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Bachvermittlerin

24. Juli 2026: Musik löst von der Erde, von den Fesseln des Leibes und lässt das Irdische vergessen. (J. Chrysostomos)

Foto: Starker Engel Siemann Orgel Arnstein

Heute erinnere ich an Helen Frankenthaler, Malerin. Und an die schöne Mengqi Ji, Femizid.

Historische weiße Adam Adolph Otto Orgel 1794 kath. Kreuzkapelle Eibelstadt am Main Franken, 1 M, 6 R, Kurzpedal, angehängt

Dieses Schmuckstück, mechanische Schleiflade hier in Mainfranken bei Würzburg, ist eine Augenweide. In der reich geschmückten Kapelle, etwas abseits und verborgen, steht die kleine Orgel von dem Würzburger Orgelbauer, die letzte seiner Art.

Die erste Orgel in dieser Kapelle war allerdings schon von 1676, von Nikolaus Will. Will-Orgeln habe ich auch schon gespielt. Die Familie Will baute u.a. in Neustadt.

Nikolaus Will und Johann (Anton Ignaz / Ignaz Samuel) Will waren eine bedeutende fränkische Orgelbauerfamilie des späten 17. und 18. Jahrhunderts in Würzburg.

Beautiful Eibelstadt ist eine schöne kleine Stadt mit ca. 3500 EW, die sogenannte „kleinste Stadt in Bayern“ flächenmäßig, voll mit Weinbergen und direkt am Main. Es gibt sehr schöne Restaurants, einen Marktplatz und ein schmuckes Rathaus, ein barockes Amtshaus und eine vollständig erhaltene Stadtmauer mit 14 Türmen und eine Kreuzkapelle – der malerische Ort liegt nahe an Sommerhausen und Randersacker – alles wunderschöne unterfränkische Orte.

Es war sehr schön, hier zu spielen. Ich mag diese kleinen Dorforgeln, die demütig, genügsam und lieb in ihren Kirchen stehen und darauf warten, dass sie Gott loben können.

In der kleinen, stimmungsvollen Kreuzkapelle gibt es diese wertvolle Orgel von Adam Adolph Otto (Würzburg) von 1794, die letzte erhaltene ihrer Art, mechanisch, Schleiflade, mit 6 Registern und angehängtem Pedal (Typus unterfränkisches Kurzpedal).

Die Kreuzkapelle, auch Heilig-Kreuz-Kapelle genannt, ist ein denkmalgeschütztes katholisches Gotteshaus. Ich liebe den kernigen Klang solcher sogenannten „schrillen“ Orgeln.

Sie besitzt keine Koppeln. 1933 wurde sie von Orgelbauer Willibald Siemann, der in vielen unterfränkischen Orten gebaut hat, leicht verändert. Er meinte es gut und baute noch einige Pedalregister ein. Siemann hat auch die Orgel in der Nikolauskirche in Eibelstadt errichtet, die ich spielte.

Jedoch 1974 rekonstruierte der fränkische Orgelbau Elenz die Orgel und entfernte die zusätzlichen Siemann-Pedalregister. 

Die Akustik ist sehr trocken-samtig.

Anbei zum ersten Mal die Fotos im Netz:



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CD 2026 Bach berühren auf jpc

23. Juli 2026: Am jüngsten Tag werden alle Orgeln in einen einzigen Gesang einstimmen. (AHS)

Foto: Notizen an historischer Orgel Bechstein / Möller

Heute erinnere ich an Maryse Condé, die schrieb, dass Wahrheit im Schneckentempo kommt.

Ich übe an meiner Hauptwerkorgel, auch wenn es für ich nicht so leicht ist, da es kein richtiges Instrument ist. Ich verstehe nicht so ganz, was Menschen an elektronischen oder verstärkten „Instrumenten“ finden. Ich mag unplugged. Wobei die Kirchenorgel in gewisser Weise hybrid ist.



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CD 2026 Bach berühren auf jpc

21. Juli 2026: Gott ist ein Organist, wir sind sein Orgelwerk. Sein Geist bläst jedem ein und gibt zum Ton seine Stärke. (Silesius)

Foto: Nöske Orgel Rotenburg

Heute erinnere ich an Anne Morrow Lindbergh, die 1929 ihren ersten Alleinflug absolvierte und 1930 ihren Flugschein erwarb: Sie war die erste US-Amerikanerin mit einem Segelflugschein. Als erste Frau bekommt sie die Lizenz als Privatpilotin. 1931 flog sie als erste Frau die „Great Circle Route“ von Kanada nach China, gemeinsam mit ihrem Mann. 1933 erforschte sie die Nordatlantik-Flugroute, zusammen mit ihrem Mann.

