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Ann-Helena Schlüter

5. Oktober 20225: Your were made for more than this word sells. (Chris Tomlin)

Ich habe meinen ersten Federweißer 2025 getrunken. Leider vertrage ich es nicht so gut.

Mittlerweile bin ich in Worbis angekommen.

“Lebendige Stimme” von Anneliese Riesch kann ich empfehlen. Die Esoterik, die immer wieder stark durchkommt, gefällt mir jedoch nicht. Dabei wird die esoterische Körperanschauung nicht als solche benannt, sondern als Fakt und Realität, sogar von “Fachsprache” ist die Rede – welche Fachsprache, wird jedoch nicht gesagt.

Es stimmt, dass es Kräfte und Pole im Körper gibt, und ich stimme absolut damit überein, dass gerade Künstlerinnen und Künstler Zeugungserfahrungen in ihrer Arbeit erleben. Das Buch “Lebendige Stimme” ist schon relativ alt, und von daher sind ihre Erkenntnisse revolutionär. Ich hätte sie jedoch anders, christlich formuliert.

Sie spricht davon, dass die Sexualkraft sozusagen im Mark des Menschen in die künstlerische Arbeit einfließt und dort verwandelt wird. Das ist absolut richtig. Das macht einen großen Teil der künstlerischen Arbeit aus und unterscheidet (Kirchen)Musiker als Handwerker und Dienstleister von Musikern als Solisten und Interpreten und diese wiederum von schaffenden Künstlerinnen und Künstlern, die Werke erschaffen und erzeugen und Neues kreieren.

Vielleicht wurden daher Komponisten, Denker und Erfinder als hauptsächlich männlich wahrgenommen, weil man meinte und meint, dass nur Männer zeugen, dass nur Männer “Eier haben”, oder besser, “genug Eier haben”. Was natürlich völliger Unsinn ist.
Früher war die Sexualkraft der Frauen komplett aufgezehrt darin, dass sie andauernd – am besten jedes Jahr – geschwängert wurden. Wie sollten sie ihre Zeugungskraft für etwas anderes aufwenden? Sie waren mit Überleben beschäftigt. Männer beuteten die Kraft der Frauen aus und legten sie lahm. Die männliche Zeugungskraft aber flirrte frei umher, in jeder Hinsicht.

Natürlich ist es nicht nur die menschliche Sexualkraft, die zeugt, sondern neben Stoff der Geist. Geist und Seele. Das Spirituelle. Die Leidensfähigkeit. Talent. Der Kontakt mit Gott. Und darin haben Frauen eine ganz besondere Begabung und eine tiefe Connection, mit allem Unsichtbaren, Lebendigen und Geistlichen.


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4. Oktober 20225: Stoff und Geist kommen in der Musik zusammen.

Heute erinnere ich an Marie Jaëll.

Und empfehle die schwedische Broschüre „Intonation im Chor. Du sollst nicht falsch singen wider deinen Nächsten“. Das ist sehr gut.

Ich glaube, der Grund, warum viele Kirchenmusiker deutsche Romantik weder lieben noch kennen und daher nur der französischen erliegen, ist, dass Franz Schubert nicht für die Orgel komponiert hat.

Alle Pianistinnen und Pianisten, die schon früh Schubert gespielt haben, wie z.B. die 4 Impromptus opus 90, die ich mit elf gespielt habe, sind für immer unwiderstehlich hingezogen zur deutschen Romantik, die vielen Organisten leider unbekannt und verschlossen bleibt.

… Viele Pianisten singen etwas seltsam, habe ich festgestellt, fast so, als könnten sie nicht singen oder würden es nicht wollen. Ich habe dann jedoch gemerkt, dass ich zum Beispiel nur jeweils einer Solostimme Raum geben kann. Das ist bei Pianisten vor allem das Klavier, der Flügel – oder besser, wir singen mit den Händen. Dort sammelt sich die ganze Konzentration.

Daher ist die Stimme etwas von außen, etwas, das kollidiert. Ich glaube, dass daher viele Profi-Solisten-Instrumentalisten zum Schutz die Stimme wie „herunterfahren“, damit das Instrument voll durch die Hände leuchten und singen kann.

Doch durch mein Singen im Chor und Gesangsunterricht hatte ich immer Zugang. 

Nun bin ich auch Konzertorganistin geworden, nun ist es anders. Durch die Pfeifen, das Atmen, die Kirchenmusik und die Chorleitung ist der Kontakt zu Stimme anders, viel stärker. 

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3. Oktober 20225: Ein Chor ist immer eine pluralistische Gruppe.

