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31. Januar 2026: Sehr hübsch ist, dass es von Tremulanten nur so wimmelt. Ich bin ja ein Tremulant-Fan. Nur die spanische Bombarde besitzt keinen, was ihr vergönnt sein mag

Foto: Pedal Georg Westenfelder Orgel 1995, Kathedrale Notre Dame Luxembourg (Mariendom von 1621) 2026

Ich bin in Luxemburg angekommen. Auf Luxemburgisch, was eine echte Sprache ist, heißt Luxemburg Lëtzebuerg. Luxemburgisch ist eine Mischung aus niederländisch, französisch und flämisch. Leider ist die schöne Stadt mit den hohen historischen Villen und Bauten von Ausländern aus sämtlichen Richtungen zu fast 80 (!) Prozent eingenommen worden, so dass man das schöne Luxembourgisch kaum hört und selten echte Luxemburgerinnen antrifft!
Nachts übte ich im Dom:

Große Westenfelder Orgel Kathedrale „Unserer Lieben Frau“ in Luxembourg (Lëtzebuerg), 60 R, 4 M, Setzeranlage

Das mechanische Schleifladen-Instrument in Stadt und Land Luxembourg besitzt ein wunderschönes spanisches Werk und ein beeindruckendes Rückpositiv. Die spanischen Trompeten sind ein Ohrenschmaus. Sehr mag ich auch das Fagott im RP, das Cromorne und das Trichterregal. Die Orgel steht hinten auf der tiefen Westempore.

Man sitzt wie in Alkmaar wie hinter einem Schrank und wird weder gesehen noch dass man etwas sieht. Um zur Orgel zu gelangen, muss man ein Labyrinth durchlaufen, dessen System ich nicht ganz verstanden habe. Jedenfalls sind es 7 Türen, die man hinter sich wieder absperren muss.

Sehr hübsch ist, dass es von Tremulanten nur so wimmelt. Ich bin ja ein Tremulant-Fan. Nur die spanische Bombarde besitzt keinen, was ihr vergönnt sein mag. Und es wimmelt von Zungen und 16-Füßen. Es ist eine warmklangliche, süffige, französisch-spanisch angehauchte klassisch-romantische Orgel und das Gegenteil von neobarock.

Zudem das grundtönige HW mit tollen Zungen.

Luxemburg gehört zu den sechs Gründungsmitgliedern der EU und ist eines der kleinsten EU-Länder. Die Stadt Luxemburg ist neben Brüssel und Straßburg einer der drei offiziellen Sitze der EU-Institutionen!

Die große Kathedrale liegt im Herzen der Stadt am Rande der Oberstadt und war ursprünglich eine Jesuitenkirche. Sie ist angenehm bescheiden im Vergleich zur Pariser Kathedrale und besitzt eine bemerkenswerte Krypta.

Es gibt zudem vorne noch eine 1938 erbaute symphonische Orgel von Georg Haupt mit 106 Registern, die größte in Luxemburg. Diese wurde 2020 restauriert und wird Hauptorgel genannt. Ich spielte beide Orgeln.

Das Land Luxemburg besitzt ca. 700.000 EW und die Stadt ca. 130.000 EW – also die Größe Würzburgs.

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30. Januar 2026: Ist Gott ein Mann?

Manche würden vermutlich Ja sagen, weil Jesus ein Mann war.

Heute erinnere ich an Julia Wegat, Performance-Künstlerin. Und an Waschti, die völlig verkannte Königin der Bibel.

Heute haben wir das Thema Können-Kunst. Es ist natürlich richtig, dass Kunst auch von Können kommt. Eine Profi-Musikerin hat mind. 20.000 Stunden geübt, wenn sie ihr Diplom bekommt. Hat sie zwei Instrumente professionell studiert bis Konzertexamen, sind es 30.000 – 40.000 Stunden.

Aber Kunst ist nicht nur Können. Sonst wäre ja jeder Könner ein Künstler. Und dem ist nicht so, wie wir wissen. Also, diesem Phänomen versuchen wir auf die Spur zu kommen.

