21. März 2023: Was ich innerlich höre, bringe ich in die akustische Welt. (AHS)
Foto: Acryl AHS
Webern, Schönberg, Messiaen, Henze, Ives, Berg, Leibowitz, Boulez, Ligeti – diese alle verließen die „erweiterte Tonalität“ oder wollten sie verlassen – die Grenze der formbildenden Tonalität. Sie suchten den Sturz der Herrschaftsverhältnisse im Tonsystem für neue Formen.
Ich suche ebenfalls den Sturz der Herrschaftsverhältnisse: Den Sturz der mathematisch-theoretisch-technisch-methodisch-testosteron-akademischen Herrschaft, um neue Formen in der Komposition zu entwickeln.
Auch heute noch ist der Studiengang Komposition oft akademisch und richtet sich nach den Methoden und Geschmäckern der jeweiligen stets männlichen Leitern. Akademisches und künstlerisches Denken ist jedoch oft ein Gegensatz, denn künstlerisches Denken ist mindestens oder zumindest erweitertes akademisches Denken.
Meine Musik zeigt das weiblich-intuitiv-impulsiv-poetisch Kraftvolle. Das Improvisatorische wird verbindlich, Wort und Ton sollen eins werden. Literaturgeprägt. Variabel. Nicht auf Mathematik, Baupläne und Technik fokussiert. Ich male, methodisiere nicht.
Musik zusammen zu machen, das ist genauso schön wie schwer.
Eine Kraft aus Gesetzmäßigkeit und Gefühl. Es geht in der neuen Musik nicht um Frequenzen oder Mächte oder Synchronisierung. Allerdings kann man den Sinn des Lebens nicht auf die Art und Weise kennen lernen, wie Spieler einen Automaten, in dem sie vor ihm sitzen und sich die Reihenfolge der Lichter und Zahlen und Reihen merken und die Abstände dazwischen, oder aus Büchern.
Es braucht Beziehung. Es ist etwas anderes, in oder über Musik zu denken.
Ich bin beim Üben wie eine Amaryllis in einer goldenen Wurzel: Zuerst passiert nichts. Wochenlang. Trocken. Ich übe und übe und es passiert nichts. Und dann zack: aus dem Nichts schießt das Leben in die Höhe – und dann: zack, drei wunderschöne weiß-rote Glocken. Über Nacht.
Chopin live in concert
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Wie viel Intuition braucht unser Land? Das Gegenteil von Intuition ist Unsicherheit. Viele Menschen leiden unter Dauer-Verunsicherung, unter chronischer Unsicherheit und German Angst (oder besser: German Hysterie).
Übrigens, Maul schreibt, Bach hätte Vivaldi getroffen. Getroffen haben sich die beiden leider nicht. Aber der fleißige unersättliche Johann hat alles von Vivaldi nächtelang abgeschrieben, was er unter die Finger bekam. Bach war sein eigener Lehrer.
Musik sucht eben stets nach neuen Kombinationen und Wegen. Manchmal braucht es sehr lange, bis Menschen neue Wege in der Kunst überhaupt verstehen. Viele Künstlerinnen sind ihrer Zeit voraus.
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Musik scheint mir wie Schachspielen: es gibt eindeutige Regeln, eine Architektur, und doch schier Millionen Kombinationsmöglichkeiten: allerdings auf dem Fundament der Regeln. Diese Regeln haben viel mit Ästhetik zu tun: Ästhetik aber hat mit dem Herzen zu tun. Aus dem Herzen kommt heraus, wer man ist und was man denkt — im künstlerischen Schaffen mehr als im Interpretieren.
Ästhetik hat also viel mit dem Herzen zu tun und damit mit Motivation, eine der wichtigsten Wurzeln von Kunst. Ästhetik ist wichtiger noch als Ethik, wie man allgemein andersherum denkt, mehr als die Kultur einer Nation, die wiederum oft eine Anhäufung von menschlichem Denken ist — denn es geht stets erst um das persönliche Herz, darum, wer frau ist.
19. März 2023: Improvisation ereignet sich. (AHS) Wir wollen daran denken, dass wir immerhin Musiker sind. (Pierre Boulez)
Ich ahne, dass Kreativität große Hände hat, auch wenn ich kleine habe.
Der Moment der Kreativität, denn auch der Alltag ist voll von Poesie.