Heute erinnere ich an die wunderschöne Björk – die leider jetzt mit 60 ihr Gesicht hinter Masken verbirgt, weil die Männerwelt kein Älterwerden akzeptiert außer bei sich selbst.

Ich freue mich auf die Goldberg Variationen in Worbis.

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2. Oktober 20225

Foto: Balve

Ich habe ein neues Hobby: Sportschießen, im Schützenverein. Also Präzisionsschiessen. Es macht Spaß und ich bin auch gut. Mir gefällt die Konzentration und Körperbeherrschung und dass man mit scharfen Waffen hantiert, was aufregend ist. Was mich allerdings niemals interessieren würde, wäre Jagen und Tiere töten.


  1. Oktober 2025: Für viele Menschen ist Gesundheit Gott.

Foto: Barockorgel 1786/1983 kath. St. Blasius Kirche Balve Sauerland

Diese schöne kleine grün hölzerne Barockorgel in der Alten Kirche ist von einem unbekannten Orgelbauer 1786 angefertigt worden. Wie sie wohl klang? Nun ist im alten Gehäuse eine Stockmann Orgel von 1983.


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Anonyme Barock Orgel

30. September 2025: Die öffentlichen Abstrakten zittern und beben hinter dem Notenpult.

Foto: Barockorgel 1786/1983 kath. St. Blasius Kirche Balve Sauerland

Besonders schön fand ich im Konzert, Fernwerk und Rückpositiv im Duett zu spielen, beispielsweise Oboe oben kombiniert mit Salicional unten. Der Schweller war die Akustik.

Es ist meine 6. oder 7. Stockmann Orgel. Sauerland ist eine „Stockmann-Gegend“.

Die grüne kleine Barockorgel dient im 3. Manual als Fernwerk. Sie steht in der sogenannten alten Kirche unten und hat einen eigenen Spieltisch.

Beide Orgeln sind barock im Klang konzipiert. Die Hauptorgel wirkt größer als sie ist.

Besonders gern habe ich im Konzert das Glockenspiel und die Fernorgel verwendet. Beides passte sehr gut zu meinen Flötenuhren.

Die öffentlichen Abstrakten zittern und beben hinter dem Notenpult.

Die Kirche besitzt 9 Glocken, einen 20 Meter hohen Turm und typisch westfälische Romanik.

Auch wenn es eine Setzeranlage gibt, verwende ich Register zusätzlich immer spontan manuell. Es macht mir einfach Spaß, frische Farben zu kreieren.

Im Süden befindet sich die große Orgel, die 1912 von der Firma Anton Feith aus Paderborn erbaut wurde. Umbauten erfolgten 1932, 1952 (jeweils Fa. Feith) und 1962 (Fa. Stockmann).

Zudem wurde bei den Renovierungsarbeiten 1980 die Orgel von den Gebrüdern Stockmann nochmals ganz umgebaut und als Schwalbennestorgel an die jetzige Position versetzt. Sie wurde 1983 eingeweiht. Die Orgel hat ein Celesta (Glockenspiel) im 3. Manual.

Für die Kirchenmusiker ist es schön, ihre Orgel im Konzert einmal ganz in Ruhe von unten zu hören, da ich oben alles alleine mache. Für manche ist es seit Jahren das erste Mal.

Ich habe CDs verkauft und oben am Mikro etwas zum Programm erzählt.

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29. September 2025

Foto: Schwalbennest Orgel Stockmann kath. St. Blasius Kirche Balve Sauerland

Das Konzert gestern war sehr schön. Die Akustik der großen Kirche ist brillant, stark und phantastisch. Die kleine grüne Barockorgel von der Seite mit ihren 10 Registern gehört als eine Art Fernwerk zum Spieltisch der großen Hauptorgel, nämlich das dritte Manual der Stockmann Schwalbennest, auf der Höhe des großen Kronleuchters. Die Barockorgel ist ebenfalls von Stockmann im alten hübschen Gehäuse von 1786. Wie sie wohl ursprünglich klang?

Ich habe ja etwas Höhenangst. Es geht steil herab. Unter der Orgel ist das Rückpositiv. Und zwar rechts und links unter den Pedaltürmen. Es ist meine 6. Stockmann-Orgel. In den benachbarten Sauerlandstädten Menden und Iserlohn habe ich schon gespielt.

Anschließend waren wir im 2,5-Millionen-Pfarrheims Pizzaessen. Die Kirche gehört ja zum reichen Bistum Paderborn.

