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Tourblog

13. November 2024: Geh dahin, wo es keinen Weg gibt, und hinterlasse eine Spur. (Emerson)

Foto: Linz

Heute erinnere ich an die Komponistin Antonia Bembo.

Also, wenn man nicht übt, dann ist und wird man teilweise wie all die anderen Menschen auf der Welt. Das Üben prägt einen schon sehr.

Ich empfehle den Film „Symphonie der Tiere“ mit Camille Saint-Saens Karneval der Tiere. Ich liebe diese Musik, habe es selbst mit meiner Schwester gespielt. Überhaupt mag ich sehr, wenn Schöpfung, Tiere und Dokumentationen in und mit Musik ausgedrückt werden, siehe Joseph Haydn und seine geniale Schöpfung.

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12. November 2024: Musik muss nicht in allen Bereichen innovativ sein. (Ethel Smyth)

Foto: Acryl AHS

Heute erinnere ich an die britische Komponistin Ethel Smyth.

Ich finde, so wie man in der Musik die Komponierenden erkennen kann, so auch in der Schöpfung den Schöpfer. Wenn ich Schafe auf der Wiese beobachte, dann sehe ich in diesem einen Schaf allein schon Zeit und Ewigkeit. Dass das einfache kleine Schaf da steht und weidet und lebt, während unzählige große Namen gestorben und verschwunden sind: Auf Leben und Tod und Zeitliches und Ewigkeit und Wert haben Geschöpfte, Geschöpfe und Geschaffene wenig Einfluss oder im Grunde keine Kontrolle. Wir können shoppen und bauen und kontrollieren, aber wir sind genauso unmittelbar wie das Schaf.

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11. November 2024: Vixi, scripsi, dixi. (Haydn) 

Foto: Konzert Schwäbisch Hall

Früher ging es mehr um das Werk als die Interpretation. Heute glaubt kaum jemand mehr, dass es noch etwas Neues oder gar „Besseres“ geben kann in der Musik. Aktuelle, neue Musik war früher normal, heute nicht. Komponierte, zeitgenössische Lyrik brauchen wir.

Wenn ich mich frage, was für mich ein musikalisches Erlebnis ist, ist es meist „Bach-Glück“ in dem, was er komponiert: Programmmusik, Formelschatz, symbolisch, verschlüsselt, Tod und Auferstehung in der Kunst der Fuge. Musik spricht.
Ich mag auch Muffat, Zeitzeuge vieler verschiedener Stile, wie Bach.

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10. November 2024: Als Künstler wird man oft für verrückt gehalten. (Ivan Wyschnergradsky)

Foto: Orgelherbst Warburg

Ja, Klang ist etwas, was auch mich überflügelt. Der Propeller des Klangs, die Spaltung des Klangs, Dinge der Unmöglichkeit im Klang. Der Skandal des Klangs. Die gläserne Kutsche und Rasanz. Reicher, exzentrischer Klang. Als Künstlerin muss man Allrounder sein. Oder wie Schubart es schildert:

Tanzende Docken, Töne wie Glocken, Flößen ins Bluth, Rosigen Muth…

Heute erinnere ich an die Komponistin Marianne Martínez.

Ich liebe schnelle, virtuose Finger, brillante Läufe, die Sinnlichkeit an den Tasten, Akkordarbeit. Wenn man selbst weder unmöglich noch exzentrisch, weder gläsern, verwundbar noch skandalös ist, wie will man besonders klingen?

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9. November 2024: Tue deine Augen auf und gehe zu einem Baum und besinne dich. (Jakob Böhme) 

Foto: Beckerath Orgel Altenberge

Heute erinnere ich an Elisabeth von Thüringen.

Ich freue mich auf mein Konzert in Warburg und Würzburg.

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8. November 2024: Ich bin nicht von hier. Ich bin zugschneckt. Reingschmeckt. (Ann im Schwabenland)

Foto: ev. Christuskirche Schwäbisch Hall, Konzert 2024

Heute erinnere ich an die Naumburger Uta.

Mein Konzert heute Abend in der Christuskirche war sehr schön: ein Klavierabend und ein Orgelkonzert. Ich habe beide Instrumente ordentlich durchgepustet, was auch echt mal wichtig war. Es ist mein zweites Konzert hier, 2023 und 2024.

Schwäbisch Hall ist underrated, vielleicht wegen dem Wort „Schwäbisch“. Die Altstadt ist eine verwunschene Märchenstadt voll niedrig kleiner Zwergenhäuser. Schiefe drollige Fachwerkhäuser türmen sich auf, dazu bunte Renaissancebauten mit nachts erleuchteten Erkern, Köpfen und Blumen. Hinter den Fenstern der Zwergenhäuser sitzen die Leute in urigen Weinstuben wie in Puppenstuben oder in einem Gemälde, spielen Karten und Würfelspiele und trinken Wein. Es geht unschuldig, laut und gemütlich zu. Im Grunde ist Schwäbisch Hall fränkisch; nur Sprache und Mentalität sind anders; es ist ja auch nah an der Grenze: Württembergisches Franken Hohenlohe.