Happy Birthday Reger (150) 🎶
Ah, die Fuge von Reubke ❤️ Ich liebe die Aufnahme von Roberto Marini. Ich lechze nach Virtuosität an der Orgel. Ja die ganz normale altmodische künstlerische Virtuosität. An der Orgel rar!
Heute erinnere ich an Karin Bode, schwedische Unternehmerin.
Foto: Augsburg
Wir wollen daran denken, dass wir immerhin Musiker sind. (Pierre Boulez) Damit wehrte er sich gegen Komponisten, die gar keine Musiker sind. Siehe auch heute die, die am Computer komponieren, gar nicht spielen können, so wie viele heute. Ich mag nicht, wenn man der Musik das Geheimnis abjagt oder Musik „funktionieren lässt“, Reihen zählt oder Einsatzabstände.
Irgendwie geht es doch um die Schönheit des Tons – oder nicht? Auch an der Orgel.
Viele Kirchenmusiker in Deutschland kommen mir so grob vor, innen, außen, im Sprech, im Verhalten, am Instrument. Fern jeder Grazie und Unschuld und Eleganz. Und dazu voll im Unbelieve.
Foto: Brühl
Chopin live in Berlin:
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Seitdem die Gesetzestreue der in Noten aufgeschriebenen Werke immer größere Ausmaße angenommen hat, ist die Improvisation (in der klassischen Musik) immer mehr verkümmert. Doch im 18. und 19. Jahrhundert war die Improvisation ein großer Teil des künstlerischen Lebens.
Sie diente nicht zum Selbstzweck, sondern: Stimmung, Empfinden und Atmosphäre auszudrücken — besonders in den Opernhäusern. Die Bedeutung des Textes, die Bedeutung der Worte wurde durch Fülle von Noten ausgestattet, Momente herausgehoben — es war sogar so: ein Sänger, eine Sängerin wurde umso besser empfunden, desto weniger genau sie sang, was da stand.
Das ist nun heute gerade umgekehrt. Früher war die Oper im besten Sinne ein Spektakel, die Improvisation öffnete musikalische Räume, unmittelbar auszudrücken. Ist heute das klassische Konzert ein Abenteuer? Hmm. Virtuosität gibt es oft nicht mehr und wenn, ist sie mit Perfektion verwechselt und gibt gar keinen Raum für Individualität, eigene Werke, Freiheit und Improvisation.
Aus sich herausströmen zu lassen, was das Künstlerischste ist: den Moment. Den zeitlosen Moment. Heute ist es sogar in den Kirchen kaum erlaubt, frei zu spielen.
In ‚The Pilgrim’s Progress‘ von John Bunyan sagt der Suchende: „It was ease that I sought, ease for my heavy burden.“ (Es war Erleichterung, die ich suchte, Erlösung von meiner schweren Last. by AHS)
Es nicht Leistung, Kraft oder Vision, was Menschen suchen, sondern Erlösung, Heimat und Agape (bedingungslose Liebe).
Der Künstler, der Mut hat, überlässt sich ganz seinen Neigungen. (Schönberg) Die Künstlerin auch.
Heute erinnere ich an Amadeus ❤️
Wenn beim vielen Üben die Unterarme weh tun, empfehle ich Massageöl Biofiit von Dr. Schaette.
Es hört sich vielleicht komisch an, aber ich finde die phänomenalen Orgelchoräle im Orgelbüchlein schwerer zu spielen als Reubke und Liszt, wenn man es wunderschön und musikalisch machen will.
Wie sagte Kolumbus: Es droht uns kein Rand! Habt Geduld! Die Erde ist rund! Land in Sicht! ❤️ Wir fallen nicht runter. Wir können nicht tiefer fallen als in Gottes Hände!
Foto: Cologne
Viele haben ein wenig Scheu vor Lyrik und Kunst, weil sie meinen, Kunst, also auch Musik, müsse immer ‚verstanden‘ werden — und wer will schon eine Stunde oder länger im Konzert sitzen und ‚nichts verstehen‘? Musik und Kunst muss aber nicht immer mit dem Verstand erfasst werden.
Kunst hat tatsächlich damit zu tun, erzogen, ermahnt, trainiert und gebildet zu werden, zu erkennen, zu verstehen: Prozess und Reife. Jedoch soll sie innerlich und früh beginnen und berühren.
