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Tur Blogg

Sydney, New South Wales

Bin nun in Sydney, New South Wales. Es ist warm, manchmal sogar ploetzlich regnerisch. Waren gestern abend im Opernhaus in La Bohème, eine romantische Inszenierung, dass ich weinen musste: so muss eine italienische Oper sein! Findet man das noch in Europa? Der Tenor war phantastisch, die deutsche Dame neben mir aus Heidelberg wischte sich die Tränen unter der Brille weg. Ein gestylter Koreaner im Anzug hinter mir aber aß Chips! Wir kamen zwar direkt vom Strand, und ich hatte noch Sand im Nacken und war in einem grünen Bondi-Jumper. Ich bat ihn dennoch, mit dem lauten Essen aufzuhören, wir sind ja nicht im Kino. Er sah mich etwas zerknrischt an. Chips in der Oper.

Heute war ich in der Show Blaze im Hauptkonzertsaal im Sydney Opera House: Stepptanzende Hip Hoper zu Michael Jackson auf silbernen Koffern! Anschliessend spazierte ich ueber die Harbour Bridge mit der dramatischen Aussicht. Die Bruecke kam mir viel kleiner, niedriger und kuerzer vor als die Tasman Bridge. Sie ist dazu fast abgeriegelt und wird rund um die Uhr bewacht. Die armen Wachtmaenner stehen die ganze Nacht herum. Die andere Seite, hinter der Bruecke, zeigte eine voellig andere, viel aermere Sicht und Bevoelkerung Sydneys.

So einiges falsch und erschreckend in so einer grossen Stadt am Ende der Welt. Ich machte auch Fehler. Ich suchte spaeter nach „The Rocks“ und stellte fest, dass es eine Gegend ist, keine Felsen. Und ich lief fast auf der Fahrradseite der Bruecke zurueck und wollte zuerst an der Bruecken-Strasse entlang laufen, weil ich den Fussgaenger-Weg nicht fand.
Ob ich morgen die Blue Mountains ansehen kann? Das Cruise Schiff von Hobart stand in der Bucht und fuhr nachts hocherleuchtet und tutend am Opernhaus vorbei und davon ins Meer.

Am Samstag liefen wir von Coogee Beach ueber Clovelly Beach, Gordon’s Bay, Waverley Cementary, Bronte Beach und Tamarama Beach nach Bondi Beach, immer am Wasser und den Felsen entlang. Das Meer kam pulsierend angefegt, atmend, mit langer, fremder Geschichte, fast abrupt auf Land treffend, obwohl um Zaehmung bemueht.

Seltsam ist, das mitten zwischen Straenden, sportgierigen Neon-Joggern und eleganten Surfern dieser weisse grosse Friedhof liegt, still, mittendrin, erinnernd an Tod und Vergaenglichkeit in dieser Mode, in Sucht und Leben.

Nach frischem Swordfish und Melissas selbstgemachten Anzac-Keksen lagen wir am Bondi Beach und schliefen in Wind und Sand ein. Wie auf einem riesigen Kissen. Sand is like a giant pillow. Meine Wangen schliefen, Anspannung fiel aus meinem Gesicht wie ein Haus. Plumeria (Frangipani) duftet wie Mandeln ueberall an den Felsen. Wir wurden von Melissa aus Kingsford abgeholt, wohnen aber in Calingford, Epping, Westfield, ziemlich weit von der Stadt und Circular Quay. Die Zuege brauchen ziemlich lange, und alles ist weit ausgestreckt: von den Huegeln Sydneys, bei Norwest, wo ich Hillsong besucht habe, wo Mike Pilavachi aus London gesprochen hat. Es war sehr gut. „The devil puts always stomachs in front of our feet.“ Ich traf einige Deutsche, die die obere Nord-Kueste wochenlang mit umgebautem Bus gefahren sind.
Kreditkarten heissen in Australien eftpos. Wie es wohl in Deutschland wieder sein wird? Es ist manchmal erstaunlich, wie fremd das vermeintlich Vertraute sein kann, mit langen Zaehnen, als haette es ein anderes Leben, einen anderen Stil. Wenn es sagt, es vermisst mich, meint es das auch?

Adelaide

Letzter Tag in Adelaide. Art Galleries, die wunderschoene St Peter’s Cathedral am Cricket Ground, die andere Kathedrale am Victoria Square, Parks, Museum South Australia mit vielen Infos ueber Aboriginals und den Pazifischen Inseln, Ozeanien, der Forscherin Elisabeth Kraemer-Bannow, den australischen Tieren, Wale und Tuemmler, Kunstwerke aus Enamel (Lack) und aus dem Tate. Schwammen ein letztes Mal im Gulf St Vincent, Glenelg Beach, fanden meine Uhr im Sand nicht, tranken Sangria im Tasca Viva, Tapas Bar, und assen Piquillo Peppers. Ueberall haengen die Schilder von der Santos Tour Down Under. Wir assen im Sandechin Restaurant im Tea Room Barramundi auf Avocado.

Abends nahmen wir an der spannenden Grusel Tour durch Old Adelaide Gaol, dem alten Gefaengnis, teil. Yard 1-6. Aber es war nicht wirklich scary, auch wenn sie viele Geistergeschichten erzaehlten. Ich fand es nur sehr traurig, wie viele Menschen dort gehaengt wurden. Es gibt einen Unterschied zwischen sad und scary, und die wahren Geschichten interessieren mich immer viel mehr, zum Beispiel die Geschichte ueber die arme Elizabeth Woolcock. Das ist viel spannender als erfundene Business-Geistergeschichten. Wir fuhren dann mit Michelle und Will heim nach South Terrace, Hyde Park in Adelaide, Carrie wohnt in East Terrace.