Zuvor: Nun gibt es Leute, die diese vielen Stunden Arbeit am Instrument honorieren und erkennen. Aber leider gibt es in der „Orgelszene“ und in der Welt auch Laien, Leute und Kollegen, die kaum 50 oder 100 Stunden Übezeiten an einem Instrument vorweisen können, geschweige denn 40.000 Stunden (knapp 5 Jahre wären das am Stück) und dennoch nicht die Arbeit von Profis und Künstlern anerkennen und honorieren. Es gehört Bildung dazu, um Kunst, Talent und künstlerische Arbeit neidlos anzuerkennen und zu erkennen. An dieser Bildung fehlt es in der Kirchenmusik. Und in der Welt.

Ich hatte schon über 10.000 Stunden am Klavier gearbeitet, bevor ich als Jugendliche überhaupt die Hochschule als Jungstudierende betrat. Das ist für viele in der sogenannten Orgelszene bis zum Lebensende insgesamt komplett out of reach. Wenn sie sich dennoch aufplustern, kann man nur sagen: Jesus, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun.

Dennoch: Der Unterschied zwischen Können-Kunst und Kunst in dem Sinne, wie ich es meine, was über Können geht, ist die Connection zum Herzen und zum Himmel in der Musik, zu berühren und zu verändern. Wahre Kunst verbindet Gräben zwischen Kontinenten und kann (spirituelle) Erdbeben auslösen. Können-Kunst kann das nicht, da diese nicht diese höhere Dimension erreicht hat, um die es letztendlich aber geht.

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29. Januar 2026: Die Kunst ist in ihrer Sinnlichkeit strenger als die Moral. (Ellen Key)

Heute erinnere ich an Marie de Vichy-Chamrond, französische Salonnière, was eine historische Gastgeberin und Organisatorin eines literarischen, politischen, künstlerischen Salons ist. Solche gibt es auch heute noch in Berlin und Leipzig, wo ich auch schon gelesen und gespielt habe.

Und an die schwedische Schriftstellerin Ellen Key, 1849.

Ich finde auch, dass Kunst und Moral, oder besser, Kunst und Wahrheit eng zusammengehen. Moral und Wahrheit gehen Hand in Hand, ich würde sogar soweit gehen, dass Unmoralisches im Sinne von Unmoral als Wahrheit darstellen schon nicht mehr Kunst sein kann, jedenfalls nicht, wenn es nicht im Sinne von Satire oder gewollte Provokation oder als Hilfeschrei gedacht ist. Ich weiß, es gibt hier viele Grauzonen. Denn es ist manchmal nicht klar, ob es eine Provokation oder ein Hilfeschrei oder Dämonisches ist. Und Dämonisches kann schön, verlockend und süß wirken. Hilfeschreie sind für mich Kunst, wenn man verzweifelt und künstlerisch nach der Wahrheit sucht. Aber viele suchen keine Wahrheit. Sie glauben nicht mal an eine oder dass es eine gibt.

Schwieriger ist es, wenn Unwissenheit und Unwahrheit in Kunst getaucht sind. Denn Kunst drängt immer nach Wahrheit, immer nach Verantwortung.

Nehmen wir ein Beispiel: Das Lied „Send me an Angel“ von den Scorpions: Es ist ein sehr schönes Lied, aber der Text ist fern von der Wahrheit, denn weder wir selbst noch irgendwelche Engel können uns in der letzten Etappe retten, wenn wir sterben und in die Ewigkeit gehen. Echte und tiefe Kunst hat für mich mit der Erkenntnis der Wahrheit zu tun, so wie bei J.S. Bach. Kunst wird von der Wahrheit geprägt.

Man würde ja auch keine Mathematik als höchste Kunst bezeichnen, die falsch beschreibt oder zu falschen Ergebnissen und Schlüssen kommt.

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28. Januar 2026: Nicht das Gesicht rümpfen.

Was also ist Kunst? Kunst ist der erste wirkliche und der letzte wahre Ausdruck eines Menschen, wenn er das, was in ihm ist, ausdrückt, weil er nicht mehr anders kann. Und bei manchen Menschen ist sogar all das dazwischen Kunst. Es ist also kein Fach, keine Therapie und sogar viel viel mehr als Können.