Kunst und Musik sind nicht nur Unterhaltung; aber sie sind es auch — und jede Kunst sollte immer auch dahingehend ‚verstanden‘ werden: Musik ist ein sinnliches Erlebnis, ein architektonischer, intellektueller Genuss, ein ästhetisches Vergnügen, eine tiefe Unterhaltung — denn wer sagt, dass die Unterhaltung einer Gesellschaft oberflächlich sein muss?
Es ist ja nicht unbedingt nachteilig, sich zu bilden, zu wachsen und die Sprache der Kunst und der Musik verstehen lernen zu wollen, sich auszustrecken.
Foto: Klaipeda
The most beautiful music of the world
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17. März 2023: Ungeheuer ist viel, und nichts ungeheurer als der Mensch. (Sophokles, Antigone, Verse 332-333)
Der Mensch das Ungeheuer. Wie eine Asphaltstraße scheint manchmal die Realität, immer grau, egal ob in Hitze oder Kälte. Eine Wiese aber ist Kunst. Kunst braucht Leben. Kreativität braucht Leben. Und Struktur, Ordnung, Willen und Wege. Eine Wiese hat auch ihre Regeln, auch wenn dies nicht so aussehen mag. Sie hat Kreativität und Nüchternheit: Klang-Punkte. Eine Wiese ist sehr kreativ.
Jedoch sind ihre Regeln nicht hart, tot und grau. Die Jahre der Ablehnung scheinen den Willen von Künstlerinnen nur anzuspornen.
Heute erinnere ich an die schwedische Schauspielerin Ulla Jacobsson, die früh an Krebs starb und als Symbol für die „schwedische Sünde“ galt.
Ich empfehle die alten Bücher „Durch Musik zum Selbst“ und „Werkstattkonzerte mit Komponisten“ von Ursula Stürzbecher. Und ich erinnere an die Komponistin Grete von Zieritz.
Stockhausen ist interessant. Aber sein Lebenswandel mit Frauen gefällt mir nicht. Manche sagten dazu folgendes: „Seine Liebe zu Frauen war eben so groß.“ Übersetzung: Er konnte nicht treu sein. Mit Liebe hat das nichts zu tun. Jedoch tut er mir leid. Seine Mutter wurde ermordet und sein Vater sah zu und ließ sich dann an der Front erschiessen.
Für mich ist es immer noch mysteriös, dass Menschen sterben. Ich kann mir einfach nicht vorstellen, zu sterben. Dabei ist es ja kein wirkliches Sterben, wenn man zu Gott kommt.
Ist es nicht lustig, dass jefraud „Planetin“ gesagt haben soll? Warum sagt sie dann nicht „Erde“? Oder „Welt“? Planet ist nun mal nicht weiblich.
Ich sehe unsere Erde aber auch als weiblich, weil sie verletzlich ist.
Aber mit Wörtern wie „Gästin“ habe ich auch meine Probleme. Man sagt ja auch nicht, „Personus“. Es heißt nun mal „der Gast“ und dafür „die Person“. Wobei lustigerweise manche Männer mit „Person“ ausschließlich Frauen meinen, mit gehässigem Unterton. Es ist dadurch schon fast eine Art Schimpfwort geworden.
Foto: Insel Juist
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„Musikalischer Höhepunkt im Festjahr zum 275. Geburtstag der altehrwürdigen Schornweisacher Kirche St. Roswinda: Ann-Helena Schlüter spielt ein vor allem barockes Programm an der historischen Wiegleb-Orgel von 1749. Viele Gäste haben sich eingefunden; kaum ein Platz bleibt leer.“
Kann Musik süchtig machen?
Kunst und Musik brauchen ein stabiles Fundament. Falls Kunst mit Süchtigkeit einhergeht anstatt mit Charakter, dann ist das Armut, denn wer sich nicht mit Mangel beschäftigt, sondern sich dort, wo es um tief innere Dinge geht, in Begabung flüchtet und mit Leistung ausweicht, sei es passiv oder aktiv, wird die künstlerische Beschäftigung süchtig machen.
Bei Musik kann es sogar zu einer Kreuzung von gleichzeitig stoffgebundener und nicht-stoffgebundener Sucht führen, da Kunst körperlich und geistig ist.
Musik an sich aber baut keine Gegenrealität auf, sondern spiegelt. Die Auswirkungen von Kunst als Sucht und rettendes Fantasiegebäude führen zu ruhelosen Illusionen.
