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Ann-Helena Schlüter

Be tough enough to fight, tender enough to cry, human enough to make mistakes, humble enough to admit them, strong enough to absorb the pain, resilient enough to bounce back, and keep on and keep on moving. (The Shining City)

Ladegästin in Schwerin – was für eine Orgel! Gestern konnte ich vor Müdigkeit und schmerzenden Händen nicht schreiben. Meine Hände fühlten sich nach 12 Stunden Aufnahmevorbereitung und Aufnahme geschwollen an, vor allem meine fünften Finger. Ich habe noch nie eine solche Orgel erlebt: sehr schwergängig im HW (erstem Manual=zweitem), viel schwergängiger als alles, was ich bisher erlebt habe, vor allem, wenn man Liszt spielt (bei Bach geht es noch), auch viel schwergängiger als Merseburg – aber mit eigenwilligen, bezaubernden Klängen. Ich habe sehr viel von dieser phantastischen Orgel gelernt und bin sehr dankbar. Vor allem, wie nachts der Raum schwingt. Was ist das für ein Wahnsinngsgefühl, einen Raum mit Klang zu fluten.

Es war eine spannende Aufgabe für mich, zu registrieren. Ich mag die unebene Elfenbeinoberfläche, die Muschellichter und die Kerzen an den Seiten. 

Wir haben die wunderschöne Liszt-Zunge Aeoline 16-Fuß im vierten Manual vorher gestimmt (chromatisch, dazu muss man ganz ins Innere der Orgel) und im zweiten Satz verwendet, genauso auch Dulzian 16 und Posaune 16 im Pedal für Tutti (ab D und die C-Oktaven zusammen); auch Oboe im zweiten und Klarinette im dritten Manual, für Dialoge im zweiten Satz. Beim Stimmen höre ich oft massive Obertöne, die mich ablenken. 

Die HW-Zungen Trombone 16 und Trompete 8 haben wir (erst C-Lade, dann Cis-Lade) gestimmt. Rundsichel. Zack, zack. Während ich übte, wurde noch im Gerüst nebenan Deckenfiguren restauriert.

Und abends gab es plötzlich eine Anti-Impf-Demo vor der Kirche. Ich kann das verstehen, aber nicht, wenn ich Liszt Ad nos zweiten Satz aufnehme. Ich war kurz vorm Durchdrehen. Ich hoffe, man hört es nicht auf der Aufnahme. Ich poste es für euch, wenn es soweit ist.

Durch die Orgel bin ich noch geräuschempfindlicher geworden. Ich höre alles. Gewisse Geräusche sind für mich Foltermethoden. Man kann damit alles aus mir herausholen, zum Beispiel, wenn Papier auf Schnurrbärten reibt oder beim Knistern von Jacken. 

Michael hat alles aufgebaut, wir haben am Montag einen schönen sonnigen Tag erwischt, das Frühstück war lecker, und ich hatte Energie für 7 Stücke insgesamt. Danke an Jan und Jonas. Ich bin mit einem Registranten ausgekommen, weil er das super gemacht hat. Und danke auch an Florian, Christoph und alle Unterstützer dieser künstlerischen Projekte. 

Was ich wieder durch diese Orgel erlebt habe: Eine Durchlässigkeit des Klanges bis zur letzten Spitze des Raumes, vor allem nachts im Stillen, wenn alles ergeben und ruhig ist. Ich schwang mit der Orgel hinten beim Altar, tief im Klang. Als wäre die Orgel rund und umschlossen bis zum Ende der Kirche, und meine Seele inmitten. Ihrer Fittiche. Dieses Schwingen löst alle Aufregung und Hektik auf. 

Ich freue mich, dass meine Noten un Frankreich und USA gekauft werden.

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Liszt

24. November 2020

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“Beethoven schimpfte sehr auf die Organisten … die Besetzung der Stellen ginge nach Gunst und Gebräuchen. So kämen die Leiermänner oben an.” (Freudenberg, 1825)

Dann war das wohl schon zu Beethovens Zeit so. Heute nicht anders. Ob Beethoven deswegen aufhörte, für Orgel zu komponieren? Die Aufnahmen in Schwerin gehen super voran:

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23. November 2020

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Beethoven war Organist!

Das muss mal festgehalten werden, das wissen viele nicht. Ludwig van hatte ein Herz für die Orgel und sich mit Orgelspiel Geld verdient.