Wenn man manche romantische (oder die wenige klassische) Orgelmusik ansieht und diese mit Klaviermusik vergleicht, kommt man zu folgendem Resultat: Mit einkalkulierend, dass die Orgel natürlich ein völlig anderes Instrument ist, so ist es doch erstaunlich, dass die Kluft an Niveau doch so riesig erscheint, vor allem beim allseits beliebten Repertoire. Nehmen wir Boellmann mit seiner Suite Gothique und auch seine französischen Kollegen: Vergleicht man Boellmann mit Schubert, Brahms, Chopin, so erinnert der Gute mitsamt seinen french Kollegen eher an Kinder-Kirmesmusik. Er macht freilich trotzdem Spaß zu spielen und hat auch Effekt, aber die kompositorische Klasse ist dennoch meilenweit entfernt verglichen mit Schumann und Ravel…

Natürlich prägt das verfügbare Repertoire eines jeweiligen Instruments auch dessen Künstlerinnen und Künstler, deren Einstellung zur Musik und zum Instrument. Bei der Orgel geht es manchmal etwas zu viel um Effekthascherei ohne viel Tiefe in der romantischen Musik.



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20. Juli 2026: Orgeln im Süden, Norden, Westen, Osten, sie alle sind „unsere Orgel“. (AHS)

Foto: Orgelkorb Eibelstadt 2026

Heute erinnere ich an die wunderschöne Emily Schwartz, Femizid. Und an die baltische Freifrau Juliana von Krüdener, adelige, pietistische Schriftstellerin. Nicht pianistische Schriftstellerin.

Rabbi Yehuda Leib Ha-Levi Ashlag schreibt, dass, wenn sich die Spiritualität über der Welt befände, und die Welt mit ihren Genüssen wäre nichtig, dass dann die Spiritualität lediglich größer als null sei.

Aber die Welt ist geliebt, von unschätzbarem Wert, und Spiritualität ist mitten in und unter ihr, als ein kleines Kind auf die Welt gekommen, um uns von der Sünde und von Tod zu retten – egal, in welchem Teil des Kirchenjahres wir uns gerade aufhalten.

Sünde ist der allgemeine Zustand, indem wir uns befinden. Wenn ich Menschen in der U-Bahn, in der Stadt, bei der Arbeit, im Zug, im Auto und im Alltag erlebe, sie erinnern mich an dead men walking, tote Augen, getäuschte Wesen, verloren, leer. Als würden sie schlafen oder vergiftet sein. Egal, was sich leuchtend in den Social Media abspielt. Wie kann man aus Sünde und Illusion aufwachen? Liegt es in unserer Hand? Das ist zu schwer für unsere Hand. Es ist allein Gottes Werk, uns zu befreien.

Jules Verne schreibt, dass 7/10 der Erdoberfläche von Meer bedeckt ist, der Seewind rein und gesund; ein übernatürliches, wundervolles Dasein rührt sich um uns Menschen herum; Bewegung; Liebe; Geist.

Ich glaube, alle Menschen sind Gott längst begegnet, aber sie können es nicht fassen oder akzeptieren. Sie sind Gott zum Beispiel darin begegnet, indem sie Zeuge wurden in oder von etwas, worin sie verloren haben. Aber die Wahrheit hat gewonnen. Oder indem sie zugesehen haben, wie ihre Bosheit ans Licht kam oder nicht die Oberhand behalten konnte, obwohl sie sich für unbesiegbar hielten. Oder indem sie ihren Irrtum plötzlich erkannten oder sahen, wie Liebe gewann, auch wenn es nicht ihre eigene war. Sie begegneten Gott in etwas Unangenehmem und wollten Irrtum und Sünde nicht zugeben.

Doch sie haben ihren eigenen Vorteil, ihren eigenen Wunsch mehr geliebt als die Läuterung, als die Veränderung, als die Wahrheit, ihr eigenes „Recht“ mehr als Buße zu tun und einen neuen Weg einzuschlagen. Wo es doch keine größere Ehre gibt, als von Gott geläutert zu werden.