Heute sind es 2999 – wer will der oder die 3000. sein? ❤️
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Ich spiele auf dem Klavier und auf der Orgel kein historisches Dokument im Sinn von sterbender oder toter Musik oder von sterbenden Noten; ich nähere mich etwas an, was meine Welt der Sinne sprengt und mein Gewissen, meine Reife, meine Prägung erweitert.
Musik hat eine moralische, philosophische, geistliche Komponente. Dies macht sie zeitlos. Die Form ABA gibt es in diesem Sinn nicht: kein wiederkehrendes A ist dasselbe A von vorher, kein A‘ oder A“. Kein Chopin von heute ist ein Chopin von damals. Kein mein Chopin um 17 Uhr ist der um 19 Uhr.
Am liebsten rede ich mit Atheisten über Gott. Sie sind am ehrlichsten und authentischsten. Sie kennen das falsche „Religiöse“ und Getue nicht.
Übrigens, ich mag Lisa Eckhart: Schön, klug, mit umwerfendem Akzent. Sie sagt: „Ich ziehe die Verrückten an wie die Motten das Licht.“ Das ist bei mir leider auch so. 😅
Gelesen habe ich Igor Levit „Hauskonzert“. Sehr oberflächlich, finde ich. Im Grunde sagt das Buch gar nichts aus, kratzt nur an der Oberfläche. Es wurde geschrieben von Florian Zinnecker und ist eher belanglos. Vermutlich, um Geld zu machen. Es sind viele kleine Häppchen und Abschnittchen. Wie für Dummies geschrieben.
Fotos: Kampala, Uganda
Kirchenkunde / Kirchenvermittlung:
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15. März 2023: Es kommt mir vor, als wären die Noten in meinen Beinen und rennen mit mir im Gesang davon. Ob auch die Sonne singt? (AHS)
Beim sehr ästhetischen und künstlerischen Spiel Schach heißt es ‚Notation‘; durch sie kann eine Partie nachgespielt werden. Es geht auch in der Kunst, in der Lyrik immer um Timing. Die künstlerische Intuition dabei verschafft mir ein neues, logisches Sehen, eine Art Sehen in der Zeit. Ein Sehen in Timing. Schach-Notation. Inbild.
Foto oben: Ladegast Orgel
Foto: Kampala, Uganda
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Eins ist Not; ach Herr, dies Eine – Max Reger, Choralvorspiel op. 135 a, Wiegleb Orgel
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14. März 2023: Als alle die verbreitete Lüge glaubten, dann ging die Lüge in die Geschichte ein und wurde zur Wahrheit. (John Orwell)
Formeln der Musik. Zuerst muss man ein Stück für Orgel in sich selbst registrieren, innerlich.
Reubke zum Beispiel. Reubke empfinde ich als düsterer als Liszt, aber auch impressionistischer. Sein Psalm ist an sich nicht schwer für mich – die pianistischen Stellen, aber das Werk muss innen, innerlich registriert und verdaut sein, bevor es ans Außen-Registrieren geht.
Auch den Kelch des Lebens muss man erst ein wenig selbst kennen, das heißt, sich selbst ein wenig kennen, bevor man ihn halten, erheben und trinken kann.
Manchmal würde ich gern mit Bachs Augen sehen, zum Beispiel die Himmelsburg in Weimar, die es leider nicht mehr gibt, mit ihrer schönen Compenius Orgel.
Foto: Toskana
Die amerikanischen Star-Thriller-Autorinnen wie Joy Fielding finde ich leider vulgär im Stil.
Übrigens: Leonard Bernstein behauptet, dass ein Komponist immer dasselbe Stück schreibt, immer mehr sich annähert, seinem wirklichen, einzigen Anliegen. Das bedeutet für mich, dass Kunst dann stattfindet, wenn ich als Komponistin diesem Anliegen – und die Interpretin, wie sie die Musik versteht, in eine musikalische Verbindung, in eine ‚Ehe der Gaben‘ zusammen fließen, die das Notenpapier verwandeln in Leben.
Foto: Würzburg
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13. März 2023: Meine Gedanken sind verselbständigte Kunst, die auf den rechten Zeitpunkt warten. (AHS)
Ich lese „Moderne Musik“ von Dibelius.