Mein drittes Zusammentreffen mit der wunderschönen Ladegast hier in Schwerin. Vielleicht die schönste ihres Meisters. Ich kann den Dom von meinem Hotelzimmer aus sehen. Auch das Schloss. Kameramann Michael, mit dem ich schon ein gutes, eingespieltes Team bin, und ich sind die Einzigen im Hotel und haben tolle Zimmer im 5. Stock. “Ja, wer reist denn da in diesen Zeiten?” Ja, ich würde wohl selbst bei Erdbeben noch (zu Orgeln) reisen.

Das HW ist das zweite Manual, wird aber erstes Manual genannt, das dritte is das zweite, und das erste das dritte und oben das vierte. Im zweiten gibt es momentan nicht so viele Farben, die man auswählen kann. Rechts sind die Register vom ersten und zweiten plus die “Nebenzüge” wie Tremulant, Koppeln usw.

Links sind die Register vom dritten und vierten Manual und vom Pedal.  8 und 9 sind Walze und 10 der Schweller für das vierte Manual. Jan und ich haben gestern noch die Klarinette (chromatisch) vom dritten und die Trompete vom ersten gestimmt. Es ging sehr schnell, weil Jan die Orgel so gut kennt. Da der Sommer lange vorbei ist, braucht es, bis sich Zungen erholen. Es ist feucht und kalt. Morgen kommen die restlichen Zungen, die ich brauche. Es hört sich an, als würde man den Ton sicheln. Mit einer Rundsichel. Wie hohes Schilf oder Gras in einem Garten. Zack, zack. Der Ton wird zurechtgesichelt. Manchmal wehrt sich der Ton. Dann muss man ihn erst tief stimmen, bis er nachgibt.

Ich habe die Heizung und meinen Tee. Das hält einen in der Kälte über Wasser. Der Gottesdienst war sehr gut besucht und sehr schön gemacht. Ich habe gespürt, in diesen Zeiten lechzen die Menschen mehr nach Gott.

Heute haben wir Bach und meine Stücke geschafft, morgen Liszt.

Neu: Advent trotz Corona. Es kommt ein Schiff geladen- alte Melodien in neuem Gewand. In welchem Stil? In meinem.

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22. November 2020

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Ach, dass ich ein guter Poet wäre, so wollt ich gern ein köstlich Lied oder Gedicht machen, denn ohne Wort ist alles nichts. (Luther)
Ich freue mich sehr, dass ich im Dom Schwerin aufnehmen kann und Videos machen darf. Jan Ernst ist super! Er ist mein Lehrer in Liturgischem Orgelspiel an der HfMT Hamburg. Eine geniale Orgel ohne Setzeranlage. Das wird ein Spaß. Mit Filmteam Michael Beier. Heute Abend spiele ich mich ein. Die letzte Video-Session und Orgelexkursion in diesem Jahr – oder auch noch nicht :). Das kommt darauf an. Ich freue mich, an den tollsten Orgeln aufnehmen zu dürfen und bin stets eifrig und leidenschaftlich dabei. Hier in Hamburg ist Nieselregen und kalt. Mein Adventskranz wartet daheim auf mich. Es war auch sehr spannend, mit Blockflöte und Cembalo Basso Continuo zu improvisieren. Nadine Remmert ist auch sehr nett. Es gibt so viele unterschiedliche Herangehensweisen an Improvisation. Für viele ist es vor allem eine technische Angelegenheit.

21. November 2020

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Viele Frauen leben ihr Leben lang wie mit abgeschaltetem Ton. (AHS)

Sehr schön ist die Beckerath Orgel in St. Bruno Würzburg Steinbachtal. An diesen Orgeln kommt alles an Licht, was man tut und spielt. Das ist gut.

Im Stile von … Muss denn die sogenannte Meisterdisziplin Improvisation bei der Orgel immer “im Stile von” sein? Man kann von Stilen geprägt und inspiriert werden und sollte dann Neues, Eigenes schaffen, so wie Bach, dessen Musik für mich heilig ist. Aber meist wird beim Kopieren und Nachahmen heute stehengeblieben, und wehe, jemand macht etwas anders oder neu, bewusst nicht im Stile von. Es werden bestimmte Normen, “Vernunft” und Definitionen von Männern festgelegt, und wenn man im Stile von spielt, dann grundsätzlich immer in einem männlichen Stil. Damit setzen sich Männer selbst ein Denkmal, wie sie generell gerne tun (Straßennamen). Männer finden sich gegenseitig oft freundlich und genial.