Wir denken, wir sind stattlich und scharfsinnig und leiden doch unter dem Saul-Syndrom.

Doch Sünde und Tod werden eines Tages nicht mehr sein, noch Klage und Mühsal. Denn was früher war, wird vergehen: Liebe führt zum Ursprung zurück.



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19. Juli 2026: Rätselhaft muss man nicht nur den anderen sein, sondern auch sich selbst. Ich studiere mich selbst. Wenn ich nicht mehr kann, rauche ich eine Zigarette und denke: Gott der Herr weiß, was er eigentlich mit mir gemeint hat. Oder was er aus mir machen will. (Søren Kierkegaard)

Foto: Pedal Siemann Orgel Kegelladen kath. St. Nikolaus Kirche Eibelstadt am Main 2026

Heute erinnere ich an Lindsay Clancy, die alles verlor und keine Hilfe für ihre psychischen Probleme bekam. Und an alle ausgebeuteten ‚Leihmütter‘.

Sehr empfehlen kann ich den GeDANKEnWeg in Greußenheim mit wunderschönen Stationen für Gebet und Innigkeit, von Frauen gegründet. Es hat uns sehr geholfen und gefallen. Leider ist der Wald ringsherum sehr durstig und trocken. Ich bete für Regen.

Anschließend waren wir im idyllischen Café Landhofcafé in Greußenheim. Es ist ruhig und romantisch dort. Die Region gehört allerdings dem sogenannten „Christus-Jesaja-Land“ vom UL mitten im katholischen, skeptischen Franken. Das reiche, gepflegte Areal des UL ist eng mit der Lehre der Sektengründerin Gabriele Wittek verbunden, eine Art spirituelles „Kloster“. Jedoch die Lebensmittel der eigenen Höfe sind ausgesprochen gesund und lecker; teuer zwar; aber der Käsekuchen ist ein Gedicht, die Quiche auch.

Ich habe keine Angst vor Sekten; ich meide Menschen auch nicht; im Gegenteil, ich bin neugierig. Wir Christen könnten laut Bibel sogar giftige Schlangen essen.

Ich habe die Broschüren des UL vor Ort durchgelesen. Manche spirituellen Freunde , die keine Christen sind, sagen, ich hätte „ein drittes Auge“ oder wäre eine Art „Hellseherin“. Oder einfach gesagt: Ich spüre und sehe Dinge, die andere nicht wahrnehmen. Ich habe sofort gespürt, dass diese Broschüren inhaltswise weit entfernt sind vom Evangelium. Ich komme mir vor wie eine Ermittlerin und wundere mich, dass man überhaupt auf die Idee kommen kann, aus dem, was die Wahrheit ist, eine Unwahrheit zu machen. Versteht ihr, was ich meine?

Die Presse zu meinem Konzert im Eberbacher Orgelsommer ist gekommen, ein Auszug: Viel Applaus für Ann-Helena Schlüter: Interessantes vom SEHNSUCHTSORT ORGEL. Und die Herzen flogen ihr zu. (RNZ) Außerdem steht da, ich sei lachend durch die Zuschauerreihen gegangen. 🙂



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CD 2026 Bach berühren auf jpc

18. Juli 2026: Statt Gott, habe ich die Musik gefunden. (Hermann Hesse)

Foto: Engel Siemann Orgel Arnstein

Pneumatische historische Siemann Orgel St. Nikolaus Kirche Eibelstadt Unterfranken, Landkreis Würzburg, Bayern, 2 M, 20 Register

Das romantische Kegelladeninstrument in einem  wunderschönen, braungoldenen Barockgehäuse von Nikolaus Will aus Würzburg von 1670 mit Engeln ist eine Augenweide. Ich liebe pneumatische Kegelladen. Die Akustik ist lieblich, die Klänge warm. Die historische Orgel muss saniert werden.

Das wertvolle Instrument hier in Mainfranken ist weitgehend original erhalten, nur das Krummhorn kam später noch hinzu, da 1959 der Umbau und die Erweiterung durch Orgelbau Gustav Weiß & Söhne aus Zellingen erfolgten.