Tastenkunst. Freiheit ist weder Chaos noch Zufall. Bekenntnis und Plan gehören zur Freiheit. Beschreibungen sind in der Musik wie auch in der Literatur eine Form von Bekenntnis, eine noch anfängliche, sei es die Beschreibung des Meeres oder des Universums, und führen zu größeren, tieferen. Beschreibende Musik wie Debussy, Ravel, Strawinsky sind keine bekenntnislose Musik.
Tastenkunst. Ich mag an der Orgel die faszinierende Mischung aus Gravität und Subtilität.
Auch die Geburtsstunde der ’seriellen oder vororganisierten‘ Musik, zum Beispiel Stockhausen, ist nicht Anti-Bekenntnis. Musik von Messiaen geht weit über Reihenmusik hinaus, weit über die Organisationen von Skalen. Atonalität, fixierte musikalische Punkte und Konzepte und absolute Musik tropfen und tränen vor Bekenntnis. Konzepte allein sind keine Kunst.
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Selbst Stockhausen bewegte sich aus seiner fatalistischen, dogmatischen Gruppe der elektronisch und seriell determinierten Musik, in der nicht anders komponiert werden durfte und die viele begabte Menschen vertrieben hatte (heute nicht viel anders), fort und heraus.
Stockhausen, geprägt von Tod, Armut, Krieg und Katholizismus, sprach von „Sternenmusik“. Ich erinnere an seine gläubige Mutter, die von den Nazis mit dem Wissen seines Vaters ermordet wurde. Stockhausen wuchs auf mit dem Blick auf den Altenberger Dom. Ich habe Stockhausen, dessen Musik ich lange ablehnte, für mich neu entdeckt.
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12. März 2023: Meine Träume sind noch ein unvollendetes Werk. (AHS)
Musik ist meine Kommunikation. Sie braucht keine Übersetzung. Wie Harnoncourt schon schreibt: Musik ist Klangrede.
Gedanken sind verselbständigte Kunst, die auf den rechten Zeitpunkt warten.
Es kommt mir vor, als wären die Noten in meinen Beinen und rennen mit mir im Gesang davon. Ob auch die Sonne singt? Ja, sie singt. ❤️ Schall.
Das Konzert war sehr schön und super gut besucht. Es war ein Jubiläums-und Weihekonzert. Viele Fans aus Franken waren auch da, zudem der Lions Club, Kirchenvorstände usw. Die kleine schöne Kirche war rappelvoll, ca. 150 Leute. Die rustikale Orgel habe ich mit Socken gespielt. Als ich nach unten lief zum Verbeugen, war ich immer noch in blauen Socken.
Das mochten viele. Durch die vielen Menschen war die ohnehin trockene Akustik extrem trocken. Ich habe trotzdem auch Brahms und Reger an der Orgel gespielt. Das kam gut an. Besonders geliebt wurde meine eigene Komposition am Schluss, choralgebunden, Wachetauf. Wenn ich meine eigenen Stücke spiele, verändere ich mich, ich werde ganz intensiv und beflügele andere.
Katharina hat zwischen den Stücken immer eine kleine Erläuterung gegeben. Das war eine nette Idee. Hinterher gab es Essen und Sekt für alle. Das hat auch junge Leute angelockt. Kinder waren auch da. Ich bekam ein schönes Geschenk am Ende überreicht. Presse war auch da.
Da Leute lesen, was ich mag, bekomme ich immer die richtigen Überraschungen: Tee, Ingwer, Gewürze, scharfe Schocki, Schokolade mit Ingwer. Ich mag Pukka Tee, allein wegen der schönen Verpackungen.
Heute erinnere ich an die dunklen native Women auf der Welt, besonders in den USA. Die Statistik zeigt, wie schlimm es ist, dass und was diese Frauen erleiden, mehr (häusliche) Gewalt als andere, zu 80 Prozent mehr, sie verschwinden und werden ermordet. Und keiner kümmert sich. Von in 2016 über 6000 vermissten indigenous-indian-american Frauen wurden nur 116 überhaupt als Vermisste verzeichnet! Bewundernswert finde ich die Organisation HerJustice für arme Frauen in NYC, die u.a. mit Anwälten ausgestattet werden, ihre Rechte durchzusetzen, zB gegen gewalttätige Ehemänner.
Foto oben: Acryl AHS
Foto: Weimar
Foto unten: Konzert gestern
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