5. Juli 2026: Manche meinen, dass Gott dort, wo wir arbeiten, nicht zu finden wäre. Nur eingesperrt in hohe Dome. Das ist falsch. Im Dom ist er oft nicht. (Christa Hacker)
Mir gefallen die vielen interessanten Orgeln in Nordhessen sehr gut, auch die in den Dörfern und Randgebieten; sowohl die historischen als auch die neuen Instrumente. Besonders schlägt mein Herz für die restaurierten historischen Orgeln:
Historische romantische kleine pfeifenlose Bechstein Möller Orgel 1849 ev. Wehrkirche (1589) in Niederellenbach-Alheim Braach Hessen, 1 M, 9 klingende Register: Friedrich Bechstein, Vater von Heinrich Bechstein (Rotenburg an der Fulda)
Der kleine, gewestete Saalbau hier in Niederellenbach ist eine Augenweide. Die Atmosphäre in der Wehrkirche ist friedlich mystisch und wundervoll. Innen ist es hell, gelb und rosa. Bibelsprüche stehen vorne an den Wänden. Sehr trockene Akustik.
Es gibt Stühle, keine Bänke. Die Flöten und Streicher singen. Die gold-glitzrige Orgel mit „Stummelpedal“ steht direkt unter der Decke. Man kommt mit den Knien an. Die Tasten sind etwas ungleichmäßig. Innen duftet es nach Holz.
Sie ist die älteste Wehrkirche im Rotenburger Land und steht unscheinbar, bescheiden und fast verborgen am Rande. Man könnte sie fast übersehen. Sie gehört zur Johanneskirchengemeinde Alheim in Hersfeld-Rotenburg. Ihre Anfänge sind aus ottonischer Zeit.
Die mechanische Orgel erinnert mich an Schulze-Orgeln: keine Pfeifen im Prospekt, Registerzüge 90 Grad zur Klaviatur. Ich denke, es sind Kegellade. Johann Friedrich Schulze, Orgelbauer aus Thüringen, gestorben 1858 in Paulinzella, habe 6 Orgeln von ihm gespielt.
Der westliche Teil ist romanisch, mit Fischgrätmauerwerk.
1589 wurde die alte Kirche umgebaut und 1677 zu jetziger Größe nach Osten hin verlängert. Bis 1852 wurde der Platz um die Kirche herum als Friedhof genutzt. 2006 wurden Kirche und Orgel saniert.
1845 wurde die Wehrkirche noch mal neu gestaltet und verändert mit Dachreiter und Rundbogenfenstern. Von dem gotischen Wehrkirchhof gibt es noch die Wehrmauer mit Schießscharten, bis zu 5 m hoch geschlossen erhalten.
Die kleine weiße Orgel mit pfeifenlosem Prospekt von 1849 von Vater Bechstein wurde von Valentin Möller später etwas umgeändert. Es ist meine zweite Vater Bechstein-Orgel und meine 7. Bechstein-Orgel insgesamt.
Es gibt auch ein Oberellenbach.
Sehr schön sind der Schöpfer und die historischen,handgeschriebenen Notizen mit Wartungen, Stimmungen und Rekonstruktionen von Orgelbauern im alten Holz, insbesondere von Bechstein und Möller, die das wohl oft so gemacht haben, was ich schön finde. Im Innen ist die Orgel mit ihren Pfeifenreihen sauber und gepflegt. Die Orgel wird betreut von Nöske / Orgelbau Rotenburg an der Fulda. Ich habe bereits 8 Nöske-Orgeln und 5 Möller-Orgeln gespielt.
Die schöne weiß-gelbe Kirche mit großem Kronleuchter ist innen schlicht und hell. Der weiße Prospekt passt perfekt hinein. Die Tasten sind schwarz. Die Orgel wurde 2006 saniert.
Samtig trockene Akustik, eine, die kaum als Akustik existiert. Das Pedal ist gerade, die Registerzüge stehen seitlich wie bei vielen Knauf-Orgeln. Wunderschöne 8-Füße. Besonders ist, dass es keine Prospektpfeifen gibt in diesem Instrument. Die Pfeifen stehen alle hinten, hinter einem dunkelblauen Tuch in dem glitzernd-weißen Prospekt. Ich nenne die Orgel „Schlaforgel“ – weil sie aussieht wie ein Mobile mit Sternen zum Einschlafen.
Die Disposition ist hier zum ersten Mal im Netz:


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Orgelforschung! danke