Können-Kunst ist vielleicht der erste Ausdruck. Aber der letzte wahre Ausdruck ist mehr, ist über Können, hier hat Kunst eine neue Dimension erreicht. Es ist Kunst, die direkt aus dem Blut des Herzens entspringt, aus dem Charakter, den mensch hat, aus der Lebens-Vene. Aber das heißt nicht, dass man für Kunst nicht sehr viel können muss.

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27. Januar 2026: Man könnte auch fragen: Was ist ein Künstler? Was ist eine Künstlerin?

Heute erinnere ich an Barbara Hess, Kunsthistorikerin.

Ich glaube, das denken einige: Dass man Kunst wie ein Fach betreiben kann. Weil man innerlich spürt, dass Kunst einen Menschen veredelt, erhebt, läutert, erweitert, sehend und neu macht. Doch Kunst ist eben kein Fach. Auch Kunstmusik nicht. So frage ich euch: Was ist Kunst?

Hier in Würzburg hat es sehr geschneit. Ich habe schon lange nicht mehr so viel wundervollen dicken Neuschnee hier gesehen. Ich bin mutig Drop im Schneckentempo gefahren, der wie ein wandelnder Schneeberg durch die Stadt schneckte und in jeder Schneewehe erst mal hängen blieb.

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26. Januar 2026: Denn Kunst ist durchblutetes Können. (Irene Marinoff)

Heute erinnere ich an die Künstlerin Ulrike Grossarth.

Im Grunde wird die Rolle des Leidens und Todes von der Evolution anders beantwortet oder erklärt als von der Theologie, indem die Evolution sich als neutral und biologische Mechanismen und natürliche Selektion erklärt und von Sünde und Gott nichts weiß. Wieder andere nennen die Evolution die Schöpfungsmethode Gottes, also dass Evolution von Gott bewusst erschaffen wurde. Evolution an und in sich und im Kern scheint jedoch nicht wirklich mit Gottes Schöpfungsmethode viel zu tun zu haben.

Denn: Das Gleichgewicht in Welt, Weltall und Universum muss von einem weisen, liebevollen Künstler, der uns den Verstand gegeben (und auch wieder geraubt) hat, hergestellt und geordnet sein. Dass nicht der Mond auf die Erde stürzt, dass Samen und Tiere im Winter schlafen und im Frühjahr wieder aufwachen, blühen und leben, dass wir im Schlaf atmen und unser Herz schlägt, dass 200 Stare im Sturzflug nicht zusammenstoßen, aber 20 Autofahrer an einer Engstelle Probleme haben, dass wir uns erinnern, was vor 30 Jahren war, obwohl die Zellen unseres Gehirns und Körpers nur eine Lebensdauer von 7 Jahren haben … all das reicht nicht aus, um einige viele Menschen zum Staunen zu bringen?

Kann man denn 25 Euro bezahlen, indem man einen 50-Euro-Schein in zwei Teile reißt? Nein. Jedoch nur von der einen Hälfte spricht heute die Kirche, von Liebe und Vergebung, aber nicht von der anderen (unangenehmen) Hälfte, von Buße und Umkehr von der Sünde. Wozu aber Versöhnung und Befreiung, wenn es keine Sünde gibt? So ist Sünde heute Alltags-Standard geworden in unserer Gesellschaft, deren Teil die Kirche ist. Und was ist die Sünde? Gott nicht zu lieben und nicht zu gehorchen.

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25. Januar 2026: Wenn die Männer Unrecht tun, geschieht es aus Härte, bei den Frauen geschieht es aus Schwäche. (Germaine de Staël)

Heute erinnere ich an die wunderbare jüdisch-katholische Schriftstellerin Irene Marinoff, 1901, viel zu unbekannt. (Wenn sie ein Mann wäre, würde sie im Internet 1000 x zu finden sein und von anderen Männern schwer salutiert. Viele Männern salutieren andere Männer in einer Art und Weise, die mich an schreiende Esel erinnert (ich mag Esel übrigens sehr gern, nichts gegen Esel).)