Ich bin am hübschen Wettbach durch den Wald entlang gelaufen bis zur Stadt. Nach dem Konzert waren wir im Gräterhaus, dem ältesten Haus der Stadt. Hier befindet sich nun die Weinstube unverzichtbar.

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7. November 2024: Der Anfang ist die Hälfte des Ganzen! (Platon)

Foto: Rieger-Orgel Brucknerhaus Linz

Unterwegs nach Schwäbisch Hall zum nächsten Konzert.

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6. November 2024: Und die gelben Blumen des Herbstes neigen sich sprachlos über das blaue Antlitz des Teichs. (Georg Trakl)

Foto: St. Petrus Kirche Mackenrode Hohenstein, Knauf Orgel

Ich liebe Farben auch!

Historische, romantische Knauf Orgel Kirche Mackenrode Südharz, Nordthüringen, ca. 10 km von Bleicherode, 2 M, 20 R

Die weiße Knauf-Orgel mit Manual (= HW) und Oberwerk ist meine 28. Knauf-Orgel. Sie ist mit Abstand die größte Knauf-Orgel der umliegenden Dörfer.

Hier muss dringend die Windanlage restauriert oder erneuert werden, da sie nicht dicht ist. Dadurch wimmert die Orgel, weil die Windversorgung schlecht ist. Die Balganlage zu restaurieren, ist sehr teuer. Bitte spendet! Auch einige Register sind momentan nicht mehr zu verwenden. Es wird ca. 100.000 € kosten, diese Orgel komplett zu restaurieren.

Evangelische Kirche, ehemals Grafschaft Hohenstein in Nordthüringen, Vorharz:

Im schönen Nordthüringen ca. 10 km von Bleicherode entfernt, steht diese romantische Orgel. Die Disposition ist hier zum ersten Mal im Netz.

Oben auf der Westempore in der hellen, schlichten Kirche in einem Friedhof steht das Instrument. Das Dorf besteht aus Fachwerkhäusern und Bauernhöfen.

Bleicherode war früher eine aufstrebende Stadt gewesen.

Der Südharz mit seinen Eichen, Wiesen, Seen, Bauernhöfern und Hügeln gefällt mir gut. Mylius (Dichter) kommt von hier.
Natürlich war auch die Orgel sehr überrascht, mich zu treffen.

Hell zimtiger Klang in samtig trockener Akustik.

Warmer, weicher Klang in sprechender Akustik. Lebendiger Wind kann getreten werden und die Flöten sind wunderschön.

Wunderbar klarer Klang in trockener Akustik.

Knauf Orgel St. Petrus Kirche Mackenrode Südharz Thüringen

Die helle Fachwerk-Kirche in Friedrichsthal ist wunderschön.

Der mystische „Brocken“ glitzerte im Nebel.

Die schönen und besinnlichen Dörfer Schiedungen, Trebra und Gratzungen und viele andere brauchen dringend Hilfe und Förderung bei der Sanierung ihrer Orgeln.

5. November 2024: Musik ist meine zweite Wahl. Meine erste Wahl ist Gott. (AHS)

Foto: Walcker Orgel Erlenbach am Main

Ich vergass vor lauter Prag, Linz und Thüringen zu erzählen, dass ich am 27.10., als ich wieder mal zwei Konzerte hatte an einem Tag, das zweite Konzert nach meiner Musikpredigt im Südharz in Erlenbach am Main bei Aschaffenburg in der schönen Martin-Luther-Kirche spielte. Und hier ist die Disposition zum ersten Mal im Netz:

https://www.ann-helena.de/orgelinformation/walcker-orgel-martin-luther-kirche-erlenbach-am-main/

Nach dem Konzert waren wir beim Vietnamesen essen. Davor war ich in Prag und danach in Linz. Jetzt ist etwas Pause.

Wunderschön war auch die funkelnde Rieger-Orgel im Brucknerhaus in Linz. Ich habe gern die Orgel den Kids vorgestellt, die in Licht getaucht wurde.

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Die Orgel lässt sich butterweich spielen. Es ist wirklich so, die modernen, neuen, großen Orgeln mit Setzeranlagen sind so bequem und easy zu spielen, nachdem man viele historische, schwergängige, unbequeme, exklusive Orgeln ohne Setzeranlage gespielt hat.

Die politische Situation in Linz ist nicht leicht gerade. Es gibt keinen Bürgermeister mehr, keine Direktoren oder Leiterinnen.

Auch meine Zeit in Thüringen war wieder mal sehr schön. Morgen stelle ich die Orgeln in Mackenrode Hohenstein und in Friedrichsthal Südharz vor. Bitte spendet vor allem für die dringende Sanierung der Knauf Orgel in Mackenrode!

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4. November 2024: Musik ist mein Sehnsuchtsventil. (AHS)

Foto: meine Hand

Heute erinnere ich an Egil Hovland. Ganz genialer Komponist.