Eibelstadt ist eine schöne kleine Stadt mit ca. 3500 EW, die sogenannte „kleinste Stadt in Bayern“ flächenmäßig, voll mit Weinbergen und direkt am Main. Es gibt sehr schöne Restaurants, einen Marktplatz und ein schmuckes Rathaus, ein barockes Amtshaus und eine vollständig erhaltene Stadtmauer mit 14 Türmen und eine Kreuzkapelle – der malerische Ort liegt nahe an Sommerhausen und Randersacker – alles wunderschöne unterfränkische Orte.

Die große rote Kirche besitzt eine Kreuzigungsgruppe aus der Werkstatt von Riemenschneider.

Die erste Orgel hier stammt von Matthäus Maurer 1630 (Giengen an der Brenz), dann 1657 Orgelneubau durch Orgelbau Johann Konrad Kitzinger (Münnerstadt), bevor 1670 Nikolaus Will (Würzburg) eine neue Orgel hier erbaute. Dieses delikate Gehäuse ist bis heute erhalten. Der Orgelkorb auf der Empore kippt stark nach unten, eine vorspringende Orgelbühne mit dem Heiligen Egidius von 1688.

1727 wurde die Orgel umgebaut durch Orgelbau Johann Hoffmann aus Würzburg.

Schließlich 1933 kam der Orgelneubau opus 473 in das Gehäuse von Nikolaus Will durch den Münchner Orgelbauer Willibald Siemann. Es ist meine 5. Siemann-Orgel.

Singende Akustik, schöne Zungen. Muss gewartet werden.

Es war sehr schön, hier zu spielen. Ich mag diese kleinen Dorforgeln, die demütig, genügsam und lieb in ihren Kirchen stehen und darauf warten, dass sie Gott loben können.

In der kleinen Kreuzkapelle gibt es noch eine wertvolle Orgel von Adam Adolph Otto (Würzburg) von 1794, die letzte erhaltene ihrer Art, mechanisch, mit 6 Registern und angehängtem Pedal (Typus unterfränkisches Kurzpedal).

Die Kreuzkapelle, auch Heilig-Kreuz-Kapelle genannt, ist ein denkmalgeschütztes katholisches Gotteshaus. Ich liebe den kernigen Klang solcher sogenannten „schrillen“ Orgeln.



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17. Juli 2026: Ich höre Bach und vernehme darin das gesamte menschliche Flehen und eine Antwort darauf. Die Musik ist gelbfarben. (Frere Roger)

Foto: Register Frosch Orgel Gramschatz – die ehrlichen, authentischen Gesichter

Gestern waren wir in einem Konzert mit dem Streichquartett Feuerbach – es war sehr gut und mal etwas anderes. Im Hintergrund war die erleuchtete Residenz, und auf diesem Platz war ich tatsächlich noch nie, es ist nämlich der Innenhof des ehemaligen Mozart-Gymnasiums, von dem man einen für mich neuen Blick auf die Residenz hat. Ich entdecke immer noch neue Winkel in meiner Stadt. Mein Freund ist (neben gefühlt 1000 anderer ehrenamtlicher Ämter) Vertreter bei der Würzburger VR Bank, und die gaben ihr Sommerfest. Gut für mich. 🙂

Es war ein Crossover-Programm. Super gespielt, vor allem Michael Jackson – mit Streichquartett. Klasse!

Ich könnte so etwas zwar nicht jeden Tag hören, Bach allerdings schon. Und den habe ich vermisst.

Warum kann ich J.S. Bach jeden Tag hören? Es ist ganz einfach: Jeder noch so schöne Song ist irgendwann „ausgehört“. Er überlebt nur eine Weile, wie ein Insekt. Dann ist es genug. Zucker. Aber Bachs Musik ist mehr als Song. Viel mehr. Sie trifft den Geist.

Für manche gibt es nur Songs. Mehr kennen und mehr wollen sie nicht. Eintagsfliegen sind viele dabei. Sie treffen nicht mal die Richtung des Geistes. Bachs Musik ist ein Meer, wie schon gesagt wurde. Bekenntnis. Eine Flut. Ein quellender Sprudel.

Eine Quelle. Wasser, das jeden Tag getrunken wird, um rein oder gesund zu bleiben. Sie ist auch eine Sprache, die viele nicht verstehen. Und dann wird es anstrengend. Diese Sprache zu lernen, ist manchen scheinbar nicht unbedingt gegeben. Was ich sehr schade finde. Denn es geht eher um Instinkt als um Bildung, zu erkennen, wenn etwas in Richtung Geist klingt oder nicht. Das betrifft übrigens alles, nicht nur Musik oder Kunst. GEHE IN RICHTUNG GEIST.