Der Biograph Andreas Mäckler hat ein Buch herausgegeben zu: Was ist Kunst? Man kann es wahrscheinlich kaum glauben – oder habt ihr es euch schon gedacht? – der gute Herausgeber zitiert rauf und runter fast ausschließlich Männer. Zugegeben, es ist ein altes Buch, von 2000. Aber eigentlich sollte das Buch heißen: Was ist Testosteron? Solche Bücher fangen das alles auf: Phallozän, Patriarchat, die in Mann getauchte Sprache, das in Mann getauchte Denken. An sich ist nichts dagegen zu sagen, wenn es nicht die Frau gäbe. Ist es nicht extrem langweilig und dumm, alles nur in Mann zu sehen? Wo es doch was ganz anderes, was ganz Wundervolles noch dazu gibt? Direkt nebendran?

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24. Januar 2026: Gott ist gegenwärtig und verborgen.

Foto: Orgel Burghaun Fulda Kirche 2026

Ich freue mich auf die nächsten Konzerte.

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23. Januar 2026

Foto: Organistin Burghaun Fulda Kirche 2026

Heute erinnere ich an Kirsten Steward, die Frauen als wandelnde Geheimnisse bezeichnet, die andauernd Übergriffigkeiten ausgesetzt sind.

Im Buch Phallozän von Gertraud Klemm nimmt sie Bezug auf den realen Begriff Anthropozän – vermutlich auch für viele eher unbekannt. Anthropozän bedeutet laut KI ein „neues geologisches Erdzeitalter, das die tiefgreifende und dominante Wirkung des Menschen auf die Erde beschreibt, gekennzeichnet durch globale Veränderungen in Klima, Umwelt und Ökosystemen, die über natürliche Prozesse hinausgehen“ – kurz gesagt, unsere Zeit. Ich würde diese Zeit nicht als Erdzeitalter, sondern als Endzeitalter betiteln.

Getraud Klemm stört sich an „des Menschen“. Sie schreibt, dass es Männer sind, die unsere Erde zerstören, nicht pauschal „der Mensch“. Daher nennt sie Anthopozän Phallozän. Denn welche Art Mensch ist verantwortlich? Es geht also um die Rettung unserer Erde. Um die Rettung des Menschen. Sie schlägt vor, damit wir vielleicht noch herauskommen aus der dauerhaften globalen Krise, in die uns Männer gestürzt haben, indem die männliche Hälfte des Erdballs die weibliche Hälfte in vieler Hinsicht systematisch unterdrückt, sich zu überlegen, ein Matriarchat anzustreben, das nicht nur ein Mythos, sondern eine echte Chance ist.

Was sind Matriarchate? Ich stimme mit ihr darüber überein, dass das Patriarchat unglaublich viel zerstört hat. Aber ich weiß, dass es neben bösen Männern durchaus auch böse Frauen gibt, die herrschen und kontrollieren (wollen), die ich genauso wenig an der Macht haben möchte. Ich wünsche mir, dass Frauen zusammenhalten, anstatt gegeneinander zu arbeiten oder sofort aus dem Häuschen zu geraten, wenn irgendwo ein (gutaussehender) Mann auftaucht, dem sie gefallen wollen. Ich glaube, nur die Heilung und Heiligung durch Gott macht Menschen fähig, zu leiten – also nicht zu herrschen, sondern zu leiten, zu fördern, zu sorgen. Ich stimme jedoch nicht mit den unchristlichen, heidnischen oder einseitigen Vorstellungen von Klemm überein. Außerdem vergisst sie ganz entscheidend wichtige Punkte: Phallozäne werden an wichtigen Stellen von Frauen unterstützt, die das Spiel mitspielen.

