich hatte den Eindruck, das Pedal schien dadurch schief.

Ich wurde mit einem Beamer nach unten gebeamt. Vorher waren wir lecker beim Italiener, ich bekam danach Wein und Erdbeeren. Nun bin ich unterwegs zum nächsten Konzert in Olpe.

Persönliche Note

Ich habe schon viele Steinmeyer Orgeln gespielt, aber diese hat mir mit am besten gefallen.


3 Antworten auf “Steinmeyer Orgel Johanneskirche Darmstadt”

  1. Jaroslaw Marner

    Danke für das tolle Konzert! Sie überzeugt mit Frische und Humor.
    Kontrast schaffte die Interpretin und Komponistin mit ihren eigenem Werk, was das Konzert zu einem sehr gelungenen und schönen Erlebnis machte.

  2. Subbass4

    Das ist ja ein Koffer von Orgel! Ich wünsche dir ein gesegnetes Pfingstfest. Bleibe behütet!

  3. Die Idee mit der Übertragung deines Spiels fand ich sehr schön und persönlich.

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