Teil 3 meines Chorleitungs-Studiums:

Die großen staatlichen Musikhochschulen erkennen die Benotung und Fächer anderer hochwertiger Musikhochschulen an. So auch Folkwang. So konnte ich mich ganz auf das Dirigieren konzentrieren.

Im Gegensatz zu den kleinen privaten eher gehemmten kirchlichen, die eher ungern von staatlichen großen Hochschulen anerkennen. Matthias Schneider vom Institut in Greifswald hatte sogar Probleme damit, mir das Fach Klavier, worin ich Konzertexamen studiert hatte, was, soweit ich weiß, kein Dozent im gesamten Greifswalder Institut vorweisen konnte, geschweige denn er, anzuerkennen. Ich habe alles gespielt und gemacht wie die, die gerade mal eine Sonatine herfingern konnten.

Vieles erscheint mir eben wie nach Lust und Laune. So musste ich alles Alte wiederholen und das Neue trainieren. Das hat mir viel Kraft geraubt, anstatt mich auf das Dirigieren zu konzentrieren.

Das Überleben in einer Hochschule gleicht einem zittrigen Blatt im Wind, wenn man genau das wird, was die Hochschule anstrebt, was man werden soll: eine starke, künstlerische Persönlichkeit.

Doch Jörg Breiding wirkte auf mich wie ein Blatt im Wind: Er findet mich sehr musikalisch und super. Aber beim ersten Gerücht schwankt er und wird unsicher. Er verwandelte sich für mich von einem Dozenten, zu dem mal aufblicken sollte, zu einer Art schwachen Figur, der seinen Mund nicht aufbekam gegen Vorwürfe im Hintergrund oder mir zu antworten.

Ich glaube, wenn man sein Leben danach ausrichtet, anderen zu gefallen, ein System zu bedienen, Angst zu haben, anzuecken oder zu verlieren, wird man nie eine künstlerische Persönlichkeit, egal, wie lange man in der Hochschule arbeitet. Nur weil du in einer Garage stehst, wirst du nicht zum Auto. Nur weil du in der Kirche sitzt, bist du noch kein Christ. (Albert Schweitzer). Nur weil du in einer Musikhochschule arbeitest, bist du noch lang kein Künstler. Aber wehe, du wirst einer.


Maria 3.0 Ann-Heleni

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CD 2026 Bach berühren auf jpc

16. Juli 2026: Der größte Gegner der Wahrheit ist nicht die Lüge, sondern der Irrtum.

Foto: Frosch Orgel Gramschatz

Heute erinnere ich an die wunderschöne Ana Marie Abulaban. Opfer eines Femizids.

Ich finde es wichtig, Werke immer mal aus völlig neuen Noten zu spielen. Vor allem ein Werk, das schon länger erarbeitet zurück liegt. Sich (alte) Stücke neu zu erarbeiten aus völlig unberührten Noten – ist ein Abenteuer und schult die Musikalität. Deswegen habe ich die wichtigsten Werke und Komponisten immer doppelt und dreifach in den Schränken. Reubke. Liszt. Bach…

ps: Während meiner Konzerte treffe ich ja oft auf die unterschiedlichsten Kirchenmusiker und Kantoren. Zu manchen steige ich ins Auto und sie hören Bayern 3 oder Hitradio Radio Gong oder so was – teilweise auch unmittelbar nach dem Konzert. Manche nennen Stücke „Lieder“.

Sehr empfehlen kann ich wie immer leguano Barfußschuhe, leicht, und manche sind sogar an der Orgel gut.

Fortsetzung meines Chorleitungs-Studiums:

Etwas hat meine Note heruntergezogen: Es sollte auch eine Arbeit namens Programmheft im Rahmen des Masterprogramms geschrieben werden. Ich habe es wunderschön gestaltet, mit Gedichten, persönlichem Zugang und Text, Musikvermittlung, sehr schönen Fotos, auf dickem Papier gedruckt, tolle Texte. Sicher eine 1. Es liegt im Archiv oder der Bücherei der Folkwang und kann gern selbst angesehen werden.

Ich habe verstanden, dass dies ein künstlerisches Werk, eine künstlerische Leistung ist und an der Universität der Künste künstlerisch bewertet wird. Pustekuchen. Benotet hat es eine Frau Katharina Hottmann, die nun gar nicht künstlerisch ist und auch nicht künstlerisch studiert hat.