Gedanken zu:

Der Heilige Geist

Von der Dreifaltigkeit ist der Heilige Geist für viele die seltsamste Gestalt, um es gelinde auszudrücken. Jedoch: Was mir sehr geholfen hat: Der Heilige Geist ist sehr kreativ, künstlerisch, für uns unberechenbar, frei, im Hebräischen sogar weiblich, RUACH. Alles, was mit Leben, Schönheit und Wundern zu tun hat, mit Atmen, Zartheit, Zärtlichkeit und Leidenschaft, hat mit dem Heiligen Geist zu tun. 

Gott ist der größte Künstler. Unsere Kunst ist nur ein Abbild von ihm. 

Es ist schön und wichtig, eine Berufung und eine Vision für unser Leben zu haben. Denn alles ist ein Geschenk und wir leben zwar ewig, aber auf dieser Erde nur dieses eine Mal. Wir alle sind einzigartig und so auch unsere Gaben, Talente und auch unsere Eigenarten. Wir sind geliebt. Jemand kennt jedes Haar auf unserem Kopf. Und jedes Haar ist wichtiger als jede Note des Universums. Denn jeder von uns ist wichtiger als die schönste Musik, wichtiger als das teuerste Auto oder das meiste Geld. Denn Jesus starb nicht für Musik. Er starb für uns. Für Menschen. Das war seine Vision. 

Sünde

Sünde ist heute ein sehr aussortiertes, schräg angeschautes und sehr altmodisches Wort, mit dem die meisten kaum noch etwas anfangen können. Jedoch ist „Fehler machen“ oder sündigen ein großer Unterschied in der Dringlichkeit, in der Intensität, in der Wahrnehmung. Außerdem setzt die Erkenntnis von Sünde voraus, dass man nicht nur ein „guter Mensch“ ist, wie sich manche gerne sehen, auch ohne den modernen Begriff Gutmensch zu verwenden, der viel beliebter ist als der Begriff Sünde und geradezu ein Ersatz wurde. Wenn wir nicht nur gut oder vielleicht gar nicht gut sind, wer rettet uns dann von Schuld und Sünde? Den können wir nur finden, wenn wir wissen, dass wir nicht einfach nur „Fehler machen“, die ja meist im Grunde „egal sind“. Nein.

Denn wenn wir Vergebung erleben, das ist wunderschön und befreiend, und die fließt nur für Sünde, nicht für Fehler. Und wenn uns vergeben wird, was sehr erleichternd ist, erst dann können wir auch anderen vergeben. Musik soll uns helfen, der Sünde ins Gesicht zu sehen. 

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Ich habe Kirchenmusik bewusst weit weg, an der Universität Greifswald studiert, da ich die künstlerischen Konzertfächer Orgel und Klavier an den großen (säkularen) Hochschulen studiert habe, Hamburg, Köln, Frankfurt, und ich wollte mich auf Kirchenmusik, da ich hochgestuft wurde, ganz konzentrieren und mich bewusst an einem Kirchenmusik-Institut dafür „zurückziehen“.

Obwohl oder gerade weil ich aus einer klassischen Pianistenfamilie komme, war mein Weg nicht der typische Weg eines Kirchenmusikers, ich habe zuerst Klavier studiert und war viele Jahre als konzertierende Pianistin unterwegs, bevor ich die Orgel entdeckte und meine Liebe zur Orgel und in diesem Zusammenhang auch Kirchenmusik studierte.   

Gerade weil ich aus einer “anderen Welt” komme, birgt das viele Stärken und Vorteile, da sich die Kirche und vor allem junge Leute nach Neuem und Aufbruch und Kunst sehnen.

Ich war immer schon gläubig und ehrenamtlich in der Kirche und auch in der Freikirche musikalisch und in der Jugendarbeit und Kinderarbeit tätig mit Bandarbeit, Songs, Improvisation und Unterricht.

Kinderchor, Bandarbeit und Gospelmusik ist daher für mich eine sehr schöne Sache, die ich schon viel gemacht habe. 

Orgel habe ich zunächst als rein künstlerischen Fach studiert, da Kirchenmusik für mich „verstaubt“ und unkünstlerisch erschien und mich eher an das Fach Schulmusik erinnert hat. Ich war sehr lange ausschließlich mit konzertierender Musik unterwegs und uns wurde im Studium an den Hochschulen ein Unterschied zwischen den lehrenden und den künstlerischen Fächern „eingebläut“. 

Hier eine Einheit zu finden, ist mir nun wichtig. 

Da ich auch Instrumentalpädagogik, Musikpädagogik und Musikwissenschaft studiert hatte, war ich schon immer sehr an lehrenden Fächern interessiert. Ich liebe es, Musik zu vermitteln, Glauben zu vermitteln, mit jungen Menschen Songs zu spielen und zu singen und sie vielleicht auch für die Orgel und Klassik zu begeistern, denn diese Dinge müssen nicht getrennt sein.