Ich freue mich, dass ich bald Northern Territory, Great Ocean Road bei Melbourne, Alice Springs, Ayers Rock (Uluru), Cradle Mountain North Tasmania, Cooper Pedy (underground homes), the deserts und the Kimberley Wilderness in WA bestaunen kann. Aber alles nicht so schnell. Mistakes sind nicht dasselbe wie habits.

Schwarze Schwaene sehen nicht nur ganz anders aus als weisse proportional, sie haben auch eine ganz andere Persoenlichkeit, sind wesentlich weniger aggressiv.

mein Blüthner-Flügel meiner Kindheit bei mir

Jahreswechsel

Ein Jahr geht zu Ende. Es war ein kreatives Jahr, in dem ich viel gelernt habe. Menschen sind immer wichtiger als Visionen. Es ist nicht immer leicht, operativ auszuführen, zu managen und aktiv umzusetzen, was man als Vision in sich trägt. Der Roman ist unterwegs zu Verlagen. Es war noch mal sehr viel Arbeit, ihn zu bearbeiten. Ich bin froh und dankbar für meinen Lektoren, Professor aus Heidelberg.

Deswegen und wegen den vielen Konzerten habe ich den Abgabe-Termin meiner Magisterarbeit vom 20.1. auf den 1. März verschoben. Schreibt man so viel, ist es nicht leicht, aus dieser Welt wieder in die Realität zurückzukehren. Die Wissenschaft ist eine so andere Sparte als Lyrik und Belletristik. Für den Auftritt im Omnibus probe ich mit einer Band, und das ist wirklich spannend und noch mal eine ganz andere Welt, mit Schlagzeug, Bass, Keys, E-Gitarre und diesen tollen Jazzmusikern zu proben. An den eigenen Liedern.

16. Dezember 2010

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Bibel-TV

2 Stunden Aufnahmen am weißen Yamaha für Bibel TV, Beethoven, Chopin, Bach, Piano Improvisationen & Liturgie, schon um elf Uhr früh, ziemlich früh, danach Talk mit Heiko Bräuning, alles gut gelaufen, während ringsum Schneegestöber tobte. Das Filmteam und der Soundmann (lLivesound) aus Herrenberg, Leipzig und Pforzheim waren super nett, das Hotel, das Essen und selbst das Taxi, ein Benz mit Rückenheizung, sehr angenehm.

15. Dezember 2010

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Charisma

Bald ist Weihnachten! Morgen Fernsehgottesdienst, heute Piano-Songs und Chopin und Lyrik im Peppino, stehe heute mit Interview in der Zeitung Charisma. Habe Muskelkater von der Reitstunde, kann mich kaum bewegen. Reiten erdet mich und tut mir gut. Der Geruch der Pferde ist himmlisch. Ich mag vor allem die komplizierten Stuten, die auf der Koppel eher etwas frech sind.

Es trifft mich immer noch, wie Michael Jackson gestorben ist. Er war ein Künstler durch und durch.

12. Dezember 2010

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Extra-Chor und Konzert mit Cello

Vorgestern Konzert im Martin Luther Saal in Würzburg mit Philipp Hagemann, Cello. Die Heizung fiel kurz vorher aus. Es ist anstrengend für mich, zwischen Klassik und meinen eigenen Liedern hin und her zu pendeln, auch im Programm, da es zwei so völlig unterschiedliche Dinge sind. Gestern Abend sang ich im Theater im Extra-Chor, vor uns saß das gesamte Orchester, speziell das Schlagwerk. Es war wirklich schön, laut und bombastisch mit Wagner. Viel regionale Prominenz im Publikum.

Ravensburg

Das Konzert in Ravensburg/ Wilhelmsdorf lief wunderschön, der Saal war weihnachtlich geschmückt um den schwarzen Yamaha Flügel. Das Hotel war auf einem Berg, ich konnte die Schweizer Alpen und den Bodensee sehen, im Nebel, in der Sonne, im Schnee. Die Zieglerischen Diakonie-Werke hatten zum ersten Mal ein klassisches Konzert, erzählte mir Heiko Bräuning.

Dennoch liebten die Leute besonders meine Lieder und Piano-Improvisationen. Kurz vorher hatte ich einen Spreisel ausgerechnet in die rechte Zeigefinger-Fingerkuppe gerammt, aber wir bekamen ihn raus. Ich hätte sonst nur schmerzvoll spielen können.

Nächste Woche spiele ich dort in Fernsehgottesdiensten Bibel-TV an einem weißen Yamaha: Stunde des Höchsten auf dem Höchsten, Bodensee. Es wird gefilmt von dem Kamerateam um Immanuel Heims.

Omnibus und Martin Luther-Kirche

Konzerte im Omnibus Würzburg, Leonberg und nächste Woche Wilhelmsdorf bei Ravensburg. Ich freue mich besonders auf die Stillen Adventstage in Leonberg. Am meisten schalte ich neben der Magisterarbeit beim Chorsingen im Theater, auf dem Reiterhof oder beim Schreiben ab.

Ausschnitt zum ERF Fernsehstudio-Interview mit Jürgen Werth.

Bin nun Mitglied bei der Gema VG Wort und der GVL, wurde auch Zeit. Bald spiele ich meine Lieder wieder mit Cello und Drums, freue mich darauf, in der Martin Luther Kirche Würzburg. Die CD mit Johannes Warth hat Spaß gemacht.