Jeder von uns hat vermutlich schon solche Phallozäne erlebt: den Würgegriff des Patriarchats, mehr oder weniger ausgeprägt. Jeder von uns geht anders damit um. Die meisten versuchen, darin zu überleben. Sich irgendwie damit zu arrangieren. Ich habe diesen Würgegriff in manchen Kirchen und Hochschulen erlebt. Die „verzwergte Männlichkeit“, wie sie Klemm nennt, die so viel auf dem Gewissen hat, Rudelführer, die alles bestimmen wollen und Frauen klein halten. Vermutlich haben schon die Mütter ihre Söhne zu erzogen, dass sie etwas besseres sind.

Ich habe das berufliche Phallozän erlebt an der HfMDK Frankfurt, an der HfK Heidelberg, bei Männern wie Carsten Wiebusch, Stefan Viegellahn oder Jörg Breiding. Oft hat das Phallozän sehr nette oder konservative Gesichter, ganz gewöhnliche Patriarchaten, die Frauen „begabt“ nennen. Aber eben nur das, keinen Schritt weiter. Sie sollen in untergeordneten Nebenrollen bleiben. An Männern wie Georg Enderwitz, die scheinbar alles dafür tun, dass sie keine weibliche Konkurrenz bekommen. An Männern wie Hermann Beyer, der sich als „eng verbunden mit der Musikhochschule Würzburg“ bezeichnet, der hintenrum Frauen boykottiert. Kurz gesagt, Männer, die sehr skeptisch sind, wenn eine Frau außergewöhnlich, anders, nicht berechenbar ist und die es wagt, ihr System in Frage zu stellen. Phallozän steht für mich für Männer, die Frauen hindern, unterdrücken und boykottieren. Und wer auch nur eine Frau hindert, unterdrückt und boykottiert, der ist fähig, dies bei allen zu machen, die ihnen nicht passen oder die nicht gehorchen.

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22. Januar 2026

Foto: Organistin Burghaun Fulda Kirche 2026

Liturgik und Musik sind nicht immer grün miteinander. Woran liegt das? Warum widersprechen sich beide sogar manchmal? Ich habe Priester und Pfarrer in verschiedenen Denominationen und Glaubensstilen sagen hören, dass „sich die Musiker nicht selbst darstellen sollen“. Gleichzeitig habe ich erlebt, dass sich Priester, Pfarrer und Prediger massiv selbst dargestellt haben.

Ich habe erlebt, dass sie weniger Musik wollten, weil es angeblich keine Zeit oder kein Geld gab, aber es gab stets genug Zeit und Geld, dass Prediger, Pfarrer und Priester ihre (politischen) Meinungen, Geschichten und Witze (aus ihrer Kindheit) und anderes unheiliges Geplapper während Predigt und in Abkündigungen von sich geben.

Gute oder virtuose oder gut präsentierte oder gut geübte und wunderschöne Musik ist keine Selbstdarstellung. Erst recht nicht von Profimusikerinnen und Profimusikern. Es ist heilig.

Es ist eher der Neid oder die Sorge mancher Geistlicher, dass ein Teil ihrer eigenen Selbstdarstellung durch Musik eingeschränkt wird. Dies drückt sich dann so aus, dass Regeln und „liturgische“ Regeln aufgestellt werden. Regeln die Kunstmusik einschränken und begrenzen sollen. Es ist also nicht die Schuld von Liturgik. Denn es müsste hier kein Problem geben. Es ist wie immer ein menschengemachtes Problem. Oder besser, ein oft männergemachtes Problem.

Musik ist immer mächtiger als Geschwätz.
Natürlich kann aber auch Musik Geschwätz sein.

Ich bin froh und dankbar, dass es aber noch Kirchgemeinden gibt, in denen Musik und Kunst gewollt, genährt, gepflegt und gewünscht sind. Dies zeigt sich an der Auswahl der Lieder und Instrumente, an Budget und Möglichkeiten, an Freiheit und am Umgang mit „absoluter Musik“ und Literatur. Und natürlich an Bildung und gesittetem, höflichen Verhalten. Das Rumgeschwätz beim Schlussstück im Gottesdienst in manchen Kirchen ist eine Unsitte, die ich nicht ertragen würde auf Dauer. Aber der Fisch stinkt vom Kopf her.

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