Ich suche und finde meinen eigenen Weg. Und romantisch bedeutet für mich nicht: 19. Jahrhundert. Kein Jahrhundert hat “romantisch” für sich gepachtet, außer man denkt in traditionellen Normen. Und romantisch oder schön ist man nie im Stile von. Oder wer ist romantisch im Stile seines Bruders oder wer oder was ist schön im Stile seiner Arbeitskollegen? Vernunft kann etwas ganz anderes sein, oft das Gegenteil von dem, was Männer definiert haben. Das ermüdet nämlich, macht unfrei und engt ein. Für mich ist die weit wichtigere Meisterdisziplin, zu komponieren. Nicht nachzumachen. Apropos. Meine Noten kamen heute von Furore Verlag Kassel an. Kristalle und Feuer für Orgel und Viren Pandemie für Orgel. Ich freue mich!

Anbei ganz neu Muffat Passacaglia g-Moll an Schnitger:

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20. November 2020

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Es fehlt ja nur ein Rascheln zum Erwachen, ein Flügelschlag, ein Wind, ja, nur ein Hauch. (C. Lehnert)

Was für ein Halleluja in Heiliger Geist von Bach BWV 651 – erst wenn man den Choral verinnerlicht hat, kennt und mitsingt, wenn man mit dem Pedal verschmilzt, wenn man selbst der Choral wird – dann spielt man richtig. Wenn man den wunderbaren Text auswendig kennt, versteht, fühlt, bejaht, ernst meint. Wenn man der Text wird. Dann.

Wie wundervoll sich versteckt der Choral. Über diesem Fundament ranken sich beide Hände hinauf, wie Efeu ganz nach oben. Bach ist mein Gesprächspartner. Und ja, ich übe jetzt auch Bachs Toccata d-Moll – nein, nicht die Dorische. The famous One. 565. Das Werk, was manche Laien als “Bachs Lied” bezeichnen. Das, das jeder kennt. Und ach, es ist herrlich. Die Fuge, die auf dem Tetrachord aufbaut. Es gibt hier natürlich viele Möglichkeiten, wie man interpretiert (Manualwechsel, Echo, Tempi, Ausgaben). Ich habe eine alte Peters-Ausgabe (Griepenkerl) so zerschnitten und geklebt, dass ich gut alleine blättern kann. Mit die beste Interpretation ist bisher die von Pieter in Alkmaar und seine Art zu spielen, aus dem Faksimile. Das gefällt mir sehr, er hat es mir heute gezeigt. Ich habe noch ein paar andere Ideen zusätzlich. Insgesamt ist trotz aller Leidenschaft liebkosend mit der Orgel zu spielen, die Dimenuendo darf man nicht vergessen. Und dann die 652 – die andere Heilig Geist

Hier auf der Webseite Signaturen wird mein Gedicht präsentiert: Tastenschwemme

One of the Most Beautiful Organ on Earth #Alkmaar #OrganAlkmaar #Niederlande #Schnitger – Orgeltüren wie im Himmel, auch vor dem Rückpositiv #Holland Beautiful Holland

Gepostet von Ann-Helena Schlüter am Freitag, 13. November 2020

19. November 2020

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Der Naturführer Männer. Mit 2000 Farbfotos (AHS)

Neu: Trio-Sonate diesmal ganz BWV 527 in Stade an der Schnitger Orgel:

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Preisträgergeschichte / Prosa-Wettbewerb. Der Naturführer Männer

