Goll Frey Orgel St. Joseph Kirche Widnau St. Gallen Schweiz
kath. Pfarrkirche St. Josef Pfarrei Jakobus
Orgelbauer:
Firma Goll Orgelbau AG Luzern / Cäcilia Alfred Frey AG Luzern
Baujahr:
1913 / 1963 / 1987 / 2009
Datum des Erstbesuchs:
2026
Disposition und Spielhilfen
Pneumatische Goll Frey Orgel op. 412 kath. St Joseph Kirche Widnau St. Gallen Schweiz, Pfarrei Jakobi, 3 M, 40 R, Schweller, Taschenladen, Rückpositiv
Gestern war ich vor dem Auftritt mit dem Frauenchor im Frauenverein an der schönen pneumatischen historischen Goll-Orgel von 1913 opus 412 in der katholischen Pfarrkirche St. Joseph in Widnau St. Gallen. Sie hat 3 Manuale, einen freistehenden Spieltisch aus massivem Eichholz, Taschenladen, einen Musikalienkasten (?) und einen Rollschweller.
Die Josephskirche ist groß, hell, edel geschmückt mit brillanter Akustik und großen Deckengemälden. Sie gehört zur kath. Jakobus-Pfarrei. Ursprünglich hatte die Orgel zwei Manuale und bekam später ein drittes Manual hinzu. Diese ursprünglich spätromantische Goll-Orgel ist eine Wucht und erinnert mich an historische hochromantische Sauer-Orgeln.
Es ist meine 10. Goll-Orgel.
Auf der Orgel steht: Cäcilia Orgelbau A. Frey, Luzern.
Goll konnte ich nicht finden. Ich gehe davon aus, dass Orgelbau Cäcilia A. Frey die Goll Orgel 1987 und 2009 massiv erweitert und revidiert hat.
Es erscheint mir auch so, dass Orgelbau Alfred Frey die Orgel leider so französisch angehaucht neobarockisiert hat, dass man leider nicht mehr von einer romantischen Orgel sprechen kann. Dennoch klingt sie in gewisser Weise noch immer so, vor allem in der schönen Akustik. Wir haben also eine pneumatische Orgel, neobarockisiert, mit Rückpositiv. Das empfinde ich als sehr ungewöhnlich.
Die aktualisierte Disposition ist hier zum ersten Mal im Netz.








M III
Clairon 4
Schalmey 8
Basson 16
Plein jeu 2
Terz 1 3/5
Flageolet 2
Nasat 2 2/3
Blockflöte 4
Prinzipal 4
Salizional 8
Rohrflöte 8
Prinzipal 8
M II
Krummhorn 8
Zimbel 1
Larigot 1 1/3
Dublette 2
Koppelflöte 4
Prästant 4
Rohrgedackt 8
III-II
III-I
II-I
III-Ped
II-Ped
I-Ped
M I
Quintaden 16
Prinzipal 8
Hohlflöte 8
Gemshorn 8
Oktav 4
Nachthorn 4
Quint 2 2/3
Oktav 2
Mixtur 4-6f. 1 1/3
Trompet 8
Pedal
Prinzipal 16
Subbass 16
Spitzgedackt 16
Prinzipal 8
Spitzgedackt 8
Spillflöte 8
Prinzipal 4
Spillflöte 4
Mixtur 4fach 2 2/3
Posaune 16
Tromba 8
Clairon 4

Es gibt feste Kombinationen, Abstellungen, Forte, mf, p und Tutti, Handregister, Tremulant ab und zu, Normalkoppeln, Schweller, Walze, Pistons, keine Setzeranlage.
Klang und Akustik

So herrlich war die Orgel zuvor bestückt mit romantischen Charakterstimmen, sogar mit Euphonia und Harmonika – eine Tragik, dass man sie neobarockiert hat:
Manual-Kopplung II z. I
5 feste Kombinationen (als Druckknöpfe):
Suboctav-Kopplung II z. I
P. / MF. / F. / FF. / TT.
Superoctav-Kopplung II z. I
Auslösung
Superoctav-Kopplung
4 Registerchöre:
im II. Manual
Principalchor / Gambenchor / Flötenchor / Zungenchor
Melodiekoppel I z. II
1 freie Kombination
Pedalkoppel z. I. Manual
Rollschweller mit Zeiger soll freie Kombination nicht auslösen
Pedalkoppel z. II. Manual
Handregister werden durch Collektif & Rollschweller ausgelöst
Superoctav-Kopplung
Handregister und Kombinationen lösen sich gegenseitig aus
II. Manual z. Pedal
Auslösung der Zungenregister einzeln
Normalkopplung
Automatische Pedalumschaltung mit Auslösung
Generalkopplung
Schwelltritt fürs II. Manual
Tremolo fürs II. Manual
Calcantenzug
Motorschalter
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Manual I
Bourdon 16’
Principal 8’
Bourdon 8’
Flauto amabile 8’
Gamba 8’
Dulciana 8’
Octav 4’
Hohlflöte 4’
Mixtur 2 ⅔’ 5-fach
Trompete 8
Manual II
Stillgedackt 16’
Hornprincipal 8’
Flûte harmonique 8’
Lieblich Gedackt 8’
Viola 8’
Aeoline 8’
Voix céleste 8’
Traversflöte 4’
Piccolo 2’
Trompete 8’
Harm. aetheria 2 ⅔’ 2-fach
Euphonia 8′
Pedal
Principalbass 16’
Violonbass 16’
Subbass 16’
Echobass 16’ (Transm. II)
Flötenbass 8’
Cello 8’
Aeolsbass 8’ (Transm. II)
Posaune 16’
Persönliche Note

Ich glaube, dass dieses ehemals hochromantische Instrument mit 2 Manualen eine Ohrenweide und es nicht nötig war, sie zu erweitern und orgelbewegt zu beschneiden. Dennoch leuchtet sie wundervoll in dieser Akustik. Es war sehr schön, hier zu spielen.
Diepoldsau hatte früher auch eine alte Kirche, die aber wegen Bauschäden abgerissen werden musste. Nur der schöne weiße Turm ist geblieben. Nun besitzt sie eine kleine süße bescheidene moderne Kirche von 1977 – mit niedriger Decke, was für die Akustik schwierig ist. Zudem gibt es in Diepoldsau im Gegensatz zu Widnau sowohl eine evangelische als auch eine katholische Kirche. Widnau dagegen, der Nachbarort, besitzt eben die eine große pompöse Kirche mit großer Akustik.
Wenn man aus Diepoldsau kommt, erlebt man erstmal einen Akustik-Schock. Für mich ist die Akustik und die Goll-Orgel ein Traum. Die Mathis-Orgel kommt wegen der niedrigen Decke leider nicht genug zur Geltung.
KLASSE du spielst irre gut