Sie ist groß, hängend, 3 M, mit Rückpositiv und großer Setzeranlage. Schweller oder Walze besitzt sie nicht. Die Vorgänger-Orgel stand früher hinten in einer Art Orgelkammer mit Chorempore, man spielte mit dem Gesicht zum Altar. Dann wurde eine Zwischenwand eingebaut und diese Schwalbennest gebaut.

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28. September 2025

Foto: Musikalischer Bibliolog

Bin unterwegs von Rendsburg bei Kiel nach Balve bei Dortmund, im Sauerland, was doch weiter weg ist als ich dachte – zum Konzert. Der Chorleitungs-Intensiv-Kurs mit Annedore Hacker-Jakobi im Nordkolleg Rendsburg war super, kann ich nur empfehlen.

Es war echt sehr intensiv. Wie ein Schwamm habe ich alles aufgesaugt. Ich habe Annedore ja im Studium an der HfMT Hamburg schon kennengelernt. Sie stammt auch aus der Wolfgang Schäfer-Schule, den ich ja auch wunderbar finde.

Wir waren eine tolle Gruppe und ich habe viel gelernt. Im Abschlusskonzert sollte ich Evening Prayer dirigieren. Aber leider musste ich schon weg.

Was habe ich erlebt?

  • spielerischer, positiver Umgang mit Leitung und Musik
  • spannendes weibliches Repertoire
  • Themen: Bewegung, Kreativität, Bühnenpräsenz und Gruppendynamik bzw. Gruppenphänomene
  • Einstieg, Übergang, Probe
  • Einsingen (lang und kurz) und körperliche Warm-Ups
  • Technik
  • Das Standing vor dem Chor
  • Funktionales Wissen über die Stimme und Übungen dazu
  • Das Lernen von anderen und durch andere (Feedback, Austausch) zu Dirigat und Probenmethodik

Chorleitung ist ein sehr weites Feld und doch etwas Fließendes und Natürliches.
Pädagogik, Musikalität, Klangvorstellung, Psychologie, Gesangsqualitäten, aber auch klarer, strukturierter Pragmatismus und Methodik gehören dazu.

Ich mache vieles instinktiv und gefühlvoll. Alle intensiven, ruhigen Stücke kommen mir entgegen. Andere wiederum stehen mehr auf Zahlen, fetzige Stücke, viele Taktwechsel usw. Beides ist wichtig.

Balve Schwalbennest-Orgel:

27. September 2025: … set way-marks for the doubtful feet that stumble on in search of it. 

Ich bin im hübschen Rendsburg bei Hamburg bzw. Kiel im Norden angekommen. Das Nordkolleg ist ein großes grünes Gelände. Es ist sonniges Wetter. Wir sind eine interessante große schöne Gruppe mit völlig unterschiedlichen Backgrounds. Das ist spannend.

Chorleitung ist etwas Natürliches. Wie Singen. Manche machen daraus eine Wissenschaft, etwas Abgrenzendes. Dabei ist es etwas so Natürliches und Menschliches, gerade für musikalische Menschen. Ich glaube, dass gerade die daraus etwas Ausgrenzendes oder Abgehobenes machen, die in anderen musikalischen Gebieten versagen, z.B. darin, ein Instrument zu spielen oder gut zu spielen.

Aber eigentlich ist Chorleitung etwas, das jedem steht und liegt. Etwas, das man gut lernen kann. Etwas, das sehr individuell ist. Nicht gefährlich, maskulin oder autoritär. Im Gegenteil. Etwas, das bei jedem „funktioniert“, wenn man musikalisch ist.

Leider gibt es Leute, die Chorleitung beherrschen oder kontrollieren wollen, oder daraus einen Wettbewerb machen, nach dem Motto: Das ist erlaubt, das nicht. Das darf man machen, das nicht. „Es geht nur so“. „Nur so ist es gut.“ Das ist falsch.

Deswegen ist Chorleitung ein Prozess. Erfahrung. Vertiefung. Bühnenpräsenz. Gruppendynamik. Um den eigenen Weg zu finden.

Hier sind wir eine schöne Gruppe mit tollen Komponistinnen. Wir lernen viel. ❤️ Ich gehe schlafen mit überkreuzten Ohrwürmern.

Ich habe Clara Schumanns Gandoliera dirigiert.

26. September 2025

Heute erinnere ich an Walentina Kirliana.

Meine neue Lieblings-Pizza ist Bresaola-Pizza. Was mich schon immer an Pizza gestört hat, ist “Hinterschinken”. Gruselig. Aber richtig lecker ist der norditalienische, milde Bresaola, zusammen mit Rucola auf Pizza.

Schuberts wunderschöne 4 Impromptus spiele ich an meinem Gotrian Klavier. Wenn dann alles fertig ist, gehe ich an den Steinway.