Das dominante Leben der Männer ist ein Charakterzeichen der mitteleuropäischen Landschaft. Ohne männliches Zutun wäre Mitteleuropa und auch die Welt überwiegend mit aufblühenden Mädchen und Frauen bewachsen, wobei der Teil der aufstrebenden jungen Frauen sogar vor den Männern überwiegen würde. Die natürliche Vielfalt von Männern und Frauen wurde jedoch von Männern nicht erweitert und dadurch für viele Frauen nicht genügend Lebensmöglichkeiten geschaffen. Auf nährstoffarmem Boden stocken ihre Bezahlungen und die Sicherheit der Zukunft, besonders die der Mütter. In Hochschulen, Schulen und Großstädten wäre der Anteil Frauen in sämtlichen Karrieresparten und Berufspositionen typisch, doch die Felder der Männer mit ihren mächtigen Hochstämmen bieten gerade für Seilschaften ihrer Geschlechtsgenossen ein ansprechendes Biotop. Daneben bestimmen Machtspiele in verschiedensten Ausformungen die Grün- und Schwarzgürtel unserer Städte und Dörfer. Gleich ob Urwald, naturnahes Verhalten, Gartenhecke oder akademischer Wirtschaftsforst, die Grundstrukturen der Macht in den Berufssparten sind immer ähnlich und zeigen einen stockwerkartigen Aufbau, angefangen von der Moosschicht direkt am Boden über die Krautschicht, die Ebene der niedrigen und höheren Sträucher, fast ausschließlich von Frauen besetzt, bis schließlich in die Kronregion der Bäume. Hier sind meist nur Männer zu finden. Die relativ kühle Luft, verhältnismäßig viele Niederschläge und die geringe Sichtweite sind weitere Merkmale der Kronregion der Männer. Der stockwerkartige Aufbau ermöglicht ihnen die Nutzung der Frauen auf Moos- und Krautschichten. Diese bieten nicht nur Nistplätze, sondern auch Nahrung, gebügelte Hemden, Verstecke und Balzplätze. Der stockwerkartige Aufbau der von Männern geschaffenen Berufs- und Brutwelt hat die Spezialisation von Männerarten vorangetrieben und auf bestimmte Lebensraumabschnitte besonders begünstigt wie Politik, Religion, Hochschule, Universität und Wirtschaft. Der Baumstrunk, die angrenzenden Strauchschichten und das auf dem Boden liegende Holz werden hierbei nicht beachtet, sondern nur der Stammbereich und die Gipfel benötigt. Als typischer Bodennutzer lässt sich der Mann bezeichnen, da er zum Fressen kommt, seine Nahrung futtersuchend am Boden bezieht, jeden Ameisenhaufen durchstochert und dann in die nächsthöhere Ebene fliegt. Nachdem er nach allerlei Fressbarem aufgrund seines schweren Körpergewichts kaum noch die äußersten Astspitzen erreicht, nimmt er weitere Baumwipfelregionen als sein Revier in Anspruch. Besonders der Zaunkönig ist hier zu nennen. Er lockt die Weibchen an, vorwiegend aus der nächsthöheren Ebene. Hier findet er ideale Brutbedingungen. Das Geäst der Bäume dient ihm zur Deckung, die dritte Schicht. Selbst durch dichte Vegetation erkennen Männer Gegebenheiten sofort und passen sich an. Damit sie sich selbst nicht Konkurrenz machen, verteilen sie sich. Die Stammbewohner haben regelrechte Kletterorgane. Sie sind geborene Meister der Flechtkunst und halten ihre Position bei Wetter und Sturm. Sie lieben das Tischlein-deck-dich am Boden und lassen sich reichlich Kost servieren. Bei den meisten Männerarten bestimmt die Saison, was auf den Tisch kommt; meist wird der vorjährige Horst bezogen und aufgestockt. Viele Männer verfügen über mehrere Horste. In Mangelzeiten müssen sie ausweichen, da hilft nur die Flucht gen Süden. Sie stehen stellvertretend für die Jäger im Gehölz. Zur erfolgreichen Jagd gehören der perfekte Griff und die nach hinten gestellten Greifklauen. Eine Frau wird so gleichsam von vorne und hinten erdolcht. Männer sind dabei recht rudel- und ruffreudig.

18. November 2020

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Es reicht nicht, Talent zu haben. Talent hat jeder. Aber man muss etwas zu sagen haben. (AHS)

Klang und Notenbild gehören zusammen. Konsequente Notation.

Neu, ihr Lieben:

Für alle Social-Media-Muffels oder die, die Facebook und Instagram doof finden und trotzdem neugierig sind: Hier könnt ihr über meine Webseite unangemeldet meine Posts in den Social-Medias lesen, denn in den Social Medias poste ich ganz andere Sachen als im Tourblog und viele schöne Fotos und Wissenswertes über meine Reisen, Orgeln, Karriere, mein Leben: Facebook/Instagram Ann-Helena 

Übrigens kann man auch direkt auf meiner Facebook-Fan-Page und Instagram unangemeldet die neuesten Posts lesen.

Diesen Tag widme ich Sabatina James.