Viele Musikwissenschaftler erscheinen mir oft als die größten Gegner der Kunst und können Kunst gar nicht als solche erkennen meiner Erfahrung nach. Ich habe ja selbst Musikwissenschaft noch zusätzlich studiert und das so erlebt. Viele von ihnen haben es nicht geschafft, künstlerisch zu studieren und tun sich daher mit dem Zugang zur lebendigen Kunstpraxis schwer.

Ohne Begründung gab sie mir eine 2,3. Obwohl ein Programmheft für ein Publikum bestimmt ist. Sie hat es also bis auf das Maximum ausgereizt, wie weit sie gehen konnte? Ich habe dann nach der Begründung gefragt. Bis diese kam, dauerte es eine Weile, denn es war wohl ungewöhnlich, dass jemand wagt, nach der Begründung zur fragen. Also musste sie scheinbar erst überlegen, um eine Begründung zu finden, die diese Benotung rechtfertigt? Das war die erste Wartezeit. Als diese dann endlich da war, erschien mir die Begründung absurd: Dass ich Joseph Haydn „Meister“ nannte, war ihr zu altmodisch, dass ich „Cancel Culture“ verwendete, ihr wiederum zu modern. Ich legte Widerspruch ein. Begründeten Widerspruch. Stille. Folkwang hat das wohl noch nie oder selten erlebt; jedenfalls nicht bei bestanden.

Es vergingen Wochen, bis klar war, wie Folkwang nun damit umgehen wollte. Folgendes kam dann heraus: Dieselbe Person soll ihre Note noch mal überprüfen. Es darf keine externe Person prüfen und bewerten, um nicht in das „Hoheitsrecht“ der benoteten Person einzudringen. Das ist natürlich Unsinn. Es wird also gar nichts gemacht. Wer revidiert schon seine eigene Note? Wie Folkwang sich so einen Unsinn ausdenken kann, ist mir schleierhaft. Es hat sich sogar das Prüfungskomitee zusammen gesetzt. Aber diese dürfen an der Note nichts ändern. Mir war klar, dass Hottmann ihre Note nicht ändern würde. Wer einmal ungerecht bewertet, wird dies nicht ändern. Im Gegenteil. Dann kam die zweite Wartezeit.

Da dies fast 2 Monate gedauert hat, bis sie und ihr Kollege ihre „Überprüfung“ endlich abgaben, entstand bei mir der Eindruck, dass die sehr lange Bearbeitungsdauer in dieser kleinen Universität wohl eher mit meinem Widerspruch zusammenhängt. Sie mussten von der Folkwang Uni erinnert werden, endlich Bescheid zu geben. Kann man bei so einem Ablauf überhaupt noch das Gefühl haben, dass hier unvoreingenommen bewertet wurde? In dieser Warte-Zeit bekam ich auch kein Zeugnis, nur eine Bestätigung, was sie wusste. Und was kam heraus? Nichts. Die gute Katharina Hottmann hat ihre Note natürlich nicht verändert. Wie erstaunlich! Eine Begründung habe ich bis heute noch nicht erhalten. Bekomme ich aber noch. Vermutlich hat sie in diesen 2 Monaten noch immer nicht geschafft, eine zu schreiben? Jemand muss für sie eine aus den Fingern saugen? Wenn die Begründung da ist, sage ich euch Bescheid. Ich bin sehr gespannt. Bin nun in der dritten Wartezeit.

Das alles hängt sicher mit der Vorgeschichte zusammen, die ich mit Jörg Breiding erlebt habe.

Oft ist es so, dass wegen persönlichen emotionalen Empfinden oder Machtgefühlen einer Person in Hochschulen, die einem beispielsweise keine sehr gute Note gönnt, können schnell Gesamtnoten nach unten gezogen werden; von sehr gut auf gut; von bestanden nach nicht bestanden.

Ich habe den Anwalt meines Vertrauens gefragt. Gegen eine Note gerichtlich vorzugehen, vor allem bei bestanden, ist gerichtlich schwer. Vor allem dann, wenn sie „nur“ Kommazahlen hinter der letztendlichen Gesamtnote ausmacht. Darin sieht man auch die Macht, die solche Personen in Institutionen haben, gerade an Kommazahlen ihre Macht auszulassen. Es drängt sich bei solchen Institutionen oft der Eindruck auf, dass nach persönlichem Geschmack gehandelt wird. Frau Hottmann hat in meinem Fall aus meiner Sicht völlig unkünstlerisch benotet. Ich denke, eine 1,4 wäre korrekt gewesen; sie hat mir fast eine Note schlechter gegeben.

