9. Juli 2026: MIR WIRD NICHTS MANGELN. (Psalm 23)
Foto: Teile der 2026 sanierten Justus Friedrich Schäffer (Scheffer) / Dieter Nöske Orgel ev. Jakobikirche Rotenburg an der Fulda Hessen
Mechanische Nöske / Scheffer (Schäffer) Orgel Jakobikirche Rotenburg an der Fulda Hessen, 3 M, 32 R, Schleifladen, Altarorgel, großer goldener Zimbelstern, Renaissance-Stil
In der malerischen, idyllischen Altstadt von Rotenburg steht diese wundervolle schmale große Orgel im Osten auf der Chor-Empore. Leider kann man sie nicht mehr historisch nennen. Die alte Kirche von 1495 ist eine Augenweide. Im Turm läuten 5 Glocken.
Im wunderschönen, gold-bläulichen historischen Gehäuse von 1556 / 1682 von Justus (Jost) Friedrich Schäffer (auch Scheffer genannt) sitzt die Nöske Orgel, die 2026 gereinigt und saniert wird, wo ich ein wenig dabei sein konnte. Während die Orgel ausgebaut wird, steht eine kleine neobarocke Hausorgel zum Spielen bereit hinter dem Altartisch.
Orgelbau Nöske führte 1990 einen Teilneubau durch, verwendete aber vieles von Scheffer und rekonstruierte auch (leider nur teilweise und nicht ganz) den wundervollen historischen Klang. Wenn das Gehäuse des Instruments schon so wundervoll aussieht, wie schick muss erst der Klang gewesen sein!
Ich hätte sehr gern die originale Scheffer-Orgel gehört. Auch deswegen, weil ich von diesem Orgelbauer noch nie gehört habe. Er stammte aus Langensalza aus Thüringen. Auch Dieter Nöske hätte ich gern kennengelernt.
Was ich nicht verstehen kann, ist, dass viele nur noch den jetzigen Orgelbauer eines Instruments nennen, obwohl große Teile der jeweiligen Orgel einem anderen, vorherigen Orgelbauer oder vorherigen Orgelbauern zuzuschreiben sind.
Natürlich gibt es dies auch umgekehrt. Viele interessieren sich unvorstellbarerweise einfach nicht für Geschichte, Gehäuse, Kirchen und Rekonstruktionen; forschen nicht.
Jost Schäffer hat die Schreinerei-Arbeiten von örtlichen Handwerkern aus Rotenburg exakt nach seinen Vorgaben fertigen lassen. Scheffer selbst nutzte große Teile seiner Vorgängerorgel von 1556. Leider kennen wir den Namen dieses ersten Orgelbauers nicht. Ich forsche.
Die originale Orgel hatte 15 klingende Register.
Samtig-brillante Akustik. Die wertvolle alte Kirche mit viel Holz und roten Steinen singt.
Die Renovierung betrifft die Intonation und Reinigung der Pfeifen, Schimmelbekämpfung, Neubau der Windanlage, Neubau von Registern und Revision der Spieltrakturen. Dies kostet ca. 150.000 Euro. Die Orgel besteht aus 2000 Pfeifen, 700 kg Zinn, 30 kg Eisen, 30 Tierfellen von Schafen und Ziegen und 22 Kubikmeter Holz. Tausende Stunden von Arbeit. Aber vor allem besteht sie aus Klang!
Gerade während einer Sanierung und Revision sieht eine Orgel so verletzlich und wundervoll aus.
Anbei die heutige Orgel, die beginnt, sich zu häuten:

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Organ Index hat wieder falsch geschrieben. Die schreiben von „Scheffler“. Orgelbau Scheffler ist etwas ganz anders als Justus Friedrich Scheffer!