Im Dirigieren passiert auch eine Art Telepathie. Aura. Spiegelneuronen. Den Raum mit Spannung füllen. Das Musiziergefühl wird durch die Dirigentin gespiegelt. Einschwung. Ausschwung. Pendelbewegung eindeutig, nicht fraktal. Durch die Art, wie Spannung geführt wird, wird sogar Einfluss auf den Bogendruck gegeben. Die Art und Schnelligkeit der Bewegung ist sehr wichtig: wie schnell nach oben, wie langsam nach unten. Hemiola.

Durch eigene Entspannung erreicht die Dirigentin eine maximale Durchlässigkeit des Klanges. Dies ist wie beim Reiten. Das ist enorm, diese Parallele. Auch das Pferd soll als Ziel- und Endpunkt absolute Durchlässigkeit erfahren. Die Bewegungen des Pferdes sind locker, im Flow, schlackenfrei. Und genauso ist es auch beim Orchesterklang: Flow, schlackenfrei, cantabile.

Es geht hierbei nicht um Deko-Dirigieren, sondern um die Unbedingtheit. Einen Anfangston wie eine Glocke anschlagend, nie stoppend, Bewegung seitwärts, nicht “zackig”. Im Dreiertakt einen Widerhaken geben, wenn dies der musikalische Ausdruck ist. Frank Löhr ist einfach toll!

Ton hat generell die Tendenz nach oben.

Neu: Kristalle und Feuer für Orgel, Klavier, Sopran, Flöte, Electronics, Percussion, 2020:

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Ich verirre mich manchmal variierend. (AHS)

Ruhepause, Zwischenraum – ein Ritual. Um sich zu entspannen.

Ich mag sehr die Geschichte von Ben Hur.

Bin wieder in Hamburg an der HfMT.

Dirigieren: Schultern hinten unten, Kopf ganz ruhig, Arme etwas nach vorn, Ellenbogen nach innen, die Taktstockspitze zeigt immer grade nach vorn, nicht zur Seite, Hände nicht zu nah aneinander, Hände auf einer Höhe. Beim unterteilen Schlag ist die 2 oben, die 3 unten. Die Bewegung stockt nie, ist immer im Fluss. Vorsicht: Nicht zu viele Entäußerung von Gefühl, sondern sich aufsparen für die besonderen Momente.

Man ist nicht erst Dirigentin, wenn der erste Ton erklingt, sondern bereits, wenn man zur Tür hereinkommt.

Wichtig: Wenn Menschen in der Masse Fehler machen, dreckiges Verhalten und Witze, Lästern und Neid, dann interessiert sich keiner dafür; vor allem, wenn es Männern sind. Es gehört bei vielen Menschen schon zur Authentizität, dass sie unmögliche Äußerungen machen. Aber wenn Vorbildpersonen, öffentliche Personen, insbesondere Frauen, Fehler machen oder auch nur Geheimnisse wagen zu haben, dann ist Polen offen. Diese Tatsache ist auf der einen Seite ein großes Kompliment, aber auf der anderen eine echte Herausforderung. Und dann ist es wirklich so wie in Psalm 23: Dann deckt Gott einen Tisch im Angesicht meiner Feinde, ein Tisch voll Gold, und schenkt mir übervoll in meinen Becher ein. Und besonders im Angesicht der Feinde bekommt dieser Tisch eine Kraft und Bedeutung, wie er ohne Feinde nicht bekommen hätte. Niemand ist so treu und loyal wie Gott. Je mehr Feinde, desto mehr liebe ich Gott. Warum? Erst dann zeigt sich seine volle Treue und Loyalität überdeutlich.

Ich erinnere mich gern an meine wundervolle Zeit in Alkmaar und Amsterdam:

  • die schönste Orgel der Welt, die herrliche Schnitger mit Flügeltüren sogar vor dem Rückpositiv
  • die älteste Orgel Niederlandes mit herrlichem Klang: die van Covelens in der gleichen Kirche von 1511 (ebenfalls mit Flügeltüren)
  • die wunderschöne Pieter-Müller Orgel von 1754 in der kleinen Lutherse Kerk, 2 Manuale, angehängtes Pedal, mit einem Schwan thronend auf der Orgel, seitenspielig, mit besonderen Tastenbelägen
  • das wunderschöne Krämer-Clavichord mit 5 Oktaven plus vier Tönen von 1803 aus Göttingen in Amsterdam

Beim Instrument entsteht zur motorischen Bewegung ein Looping zurück zum Klang.

Zu meinem Roman Frei wie die Vögel: 

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