Jede Hochschule ist ja eine Institution. Sie hat viele ungeschriebene Gesetze und ihre eigene Gesetzgebung und Bürokratie. Sie ist ihr eigener Kosmos. Ungefähr wie die GEMA. Wenn man macht, was die Institution sagt, läuft es erst mal ganz ok. Aber oft nicht mal dann. Es passiert viel subtiler Machtmissbrauch. Viele Menschen haben große Angst vor einer Institution. Die Institution ist ihnen wichtiger als der (nächste) Mensch. Vor allem, wenn die Institution sie bezahlt. Und noch mehr, wenn die Institution sie benotet. Man will nicht untergehen in der Institution. Man schweigt, schaut weg, überlebt. Kümmert sich nur um sich selbst. Die, die mitmachen, werden belohnt. Das schadet der inneren künstlerischen Seele enorm. Das merkt man erst im Rückblick.

Viele betreten eine Hochschule weich, formbar, offen, leuchtend – und verlassen sie hart, desillusioniert, neidisch, böse.

Egal, wie betont cool, weltoffen, orange oder künstlerisch sich so eine Institution präsentiert, es passiert sehr viel Machtmissbrauch, Traumatisierung; Ungerechtigkeit und Diskrimierung in Institutionen, oft subtil und verborgen. Man gewöhnt sich daran. Aber: Je sensibler ein Künstler und eine Künstlerin, je länger dauert es, sich davon zu erholen.

Die meisten Institutionen werden von Männern regiert. Von Macht-Männern. Auch die Männer, die sich betont soft-spoken, kultiviert und freundlich geben, vor allem Frauen gegenüber – sind Wölfe im Schafspelz, sie allen wollten ganz bewusst eine Machtposition und damit auch Macht ausüben und haben darauf ganz gezielt hingearbeitet. Mit Hilfe anderer Männer. Keiner landet dort zufällig. Sie tauschen und schaukeln sich gegenseitig die Stellen zu.

Man konnte ja die letzten Jahre richtiggehend beobachten, wie gewisse Männer mit fragwürdigem Charakter ganz gezielt ganz konkrete Machtpositionen zielsicher angepeilt haben, ohne Rücksicht auf Verluste und ohne großes Können. Ich kann hier sofort 12 Namen nennen. Ich halte diese Männer, die ihr sicher selbst alle kennt, allesamt für gefährlich und bedenklich. So werden also Stellen besetzt. Die Studierenden, die kommen, hinterfragen das lange erst mal nicht. Sie wissen es nicht besser. Es wird ausgenutzt, dass Studierende jung und naiv sind. Im Grunde noch Kinder.

So werden unsere Musikhochschulen also von fragwürdigen Charakteren geleitet und besetzt.

Es geht zwar an sich schon um Begabung und Können. Solange du nicht aus der Reihe tanzt. Ich habe erlebt, dass gewisse Regeln, Politik, Bürokratie und ungeschriebene Gesetze über Können, Begabung, Musikalität und Kunst gehen. Auch an der sogenannten Universität der Künste. Davon berichte ich das nächste Mal.

Pedal Nöske Orgel Gerterode



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15. Juli 2026: Habe nicht den Mut, ohne Gott zu leben.

Foto: Vleugels Link Orgel Eberbach St. Johannes Nepomuk

Heute erinnere ich an Maria Waser. Und an den Stadtpfeifer Christoph Hoffmann aus Wandersleben.

Sehr empfehlen kann ich von Dr. Schaette das BioFit von SaluVet ein Sport- und Massagebalsam. Es ist auch sehr gut gut für Musikerinnen und Musiker. Ich trage das Balsam auf die Unterarme mit ihren Sehnen auf, wenn ich Konzerte habe oder viel übe: Es ist kühlend, beruhigend und riecht gut. Und professionelles Orgelspielen und Klavierspielen ist ja auch Leistungssport für die Sehnen.
Ich massiere es leicht (vor und nach dem Üben) ein, auf die Hände und besonders auf die Daumen-Muskeln. Perfekt!

Dann wurde ich gefragt, was ich für Bleistifte verwende für Fingersätze. Empfehlen kann ich hier von STAEDTLER Noris 2B 0 – weich, aber nicht zu weich, aber vor allem nicht zu hart. Harte Bleistifte sind der Tod für Noten, machen Löcher, zerkratzen, sind kaum mehr wegzuradieren.

Beim Komponieren nutze ich allerdings harte, dünne Bleistifte.

Und nun wie versprochen zu meinem Master-ChorleitungsStudium an der Folkwang Universität in Essen:

Ich habe bei Jan Hoffmann (Chordirektor Semper-Oper Dresden) studiert, u. a. Haydns Schöpfung dirigiert und dabei viel gelernt. Es ist doch ein Unterschied, ob man bei einem Profi mit Profichören Dirigieren studiert oder bei einem Kirchenmusiker, der ausschließlich mit Laienchören arbeitet. Wobei es mir mit Laienchören auch sehr viel Spaß macht!

Doch jemand, der mit Profi-Sängern, Chören und Profi-Orchestern arbeitet, hat natürlich einen besonderen Drive und Anspruch. Das ist schon spannend. Ich bin regelmäßig zu ihm nach Dresden gefahren zum Einzel-Unterricht viele Stunden bei ihm zuhause, was die Folkwang Uni bezahlt hat, auch meine Meisterkurse. Abends habe ich Opern in der Semperoper angesehen. In der Loge. Genialer Chor!

Es ist ein zweijähriges Fulltime-Studium. Da mir aber viel anerkannt und ich hochgestuft wurde, konnte ich noch zusätzlich konzertieren und als Kirchenmusikerin arbeiten.

Fortsetzung folgt morgen. Anbei auch der Naxos Sammel-Link für meine Kompositions-CD Biblische Bilder:

Naxos Link CD Biblische Bilder

Meine Kompositionen kommen in meinen Konzerten immer sehr gut an. Ich vertrete die weibliche Sparte Orgel und Komposition in einem.



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14. Juli 2026: Dirigieren ist eine Möglichkeit, sich zu befreien. (Sergiu Celibidache)

Foto: Engel Orgel Arnstein

Heute erinnere ich an Barbara Rauch, die mit 59 Jahren von ihrem Ehemann, einem Kirchenmusiker, heimtückisch erstochen wurde. Sie wollte offenbar keine „Ehe zu dritt“.

Und ich erinnere ich an Johann Ludwig Backhaus, Komponist aus Gotha, 18. Jahrhundert, und an Johann Eberhardt Ungelenk, 1741, Organist und Schulmeister in Wandersleben. Es ist bezeichnend, dass der Beruf des Kirchenmusikers von Anfang an Hand in Hand ging mit dem Beruf des Schul-Lehrers. Sind daher vielleicht viele Kirchenmusiker eher Lehrer Lämpel Typen anstatt Künstler?

Es hat mir auch Spaß gemacht, die delikaten zarten Schubert Impromptus opus 142 und opus 90 auf die Orgel zu transkribieren. Eine Orgel reagiert zwar bei weitem nicht so schnell und weich wie ein Flügel, obwohl ja auch dieser ein enormes Teil ist. Aber genau das macht ja Transkription als Herausforderung aus.

Anbei die schöne Chororgel in Eberbach. Sehr empfehlen kann ich übrigens das Hotel Karpfen, in dem ich zwei Tage war, mit leckerem Restaurant.

Das hübsche kleine Instrument, die Chororgel im Neckartal, besitzt 5 klingende Register, darunter ein Pedalregister. Über die Zeit wurde die Chororgel immer weiter ausgebaut. Sie ist mobil, steht vorne rechts am Altar und dient zum Wortgottesdienst, der immer donnerstags ist.

Sie lässt sich aber auch als kleine mobile Truhenorgel spielen und kann abgekoppelt werden. Ansonsten stehst die Chororgel auf einem kleinen Holzpodest. Damit sie spielbar ist, muss ein Schlauch angeschlossen werden.

Die Truhenorgel wurde der Gemeinde geschenkt, sie stand irgendwo verstaubt, wurde wieder liebevoll versehrt und immer mehr erweitert.

Die Disposition ist hier zum ersten Mal im Netz. Morgen erzähle ich von meinem Chorleitungsstudium.

Vleugels Link Orgel Eberbach Baden



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